[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung von modifizierten Polyglykolen zur Herstellung
von Trägerflüssigkeiten für Abrasiva, neue Trägerflüssigkeiten für Abrasiva, insbesondere
Schneidflüssigkeiten (cutting fluids), die Verwendung der Trägerflüssigkeit beim Abtragen
von Werkstoff, insbesondere beim Schneiden von Wafern sowie mit Hilfe der Schneidflüssigkeit
hergestellte Wafer.
[0002] Abrasiva, auch Schleifmittel oder Abrasivstoffe genannt, sind Stoffe, vorzugsweise
Hartstoffkörner, die zum Abtragen eines Werkstoffes genutzt werden. Es ist bekannt,
Abrasiva als Dispersion in Flüssigkeiten, beispielsweise Schleif- oder Schneidflüssigkeiten,
zu verwenden. Abrasiva können auf diese Weise eingesetzt werden zum Polieren von Wafern,
beispielsweise aus Silicium, aber auch zum Polieren von Kunststoffen, beispielsweise
für Linsen. Weiterhin ist bekannt, Abrasiva in Schneidflüssigkeiten zum Schneiden
von Wafern einzusetzen. Wafer sind dünne Scheiben aus Halbleitern, die beispielsweise
in der Photovoltaic verwendet werden. Aus Wafern können elektronische Bauelemente,
vor allem integrierte Schaltkreise hergestellt werden. Die Wafer bestehen in der Regel
aus sprödem Material, beispielsweise aus Silicium, aber auch aus Galliumarsenid oder
Cadmiumtellurid usw. Basis für die Waferherstellung sind in der Regel zylinderförmige
oder kubische Ein- oder Polykristalle, die in die einzelnen Scheiben, die Wafer, gesägt
werden. Das Sägen (auch als Schneiden oder Läppen bezeichnet) erfolgt in der Praxis
durch Drahtsägen. Hierbei handelt es sich um ein Trennverfahren unter Verwendung eines
dünnen Drahtes als Schneide und unter Verwendung von ungebundenen Schneidkörnern in
einer Trägerflüssigkeit. Der Draht hat in der Regel einen Durchmesser von 80 bis 180
µm. Er taucht in eine Slurry aus Trägerflüssigkeit und Schneidkorn ein und zieht die
an der Drahtoberfläche festhängenden Schneidkörner in den Sägespalt ein. Durch die
Schneidkörner wird der zu sägende/läppende Gegenstand/Siliziumblock - Ingot genannt
- in Wafer geschnitten, wobei Partikel aus dem zu schneidenden Festkörper abgetragen
werden. Die Trägerflüssigkeit für die Schneidkörner wird über ein Tauchbad, durch
das der Draht läuft, sowie in der Regel über Düsen zusammen mit dem Schneidkorn als
Slurry aufgetragen. Die Trägerflüssigkeit hat unter anderem die Aufgabe, für das Haften
der Schneidkörner an dem Draht zu sorgen und abgetragene Partikel aus dem zu zerlegendem
Festkörper zu entfernen. Weiterhin hat die Trägerflüssigkeit die Aufgabe, für eine
Kühlung und den Transport des Abriebs durch den Sägeschlitz zu sorgen.
[0003] Aus der
EP 1 757 419 A1 ist bereits ein Verfahren zum Abtrennen eines Werkstücks, beispielsweise eines Wafers,
mittels Drahtsägen bekannt, wobei eine auf den Draht aufgebrachte Slurry verwendet
wird und der Wassergehalt von zumindest einem Teil des die Slurry umgebenen gasförmigen
Mediums geregelt oder gesteuert wird. Aus der
EP 1 757 419 A1 ist weiterhin bekannt, als Trägersubstanz Glykole zu verwenden.
[0004] Aus der
DE 199 83 092 B4 und der
US 6,383,991 B1 ist ein Schneidöl umfassend a) einer Polyetherverbindung und b) Silicateilchen bekannt
sowie die Verwendung dieser Schneidölzusammensetzung zum Schneiden eines Barrens unter
Verwendung einer Drahtsäge, insbesondere zum Schneiden von Siliciumbarren.
[0005] Aus der
EP 0 131 657 A1 und der
US-A-4,828,735 sind wasserbasierte Schmiermittel auf Basis von Polyethern bekannt. Aus der chinesischen
Patentanmeldung
CN 101205498 A sind ebenfalls Schneidflüssigkeiten bekannt, wobei dabei eine Verringerung der Wasseraufnahme
nicht angegeben ist. Die speziell aufgeführten Verbindungen sind Polyalkylenoxyverbindungen,
die mit Alkoholen mit 1 bis 4 C-Atomen verethert sind.
[0006] Aus der
EP 686 684 A1 ist eine Sägesuspension bestehend aus einem Abrasivstoff in wässriger Phase bekannt,
welche ein oder mehrere wasserlösliche Polymere als Verdicker enthält. Aus der
US 2007/0010406 A1 sind Hydroxypolyether als Zusatzstoffe für wässrige Schneidflüssigkeiten bekannt,
die unter anderem zur Herstellung von Siliciumwafem verwendet werden können.
[0007] Die bekannten Schneidflüssigkeiten beruhen im Allgemeinen auf einer wässrigen oder
einer wasserlöslichen Grundlage. Die Anwesenheit von Wasser ist aber nachteilig, weil
dadurch sowohl eine Korrosion verursacht werden als auch beispielsweise beim Schneiden
von Siliciumwafern durch Reaktion von Wasser und Silicium eine Wasserstoffentwicklung
stattfinden kann. Hierbei tritt zusätzlich das Problem auf, dass es zu einer Silikat-
bzw. Polysilikatbildung auf dem Wafer und im Slurry kommt.
[0008] Auch die bekannten wasserlöslichen Systeme können Wasser enthalten und ziehen aufgrund
ihrer mikroskopischen Eigenschaften Wasser an, so dass die gleichen Nachteile auftreten
können wie bei wässrigen Systemen.
[0009] Aufgabe der Erfindung war es, verbesserte Trägerflüssigkeiten für Abrasiva, insbesondere
Schneidflüssigkeiten, zur Verfügung zu stellen, die insbesondere zu einer Verringerung
der Wasseraufnahme und einer Verringerung der notwendigen Energie beim Sägen führen.
[0010] Die Erfindung betrifft die Verwendung von Verbindungen der Formel I
R
1 [O (EO)
x (AO)
y H]
z
worin bedeuten
- R1
- ein z-wertiger Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen
- (EO)
- Ethylenoxyrest
- (AO)
- Alkylenoxyrest mit 3 bis 10 C-Atomen
- x
- eine Zahl von 3 bis 12, insbesondere 5 bis 10
- y
- eine Zahl von 0 bis 10, insbesondere 4 bis 8
- z
- eine Zahl von 1 bis 6, insbesondere 1 bis 3
zur Herstellung von Trägerflüssigkeiten für Abrasiva, insbesondere Schneidflüssigkeiten
mit reduzierter Wasseraufnahme zum Abtragen von Werkstoff, insbesondere zum Sägen
von Wafern mit einer Drahtsäge, mit einem Wassergehalt von weniger als 1 Gew.-%.
[0011] Die Erfindung betrifft weiterhin Trägerflüssigkeiten für Abrasiva, insbesondere Schneidflüssigkeiten,
bestehend aus wenigstens einer Verbindung der Formel I
R
1 [O (EO)
x (AO)
y H]
z
worin bedeuten
- R1
- ein z-wertiger Alkylrest mit 5 bis 10 C-Atomen
- (EO)
- Ethylenoxyrest
- (AO)
- Alkylenoxyrest mit 3 bis 10 C-Atomen
- x
- eine Zahl von 3 bis 12, insbesondere 5 bis 10
- y
- eine Zahl von 0,5 bis 10, insbesondere 4 bis 8
- z
- eine Zahl von 1 bis 6, insbesondere 1 bis 3, mit einem Wassergehalt von weniger als
1 Gew.-%.
[0012] Die Erfindung betrifft weiterhin neue Verbindungen II der Formel
R
1 O (EO)
x (AO)
y H
worin bedeuten
- R1
- 2-Methylbutyl oder 3-Methylbutyl
- (EO)
- Ethylenoxyrest
- (AO)
- Alkylenoxyrest mit 3 bis 10 C-Atomen
- x
- eine Zahl von 3 bis 12, insbesondere 5 bis 10
- y
- eine Zahl von 0,5 bis 10, insbesondere 4 bis 8 neue Seite
[0013] In bevorzugten Verbindungen der Formel II sind mindestens genauso viele EO-Einheiten
wie PO-Einheiten vorhanden. Ganz besonders bevorzugte Verbindungen der Formel II sind
in folgender Tabelle angegeben:
| Verbindung |
R1 |
x |
y |
| II.1 |
2-Methylbutyl |
5,5 |
5,5 |
| II.2 |
2-Methylbutyl |
5,0 |
6,0 |
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Verhältnis x zu y in der Verbindung
der Formel I und II gleich oder kleiner als 1.
[0015] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Verbindungen der Formel II besonders bevorzugte
Ausführungsformen von Verbindungen der Formel I.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform bedeuten
| in Formel 1: |
R1 Pentylrest, vorzugsweise
H3C-CHCH3-CH2-CH2- (3-Methylbutyl) und
H3C-CH2-CHCH3-CH2- (2-Methylbutyl), insbesondere wenigstens 10 % 3-Methylbutyl- |
| |
|
| in Formeln I und II: |
AO Propylenoxy, Butylenoxy und Pentylenoxy oder Gemische davon. |
[0017] Bei den Verbindungen der Formel I und II können die wiederkehrenden Einheiten (EO)
und (AO) als Block oder statistisch verteilt (Random) vorliegen. In einer bevorzugten
Ausführungsform liegen sie statistisch verteilt vor. Überraschenderweise wurde gefunden,
dass bei statistischer Verteilung der wiederkehrenden Einheiten (AO) und (EO) die
Viskosität der Verbindungen weitgehend temperaturunabhängig ist. Insbesondere bei
statistischer Verteilung der wiederkehrenden Einheiten (EO) und (AO) zeichnen sich
die erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen der Formel I durch einen Viskositätsindex
in einer Slurry mit 40 Gew.-% Siliziumcarbid des Typs Carborex F 800 PV der Firma
Washington Mills AS, NO-7300 Orkanger, Norway, von maximal 45 %, bevorzugt kleiner
als 30 %, insbesondere kleiner als 20 % auf, wobei der Viskositätsindex wie folgt
definiert ist: Der Viskositätsindex im Rahmen der vorliegenden Erfindung bezeichnet
die prozentuale Abnahme der Viskosität der Verbindungen der Formel I bei 50 °C verglichen
mit der Viskosität bei 30 °C. Die Viskosität ist hierbei die dynamische Viskosität
(Brookfield, Spindel V-73) bestimmt gemäß DIN EN 12092.
[0018] Die erfindungsgemäßen Trägerflüssigkeiten können nicht nur eine Verbindung der Formel
I sondern auch Mischungen von Verbindungen der Formel I enthalten.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform bestehen die Trägerflüssigkeiten für Abrasiva,
insbesondere Schneidflüssigkeiten, aus der Verbindung der Formel I. Das Molekulargewicht
der Verbindung der Formel I beträgt vorzugsweise von 200 bis 1200 g/mol. In einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform sind zusätzlich zu den Verbindungen der Formel
I Alkylenalkohole auf Basis von Ethylenoxiden, Propylenoxiden oder Copolymeren aus
Ethylen- und Propylenoxiden enthalten, vorzugsweise mit einem Molekulargewicht von
200 bis 800 g/mol. Zusätzlich zu der Verbindung gemäß Formel I enthält die Schneidflüssigkeit
im Einsatz zum Sägen Abrasiva, insbesondere Schneidkörner.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die Trägerflüssigkeiten für
Abrasiva, insbesondere Schneidflüssigkeiten, mit wenigstens einem weiteren Additiv
kombiniert, insbesondere mit wenigstens einem
Mono-, Oligo- oder Polyalkylenglykol
Netzmittel,
Verdicker,
Dispergiermittel,
Korrosionsinhibitor,
Komplexbildner und/oder
sonstigen Additiven wie Scaleinhibitoren
unter Bildung einer Trägerflüssigkeit (carrier fluid).
[0022] Vorzugsweise wird auf 100 Gewichtsteile der Verbindung I wenigstens eines der folgenden
Additive zu folgenden Gewichtsteilen dazugegeben:
Alkylenglykole: 10 bis 90, insbesondere 20 bis 60 Gewichtsteile
Netzmittel: 1 bis 100, insbesondere 10 bis 40 Gewichtsteile
Verdicker: 0,5 bis 20, insbesondere 1 bis 10 Gewichtsteile
Dispergiermittel: 0,1 bis 20, insbesondere 0,5 bis 10 Gewichtsteile
Korrosionsinhibitor: 0,1 bis 10, insbesondere 0,1 bis 3 Gewichtsteile
Komplexbildner: 0,1 bis 10, insbesondere 1 bis 5 Gewichtsteile
Sonstige Additive: 0,05 bis 10, insbesondere 0,1 bis 5 Gewichtsteile
[0023] Der Wassergehalt der erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt, bezogen auf die gesamte
Zusammensetzung, maximal 10, vorzugsweise maximal 5, insbesondere weniger als 1 Gew.-%.
[0024] Besonders bevorzugte Additive werden im Folgenden angegeben:
Netzmittel
[0025] Zusätzlich zu den erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen der Formel I können
weitere Netzmittel eingesetzt werden, insbesondere
- (1) Poly(oxyalkylen)derivate von
- a) Sorbitanestern, z. B. Poly(oxyethylen)sorbitanmonolaurat, Poly(oxyethylen)sorbitanmonooleat,
(Poly(oxyethylen)sorbitantrioleat)
- b) Fettaminen, z. B. Talgaminooxyethylate, Soyaaminooxyethylate,
- c) Rizinusöl, z.B. Rizinusöloxyethylate,
- d) Alkanolamide, z. B. Kokosnussölalkanolamidoxyethylate
- e) Fettsäuren, z. B. Ölsäureoxyethylate, Laurinsäureoxyethylate, Palmetinsäureoxyethylate
- f) Fettsäurealkohole
- g) Lineare Alkoholoxyethylate, Nonylphenoloxyethylate, Octylphenoloxyethylate
- (2) hydrophile Polydimethylsiloxane
a) mit wenigstens einer Carbonylendgruppe substituiertes Poly(dimethyl)siloxan, Poly(dimethylsiloxan)copolymere
c) Poly(dimethylsiloxan)-b-Poly(propylenoxid)-b-poly(ethylenoxid)-copolymere
d) Polyquarternäre(dimethylsiloxan)-copolymere
- (3) Fettimidazoline
- (4) Fettsäureester von
a) Phosphaten
b) Sorbitanen
c) Glycerinverbindungen, z. B.
Glycerylmonooleat, Glyceryldioleat, Glyceryltrioleat, Dilaurat e) Sulphobernsteinsäure
- (5) Quarternäre Verbindungen, z. B.
quarternäres Ammoniumethosulfat.
[0026] Weitere geeignete nicht ionische, kationische, anionische oder amphotere Netzmittel
sind insbesondere
- alkoxylierte C4- bis C22-Alkohole wie Fettalkoholalkoxylate oder Oxoalkoholalkoxylate. Diese können mit Ethylenoxid,
Propylenoxid und/oder Butylenoxid alkoxyliert sein. Als Netzmittel einsetzbar sind
hierbei sämtliche alkoxylierten Alkohole, die mindestens zwei Moleküle eines der vorstehend
genannten Alkylenoxide addiert enthalten. Hierbei kommen Blockpolymerisate von Ethylenoxid,
Propylenoxid und/oder Butylenoxid in Betracht oder Anlagerungsprodukte, die die genannten
Alkylenoxide in statistischer oder blockweiser Verteilung enthalten. Die nichtionischen
Netzmittel enthalten pro Mol Alkohol im allgemeinen 2 bis 50, vorzugsweise 3 bis 20
Mol mindestens eines Alkylenoxids. Die Alkohole haben vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatome.
Je nach Art des bei der Herstellung verwendeten Alkoxylierungskatalysators, des Herstellungsverfahrens
und der Aufarbeitung weisen die Alkoxylate eine breite oder enge Alkylenoxid-Homologenverteilung
auf;
- Alkylphenolalkoxylate wie Alkylphenolethoxylate mit C6- bis C14-Alkylketten und 5 bis 30 Alkylenoxideinheiten;
- Alkylpolyglucoside mit 8 bis 22, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette
und im allgemeinen 1 bis 20, vorzugsweise 1,1 bis 5 Glucosideinheiten Sorbitanalkanoate,
auch alkoxyliert;
- N-Alkylglucamide, Fettsäurealkoxylate, Fettsäureaminalkoxylate, Fettsäureamidalkoxylate,
Fettsäurealkanolamidalkoxylate, alkoxyliert, Blockcopolymere aus Ethylenoxid, Propylenoxid
und/oder Butylenoxid, Polyisobuten-Ethoxylate, Polyisobuten-Maleinsäureanhydrid-Derivate,
gegebenenfalls alkoxylierte Monoglyceride, Glycerinmonostearate, Sorbitanester sowie
Bisglyceride.
[0027] Besonders geeignete nichtionische Netzmittel sind Alkylalkoxylate oder Gemische von
Alkylalkoxylaten, wie sie beispielsweise in
DE-A 102 43 363,
DE-A 102 43 361,
DE-A 102 43 360,
DE-A 102 43 365,
DE-A 102 43 366,
DE-A 102 43 362 oder in
DE-A 43 25 237 beschrieben sind. Hierbei handelt es sich um Alkoxylierungsprodukte, die durch Umsetzung
von Alkanolen mit Alkylenoxiden in Gegenwart von Alkoxylierungskatalysatoren erhalten
wurden oder um Gemische von Alkoxylierungsprodukten. Besonders geeignete Starteralkohole
sind die sogenannten Guerbet-Alkohole, insbesondere Ethyl-hexanol, Propylheptanol
und Butyloktanol. Besonders bevorzugt ist Propylheptanol. Bevorzugte Alkylenoxide
sind Propylenoxid und Ethylenoxid, wobei Alkylalkoxylate mit direkter Anbindung eines
bevorzugt kurzen Poylypropylenoxidblocks an den Starteralkohol, wie sie beispielsweise
in
DE-A 102 43 365 beschrieben sind, insbesondere aufgrund ihres geringen Restalkoholgehalts und ihrer
guten biologischen Abbaubarkeit bevorzugt sind.
[0028] Eine bevorzugte Klasse geeigneter nichtionischer Netzmittel sind die Alkoholalkoxylate
der allgemeinen Formel (NI)
R
1-O-(CH
2-CHR
5-O-)
r(CH
2-CH
2-O-)
n(CH
2-CHR
6-O-)
s(CH
2-CHR
2-O-)
mH (NI)
mit der Bedeutung
- R1
- mindestens einfach verzweigtes C4-22-Alkyl oder -Alkylphenol,
- R2
- C3-4-Alkyl
- R5
- C1-4-Alkyl
- R6
- Methyl oder Ethyl
- n
- mittlerer Wert von 1 bis 50
- m
- mittlerer Wert von 0 bis 20, vorzugsweise 0,5 bis 20
- r
- mittlerer Wert von 0 bis 50
- s
- mittlerer Wert von 0 bis 50,
wobei m mindestens 0,5 ist, wenn R
5 Methyl oder Ethyl ist oder r den Wert 0 hat.
[0029] Ferner kann es sich um ein Gemisch aus 20 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 95 Gew.-%
mindestens eines vorstehenden Alkoholalkoxylats und 5 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise
5 bis 70 Gew.-%, eines entsprechenden Alkoholalkoxylats, in dem R
1 jedoch ein unverzweigter Alkylrest mit gleicher Kohlenstoffzahl ist, handeln.
[0030] Ferner kann es sich um Alkoholalkoxylate der allgemeinen Formel (NII)
R
3-O-(CH
2-CH
2-O)p (CH
2-CHR
4-O-)
qH (NII)
mit der Bedeutung
- R3
- verzweigtes oder unverzweigtes C4-22-Alkyl oder -Alkylphenol,
- R4
- C3-4-Alkyl
- p
- mittlerer Wert von 1 bis 50, vorzugsweise 4 bis 15
- q
- mittlerer Wert von 0,5 bis 20, bevorzugt 0,5 bis 4, bevorzugter 0,5 bis 2
handeln.
[0031] Ferner kann es sich um ein Gemisch aus 5 bis 95 Gew.-% mindestens eines verzweigten
Alkoholalkoxylats (NII), wie es unmittelbar vorstehend beschrieben ist, und 5 bis
95 Gew.-% eines entsprechenden Alkoholalkoxylats, in dem anstelle eines verzweigten
Alkylrestes jedoch ein unverzweigter Alkylrest vorliegt.
[0032] In den Alkoholalkoxylaten der allgemeinen Formel (NI) ist R
2 vorzugsweise Propyl, insbesondere n-Propyl.
[0033] Vorzugsweise weist in den Alkoholalkoxylaten der allgemeinen Formel (NII) n einen
mittleren Wert von 4 bis 15, besonders bevorzugt 6 bis 12, insbesondere 7 bis 10 auf.
[0034] Bevorzugt weist m einen mittleren Wert von 0,5 bis 4, besonders bevorzugt 0,5 bis
2, insbesondere 1 bis 2 auf.
[0035] Der Rest R
1 ist vorzugsweise C
8-15-, besonders bevorzugt C
8-13-, insbesondere C
8-12-Alkylrest, der mindestens einfach verzweigt ist. Es können auch mehrere Verzweigungen
vorliegen.
[0036] R
5 ist vorzugsweise Methyl oder Ethyl, insbesondere Methyl.
[0037] R
6 ist vorzugsweise Ethyl.
[0038] In den Gemischen liegen Verbindungen mit unverzweigten und mit verzweigten Alkoholresten
R
1 vor. Dies ist beispielsweise der Fall bei Oxoalkoholen, die einen Anteil an linearen
und einen Anteil an verzweigten Alkoholketten aufweisen. Beispielsweise weist ein
C
13/15-Oxoalkohol häufig etwa 60 Gew.-% vollständig linearer Alkoholketten, daneben aber
auch etwa 40 Gew.-% α-Methyl-verzweigte und C
≥2-verzweigte Alkoholketten auf.
[0039] In den Alkoholalkoxylaten der allgemeinen Formel (NII) ist R
3 vorzugsweise ein verzweigter oder unverzweigter C
8-15-Alkylrest, besonders bevorzugt ein verzweigter oder unverzweigter C
8-13-Alkylrest und insbesondere ein verzweigter oder unverzweigter C
8-12-Alkylrest. R
4 ist vorzugsweise Propyl, insbesondere n-Propyl. p weist vorzugsweise einen mittleren
Wert von 4 bis 15, besonders bevorzugt einen mittleren Wert von 6 bis 12 und insbesondere
einen mittleren Wert von 7 bis 10 auf. q weist vorzugsweise einen mittleren Wert von
0,5 bis 4, besonders bevorzugt 0,5 bis 2, insbesondere 1 bis 2 auf.
[0040] Entsprechend den Alkoholalkoxylaten der allgemeinen Formel (NI) können auch die Alkoholalkoxylate
der allgemeinen Formel (NII) als Gemische mit unverzweigten und verzweigten Alkoholresten
vorliegen.
[0041] Als den Alkoholalkoxylaten zugrunde liegende Alkoholkomponenten kommen nicht nur
reine Alkanole in Betracht, sondern auch homologe Mischungen mit einem Bereich von
Kohlenstoffatomen. Beispiele sind C
8/10-Alkanole, C
10/12-Alkanole, C
13/15-Alkanole, C
12/15-Alkanole. Auch Gemische mehrerer Alkanole sind möglich.
[0042] Die vorstehenden erfindungsgemäßen Alkanolalkoxylate oder Gemische werden vorzugsweise
hergestellt durch Umsetzung von Alkoholen der allgemeinen Formel R
1-OH bzw. R
3-OH oder Gemischen entsprechender verzweigter und unverzweigter Alkohole, gegebenenfalls
zuerst mit C
3-6-Alkylenoxid, sodann mit Ethylenoxid und nachfolgend gegebenenfalls mit C
3-4-Alkylenoxid und sodann mit einem entsprechenden C
5-6-Alkylenoxid. Die Alkoxylierungen werden dabei vorzugsweise in Gegenwart von Alkoxylierungskatalysatoren
durchgeführt. Dabei werden insbesondere basische Katalysatoren wie Kaliumhydroxid
eingesetzt. Durch spezielle Alkoxylierungskatalysatoren wie modifizierte Bentonite
oder Hydrotalcite, wie sie beispielsweise in
WO 95/04024 beschrieben sind, kann die statistische Verteilung der Mengen der eingebauten Alkylenoxide
stark eingeengt werden, so daß man "Narrow-Range"-Alkoxylate erhält.
[0043] In einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich um
Alkoxylat-Gemische, enthaltend Alkoxylate der allgemeinen Formel (NIII)
C
5H
11CH(C
3H
7)CH
2O(B)
p(A)
n(B)
m(A)
qH (NIII)
mit der Bedeutung
- A
- Ethylenoxy
- B
- jeweils unabhängig C3-10-Alkylenoxy, vorzugsweise Propylenoxy, Butylenoxy, Pentylenoxy oder Gemische davon,
wobei Gruppen A und B in Form von Blöcken in der angegebenen Reihenfolge vorliegen,
- p
- Zahl von 0 bis 10
- n
- Zahl größer 0 bis 20,
- m
- Zahl größer 0 bis 20
- q
- Zahl größer 0 bis 10
- p + n + m + q
- mindestens 1
wobei
| 70 bis 99 Gew.-% |
Alkoxylate A1, in denen C5H11 die Bedeutung n-C5H11 hat, und |
| 1 bis 30 Gew.-% |
Alkoxylate A2, in denen C5H11 die Bedeutung C2H5CH(CH3)CH2 und/oder CH3CH(CH3)CH2CH2 hat, |
im Gemisch vorliegen.
[0044] In der allgemeinen Formel (NIII) bedeutet p eine Zahl von 0 bis 10, vorzugsweise
0 bis 5, insbesondere 0 bis 3. Sofern Blöcke (B)
p vorliegen, ist p vorzugsweise eine Zahl von 0,1 bis 10, besonders bevorzugt 0,5 bis
5, insbesondere 1 bis 3.
[0045] In der allgemeinen Formel (NIII) bedeutet n vorzugsweise eine Zahl im Bereich von
0,25 bis 10, insbesondere von 0,5 bis 7, m ist vorzugsweise eine Zahl im Bereich von
2 bis 10, insbesondere 3 bis 6. B ist vorzugsweise Propylenoxy und/oder Butylenoxy,
speziell Propylenoxy an beiden Positionen.
[0046] q ist vorzugsweise eine Zahl im Bereich von 1 bis 5, besonders bevorzugt im Bereich
von 2 bis 3.
[0047] Die Summe p + n + m + q ist mindestens 1, vorzugsweise 3 bis 25, besonders bevorzugt
5 bis 15, insbesondere 7 bis 13.
[0048] In den Alkoxylaten liegen vorzugsweise 3 oder 4 Alkylenoxidblöcke vor. Gemäß einer
Ausführungsform liegen an den Alkoholrest anschließend zunächst Ethylenoxy-Einheiten,
daran anschließend Propylenoxid-Einheiten und daran anschließend Ethylenoxy-Einheiten
vor. Gemäß einer weiteren Ausführungsform liegen an den Alkoholrest anschließend zunächst
Propylenoxy-Einheiten, so dann Ethylenoxy-Einheiten, so dann Propylenoxy-Einheiten
und abschließend Ethylenoxy-Einheiten vor. Anstelle der Propylenoxy-Einheiten können
auch die anderen angegebenen Alkylenoxy-Einheiten vorliegen.
[0049] p, n, m und q bezeichnen dabei einen mittleren Wert, der sich als Durchschnitt für
die Alkoxylate ergibt. Daher können p, n, m, q auch von ganzzahligen Werten abweichen.
Bei der Alkoxylierung von Alkanolen wird im Allgemeinen eine Verteilung des Alkoxylierungsgrades
erhalten, die in gewissem Umfang durch Einsatz unterschiedlicher Alkoxylierungskatalysatoren
eingestellt werden kann. Durch die Auswahl geeigneter Mengen der Gruppen A und B kann
das Eigenschaftsspektrum der erfindungsgemäßen Alkoxylat-Gemische je nach praktischen
Erfordernissen angepasst werden.
[0050] Die Alkoxylat-Gemische werden durch Alkoxylierung der zugrunde liegenden Alkohole
C
5H
11CH(C
3H
7)CH
2OH erhalten. Die Ausgangsalkohole können aus den einzelnen Komponenten gemischt werden,
so dass sich das erfindungsgemäße Verhältnis ergibt. Sie können durch Aldolkondensation
von Valeraldehyd und nachfolgende Hydrierung hergestellt werden. Die Herstellung von
Valeraldehyd und den entsprechenden Isomeren erfolgt durch Hydroformylierung von Buten,
wie beispielsweise in
US 4,287,370; Beilstein E IV 1, 32 68,
Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Band A1, Seiten 323 und
328 f beschrieben. Die nachfolgende Aldolkondensation ist beispielsweise beschrieben in
US 5,434,313 und
Römpp, Chemie Lexikon, 9. Auflage, Stichwort "Aldol-Addition" Seite 91. Die Hydrierung des Aldolkondensationsproduktes folgt allgemeinen Hydrierbedingungen.
[0051] Des Weiteren kann 2-Propylheptanol durch Kondensation von 1-Pentanol (als Mischung
der entsprechenden Methylbutanole-1) in Gegenwart von KOH bei erhöhten Temperaturen
hergestellt werden, siehe z.B.
Marcel Guerbet, C.R. Acad Sci Paris 128, 511, 1002 (1899). Des Weiteren ist auf
Römpp, Chemie Lexikon, 9. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart, und die dort genannten Zitate sowie
Tetrahedron, Vol. 23, Seiten 1723 bis 1733, hinzuweisen.
[0052] In der allgemeinen Formel (NIII) kann der Rest C
5H
11 die Bedeutung n-C
5H
11, C
2H
5CH(CH
3)CH
2 oder CH
3CH(CH
3)CH
2CH
2 haben. Es handelt sich bei den Alkoxylaten um Gemische, wobei
- 70 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise 85 bis 96 Gew.-% Alkoxylate A1 vorliegen, in denen
C5H11 die Bedeutung n-C5H11 hat, und
- 1 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 15 Gew.-% Alkoxylate A2, in denen C5H11 die Bedeutung C2H5CH(CH3)CH2 und/oder CH3CH(CH3)CH2CH2 hat.
[0053] Der Rest C
3H
7 hat vorzugsweise die Bedeutung n-C
3H
7.
[0054] Ferner kann es sich auch um blockförmige iso-Tridecanolalkoxylate der allgemeinen
Formel (NV) handeln
R-O-(C
mH
2mO)
x(C
nH
2nO)
y-H (NV)
in der
R einen iso-Tridecylrest bezeichnet,
m für die Zahl 2 und gleichzeitig n für die Zahl 3 oder 4 steht oder
m für die Zahl 3 oder 4 und gleichzeitig n für die Zahl 2 steht und
x und y unabhängig voneinander Zahlen von 1 bis 20 bedeuten,
wobei im Fall m = 2/n = 3 oder 4 die Variable x größer oder gleich y ist.
[0055] Diese blockförmigen iso-Tridecanolalkoxylate sind beispielsweise in der
DE 196 21 843 A1 beschrieben.
[0056] Eine andere geeignete Niotensidmittelklasse sind endgruppenverschlossene Alkoholalkoxylate,
insbesondere von zuvor genannten Alkoholalkoxylaten. In einer besonderen Ausführungsform
handelt es sich um die entsprechenden endgruppenverschlossenen Alkoholalkoxylate der
Alkoholalkoxylate der allgemeinen Formeln (NI), (NII), (NIII) und (NV). Der Endgruppenverschluss
kann beispielsweise mit Dialkylsulfat, C
1-10Alkylhalogenide, C
1-10-Phenylhalogenide, vorzugsweise -chloride, -bromide, besonders bevorzugt Cyclohexylchlorid,
Cyclohexylbromid, Phenylchlorid oder Phenylbromid erfolgen.
[0057] Beispiele für endgruppenverschlossene Alkoxylate sind auch in der
DE-OS 37 26 121 beschrieben, deren gesamte diesbezügliche Offenbarung in die vorliegende Erfindung
durch Bezugnahme eingeschlossen wird. In einer bevorzugten Ausführungsform weisen
diese Alkoholalkoxylate die allgemeine Struktur (NVI) auf,
R
I-O-(CH
2-CHR
II-O)
m'(CH
2-CHR
IIIO)
n'R
IV (NVI)
auf, in der
- RI
- Wasserstoff oder C1-C20-Alkyl,
- RII und RIII
- gleich oder verschieden sind und jeweils unabhängig voneinander Wasserstoff, Methyl
oder Ethyl,
- RIV
- C1-C10-Alkyl, vorzugsweise C1-C4-Alkyl, oder Cyclohexyl- oder Phenyl-,
- m' und n'
- gleich oder verschieden und größer oder gleich 0 sind,
mit der Maßgabe, dass die Summe von m' und n' 3 bis 300 beträgt
[0058] Eine andere Klasse nichtionischer Netzmittel sind Alkylpolyglucoside mit vorzugsweise
6 bis 22, besonders bevorzugt 10 bis 18 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette. Diese
Verbindungen enthalten im Allgemeinen 1 bis 20, vorzugsweise 1,1 bis 5 Glucosideinheiten.
[0059] Weitere in Betracht kommende nichtionische Netzmittel sind die aus der
WO-A 95/11225 bekannten endgruppenverschlossenen Fettsäureamidalkoxylate der allgemeinen Formel
R
I-CO-NH- (CH
2)
y-O- (A
1O)
x-R
2
in der
- R1
- einen C5- bis C21-Alkyl- oder Alkenylrest bezeichnet,
- R2
- eine C1- bis C4-Alkylgruppe bedeutet,
- A1
- für C2- bis C4-Alkylen steht,
- y
- die Zahl 2 oder 3 bezeichnet und
- x
- einen Wert von 1 bis 6 hat.
[0060] Beispiele für solche Verbindungen sind die Umsetzungsprodukte von n-Butyltriglykolamin
der Formel H
2N-(CH
2-CH
2-O)
3-C
4H
9 mit Dodecansäuremethylester oder die Reaktionsprodukte von Ethyltetraglykolamin der
Formel H
2N-(CH
2-CH
2-O)
4-C
2H
5 mit einem handelsüblichen Gemisch von gesättigten C
8- bis C
18-Fettsäuremethylestern.
[0061] Weiterhin eignen sich als nichtionische Netzmittel noch Polyhydroxy- oder Polyalkoxyfettsäurederivate
wie Polyhydroxyfettsäureamide, N-Alkoxy- oder N-Aryloxypolyhydroxyfettsäureamide,
Fettsäureamidethoxylate, insbesondere endgruppenverschlossene, sowie Fettsäurealkanolamidalkoxylate.
[0062] Weiterhin eignen sich als nichtionische Netzmittel noch Blockcopolymere aus Ethylenoxid,
Propylenoxid und/oder Butylenoxid (Pluronic
®- und Tetronic
®-Marken der BASF SE bzw. BASF Corp.). In einer bevorzugten Ausführungsform handelt
es sich um Dreiblockcopolymere mit Polyethylen/Polypropylen/Polyethylen-Blöcken und
einem Molekulargewicht von 4.000 bis 16.000, wobei der Gewichtsanteil der Polyethylenblöcke
55 bis 90 %, bezogen auf das Dreiblockcopolymer, beträgt. Besonders bevorzugt sind
Dreiblockcopolymere mit einem Molekulargewicht von mehr als 8000 und einem Polyethylengehalt
von 60 bis 85 Gew.-%, bezogen auf das Dreiblockcopolymer. Diese bevorzugten Dreiblockcopolymere
sind insbesondere unter den Bezeichnungen Pluronic F127, Pluronic F108 und Pluronic
F98, jeweils von der BASF Corp., kommerziell erhältlich und in der
WO 01/47472 A2 beschrieben, dessen gesamte diesbezügliche Offenbarung durch Bezugnahme in die vorliegende
Erfindung eingeschlossen ist.
[0063] Darüber hinaus können bevorzugt auch einseitig oder zweiseitig verschlossene Blockcopolymere
aus Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid verwendet werden. Einen einseitigen
Verschluss erreicht man beispielsweise dadurch, dass man als Ausgangsverbindung zur
Umsetzung mit einem Alkylenoxid einen Alkohol, insbesondere einen C
1-22-Alkylalkohol, beispielsweise Methanol verwendet. Darüber hinaus kann man - beispielsweise
den zweiseitigen Endgruppenverschluss - durch Umsetzung des freien Blockcopolymers
mit Dialkylsulfat, C
1-10-Alkylhalogenide, C
1-10-Phenylhalogenide, vorzugsweise -chloride, -bromide, besonders bevorzugt Cyclohexylchlorid,
Cyclohexylbromid, Phenylchlorid oder Phenylbromid bewirken.
[0064] Man kann zusätzlich einzelne nichtionische Netzmittel oder eine Kombination unterschiedlicher
Niotenside einsetzen. Es können nichtionische Netzmittel aus nur einer Klasse zum
Einsatz gelangen, insbesondere nur alkoxylierte C
4- bis C
22-Alkohole. Alternativ kann man aber auch Netzmittelmischungen aus verschiedenen Klassen
verwenden.
[0065] Die Konzentration an nichtionischem Netzmittel in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
kann in Abhängigkeit der Laugereibedingungen, insbesondere in Abhängigkeit des zu
laugenden Materials, variieren.
[0066] Geeignete anionische Netzmittel sind Alkansulfonate wie C
8- bis C
24-, vorzugsweise C
10- bis C
18-Alkansulfonate sowie Seifen wie beispielsweise die Na- und K-Salze von gesättigten
und/oder ungesättigten C
8- bis C
24-Carbonsäuren.
[0067] Weitere geeignete anionische Netzmittel sind lineare C
8- bis C
20-Alkylbenzolsulfonate ("LAS"), vorzugsweise lineare C
9- bis C
13-Alkylbenzolsulfonate und -Alkyltoluolsulfonate.
Verdicker
[0068] Verdicker sind Verbindungen, die die Viskosität der chemischen Zusammensetzung erhöhen.
Nichteinschränkende Beispiele sind z. B. in der
WO 2009/090169 A1 angegeben: Polyacrylate und hydrophob modifizierte Polyacrylate. Der Vorteil der
Verwendung von Verdickern liegt darin, dass Flüssigkeiten mit höherer Viskosität auf
geneigten oder vertikalen Oberflächen eine höhere Verweilzeit aufweisen als Flüssigkeiten
mit niedrigerer Viskosität. Dies erhöht die Wechselwirkungszeit zwischen Zusammensetzung
und Oberfläche.
[0069] Weitere besonders geeignete Verdicker sind beispielsweise Bentonit, Xanthan und Zellulose
sowie Zellulosederivate, insbesondere Zelluloseether und Zelluloseester, inbesondere
Methylcellulose, Hydroxyethylcellulose und Carboxymethylcellulose. Weitere Beispiele
für Verdicker sind Polyacrylamide, Polyether oder assoziative Polyurethan-Verdicker,
Polyvinylalkohole und Polyvinylpyrrolidone.
Dispergiermittel/Scale Inhibitoren
[0070] Darüber hinaus kann erfindungsgemäß zusätzlich mindestens ein Dispergiermittel, beispielsweise
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Salzen von Naphthalinsulfonsäuren, Kondensationsprodukten
aus Naphthalinsulfonsäuren und Formaldehyd sowie Polycarboxylaten, verwendet werden.
Entsprechende Dispergiermittel sind beispielsweise unter den Handelsnamen Tamol
®, Sokalan
® und Nekal
® von der BASF SE sowie unter dem Handelsnamen Solsperse
® von Lubrizol kommerziell erhältlich. Diese Dispergiermittel können gegebenenfalls
auch als Scaleinhibitoren (Belagsverhinderer) wirken, da diese das sich im alkalischen
Medium bildende Calciumcarbonat CaCO
3 dispergieren und so beispielsweise ein Verstopfen von Düsen oder eine Belagsbildung
in Rohrleitungen verhindern. Unabhängig hiervon kann die erfindungsgemäße Zusammensetzung
zusätzlich mindestens einen weiteren Scaleinhibitor enthalten. Geeignete Scaleinhibitoren
sind beispielsweise in der
WO 04/099092 beschrieben, welche (Meth)acrylsäurecopolymere beschreibt, die
- (a) 50 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis 75 Gew.-%, besonders bevorzugt 55 bis 70
Gew.-%, eines Poly(meth)acrylsäure-Grundgerüsts,
- (b) 1 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt 7 bis 15 Gew.-%,
mindestens einer an das Grundgerüst gebundenen und/oder in das Grundgerüst eingebundenen
(bzw. eingebundener) Einheit ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Isobuteneinheiten,
Terelactoneinheiten und Isopropanoleinheiten und
- (c) 5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 40 Gew.-%, besonders bevorzugt 10 bis 30 Gew.-%,
Amideinheiten auf Basis von Aminoalkylsulfonsäuren umfassen,
wobei das Gesamtgewicht der Einheiten in dem (Meth)acrylsäurecopolymer 100 Gew.-%
beträgt und alle Gewichtsangaben auf das (Meth)acrylsäurecopolymer bezogen sind.
[0071] Die gemäß
WO 04/099092 vorgesehenen (Meth)acrylsäurecopolymere weisen vorzugsweise ein gewichtsmittleres
Molekulargewicht des sulfongruppenhaltigen Polymers von 1.000 bis 20.000 g/mol auf
und können vorzugsweise durch folgende Verfahrensschritte hergestellt werden:
- (1) radikalische Polymerisation von (Meth)acrylsäure in Gegenwart von Isopropanol
und gegebenenfalls Wasser, wobei ein Polymer I resultiert, und
- (2) Amidierung des aus Verfahrensschritt (1) stammenden Polymers I durch Umsetzung
mit mindestens einer Aminoalkansulfonsäure.
[0072] Als weitere geeignete Scaleinhibitoren sind beispielsweise zu nennen:
- Polycarbonsäurehalbamide, die durch Umsetzung von Anhydridgruppen enthaltenden Polymerisaten
und Aminogruppen enthaltenden Verbindungen erhältlich sind (gemäß DE 195 48 318),
- Vinylmilchsäure und/oder Isopropenylmilchsäure (gemäß DE 197 195 16),
- Homopolymerisaten der Acrylsäure (gemäß US-A-3 756 257),
- Copolymerisate aus Acrylsäure und/oder (Meth)acrylsäure und Vinylmilchsäure und/oder
Isopropenylmilchsäure,
- Copolymerisate aus Styrol und Vinylmilchsäure,
- Copolymerisate aus Maleinsäure und Acrylsäure,
- Wasserlösliche oder wasserdispergierbare Pfropfpolymerisate, erhältlich durch radikalisch
initiierte Pfropfpolymerisation von
- (I) mindestens eines monoethylenisch ungesättigten Monomeren auf
- (II) Polymerisaten einer Molmasse von 200 bis 5000 g/mol von monoethylenisch ungesättigten
Dicarbonsäuren oder ihren Anhydriden,
- (III) wobei man auf 100 Gewichtsteile der Pfropfgrundlage (II) 5 bis 2000 Gewichtsteile
(I) einsetzt (DE 195 03 546),
- gegebenenfalls hydrolysierte Polymaleinsäureanhydride und ihre Salze (gemäß US-A-3 810 834, GB-A-1 454 657 und EP-A-0 261 589),
- Iminodisuccinate (gemäß DE 101 02 209),
- Formulierungen, enthaltend Komplexbildner wie Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)
und/oder Diethylentriaminpentaessigsäure (DTPA) (gemäß US 5,366,016),
- Phosphonate,
- Polyacrylate,
- Polyasparaginsäuren bzw. gemäß DE-A-44 34 463 modifizierte Polyasparaginsäuren,
- Polyasparaginsäureimide,
- Hydroxamsäure-, Hydroxamsäureether- und/oder Hydrazidgruppen enthaltende Polymere
(gemäß DE 44 27 630),
- gegebenenfalls hydrolysierte Polymerisate des Maleinimids (gemäß DE 43 42 930),
- Naphtylaminpolycarboxylate (gemäß EP 0 538 969),
- Oxaalkanpolyphosphonsäuren (gemäß EP 330 075),
- Polyhydroxyalkan-amino-bis-methylenphosphonsäuren (gemäß DE 40 16 753) und
- oxidierte Polyglucosane (gemäß DE 43 30 339).
[0073] Besonders bevorzugte Dispersionsmittel sind Polyacrylsäure, beispielsweise die Sokalan
® Typen der BASF SE sowie Polyasparaginsäuren, insbesondere β-Polyasparaginsäuren,
mit einem Molekulargewicht von 2000 bis 10000 g/mol. Bevorzugt als polymere carbonsäuregruppenhaltige
Verbindungen sind die in der
EP 2 083 067 A1 angegebenen Acrylsäure-Homopolymere. Diese weisen vorzugsweise ein zahlenmittleres
Molekulargewicht im Bereich von 1000 bis 50000, besonders bevorzugt 1500 bis 20000
auf. Als polymere carbonsäuregruppenhaltige Verbindungen besonders geeignete Homopolymere
der Acrylsäure sind die Sokalan ® PA Marken der BASF SE.
[0074] Geeignete polymere carbonsäuregruppenhaltige Verbindungen sind auch Oligomaleinsäuren,
wie sie beispielsweise in
EP-A 451 508 und
EP-A 396 303 beschrieben sind.
[0075] Bevorzugt als polymere carbonsäuregruppenhaltige Verbindungen sind weiter Copolymere,
die als Monomer A) wenigstens eine ungesättigte Mono- oder Dicarbonsäure oder ein
Dicarbonsäureanhydrid oder ein Salz davon sowie wenigstens ein Comonomer B) einpolymerisiert
enthalten. Bevorzugt ist das Monomer A) ausgewählt unter C
3-C
10-Monocarbonsäuren, Salzen von C
3-C
10-Monocarbonsäuren, C
4-C
8-Dicarbonsäuren, Anhydriden von C
4-C
8-Dicarbonsäuren, Salzen von C
4-C
8-Dicarbonsäuren und Mischungen davon. Monomere A) in Salzform werden vorzugsweise
in Form ihrer wasserlöslichen Salze, insbesondere der Alkalimetallsalze, wie Kalium-
und vor allem Natriumsalze oder der Ammoniumsalze, eingesetzt. Die Monomere A) können
jeweils ganz oder teilweise in Anhydridform vorliegen. Selbstverständlich können auch
Mischungen der Monomere A) eingesetzt werden.
[0076] Die Monomere (A) sind vorzugsweise ausgewählt unter Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure,
Vinylessigsäure, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, Citraconsäure, Citraconsäureanhydrid,
Itaconsäure und Mischungen davon. Besonders bevorzugte Monomere (A) sind Acrylsäure,
Methacrylsäure, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid und Mischungen davon. Diese Copolymere
enthalten vorzugsweise wenigstens ein Monomer A) in einer Menge von 5 bis 95 Gew.-%,
besonders bevorzugt 20 bis 80 Gew.-%, insbesondere 30 bis 70 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, einpolymerisiert.
Korrosionsinhibitoren
[0077] Als Korrosionsinhibitoren wirken die z. B. in der
WO 2008/071582 A1 angegebenen Mittel, z. B. Carbonsäuren. Diese können geradkettig oder verzweigt sein.
Gemische verschiedener Carbonsäuren können besonders bevorzugt sein. Caprylsäure,
Ethylhexansäure, Isononansäure und Isodecansäure sind besonders bevorzugte Carbonsäuren.
Da Korrosionsschutzemulsionen häufig neutral bis schwach alkalisch sind, kann es vorteilhaft
sein, die Carbonsäuren zumindest teilweise in neutralisierter Form, also als Salz
zu verwenden. Zur Neutralisation eignen sich insbesondere Natrium- und/oder Kalilauge,
ebenso wie Alkanolamine. Besonders bevorzugt ist dabei die Verwendung von Mono- und/oder
Trialkanolaminen. Die Verwendung von Dialkanolaminen ist wegen der Gefahr der Bildung
von Nitrosaminen weniger bevorzugt. Gleichwohl können auch Dialkanolamine allein oder
zusammen mit Mono-und/oder Trialkanolaminen zur Neutralisation verwendet werden.
[0078] Geeignete Korrosionsinhibitoren sind insbesondere:
aliphatische Carbonsäureamide mit 14 bis 36 C-Atomen, beispielsweise Myristinsäureamid,
Palmetinsäureamid und Oleinsäureamid; Alkenylsuccinamide mit 6 bis 36 C-Atomen, beispielsweise
Octenylsuccinamid, Dodecenylsuccinamid; Mercatobenzothiazole.
[0079] Besonders bevorzugte Korrosionsinhibitoren sind Alkylenoxidadukte mit aliphatischen
Aminen besonders bevorzugt, insbesondere Triethanolamin und Ethylendiaminadukte mit
2 bis 8 Mol-% Propylenoxid.
Komplexbildner
[0080] Komplexbildner sind Verbindungen, die Kationen binden. Typische Beispiele sind: EDTA
(N,N,N',N'-Ethylendiamintetraessigsäure), NTA (N,N,N-Nitrilotriessigsäure), MGDA (2-Methyl-glycin-N,N-diessigsäure),
GLDA (Glutaminsäurediacetat), ASDA (Asparaginsäurediacetat), IDS (Iminodisuccinat),
HEIDA (Hydroxyethylimindiacetat), EDDS (Ethylendiamindisuccinat), Zitronensäure, Oxo-Dibernsteinsäüre
und Butantetracarbonsäure bzw. deren vollständig oder teilweise neutralisierte Alkali-
oder Ammoniumsalze.
Sonstige Additive
[0081] Weitere geeignete Additive sind beispielsweise Haftvermittler. Geeignete Haftvermittler
sind beispielsweise die in der
WO 2006/108856 A2 angegebenen amphiphilen wasserlöslichen alkoxylierten Polyalkylenimine der allgemeinen
Formel AI

in der die Variablen folgende Bedeutung haben:
- R
- gleiche oder verschiedene, lineare oder verzweigte C2-C6-Alkylenreste;
- B
- eine Verzweigung;
- E
- eine Alkylenoxyeinheit der Formel
- R1
- 1,2-Propylen, 1,2-Butylen und/oder 1,2-Isobutylen;
- R2
- Ethylen;
- R3
- 1,2-Propylen;
- R4
- gleiche oder verschiedene Reste: Wasserstoff; C1-C4-Alkyl;
- x, y, z
- jeweils eine Zahl von 2 bis 150, wobei die Summe x+y+z eine Zahl von Alkylenimineinheiten
bedeutet, die einem mittleren Molekulargewicht Mw des Polyalkylenimins vor der Alkoxylierung
von 300 bis 10 000 entspricht;
- m
- eine rationale Zahl von 0 bis 2;
- n
- eine rationale Zahl von 6 bis 18;
- p
- eine rationale Zahl von 3 bis 12, wobei 0,8 ≤ n/p ≤ 1,0 (x+y+z)1/2 ist.
[0082] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Slurry aus der Trägerflüssigkeit, insbesondere
Schneidflüssigkeit, Abrasiva, insbesondere Schleif- und/oder Schneidkörnern, und gegebenenfalls
Additiven.
[0083] Es können die üblichen Abrasiva, insbesondere Schleif- und/oder Schneidkörner, verwendet
werden, beispielsweise Metall-, Metall- oder Halbmetall-, Carbid-, Nitrid-, Oxid-,
Borid- oder Diamantkörner. Besonders bevorzugte Schneidkörner sind Carbid- und Borid-,
insbesondere Silicium-Carbid (SiC)-Körner. Die Schneidkörner haben in Abhängigkeit
von den Materialien und den zu schneidenden Wafern vorzugsweise eine angepasste Geometrie,
eine bevorzugte Teilchengröße liegt zwischen 0,5 bis 50 µm Die Schneidkörner können
in heterodisperser oder homodisperser Form vorliegen. Die Schneidkörner sind in der
Schneidflüssigkeitszusammensetzung vorzugsweise in einer Konzentration von 25 bis
60 Gew.-%, insbesondere von 40 bis 50 Gew.-% enthalten.
[0084] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Trägerflüssigkeit, insbesondere
Schneidflüssigkeit, einen Kontaktwinkel gegenüber V2A Stahl von 5 bis 40°, insbesondere
von 10 bis 30° auf. Der Kontaktwinkel wird hierbei bestimmt bei 25 °C auf einer Stahlplatte
aus V2A-Stahl, dessen Oberfläche mit Wasser und Aceton gespült wurde.
[0085] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform führen die erfindungsgemäßen Trägerflüssigkeiten,
insbesondere Schneidflüssigkeiten, auf einer Waage der Bezeichnung MDD2, Firma Hermann
Reichert Maschinenbau, Heidenhof Backnang, bei einer Belastung von 300 N und einer
Laufstrecke von 110 m und zweimaliger Versuchswiederholung im Mittel zu einer Gewichtsabnahme
von maximal 20 bis 60 mg in einer Minute an einem Edelstahlzylinder der Bezeichnung
M1M6/05R, Torrington mit einem Durchmesser von 12 mm.
[0086] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform nehmen die erfindungsgemäßen Trägerflüssigkeiten,
insbesondere Schneidflüssigkeiten, nach einer Lagerung in einem C02-Inkubator des
Typs Heraeus BBD 6220, bei 38 °C und 78 % relativer Luftfeuchtigkeit maximal 30, vorzugsweise
maximal 15 % Wasser nach einer Zeit von 10 Stunden auf. Zur Lagerung werden jeweils
1g Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, in Petrischalen eines inneren
Durchmessers von 60mm eingesetzt. Es wird jeweils der Mittelwert einer Doppelbestimmung
ermittelt. In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform steigt diese Wasseraufnahme
auch bei weiterer Exposition nicht mehr.
[0087] Eine Slurry aus einer erfindungsgemäßen Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit,
und aus 40 Gew.-% der im Folgenden angegebenen Abrasiva, insbesondere Schleif- und/oder
Schneidkörnern, hat vorzugsweise eine Viskosität, gemessen bei 30 °C mit einer Brookfield
LVDV-III Ultravorrichtung (Spindle V-73), von 140 bis 200 mPas, insbesondere von 150
bis 190 mPas, wobei als Siliciumcarbidkörner des Typs Carborex BWF 800 PV der Firma
Washington Mills verwendet werden.
[0088] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Schneiden von Wafern aus insbesondere
anorganischen Halbleitern, wie Siliciumbarren oder Siliciumblöcken, mit einer Drahtsäge
unter Verwendung einer Slurry auf Basis der erfindungsgemäßen Schneidflüssigkeit und
von Schneidkörnern.
[0089] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Schleifen oder Polieren von Werkstoffen
aus beispielsweise Siliciumbarren oder -blöcken durch beispielsweise chemisch-mechanisches
Polieren (CMP) oder zum Schleifen von Kunststoffen, insbesondere für Linsen, unter
Verwendung von Abrasiva, die in einer erfindungsgemäß zu verwendenden Trägerflüssigkeit
dispergiert sind.
Vorteile
[0090] Die erfindungsgemäße Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit und das erfindungsgemäße
Verfahren zum Schneiden eignet sich insbesondere für das Sägen von Barren, Blöcken
oder Zylindern (Ingots) aus mono- oder polykristallinen Silicium Einkristallen oder
Polykristallen, GaAs, CdTe und anderen Halbleitern und Keramiken.
[0091] Die erfindungsgemäße Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, zeichnet
sich dadurch aus, dass sie gering oder nicht schäumt, keine Additive benötigt, pHneutral
ist und nicht toxisch ist. Darüber hinaus enthält sie keine verdampfbaren organischen
Bestandteile. Weiterhin eignet sich die erfindungsgemäße Trägerflüssigkeit, insbesondere
Schneidflüssigkeit, hervorragend zur Wiederaufbereitung durch chemisch-technische
Nassaufarbeitung, beispielsweise gemäß der
WO 02/40407 A1 und der
EP 1 390 184 A1.
Beispiele:
Allgemeine Herstellvorschrift für Polyether
[0092] In einem wasserfreien, trockenen 1I Druckreaktor wurden jeweils 1-2mol des Starteralkohols
vorgelegt und mit 0,2Gew% (bezogen auf Endprodukt) KOH versetzt und mit Stickstoff
gespült. Der geschlossene Reaktor wurde dann über 30Min auf 130°C erwärmt und mit
Stickstoff ein Überdruck von 1bar eingestellt. Anschließend wurden die in Tabelle
1 angegebenen molaren Mengen Propylenoxid (im Folgenden PO) und Ethylenoxid (im Folgenden
EO) parallel (Random Fahrweise) oder nacheinander (Block Fahrweise) unter Rühren zudosiert.
Bei der Blockfahrweise wurde nach PO Zugabe und Erreichen der Druckkonstanz vor der
EO Zugabe mindesten ½ Stunde bei 130°C gerührt und der Druck auf 1 bar eingestellt.
Während der Reaktion wurde der Behälter auf 130°C thermostatisiert. Nach Erreichen
der Druckkonstanz wurde noch ca. ½ Stunde nachgerührt. Nach beendeter Reaktion wurde
auf 80°C abgekühlt, der Reaktor entspannt und mit Stichstoff gespült, die zur Neutralisation
der KOH berechnete Menge Eisessig zugegeben und ½ Stunde nachgerührt.
[0093] Die OH Zahl wurde nach DIN 51562, der Restalkohol mittels Gaschromatographie und
die Farbzahl APHA nach EN 1557 (bei 23°C) bestimmt.
Tabelle 1: Beispiele und analytische Charakterisierung
| Produkt |
Chem. Zusammensetzung (PO bedeutet hier Propylenoxy, EO bedeutet hier Ethylenoxy) |
OH -Zahl |
Rest-Alkohol % |
Farbzahl |
| Pluriol® E 200 |
Polyethylenglykol 200 |
560 |
DEG 3 |
max30 |
| C1 |
(3-Methyl-Butan-1-ol) + 1,6 PO + 8,3 EO Block Fahrweise |
98,3 |
0,2 |
70 |
| C2 |
(3-Methyl-Butan-1-ol) + 5,5 PO + 5,5 EO Random Fahrweise |
87,0 |
< 0,1 |
25 |
| C3 |
(3-Methyl-Butan-1-ol) + 6,0 PO + 5,0EO Random Fahrweise |
85,7 |
< 0,1 |
20 |
| C4 |
n-Butan-1-ol + 5,5 PO + 5,5 EO Random Fahrweise |
90,4 |
< 0,1 |
30 |
| C5 |
Methyldiglykol+8.8EO/ (3-Methyl-Butan-1-ol) + 1,5 PO + 7,0 EO in einem Gewichtsverhältnis
von 6/4 Block Fahrweise |
106,6/ 112,4 |
0,2/ <0,1 |
60/ 50 |
| C6 |
Pluronic® PE 6200/ n-Pentanol +1,5 PO + 6 EO in einem Gewichtsverhältnis von 18/82
Block Fahrweise |
112,4 |
0,1 |
30 |
| C7 |
Plurafac® LF 401/ n-Pentanol + 1,5 PO + 6 EO in einem Gewichtsverhältnis von 3/7 Block
Fahrweise |
126,2 |
0,1 |
25 |
| C8 |
n-Hexanol + 5,5 PO + 5,5 EO Random Fahrweise |
84,0 |
< 0,1 |
20 |
| II.1 |
2-Methylbutan-1-ol + 5,5 PO + 5,5 EO Random Fahrweise |
85,2 |
< 0,1 |
20 |
| II.2 |
2-Methylbutan-1-ol + 6,0 PO + 5,0 EO Random Fahrweise |
86,1 |
< 0,1 |
15 |
[0094] Bei den in den Beispielen C6 und C7 zugesetzten Netzmitteln bzw. Alkylenglykolen
Pluronic® PE 6200 bzw. Plurafac® LF 401 handelt es sich um Handelsprodukte der BASF
SE, Ludwigshafen. Die angegebenen analytischen Daten beziehen sich auf die erfindungsgemäße
Komponente Pentanol+1,5 PO + 6EO, Block Fahrweise.
Eigenschaften/ Bestimmung der kennzeichnenden Werte
[0095] Die Eigenschaften der erfindungsgemäßen Schneidflüssigkeiten sind in Tabelle 2 zusammen
gefasst. Folgende Eigenschaften wurden bestimmt:
- Wasseraufnahme
Die Wasseraufnahme der Schneidflüssigkeiten wurde nach ihrer Lagerung in einem CO2-Inkubator
des Typs Heraeus BBD 6220, bei 38 °C und 78 % relativer Luftfeuchtigkeit nach einer
Zeit von 10 Stunden bzw. 24 Stunden bestimmt. Zur Lagerung wurde jeweils 1g Schneidflüssigkeit
in Petrischalen eines inneren Durchmessers von 60mm eingesetzt. Es wurde jeweils der
Mittelwert einer Doppelbestimmung ermittelt. Die Wasseraufnahme wird jeweils in Gewichtsprozent
Zunahme bezogen auf Einwaage angegeben.
- Slurry-Viskosität
Zur Bestimmung der Slurry-Viskosität wurde eine Mischung aus 60 Gwichtsprozent der
Sägeflüssigkeit und 40 Gewichtsprozent SiC des Typs Carborex BW F 800 PV der Firma
Washington Mills hergestellt und die Viskosität bei 30°C und ggf. 50°C mit einem Viskosimeter
der Firma Brookfield, Modell LVDV-III Ultra (Spindel V-73) bestimmt. Die Slurry-Viskosität
wird in mPas angegeben.
- Kontaktwinkel
Der Kontaktwinkel der Schneidflüssigkeiten wurde bei 25 °C eine Sekunde nach Tropfenaufgabe
auf einer Stahlplatte aus V2A-Stahl bestimmt, dessen Oberfläche mit Wasser und Aceton
gespült und anschließend an der Luft 1 h getrocknet wurde. Zur Bestimmung wurde ein
videogestütztes Hochgeschwindigkeits- Kontaktwinkelmessgerät der Firma Dataphysics
Instruments GmbH, Raiffeisenstraße 34, Filderstadt eingesetzt. Die Einheit des Kontaktwinkels
wird in ° angegeben.
- Abrieb
Das Abriebverhalten wurde auf einer Rebverschleißwaage der Bezeichnung MDD2, Firma
Hermann Reichert Maschinenbau, Heidenhof Backnang, bei einer Belastung von 300 N und
einer Laufstrecke von 100 m in 54,5 sec. an einem Edelstahlzylinder der Bezeichnung
M1M6/05R, Torrington mit einem Durchmesser von 12 mm bestimmt. Es wurde jeweils eine
Doppelbestimmung durchgeführt und der Mittelwert der Gewichtsabnahme des Zylinders
bestimmt. Die Gewichtsabnahme wird in mg angegeben.
Tabelle 2
| Produkt |
H2O-Aufnahme 10h (24h) [%] |
Viskosität [mPas] 30°C (50°C) |
Kontaktwinkel [°] |
Abrieb [mg] |
| Pluriol® E 200 |
|
203 (94) |
41 |
70 |
| C1 |
17,2 (18,2) |
181 (85) |
30 |
25 |
| C2 |
5,7 (5,9) |
160 (89) |
23 |
32 |
| C3 |
5,3 (5,3) |
185 (161) |
21 |
22 |
| C4 |
6,6 (6,6) |
155 (93) |
23 |
28 |
| C5 |
16,3 (24,3) |
164 (77) |
29 |
35 |
| C6 |
5,5 (8,3) |
175 (84) |
28 |
29 |
| C7 |
6,3 (8,2) |
167 (84) |
36 |
33 |
| C8 |
5,3 (5,3) |
198 (176) |
34 |
38 |
[0096] Bei Pluriol® E 200 handelt es sich um ein Polyethylenglykol der mittleren Molmasse
200 der Firma BASF SE, Ludwigshafen. Das Beispiel repräsentiert den Stand der Technik
und ist nicht erfindungsgemäß. Mit den Verbindungen II.1 und II.2 wurden vergleichbare
Ergebnisse wie bei den Verbindungen C2 und C3 erhalten.
Praxisversuch
[0097] Auf einer Drahtsäge DS 265 der Firma Meyer Burger AG, Allmendstrasse 86, CH 3600
Thun wurden Sägeversuche an polykristallinen Siliciumblöcken unter Verwendung der
Sägeflüssigkeiten C1 und C3 durchgeführt. Die Versuchsbedingungen dabei waren:
Abmessungen der Wafer: 5"x 5", 150 µm
SiC Qualität: F 88, ds50 = 6,5 µm
Vorschubgeschwindigkeit: 0,6 mm/s
Drahtgeschwindigkeit: 14 m/s
Drahtdurchmesser: 120 µm
Drahtspannung: 20 N
Slurry Temperatur: 22°C
Zusammensetzung der Slurry: 60Gew.% Sägeflüssigkeit, 40Gew.% SiC
[0098] Im Vergleich zum in der Praxis üblicherweise verwendeten PEG 200 (Pluriol® E 200)
wurden für die erfindungsgemäßen Schneidflüssigkeiten folgende Verbesserungen gefunden:
| |
Pluriol® E 200 |
C1 |
C3 |
| Wasseraufnahme, [Gew.% ] |
3 |
<0,5 |
<0,5 |
| Kraft je Draht in Vorschubrichtung, [N] |
0,62 |
0,57 |
0,58 |
| Kraft je Draht in Drahtrichtung, [N] |
1,62 |
1,51 |
1,55 |
| Leistungsaufnahme je Draht, [W] (ohne Maschinenanteil) |
29.5 |
24,0 |
26,5 |
| TTV, 5 Punkt-Auflage, [%] (total thickness variation of wafers) |
12.5 |
11,8 |
10,5 |
| Kritische Bruchspannung, [N/mm2] |
158 |
163 |
178 |
[0099] Ähnliche Verbesserungen wurden auch bei Verwendung der übrigen in Tabelle 1 angegebenen
erfindungsgemäßen Produkte gefunden.
1. Verwendung von Verbindungen der Formel I
R
1 [O (EO)
x (AO)
y H]
z
worin bedeuten
R1 ein z-wertiger Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen
(EO) Ethylenoxyrest
(AO) Alkylenoxyrest mit 3 bis 10 C-Atomen
x eine Zahl von 3 bis 12, insbesondere 5 bis 10
y eine Zahl von 0 bis 10, insbesondere 4 bis 8
z eine Zahl von 1 bis 6, insbesondere 1 bis 3
zur Herstellung von Trägerflüssigkeiten für Abrasiva, insbesondere Schneidflüssigkeiten,
mit reduzierter Wasseraufnahme zum Abtragen von Werkstoff, insbesondere zum Sägen
von Wafern mit einer Drahtsäge, mit einem Wassergehalt von weniger als 1 Gew.-%.
2. Verwendung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Formel I bedeuten
R1 ein z-wertiger Alkylrest mit 5 bis 10 C-Atomen, insbesondere Pentyl.
3. Verwendung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, in einem Slurry zusammen
mit Schneidkörnern verwendet wird, wobei als Schneidkörner Metall-, Carbid-, Nitrid-,
Metalloxid-, Borid- oder Diamantkörner verwendet werden.
4. Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, bestehend aus wenigstens einer
Verbindung der Formel I
R
1 [O (EO)
x (AO)
y H]
z
worin bedeuten
R1 ein z-wertiger Alkylrest mit 5 bis 10 C-Atomen
(EO) Ethylenoxyrest
(AO) Alkylenoxyrest mit 3 bis 10 C-Atomen
x eine Zahl von 3 bis 12, insbesondere 5 bis 10
y eine Zahl von 0,5 bis 10, insbesondere 4 bis 8
z eine Zahl von 1 bis 6, insbesondere 1 bis 3, mit einem Wassergehalt von weniger
als 1 Gew.-%.
5. Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass R1 Pentyl ist.
6. Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktwinkel der Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit auf V2A-Stahl
bei 25 °C 25 bis 50° beträgt.
7. Verwendung einer Trägerflüssigkeit, insbesondere Schneidflüssigkeit, gemäß wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche zum Abtragen von Werkstoff, insbesondere beim Sägen
von Wafern aus einem zu schneidenden Gegenstand insbesondere Halbleiter, insbesondere
Silicium, mit einer Säge unter Verwendung von Schneidkörnern, insbesondere aus Siliciumcarbidkörnern.
8. Verwendung einer Trägerflüssigkeit gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche
zum Polieren von Werkstoffen, insbesondere zum Polieren von Wafern aus Silicium oder
von Werkstoffen aus Kunststoffen, insbesondere für die Linsenherstellung.
9. Verfahren zum Schneiden von Wafern aus einem Gegenstand mit einer Säge unter Verwendung
eines Slurries aus einer Schneidflüssigkeit und Schneidkörnern, insbesondere mit Schneidkörnern
aus Metall, einem Carbid, Nitrid, Oxid, Borid, Korund oder Diamant, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidflüssigkeit eine Schneidflüssigkeit gemäß wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche ist, die gegebenenfalls während oder nach Abtragen des Werkstoffs, insbesondere
nach dem Schneiden, zur Trennung des erhaltenen Abriebs aufgearbeitet wird.
10. Verfahren zum Polieren von Werkstoffen, insbesondere aus Silicium oder Kunststoffen,
unter Verwendung eines Slurries aus einer Trägerflüssigkeit und Abrasivstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägerflüssigkeit eine Trägerflüssigkeit gemäß wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche verwendet wird.
11. Verbindungen der Formel II
R
1 O (EO)
x (AO)
y H
worin bedeuten
R1 2-Methylbutyl oder 3-Methylbutyl und worin
(EO), (AO), x und y die in Anspruch 4 angegebene Bedeutung haben.
1. The use of compounds of the formula I
R
1 [O (EO, (AO)
y H]
z
where
R1 is a z-valent alkyl radical having from 1 to 20 carbon atoms
(EO) is an ethyleneoxy radical
(AO) is an alkyleneoxy radical having from 3 to 10 carbon atoms
x is an integer from 3 to 12, in particular from 5 to 10
y is an integer from 0 to 10, in particular from 4 to 8
z is an integer from 1 to 6, in particular from 1 to 3,
for producing carrier fluids for abrasives, in particular cutting fluids, having a
reduced water uptake for removal of material, in particular for sawing wafers by means
of a wire saw, having a water content of less than 1% by weight.
2. The use according to claim 1, wherein, in the formula I,
R1 is a z-valent alkyl radical having from 5 to 10 carbons, in particular pentyl.
3. The use according to at least one of the preceding claims, wherein the carrier fluid,
in particular cutting fluid, is used in a slurry together with cutting grains, where
metal, carbide, nitride, metal oxide, boride or diamond grains are used as cutting
grains.
4. A carrier fluid, in particular cutting fluid, consisting of at least one compound
of the formula I
R
1 [O (EO)
x (AO)
y H]
Z
where
R1 is a z-valent alkyl radical having from 5 to 10 carbon atoms
(EO) is an ethyleneoxy radical
(AO) is an alkyleneoxy radical having from 3 to 10 carbon atoms
x is an integer from 3 to 12, in particular from 5 to 10
y is an integer from 0.5 to 10, in particular from 4 to 8
z is an integer from 1 to 6, in particular from 1 to 3, having a water content of
less than 1% by weight.
5. The carrier fluid, in particular cutting fluid, according to claim 4, wherein R1 is pentyl.
6. The carrier fluid, in particular cutting fluid, according to claim 4, wherein the
contact angle of the carrier fluid, in particular cutting fluid, on V2A steel at 25°C
is from 25 to 50°.
7. The use of a carrier fluid, in particular cutting fluid, according to at least one
of the preceding claims for the removal of material, in particular during sawing of
wafers, from an object to be cut, in particular semiconductor, in particular silicon,
by means of a saw using cutting grains, in particular silicon carbide grains.
8. The use of a carrier fluid according to at least one of the preceding claims for polishing
materials, in particular for polishing wafers of silicon or of materials composed
of polymers, in particular for lens production.
9. A method of cutting wafers from an object by means of a saw using a slurry composed
of a cutting fluid and cutting grains, in particular cutting grains composed of metal,
a carbide, nitride, oxide, boride, α-alumina or diamond, wherein the cutting fluid
is a cutting fluid according to at least one of the preceding claims which is optionally
worked up to separate off the resulting abraded material during or after removal of
the material, in particular after cutting.
10. A method of polishing materials, in particular materials composed of silicon or polymers,
using a slurry composed of a carrier fluid and abrasive materials, wherein a carrier
fluid according to at least one of the preceding claims is used as carrier fluid.
11. A compound of the formula II
R
1 O (EO)
x (AO)
y H
where
R1 is 2-methylbutyl or 3-methylbutyl
and
(EO), (AO), x and y are as defined in claim 4.
1. Utilisation de composés de formule I
R
1[O(OE)
x(OA)
yH]
z
dans laquelle
R1 signifie un radical alkyle z-valent comprenant 1 à 20 atomes de carbone,
(OE) signifie un radical éthylénoxy,
(OA) signifie un radical alkylénoxy comprenant 3 à 10 atomes de carbone
x vaut un nombre de 3 à 12, de préférence de 5 à 10
y vaut un nombre de 0 à 10, de préférence de 4 à 8
z vaut un nombre de 1 à 6, de préférence de 1 à 3
pour la préparation de liquides porteurs pour des substances abrasives, en particulier
des liquides de coupe, présentant une absorption d'eau réduite pour l'usinage d'un
matériau, en particulier pour scier des tranches à l'aide d'une scie à fil, présentant
une teneur en eau inférieure à 1% en poids.
2. Utilisation selon la revendication 1,
caractérisée en ce que, dans la formule I
R1 signifie un radical alkyle z-valent comprenant 5 à 10 atomes de carbone, en particulier
pentyle.
3. Utilisation selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le liquide support, en particulier le liquide de coupe, est utilisé dans une suspension
ensemble avec des grains de coupe, en utilisant comme grains de coupe des grains de
métal, de carbure, de nitrure, d'oxyde de métal, de borure ou de diamant.
4. Liquide support, en particulier liquide de coupe, constitué par au moins un composé
de formule I
R
1[O(OE)
x(OA)
yH]
z
dans laquelle
R1 signifie un radical alkyle z-valent comprenant 5 à 10 atomes de carbone,
(OE) signifie un radical éthylénoxy,
(OA) signifie un radical alkylénoxy comprenant 3 à 10 atomes de carbone
x vaut un nombre de 3 à 12, de préférence de 5 à 10
y vaut un nombre de 0,5 à 10, de préférence de 4 à 8
z vaut un nombre de 1 à 6, de préférence de 1 à 3, présentant une teneur en eau inférieure
à 1% en poids.
5. Liquide support, en particulier liquide de coupe, selon la revendication 4, caractérisé en ce que R1 représente pentyle.
6. Liquide support, en particulier liquide de coupe, selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'angle de contact du liquide support, en particulier du liquide de coupe, sur de
l'acier V2A à 25°C vaut 25 à 50°.
7. Utilisation d'un liquide support, en particulier d'un liquide de coupe, selon au moins
l'une quelconque des revendications précédentes pour l'usinage d'un matériau, en particulier
lors du sciage de tranches à partir d'un objet à découper, en particulier un semi-conducteur,
en particulier en silicium, à l'aide d'une scie en utilisant des grains de coupe,
en particulier en grains de carbure de silicium.
8. Utilisation d'un liquide support selon au moins l'une quelconque des revendications
précédentes pour le polissage de matériaux, en particulier pour le polissage de tranches
en silicium ou de matériaux en matériaux synthétiques, en particulier pour la production
de lentilles.
9. Procédé pour découper des tranches à partir d'un objet à l'aide d'une scie en utilisant
une suspension constituée par un liquide de coupe et des grains de coupe, en particulier
des grains de coupe en métal, en carbure, en nitrure, en oxyde, en borure, en corindon
ou en diamant, caractérisé en ce que le liquide de coupe est un liquide de coupe selon au moins l'une quelconque des revendications
précédentes, qui est le cas échéant traité pendant ou après l'usinage du matériau,
en particulier après la découpe, pour séparer la matière usinée contenue.
10. Procédé pour le polissage de matériaux, en particulier en silicium ou en matériaux
synthétiques, en utilisant une suspension constituée par un liquide support et des
substances abrasives, caractérisé en ce qu'on utilise comme liquide support un liquide support selon au moins l'une quelconque
des revendications précédentes.
11. Composés de formule II
R
1O(OE)
x(OA)
yH
dans laquelle
R1 signifie 2-méthylbutyle ou 3-méthylbutyle et
(OE), (OA), x et y ont la signification indiquée dans la revendication 4.