[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkammer für eine Gasturbine mit
- mindestens einer ersten und einer zweiten Brenneranordnung, und
- mindestens einem ersten und zweiten Brennkammerabschnitt,
- wobei die erste Brenneranordnung im Bereich des ersten Brennkammerabschnitts angeordnet
ist und zur Verbrennung eines ersten in dem ersten Brennkammerabschnitt zu zündenden
ersten Arbeitsgasstromes ausgebildet ist, und
- die zweite Brenneranordnung im Bereich des stromab des ersten Brennkammerabschnitts
angeordneten zweiten Brennkammerabschnitts angeordnet ist und zur Verbrennung eines
in dem zweiten Brennkammerabschnitt zu zündenden zweiten Arbeitsgasstroms ausgebildet
ist,
- wobei sich der zweite Arbeitsgasstrom mit dem ersten Arbeitsgasstrom vermischt und
an einem Ausgang der Brennkammer ein gemeinsames Turbineneintrittsprofil erzeugt,
- und die zweite Brenneranordnung entlang des Umfangs des zweiten Brennkammerabschnitts
angeordnete Einleitpassagen zur Einleitung eines Brennstoff/Luft-Gemisch umfasst,
wobei die Einleitpassagen wenigstens einen in den zweiten Brennkammerabschnitt mündenden
Austritt mit einem Austrittsquerschnitt aufweisen.
[0002] Bekannte Gasturbinen umfassen neben einer Brennkammer einen Verdichter und eine Turbine.
Der Verdichter verdichtet der Gasturbine zugeführte Luft, wobei ein Teil dieser Luft
der Verbrennung von Brennstoff in der Brennkammer dient und ein Teil zur Kühlung der
Gasturbine und/oder der Verbrennungsgase verwendet wird. Die durch den Verbrennungsvorgang
in der Brennkammer bereitgestellten heißen Gase werden aus der Brennkammer in die
Turbine eingeleitet, wobei sie in dieser entspannen und abkühlen und hierbei unter
Leistung von Arbeit Turbinenschaufeln in Rotation versetzen. Mittels dieser Rotationsenergie
treibt die Gasturbine eine Arbeitsmaschine an. Bei der Arbeitsmaschine kann es sich
beispielsweise um einen Generator handeln.
[0003] Moderne Gasturbinen sollen in einem weiten Betriebsbereich den Anforderungen bezüglich
Schadstoffemissionen und Umweltfreundlichkeit genügen. Die Erfüllung dieser Anforderungen
hängt wesentlich von dem in der Gasturbine eingesetzten Verbrennungssystem ab. Zur
Reduktion der Emissionen von Stickoxiden (NOx) können beispielsweise magere Vormischungen
des Brennstoffs verwendet werden. Die Emission von Stickoxiden lässt sich auch durch
eine Reduzierung der Verweilzeit der Gase in der Brennkammer positiv beeinflussen.
Zur Erzielung eines hohen Wirkungsgrades der Gasturbine werden hohe Turbineneintrittstemperaturen
angestrebt, die mit hohen Flammentemperaturen in der Brennkammer einhergehen. Hier
sind die erwähnten Vormischflammen aufgrund der hohen thermischen Leistungsdichte
anfällig für thermoakustische Instabilitäten und die NOx-Emissionen nehmen mit steigender
Flammentemperatur exponentiell zu. Auf der anderen Seite ist ein Betrieb der Gasturbine
bei möglichst niedrigen Lasten und Flammentemperaturen notwendig, um den Anforderungen
der Kraftwerksbetreiber gerecht zu werden. Hier wird der Betriebsbereich nach unten
hin durch die bei unvollständigem Ausbrand entstehenden Kohlenmonoxidemissionen (CO)
begrenzt. Daher ist es wünschenswert, den Betriebsbereich der Gasturbine in beide
Richtungen zu erweitern.
[0004] Durch die Anordnung einer axial zu einer ersten Brenneranordnung verschobenen angeordneten
zweiten Brenneranordnung, verringert sich die Verweilzeit der mittels der zweiten
Brenneranordnung erzeugten Verbrennungsgase in der Brennkammer, so dass mittels einer
derartigen zweiten axialen Stufe eine Verringerung der Stickoxidemissionen erreicht
werden kann. Durch eine geeignete Fahrweise kann die Beaufschlagung der Axialstufe
mit Brennstoff erst bei relativ hohen Lasten erfolgen. Bei niedrigeren Lasten wird
die Brennstoffzufuhr zur axialen Stufe komplett abgeschaltet und diese verhält sich
dann wie ein Luftbypass. Dadurch kann die Primärzone selbst bei sehr tiefen Lasten
mit einer hohen lokalen Flammentemperatur betrieben werden, welche für einen guten
Ausbrand und entsprechend niedrige CO-Emissionen sorgt.
Die luftgestütze Axialstufe dient daher gleichermaßen einer Erweiterung des Betriebsbereiches
des Verbrennungssystems zu niedrigeren und höheren Lasten.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer der eingangs genannten
Art und eine Gasturbine mit einer solchen Brennkammer anzugeben, die in einem weiten
Betriebsbereich besonders schadstoffarm und ausfallsicher betrieben werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Brennkammer der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass der Austrittsquerschnitt eine in Hauptströmungsrichtung verlängerte
Austrittsform hat.
[0007] Durch die in Richtung der Hauptströmung verlängerte Austrittsform der Einleitpassagen
kann bei geringem bis gar keinem Hereinragen in die Heißgasströmung eine gegenüber
klassischen Einleitpassagen mit kreisförmigem Austrittsquerschnitt hohe Eindringtiefe
bei gleicher Querschnittsfläche erreicht werden. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit
von Flammenrückschlag in die Einleitpassagen und reduziert generell die thermische
Belastung der Einleitpassagen.
[0008] Erfindungsgemäß weist wenigstens eine der Einleitpassagen einen Austrittsquerschnitt
mit in Hauptströmungsrichtung verlängerter Austrittsform auf. Dies ist so zu verstehen,
dass bei in radialer Richtung in den Brennkammerabschnitt hineinragender Einleitpassage
der Austrittsquerschnitt in Hauptströmungsrichtung einen größeren Durchmesser aufweist
als quer hierzu in Umfangsrichtung des Brennkammerabschnitts. Analoges gilt, wenn
die Einleitpassage schräg in den Brennkammerabschnitt hineinragt. Bei der Hauptströmungsrichtung
handelt es sich um die Hauptströmungsrichtung des Arbeitsgases in der Brennkammer
und nicht um die Strömungsrichtung des Brennstoff/Luftgemisches in der Einleitpassage.
Erfindungsgemäß können alle oder eine Anzahl der Einleitpassagen einen Austrittsquerschnitt
mit in Hauptströmungsrichtung verlängerter Austrittsform aufweisen, wobei die Verlängerung,
also das Verhältnis der beiden Durchmesser des Austrittsquerschnitts, von Einleitpassage
zu Einleitpassage variieren kann. Je nach Grad der Verlängerung lässt sich dadurch
die Eindringtiefe des Brennstoff/Luft-Gemisches variieren und das Temperaturprofil
am Turbineneintritt derart einstellen, dass eine Reduzierung der Schadstoffemissionen
ermöglicht wird. Dies ermöglicht zudem indirekt einen geringeren Kühlluftverbrauch
der Maschine.
Auch wird durch die hohe Eindringtiefe des Brennstoff/LuftGemisches ein verbesserter
Vermischungsprozess zwischen dem ersten Arbeitsgasstrom der Primärzone aus dem ersten
Brennkammerabschnitt und dem in der zweiten Axialstufe eingedüsten zweiten Arbeitsgasstrom
ermöglicht, wodurch die NOx-Bildung reduziert wird.
Die Einstellung des Turbineneintrittprofils - also die Geschwindigkeits- und Temperaturverteilung
am Austritt der Brennkammer bzw. dem Eintritt der Turbine- kann neben einer Reduzierung
der Schadstoffemissionen auch eine die Turbinenschaufeln schonende Anpassung berücksichtigen.
Dieses Profil bestimmt maßgeblich den Kühlluftverbrauch und somit gleichermaßen den
Wirkungsgrad wie die NOx-Emissionen der Maschine. Ein derartiges Turbineneintrittsprofil
kann beispielsweise am Ausgang der Brennkammer ein über die Fläche des Ausgangs aneinander
angeglichenes Temperaturprofil aufweisen. Je nach konkreter Ausgestaltung der Brennkammer
und der Turbine können auch hiervon abweichende Temperaturprofile besonders reduzierte
Schadstoffemissionen ermöglichen und zu einer Schonung der Turbine beitragen.
[0009] Die erste Brenneranordnung zur Verbrennung eines ersten in dem ersten Brennkammerabschnitt
zu zündenden ersten Arbeitsgasstroms ist mit mindestens einer Brennstoffzufuhrleitung
verbindbar und weist mindestens einen Luftzufuhranschluss auf. Die erste Brenneranordnung
kann an dem dem Verdichter zugewandten Ende der Brennkammer angeordnet sein. Die erste
Brenneranordnung kann eine Vielzahl an Brennern umfassen, die beispielsweise in axial
zueinander versetzt angeordneten Gruppen am stromauf gelegenen Beginn des ersten Brennkammerabschnitts
angeordnet sein können.
[0010] Die zweite Brenneranordnung kann bei Bedarf der ersten Brenneranordnung zuschaltbar
sein. Im zugeschalteten Zustand stellt die zweite Brenneranordnung beispielsweise
ein Brennstoff/Luft Gemisch bereit, wobei der Brennstoff mit der Luft in der Einleitpassage
gemischt wird. Die Brenneranordnung kann im Bereich des zweiten Brennkammerabschnitts
derart angeordnet sein, dass die zweite Brenneranordnung außerhalb der Brennkammer
in Umfangsrichtung um diese herum angeordnet ist, wobei die Einleitpassagen in den
Verbrennungsraum hineinragen oder in diesen münden. Durch ein Vormischen von Brennstoff
und Luft außerhalb des Brennraums wie bei konventioneller Brennertechnologie können
die entstehenden Spitzentemperaturen und damit die NOx-Emissionen verringert werden.
Hierzu kann ein Luftstrom in einen Eintrittsbereich der Einleitpassage eingeleitet
werden, dem in Richtung Austritt strömend Brennstoff aus einer den Brennstoff eindüsenden
Düse beigemischt wird. Bei dem Brennstoff kann es sich um flüssigen oder gasförmigen
Brennstoff handeln. Dem Brennstoff können beispielsweise Inertkomponenten beigemischt
werden, wie beispielsweise Dampf, Stickstoff, Kohlendioxid. Vorteilhafter Weise ist
vorgesehen, dass eine derartige Beimischung von Inertkomponenten nicht erfolgt. Es
werden somit keine zusätzlichen Medien benötigt, sondern ein Betrieb erfolgt nur mit
der vom Verdichteraustritt stammenden Luft, welche mit Brennstoff in der axialen Stufe
zu einem Gemisch aufbereitet werden. Daher ist das entstehende System robuster und
besser verfügbar. Der Brennstoff kann dann in einem diffusionsartigen Regime in dem
sich an den ersten Brennkammerabschnitt anschließenden zweiten Brennkammerabschnitt
verbrannt werden. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat der Austrittsquerschnitt
eine ovale Form.
[0011] Diese Ellipse liegt bei in radialer Richtung in die Brennkammer hineinragenden Einleitpassagen
mit ihrer langen Hauptachse (c1) in Richtung der Hauptströmung und bietet mit der
quer zu Hauptströmung stehenden kurzen Halbachse (c2) nur einen geringen Angriffswiderstand
für die Hauptströmung. Entsprechendes gilt bei schräg in die Brennkammer hineinragenden
Einleitpassagen.
[0012] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass mindestens eine Einleitpassage
einen sich zum Austritt hin verringernden Querschnitt aufweist.
[0013] Um das bei starker Umlenkung der Strömung vorhandene Risiko von Strömungsablösung
und Flammenrückschlag zu verringern, sollte die Querschnittsfläche des Injektors dabei
kontinuierlich verringert und die Strömung somit beschleunigt werden.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung verringert sich der Querschnitt
der Einleitpassage in Strömungsrichtung bis zum Austritt um höchstens die Hälfte.
[0015] Ideal ist ein Flächenverhältnis von 0.7 zwischen Austritt und Eintritt des Injektors.
Je nach Anwendung sind Werte im Bereich zwischen 0.5 - 1.0 sinnvoll.
[0016] Vorteilhafter Weise kann vorgesehen sein, dass sich der Querschnitt der Einleitpassage
in Strömungsrichtung bis zum Austritt um den Faktor 0.7 verringert.
[0017] Es kann auch als vorteilhaft betrachtet werden, dass die Einleitpassagen eine schlauchförmige
Ausgestaltung aufweisen.
[0018] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gasturbine mit wenigstens einer Brennkammer
anzugeben, die in einem weiten Betriebsbereich besonders schadstoffarm und ausfallsicher
betrieben werden kann.
[0019] Hierzu ist die Brennkammer der Gasturbine nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
6 ausgebildet.
[0020] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figur der
Zeichnung. Die Bezugszeichen verweisen mit ihrer ersten Stelle auf die Zahl der Abbildung.
Die zweite und dritte Stelle des Bezugszeichens ist dann für Figuren gleich gewählt,
wenn das in dem dargestellten Ausführungsbeispiel bezeichnete Teil eine gleiche Funktion
oder eine im wesentlichen gleiche Funktion aufweist.
[0021] Dabei zeigt die
- Fig.1
- eine schematische Schnittansicht einer Gasturbine 1 nach dem Stand der Technik,
- Fig.2
- einen Ausschnitt einer Brennkammer mit zweiter axialer Stufe gemäß dem Stand der Technik,
- Fig.3
- einen Ausschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Brennkammer
im Bereich einer Einleitpassage,
- Fig.4
- die in Figur 3 dargestellt Einleitpassage in einer Draufsicht in schematischer Darstellung,
- Fig.5
- eine perspektivische Ansicht einer Einleitpassage gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Brennkammer, und
- Fig.6
- einen beispielhaften Querschnittsflächenverlauf entlang einer erfindungsgemäßen Einleitpassage.
[0022] Die Figur 1 zeigt eine schematische Schnittansicht einer Gasturbine 101 nach dem
Stand der Technik. Die Gasturbine 101 weist im Inneren einen um eine Rotationsachse
102 drehgelagerten Rotor 103 mit einer Welle 104 auf, der auch als Turbinenläufer
bezeichnet wird. Entlang des Rotors 103 folgen aufeinander ein Ansauggehäuse 106,
ein Verdichter 108, ein Verbrennungssystem 109 mit einer Anzahl an Brennkammern 110,
die jeweils eine Brenneranordnung 111 und ein Gehäuses 112 umfassen, eine Turbine
114 und ein Abgasgehäuse 115.
[0023] Das Verbrennungssystem 109 kommuniziert mit einem beispielsweise ringförmigen Heißgaskanal.
Dort bilden mehrere hintereinander geschaltete Turbinenstufen die Turbine 114. Jede
Turbinenstufe ist aus Schaufelringen gebildet. In Strömungsrichtung eines Arbeitsmediums
gesehen folgt im Heißkanal einer aus Leitschaufeln 117 gebildeten Reihe eine aus Laufschaufeln
118 gebildete Reihe. Die Leitschaufeln 117 sind dabei an einem Innengehäuse eines
Stators 119 befestigt, wohingegen die Laufschaufeln 118 einer Reihe beispielsweise
mittels einer Turbinenscheibe am Rotor 103 angebracht sind. An dem Rotor 103 angekoppelt
ist beispielsweise ein Generator (nicht dargestellt).
[0024] Während des Betriebes der Gasturbine wird vom Verdichter 108 durch das Ansauggehäuse
106 Luft angesaugt und verdichtet. Die am turbinenseitigen Ende des Verdichters 108
bereitgestellte verdichtete Luft wird zu dem Verbrennungssystem 109 geführt und dort
im Bereich der Brenneranordnung 111 mit einem Brennstoff vermischt. Das Gemisch wird
dann mit Hilfe der Brenneranordnung 111 unter Bildung eines Arbeitsgasstromes im Verbrennungssystem
109 verbrannt. Von dort strömt der Arbeitsgasstrom entlang des Heißgaskanals an den
Leitschaufeln 117 und den Laufschaufeln 118 vorbei. An den Laufschaufeln 118 entspannt
sich der Arbeitsgasstrom impulsübertragend, so dass die Laufschaufeln 118 den Rotor
103 antreiben und dieser den an ihn angekoppelten Generator (nicht dargestellt).
[0025] Die Figur 2 zeigt einen Ausschnitt einer Brennkammer 210 mit einer zweiten axialen
Stufe gemäß dem Stand der Technik in einer schematischen Schnittansicht. Die Brennkammer
210 umfasst einen ersten Brennkammerabschnitt 220 und einen zweiten Brennkammerabschnitt
221 mit einem Gehäuse 212, eine erste Brenneranordnung (nicht dargestellt) und eine
zweite Brenneranordnung (teilweise dargestellt). Die zweite Brenneranordnung umfasst
einen außerhalb des Gehäuses 212 angeordneten, umlaufenden Brennstoffverteilerring
224 und eine Vielzahl an um das Gehäuse herum angeordneten Einleitpassagen 225, welche
in den zweiten Brennkammerabschnitt 221 einmünden. Die Einleitpassagen 225 ragen hierbei
nicht wesentlich in das Gehäuse 212 hinein, sondern schließen mit einem Austritt 226
mit einem kreisförmigen Austrittsquerschnitt 227 bündig mit einer Innenwand des Gehäuses
212 ab. Die Einleitpassagen sind schlauchförmig ausgebildet, wobei in das stromaufwärtige
Ende der Einleitpassagen 225 von dem Brennstoffverteilerring 224 abzweigende Brennstoffdüsen
228 hineinragen. Einem in die Einleitpassage 225 einströmenden Luftstrom 229 wird
aus den Brennstoffdüsen 228 eingedüster Brennstoff zugemischt, so dass das Brennstoff/Luft-Gemisch
entlang einer Strömungsrichtung 230 zum kreisförmigen Austritt 226 hinauströmt und
dort in den zweiten Brennkammerabschnitt 221 eintritt und einen zweiten Arbeitsgasstrom
231 ausbildet. Ein in einer Hauptströmungsrichtung 232 strömender erster heißer Arbeitsgasstrom
234 aus dem ersten Brennkammerabschnitt 220, welcher mittels der ersten Brenneranordnung
(nicht dargestellt) in dem ersten Brennkammerabschnitt gezündet wurde, vermischt sich
in dem zweiten Brennkammerabschnitt 221 mit dem zweiten Arbeitsgasstrom 231 und bildet
an einem Brennkammerausgang 235 ein gemeinsames Turbineneintrittsprofil aus.
[0026] Die Figur 3 zeigt einen Ausschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Brennkammer im Bereich einer Einleitpassage 336. Die Einleitpassage 336 ist schlauchförmig
ausgebildet mit einer kreisförmigen Einlassöffnung 337 und einem Austritt 339 mit
einem Austrittsquerschnitt, der in Hauptströmungsrichtung 332 eine verlängerte Austrittsform
hat. Der Austrittsquerschnitt hat eine ovale Austrittsform. Somit weist die lange
Hauptachse C1 der elliptischen Austrittsform in Richtung der Hauptströmung 332. Der
Querschnitt der Einleitpassage 336 kann über die gesamte Länge der Einleitpassage
336 konstant gewählt sein. Die Einleitpassage 336 ragt in radialer Richtung im Bereich
des zweiten Brennkammerabschnitts 321 in das Gehäuse 312 der Brennkammer hinein. Mittels
der Einleitpassage 336 kann ein Brennstoff/LuftGemisch in den zweiten Brennkammerabschnitt
321 einströmen. Hierzu strömt ein Luftstrom 329 in die Einlassöffnung 337 hinein und
entlang der Strömungsrichtung 330 zum Austritt 339, wobei eine von der zweiten Brenneranordnung
(teilweise dargestellt) umfasste Brennstoffdüse 328 Brennstoff in den Luftstrom 329
eindüst. Aufgrund der in Hauptströmungsrichtung 332 verlängerten Austrittsform des
Austrittsquerschnitts kann das Brennstoff/Luft-Gemisch mit einer größeren Eindringtiefe
in den zweiten Brennkammerabschnitt 321 eingebracht werden. Hierzu ist es nicht wie
im Stand der Technik notwendig, dass die Einleitpassage 336 wesentlich in den zweiten
Brennkammerabschnitt 321 hineinragt.
[0027] Die Figur 4 zeigt die in Figur 3 dargestellt Einleitpassage 436 gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel in einer Draufsicht in schematischer Darstellung.
Die Einleitpassage 436 ist schlauchförmig ausgebildet mit einer kreisförmigen Einlassöffnung
437 und einem Austritt 439 mit einem Austrittsquerschnitt 440, der eine in Hauptströmungsrichtung
432 verlängerte Austrittsform hat. Die Austrittsform ist oval mit einer langen Hauptachse
C1 in Richtung der Hauptströmung und bietet mit der quer zu Hauptströmung stehenden
kurzen Halbachse C2 nur einen geringen Angriffswiderstand für die Hauptströmung.
[0028] Die Figur 5 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Einleitpassage 542 gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Brennkammer. Die Einleitpassage
542 ist schlauchförmig ausgebildet mit einer kreisförmigen Einlassöffnung 543 und
einem Austritt 545 mit einem Austrittsquerschnitt 546, der eine in Hauptströmungsrichtung
532 verlängerte Austrittsform hat. Zusätzlich zu der in Hauptströmungsrichtung 532
verlängerten Austrittsform weist die Einleitpassage 542 einen sich zum Austritt 545
hin verringernden Querschnitt auf. Vorteilhafter Weise verringert sich der Querschnitt
der Einleitpassage 542 in Strömungsrichtung 532 bis zum Austritt 545 um höchstens
die Hälfte. Mit anderen Worten ist es vorteilhaft, wenn der Querschnitt der Einlassöffnung
543 höchstens doppelt so groß ist wie die Fläche des Austrittsquerschnitts 546. Um
das bei starker Umlenkung der Strömung vorhandene Risiko
von Strömungsablösung und Flammenrückschlag zu verringern, ist es vorteilhaft, wenn
die Querschnittsfläche der Einleitpassage 542 sich dabei kontinuierlich verringert
und die Strömung eines Brennstoff/Luft-Gemisches somit beschleunigt wird.
[0029] Die Figur 6 zeigt einen beispielhaften Querschnittsflächenverlauf entlang einer erfindungsgemäßen
Einleitpassage mit sich zum Austritt hin verringerndem Querschnitt. In dem gezeigten
Diagramm ist das Verhältnis von Querschnittsfläche zu Querschnittsfläche der Einlassöffnung
über der Länge der Einleitpassage aufgetragen.
1. Brennkammer (110,210) für eine Gasturbine (101), mit
- mindestens einer ersten (111) und einer zweiten Brenneranordnung, und
- mindestens einem ersten (220,320) und zweiten Brennkammerabschnitt (221,321),
- wobei die erste Brenneranordnung (111) im Bereich des ersten Brennkammerabschnitts
(220,320) angeordnet ist und zur Verbrennung eines in dem ersten Brennkammerabschnitt
zu zündenden ersten Arbeitsgasstromes (234) ausgebildet ist, und
- die zweite Brenneranordnung im Bereich des stromab des ersten Brennkammerabschnitts
(220,320) angeordneten zweiten Brennkammerabschnitts (221,321) angeordnet ist und
zur Verbrennung eines in dem zweiten Brennkammerabschnitt zu zündenden zweiten Arbeitsgasstroms
(231) ausgebildet ist,
- wobei sich der zweite Arbeitsgasstrom (231) mit dem ersten Arbeitsgasstrom (234)
vermischt und an einem Ausgang (235) der Brennkammer ein gemeinsames Turbineneintrittsprofil
erzeugt,
- und die zweite Brenneranordnung entlang des Umfangs des zweiten Brennkammerabschnitts
(221,321) angeordnete Einleitpassagen (225,336,542) zur Einleitung eines Brennstoff/LuftGemisch
umfasst, wobei die Einleitpassagen (225,336,436,542) wenigstens einen in den zweiten
Brennkammerabschnitt (221,321) mündenden Austritt (226,339,545) mit einem Austrittsquerschnitt
(227, 440,546) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Einleitpassage (336,436,542) einen Austrittsquerschnitt (440,546)
aufweist, der eine in Hauptströmungsrichtung (232,332,532) verlängerte Austrittsform
hat.
2. Brennkammer (110,210) für eine Gasturbine (101) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Austrittsquerschnitt (440,546) eine ovale Austrittsform hat.
3. Brennkammer (110,210) für eine Gasturbine (101) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Einleitpassage (542) einen sich zum Austritt (545) hin verringernden
Querschnitt aufweist.
4. Brennkammer für eine Gasturbine nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass sich der Querschnitt der Einleitpassage (542) in Strömungsrichtung (548) bis zum
Austritt (545) um höchstens die Hälfte verringert.
5. Brennkammer für eine Gasturbine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass sich der Querschnitt der Einleitpassage (542) in Strömungsrichtung (548) bis zum
Austritt (545) um den Faktor 0.7 verringert.
6. Brennkammer (110,210) für eine Gasturbine (101) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einleitpassagen (336, 436, 542) eine schlauchförmige Ausgestaltung aufweisen.
7. Gasturbine (101) mit mindestens einer Brennkammer (110, 210),
dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkammer (110,210) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6 ausgebildet
ist.