[0001] Die Erfindung betrifft eine Wirkmasse für ein beim Abbrand im Wesentlichen spektral
strahlendes pyrotechnisches Infrarotscheinziel mit Raumwirkung. Ein beim Abbrand im
Wesentlichen spektral strahlendes pyrotechnisches Infrarotscheinziel emittiert beim
Abbrand deutlich mehr Strahlung einer Wellenlänge von 3,5 bis 4,6 µm, d. h. eine Strahlung
im sogenannten B-Band, als Strahlung im Bereich einer Wellenlänge von 1,8 bis 2,6
µm, dem sogenannten A-Band. Das A-Band und das B-Band sind die Wellenlängen, die von
herkömmlichen Suchköpfen erfasst werden.
[0002] Ein Raumeffekt wird bisher durch den Einsatz von rotem Phosphor oder pyrophorischen
Systemen in Wirkmassen erreicht. Derartige Wirkmassen sind sicherheitstechnisch problematisch.
Der durch diese Wirkmassen erzeugte Raumeffekt ist stationär. Der stationäre Raumeffekt
ermöglicht es nicht, einem bildauflösenden Suchkopf ein fliegendes Düsenflugzeug vorzutäuschen,
wenn sich ein diese Wirkmasse enthaltendes Scheinziel beim Abbrand der Wirkmasse in
der Luft so schnell wie ein Düsenflugzeug bewegt. Beim Abbrand einer sich bewegenden
derartigen Wirkmasse erscheint diese für einen im B-Band sensitiven IR-Sensor nur
als punktförmige Strahlenquelle und nicht wie ein Düsentriebwerk eines Flugzeugs mit
Abgasfahne als punktförmige Strahlenquelle mit einem langen Schweif. Darüber hinaus
liegt ein verhältnismäßig hoher Anteil der spezifischen Leistung der beim Abbrand
derartiger Wirkmassen emittierten Strahlung im Wellenlängenbereich von 1,8 bis 2,6
µm. Die Strahlung weist damit einen verhältnismäßig hohen Anteil an Schwarzkörperstrahlung
auf.
[0003] Aus der
DE 42 44 682 A1 ist eine von einem Flugzeug abzuschießende pyrotechnische Täuschungsfackel zum Ablenken
von auf das Flugzeug zufliegenden Geschossen von dessen Gasaustritt mit mindestens
einer Tabelle, die in einem luftdichten, zerreißbaren Behälter enthalten ist, bekannt.
Dabei weist die Tablette ein kompakt gepresstes, im Wesentlichen blasenfreies Gebiet
separater Stücke einer Infrarotstrahlung emittierenden pyrotechnischen Zusammensetzung
auf, die ggf. in einem Grundmaterial eingebettet sind, wobei das Grundmaterial, falls
vorhanden, oder die getrennten Stücke, falls kein Grundmaterial vorhanden ist, aus
einer Gas freisetzenden Infrarotlicht emittierenden pyrotechnischen Zusammensetzung
besteht/bestehen. Der Behälter ist dabei so ausgebildet, dass er unter einem aus der
Verbrennung der pyrotechnischen Zusammensetzung resultierenden vorgegebenen Innendruck
reißt und die einzelnen Stücke freigibt, kurz nachdem im Wesentlichen alle Teile gezündet
wurden. Die aus dieser Druckschrift bekannten Wirkmassen emittieren beim Abbrand überwiegend
Strahlung im A-Band und nicht im B-Band. Durch die explosionsartige Freisetzung der
Stücke nach Zündung der pyrotechnischen Zusammensetzung beim Zerplatzen der Tablette
bildet sich eine Wolke aus der brennenden pyrotechnischen Zusammensetzung, die schnell
abgebremst wird und mit hoher Infrarotintensität für eine kurze Zeit brennt. Eine
derartige Täuschungsfackel ist nicht in der Lage, einem Suchkopf neuer Generation
ein schnell fliegendes Flugzeug vorzutäuschen, weil die Infrarotquelle durch die schnelle
Abbremsung in der Luft keine dem Flugkörper ähnliche Bewegung aufweist und daher einem
Abgasstrahl nicht ähnelt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Wirkmasse bereitzustellen, die beim
Abbrand mit hoher Strahlungsleistung stark spektral strahlt, d. h. einen verhältnismäßig
hohen Anteil an Strahlung im B-Band und einen verhältnismäßig geringen Anteil an Strahlung
im A-Band emittiert. Gleichzeitig soll die Wirkmasse beim Abbrand und bei gleichzeitiger
schneller Bewegung in der Luft einen starken Raumeffekt aufweisen, der einen Abgasstrahl
eines sich schnell bewegenden Düsenflugzeugs nachbildet. Darüber hinaus soll eine
Verwendung einer solchen Wirkmasse angegeben werden.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 7 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 6 und 8.
[0006] Erfindungsgemäß ist eine Wirkmasse für ein beim Abbrand im Wesentlichen spektral
strahlendes pyrotechnisches Infrarotscheinziel mit Raumwirkung vorgesehen. Diese Wirkmasse
umfasst eine erste beim Abbrand spektral strahlende Wirkmassenkomponente und eine
zweite beim Abbrand spektral strahlende Wirkmassenkomponenten. Die erste und die zweite
Wirkmassenkomponente umfassen jeweils mindestens einen Brennstoff und ein Oxidationsmittel
sowie ggf. ein Bindemittel. Die Wirkmasse ist dadurch inhomogen, dass die erste Wirkmassenkomponente
eine Matrix bildet, in der aus der zweiten Wirkmassenkomponente gebildete Partikel
eingebettet sind. Dabei sind die erste und die zweite Wirkmassenkomponente so gewählt,
dass das Verhältnis der Abbrandgeschwindigkeit der ersten Wirkmassenkomponente zur
Abbrandgeschwindigkeit der zweiten Wirkmassenkomponente mindestens 2:1 beträgt und
dass bei einem jeweils separat erfolgenden Abbrand der ersten und der zweiten Wirkmassenkomponente
an der Luft das Verhältnis zwischen der spezifischen Leistung der emittierten Strahlung
im Wellenlängenbereich von 3,5 bis 4,6 µm zur spezifischen Leistung der emittierten
Strahlung im Wellenlängenbereich von 1,8 bis 2,6 µm jeweils mindestens 5:1 beträgt.
[0007] Die erste Wirkmassenkomponente und die zweite Wirkmassenkomponente können dabei aus
gleichen oder unterschiedlichen Komponenten zusammengesetzt sein. Bei der ersten Wirkmassenkomponente
und der zweiten Wirkmassenkomponente kann es sich um beliebige bekannte Wirkmassen
handeln, welche die genannten Kriterien erfüllen. Dadurch lassen sich herkömmliche
Fertigungsprozesse einfach an die Herstellung der erfindungsgemäßen Wirkmasse anpassen.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Wirkmasse besteht darin, dass
diese Wirkmasse enthaltende Scheinziele wie bisherige Scheinziele aufgebaut sein können.
Es sind keine wesentlichen Änderungen in der Fertigung erforderlich. Es können im
Wesentlichen die gleichen Werkzeuge und Tablettengeometrien wie bei bisherigen Wirkmassen
verwendet werden. Die effektive Abbrandrate des Scheinziels kann durch die Wahl der
ersten und zweiten Wirkmassenkomponente so eingestellt werden, dass sie der Abbrandrate
bisher verwendeter Wirkmassen entspricht. Der Aufwand bei der Umstellung der Fertigung
auf die Fertigung von die erfindungsgemäße Wirkmasse enthaltenden Scheinzielen ist
daher gering.
[0008] Die erfindungsgemäße Wirkmasse erlaubt es, bekannte Wirkmassen mit einem hohen Verhältnis
zwischen der spezifischen Leistung der emittierten Strahlung im B-Band zur spezifischen
Leistung der emittierten Strahlung im A-Band (Spektralverhältnis) einzusetzen und
mit diesen Wirkmassen einen Raumeffekt zu erzeugen, obgleich diese Wirkmassen normalerweise
beim Abbrand einen Punktstrahler darstellen. Insbesondere erlaubt es die erfindungsgemäße
Wirkmasse, ein bei mit Raumwirkung abbrennenden bekannten Wirkmassen bisher nicht
erreichbares Spektralverhältnis von über 10:1 bereitzustellen.
[0009] Beim Abbrennen der Wirkmasse brennt die erste Wirkmassenkomponente ab und zündet
dabei die aus der zweiten Wirkmassenkomponente gebildeten Partikel an. Da die erste
Wirkmassenkomponente schneller als die zweite Wirkmassenkomponente abbrennt, werden
die brennenden Partikel freigesetzt, bevor sie vollständig abgebrannt sind. Wenn sich
die Wirkmasse beim Abbrand mit hoher Geschwindigkeit bewegt, werden die freigesetzten
brennenden Partikel schneller abgebremst als die gesamte Wirkmasse und es entsteht
ein Schweif. Da die Leistung einer im Flug abbrennenden Wirkmasse generell mit zunehmender
Geschwindigkeit abnimmt, bewirkt das Abbremsen der freigesetzten brennenden Partikel
durch den Luftwiderstand eine Erhöhung der Leistung im erzeugten Schweif. Gleichzeitig
wird durch das Abbremsen der brennenden Partikel in der Luft ein höheres Spektralverhältnis
erreicht. Eine höhere Leistung kann auch dadurch erreicht werden, dass die zweite
Wirkmassenkomponente so gewählt wird, dass die bei deren Abbrand emittierte Strahlung
deutlich mehr spezifische Leistung aufweist als die beim Abbrand der ersten Wirkmassenkomponente
emittierte Strahlung.
[0010] Durch das Verhältnis der Abbrandgeschwindigkeit der ersten Wirkmassenkomponente zur
Abbrandgeschwindigkeit der zweiten Wirkmassenkomponente lässt sich die Größe des Raumeffekts
sowie die Intensitätsverteilung innerhalb des von den abbrennenden Partikeln eingenommenen
Raums einstellen. Dadurch kann die Wirkmasse so eingestellt werden, dass die beim
Abbrand unter Bewegung emittierte Strahlung der Strahlung eines realen Düsentriebwerks
entspricht oder dieser Strahlung zumindest sehr nahe kommt. Je größer die Partikel
sind, desto länger und stärker wird der Raumeffekt bei einer sich beim Abbrand mit
hoher Geschwindigkeit bewegenden Wirkmasse. Gleichzeitig erscheinen die Partikel beim
Abbrand aber auch umso diskreter je größer sie sind. Dadurch nimmt die Dichte des
Schweifs ab. Es sollte daher jeweils für den Einzelfall, beispielsweise in Abhängigkeit
von der Geschwindigkeit des Scheinziels und dem nachzuahmenden Düsentriebwerk durch
die Wahl der Größe der Partikel ein Kompromiss zwischen Stärke und Dichte des Schweifs
gefunden werden.
[0011] Bei einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wirkmasse beträgt das Verhältnis der
Abbrandgeschwindigkeit der ersten Wirkmassenkomponente zur Abbrandgeschwindigkeit
der zweiten Wirkmassenkomponente mindestens 4:1, insbesondere mindestens 7:1, insbesondere
mindestens 10:1.
[0012] Die Partikel können eine Korngröße im Bereich von 0,5 bis 5 mm, insbesondere 0,5
bis 3 mm, aufweisen.
[0013] Bei einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wirkmasse sind die erste und die zweite
Wirkmassenkomponente so gewählt, dass bei einem jeweils separat erfolgenden Abbrand
der ersten und/oder der zweiten Wirkmassenkomponente an der Luft das Verhältnis zwischen
der spezifischen Leistung der emittierten Strahlung im Wellenlängenbereich von 3,5
bis 4,6 µm zur spezifischen Leistung der emittierten Strahlung im Wellenlängenbereich
von 1,8 bis 2,6 µm jeweils mindestens 8:1, insbesondere mindestens 11:1, insbesondere
mindestens 14:1, beträgt.
[0014] Bei einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wirkmasse ist diese in kein Behältnis
eingebettet oder allenfalls so in ein Behältnis eingebettet, dass sich bei deren Abbrand
kein das Behältnis zerstörender Überdruck in dem Behältnis aufbaut. Dadurch kann eine
explosionsartige Freisetzung der Partikel vermieden werden. Dies ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn die Wirkmasse sich beim Abbrand bewegt und dabei ein Raumeffekt
in Form eines Schweifs erzeugt werden soll. Bei einer explosionsartigen Freisetzung
der Partikel einer sich bewegenden Wirkmasse würde lediglich ein verhältnismäßig stationärer
Raumeffekt entstehen.
[0015] Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Verwendung der erfindungsgemäßen Wirkmasse für
die Herstellung eines sich beim Abbrand mit einer Geschwindigkeit von mindestens 150
m/s bewegenden pyrotechnischen Infrarotscheinziels vorgesehen. Es kann sich dabei
um ein pyrotechnisches Infrarotscheinziel handeln, welches sich mit mindestens 200
m/s, insbesondere mindestens 250 m/s, bewegt.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und Zeichnungen näher
erläutert.
Fig. 1 a bis c zeigen schematische Darstellungen der erfindungsgemäßen Wirkmasse vor
und am Beginn des Abbrands sowie bei fortgeschrittenem Abbrand.
[0017] Fig. 1 a zeigt die erfindungsgemäße Wirkmasse 10, welche aus einer von der ersten
Wirkmassenkomponente 12 gebildeten Matrix und darin eingebetteten Partikeln der zweiten
Wirkmassenkomponente 14 besteht. Nach Zündung der Wirkmasse 10 entsteht zunächst nur
die in Fig. 1 b dargestellte aus dem Abbrand der ersten Wirkmassenkomponente 12 resultierende
erste Flamme 16. Durch den Abbrand der ersten Wirkmassenkomponente 12 werden die Partikel
der zweiten Wirkmassenkomponente 14 freigesetzt. Gleichzeitig werden diese durch die
erste Flamme 16 entzündet. An den Partikeln der zweiten Wirkmassenkomponente 14 entsteht
jeweils die zweite Flamme 18. Da die Partikel der zweiten Wirkmassenkomponente 14
langsamer abbrennen als die erste Wirkmassenkomponente 12 brennen die Partikel der
zweiten Wirkmassenkomponente 14 nach deren Freisetzung an der Luft weiter. Dies ist
in Fig. 1 c für den Fall einer sich von der ersten Flamme 16 wegbewegenden Wirkmasse
10 dargestellt.
[0018] Aus sämtlichen der im Folgenden angegebenen Zusammensetzungen wurden jeweils Tabletten
mit einem Gewicht von 10 g hergestellt. Bei deren Abbrand konnte jeweils eine Raumwirkung
durch wegfliegende brennende Partikel der zweiten Wirkmassenkomponente festgestellt
werden.
Beispiel 1:
[0019]
| Stoff |
Typ |
Gewichtsprozent |
| erste Wirkmassenkomponente: |
Abbrandrate ca. 3 mm/s |
|
| Ammoniumperchlorat |
< 30 µm |
77,80 |
| HTPB |
Sartomer R45HT-M M=2800 |
10,32 |
| IPDI |
|
0,78 |
| Hexamethylentetramin |
|
11,0 |
| Eisenacetonylacetat |
|
0,10 |
| zweite Wirkmassenkomponente: |
Abbrandrate ca. 0,3 mm/s |
|
| Ammoniumperchlorat |
< 200 µm |
49,0 |
| Hexamethylentetramin |
|
32,0 |
| Hexogen |
feinkörnig |
14,0 |
| Eisenacetonylacetat |
|
0,1 |
| Magnesiumoxid |
|
1,0 |
| Epoxidharz |
Delo Monopox AD066 |
3,9 |
| "HTPB" steht für Hydroxyl-terminiertes Polybutadien und "IPDI" steht für Isophorondiisocyanat. |
[0020] Die erste Wirkmassenkomponente weist eine theoretische mittlere Dichte von 1678 kg/m
3 und die zweite Wirkmassenkomponente eine theoretische mittlere Dichte von 1633 kg/m
3 auf. Die Wirkmasse besteht zu 70 Gew.% aus der eine Matrix bildenden ersten Wirkmassenkomponente
und zu 30 Gew.% aus der in Form von darin eingebetteten Partikeln vorliegenden zweiten
Wirkmassenkomponente. Die Partikel der zweiten Wirkmassenkomponente weisen eine Korngröße
von 0,5 bis 3,0 mm auf.
Beispiel 2:
[0021]
| Stoff |
Typ |
Gewichtsprozent |
| erste Wirkmassenkomponente: |
Abbrandrate ca. 3 mm/s |
|
| Ammoniumperchlorat |
< 30 µm |
77,80 |
| HTPB |
Sartomer R45HT-M M=2800 |
10,32 |
| IPDI |
|
0,78 |
| Hexamethylentetramin |
|
11,0 |
| Eisenacetonylacetat |
|
0,10 |
| zweite Wirkmassenkomponente: |
Abbrandrate ca. 0,5 mm/s |
|
| Treibladungspulver |
Körnung: ca. 2-3 mm |
100 |
[0022] Die theoretische mittlere Dichte der ersten Wirkmassenkomponente beträgt 1678 kg/m
3. Die zweite Wirkmassenkomponente besteht hier aus dem käuflich zu erwerbenden Treibladungspulver
Vihtavuori 20N29 der Firma Eurenco Vihtavuori Oy, Ruutitehtaantie 80, 41330 Vihtavuori,
Finnland. Die Wirkmasse besteht zu 60 Gew.% aus der die Matrix bildenden ersten Wirkmassenkomponente
und zu 40 Gew.% aus Partikeln der zweiten Wirkmassenkomponente. Die Partikel der zweiten
Wirkmassenkomponente weisen dabei eine Korngröße im Bereich von 2 bis 3 mm auf.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 10
- Wirkmasse
- 12
- erste Wirkmassenkomponente
- 14
- zweite Wirkmassenkomponente
- 16
- erste Flamme
- 18
- zweite Flamme
1. Wirkmasse für ein beim Abbrand im Wesentlichen spektral strahlendes pyrotechnisches
Infrarotscheinziel mit Raumwirkung, umfassend eine erste beim Abbrand spektral strahlende
Wirkmassenkomponente und eine zweite beim Abbrand spektral strahlende Wirkmassenkomponente,
wobei die erste und die zweite Wirkmassenkomponente jeweils mindestens einen Brennstoff
und ein Oxidationsmittel umfassen,
wobei die Wirkmasse dadurch inhomogen ist, dass die erste Wirkmassenkomponente eine
Matrix bildet, in der aus der zweiten Wirkmassenkomponente gebildete Partikel eingebettet
sind,
wobei die erste und die zweite Wirkmassenkomponente so gewählt sind, dass das Verhältnis
der Abbrandgeschwindigkeit der ersten Wirkmassenkomponente zur Abbrandgeschwindigkeit
der zweiten Wirkmassenkomponente mindestens 2:1 beträgt und dass bei einem jeweils
separat erfolgenden Abbrand der ersten und der zweiten Wirkmassenkomponente an der
Luft das Verhältnis zwischen der spezifischen Leistung der emittierten Strahlung im
Wellenlängenbereich von 3,5 bis 4,6 µm zur spezifischen Leistung der emittierten Strahlung
im Wellenlängenbereich von 1,8 bis 2,6 µm jeweils mindestens 5:1 beträgt.
2. Wirkmasse nach Anspruch 1,
wobei das Verhältnis der Abbrandgeschwindigkeit der ersten Wirkmassenkomponente zur
Abbrandgeschwindigkeit der zweiten Wirkmassenkomponente mindestens 4:1, insbesondere
mindestens 7:1, insbesondere mindestens 10:1, beträgt.
3. Wirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Partikel eine Korngröße im Bereich von 0,5 mm bis 5 mm, insbesondere 0,5
mm bis 3 mm, aufweisen.
4. Wirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die erste und die zweite Wirkmassenkomponente so gewählt sind, dass bei einem
jeweils separat erfolgenden Abbrand der ersten und/oder der zweiten Wirkmassenkomponente
an der Luft das Verhältnis zwischen der spezifischen Leistung der emittierten Strahlung
im Wellenlängenbereich von 3,5 bis 4,6 µm zur spezifischen Leistung der emittierten
Strahlung im Wellenlängenbereich von 1,8 bis 2,6 µm jeweils mindestens 8:1, insbesondere
mindestens 11:1, insbesondere mindestens 14:1, beträgt.
5. Wirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Wirkmasse in kein Behältnis eingebettet ist oder nur so in ein Behältnis
eingebettet ist, dass sich bei deren Abbrand kein das Behältnis zerstörender Überdruck
in dem Behältnis aufbaut.
6. Wirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die erste und/oder die zweite Wirkmassenkomponente jeweils ein Bindemittel umfassen.
7. Verwendung der Wirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche für die Herstellung
eines sich beim Abbrand mit einer Geschwindigkeit von mindestens 150 m/s bewegenden
pyrotechnischen Infrarotscheinziels.
8. Verwendung nach Anspruch 7,
wobei sich das Infrarotscheinziel mit mindestens 200 m/s, insbesondere mindestens
250 m/s, bewegt.