[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Datenträgers, insbesondere
eines Wertdokuments, wie einer Banknote, Ausweiskarte und dergleichen, mit einem Substrat,
das wenigstens eine Papierschicht aufweist und das beidseitig jeweils vollflächig
von einer polymeren Deckschicht abgedeckt ist.
[0002] Datenträger, wie Sicherheits-, Wert- und Ausweisdokumente, aber auch andere Wertgegenstände
werden zur Absicherung mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die eine Überprüfung
der Echtheit des Datenträgers gestatten und zugleich als Schutz vor unerlaubter Reproduktion
dienen.
[0003] Es ist auch bekannt, Datenträger, insbesondere Wertdokumente, mit einem taktil erfassbaren
Sicherheitsmerkmal auszustatten. Studien, wie sie etwa die Bank of Canada durchgeführt
hat, haben nämlich gezeigt, dass der Taktilität bei der Bewertung der Echtheit von
Banknoten eine große Bedeutung zukommt.
[0004] Ferner ist es bekannt, Wertdokumente, insbesondere Banknoten, mit einem Substratmaterial
aus Papier oder Polymer auszustatten. Nachteilig an diesen Wertdokumenten ist aber
unabhängig vom eingesetzten Substrat, dass insbesondere Wertdokumente mit hoher Zirkulation
einem erheblichen Verschleiß und einer starken Verschmutzung ausgesetzt sind, so dass
die Umlaufzeiten dieser Wertdokumente gering sind. Insbesondere ist es bekannt, dass
Substrate aus Papier, verhältnismäßig schnell verschmutzen und durch Feuchtigkeitsaufnahme
lappig werden, d.h. der typische Klang und die typische Griffigkeit dieser Substrat
größtenteils verloren gehen. Andererseits zeigen Substrate aus einem Polymermaterial
einen sehr geringen Weiterreißwiderstand, weshalb durch Einreißen beschädigte Substrate
ausgetauscht werden müssen. Letztlich kann die Umlaufbeständigkeit von Wertdokumenten
aus reinen Papier- oder Polymersubstraten demnach mitunter relativ gering sein.
[0005] Des Weiteren ist es bekannt, dass Datenträger mit einem Substrat, das wenigstens
eine Papierschicht aufweist und das beidseitig jeweils vollflächig von einer polymeren
Deckschicht abgedeckt ist, unter bestimmten klimatischen Bedingungen eine höhere Umlaufbeständigkeit
als Datenträger aus Papier oder Polymer aufweisen können.
[0006] DE 10 2005 011 612 A1 offenbart einen Datenträger mit einer optisch variablen Struktur, die eine Prägestruktur
und eine zur Oberfläche des Datenträgers kontrastierende Beschichtung aufweist, wobei
die Prägestruktur und die Beschichtung so kombiniert sind, dass wenigstens Teile der
Beschichtung bei senkrechter Betrachtung vollständig sichtbar sind, bei Schrägbetrachtung
aber verdeckt werden.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Herstellungsverfahren
der eingangs genannten Art anzugeben, und dabei die Datenträger hinsichtlich ihrer
Nachahmungssicherheit und ihrer Umlaufbeständigkeit weiter zu verbessern und dabei
gleichzeitig die für die Bewertung der Echtheit von Banknoten wichtigen Eigenschaften
möglichst vollständig zu erhalten.
[0008] Diese Aufgabe wird durch das Herstellungsverfahren mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Gemäß der Erfindung weist ein Verfahren zum Herstellen eines Datenträgers die Verfahrensschritte
nach Anspruch 1 auf.
[0010] Die Formulierung "im Wesentlichen deckungsgleich angeordnete" Prägestrukturen bedeutet,
dass eine Prägestruktur im Substrat von einer darüber angeordneten, d.h. deckungsgleichen
Prägestruktur in der polymeren Deckschicht abgedeckt ist. Deckungsgleich angeordnete
Prägestrukturen in Substrat und polymerer Deckschicht ergeben sich durch das erfindungsgemäße
gleichzeitige Einwirken eines Prägewerkzeugs auf die polymere Deckschicht und das
darunter angeordnete Substrat. Das Einwirken des Prägewerkzeugs auf die polymere Deckschicht
und das Substrat erfolgt nämlich zeitgleich, d.h. in einem Verfahrensschritt. Die
erfindungsgemäßen Prägestrukturen sind also als taktil erfassbare Prägestrukturen
in Substrat und darüber angeordneter polymerer Deckschicht vorhanden. Selbstverständlich
kann ein Datenträger mit solchen erfindungsgemäßen Prägestrukturen aber auch noch
Prägestrukturen aufweisen, die lediglich im Substrat oder in der polymeren Deckschicht
vorhanden sind.
[0011] Die für die erfindungsgemäßen, taktil erfassbaren Prägestrukturen vorgesehene Reliefhöhe
von insgesamt 60 µm bis 300 µm ist als Höhe der in polymerer Deckschicht und Substrat
vorhandenen Prägestrukturen gegenüber der Oberfläche der unverprägten polymeren Deckschicht
und des unverprägten Substrats zu verstehen, wie weiter unten mit Bezug auf die Figuren
genauer erläutert wird.
[0012] Die erfindungsgemäßen Prägestrukturen mit einer Reliefhöhe von bis zu 300 µm können
durch den Benutzer des Datenträgers sehr gut haptisch wahrgenommen werden, so dass
der Datenträger eindeutig auf seine Echtheit hin überprüft werden kann. Durch die
Erfindung wird also die Nachahmungssicherheit eines Datenträgers weiter erhöht. Des
Weiteren haben die Erfinder festgestellt, dass die in den erfindungsgemäß hergestellten
Datenträgern mit Substrat und beidseitiger polymerer Deckschicht eingebrachten Prägestrukturen
eine höhere Umlaufbeständigkeit aufweisen als Prägestrukturen, die in einem reinen
Papier- bzw. Polymersubstrat eingebracht sind. Diese überraschende Erkenntnis wird
weiter unten im Text noch genauer erläutert und ist wirtschaftlich von großem Vorteil,
da Datenträger mit größerer Umlaufbeständigkeit weniger häufig ausgetauscht werden
müssen und so Kosten für den Umlauf dieser Datenträger reduziert werden können. Ohne
an eine Erklärung gebunden zu sein, wird die erhöhte Umlaufbeständigkeit der erfindungsgemäßen
Prägestrukturen des Datenträgers gegenüber Prägestrukturen in Datenträgern aus Papier
oder Polymer derzeit damit erklärt, dass die spezielle Kombination aus polymerer Deckschicht
und papierhaltigem Substrat zu wenig bis keinen Verletzungen des Datenträgers beim
Einwirken des Prägewerkzeugs führt. Die polymere Deckschicht auf der Oberfläche des
papierhaltigen Substrats scheint das Substrat beim Einwirken des Prägewerkzeugs demnach
vor Verletzungen, insbesondere Substrateinrissen zu schützen.
[0013] Vorteilhafterweise kann die Einbringung der erfindungsgemäßen Prägestrukturen mittels
eines Prägewerkzeugs mit zumindest auf dem technischen Gebiet von Wertdokumenten bekannten
Herstellungsprozessen für solche Datenträger erfolgen, wodurch die Erfindung auch
in dieser Hinsicht wirtschaftlich sehr interessant ist.
[0014] Bei dem Datenträger mit einem Substrat, das wenigstens eine Papierschicht aufweist,
kann es sich im einfachsten Fall um ein Substrat handeln, das aus genau einer Papierschicht
gebildet wird. Die Papierschicht kann für sich genommen allerdings einen gewissen
Anteil an polymeren Fasern aufweisen, ohne dass die für die Bewertung der Echtheit
von Banknoten typischen Eigenschaften, wie der typische Klang und die typische Griffigkeit
eines solchen Papiersubstrats, verloren gehen.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Reliefhöhe der Prägestrukturen in
Substrat und polymerer Deckschicht insgesamt 80 µm bis 280 µm. Dass der bevorzugte
Bereich der Reliefhöhe der Prägestrukturen enger als der erfindungsgemäß beanspruchte
Bereich ist, hängt damit zusammen, dass der bevorzugte Bereich einerseits eine besonders
gute haptische Wahrnehmung durch den Benutzer sicherstellt, andererseits die zu diesen
Reliefhöhe korrespondierenden Gravurtiefen im Prägewerkzeug relativ gut erzeugt werden
können. Das wiederum bedeutet, dass Prägewerkzeuge zur Erzeugung der bevorzugten Reliefhöhen
in Substrat und polymerer Deckschicht für eine große Zahl herzustellender Datenträger
eingesetzt werden können und darüber hinaus eine lange Lebensdauer aufweisen. Mit
anderen Worten weisen die bevorzugten Reliefhöhen eine gute Fälschungssicherheit auf
und können des Weiteren unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zuverlässig
und kostengünstig hergestellt werden.
[0016] Die gesamte Reliefhöhe der Prägestrukturen in Substrat und polymerer Deckschicht
beträgt 65 % bis 85 % der Gravurtiefe der zur Erzeugung der Prägestrukturen in dem
Prägewerkzeug vorhandenen Gravuren. Es versteht sich, dass das Verhältnis von Reliefhöhe
der Prägestruktur in Substrat und polymerer Deckschicht zur Gravurtiefe in dem Prägewerkzeug
von der Materialzusammensetzung und der Dicke des eingesetzten zu verprägenden Datenträgers
sowie der technisch maximal zu realisierenden Tiefe der Gravuren in dem Prägewerkzeug
abhängt.
[0017] Mit besonderem Vorteil handelt es sich bei den Prägestrukturen um im Tiefdruckverfahren,
insbesondere Stichtiefdruckverfahren, erzeugte Prägestrukturen. Das Tiefdruckverfahren,
insbesondere Stichtiefdruckverfahren, bei dem das Substrat beim Prägevorgang noch
höheren Drücken als beim Tiefdruckverfahren ausgesetzt ist, gestattet es, die erfindungsgemäßen
Prägestrukturen mit definierter Prägehöhe zuverlässig in den Datenträger einzubringen.
[0018] Des Weiteren bietet das Tiefdruckverfahren bzw. das Stichtiefdruckverfahren den Vorteil,
dass zeitgleich mit den Prägestrukturen auch ein deckungsgleich zu den Prägestrukturen
angeordneter Aufdruck auf den Datenträger aufgebracht werden kann. In einem solchen
Fall werden diejenigen Gravuren, die später zur Erzeugung der Prägestrukturen mit
Aufdruck vorgesehen sind, mit einer Druckfarbe gefüllt, die später den Aufdruck bildet.
Beim Einwirken des Prägewerkzeugs auf die polymere Deckschicht und das Substrat wird
zum einen die erfindungsgemäße Prägestruktur in polymerer Deckschicht und Substrat
eingebracht und zum anderen die Prägestruktur mit einem deckungsgleichen Aufdruck
versehen. Im Fall des Stichtiefdruckverfahrens wird dann von einem farbführenden Stichtiefdruck
gesprochen. Diejenigen Gravuren der Tiefdruckplatte, die nicht mit einer Farbe gefüllt
werden, führen beim Einwirken des Prägewerkzeugs auf den Datenträger lediglich zur
Ausbildung der erfindungsgemäßen Prägestruktur. In einem solchen Fall wird von einer
sogenannten "Blindprägung" gesprochen. Eine solche Blindprägung bildet demnach eine
Prägestruktur in der Farbe des Substrats und der darüber angeordneten Deckschicht.
Ist das Substrat und die polymere Deckschicht farblos, wird entsprechend ein farbloses
Relief erhalten. Eine durch Blindprägung erzeugte Prägestruktur kann der Benutzer
aufgrund sogenannter "Abschattungseffekte' in der Regel aber trotzdem von dem nicht
geprägten Bereich des Datenträgers visuell unterscheiden. Im Tiefdruckverfahren können
des Weiteren mit besonders großem Vorteil taktil erfassbare Prägestrukturen erzeugt
werden, bei denen Bereiche mit Aufdruck und deckungsgleicher Prägestruktur sowie blindgeprägte
Bereiche, die lediglich eine Prägestruktur aufweisen, unmittelbar nebeneinanderliegend
erzeugt werden, was eine sehr fälschungssichere taktile Prägestruktur ergibt. Außerdem
ist mit dem Tiefdruckverfahren, insbesondere Stichtiefdruckverfahren, eine ideale
Passerung der taktilen Prägestrukturen zu anderen Elementen möglich, die auch im Tiefdruckverfahren,
insbesondere Stichtiefdruckverfahren, erzeugt werden oder die in anderen Prozessschritten,
z. B. im Untergrunddruck, erzeugt werden. Dadurch wird die Fälschungssicherheit des
Datenträgers weiter erhöht.
[0019] Die polymere Deckschicht, welche jeweils vollflächig auf den beiden Oberflächen des
Substrats angeordnet ist, besteht bevorzugt aus PET, PP, PE, LDPE, LLDPE, PA, PC,
BOPP, PVC oder natürlichen Biopolymeren. Solche polymeren Materialien weisen eine
besonders lange Lebensdauer auf, sind allerdings nicht so gut verprägbar wie z.B.
Papier bzw. Materialien, die einen hohen Papieranteil aufweisen. Der Datenträger vereinigt
aber zum einen die lange Lebensdauer der polymeren Deckschichten und des durch diese
Deckschichten geschützten Substrats sowie die gute Verprägbarkeit des Substrats mit
wenigstens einer Papierschicht.
[0020] Die polymere Deckschicht weist mit Vorteil eine Dicke von 0,8 µm bis 20 µm, bevorzugt
von 2 µm bis 12 µm und ganz besonders bevorzugt von 2 µm bis 8 µm auf. Deckschichten
mit solch geringen Dicken verbessern bereits erkennbar die Umlaufstabilität des Datenträgers,
lassen zugleich aber auch noch Prägestrukturen mit sehr großer Prägehöhe aufgrund
des erfindungsgemäß eingesetzten Substrats mit wenigstens einer Papierschicht zu.
Des Weiteren bleiben die charakteristischen Eigenschaften des Substrats, die für die
Bewertung der Echtheit von Banknoten besonders wichtig sind, im Wesentlichen vollständig
erhalten. D.h., der typische Klang des papierhaltigen Substrats bzw. die Griffigkeit
solcher Substrate wird durch die dünnen Polymerdeckschichten nur geringfügig beeinträchtigt.
[0021] Insbesondere bei den oben beschriebenen, vollständig aus polymerem Material gebildeten
Datenträgern, lassen sich die erfindungsgemäßen Prägestrukturen in einem transparenten
oder transluzenten Bereich des Datenträgers anordnen, so dass die taktil erfassbaren
Prägestrukturen in einem Durchsichtsbereich des Datenträgers angeordnet werden und
so die Fälschungssicherheit des Datenträgers weiter erhöht wird.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die polymere Deckschicht
eine transparente, transluzente oder opake Beschichtung, insbesondere eine Farbannahmeschicht,
aufweist. Bei solchen Ausführungsformen wird demnach die auf dem Substrat angeordnete
polymere Deckschicht mit einer Beschichtung, insbesondere einer Farbannahmeschicht,
versehen, um die Aufbringung weiterer Schichten bzw. Sicherheitselemente, wie Aufdrucke,
Folien, Hologramme etc., zu erleichtern. Des Weiteren kann durch eine solche Farbannahmeschicht
auch die Farbe des Substrats nach Wunsch angepasst werden, da die Farbannahmeschicht
aus Sicht des Betrachters vor der polymeren Deckschicht und dem Substrat liegt. Üblicherweise
wird die polymere Deckschicht vor der Erzeugung der erfindungsgemäßen Prägestrukturen
mit einer solchen transparenten, transluzenten oder opaken Beschichtung ausgestattet.
Eine transparente Beschichtung weist idealerweise einen Transmissionsgrad von 100
% auf, wobei dieser Wert in der Praxis in der Regel nicht exakt erreicht wird. Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung weist eine transparente Beschichtung demnach einen
Transmissionsgrad von 90 % bis 100 % auf. Im Sinne der vorliegenden Anmeldung ist
ein Transmissionsgrad die Durchlässigkeit für Licht, insbesondere für Licht im sichtbaren
Wellenlängenbereich zwischen 400 nm und 800 nm, d.h. für Licht, wie es üblicherweise
vom Betrachter wahrgenommen wird. Mit anderen Worten ist im Rahmen der vorliegenden
Erfindung der Transmissionsgrad der Quotient, der durch das Material hindurchgelassenen
Strahlungsleistung und der auf die Schicht eingestrahlten Strahlungsleistung. Je nach
Anwendung kann sich der Transmissionsgrad jedoch auch nur auf eine einzige Wellenlänge
oder auf andere Wellenlängenbereiche beziehen, beispielsweise auf den sich an den
sichtbaren Spektralbereich anschließenden nahen UV- oder IR-Wellenlängenbereich.
[0023] Eine transluzente oder semitransparente Schicht weist im Rahmen der vorliegenden
Anmeldung einen Transmissionsgrad von 10 % bis 90 % und besonders bevorzugt von 20
% bis 80 % auf.
[0024] Des Weiteren weist eine opake Beschichtung einen Transmissionsgrad von 0 % auf, wobei
dieser Wert in der Praxis in der Regel nicht exakt erreicht wird.
[0025] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist ferner vorgesehen, dass die Prägestrukturen
zumindest teilweise so angeordnet werden, dass sie auf dem Datenträger angeordnete
Elemente, insbesondere Sicherheitselemente, wie z.B. Aufdrucke, Folien, Hologramme,
in gewissem Umfang vor Verschleiß, insbesondere Abrieb, schützen. Die Erfinder haben
nämlich herausgefunden, dass Prägestrukturen mit einer ausreichend hohen Reliefhöhe
andere Elemente, die insbesondere eine niedrigere Reliefhöhe aufweisen, vor Verschleiß,
insbesondere Abrieb, schützen können. Demzufolge kann die Umlaufbeständigkeit eines
Datenträgers mit solchen dem Schutz vor Abrieb dienenden Prägestrukturen weiter erhöht
werden.
[0026] Im Übrigen können solche Prägestrukturen mit Vorteil verhindern, dass z. B. ein frisch
auf die polymere Deckschicht eines erfindungsgemäß hergestellten Datenträgers aufgebrachter
Aufdruck auf den bei der Herstellung direkt über diesem Aufdruck liegenden Datenträger
übertragen wird. Mit anderen Worten können solche ausreichend hohen Prägestrukturen
quasi als Abstandshalter zwischen benachbarten Banknoten dienen, und die Übertragung
der noch nicht abgetrockneten Farbe von einem zum anderen Datenträger während der
Herstellung unterbinden. Der dadurch verminderte Ausschuss führt zu geringeren Produktionskosten
als dies bei Datenträgern ohne solche Abstandshalter der Fall ist.
[0027] Des Weiteren können die oben beschriebenen Prägestrukturen auch die Planlage eines
aus einer Vielzahl an gleichartigen Datenträgern, insbesondere Banknoten, gebildeten
Stapels verbessern und im Übrigen das Verrutschen der Datenträger im Stapel verhindern
(Rutschschutz). Es versteht sich, dass die Verbesserung der Planlage bzw. der Rutschschutz
auch bei übereinander gestapelten Bogen mit jeweils einer Vielzahl noch zu vereinzelnder
Datenträger gegeben ist.
[0028] Die Prägestrukturen in dem Datenträger werden in einer bevorzugten Verfahrensvariante
durch ein Tiefdruckverfahren, insbesondere Stichtiefdruckverfahren, erzeugt.
[0029] In einer anderen Verfahrensvariante ist ferner bevorzugt, dass gleichzeitig mit den
Prägestrukturen ein zu den Prägestrukturen deckungsgleich angeordneter Aufdruck erzeugt
wird. Wie bereits erwähnt, wird der deckungsgleich zu den Prägestrukturen angeordnete
Aufdruck mittels einer Tiefdruckplatte erzeugt, wobei die zu den Prägestrukturen korrespondierenden
Gravuren mit Farbe zur Bildung des Aufdrucks gefüllt werden und anschließend die Tiefdruckplatte
mit gefüllten Gravuren mit hohem Druck auf den Datenträger gepresst wird.
[0030] Schließlich ist es in einer weiteren Verfahrensvariante bevorzugt, dass die polymere
Deckschicht, insbesondere vor Erzeugung der Prägestruktur, mit einer transparenten,
transluzenten oder opaken Beschichtung, insbesondere Farbannahmeschicht, versehen
wird.
[0031] Denkbar ist ferner eine Verfahrensvariante, bei der die Prägestrukturen zumindest
teilweise so erzeugt werden, dass sie auf dem Datenträger angeordnete Elemente, insbesondere
Sicherheitselemente, wie z.B. Aufdrucke, Folien, Hologramme, in gewissem Umfang vor
Verschleiß, insbesondere Abrieb, schützen.
[0032] Ein Prägewerkzeug zur Herstellung eines Datenträgers mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
enthält eine Prägewerkzeugoberfläche, die eine Gravur aufweist, bei der das Verhältnis
der Breite zur Tiefe der Gravur (Aspektverhältnis) zwischen 1 : 1 und 1 : 3 liegt.
Die Erfinder haben nämlich festgestellt, dass Prägewerkzeuge, die Prägestrukturen
mit einem Aspektverhältnis von 1 : 1 bis 1 : 3 aufweisen, zur Herstellung taktiler
Strukturen auf dem Datenträger gut geeignet sind, und gleichzeitig die Prägewerkzeuge
durch die Gravuren in der Prägewerkzeugoberfläche noch nicht zu sehr in der Festigkeit
beeinträchtigt werden. Die Gefahr von Rissen im Prägewerkzeug wird damit zuverlässig
verhindert bzw. auf ein Minimum reduziert.
[0033] Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
[0034] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäß hergestellten Datenträgers mit
taktil erfassbaren Prägestrukturen in Substrat und polymerer Deckschicht,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den Datenträger der Fig. 1 entlang der Linie A-A' und
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch ein Prägewerkzeug.
[0035] Die Erfindung wird nun am Beispiel eines Datenträgers in Form einer sogenannten "Folienverbundbanknote"
erläutert. Fig. 1 zeigt dazu in Aufsicht eine schematische Darstellung der Banknote
1, mit mehreren taktil erfassbaren Prägestrukturen 2,3 und 4, welche im Wesentlichen
deckungsgleich im Substrat und der polymeren Deckschicht angeordnet sind. Des Weiteren
weist die Banknote 1 noch Echtheitsmerkmale auf, bei denen es sich z.B. um den mit
Bezugszeichen 5 gekennzeichneten Aufdruck handelt, der nicht zwingend taktil erfassbar
ausgebildet sein muss. Auch der teilweise in das Banknotensubstrat eingebettete Sicherheitsfaden
6 ist ein weiteres Echtheitsmerkmal des Datenträgers 1, wobei der Sicherheitsfaden
6 seinerseits teilweise an der Substratoberfläche angeordnet ist (schraffierte Bereiche)
und in solchen Bereichen auch durch die polymere Deckschicht für den Benutzer des
Datenträgers fühlbar ist, da der Sicherheitsfadens 6 aufgrund der dünnen polymeren
Deckschicht 9a bzw. des Klebers 8 zwischen Substrat 7 und Deckschicht 9a fühlbar bleibt.
Der erfindungsgemäß hergestellte Datenträger mit den taktilen Prägestrukturen 2, 3
und 4 wird nun mit Bezug auf Fig. 2 näher erläutert.
[0036] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist das Substrat 7 der Folienverbundbanknote 1 beidseitig
jeweils vollflächig von einer polymeren Deckschicht abgedeckt, welche bei der gezeigten
Ausführungsform mit dem Bezugszeichen 9a und 9b bezeichnet ist. Die polymeren Deckschichten
9a und 9b sind dabei mittels eines Klebers 8 fest mit dem Substrat 7 verbunden. In
Bezug auf die bei den in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Ausführungsformen verwendeten
Materialien ist anzumerken, dass Papier, insbesondere Baumwollpapier, für das Substrat
7 eingesetzt wird.
[0037] Wie in Fig. 2 gezeigt, sind die polymeren Deckschichten 9a und 9b mit einer Dicke
von ca. 0,5 µm bis 12 µm mittels eines Klebers 8 auf die Oberfläche des Substrats
7 aufgebracht. Der Kleberauftrag kann z. B. 2 g/m
2 betragen, was eine Dicke von wenigen Mikrometern entspricht.
[0038] Bei den polymeren Deckschichten 9a und 9b kann es sich mit Vorteil um eine PET-Folie
mit einer Dicke von 0,8 µm bis 8 µm, insbesondere von ca. 6 µm handeln. Denkbar ist
in einem solchen Fall aber auch, dass eine Folie aus einem ersten Material und die
andere Folie auf der zweiten Oberfläche des Substrats 7 aus einem zweiten Material,
beispielsweise BOPP oder PET, mit der gleichen oder einer anderen Dicke hergestellt
ist. Die Folien 9a und 9b werden im gezeigten Ausführungsbeispiel in Fig. 1 und Fig.
2 durch ein geeignetes Folienkaschierungsverfahren, insbesondere ein Druckkaschierungs-,
Spaltkaschierungs- oder Luftkaschierungsverfahren, auf das Substrat 7 aufgebracht.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die polymeren Deckschichten durch ein Vorhangbeschichtungs-,
ein Extruderbeschichtungsverfahren oder mittels eines Flachklebedosiersystems auf
das Substrat aufzubringen. Das eingesetzte Verfahren zur Aufbringung der polymeren
Deckschichten sowie die eingesetzten Materialien für die Deckschichten und das Substrat
sollten in jedem Fall so gewählt werden, dass eine Prägestruktur mit großer Reliefhöhe
durch Einwirken des Prägewerkzeugs eingebracht werden kann. Darüber hinaus sollten
die eingebrachten Prägestrukturen möglichst lange ihre Form und Reliefhöhe behalten,
die sie nach ihrer Herstellung aufweisen.
[0039] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform ist die Dicke des Substrats 7 und der
weiteren Schichten, insbesondere der polymeren Deckschichten 9a, 9b und des Klebers
8, so gewählt, dass der ungeprägte Datenträger, d. h. der Datenträger ohne die erfindungsgemäßen
Prägestrukturen, eine gesamte Dicke von ca. 125 µm bis 135 µm aufweist. Selbstverständlich
kann ein erfindungsgemäß hergestellter Datenträger gegenüber der vorstehend genannten
Dicke von ca. 125 µm bis 135 µm auch deutlich dünner bzw. dicker sein und demnach
eine Dicke von ca. 80 µm bis 170 µm aufweisen. In besonders gelagerten Fällen kann
die Dicke des Datenträgers sogar weniger als 80 µm und mehr als 170 µm betragen.
[0040] Der Datenträger 1 weist ferner die erfindungsgemäßen Prägestrukturen 2, 3 und 4 auf,
die im Wesentlichen deckungsgleich im Substrat 7 und der polymeren Deckschicht 9a
angeordnet sind. Die Prägestrukturen 2,3 und 4 werden mit einem Prägewerkzeug 10 erzeugt,
welches zu den Prägestrukturen korrespondierende Gravuren 11,12 aufweist (siehe Fig.
3). Das Prägewerkzeug 10, bei dem es sich um eine Stichtiefdruckplatte handelt, wird
mit sehr hohem Druck auf die polymere Deckschicht 9a und das darunter angeordnete
Substrat 7 gepresst, so dass durch Verformung des Substrats 7 und der polymeren Deckschicht
9a nach Entfernen des Prägewerkzeugs die haptisch erfassbaren Reliefstrukturen 2,
3 und 4 im Datenträger verbleiben. Auf der den Reliefstrukturen 2,3 und 4 gegenüberliegenden
Seite des Datenträgers werden durch die Verformung des Datenträgers bei der Prägung
Vertiefungen erzeugt, die in der Regel eine Tiefe von ca. 20 µm und mehr aufweisen
und daher ebenfalls taktil erfassbar sind. In Fig. 2 sind die zu den Reliefstrukturen
3 und 4 korrespondierenden Vertiefungen mit den Bezugszeichen 13 bzw. 14 versehen.
[0041] Die Reliefhöhe der Prägestrukturen im Datenträger 1 wird dabei durch die Gravurtiefe
in der Tiefdruckplatte 10 bestimmt. Beispielsweise korrespondiert zu der Prägestruktur
4, welche die größte Reliefhöhe R aufweist, eine Gravur mit großer Tiefe, beispielsweise
der Tiefe T
2, während für die Reliefstruktur 3 mit kleinerer Reliefhöhe R eine Gravur geringerer
Tiefe, z.B. die Gravur 11 mit der Tief T
1 korrespondiert. Dabei versteht es sich, dass die Struktur 3 durch zwei Gravuren entsprechend
der mit Bezugszeichen 11 versehenen Gravur erzeugt werden muss.
[0042] Die Reliefhöhe R der taktilen Prägestruktur 2,3 und 4 ergibt sich, wie in Fig. 2
gezeigt, als maximale Höhe der Prägestruktur 2, 3 und 4 in Bezug auf die nicht verprägte
Oberfläche der polymeren Deckschicht. Die Reliefhöhe R gibt also an, wie weit die
taktile Prägestruktur 2, 3 und 4 bezüglich der Substratoberfläche hervorragt.
[0043] Zu der Prägestruktur 2 ist anzumerken, dass diese zum einen die durch Blindprägung
erzeugten Prägestrukturen 2a aufweist, zu deren Erzeugung die Tiefdruckplatte 10 mit
entsprechenden Gravuren auf die polymere Deckschicht 9a gepresst wurde. Des Weiteren
weist die taktile Prägestruktur 2 einen Prägestruktur 2b mit einem Aufdruck 20 auf.
Die Prägestruktur 2b mit Aufdruck 20 wurde dadurch erzeugt, dass die entsprechenden
Gravuren der Tiefdruckplatte 10 mit Farbe gefüllt wurden, wobei die Farbe beim Einwirken
der Tiefdruckplatte 10 auf die polymere Deckschicht 9a auf den simultan erzeugten
Prägestrukturen 2b als Aufdruck verblieb. Die Prägehöhe der letztgenannten Prägestrukturen
2b mit Aufdruck 20 beträgt RA. Wie in Fig. 2 gezeigt, sind Prägestruktur 2a und Prägestruktur
2b mit Aufdruck 20 in unmittelbarer Nachbarschaft angeordnet und mittels einer Druckplatte
in einem Verfahrensschritt erzeugt. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, taktile Prägestrukturen
mit sehr großem Fälschungsschutz zu erzeugen, da so eng beieinanderliegende taktile
Bereiche mit und ohne Farbauftrag nur sehr schwer nachgeahmt werden können. Aber auch
eine geringe Beabstandung von Prägestruktur 2a und Prägestruktur 2b mit Aufdruck 20,
z.B. ca. 2 mm bis 5 mm, resultiert in einer sehr fälschungssicheren Struktur.
[0044] Die Reliefhöhe der taktil erfassbaren Prägestrukturen 2 und 3 betragen ca. 200 µm
bzw. ca. 160 µm und sind damit geringer als die Reliefhöhe der Prägestruktur 4, die
ca. 280 µm beträgt. Somit wird klar, dass die Prägestruktur 4, welche eine sogenannte
"Blindprägung" darstellt, die übrigen Bereiche des Datenträgers, insbesondere die
ebenfalls taktil erfassbaren Prägestrukturen 2 und 3, vor Verschleiß, insbesondere
Abrieb, schützt. Dabei ist zu bedenken, dass die in Fig. 2 im Querschnitt gezeigte
Prägestruktur 4 in ähnlicher Form an mehreren Stellen des Datenträgers 1 angeordnet
ist (siehe Fig. 1). Die Prägestrukturen 4 wirken demnach nicht nur als Schutzstruktur
vor Abrieb, sondern zugleich auch als Abstandshalter, wenn die frisch bedruckten Banknoten
1 z.B. übereinandergestapelt werden. Ein auf der Banknote angeordneter Aufdruck 50,
der unmittelbar nach dem Aufdruck noch nicht vollständig abgetrocknet ist, wird durch
die als Abstandshalter fungierenden Prägestrukturen 4 vor einer teilweisen Übertragung
auf eine benachbarte Banknote geschützt. Anzumerken ist noch, dass die Reliefhöhe
der Prägestrukturen 2,3 und 4 im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und Fig. 2 etwa
65 % bis 85 % der Gravurtiefe der zur Erzeugung der Prägestrukturen in dem Prägewerkzeug
(Stichtiefdruckplatte 10) vorhandenen Gravuren 11 und 12 beträgt. Dabei kann die Breite
der Gravur b
1 und b
2 z. B. jeweils ca. 200 µm betragen. Ferner kann die Plattenstärke d der Tiefdruckplatte
10 ca. 0,75 mm betragen. Selbstverständlich ist auch eine Plattendicke von ca. 1 mm
möglich, was entsprechend größere Gravurtiefen und damit größere Reliefhöhen der Prägestrukturen
zulässt. Hinsichtlich der in der Prägewerkzeugoberfläche gemäß Fig. 3 gezeigten Gravuren
ist noch anzumerken, dass bei Einsatz eines geeigneten Gravurwerkzeugs, insbesondere
eines Gravurstichels, der Winkel an der Spitze dieses Werkzeugs ca. 40° betragen sollte.
[0045] Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, anstelle eines Gravurwerkszeugs die entsprechenden
Gravuren mittels Laserabtrag zu erzeugen. Es ist dadurch möglich, Gravuren mit einem
Flankenwinkel von 60° bis 80° herzustellen. Allerdings sind die Flanken der Gravuren
im Prägewerkzeug bei Herstellung mittels Laserabtrag nicht ganz so glatt wie bei Einsatz
eines Gravurwerkzeugs.
[0046] Zum Belege der durch die Erfindung erzielten vorteilhaften Effekte wurden die weiter
unten näher diskutierten Vergleichsmessungen durchgeführt.
Vergleichsmessungen
[0047] In einer ersten Vergleichsmessung wurde zunächst je ein Substrat aus Baumwolle, Kunststoff
sowie ein erfindungsgemäß verwendetes Substrat aus Baumwolle mit darauf beidseitig
jeweils vollflächig angeordneter polymerer Deckschicht mit einer Tiefdruckplatte mit
Prägestrukturen versehen (Prägung ohne Farbe: "Blindprägung"). Die Dicke des Datenträgers
vor der Verprägung betrug ca. 130 µm. Die Ergebnisse sind in den nachfolgenden Tabellen
1, 2 und 3 wiedergegeben:
Tabelle 1: Baumwollsubstrat bei 80 °C verprägt
| Tiefe der Gravuren im Prägewerkzeug |
Reliefhöhe; Mittelwert aus 48 Messungen |
Verhältnis Reliefhöhe zur Gravurtiefe |
Minimale Reliefhöhe |
Maximale Reliefhöhe |
| 210 µm |
181 µm |
86 % |
170 µm |
189 µm |
| 250 µm |
222 µm |
90 % |
212 µm |
232 µm |
| 300 µm |
269 µm |
90 % |
255 µm |
282 µm |
| 350 µm |
306 µm |
87 % |
283 µm |
326 µm |
Tabelle 2: Substrat Baumwolle mit beidseitig angeordneten polymeren Deckschichten
aus PET bei 80 °C verprägt
| Tiefe der Gravuren im Prägewerkzeug |
Reliefhöhe; Mittelwert aus 48 Messungen |
Verhältnis Reliefhöhe zur Gravurtiefe |
Minimale Reliefhöhe |
Maximale Reliefhöhe |
| 210 µm |
168 µm |
80 % |
160 µm |
178 µm |
| 250 µm |
200 µm |
80 % |
190 µm |
230 µm |
| 300 µm |
241 µm |
80 % |
227 µm |
253 µm |
| 350 µm |
271 µm |
77 % |
249 µm |
283 µm |
Tabelle 3: Substrat "GUARDIAN" bei 80 °C verprägt
| Tiefe der Gravuren im Prägewerkzeug |
Reliefhöhe; Mittelwert aus 48 Messungen |
Verhältnis Reliefhöhe zur Gravurtiefe |
Minimale Reliefhöhe |
Maximale Reliefhöhe |
| 210 µm |
62 µm |
30 % |
54 µm |
69 µm |
| 250 µm |
75 µm |
30 % |
69 µm |
80 µm |
| 300 µm |
90 µm |
30 % |
78 µm |
100 µm |
| 350 µm |
107 µm |
31 % |
96 µm |
121 µm |
[0048] Wie aus den Tabellen 1 und 2 zu entnehmen ist, ist bei einer gegebenen Gravurtiefe
der Tiefdruckplatte die Reliefhöhe der damit erzeugten Prägestrukturen bei dem reinen
Baumwollsubstrat etwas höher als bei dem erfindungsgemäß verwendeten Substrat mit
beidseitiger polymerer Abdeckschicht. Andererseits sind die Reliefhöhen beim Substrat
mit polymeren Deckschichten wesentlich höher als die Reliefhöhen, die bei gleicher
Gravurtiefe in einem reinen Polymersubstrat (GUARDIAN) bei 80 °C erzielt wurden (siehe
Tabelle 3). Beim Substrat "GUARDIAN" handelt es sich um ein Polymersubstrat, das im
Wesentlichen aus biaxial orientiertem Polypropylen (BOPP) besteht. Die experimentellen
Ergebnisse, welche in den Tabellen 1, 2 und 3 wiedergegeben sind, belegen eindeutig
die überraschende Erkenntnis, dass bei Einsatz des erfindungsgemäß verwendeten Substrats
aus Baumwolle mit beidseitiger polymerer Abdeckung die bei einer bestimmten Gravurtiefe
des Prägewerkzeugs erzielbaren Reliefhöhen sehr viel näher an den Werten eines Baumwollsubstrats
liegen als an den Werten eines reinen Polymersubstrats.
[0049] Trotzdem ist erkennbar, dass das Prägewerkzeug auch zur Prägung von reinen Polymersubstraten
geeignet ist.
[0050] Um die sehr gute Umlaufstabilität der erfindungsgemäßen Prägestrukturen zu demonstrieren,
wurden Papiersubstrate nach Tabelle 1 bzw. Papier-Folien-Substrate nach Tabelle 2,
welche mit einem Prägewerkzeug mit einer Gravurtiefe von 210 µm hergestellte Prägestrukturen
aufwiesen, einem Umlaufsimulationstest unterzogen. Bei dem Umlaufsimulationstest wurden
die Substrate mit Prägestruktur einem standardisiertem Test zur Simulation der Beanspruchung
im Umlauf unterzogen. In dem Umlaufsimulationstest wurden die verprägten Datenträger
zunächst in definierter Schmutzlösung eingelegt. Nach einer definierten Einwirkdauer
wurden die Datenträger trocken getupft und durch eine mechanische Vorrichtung geknittert.
Nach einer definierten Anzahl an Knitter-Zyklen wurden die Datenträger mit einem definierten
Vlies aufgeraut. Dieser Zyklus Schmutzlösung - Knittern - Aufrauen wurde in einer
definierten Anzahl von Durchgängen wiederholt, um eine starke Belastung der Datenträger
im Umlauf zu simulieren.
[0051] Nach dem Umlaufsimulationstest wurden die Reliefhöhen der erfindungsgemäßen Prägestrukturen
(erneut) gemessen.
Tabelle 4: Baumwollsubstrat bei 80 °C verprägt, nach Abschluss des Umlaufsimulationstests
| Tiefe der Gravuren im Prägewerkzeug |
Reliefhöhe; Mittelwert aus 48 Messungen |
Minimale Reliefhöhe |
Maximale Reliefhöhe |
| 210 µm |
124 µm |
92 µm |
158 µm |
Tabelle 5: Substrat Baumwolle mit beidseitig angebrachten polymeren Deckschichten
aus PET bei 80 °C verprägt, nach Abschluss des Umlaufsimulationstests
| Tiefe der Gravuren im Prägewerkzeug |
Reliefhöhe; Mittelwert aus 48 Messungen |
Minimale Reliefhöhe |
Maximale Reliefhöhe |
| 210 µm |
152 µm |
115 µm |
164 µm |
| 250 µm |
191 µm |
123 µm |
228 µm |
| 300 µm |
208 µm |
170 µm |
234 µm |
[0052] Wie ohne Weiteres aus den Tabellen 4 und 5 entnommen werden kann, weisen die Prägestrukturen
des erfindungsgemäß verwendeten Papier-Folien-Substrats, die mit einer Gravurtiefe
im Prägewerkzeug von 210 µm gefertigt wurden, nach Abschluss des Umlaufsimulationstests
eine größere durchschnittliche Prägehöhe (152 µm) auf als dies bei einem reinen Papiersubstrat
der Fall ist (124 µm). Der erfindungsgemäße Effekt, Prägestrukturen mit relativ großer
Reliefhöhe und zugleich außerordentlich guter Stabilität gegen Abrieb und Verschleiß,
d.h. guter Umlaufbeständigkeit, wird durch die Zahlenwerte in den Tabellen 4 und 5
eindrucksvoll belegt.
[0053] Für das Papier-Folien-Substrat sind die Prägestrukturen, welche mit einer Gravurtiefe
von 250 µm bis 300 µm im Prägewerkzeug erzeugt werden, nach dem Umlaufsimulationstest
noch gut messbar und betragen 191 µm bzw. 208 µm. Hingegen sind die mit gleicher Gravurtiefe
erzeugten Prägestrukturen des reinen Papiersubstrats überwiegend zerstört, so dass
keine verlässlichen Reliefhöhen nach Durchlaufen des Umlaufsimulationstests mehr angegeben
werden können. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, dass die polymeren Deckschichten
des erfindungsgemäß hergestellten Datenträgers die taktil erfassbaren Prägestrukturen
in polymerer Deckschicht und Substrat sehr gut vor äußeren Einflüssen schützen, während
bei reinem Papiersubstrat insbesondere die Prägestrukturen mit großer Reliefhöhe durch
mechanische Beeinflussung im Wesentlichen vollständig zerstört werden.
1. Verfahren zum Herstellen eines Datenträgers, wie eines Wertdokuments, Banknote oder
Ausweiskarte, bei dem
a) ein Substrat, das wenigstens eine Papierschicht aufweist und das beidseitig jeweils
vollflächig von einer polymeren Deckschicht abgedeckt ist, bereitgestellt wird
b) durch Einwirken eines Prägewerkzeugs auf die polymere Deckschicht und das Substrat
im Wesentlichen deckungsgleich angeordnete, taktil erfassbare Prägestrukturen im Substrat
und der polymeren Deckschicht erzeugt werden, die eine Reliefhöhe von insgesamt 60
µm bis 300 µm aufweisen, und wobei die Prägestrukturen derart erzeugt werden, dass
die gesamte Reliefhöhe in Substrat und polymerer Deckschicht 65 % bis 85 % der Gravurtiefe
der zur Erzeugung der Prägestrukturen in dem Prägewerkzeugs vorhandenen Gravuren entspricht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägestrukturen in Substrat und polymerer Deckschicht mit einer Reliefhöhe von
insgesamt 80 µm bis 280 µm erzeugt werden.
3. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägestrukturen durch ein Tiefdruckverfahren, insbesondere Stichtiefdruckverfahren,
erzeugt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit den Prägestrukturen ein zu den Prägestrukturen deckungsgleich angeordneter
Aufdruck erzeugt wird.
5. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die polymere Deckschicht, bevorzugt vor Erzeugung der Prägestrukturen in Substrat
und polymerer Deckschicht, mit einer transparenten, transluzenten oder opaken Beschichtung,
insbesondere Farbannahmeschicht, versehen wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägestrukturen zumindest teilweise so erzeugt werden, dass sie auf dem Datenträger
angeordnete Elemente, insbesondere Sicherheitselemente, wie z.B. Aufdrucke, Folien,
Hologramme, in gewissem Umfang vor Verschleiß, insbesondere Abrieb, schützen.
1. A method for manufacturing a data carrier, such as a value document, banknote or identity
card, in which
a) a substrate that comprises at least one paper layer and that is covered on both
sides, in each case contiguously, by a polymeric cover layer, is provided
b) through the action of an embossing tool on the polymeric cover layer and the substrate,
substantially congruently arranged, tactilely perceptible embossing patterns are produced
in the substrate and the polymeric cover layer that have a relief height totaling
60 µm to 300 µm, the embossing patterns being produced in such a way that the entire
relief height in the substrate and the polymeric cover layer corresponds to 65% to
85% of the engraving depth of the engravings present in the embossing tool for producing
the embossing patterns.
2. The method according to claim 1, characterized in that the embossing patterns in the substrate and the polymeric cover layer are produced
having a relief height totaling 80 µm to 280 µm.
3. The method according to at least one of claims 1 to 2, characterized in that the embossing patterns are produced by a gravure printing method, especially intaglio
printing methods.
4. The method according to claim 3, characterized in that, simultaneously with the embossing patterns, an imprint arranged congruently with
the embossing patterns is produced.
5. The method according to at least one of claims 1 to 4, characterized in that, preferably before the embossing patterns are produced in the substrate and the polymeric
cover layer, the polymeric cover layer is provided with a transparent, translucent
or opaque coating, especially an ink-receiving layer.
6. The method according to at least one of claims 1 to 5, characterized in that the embossing patterns, at least in part, are produced such that they protect, to
a certain extent, elements arranged on the data carrier, especially security elements,
such as imprints, foils, or holograms, against wear, especially abrasion.