[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschlaganordnung für Fenster, Türen oder
dergleichen mit einem Rahmen und mit einem Flügel zur Aufnahme der Beschlaganordnung.
[0002] Flügel von Fenstern, Türen und dergleichen sind in den verschiedensten Dimensionierungen
auf dem Markt und werden in vielen Fällen auch speziell angefertigt, um den jeweils
vorliegenden Anforderungen gerecht zu werden. Dabei tritt das Problem auf, dass für
jede Flügelgröße eine geeignete Beschlaganordnung bereitgestellt werden muss. Zwar
ist es grundsätzlich möglich, die entscheidenden Komponenten der Beschlaganordnung
maßgeschneidert zu fertigen, allerdings ist dies mit hohen Kosten verbunden. Es wurden
daher Beschlaganordnungen entwickelt, deren Ausgestaltung vor Ort individuell an die
jeweils vorliegenden Bedingungen angepasst werden kann. Beispielsweise wird eine Treibstange
der Beschlaganordnung mit Übermaß hergestellt und dann in geeigneter Weise zugeschnitten,
was allerdings mit einigem Arbeitsaufwand und insbesondere mit einem nicht unerheblichen
Materialverlust verbunden ist.
[0003] Es existieren auch sog. Teleskopbeschläge, die zur Anpassung an die jeweils vorliegende
Flügelgröße teleskopisch auseinandergezogen oder zusammengeschoben werden können.
Zwar sind derartige Beschläge in vielen Bereichen flexibel einsetzbar, allerdings
ist die durch das teleskopartige Auseinanderziehen und Zusammenschieben der entsprechenden
Komponenten erreichbare maximale Längenänderung meist relativ begrenzt. Außerdem können
Probleme auftreten, wenn ein Griff zur Betätigung der Beschlaganordnung asymmetrisch
an dem Flügel angeordnet ist, so dass ein Ende des Flügels auch in einem maximal ausgefahrenen
Zustand des Teleskopbeschlags nicht erreicht wird und/oder eine minimale Länge des
Teleskopbeschlags zu groß ist und dieser folglich auch in einem "eingefahrenen" Zustand
über ein Ende des Flügels hinaus ragt.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Beschlaganordnung zu schaffen, die
vielseitig einsetzbar ist und die auf einfache Weise an die jeweils vorliegende Flügelgröße
anpassbar ist. Die Beschlaganordnung soll überdies zuverlässig betätigbar sein, einfach
und robust aufgebaut sein und kostengünstig in der Herstellung sein.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch eine Beschlaganordnung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
[0006] Ausgehend von einer teleskopartig anpassbaren Beschlaganordnung mit einer Getriebestange
und einer Riegelstange, die für eine Montage der Beschlaganordnung an dem Flügel relativ
zueinander verschiebbar oder entkoppelbar sind und die in einem montierten Zustand
antriebswirksam miteinander koppelbar sind, wobei die Riegelstange an ihrem der Getriebestange
abgewandten Ende einen Funktionsabschnitt aufweist, der zumindest ein Funktionselement
zur Kopplung mit einer weiteren Komponente der Beschlaganordnung oder mit dem Rahmen
umfasst, weist die erfindungsgemäße Beschlaganordnung zusätzlich eine Verlängerungsschiene
auf. Die Verlängerungsschiene ist mit einem Funktionsabschnitt versehen, der zumindest
in funktioneller Hinsicht wie der Funktionsabschnitt der Riegelstange ausgebildet
ist. Zur Verlängerung der Riegelstange ist diese mit der Verlängerungsschiene koppelbar.
[0007] Mit anderen Worten wird ausgehend von einem herkömmlichen Teleskopbeschlag vorgeschlagen,
eine Verlängerungsschiene vorzusehen, die mit diesem koppelbar ist, so dass dessen
"Reichweite" erhöht werden kann. Die Verlängerungsschiene kann in unterschiedlichen
Längen bereitgestellt werden, so dass zusammen mit der "Reichweite" oder Teleskoplänge
des Teleskopmechanismus des Teleskopbeschlags ein breites Spektrum von Flügelgrößen
abgedeckt werden kann. Der Unterschied von einer Verlängerungsschienenlänge zur nächsten
wird dabei durch die Teleskoplänge des Teleskopmechanismus des herkömmlichen Teleskopbeschlags
bestimmt.
[0008] Um die Kompatibilität der erfindungsgemäßen Beschlaganordnung mit weiteren herkömmlichen
Beschlagkomponenten - etwa einem Mittenverschluss zugeordneten Komponenten - und/oder
mit Funktionskomponenten des Rahmens sicherzustellen, ist der Funktionsabschnitt der
Verlängerungsschiene zumindest in funktioneller Hinsicht so ausgebildet wie der Funktionsabschnitt
der Riegelstange. D.h. die weiteren Beschlagkomponenten können problemlos mit der
Verlängerungsschiene gekoppelt werden, ohne dass konstruktive Änderungen erforderlich
sind. Auch die Funktionskomponenten des Rahmens müssen nicht angepasst werden.
[0009] Weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in der Beschreibung, den
Ansprüchen und den beigefügten Figuren angegeben.
[0010] Beispielsweise umfasst die Beschlaganordnung ein Koppelelement zur Betätigung eines
Mittenverschlusses des Flügels, das mit der Verlängerungsschiene und der Riegelstange
kompatibel und koppelbar ist. So kann etwa eine Treibstange des Mittenverschlusses
über das Koppelelement mit der Riegelstange oder - falls die Teleskoplänge des Teleskopmechanismus
nicht ausreichend ist - mit der Verlängerungsschiene gekoppelt werden.
[0011] Die Beschlaganordnung kann eine einen freien Endabschnitt der Verlängerungsschiene
und/oder der Riegelstange zumindest abschnittsweise abdeckende Endabdeckung aufweisen,
die mit einer Stulpschiene koppelbar ist, die eine dem Mittenverschluss zugeordnete
Treibstange zumindest teilweise abdeckt. Das Vorsehen einer mit der Stulpschiene des
Mittenverschlusses koppelbaren Endabdeckung erleichtert die korrekte Montage der Stulpschiene
und trägt zu einer robusteren und sichereren Ausgestaltung der Beschlaganordnung bei.
[0012] Die Endabdeckung kann eine Öffnung aufweisen, durch die in einem montierten Zustand
ein an der Verlängerungsschiene ausgebildeter Stangenausschluss oder ein an der Riegelstange
ausgebildeter Stangenausschluss ragt, wobei der Stangenausschluss der Verlängerungsschiene
und der Stangenausschluss der Riegelstange funktionell gleichwirkend, insbesondere
im Wesentlichen gleich ausgebildet sind.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform sind die Verlängerungsschiene und die Riegelstange in
einem montierten Zustand der Verlängerungsschiene zumindest abschnittsweise überlappend
angeordnet, um eine zuverlässige Montage der beiden genannten Komponenten zu vereinfachen.
Die Verlängerungsschiene und/oder die Riegelstange können in dem überlappenden Bereich
gekröpft ausgebildet sein, um beispielsweise zu gewährleisten, dass sich die Verlängerungsschiene
und die Riegelstange im Wesentlichen in einer gemeinsamen Ebene erstrecken. Beispielsweise
weist die Verlängerungsschiene einen gekröpften Abschnitt auf, der zur Aufnahme der
Riegelstange geeignet ist und/oder umgekehrt. Es kann grundsätzlich aber auch vorgesehen
sein, dass beide Komponenten in dem überlappenden Bereich gekröpft sind, um die gewünschte
relative räumliche Anordnung der Verlängerungsschiene und der Riegelstange zu erzielen.
[0014] Die Verlängerungsschiene kann in einem montierten Zustand mittels eines Sicherungsmittels
an der Riegelstange gesichert sein. Das Sicherungsmittel ist insbesondere eine Abdeckschiene,
wobei die Riegelstange zumindest abschnittsweise zwischen der Verlängerungsschiene
und der Abdeckschiene angeordnet ist. Diese "Sandwich"-Bauweise sorgt für eine zuverlässige
Kopplung der Riegelstange und der Verlängerungsschiene und ist konstruktiv einfach.
Der Abdeckschiene kommt dabei eine Doppelfunktion zu. Zum einen dient sie als Sicherungsmittel,
zum anderen fungiert sie letztlich zumindest abschnittsweise als Stulpschiene.
[0015] Die Verlängerungsschiene kann einen Zapfen aufweisen, der in einem montierten Zustand
der Verlängerungsschiene durch eine Öffnung der Riegelstange ragt. Durch diese Ausgestaltung
sind die Verlängerungsschiene und die Riegelstange auf einfache Weise gegen eine relative
Bewegung in deren Längsrichtung gesichert. Letztlich werden die beiden genannten Komponenten
somit in Aktuierungsrichtung der Beschlaganordnung miteinander gekoppelt. Es versteht
sich aber, dass auch andere Kopplungsmechanismen - beispielsweise basierend auf einer
reinen Klemmwirkung - grundsätzlich ebenfalls vorgesehen sein können.
[0016] Der Zapfen kann an der der Verlängerungsschiene abgewandten Seite der Riegelstange
durch ein Sicherungsmittel - beispielsweise die vorstehend bereits erwähnte Abdeckschiene
- gegen eine Bewegung aus der Öffnung gesichert sein. Insbesondere ist der Zapfen
pilzförmig ausgebildet und ragt in einem montierten Zustand des Sicherungsmittels
durch eine Öffnung des Sicherungsmittels, wobei das Sicherungsmittel einen Pilzkopf
des Zapfens hintergreift. Die Öffnung des Sicherungsmittels kann beispielsweise ein
Langloch mit verbreitertem Einführabschnitt sein.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform sind die Endabdeckung und/oder die Abdeckschiene an dem
Flügel befestigbar, insbesondere ragen Befestigungselemente zur Befestigung der Endabdeckung
und/oder der Abdeckschiene in einem montierten Zustand der Beschlaganordnung durch
an der Verlängerungsschiene und/oder der Riegelstange vorgesehene Öffnungen. Um eine
zur Betätigung der Beschlaganordnung erforderliche Bewegbarkeit der relevanten Komponenten
der Beschlaganordnung sicherzustellen, können die Öffnungen Langlöcher sein.
[0018] Die Verlängerungsschiene und die Riegelstange können mit einem Riegelzapfen zur Verriegelung
des Flügels versehen sein, wobei ein Abstand des Riegelzapfens der Verlängerungsschiene
von ihrem der Riegelstange abgewandten Ende einem entsprechenden Abstand des Riegelzapfens
der Riegelstange von ihrem der Verlängerungsschiene zugewandten Ende gleicht, um einen
Kompatibilität der Beschlaganordnung auch in einem verlängerten Zustand der Riegelstange
zu gewährleisten.
[0019] Grundsätzlich sind verschiedene Ausgestaltungen eines Kopplungsmechanismus vorstellbar,
durch den die Getriebestange und die Riegelstange miteinander koppelbar sind. Beispielsweise
ist der Kopplungsmechanismus derart ausgestaltet, dass er für eine Montage der Beschlaganordnung
an dem Flügel von einer Freigabestellung in eine Kopplungsstellung bringbar ist, wobei
die Getriebestange und die Riegelstange in der Freigabestellung im Wesentlich frei,
insbesondere stufenlos gegeneinander bewegbar sind. In der Kopplungsstellung sind
die Getriebestange und die Riegelstange miteinander antriebswirksam verbunden. Der
Kopplungsmechanismus kann auch so ausgestaltet sein, dass er diskrete relative Positionierungen
der Getriebestange und der Riegelstange definiert.
[0020] Sowohl eine frei oder stufenlos verstellbare Ausgestaltung des Kopplungsmechanismus
als auch ein Kopplungsmechanismus mit diskreter Positionierungsfunktion kann zumindest
eine an der Getriebestange ausgebildete Verzahnung und zumindest eine an der Riegelstange
ausgebildete Verzahnung aufweisen, die direkt oder indirekt miteinander gekoppelt
sind.
[0021] Beispielsweise kann ein sog. Zahnkästchen zum Einsatz gelangen, das an der Getriebe-
oder der Riegelstange angeordnet ist. Es weist z.B. einen im Wesentlichen U-förmigen
Querschnitt auf, wobei an innenliegenden Längsseiten des Zahnkästchens Verzahnungen
angeordnet sind, die mit komplementär ausgebildeten Gegenverzahnungen koppelbar sind,
die der Riegel- bzw. der Getriebestange zugeordnet sind. Durch die Verzahnung und
die Gegenverzahnung werden diskrete Kopplungszustände der Riegel- und der Getriebestange
definiert.
[0022] Gemäß einer alternativen Bauweise des Kopplungsmechanismus ist an der Getriebestange
und der Riegelstange jeweils zumindest eine Verzahnung angeordnet, die über zumindest
ein Zahnrad miteinander gekoppelt sind. Wenn man eine Drehachse des Zahnrads fixiert,
so werden auch die beiden Stangen fest miteinander gekoppelt. Lässt man das Zahnrad
frei rotieren, können die Stangen relativ zueinander verschoben werden.
[0023] Es ist auch möglich, das Zahnrad in einem Schlitten zu lagern, der entlang der Längsachse
der beiden Stangen verschiebbar ist, sodass eine Art gegenläufiges Getriebe entsteht.
Eine Bewegung der Getriebestange führt dann zu einer gegenläufigen Bewegung der Riegelstange.
[0024] Gemeinsam ist den beiden vorstehend beschriebenen Ausgestaltungen des Kopplungsmechanismus
mit raumfest angeordnetem bzw. verschiebbarem Zahnrad, dass sie eine im Wesentlichen
stufenlose relative Positionierung der beiden Stangen ermöglicht.
[0025] Gemäß einer einfachen Konstruktion des Kopplungsmechanismus weist dieser zumindest
eine an der Getriebestange oder zumindest eine an der Riegelstange ausgebildete Verzahnung
auf, die mit einem an der Riegelstange bzw. der Getriebestange vorgesehenen Rastmechanismus
zusammenwirkt.
[0026] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung rein beispielhaft anhand einer vorteilhaften
Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 bis 5
- einen Abschnitt einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Beschlaganordnung in verschiedenen
Montageschritten,
- Fig. 6 und 7
- Teile der in den Fig. 1 bis 5 gezeigten Ausführungsform in einer Seitenansicht und
- Fig. 8 und 9
- vergrößerte Ausschnitte der in den Fig. 1 bis 5 gezeigten Ausführungsform in einem
vormontierten Zustand.
[0027] Fig. 1 zeigt eine teilzerlegte Beschlaganordnung 10 mit einer Riegelstange 12, die
in einem montierten Zustand wiederum mit einer Getriebestange (nicht gezeigt) antriebswirksam
gekoppelt ist. Zu Justierungs- und Montagezwecken ist die Riegelstange 12 relativ
zu der Getriebestange verschiebbar oder von dieser vollständig entkoppelt. Mit anderen
Worten kann die Längserstreckung der Beschlaganordnung 10 durch eine Relativverschiebung
der Riegelstange 12 und der Getriebestange an die jeweils vorliegenden Abmessungen
eines Flügels eines Fensters, einer Tür oder dergleichen angepasst werden, an dem
die Beschlaganordnung 10 montiert werden soll. Verschiedene Arten der Kopplung der
Riegelstange 12 und der Getriebestange sind vorstellbar und wurden eingangs bereits
kurz beispielhaft beschrieben, so dass an dieser Stelle nicht mehr darauf eingegangen
werden muss. Bedeutsam ist jedoch, dass die Beschlaganordnung 10 eine durch einen
die Riegelstange 12 und die Getriebestange koppelnden Kopplungsmechanismus variabel
einstellbare Längserstreckung aufweist.
[0028] Wie eingangs erläutert, ist die durch den Kopplungsmechanismus bewirkbare Längenänderung
der Beschlaganordnung 10 allerdings oftmals nicht ausreichend, um den jeweiligen Bedingungen
Rechnung zu tragen. Es ist daher eine Verlängerungsschiene 14 vorgesehen, die mit
der Riegelstange 12 koppelbar ist.
[0029] Wie der Fig. 1 zu entnehmen ist, ist ein der Riegelstange 12 abgewandtes Ende der
Verlängerungsschiene 14 im Wesentlichen so ausgebildet, wie ein vor der Verbindung
mit der Verlängerungsschiene 14 freies Ende der Riegelstange 12. Sowohl die Riegelstange
12 als auch die Verlängerungsschiene 14 weisen einen Riegelzapfen 16 auf, der zur
Verriegelung des der Beschlaganordnung 10 zugeordneten Flügels an dem entsprechenden
Rahmen vorgesehen ist.
[0030] Ferner sind die Riegelstange 12 und die Verlängerungsschiene 14 jeweils mit einem
Stangenausschluss 18, Langlöchern 20, 20' sowie Löchern 22, 22' versehen. Die vorstehend
beschriebenen Komponenten sind zumindest in funktioneller Hinsicht gleichwirkend ausgebildet
und angeordnet, so dass das mit den genannten Komponenten versehene Ende der Verlängerungsschiene
14 zumindest funktionell das freie Ende der Riegelstange 12 nachbildet. Dies wiederum
hat zur Folge, dass mit den genannten Komponenten zusammenwirkende Bestandteile der
Beschlaganordnung 10 und oder des Rahmens nicht verändert werden müssen, wenn die
Verlängerungsschiene 14 zum Einsatz gelangt. Die Verlängerungsschiene 14 weist ferner
ein Langloch 20" auf, das in einem montierten Zustand der Schiene 14 mit dem Langloch
20 der Riegelstange 12 fluchtet.
[0031] Fig. 1 zeigt außerdem einen Stulpschienenabschnitt 24 und eine Endabdeckung 26, die
bei der Montage der Verlängerungsschiene 14 an der Riegelstange 12 zum Einsatz gelangen,
wie nachfolgend anhand der Figuren 2 bis 5 erläutert wird.
[0032] Zunächst wird ein Zapfen 28 der Verlängerungsschiene 14 in das Loch 22 der Riegelstange
12 eingeführt, wodurch die Stange 12 und die Schiene 14 miteinander gekoppelt werden.
Um zu erreichen, dass die Verlängerungsschiene 14 im Wesentlichen in derselben Ebene
bewegbar ist, wie das ursprünglich freie Ende der Riegelstange 12 - was schon allein
aus Komptabilitätsgründen wünschenswert ist -, ist die Verlängerungsschiene 14 in
dem der Riegelstange 12 zugewandten Abschnitt gekröpft ausgebildet. Gleiches gilt
umgekehrt für die Riegelstange 12.
[0033] Nach Abschluss des ersten Montageschritts ist das ursprünglich freie Ende der Riegelstange
12 im gekröpften Bereich der Verlängerungsschiene 14 angeordnet - und umgekehrt -,
was in Fig. 2 zu sehen ist. Die Riegelstange 12 und die Verlängerungsschiene 14 überlappen
sich dadurch in einem Überlappungsbereich 30.
[0034] In dem nächsten Montageschritt wird der Stulpschienenabschnitt 24 montiert. Der Stulpschienenabschnitt
24 weist Langlöcher 32, 32' auf, die dem Riegelzapfen 16 der Riegelstange 12 bzw.
dem Zapfen 28 zugeordnet sind. Während das Langloch 32 sicherstellt, dass der Riegelzapfen
16 relativ zu dem Stulpschienenabschnitt 24, der sich zur Abdeckung der beweglichen
Teile der Beschlaganordnung 10 im Wesentlichen direkt an einen Stulpschienenabschnitt
24' der Riegelstange 12 anschließt, verschiebbar bleibt, ist das Langloch 32' vorgesehen,
um die Verbindung zwischen der Riegelstange 12 und der Verlängerungsschiene 14 zu
sichern. Dazu wird der Zapfen 28 in ein Einführloch 34 des Langlochs 32' eingeführt.
Anschließend wird der Stulpschienenabschnitt 24 in Längsrichtung verschoben. Dabei
hintergreift der Stulpschienenabschnitt 24 einen pilzförmigen Kopf des Zapfens 28,
wodurch der Stulpschienenabschnitt 24 und die Verlängerungsschiene 14 gegen ein Abheben
gesichert und somit sicher miteinander gekoppelt sind. Letztlich wird somit das zu
Beginn der Montage freie Ende der Riegelstange 12 zwischen dem Stulpschienenabschnitt
24 und dem gekröpften Bereich der Verlängerungsschiene 14 fixiert, wie in Fig. 3 gezeigt
ist.
[0035] Auf das freie Ende der Verlängerungsschiene 14 wird anschließend die Endabdeckung
26 aufgesteckt (siehe auch Fig. 4 und 5), die zur Abdeckung des freien Endes der Verlängerungsschiene
14 dient und damit auch eine abdeckende Funktion ähnlich einer Stulpschiene aufweist.
Ein an der Endabdeckung 26 vorgesehenes und dem Riegelzapfen 16 zugeordnetes Langloch
32" entspricht funktionell dem Langloch 32 des Stulpschienenabschnitts 24.
[0036] Die Endabdeckung 26 ist mit einer Öffnung 38 versehen, die den Durchtritt des Stangenausschlusses
18 ermöglicht. Ferner weist die Endabdeckung 26 einen Kopplungsabschnitt 40 auf, der
hakenartig ausgebildet ist und der dadurch eine Kopplung mit einer Stulpschiene ermöglicht,
die wiederum einen Mechanismus eines Mittenverschluss zumindest teilweise abdeckt.
Diese Kopplungsfunktion erleichtert die Montage der dem Mittenverschluss zugeordneten
Komponenten und erhöht die Stabilität der Beschlaganordnung 10 insgesamt.
[0037] Da die Funktionskomponenten des freien Endes der Verlängerungsschiene 14 und die
entsprechenden Komponenten der Riegelstange 12 im Wesentlichen gleich ausgebildet
und angeordnet sind, kann die Endabdeckung 26 auch problemlos an der Riegelstange
12 befestigt werden, falls die Verlängerungsschiene 14 nicht benötigt wird.
[0038] Fig. 5 zeigt einen vormontierten Zustand der Beschlaganordnung 10. Diese wird dann
mittels durch Montagelöcher 42 der Komponenten 26, 24, 24' geführte Befestigungsschrauben
(nicht gezeigt) an dem Flügel befestigt. Durch die Langlöcher 20, 20', 20" wird sichergestellt,
dass die Riegelstange 12 und die Verlängerungsschiene 14 trotz der Befestigungsschrauben
relativ zu den Komponenten 26, 24, 24' verschiebbar bleiben.
[0039] Fig. 6 zeigt einen Ausschnitt der Beschlaganordnung 10 in einer Seitenansicht, um
die pilzförmige Ausgestaltung des Kopfes des Zapfens 28 zu verdeutlichen. Wie vorstehend
bereits beschrieben, dient er zusammen mit dem Stulpschienenabschnitt 24 zur Sicherung
der Kopplung zwischen der Riegelstange 12 und der Verlängerungsschiene 14. Falls eine
Abdeckung der Stange 12 und der Schiene 14 nicht unbedingt erforderlich ist, kann
der Stulpschienenabschnitt 24 auch so ausgestaltet sein, dass er im Wesentlichen nur
als Sicherungsmittel dient. Er kann dann wesentlich kürzer ausgebildet sein, da er
letztlich nur das Langloch 32' bereitstellen muss.
[0040] Fig. 7 zeigt eine Seitenansicht der Verlängerungsschiene 14 in einem montierten Zustand
in einer Seitenansicht. Diese Ansicht verdeutlicht, dass die Beschlaganordnung 10
auch bei montierter Verlängerungsschiene 14 sehr flach ausgebildet ist. Außerdem wird
durch die gewählte Darstellung die Ausgestaltung des Kopplungsabschnitts 40 deutlich,
der - wie bereits beschrieben - eine einfache Kopplung mit weiteren Komponenten der
Beschlaganordnung 10 ermöglicht.
[0041] Fig. 8 zeigt eine Detailansicht der Beschlaganordnung 10 in einem Bereich um den
Zapfen 28. Die gestrichelten Linien deuten einen Abschnitt A an, der in etwa ausreichend
wäre, wenn der Stulpschienenabschnitt 24 lediglich zur Sicherung der Verbindung zwischen
der Riegelstange 12 und der Verlängerungsschiene 14 dienen soll. In diesem Abschnitt
A müsste dann zumindest ein Montageloch 42 vorgesehen sein, damit der Stulpschienenabschnitt
24 am Flügel befestigt werden kann.
[0042] Fig. 9 zeigt eine Detailansicht des freien Endes der Verlängerungsschiene 14 mit
aufgesteckter Endabdeckung 26. Der Stangenausschluss 18 durchtritt die Öffnung 38
der Endabdeckung 26 und kann so zur Verriegelung des Flügels an dem ihm zugeordneten
Rahmen beitragen.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 10
- Beschlaganordnung
- 12
- Riegelstange
- 14
- Verlängerungsschiene
- 16
- Riegelzapfen
- 18
- Stangenausschluss
- 20, 20', 20", 32, 32', 32"
- Langloch
- 22, 22'
- Loch
- 24, 24'
- Stulpschienenabschnitt
- 26
- Endabdeckung
- 28
- Zapfen
- 30
- Überlappungsbereich
- 34
- Einführloch
- 38
- Öffnung
- 40
- Kopplungsabschnitt
- 42
- Montageloch
- A
- Funktionsabschnitt
1. Beschlaganordnung für Fenster, Türen oder dergleichen mit einem Rahmen und mit einem
Flügel zur Aufnahme der Beschlaganordnung, die eine Getriebestange und eine Riegelstange
(12) umfasst, die für eine Montage der Beschlaganordnung an dem Flügel relativ zueinander
verschiebbar oder entkoppelbar sind und die in einem montierten Zustand antriebswirksam
miteinander koppelbar sind, wobei die Riegelstange (12) an ihrem der Getriebestange
abgewandten Ende einen Funktionsabschnitt aufweist, der zumindest ein Funktionselement
(16, 18, 20, 20', 22, 22') zur Kopplung mit einer weiteren Komponente der Beschlaganordnung
oder dem Rahmen umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschlaganordnung eine Verlängerungsschiene (14) umfasst, die einen Funktionsabschnitt
(16, 18, 20, 22, 22') aufweist, der zumindest in funktioneller Hinsicht wie der Funktionsabschnitt
(16, 18, 20, 20', 22, 22') der Riegelstange (12) ausgebildet ist, wobei die Riegelstange
(12) zur Verlängerung mit der Verlängerungsschiene (14) koppelbar ist.
2. Beschlaganordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Beschlaganordnung ein Koppelelement zu Betätigung eines Mittenverschlusses des
Flügels umfasst, das mit der Verlängerungsschiene (14) und der Riegelstange (12) kompatibel
und/oder koppelbar ist.
3. Beschlaganordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Beschlaganordnung eine einen freien Endabschnitt der Verlängerungsschiene (14)
und/oder der Riegelstange (12) zumindest abschnittsweise abdeckende Endabdeckung (26)
aufweist, die mit einer Stulpschiene koppelbar ist, die eine einem Mittenverschluss
zugordnete Treibstange zumindest teilweise abdeckt.
4. Beschlaganordnung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Endabdeckung (26) eine Öffnung (38) aufweist, durch die in einem montierten Zustand
ein an der Verlängerungsschiene (14) ausgebildeter Stangenausschluss (18) oder ein
an der Riegelstange (12) ausgebildeter Stangenausschluss (18) ragt, wobei der Stangenausschluss
(18) der Verlängerungsschiene (14) und der Stangenausschluss (18) der Riegelstange
(12) funktionell gleichwirkend, insbesondere im Wesentlichen gleich ausgebildet sind.
5. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Verlängerungsschiene (14) und die Riegelstange (12) in einem montierten Zustand
der Verlängerungsschiene (14) zumindest abschnittsweise überlappen, insbesondere wobei
die Verlängerungsschiene (14) und/oder die Riegelstange (12) zumindest in dem überlappenden
Bereich gekröpft ausgebildet sind.
6. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlängerungsschiene (14) in einem montierten Zustand mittels eines Sicherungsmittels,
insbesondere mittels einer Abdeckschiene (24) an der Riegelstange (12) gesichert ist,
wobei die Riegelstange (12) zumindest abschnittsweise zwischen der Verlängerungsschiene
(14) und der Abdeckschiene (24) angeordnet ist.
7. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlängerungsschiene (14) einen Zapfen (28) aufweist, der in einem montierten
Zustand der Verlängerungsschiene (14) durch eine Öffnung (22) der Riegelstange (12)
ragt.
8. Beschlaganordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zapfen (28) an der der Verlängerungsschiene (14) abgewandten Seite der Riegelstange
(12) durch ein Sicherungsmittel gegen eine Bewegung aus der Öffnung (22) gesichert
wird, wobei das Sicherungsmittel insbesondere eine Abdeckschiene (24) ist.
9. Beschlaganordnung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zapfen (28) pilzförmig ausgebildet ist und dass er in einem montierten Zustand
des Sicherungsmittels (24) durch eine Öffnung des Sicherungsmittels (24), insbesondere
ein Langloch (32') mit verbreitertem Einführabschnitt (34) ragt, wobei das Sicherungsmittel
(24) einen Pilzkopf des Zapfens (28) hintergreift.
10. Beschlaganordnung nach zumindest einem der Ansprüche 3, 4 oder 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Endabdeckung (26) und/oder die Abdeckschiene (24) an dem Flügel befestigbar sind,
insbesondere wobei Befestigungselemente zur Befestigung der Endabdeckung (26) und/oder
der Abdeckschiene (24) in einem an dem Flügel montierten Zustand der Beschlaganordnung
durch an der Verlängerungsschiene (14) und/oder der Riegelstange (12) vorgesehene
Öffnungen, insbesondere Langlöcher (20, 20', 20") ragen.
11. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlängerungsschiene (14) und die Riegelstange (12) mit einem Riegelzapfen (16)
zur Verriegelung des Flügels versehen sind, wobei ein Abstand des Riegelzapfens (16)
der Verlängerungsschiene (14) von ihrem der Riegelstange (12) abgewandten Ende einem
entsprechenden Abstand des Riegelzapfens (16) der Riegelstange (12) von ihrem der
Verlängerungsschiene (14) zugewandten Ende gleicht.
12. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Getriebestange und die Riegelstange (12) über eine Kopplungsmechanismus miteinander
gekoppelt sind, der für eine Montage der Beschlaganordnung an dem Flügel von einer
Freigabestellung in eine Kopplungsstellung bringbar ist, wobei die Getriebestange
und die Riegelstange (12) in der Freigabestellung im Wesentlichen frei, insbesondere
stufenlos gegeneinander bewegbar sind, und wobei die Getriebestange und die Riegelstange
(12) in der Kopplungsstellung antriebswirksam miteinander verbunden sind.
13. Beschlaganordnung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Getriebestange und die Riegelstange (12) über einen Kopplungsmechanismus miteinander
gekoppelt sind, der diskrete relative Positionierungen der Getriebestange und der
Riegelstange (12) definiert.
14. Beschlaganordnung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kopplungsmechanismus zumindest eine an der Getriebestange ausgebildete Verzahnung
und zumindest eine an der Riegelstange (12) ausgebildete Verzahnung aufweist, die
direkt oder indirekt miteinander gekoppelt sind.
15. Beschlaganordnung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kopplungsmechanismus zumindest eine an der Getriebestange oder zumindest eine
an der Riegelstange (12) ausgebildete Verzahnung aufweist, die mit einem an der Riegelstange
(12) bzw. der Getriebestange vorgesehenen Rastmechanismus zusammenwirkt.