[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Signalisieren von Mauttransaktionen
in einem Straßenmautsystem mit geografisch verteilten Mautbaken, welche Mauttransaktionen
mit sie passierenden Onboard-Units von Fahrzeugen abwickeln. Die Erfindung betrifft
ferner eine Onboard-Unit zur Ausführung eines solchen Verfahrens, mit einer Steuereinheit
und einem Sendeempfänger zur Abwicklung von Mauttransaktionen mit Mautbaken und einem
akustischen Signalgeber zur Signalisierung von abgewickelten Mauttransaktionen.
[0002] Bei herkömmlichen Straßenmautsystemen z.B. nach dem DSRC (dedicated short range communication)
oder WAVE (wireless access in a vehicle environment) -Standard geben die in den Fahrzeugen
installierten Onboard-Units (OBUs) bei jeder Bakenpassage ein akustisches Signal ab,
welches eine Mauttransaktionsabwicklung mit der Mautbake anzeigt. Das akustische Signal
wird bei den meisten Implementierungen erst am Ende einer Mauttransaktion auf ausdrückliche
Aufforderung der Mautbake hin abgegeben, um dem Benutzer nur erfolgreiche Mauttransaktionen
zu signalisieren.
[0003] Im praktischen Betrieb hat sich gezeigt, dass bei längeren Autobahnfahrten, bei denen
die Onboard-Unit eine Reihe aufeinanderfolgender Mautbaken passiert, die ständige
Wiederholung des akustischen Bestätigungssignals für den Benutzer enervierend ist.
Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine Lösung für dieses Problem zu schaffen, welche
dennoch eine aussagekräftige akustische Funktionskontrolle ermöglicht.
[0004] Dieses Ziel wird in einem ersten Aspekt der Erfindung mit einem Verfahren der einleitend
genannten Art erreicht, welches sich dadurch auszeichnet, dass im Zuge einer Mauttransaktion
zwischen einer Onboard-Unit und einer Mautbake überprüft wird, ob eine zuletzt in
der Onboard-Unit mit einem Zeitstempel gespeicherte Mautransaktion länger als eine
vorgegebene Zeitspanne zurückliegt, und wenn ja, ein akustisches Signal von der Onboard-Unit
abgegeben wird, und wenn nein, kein akustisches Signal von der Onboard-Unit abgegeben
wird; und anschließend die aktuelle Mauttransaktion mit aktuellem Zeitstempel in der
Onboard-Unit gespeichert wird.
[0005] Eine alternative Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass im
Zuge einer Mauttransaktion zwischen einer Onboard-Unit und einer Mautbake überprüft
wird, ob ein in der Onboard-Unit enthaltenes Zeitglied abgelaufen ist, und wenn ja,
ein akustisches Signal von der Onboard-Unit abgegeben wird, und wenn nein, kein akustisches
Signal von der Onboard-Unit abgegeben wird; und anschließend das Zeitglied auf den
Beginn seiner Ablaufzeit rückgestellt wird.
[0006] Mit beiden Varianten wird erreicht, dass die Onboard-Unit nur mehr bei der ersten
Mautbake einer Kette aufeinanderfolgender Mautbaken, die sie beispielsweise entlang
einer Autobahnfahrt passiert, ein akustisches Signal abgibt, so dass eine ungestörte
Fahrt z.B. über einen längeren Autobahnabschnitt gewährleistet ist. Erst nach einer
längerdauernden Fahrtunterbrechung, z.B. einer Pause an einer Raststätte oder wenn
die mit Mautbaken versehene Strecke überhaupt verlassen wird, gibt die Onboard-Unit
bei der nächsten Bakenpassage wieder ein akustisches Signal ab, wodurch der Benutzer
bei erneutem Antritt einer mautpflichtigen Fahrt wieder eine Rückmeldung über das
ordnungsgemäße Funktionieren der Onboard-Unit erhält.
[0007] Die erste Variante der Erfindung, welche auf von den Mautbaken vergebenen Zeitstempeln
beruht, hat den Vorteil, dass die Onboard-Units nicht mit eigenen, auch im Ruhezustand
stromverbrauchenden Zeitbausteinen ausgestattet werden müssen. So können z.B. Onboard-Units
herkömmlicher Straßenmautsysteme, welche eine Zeitaufzeichnung zumindest der letzten
Mauttransaktionen mit sich führen, unverändert für die Zwecke der Erfindung verwendet
werden. Die zweite Variante der Erfindung, welche auf Zeitgliedern in den Onboard-Units
beruht, vereinfacht wiederum den Aufbau der Mautbaken und bietet darüber hinaus auch
die Möglichkeit, gemäß einer bevorzugten Ausführungsform dieser Variante auch bei
Ablauf des Zeitglieds nochmals ein akustisches Signal von der Onboard-Unit abzugeben.
Durch dieses Zeitablaufsignal kann dem Benutzer eine Beendigung der Vermautungsfunktion
signalisiert werden, z.B. nach Verlassen der mit Mautbaken ausgestatteten Strecke
oder wenn eine längere Rast angetreten wird.
[0008] In beiden Ausführungsformen können die genannte Zeitspanne bzw. Ablaufzeit abhängig
vom geografischen Abstand der aktuellen Mautbake zu einer im Straßenverlauf nächstliegenden
Mautbake und abhängig von einem Geschwindigkeitsmesswert der Onboard-Unit vorgegeben
werden. Dadurch können unterschiedliche Mautbakenabstände und unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten
des Verkehrs berücksichtigt werden.
[0009] In beiden Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ferner die genannte
Überprüfung des Zeitstempels bzw. Zeitglieds sowohl in der Onboard-Unit als auch in
der Mautbake durchgeführt werden. Die Überprüfung des Zeitstempels kann beispielsweise
in der Mautbake erfolgen, indem diese den gespeicherten Zeitstempel der letzten Mauttransaktion
aus der Onboard-Unit ausliest und mit dem aktuellen Zeitstempel der aktuellen Mauttransaktion
vergleicht und bejahendenfalls einen Auftrag zur Abgabe des akustischen Signals an
die Onboard-Unit sendet. Alternativ kann die Überprüfung des Zeitstempels in der Onboard-Unit
erfolgen, indem diese den aktuellen Zeitstempel der aktuellen Mauttransaktion mit
dem gespeicherten Zeitstempel der gespeicherten Mauttransaktion vergleicht.
[0010] Die Überprüfung des Zeitgliedes erfolgt bevorzugt in der Onboard-Unit, weil diese
unmittelbar auf das Zeitglied zugreifen kann. In einem zweiten Aspekt schafft die
Erfindung auch eine Onboard-Unit der eingangs genannten Art zur Ausführung der Zeitglied-Variante
des erfindungsgemäßen Verfahrens, welche sich dadurch gekennzeichnet, dass die Onboard-Unit
ein über eine Ablaufzeit ablaufendes Zeitglied enthält, das durch jede Mauttransaktion
auf den Beginn seiner Ablaufzeit rückstellbar ist, wobei die Steuereinheit dafür ausgebildet
ist, im Zuge einer Mauttransaktion zu überprüfen, ob das Zeitglied abgelaufen ist,
und wenn ja, den Signalgeber zur Abgabe eines akustischen Signals freigibt.
[0011] Bevorzugt steuert das Zeitglied bei seinem Ablauf den Signalgeber zur Abgabe eines
akustischen Signals an, so dass die Onboard-Unit auch bei Verlassen einer mautpflichtigen
Strecke nochmals ein Signal über die Beendigung ihrer Vermautungsfunktion erzeugt.
[0012] In vorteilhafter Weise verfällt die Onboard-Unit zwischen Mauttransaktionen in einen
Stromsparmodus, in dem nur der Sendeempfänger und das Zeitglied stromversorgt sind.
[0013] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnung zeigt:
Fig. 1 schematisch und ausschnittsweise ein Straßenmautsystem, in dessen Rahmen das
Verfahren und die Onboard-Unit der Erfindung eingesetzt werden;
Fig. 2 ein Blockschaltbild einer ersten Ausführungsform einer Mautbake und Onboard-Unit
gemäß der Erfindung;
Fig. 3 ein Flussdiagramm einer ersten Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung,
das mit Hilfe der Funkbake und Onboard-Unit von Fig. 2 ausgeführt wird;
Fig. 4 ein Blockschaltbild einer zweiten Ausführungsform einer Mautbake und Onboard-Unit
der Erfindung; und
Fig. 5 ein Flussdiagramm einer zweiten Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung,
das mit Hilfe der Mautbake und Onboard-Unit von Fig. 4 ausgeführt wird.
[0014] In Fig. 1 ist ausschnittsweise ein Straßenmautsystem 1 gezeigt, das eine Vielzahl
geografisch verteilter Mautbaken 2 - 4 umfasst, die beispielsweise entlang einer Mautstraße
5 mit gegenseitigen Abständen 6, 7 aufgestellt sind. Die Mautbaken 2 - 4 stehen über
Datenleitungen 8 mit einer Zentrale 9 des Straßenmautsystems in Verbindung. Das Straßenmautsystem
1, insbesondere seine Mautbaken 2 - 4, vermauten (vergebühren) Ortsnutzungen von Fahrzeugen
10, z.B. das Befahren der Mautstraße 5.
[0015] Zu diesem Zweck ist jedes Fahrzeug 10 mit einer Onboard-Unit (OBU) 11 ausgestattet,
welche bei der Passage einer Mautbake 2 - 4 eine Kurzzstrecken-Drahtlosverbindung
mit dieser aufnimmt und über diese eine Mauttransaktion 12 abwickelt, die beispielsweise
über die Datenverbindung 8 an die Zentrale 9 gemeldet und/oder in der Onboard-Unit
11 gespeichert wird.
[0016] Die Mautbaken 2 - 4, Onboard-Units 11 und deren Drahtlosverbindungen sind beispielsweise
nach den Standards DSRC (dedicated short range communication), WAVE (wireless access
in a vehicle environment), WLAN (wireless local area network), Bluetooth, RFID (radio
frequency identification) oder anderen Funk-oder Infrarot-Standards aufgebaut. Jede
Mauttransaktion 12 im Zuge einer Passage einer Mautbake 2 - 4 kann beispielsweise
ein bestimmtes Benutzungsentgelt von einem Guthabenkonto in der Zentrale 9 und/oder
der Onboard-Unit 11 abbuchen und stellt dann eine "Abbuchungstransaktion" dar; die
Mauttransaktionen 12 können jedoch auch Identifikations-, Wartungs-, Softwareaktualisierungs-Transaktionen
od.dgl. im Rahmen des Straßenmautsystems 1 sein.
[0017] In Fig. 2 sind eine der Mautbaken 2, eine der Onboard-Units 11 und eine zwischen
diesen ablaufende Mauttransaktion 12 blockschaltbildlich dargestellt. Die Mautbake
2 verfügt über einen Sendeempfänger 13 und die Onboard-Unit 11 über einen Sendeempfänger
14, um die Drahtlosschnittstelle für die Mauttransaktion 12 zu errichten. Die Onboard-Unit
11 enthält ferner eine Steuereinheit, z.B. einen Prozessor 15, der mit dem Sendeempfänger
14, einem akustischen Signalgeber 16, z.B. einem Beeper oder Soundmodul, einer optionalen
visuellen Anzeige 17, z.B. einer oder mehreren LEDs, und einem Speicher 18 in Verbindung
steht.
[0018] Die Mautbake 2 verfügt in der Ausführungsform von Fig. 2 über ein Uhrmodul 19, welches
in der Lage ist, Mauttransaktionen 12 jeweils mit der aktuellen Uhrzeit als Zeitstempel
ts zu versehen, wie später noch näher erläutert wird. Die Mautbake 2 kann ferner über
einen eigenen Prozessor (nicht gezeigt) zur Abwicklung der Mauttransaktionen 12 verfügen
oder direkt von der Zentrale 9 gesteuert werden.
[0019] Fig. 3 zeigt eine erste Ausführungsform eines Verfahrens, das jeweils im Zuge einer
Mauttransaktion 12 bei einer Bakenpassage durchgeführt wird, um die akustische Signalisierung
in der Onboard-Unit 11 zu steuern. Das Verfahren von Fig. 3 wird durch eine Mauttransaktion
12 ausgelöst und bei einer Mauttransaktion 12 einmal ausgeführt; es kann jedoch an
beliebiger zeitlicher Stelle während der Mauttransaktion 12 durchgeführt werden: Eine
Mauttransaktion 12 besteht in der Regel aus mehreren zwischen Mautbake 2 und Onboard-Unit
11 hin- und hergeschickten Datenpaketen, und das Verfahren von Fig. 3 kann zu Beginn
der Mauttransaktion 12, währenddessen oder am Ende der Mauttransaktion 12 ausgeführt
werden. Das Verfahren kann auch parallel zur Mauttransaktion 12 z.B. in einem eigenen
Prozess in der Mautbake 2 und/oder der Onboard-Unit 11 ablaufen und gleichsam vom
Beginn einer Mauttransaktion 12 "angestoßen" werden. Bevorzugt wird das Verfahren
am Ende einer Mauttransaktion 12 und auch nur dann durchlaufen, wenn diese erfolgreich
war, so dass die sich daraus ergebende akustische Signalisierung den erfolgreichen
Abschluss der Mauttransaktion 12 anzeigt.
[0020] Das Verfahren von Fig. 3 beruht auf der Maßnahme, jede Mauttransaktion 12 mit einem
eigenen Zeitstempel ts zu versehen, beispielsweise die Mauttransaktion 12
i-1 zwischen Onboard-Unit 11 und Mautbake 2 mit dem Zeitstempel ts
i-1, die Mauttransaktion 12
i zwischen Onboard-Unit 11 und Mautbake 3 mit dem Zeitstempel ts
i, die Mauttransaktion 12
i+1 zwischen Onboard-Unit 11 und Mautbake 4 mit dem Zeitstempel ts
i+1, usw. usf. Im Speicher 18 des Prozessors 15 wird (zumindest) die jeweils letzte Mauttransaktion,
allgemein 12
i-1, mit ihrem jeweiligen Zeitstempel ts
i-1 gespeichert, u.zw. bis (zumindest) zur nächsten Mauttransaktion, allgemein 12
i, an der nächsten Mautbake.
[0021] In einem ersten Schritt 19 des Verfahrens, angestoßen durch eine aktuelle Mauttransaktion
12
i, wird der Zeitstempel ts
i-1 der zuletzt im Speicher 18 gespeicherten Mauttransaktion 12
i-1 der vorangegangenen Mautbake 2 aus der Onboard-Unit 11 ausgelesen. In einer anschließenden
Entscheidung 20 wird überprüft, ob der ausgelesene letzte Zeitstempel ts
i-1 länger als eine vorgegebene Zeitspanne Δt bezüglich der aktuellen Zeit, z.B. angegeben
durch den aktuellen Zeitstempel ts
i der aktuellen Mauttransaktion 12
i, zurückliegt, d.h. ob die Differenz ts
i - ts
i-1 größer als die vorgegebene Zeitspanne Δt ist. Wenn ja (Zweig "y"), wird im Schritt
21 der akustische Signalgeber 16 zur Abgabe eines akustischen Signals, z.B. eines
Beeps, angesteuert. Wenn nein (Zweig "n"), wird kein akustisches Signal abgegeben
bzw. falls eines solches von der Mautbake 2 beauftragt wurde, unterdrückt. Anschließend
wird im Schritt 22 der Zeitstempel ts
i der aktuellen Mauttransaktion 12
i wieder im Speicher 18 der Onboard-Unit 11 gespeichert.
[0022] Bei einer neuen Mauttransaktion 12
i+1 in einer nächsten Mautbakenpassage, z.B. an der Mautbake 4, kann dann dieser Zeitstempel
ts
i wiederum als gespeicherter letzter Zeitstempel der vorangegangenen Mauttransaktion
12
i ausgelesen werden, usw. usf.
[0023] Das Verfahren von Fig. 3 kann hinsichtlich des Überprüfungsschrittes 20 sowohl in
der Mautbake 2 als auch alternativ in der Onboard-Unit 11 ausgeführt werden. In ersterem
Falle liest die Mautbake 2 den in der Onboard-Unit 11 gespeicherten letzten Zeitstempel
ts
i-1 aus und sendet nachher in Schritt 21 einen Auftrag zur Abgabe eines akustischen Signals
an die Onboard-Unit 11. In zweiterem Falle überprüft die Onboard-Unit 11 in Schritt
20 selbst den aktuellen Zeitstempel ts
i der aktuellen Mauttransaktion 12
i mit dem gespeicherten letzten Zeitstempel ts
i-1 der vorangegangenen Mauttransaktion 12
i-1.
[0024] Die vorgegebene Zeitspanne Δt kann konstant sein und entsprechend einem durchschnittlichen
Abstand 6, 7 der Mautbaken 2 - 4 und einer durchschnittlichen Fahrtgeschwindigkeit
des Fahrzeugs 10 so gewählt werden, dass bei kontinuierlicher Fahrt durch aufeinanderfolgende
Mautbaken 2, 3, 4 die Zeitspanne Δt gerade nicht überschritten wird. Dadurch wird
das akustische Signal nur bei der allerersten Bake einer Kette von Mautbaken 2 - 4
abgegeben, weil es dann entweder noch keine vorangegangene Mauttransaktion 12
i-1 mit einem vorangegangenen Zeitstempel ts
i-1 gibt oder dieser Zeitstempel ts
i-1 schon so lange zurückliegt, dass die jeweilige Zeitspanne Δt überschritten ist.
[0025] Die vorgegebene Zeitspanne Δt kann auch variabel sein, u.zw. sowohl abhängig vom
jeweiligen Abstand 6, 7 bis zur nächsten Mautbake als auch - alternativ oder zusätzlich
- von der jeweils aktuellen Fahrtgeschwindigkeit v des Fahrzeugs 10. Anhand von Abstand
6, 7 und Fahrtgeschwindigkeit v kann eine geschätzte Fahrzeit berechnet werden, innerhalb
derer die nächste Bakenpassage zu erwarten wäre, und die Zeitspanne Δt dann beispielsweise
geringfügig größer als die geschätzte Fahrzeit eingestellt werden.
[0026] Die Information über den Abstand 6, 7 zwischen den Baken 2 - 4 oder zur nächsten
Mautbake kann z.B. jeweils in der Mautbake 2 - 4 oder der Onboard-Unit 11 hinterlegt
sein. Der jeweilige Bakenabstand 6, 7 kann dann in der Entscheidung 20 - in Verbindung
mit einer durchschnittlichen oder einer aktuell gemessenen Geschwindigkeit v - verwendet
werden. Je nachdem, wo die Entscheidung 20 durchgeführt wird, können sich Mautbake
2 und Onboard-Unit 11 dazu die entsprechenden Werte Mautbakenabstand 6, 7 und/oder
Geschwindigkeitsmesswert v und/oder berechnete Zeitspanne Δt gegenseitig mitteilen,
falls erforderlich. Der Geschwindigkeitsmesswert v kann dazu von der Mautbake 2 oder
der Onboard-Unit 11 mit Hilfe einer Geschwindigkeitsmesseinrichtung gemessen oder
von einem Geschwindigkeitsmesswertgeber des Fahrzeugs 10 erhalten werden.
[0027] Die Fig. 4 und 5 zeigen eine abgewandelte Ausführungsform, wobei gleiche Bezugszeichen
gleiche Elemente wie in den Fig. 1 bis 3 bezeichnen. Im Weiteren wird daher nur auf
die Unterschiede zu der Ausführungsform der Fig. 2 und 3 eingegangen; alle anlässlich
der Fig. 2 und 3 beschriebenen Varianten und Komponenten können auch bei der Ausführungsform
der Fig. 4 und 5 zum Einsatz kommen und umgekehrt.
[0028] In Fig. 4 enthält die Onboard-Unit 11 ein Zeitglied 23, z.B. einen Timerbaustein,
ein Monoflop, einen Zähler (Counter) od.dgl. Das Zeitglied 23 läuft jeweils über eine
vorgegebene Ablaufzeit ab, welche dieselbe Funktion und dieselben Werte hat wie die
Zeitspanne der Ausführungsform der Fig. 2 und 3 und deshalb auch mit derselben Variablen
Δt bezeichnet werden kann.
[0029] Die Ablaufzeit Δt des Zeitglieds 23 kann auf verschiedenste Arten und Weisen realisiert
werden: Wenn das Zeitglied 23 z.B. ein rückwärts auf Null zählender Zähler mit dem
Zählwert tc ist, gibt der Startwert "start" des Zählers - in Verbindung mit seiner
Zählgeschwindigkeit - die Ablaufzeit Δt vor. Wenn das Zeitglied 23 z.B. ein Monoflop
ist, wird die Ablaufzeit Δt durch dessen monostabile Schaltzeit bestimmt. Wenn das
Zeitglied 23 z.B. ein Uhrmodul ist, ergibt sich die Ablaufzeit Δt aus der Zeit zwischen
der aktueller Zeit und einer vorgebbaren Endzeit, usw. usf.
[0030] Jede Mauttransaktion 12, die zwischen der Onboard-Unit 11 und einer Mautbake 2 -
4 durchgeführt wird, stößt das Zeitglied 23 von Neuem an, d.h. stellt es auf den Beginn
seiner Ablaufzeit Δt zurück. Bei einer Ausführung als Zähler wird das Zeitglied 23
beispielsweise wieder auf den Startwert "start" rückgesetzt. Bei einer Ausführungsform
als Monoflop wird dieses durch jede Mauttransaktion 12 erneut ausgelöst ("retriggered").
[0031] Die Onboard-Unit 11 kann zwischen den Mauttransaktionen 12, d.h. wenn sie sich in
den Abständen 6, 7 oder abseits der Mautstraße 5 bewegt, in einen Stromsparmodus verfallen,
in dem nur das Zeitglied 23 und die allerwichtigsten Komponenten wie der Sendeempfänger
14 mit Strom versorgt sind.
[0032] Fig. 5 zeigt in der linken Hälfte das Verfahren zur Steuerung der Signalisierung
durch den akustischen Signalgeber 16 unter Verwendung des Zeitglieds 23 der Onboard-Unit
11. Nach Anstoß durch eine aktuelle Mauttransaktion 12
i wird in einem ersten Schritt 24 der aktuelle Zustand des Zeitglieds 23 ausgelesen,
z.B. sein Zählwert im Falle eines Zählers. In einem anschließenden Entscheidungsschritt
25 wird überprüft, ob das Zeitglied 23 abgelaufen ist, z.B. ein rückwärtszählender
Zähler Null erreicht hat. Wenn ja (Zweig "y"), wird im Schritt 26 das akustische Signal
abgegeben, indem der akustische Signalgeber 16 entsprechend angesteuert wird. Wenn
nein (Zweig "n"), unterbleibt das akustische Signal bzw. wird - wenn es von der Mautbake
2 z.B. aufgetragen wurde oder wird - unterbunden.
[0033] In einem anschließenden Schritt 27 wird das Zeitglied 23 auf den Beginn seiner Ablaufzeit
Δt rückgestellt, z.B. der Zähler wieder auf seinen Startwert "start" zurückgesetzt.
Dies entspricht einer "Re-Triggerung" des Zeitglieds 23 durch jeweils die aktuelle
Mauttransaktion 12
i.
[0034] Wenn somit das periodische Re-Triggern des Zeitglieds 23 durch aufeinanderfolgende
Mauttransaktionen 12
i, 12
i+1 usw. bei aufeinanderfolgenden Bakenpassagen für mindestens die jeweilige Ablaufzeit
Δt des Zeitglieds 23 unterbleibt, ist bei der nächsten Bakenpassage das Zeitglied
23 im Schritt 25 abgelaufen und es wird ein akustisches Signal abgegeben, andernfalls
nicht.
[0035] Die rechte Hälfte von Fig. 5 veranschaulicht ein in Form eines Rückwärtszählers ausgeführtes
Zeitglied 23, das, wenn es einmal angestoßen wurde, unabänderlich abläuft, siehe Rückwärtszählprozess
28, Prüfschritt 29 auf Null, und Schleife 30.
[0036] Optional kann bei jedem Ablauf des Zeitglieds 23 (Zweig "y" in Schritt 29) ebenfalls
ein akustisches Signal abgegeben werden, siehe Schritt 31. Dadurch gibt die Onboard-Unit
11 auch nach dem Verlassen einer Kette aufeinanderfolgender Mautbaken 2 - 4 nach Verstreichen
der letzten Ablaufzeit Δt ein akustisches Signal ab, was gleichsam die Beendigung
seiner Vermautungsfunktion entlang der Mautbakenkette 2 - 4 - wenn auch mit der Verzögerung
Δt - signalisiert.
[0037] Auch die Ausführungsform der Fig. 4 und 5 kann hinsichtlich des Überprüfungsschrittes
25 sowohl in der Mautbake 2 durchgeführt werden, wenn der Zustand oder Zählwert tc
des Zeitglieds 23 im Schritt 24 in die Mautbake 2 ausgelesen und der Auftrag 26 zur
Signalabgabe von der Mautbake 2 an die Onboard-Unit 11 zurückgesandt wird. Bevorzugt
wird das gesamte Verfahren in der Onboard-Unit 11 ausgeführt, zumal diese auch das
Signal im Schritt 31 autark, nach Verlassen der letzten Mautbake, abgibt.
[0038] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern
umfasst alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche
fallen.
1. Verfahren zum Signalisieren von Mauttransaktionen in einem Straßenmautsystem (1) mit
geografisch verteilten Mautbaken (2 - 4), welche Mauttransaktionen (12) mit sie passierenden
Onboard-Units (11) von Fahrzeugen (10) abwickeln, in einer solchen Onboard-Unit (11),
dadurch gekennzeichnet, dass im Zuge einer Mauttransaktion (12i) zwischen einer Onboard-Unit (11) und einer Mautbake (2 - 4) überprüft wird, ob eine
zuletzt in der Onboard-Unit (11) mit einem Zeitstempel (tsi-1) gespeicherte Mautransaktion (12i-1) länger als eine vorgegebene Zeitspanne (Δt) zurückliegt, und wenn ja, ein akustisches
Signal (21) von der Onboard-Unit (11) abgegeben wird, und wenn nein, kein akustisches
Signal von der Onboard-Unit (11) abgegeben wird; und anschließend die aktuelle Mauttransaktion
(12i) mit aktuellem Zeitstempel (tsi) in der Onboard-Unit (11) gespeichert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitspanne (Δt) abhängig vom geografischen Abstand (6, 7) der Mautbake (2 - 4)
zu einer nächsten Mautbake (2 - 4) und einem Geschwindigkeitsmesswert (v) der Onboard-Unit
(11) vorgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Überprüfung (20) in der Mautbake (2) erfolgt, indem diese den gespeicherten
Zeitstempel (tsi-1) aus der Onboard-Unit (11) ausliest und mit dem aktuellen Zeitstempel (tsi) der aktuellen Mauttransaktion (12i) vergleicht und bejahendenfalls einen Auftrag (21) zur Abgabe des akustischen Signals
an die Onboard-Unit (11) sendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Überprüfung (20) in der Onboard-Unit (11) erfolgt, indem diese den aktuellen
Zeitstempel (tsi) der aktuellen Mauttransaktion (12i) mit dem gespeicherten Zeitstempel (tsi-1) der gespeicherten Mauttransaktion (12i-1) vergleicht.
5. Verfahren zum Signalisieren von Mauttransaktionen in einem Straßenmautsystem (1) mit
geografisch verteilten Mautbaken (2 - 4), welche Mauttransaktionen (12) mit sie passierenden
Onboard-Units (11) von Fahrzeugen (10) abwickeln, in einer solchen Onboard-Unit (11),
dadurch gekennzeichnet, dass im Zuge einer Mauttransaktion (12i) zwischen einer Onboard-Unit (11) und einer Mautbake (2 - 4) überprüft wird, ob ein
in der Onboard-Unit (11) enthaltenes Zeitglied (23) abgelaufen ist, und wenn ja, ein
akustisches Signal (26) von der Onboard-Unit (11) abgegeben wird, und wenn nein, kein
akustisches Signal von der Onboard-Unit (11) abgegeben wird; und anschließend das
Zeitglied (23) auf den Beginn seiner Ablaufzeit (Δt) rückgestellt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei Ablauf des Zeitglieds (23) ebenfalls ein akustisches Signal (31) von der Onboard-Unit
(11) abgegeben wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei der genannten Rückstellung die Ablaufzeit (Δt) abhängig vom geografischen Abstand
(6, 7) der Mautbake (2 - 4) zu einer nächsten Mautbake (2 - 4) und einem Geschwindigkeitsmesswert
(v) der Onboard-Unit (11) eingestellt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Überprüfung (25) in der Onboard-Unit (11) erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Onboard-Unit (11) zwischen Mauttransaktionen (12) in einen Stromsparmodus verfällt.
10. Onboard-Unit zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 5 bis 9, mit
einer Steuereinheit (15) und einem Sendeempfänger (14) zur Abwicklung von Mauttransaktionen
(12) mit Mautbaken (2 - 4) und einem akustischen Signalgeber (16) zur Signalisierung
von abgewickelten Mauttransaktionen (12), dadurch gekennzeichnet, dass die Onboard-Unit (11) ein über eine Ablaufzeit (Δt) ablaufendes Zeitglied (23) enthält,
das durch jede Mauttransaktion (12) auf den Beginn seiner Ablaufzeit (Δt) rückstellbar
ist, wobei die Steuereinheit (15) dafür ausgebildet ist, im Zuge einer Mauttransaktion
(12) zu überprüfen, ob das Zeitglied (23) abgelaufen ist, und wenn ja, den Signalgeber
(16) zur Abgabe eines akustischen Signals freigibt.
11. Onboard-Unit nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeitglied (23) bei seinem Ablauf den Signalgeber (16) zur Abgabe eines akustischen
Signals ansteuert.
12. Onboard-Unit nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufzeit (Δt) des Zeitglieds (23) von einem Messwert ihrer Geschwindigkeit
(v) gesteuert ist.
13. Onboard-Unit nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufzeit (Δt) des Zeitglieds (23) von Ortsinformationen (6, 7) gesteuert ist,
welche sie im Zuge einer Mauttransaktion (12) von einer Mautbake (2-4) empfängt.
14. Onboard-Unit nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwischen Mauttransaktionen (12) in einem Stromsparmodus verfällt, in dem nur
der Sendeempfänger (14) und das Zeitglied (23) stromversorgt sind.