[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Etikettieren von Behältern
mit insbesondere elastischen Etikettenhülsen.
[0002] Behälter, wie beispielsweise Getränkeflaschen, lassen sich unter anderem durch das
Aufziehen elastischer Folienhülsen über die Behältermantelfläche etikettieren. Hierzu
beschreibt die
WO 2008/076718 eine karussellförmige Vorrichtung mit Etikettierstationen zum Aufbringen hochelastischer
Etikettenhülsen, bei denen jeweils mehrere im Wesentlichen parallel zueinander verlaufende
und umfänglich um eine zentrale Ausnehmung gruppierte Spreizfinger verwendet werden,
die Etikettenhülsen so weit aufzudehnen, dass die zu etikettierenden Behälter in die
Etikettenhülsen von unten eingeschoben werden können. Nach Zusammenfahren der Spreizfinger
kann der Behälter von einer Greifvorrichtung von oben mit dem aufgezogenen Etikett
aus den Spreizfingern herausgezogen werden. Die Übergabe der Etiketten von den Spreizfingern
an den Behälter wird dadurch erleichtert, dass während des Abstreifens der Etikettenhülse
von den Spreizfingern ein Druckluftkissen zwischen den Spreizfingern und den Etikettenhülsen
erzeugt wird.
[0003] In den bekannten Etikettiervorrichtungen können jedoch insbesondere bei der Etikettierung
von Behältern mit nichtrotationssymmetrischen Querschnitten die folgenden Probleme
auftreten. Das Material der Etikettenhülsen wird beim Aufdehnen in der Spreizeinheit
so stark strapaziert, dass das Etikett oder ein auf der Etikettenhülse vorgesehener
Aufdruck beschädigt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Etikettenhülsen für
Vierkantflaschen rotationssymmetrisch aufgedehnt werden. Die Etikettenhülse muss dann
zumindest so weit gedehnt werden, dass die Vierkantflasche in die kreisförmig geöffnete
Spreizeinheit passt. Die Etiketten sind nicht mit ausreichender Zuverlässigkeit in
der korrekten Drehlage auf den Behältern angebracht. Die Etikettenhülsen können beispielsweise
beim Anschlagen gegen die Spreizeinheiten zurückspringen und sich verdrehen.
[0004] Es besteht somit insgesamt der Bedarf für Etikettiervorrichtungen und Etikettierverfahren
für Folienhülsen, insbesondere elastische Etikettenhülsen, bei denen zumindest eines
der vorstehend beschriebenen Probleme abgemildert oder beseitigt werden kann.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird mit einer Vorrichtung zum Etikettieren von Behältern nach
Anspruch 1 gelöst. Neben Spreizeinheiten mit Spreizsegmenten, die von einer inneren
Stellung zum Aufnehmen der Etikettenhülsen in eine äußere Stellung zum Spreizen der
Etikettenhülsen für das anschließende Etikettieren auseinander bewegbar sind, umfasst
die Vorrichtung erfindungsgemäß eine Steuereinrichtung, mit der sich die Spreizsegmente,
insbesondere in Gruppen, gleichzeitig oder zeitlich überlappend mit unterschiedlichen
Spreizbewegungen beaufschlagen lassen. Dadurch können nichtrotationssymmetrische,
insbesondere achsensymmetrische Bewegungsabläufe der Spreizsegmente realisiert werden.
Ferner können zeitliche Abläufe und/oder charakteristische Stellungen beim Spreizen
an den Querschnitt der aufzunehmenden Etikettenhülsen und/oder den Querschnitt der
zu etikettierenden Behälter angepasst werden. Eine gruppenweise Ansteuerung vereinfacht
insbesondere die Erzeugung achsensymmetrischer Bewegungsabläufe. Erfindungsgemäße
Spreizbewegungen unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich der radialen Endposition
der Bewegung, der radialen Stellgeschwindigkeit, der Beschleunigungsrampen und/oder
Abbremsrampen, Startzeitpunkt und/oder Stoppzeitpunkt der Bewegung und dergleichen.
Die gleichzeitigen oder zeitlich überlappenden Spreizbewegungen beziehen sich auf
das gemeinsame Anfahren der Spreizsegmente einer vorgegebenen Stellung der Spreizeinheit.
Die Vorrichtung eignet sich insbesondere für elastische Etikettenhülsen, sogenannte
Stretch-Sleeves. Allerdings lassen sich auch Schrumpfetiketten mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung auf Vierkantflaschen oder anderen nichtrotationssymmetrischen Querschnitten
besonders Material schonend aufbringen. Ebenso können auch rotationssymmetrische Behälter
mit elastischen oder aufschrumpfbaren Etikettenhülsen besonders exakt in einer vorgegebenen
Drehlage etikettiert werden, indem die Drehlage der Etikettenhülsen durch Führen derselben
entlang an den Etikettenhülsen vorgesehener Faltkanten stabilisiert wird.
[0006] Vorzugsweise sind die Spreizsegmente um eine zentrale Ausnehmung zum Aufnehmen des
Behälters gelagert, insbesondere radial verschiebbar. Ferner lassen sich die Spreizsegmente
dann in wenigstens eine bezüglich der zentralen Ausnehmung nichtrotationssymmetrische
Stellung bewegen. Dadurch können die Spreizsegmente durch Verschieben sowohl in eine
erste, für das Spenden der Etikettenhülsen geeignete Stellung gefahren werden als
auch in eine zweite, für die Etikettenübergabe geeignete Stellung. Erfindungsgemäße
nichtrotationssymmetrische Stellungen sind beispielsweise Spendestellungen zum Aufnehmen
der gespendeten Etikettenhülsen, Dehnstellungen zum Einführen des Behälters in die
Etikettenhülsen und Etikettierstellungen zum Übergeben der Etikettenhülsen an die
Behälter.
[0007] Vorzugsweise lassen sich die Spreizsegmente in eine nichtrotationssymmetrische Dehnstellung
zum Dehnen der Etikettenhülsen bewegen, die mit einer Solldrehlage des zu etikettierenden
Behälters ausgerichtet ist. Dadurch lässt sich die für die Etikettierung notwendige
Dehnung der Etikettenhülsen bei nichtrotationssymmetrischen Behälterquerschnitten
reduzieren. Vorzugsweise lassen sich die Spreizsegmente in eine nichtrotationssymmetrische
Spendestellung zum Aufnehmen und Ausrichten der Etikettenhülsen bewegen, die mit einer
Solldrehlage der Etikettenhülse beim Spenden ausgerichtet ist. Dadurch kann die vorgegebene
Drehlage der Etikettenhülsen beim Etikettieren genauer eingehalten werden.
[0008] Vorzugsweise ist die nichtrotationssymmetrische Spendestellung bezüglich an den Etikettenhülsen
ausgebildeter Faltkanten derart ausgerichtet, dass die lichte Weite, oder anders ausgedrückt,
der Abstand zwischen einander gegenüber liegenden Spreizsegmenten im Bereich der Faltkanten
am größten ist. Insbesondere ist die Spendestellung achsensymmetrisch bezüglich einer
gedachten Verbindungslinie zwischen den Faltkanten. Auf diese Weise lässt sich die
Drehlage der Etikettenhülsen besonders einfach einstellen und/oder ein Verdrehen der
Etikettenhülse auf den Spreizeinheiten vermeiden.
[0009] Bei einer besonders günstigen Ausführungsform umfasst die Steuereinrichtung an den
Spreizeinheiten vorgesehene Kurvenscheiben mit wenigstens zwei unterschiedlichen Steuerkurven,
um die Spreizsegmente bei Drehung der Kurvenscheibe auf unterschiedliche radiale Abstände
voneinander weg zu bewegen. Dies ermöglicht eine besonders einfache Umsetzung der
Erfindung und/oder ein Nachrüsten herkömmlicher Spreizeinheiten mit der erfindungsgemäßen
Ansteuerung durch Austausch der Kurvenscheiben. Die Steuerkurven sind beispielsweise
unterschiedlich gekrümmte Steuernuten, in die an den Spreizsegmenten vorgesehene Steuernocken
eingreifen.
[0010] Bei einer weiteren besonders günstigen Ausführungsform sind für die Spreizsegmente
individuell ansteuerbare Stellantriebe, insbesondere Elektromotoren vorgesehen. Denkbar
sind allerdings ebenso andere individuell ansteuerbare Antriebe, beispielsweise pneumatische
Antriebe. Dadurch lassen sich besonders komplexe Bewegungsabläufe realisieren. Außerdem
können die Bewegungsabläufe durch Programmierung einfach an unterschiedliche Produktionsbedingungen
und/oder Behältertypen und/oder Etikettentypen angepasst werden.
[0011] Vorzugsweise sind an den Spreizsegmenten in umfänglicher Richtung wirkende Gleithilfen
für die Etikettenhülsen vorgesehen. Dadurch lassen sich ungleichmäßige Spannungen
und Dehnung der Etikettenhülsen reduzieren.
[0012] Die gestellte Aufgabe wird ferner gelöst mit einem Verfahren zum Etikettieren von
Behältern nach Anspruch 9. Diese eignet sich insbesondere für elastische Etikettenhülsen,
beispielsweise bestehend aus dem Grundmaterial LDPE. Demnach werden die Etikettenhülsen
auf Spreizeinheiten mit Spreizsegmenten geschossen die Etikettenhülsen für die nachfolgende
Etikettierung durch Auseinanderfahren der Spreizsegmente gespreizt. Erfindungsgemäß
werden die Spreizsegmente, insbesondere in Gruppen, gleichzeitig oder zeitlich überlappend
mit unterschiedlichen Spreizbewegungen beaufschlagt.
[0013] Vorzugsweise werden die Spreizbewegungen an den Querschnitt der Behälter und/oder
die Solldrehlage der Behälter beim Etikettieren angepasst. Beispielsweise werden die
Etikettenhülsen bei polygonalen Behälterquerschnitten auf einen näherungsweise entsprechenden
polygonalen Querschnitt gespreizt. Entsprechendes gilt für ovale, elliptische Querschnitte
und Kombinationen der genannten Grundformen. Dadurch lässt sich eine Überdehnung der
Etikettenhülsen vermeiden, insbesondere eine Schädigung von Aufdrucken auf den Etikettenhülsen.
[0014] Vorzugsweise werden die Spreizsegmente in eine nichtrotationssymmetrische Dehnstellung
zum Dehnen der Etikettenhülsen bewegt, die an den Querschnitt des Behälters derart
angepasst ist, dass der Abstand zwischen den Spreizsegmenten und dem Behälter höchstens
10 mm beträgt, insbesondere höchstens 5 mm. Dadurch lässt sich die Etikettenhülse
besonders schonend und genau aufbringen. Insbesondere kann die Etikettenhülse gleichmäßig
auf den gewünschten Querschnitt gedehnt werden, so dass Verzerrungen und/oder Beschädigungen
beim anschließenden Übergeben der Etikettenhülse an den Behälter minimiert werden.
[0015] Vorzugsweise werden die Spreizbewegungen für das Spenden der Etikettenhülsen an die
Drehlage der Etikettenhülsen angepasst. Da die Etikettenhülsen beim Spenden in der
Regel nicht rotationssymmetrisch, also mit kreisrundem Querschnitt, geöffnet sind
und Faltkanten aufweisen, kann die Drehlage beim Spenden durch nichtrotationssymmetrisches
Auseinanderfahren der Spreizsegmente stabilisiert und ein Zurückspringen und Verdrehen
der Etikettenhülsen von den Spreizeinheiten vermieden werden.
[0016] Vorzugsweise werden die Spreizbewegungen derart angepasst, dass wenigstens zwei Spreizsegmente
die Etikettenhülsen entlang an den Etikettenhülsen vorgesehener Faltkanten führen.
Dies ermöglicht eine besonders präzise Ausrichtung und/oder Stabilisierung der Drehlage.
[0017] Vorzugsweise werden die Spreizsegmente unterschiedlich schnell und/oder zeitlich
versetzt auseinander gefahren. Dadurch lassen sich komplexe Bewegungsabläufe realisieren
für das Spenden und Dehnen der Etikettenhülsen kombinieren. Außerdem kann einem lokalen
Überdehnen der Etikettenhülsen entgegen gewirkt werden.
[0018] Vorzugsweise haben die Behälter einen nichtrotationssymmetrischen Querschnitt. Besonders
geeignet sind polygonale Querschnitte mit abgerundeten Ecken, elliptische Querschnitte
und Kombinationen daraus.
[0019] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in der Zeichnung
dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Etikettiervorrichtung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung charakteristischer Betriebszustände einer Etikettierstation
der erfindungsgemäßen Etikettiervorrichtung;
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße Spreizeinheit;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die Spreizsegmente der Spreizeinheit in einer inneren Grundstellung;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf die Spreizsegmente der Spreizeinheit und eine schematisch angedeutete
Etikettenhülse in einer erfindungsgemäßen Spendestellung; und
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf die Spreizsegmente, eine schematisch angedeutete Etikettenhülse
und einen Behälter in einer erfindungsgemäßen Etikettierstellung.
[0020] Wie die Fig. 1 und 2 erkennen lassen, umfasst eine bevorzugte Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Etikettiervorrichtung 1 zum Anbringen elastischer Etikettenhülsen
2 an Behältern 3, wie beispielsweise Kunststoffflaschen, ein Etikettierrad 4, an dem
umfänglich gleichmäßig verteilt Etikettierstationen 5 vorgesehen sind. Diese umfassen
jeweils Spreizeinheiten 6 zum Aufnehmen und Spreizen der Etikettenhülsen 2, Positioniereinheiten
7 zum Aufnehmen und Anheben der zu etikettierenden Behälter 3 in die Spreizeinheiten
6, sowie Entnahmeeinheiten 8 zum Greifen eines mündungsseitigen Abschnitts der Behälter
3 und zum Herausziehen der Behälter 3 aus den Spreizeinheiten 6.
[0021] In der Fig. 1 sind ferner eine Steuereinheit 9 gezeigt, ein stationärer Etikettenspender
10, ein Einlaufsternrad 11 zum Zuführen der zu etikettierenden Behälter 3, und ein
Auslaufsternrad 12 zum Abtransportieren der etikettierten Behälter 3. Die in der Fig.
1 von dem Etikettierrad 4 verdeckten Positioniereinheiten 7 sind in der Fig. 2 schematisch
im Querschnitt dargestellt. Die prinzipielle Funktionsweise der erfindungsgemäßen
Etikettiervorrichtung 1 ist in der Fig. 2 anhand einer entlang der Transportrichtung
4a umlaufenden Etikettierstation 5 beispielhaft an den Positionen I bis IX dargestellt.
[0022] Demnach befindet sich die umlaufende Etikettierstation 5 an der Position I im Bereich
des stationären Etikettenspenders 10. An der Spreizeinheit 6 sind mehrere bewegliche
Spreizsegmente 6a um eine zentrale Ausnehmung 6b herum angeordnet. Beim Spenden sind
die Spreizsegmente 6a anfänglich in einer inneren Grundstellung R1, so dass sie eine
von dem Etikettenspender 10 gespendete Etikettenhülse 2 auffangen und mitnehmen können.
Hierbei werden die Etikettenhülsen 2 in bekannter Weise von einem ursprünglich flach
gefalteten und über einen Dorn gezogenen Folienschlauch 2a abgetrennt und mittels
schematisch angedeuteter Transportrollen 10a von oben über die vorbei laufenden Spreizsegmente
6a geschossen.
[0023] An der Position II ist die Etikettenhülse 2 um die Spreizsegmente 6a positioniert,
wobei diese in eine vorzugsweise asymmetrische Spendestellung R2 auseinander gefahren
sind, um die Etikettenhülse 2 in einer Soll-Spendedrehlage 13 zu stabilisieren und
ferner ein Zurückspringen der Etikettenhülse 2 von der Spreizeinheit 6 zu vermeiden.
Die Soll-Spendedrehlage 13 der Etikettenhülse 2 ist im Wesentlichen durch die Orientierung
des Folienschlauchs 2a im Etikettenspender 10 vorgegeben und durch die Lage der Faltkanten
2b des Folienschlauchs 2a charakterisiert. Die Faltkanten 2b bleiben im ungedehnten
Zustand der Etikettenhülse 2 sichtbar und verursachen einen in Richtung der Faltkanten
2b gestreckten Querschnitt der Etikettenhülse 2, wie aus der Fig. 5 deutlich wird.
An der Position II wird ferner ein zu etikettierender Behälter 3 von dem Einlaufsternrad
11 auf die Positioniereinheit 7 abgesetzt.
[0024] An der Position III ist die Spreizeinheit 6 beim Spreizen der Etikettenhülse 2 in
einer Zwischenstellung gezeigt, bei der alle Spreizsegmente 6a an der Etikettenhülse
2 anliegen. Diese kann in der Folge von den Spreizsegmenten 6a angesaugt werden, um
die Lage der Etikettenhülse 2 auf der Spreizeinheit 6 beim weiteren Spreizen und Dehnen
zu stabilisieren. Der Behälter 3 wird zudem von schwenkbaren Führungsschalen 7a im
Bereich der Positioniereinheit 7 stehend seitlich umschlossen, um den Behälter 3 von
dem Einlaufsternrad 11 an die Positioniereinheit 7 zu übernehmen.
[0025] An der Position IV hat die Etikettierstation 5 den Bereich des Einlaufsternrads 11
verlassen. Ferner sind die Spreizsegmente 6a in einer äußeren Dehnstellung R3 gezeigt,
bei der die Etikettenhülse 2 soweit aufgedehnt ist, dass der zu etikettierende Behälter
3 mit Hilfe der Positioniereinheit 7 durch die zentrale Ausnehmung 6b in die Spreizeinheit
6 angehoben werden kann. Die Hubbewegung 7a der Positioniereinheit 7 ist an der Position
V schematisch angedeutet, das Erreichen einer oberen Endposition zur nachfolgenden
Etikettenübergabe an der Position IV.
[0026] An der Position VII ist die Spreizeinheit 6 in einer Etikettierstellung R4, bei der
die Spreizsegmente 6a zur nachfolgenden Übergabe der Etikettenhülse 2 an den Behälter
3 heran gefahren sind. Ferner greift eine an der Entnahmeeinheit 8 vorgesehene Klammer
8a den mündungsseitigen Abschnitt des Behälters 3, so dass der Behälter 3 nachfolgend
mittels der Entnahmeeinheit 8 angehoben werden kann. Die zugehörige Hubbewegung ist
an der Position VII durch einen Pfeil angedeutet. Beim Herausziehen des Behälters
wird in bekannter Weise ein Überdruck an die Spreizsegmente 6a angelegt, um die Etikettenübergabe
mit Hilfe eines Druckluftkissens zwischen den Spreizsegmenten 6a und der Etikettenhülse
2 zu erleichtern. Ferner könnten an der Entnahmeeinheit 8 zusätzliche Klemmbacken
oder dergleichen vorgesehen sein, um den Reibschluss zwischen der Etikettenhülse 2
und dem Behälter 3 zu unterstützen und/oder herzustellen.
[0027] Die Position VIII zeigt den etikettierten nach dem Herausziehen aus der Spreizeinheit
6 und bei der Übergabe an den Auslaufstern 12.
[0028] In der Fig. 3 ist eine Ausführungsform der Spreizeinheit 6 abgebildet. Demnach umfasst
diese neben fingerförmigen Spreizsegmenten 6a ferner einen Antriebsmotor 6c, ein Getriebe
6d sowie eine Steuerscheibe 6e mit Steuernuten 6f, um ein Antriebsmoment vom Antriebsmotor
6c auf die Spreizsegmente 6a zu übertragen. Der Antriebsmotor 6c wird von der Steuereinheit
9 elektrisch angesteuert. Diese kann ferner zur Überwachung des Antriebsmoments des
Antriebsmotors 6c ausgebildet sein, um den Ablauf der Etikettierung zu überwachen.
[0029] Die Steuerscheibe 6e dient zur gemeinsamen Steuerung der Spreizsegmente 6a. Zu diesem
Zweck sind die Steuernuten 6f derart ausgebildet, dass die Spreizsegmente 6a bei Drehung
der der Steuerscheibe unterschiedlich weit von der zentralen Ausnehmung 6b weg bewegt
werden. Dazu sind vorzugsweise gekrümmte Steuernuten 6f mit unterschiedlichen Kurvenverläufen
vorgesehen, in den die Spreizsegmente 6a jeweils mittels Steuernocken geführt sind.
Die Spreizsegmente 6a sind hierbei vorzugsweise radial beweglich gelagert, so dass
die Drehung der Steuerscheibe 6e entlang der unterschiedlichen Steuernuten 6f gleichzeitig
unterschiedliche radiale Bewegungsmuster der zugeordneten Spreizsegmente 6a erzeugen.
[0030] An Stelle des gemeinsamen Antriebsmotors 6c für die Spreizsegmente 6a und der gemeinsamen
Steuerscheibe 6e könnten auch individuelle Antriebsmotoren (nicht gezeigt) für die
Spreizsegmente 6a vorgesehen sein, um die erfindungsgemäßen Stellungen der Spreizsegmente
6a zu erzeugen. Die Steuereinrichtung 9 ist dann entsprechend zur koordinierten Ansteuerung
der individuellen Antriebsmotoren ausgebildet. Mit Hilfe individuell ansteuerbarer
Antriebsmotoren für einzelne Spreizsegmente 6a lassen sich besonders komplexe zeitliche
Bewegungsabläufe der Spreizsegmente 6a realisieren und/oder durch Programmierung der
Steuereinheit 9 flexibel anpassen.
[0031] Die Fig. 3 zeigt ferner zur Außenseite der Spreizsegmente 6a hin offene Luftkanäle
6g, die über Druckleitungen mit elektrisch ansteuerbaren Ventilen verbunden sind,
so dass je nach Bedarf Druckluft oder Vakuum an den Spreizsegmenten 6a angelegt werden
kann. Mit der Druckluft wird während der Übergabe der Etikettenhülsen 2 an die Behälter
3 ein Luftpolster zwischen den Spreizsegmenten 6a und den Etikettenhülsen 2 erzeugt.
Das Vakuum dient zum Ansaugen der Etikettenhülsen 2 beim Einführen der Behälter 3
in die Spreizeinheiten 6, um die Etikettenposition bei Bedarf bis zum Beginn der Übergabe
an die Behälter 3 zu stabilisieren.
[0032] Anhand der Figuren 4 bis 6 wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Spreizeinheiten
6 beim Spenden und Dehnen der Etikettenhülse 2 verdeutlicht.
[0033] Demnach zeigt die Figur 4 eine Teilansicht der erfindungsgemäßen Spreizeinheit 6
in der inneren Grundstellung R1 von oben. Im Beispiel sind acht Spreizsegmente 6a
vorgesehen, die in der Grundstellung R1 aneinander stoßen. Es wäre jedoch eine davon
abweichende Anzahl der Spreizsegmente 6a denkbar, ebenso ein Abstand zwischen den
Spreizsegmenten 6a in ihrer Grundstellung R1. Zu erkennen ist außerdem die sterförmige,
radial verschiebbare Lagerung der Spreizsegmente 6a bezüglich der zentralen Ausnehmung
6b mit ihrer Mittelachse 6b'.
[0034] Die Figur 5 zeigt die Spreizeinheit 6 in der Spendestellung R2, bei der die radiale
Lage der Spreizsegmente 6a bezüglich des Mittelachse 6b' vorzugsweise nichtrotationssymmetrisch
ist. Insbesondere wird eine erste Gruppe G1 der Spreizsegmente 6a im Bereich der Faltkanten
2b der Etikettenhülse 2 weiter von der Mittelachse 6b' weg gefahren als die zwischen
den Faltkanten 2b liegenden Spreizsegmente 6a der Gruppen G2 und G3. Auf diese Weise
lässt sich die Etikettenhülse 2 im Bereich der Faltkanten 2b entlang der jeweils benachbarten
Spreizsegmente 6a führen und die Etikettenhülse 2 in der schematisch angedeuteten
Soll-Spendedrehlage 13 stabilisieren. Hierbei könnten die Spreizsegmente 6a je nach
deren Gesamtanzahl und je nach Ausprägung der Faltkanten 2b in beliebige Gruppen mit
unterschiedlichen Bewegungsabläufen unterteilt werden, sofern sich die Etikettenhülsen
2 in der Soll-Spendedrehlage 13 stabilisieren lassen. Vorzugsweise ist der Abstand
14 zwischen einander gegenüberliegenden Spreizelementen 6a (oder der Abstand der Spreizelemente
6a von der Mittelachse 6b') im Bereich der Faltkanten 2b größer als zwischen den übrigen
Spreizelementen 6a.
[0035] Wünschenswert ist ferner ein Abbremsen und/oder Verankern der Etikettenhülsen 2 an
den Spreizsegmenten 6a, um ein Zurückspringen der Etikettenhülsen 2 nach dem Anschlagen
gegen die Spreizeinheit 6 zu vermeiden. Dies kann durch ein geeignetes Auseinanderfahren
der Spreizsegmente 6a der in der Figur 5 beispielhaft angedeuteten Gruppen G2 und
G3 bewirkt werden. Dadurch lässt sich ein umfänglicher Kontakt der Etikettenhülse
2 herstellen, also ein gleichzeitiger Kontakt mit allen Spreizsegmenten 6a. Hierzu
könnten die Spreizsegmente 6a der Gruppen G1 - G3 nicht nur unterschiedlich weit auseinander
bewegt werden sondern auch zeitlich versetzt und/oder mit unterschiedlicher radialer
Spreizgeschwindigkeit. Die Spreizbewegungen einzelner Gruppen G1 - G3 oder einzelner
Spreizsegmente 6a könnten gleichzeitig und/oder zeitlich überlappend ablaufen. Ebenso
können die Etikettenhülsen 2 vor und/oder beim Anschlagen gegen die Spreizeinheit
6 an mindestens einem Spreizsegment 6a mit Unterdruck angesaugt werden, um ein Zurückspringen
und ein Verdrehen der Etikettenhülsen 2 zu vermeiden.
[0036] Die nichtrotationssymmetrische Spendestellung R2, insbesondere eine bezüglich der
Faltkante 2b achsensymmetrische Spendestellung R2, dient einer korrekten Ausrichtung
der Etikettenhülse 2 vor dem anschließenden Dehnen der Etikettenhülse 2 in die Dehnstellung
R3 und die Etikettierstellung R4. Die Etikettenhülse 2 wird in der Spendestellung
R2 vorzugsweise nicht nur in der Soll-Spendedrehlage 13 ausgerichtet sondern auch
in einer koaxiale Lage bezüglich der Spreizsegmente 6a und/oder im unteren Anschlag
gegen die Spreizeinheit 6.
[0037] Um die Etikettenhülse 2 um die Spreizsegmente 6a in geeigneter Weise auszurichten,
können Gleithilfen 6h an den Spreizsegmenten 6a vorgesehen sein. Diese könnten beispielsweise
glattflächig sein. Geeignet sind Kunststoffe, wie beispielsweise PTFE, oder polierte
Metalloberflächen und dergleichen. Denkbar wären auch geriffelte Oberflächen. Beispielsweise
könnte eine horizontale Riffelung ein Gleiten der Etikettenhülse 2 in umfänglicher
Richtung zum Anpassen ihrer Drehlage begünstigen und gleichzeitig einem Verrutschen
der Etikettenhülse 2 in vertikaler Richtung entgegen wirken.
[0038] Die Figur 6 zeigt die Spreizeinheit 6 in der Etikettierstellung R4, bei der die radiale
Lage der Spreizsegmente 6a bezüglich des Mittelachse 6b' der zentralen Ausnehmung
6b vorzugsweise nichtrotationssymmetrisch ist. Beispielsweise wird eine erste Gruppe
G1' der Spreizsegmente 6a weiter von der Mittelachse 6b' weg gefahren als eine zweite
Gruppen G2'.
[0039] Dadurch lässt sich der Querschnitt der von den Spreizsegmenten 6a gedehnten Etikettenhülse
2 an den Querschnitt 3a des zu etikettierenden Behälters 3 anpassen. Darunter ist
zu verstehen, dass die Etikettenhülse 2 beispielsweise bei einem rechteckigen Behälterquerschnitt
3a auf einen näherungsweise rechteckigen Querschnitt gespreizt wird, bei einem ovalen
Behälterquerschnitt auf einen näherungsweise ovalen Querschnitt und dergleichen. Dies
gilt ebenso für polygonale Querschnitte mit abgerundeten Ecken und dergleichen. Vorzugsweise
wird ein vorgegebener Abstand 15 zwischen der aufgespannten Etikettenhülse 2 und dem
Behälter 3 in der Etikettierstellung R4 und/oder in der Dehnstellung R3 nicht überschritten.
Dies ermöglicht eine gleichmäßige umfängliche Dehnung der Etikettenhülse 2 bei der
Übergabe an den Behälter 3. Der Abstand 15 beträgt vorzugsweise nicht mehr als 10
mm, insbesondere höchstens 5 mm. Außerdem kann die Etikettenhülse 2 in eine (schematisch
angedeutete) Soll-Etikettierdrehlage 16 ausgerichtet werden. Wie vorstehend für die
Spende-Drehlage 13 beschrieben ist, kann das Ausrichten der Drehlage durch die Gleithilfen
6h unterstützt werden. Außerdem kann der Behälter 3 mit Hilfe der nichtrotationssymmetrisch
angeordneten Spreizsegmente 6a in der Etikettierstellung R4 in eine korrekte Soll-Etikettierdrehlage
16' gezwungen werden, die idealer Weise mit der Soll-Etikettierdrehlage 16 der Etikettenhülse
2 übereinstimmt. Dies kann nach einem unabsichtlichen Verdrehen des Behälters 3 beim
Transportieren und/oder Anheben in die Spreizeinheit 6 vorteilhaft sein.
[0040] In vergleichbarer Weise können die Spreizsegmente 6a in der äußeren Dehnstellung
R3 der Spreizeinheit 6 nichtrotationssymmetrisch bezüglich der zentralen Ausnehmung
6b angeordnet sein (nicht gezeigt). Dadurch lässt sich der Behälter 3 nicht nur kollisionsfrei
in die Etikettenhülse 2 einführen sondern auch eine lokale Überdehnung der Etikettenhülse
2 vermeiden.
[0041] Um ein Überdehnen zu vermeiden, können die Spreizsegmente 6a gruppenweise oder einzeln
mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und/oder zeitlich versetzt auseinander gefahren
werden. Dies kann einer ungleichmäßigen Dehnung der Etikettenhülse 2 auf die nichtrotationssymmetrische
äußere Dehnstellung R3 und/oder die Etikettierstellung R4 entgegen wirken. Außerdem
begünstigt dies ein umfängliches Nachrutschen der Etikettenhülse bei ungleichmäßiger
Dehnung mit der Folge eines wünschenswerten umfänglichen Spannungsausgleichs in der
Etikettenhülse 2. Dies schont insbesondere Aufdrucke auf den Etikettenhülsen 2 trotz
fortschreitender Dehnung der Etikettenhülsen 2.
1. Vorrichtung zum Etikettieren von Behältern (3) mit insbesondere elastischen Etikettenhülsen
(2), umfassend Spreizeinheiten (6) mit Spreizsegmenten (6a), die von einer inneren
Stellung (R1) zum Aufnehmen der Etikettenhülsen in eine äußere Stellung (R3, R4) zum
Spreizen der Etikettenhülsen für das anschließende Etikettieren auseinander bewegbar
sind,
gekennzeichnet durch
eine Steuereinrichtung (9), mit der sich die Spreizsegmente, insbesondere in Gruppen
(G1 - G3, G1', G2'), gleichzeitig oder zeitlich überlappend mit unterschiedlichen
Spreizbewegungen beaufschlagen lassen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Spreizsegmente (6a) um eine zentrale Ausnehmung
(6b) zum Aufnehmen des Behälters (3) gelagert sind, insbesondere radial verschiebbar,
und wobei die Spreizsegmente sich in wenigstens eine bezüglich der zentralen Ausnehmung
nichtrotationssymmetrische Stellung (R2, R3, R4) bewegen lassen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei sich die Spreizsegmente (6a) in eine nichtrotationssymmetrische
Dehnstellung (R3, R4) zum Dehnen der Etikettenhülsen bewegen lassen, die mit einer
Solldrehlage (16') des zu etikettierenden Behälters (3) ausgerichtet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, wobei sich die Spreizsegmente (6a) in eine nichtrotationssymmetrische
Spendestellung (R2) zum Aufnehmen und Ausrichten der Etikettenhülsen (2) bewegen lassen,
die mit einer Solldrehlage (13) der Etikettenhülsen beim Spenden ausgerichtet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei die nichtrotationssymmetrische Spendestellung (R1)
bezüglich an den Etikettenhülsen ausgebildeter Faltkanten (2b) derart ausgerichtet
ist, dass der Abstand zwischen einander gegenüber liegenden Spreizsegmenten (6a) im
Bereich der Faltkanten am größten ist.
6. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei die Steuereinrichtung
(9) an den Spreizeinheiten (6) vorgesehene Kurvenscheiben (6e) mit wenigstens zwei
unterschiedlichen Steuerkurven (6f) umfasst, um die Spreizsegmente (6a) bei Drehung
der Kurvenscheiben auf unterschiedliche radiale Abstände voneinander weg zu bewegen.
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei für die Spreizsegmente
(6a) individuell ansteuerbare Stellantriebe, insbesondere Elektromotoren, vorgesehen
sind.
8. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei an den Spreizsegmenten
(6a) in umfänglicher Richtung wirkende Gleithilfen (6h) für die Etikettenhülsen (2)
vorgesehen sind.
9. Verfahren zum Etikettieren von Behältern (3) mit insbesondere elastischen Etikettenhülsen
(2), bei dem die Etikettenhülsen auf Spreizeinheiten (6) mit Spreizsegmenten (6a)
geschossen werden, und bei dem die Etikettenhülsen für die nachfolgende Etikettierung
durch Auseinanderfahren der Spreizsegmente gespreizt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Spreizsegmente, insbesondere in Gruppen (G1 - G3, G1', G2'), gleichzeitig oder
zeitlich überlappend mit unterschiedlichen Spreizbewegungen beaufschlagt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Spreizbewegungen an den Querschnitt der Behälter
(3) und/oder die Solldrehlage (16') der Behälter beim Etikettieren angepasst werden.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, wobei die Spreizsegmente (6a) in eine nichtrotationssymmetrische
Dehnstellung (R2, R3) zum Dehnen der Etikettenhülsen (2) bewegt werden, die an den
Querschnitt (3a) des Behälters (3) derart angepasst ist, dass der Abstand (15) zwischen
den Spreizsegmenten und dem Behälter höchstens 10 mm beträgt, insbesondere höchstens
5 mm.
12. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei die Spreizbewegungen
für das Spenden der Etikettenhülsen (2) an die Drehlage (13) der Etikettenhülsen angepasst
werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Spreizbewegungen derart angepasst werden, dass
wenigstens zwei Spreizsegmente (6a) die Etikettenhülsen (2) entlang an den Etikettenhülsen
vorgesehener Faltkanten (2b) führen.
14. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 9 bis 13, wobei die Spreizsegmente (6a)
unterschiedlich schnell und/oder zeitlich versetzt auseinander gefahren werden.
15. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 9 bis 14, wobei die Behälter (3) einen
nichtrotationssymmetrischen Querschnitt (3a) haben.