(19)
(11) EP 2 602 126 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.06.2013  Patentblatt  2013/24

(21) Anmeldenummer: 12193531.6

(22) Anmeldetag:  21.11.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B60C 11/03(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 09.12.2011 DE 102011056234

(71) Anmelder: Continental Reifen Deutschland GmbH
30165 Hannover (DE)

(72) Erfinder:
  • Sevenich, Martin
    60438 Frankfurt (DE)
  • Plückers, Matthias
    30952 Ronnenberg (DE)

(74) Vertreter: Finger, Karsten 
Continental Aktiengesellschaft Vahrenwalder Strasse 9
30165 Hannover
30165 Hannover (DE)

   


(54) Fahrzeugluftreifen


(57) Fahrzeugluftreifen mit einem Laufstreifenprofil (1) mit Profilelementen (3, 6), wobei einige dieser Profilelemente (3, 6) Sacklöcher (8) aufweisen.
Zur verbesserten Haltbarkeit dieses Fahrzeugluftreifens sind die Profilelemente, welche die Sacklöcher (8) aufweisen, Profilblöcke (6a) einer über den Reifenumfang umlaufenden Profilblockreihe und die Profilblöcke (6a) dieser Schulterblockreihe liegen - im am Fahrzeug montierten Reifen - im zum Fahrzeuginneren weisenden Schulterbereich (5a).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen mit einem Laufstreifenprofil mit Profilelementen, wobei einige dieser Profilelemente Sacklöcher aufweisen.

[0002] Ein derartiger Fahrzeugluftreifen ist beispielsweise aus der DE 295 19 500 U1 bekannt. In der Beschreibungseinleitung der vorgenannten Druckschrift wird ein Hochgeschwindigkeits-PKW-Reifen beschrieben, der eine asymmetrische Laufstreifengestaltung für ein verbessertes Kurvenverhalten aufweist. In den Profilelementen des fahrzeugäußeren Laufstreifenbereiches sind Sacklöcher angeordnet. Welchen Effekt diese im fahrzeugäußeren Laufstreifenbereich angeordneten Sacklöcher bewirken, ist nicht explizit beschrieben.

[0003] "Profilelemente" sind Elemente die Profilpositive bilden, wie beispielsweise über den Laufstreifenumfang durchgängig umlaufende sogenannte Profilbänder oder durch Quernuten unterteilte sogenannte Profilblöcke.

[0004] Während des Betriebes des Reifens entsteht Wärme. Je stärker ein Reifen im Fahrbetrieb beansprucht wird, um so stärker ist dessen Wärmeentwicklung. Der Kautschuk, aus dem der Reifen im Wesentlichen besteht, ist bekanntermaßen ein schlechter Wärmeleiter. Daher kommt es insbesondere im Hochgeschwindigkeitseinsatz von PKW-Reifen im Laufstreifen zu hitzebedingten sogenannten Auskochungen. Auskochungen können sich in Form von Löchern zeigen, die im Profilelement durch thermische Zerstörung des Profilelementes entstehen. Der Reifen wird durch Auskochungen unbrauchbar.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen PKW-Luftreifen der eingangs genannten Art derart zu gestalten, dass dieser in seiner Dauerhaltbarkeit verbessert ist.

[0006] Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass die Profilelemente, welche die Sacklöcher aufweisen, Profilblöcke einer über den Reifenumfang umlaufenden Profilblockreihe sind und dass die Profilblöcke- im am Fahrzeug montierten Reifen - im zum Fahrzeuginneren weisenden Schulterbereich liegen.

[0007] "Schulterbereich" meint den Randbereich des Laufstreifenprofils , der je nach Reifenbreite und Profildesign ein oder mehrere Profilelemente beinhalten kann. "Sackloch" meint eine lochartige Aussparung, die jedoch das Bauteil -hier die maximale Profiltiefe- nicht vollständig durchdringt.

[0008] "Auslaufkante" meint diejenige Kante eines Profilblockes, welche quer zur Reifenumfangsrichtung angeordnet ist und welche im Reifendurchlauf als letzte Kante mit der Fahrbahnoberfläche Kontakt hat.

[0009] "Maximale Profiltiefe" meint den radialen Abstand von der Profiloberfläche bis zum tiefsten Nutgrund der Profilnuten.

[0010] Die zum Fahrzeuginneren weisende Schulterblockreihe des Reifenlaufstreifens ist im am Fahrzeug montierten Zustand durch den Radsturz des Fahrzeuges besonders belastet, so dass die Profilblöcke dieser fahrzeuginneren Schulterreihe besonders zu unerwünschten Auskochungen neigen. Überraschenderweise werden diese Auskochungen wirkungsvoll vermieden, wenn Sacklöcher in den Profilblöcken dieser fahrzeuginneren Schulterblockreihe angeordnet sind. Durch die Sacklöcher wird die Kühlung des Blockes verbessert, da die Oberfläche des Blockes zur Luft vergrößert wird und kurze Strecken der Wärmeableitung zur Umgebung realisiert sind, so dass die Auskochungen erst gar nicht entstehen.

[0011] Dabei wird die Steifigkeit des Blockes nur gering beeinflusst.

[0012] Vorteilhafterweise ist das Sackloch derart in dem Profilblock positioniert, dass die Längsachse des Sackloches in etwa parallel zur Radialrichtung des Reifens ausgerichtet ist. Vorteilhaft ist es, wenn jeder Profilblock der Schulterblockreihe, welche im zum Fahrzeuginneren weisenden Schulterbereich liegt, je ein Sackloch aufweist. Hierdurch ist die Dauerhaltbarkeit des Reifens weiterhin verbessert.

[0013] Zweckmäßig ist es, wenn - in Bezug auf die Reifenrotationsrichtung - das Sackloch in der hinteren, die Auslaufkante des Profilblockes beinhaltenden Profilblockhälfte angeordnet ist. Es hat sich gezeigt, dass Auskochungen in genau derjenigen Hälfte des Profilelementes entstehen, die die Auslaufkante des Profilblockes beinhaltet. Die kühlenden Sacklöcher dort anzuordnen, hat den Effekt, dass die Dauerhaltbarkeit des Reifens weiterhin verbessert ist.

[0014] Zweckmäßig ist es, wenn das Sackloch derart im Profilblock positioniert ist, dass die Sacklochkante wenigstens 5 mm von jeder Profilblockkante entfernt angeordnet ist. Die Stabilität des Profilblockes bleibt trotz des angeordneten Sackloches weitestgehend erhalten.

[0015] Vorteilhaft ist es, wenn das Sackloch an der Laufstreifenoberfläche einen Durchmesser von 5 mm bis 15 mm, vorzugsweise von 7 mm bis 9mm, aufweist. Bei zu kleinen Sacklöchern wird keine optimale Kühlwirkung erreicht und bei zu großen Sacklöchern ist ein Steifigkeitsabfall des Blockes zu verzeichnen.

[0016] Vorteilhaft ist es, wenn das Sackloch eine Tiefe von maximal der Profiltiefe, vorzugsweise eine Tiefe von 50% bis 100% der maximalen Profiltiefe aufweist. Je tiefer das Sackloch desto besser ist die Wärmeabfuhr, die je nach Konstruktion des Reifens in einem unterschiedlichen Bereich liegen kann.

[0017] Zweckmäßig ist es, wenn eine Nut im Profilblock angeordnet ist, welche das Sackloch mit einer diesen Profilblock begrenzenden Profilrille verbindet. Die Nut dient dem Ablassen der in dem Sackloch komprimierten Luft für ein optimiertes Geräuschverhalten des Reifens.

[0018] Zweckmäßig ist es, wenn das Sackloch in Profilaufsicht eine runde oder ovale Form aufweist, da damit keine Kerbwirkung auf die Struktur ausgeübt wird und im Fahrbetrieb keine Risse im Block auftreten.

[0019] Vorteilhaft ist es, wenn das Sackloch in etwa die Geometrie eines Kegelstumpfes aufweist, wobei der größere Durchmesser des Kegelstumpfes in der Ebene der Laufstreifenoberfläche und der kleinere Durchmesser im Profilelementinneren liegt sowie wobei die Längsachse des Kegelstumpfes in etwa der radialen Richtung des Reifens entspricht. Durch diese Gestaltung können im Fahrbetrieb aufgesammelte Objekte nicht im Sackloch stecken bleiben.

[0020] Vorteilhaft ist es, wenn der Fahrzeugluftreifen ein PKW-Reifen mit höherer Geschwindigkeitsanforderung ist. Hierunter fallen PKW-Reifen, die für Geschwindigkeiten von größer gleich 270 km/h geeignet sind.

[0021] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnungen, die ein schematisches Ausführungsbeispiel darstellen, näher beschrieben. Dabei zeigen die

Fig. 1 eine Aufsicht auf einen Abschnitt eines Laufstreifenprofils eines erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens;

Fig. 2 einen Querschnitt durch den Abschnitt des Laufstreifenprofils der Fig. 1 im Bereich des Schnittes A-A'.



[0022] Die Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf einen Abschnitt eines Laufstreifenprofils eines erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens, während Fig. 2 einen Schnitt A - A' durch diesen Abschnitt des Laufstreifenprofils der Fig. 1 zeigt. Beide Figuren werden nachfolgend gemeinsam beschrieben.

[0023] Das Laufstreifenprofil 1 des erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens weist Profilelemente auf. Diese Profilelemente sind im mittigen Bereich 2 des Laufstreifenprofiles 1 Profilbänder 3, welche durch in Reifenumfangsrichtung (Pfeil) umlaufende Längsnuten 4 in axialer Richtung voneinander getrennt angeordnet sind. Die Profilelemente in den Schulterbereichen 5a, 5b sind Profilblöcke 6a, 6b, welche in Reifenumfangsrichtung durch Quernuten 7 voneinander getrennt sind. Die Profilblöcke 6a bilden eine Schulterblockreihe, die -im am Fahrzeug montierten Reifen - zum fahrzeuginneren weist und sturzbelastet ist. Die Profilblöcke 6b bilden die andere Schulterblockreihe, die -im am Fahrzeug montierten Reifen - zum fahrzeugäußeren weist. Jeder Profilblock 6a der sturzbelasteten Schulterblockreihe weist je ein Sackloch 8 auf. Jedes Sackloch 8 ist - in Bezug auf die Reifenumfangsrichtung (Pfeil) - in der hinteren, die Auslaufkante 9 des Profilblockes 6a beinhaltende Profilblockhälfte angeordnet. Das Sackloch 8 ist derart im Profilblock 6a positioniert, dass die Sacklochkante wenigstens 5 mm von jeder Profilblockkante 9, 10 entfernt ist. Das Sackloch 8 weist an der Laufstreifenoberfläche einen Durchmesser 11 von 8 mm und eine Tiefe 12 von 75% der maximalen Profiltiefe 13 auf. In Aufsicht weist jedes Sackloch 8 eine runde Form auf.

Bezugszeichenliste



[0024] 
1...........
Laufstreifenprofil
2 .........
mittiger Bereich
3 .........
Profilband
4 .........
Längsnut
5a........
Schulterbereich (fahrzeuginnen)
5b .......
Schulterbereich (fahrzeugaußen)
6a........
Profilblock Schulterblockreihe (fahrzeuginnen)
6b .......
Profilblock Schulterblockreihe (fahrzeugaußen)
7 .........
Quernut
8 .........
Sackloch
9 .........
Auslaufkante
10 .......
Profilblockkante
11 .......
Durchmesser Sackloch
12 .......
Tiefe Sackloch
13 .......
maximale Profiltiefe
aR .......
axiale Richtung
rR .......
radiale Richtung



Ansprüche

1. Fahrzeugluftreifen mit einem Laufstreifenprofil (1) mit Profilelementen (3, 6), wobei einige dieser Profilelemente (3, 6) Sacklöcher (8) aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
dass die Profilelemente, welche die Sacklöcher (8) aufweisen, Profilblöcke (6a) einer über den Reifenumfang umlaufenden Profilblockreihe sind und dass die Profilblöcke (6a) dieser Schulterblockreihe - im am Fahrzeug montierten Reifen - im zum Fahrzeuginneren weisenden Schulterbereich (5a) liegen.
 
2. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Profilblock (6a) der Schulterblockreihe, welche im zum Fahrzeuginneren weisenden Schulterbereich (5a) liegt, je ein Sackloch (8) aufweist.
 
3. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass - in Bezug auf die Reifenumfangsrichtung - das Sackloch (8) in der hinteren, die Auslaufkante (9) des Profilblockes (6a) beinhaltende Profilblockhälfte angeordnet ist.
 
4. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sackloch (8) derart im Profilblock (6a) positioniert ist, dass die Sacklochkante wenigstens 5 mm von jeder Profilblockkante (9, 10) entfernt angeordnet ist.
 
5. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sackloch (8) an der Laufstreifenoberfläche einen Durchmesser (11) von 5 mm bis 15 mm, vorzugsweise von 7 mm bis 9mm, aufweist.
 
6. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sackloch (8) eine Tiefe (12) von bis zu 100% der maximalen Profiltiefe (13), vorzugsweise eine Tiefe (12) von 50% bis 100% der maximalen Profiltiefe (13) aufweist.
 
7. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Nut im Profilblock (6a) angeordnet ist, welche das Sackloch (8) mit einer diesen Profilblock (6a) begrenzenden Profilnut (4, 7) verbindet.
 
8. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sackloch (8) in Profilaufsicht eine runde oder ovale Form aufweist.
 
9. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sackloch (8) in etwa die Geometrie eines Kegelstumpfes aufweist, wobei der größere Durchmesser des Kegelstumpfes in der Ebene der Laufstreifenoberfläche und der kleinere Durchmesser im Profilelementinneren liegt sowie wobei die Längsachse in etwa der radialen Richtung des Reifens entspricht.
 
10. Fahrzeugluftreifen nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrzeugluftreifen ein PKWReifen mit höherer Geschwindigkeitsanforderung ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente