[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kontrollfahrzeug für ein Straßenmautsystem
auf Basis fahrzeuggestützter Onboard-Units, die über Kurzreichweiten- bzw. DSRC-Funkkommunikationen
(dedicated short range communications) funkabfragbar sind.
[0002] In Straßenmautsystemen dieser Art werden von Fahrzeugen mitgeführte Onboard-Units
(OBUs) verwendet, um Ortsnutzungen der Fahrzeuge zu vergebühren, beispielsweise in
Form von Wege-, Gebiets- oder Zeitmaut. Die Verortung der OBUs kann dabei entweder
mit Hilfe geografisch verteilter Baken erfolgen, z.B. Infrarot-, RFID-, DSRC-, Video-
oder Mobilfunknetz-Baken (Basisstationen), auf deren eng begrenzte Kommunikationsbereiche
OBUs durch Kurzreichweitenkommunikationen lokalisierbar sind, oder durch Satellitennavigationsempfänger
in den einzelnen OBUs, welche z.B. für Kontrollzwecke zusätzlich über DSRC kontaktierbar
sind.
[0003] Um die ordnungsgemäße Funktion der von den Fahrzeugen mitgeführten OBUs im laufenden
Betrieb kontrollieren zu können, werden häufig Kontrollfahrzeuge eingesetzt, die im
fließenden Verkehr die OBUs passierender Fahrzeuge über die DSRC-Funkschnittstelle
abfragen. Bislang wurde solche Kontrollfahrzeuge meist nur auf Autobahnen eingesetzt,
wo nur mit Verkehr in einer Richtung zu rechnen ist. Ein neuer Ansatz sieht nun die
Kontrolle von Fahrzeugen auch auf niederrangigen Straßen und im Gegenverkehrsbereich
vor. Dabei ergibt sich das Problem, dass bei der Funkabfrage von OBUs des Gegenverkehrs
aufgrund der sich addierenden Geschwindigkeiten und der begrenzten Funkreichweite
der DSRC-Funkschnittstelle die für eine Funkabfrage zur Verfügung stehende Zeit bei
hohen Geschwindigkeiten zu kurz sein kann. Die Erfindung erkennt dieses Problem und
setzt sich zum Ziel, eine Lösung hiefür zu schaffen.
[0004] Dieses Ziel wird mit einem Kontrollfahrzeug der eingangs genannten Art erreicht,
welches sich gemäß der Erfindung dadurch auszeichnet, dass es zumindest einen DSRC-Sendeempfänger
mit zumindest zwei Antennenanlagen, die mit gegenseitigem Abstand über die Längsrichtung
des Kontrollfahrzeugs verteilt sind, zur Funkabfrage ein und derselben passierenden
Onboard-Unit aufweist.
[0005] Die Erfindung nützt die Längserstreckung des Kontrollfahrzeugs in Fahrtrichtung aus,
um den Funkabdeckungsbereich zu verlängern. Dadurch kann die zur Funkabfrage einer
passierenden OBU zur Verfügung stehende Zeit verlängert werden, sodass auch Fahrzeuge
mit hoher Relativgeschwindigkeit zum Kontrollfahrzeug, insbesondere auch Fahrzeuge
des Gegenverkehrs, kontrolliert werden können.
[0006] Gemäß einer ersten Variante der Erfindung bedient ein einziger DSRC-Sendeempfänger
über einen sequentiell angesteuerten Antennenumschalter alle Antennenanlagen, was
Kosten für Sendeempfänger spart, jedoch einen gesonderten Antennenumschalter erfordert.
Gemäß einer alternativen Variante der Erfindung können die Antennenanlagen von jeweils
eigenen DSRC-Sendeempfängern bedient werden, welche für ein sequentielles Handover
der DSRC-Funkkommunikation synchronisiert sind. Diese Variante erforderte mehr Sendeempfänger,
diese können jedoch einheitlich ausgeführt sein und brauchen lediglich untereinander
über eine Datenverbindung synchronisiert zu werden.
[0007] Bevorzugt haben die Antennenanlagen jeweils eine Richtcharakteristik, besonders bevorzugt
vom Kontrollfahrzeug aus schräg nach vorne-seitlich gerichtet, was speziell für die
Kontrolle von seitlich passierenden Fahrzeugen sowie Fahrzeugen des Gegenverkehrs
geeignet ist.
[0008] Weiters ist es vorteilhaft, wenn sich die Richtcharakteristiken der Antennenanlagen
teilweise überlappen, wodurch eine lückenlose Kommunikation während des Umschaltens
bzw. Handovers zwischen den einzelnen Antennenanlagen erreicht werden kann.
[0009] Besonders günstig ist es, wenn die in Fahrtrichtung vorne liegende Antennenanlage
eine stärker gerichtete Richtcharakteristik hat als die in Fahrtrichtung hinten liegende.
Da der Antennengewinn einer Antenne mit stärkerer Richtwirkung steigt, kann damit
der Funkabdeckungsbereich des Kontrollfahrzeugs nach vorne erhöht werden, während
zur Seite hin, wo bei der Passage der OBU eine geringere Reichweite genügt, ein höherer
Öffnungswinkel und damit ein länger andauernder Passagebereich erzielt werden kann.
[0010] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann die für eine DSRC-Funkkommunikation
verwendete Richtcharakteristik zumindest einer Antennenanlage auch abhängig von einer
während dieser DSRC-Funkkommunikation empfangenen Information gesteuert sein. Die
Information kann beispielsweise eine bestimmte Art oder Klasse des Fahrzeugs angeben,
das die Onboard-Unit mitführt, z.B. ob es sich um einen PKW oder LKW handelt oder
welche Achsanzahl das Fahrzeug hat, woraus z.B. auf die Länge oder Höhe des Fahrzeugs
und die Lage seiner Onboard-Unit geschlossen werden kann: Bei LKWs oder Bussen liegen
die Onboard-Units üblicherweise in verschiedenen größeren Höhen über der Fahrbahn
als bei PKWs, so dass dann die Antennencharakteristik entsprechend darauf eingestellt
werden kann. Bevorzugt empfängt dazu die in Fahrtrichtung vorne liegende Antennenanlage
die genannte Information und steuert damit die Richtcharakteristik zumindest einer
der in Fahrtrichtung hinten liegenden Antennenanlagen, so dass diese z.B. weiter nach
unten zeigen im Falle von PKWs, weiter nach oben im Falle von LKWs, oder mehr zur
Seite im Falle von Bussen.
[0011] Alternativ oder zusätzlich kann das Kontrollfahrzeug ferner mit zumindest einer Einrichtung
zur Vermessung und/oder Klassifizierung eines passierenden Fahrzeugs ausgestattet
sein, welche bevorzugt zwischen zumindest zwei der Antennenanlagen angeordnet ist.
Eine solche Vermess- bzw. Klassifizierungseinrichtung kann dann ebenso dazu eingesetzt
werden, die Richtcharakteristik zumindest einer Antennenanlage abhängig von einem
damit bestimmten Maß oder von einer damit bestimmten Klasse des Fahrzeugs zu steuern,
mit den zuvor genannten Vorteilen.
[0012] Gemäß einem weiteren bevorzugten Merkmal der Erfindung kann die in Fahrtrichtung
vorne liegende Antennenanlage eine Wecknachricht für die passierende Onboard-Unit
ausstrahlen, wie es für die Kontaktaufnahme mit OBUs, die zwischen den Funkkommunikationen
in einen Stromsparmodus (Schlafmodus) verfallen, günstig ist. Solche OBUs benötigen
eine gewisse Zeitspanne zum "Aufwachen" in den Betriebsmodus, welche durch die vordere
Antennenanlage früher ausgelöst werden kann. Bevorzugt ist dabei die Wecknachricht
eine BST-Nachricht nach dem CEN-DSRC- oder eine WSA-Nachricht nach dem WAVE- oder
ITS-G5-Standard.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Kontrollfahrzeug auch dafür
ausgebildet sein, am Ende der Funkabfrage einer Onboard-Unit jeweils eine Kontrollinformation
in die Onboard-Unit zu schreiben. Die Kontrollinformation kann z.B. Zeit und Ort der
Kontrolle enthalten oder einfach nur ein "Kontroll-Flag" sein, welches die Tatsache
einer erfolgreichen Kontrolle belegt und beispielsweise einer nächsten stationären
oder mobilen Kontrolleinrichtung anzeigt, dass eine weitere Kontrolle nicht erforderlich
ist. Bevorzugt kann die Kontrollinformation mit einem Zeitstempel versehen sein, welcher
ihre Gültigkeitsdauer angibt. Besonders günstig ist es, wenn die Kontrollinformation
dem "Compliance Check Communication" (CCC) Standard ISO/TS 12813:2009 (Electronic
fee collection - Compliance check communication for autonomous systems) entspricht.
[0014] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 schematisch und ausschnittsweise ein Straßenmautsystem, in dessen Rahmen das
Kontrollfahrzeug der Erfindung eingesetzt wird;
die Fig. 2 und 3 zwei verschiedene Ausführungsformen des Kontrollfahrzeugs der Erfindung
mit unterschiedlichen Richtcharakteristiken der Antennenanlagen in schematischen Draufsichten;
und
die Fig. 4 und 5 verschiedene Ausführungsformen der Kontrollfahrzeuge der Fig. 2 und
3 in Blockschaltbildform.
[0015] In Fig. 1 ist ausschnittsweise ein Straßenmautsystem 1 gezeigt, das eine Vielzahl
geografisch verteilter Funkbaken 2 umfasst, die beispielsweise entlang von Mautstraßen
3 mit gegenseitigen Abständen aufgestellt sind. Die Funkbaken 2 stehen über Datenleitungen
4 mit einer Zentrale 5 des Straßenmautsystems in Verbindung. Das Straßenmautsystem
1, insbesondere seine Funkbaken, vermauten (vergebühren) Ortsnutzungen von Fahrzeugen
6, z.B. das Befahren der Mautstraßen 3.
[0016] Zu diesem Zweck ist jedes Fahrzeug 6 mit einer Onboard-Unit (OBU) 7 ausgestattet,
welche bei der Passage einer Funkbake 2 eine Kurzreichweiten-Funkkommunikation 8 (dedicated
short range communication, DSRC) mit dieser abwickelt, die beispielsweise zu einer
Mauttransaktion führt, welche über die Datenverbindung 4 an die Zentrale 5 gemeldet
und/oder in der OBU 6 gespeichert wird.
[0017] Die Funkbaken 2, die OBUs 7 und alle deren interne DSRC-Sendeempfänger zur Abwicklung
der DSRC-Funkkommunikationen 8 können nach allen bekannten DSRC-Standards aufgebaut
sein, insbesondere CEN-DSRC, ITS-G5 oder WAVE (wireless access in a vehicle environment).
Jede DSRC-Funkkommunikation 8 im Zuge einer Passage einer Funkbake 2 kann beispielsweise
ein bestimmtes Benutzungsentgelt von einem Guthabenkonto in der Zentrale 5 und/oder
der OBU 7 abbuchen und stellt dann eine "Abbuchungstransaktion" dar; die DSRC-Funkkommunikationen
8 können jedoch auch Identifikations-, Wartungs-, Softwareaktualisierungs-Transaktionen
od.dgl. im Rahmen des Straßenmautsystems 1 bilden.
[0018] Insbesondere können die DSRC-Funkkommunikationen 8 auch zur Funkabfrage (Auslesung)
von in den OBUs 7 gespeicherten Daten wie Stammdaten, Identifizierungsdaten, Transaktionsdaten,
Aufzeichnungsdaten usw. herangezogen werden. Solche Funkabfragen 8 können nicht nur
von den ortsfesten Funkbaken 2 aus erfolgen, sondern auch von "mobilen" Funkbaken
2 in Form von Kontrollfahrzeugen 9, die sich mit den Fahrzeugen 6 des Verkehrs im
Straßenmautsystem 1 mitbewegen.
[0019] Funkabfragen von OBUs 7 über DSRC-Funkkommunikationen 8 können im übrigen auch in
satellitennavigationsbasierten (global navigation satellite system, GNSS-) Straßenmautsystemen
1 durchgeführt werden, in welchen sich die OBUs 7 statt durch ein Netz terrestrischer
Funkbaken 2 jeweils autark mittels eines GNSS-Empfängers verorten und ihre Orte oder
daraus ermittelte Mauttransaktionen z.B. über das Funkbakennetz oder ein gesondertes
Mobilfunknetz an die Zentrale 5 senden: Auch hier können die OBUs 7 mit DSRC-Sendeempfängern
für Funkabfragen durch Funkbaken 2 oder Kontrollfahrzeuge 9 ausgestattet werden. Es
ist besonders vorteilhaft, wenn die Abfragedaten von GNSSbasierten OBUs 7 dem "Compliance
Check Communication" (CCC) Standards ISO/TS 12813:2009 (Electronic fee collection
- Compliance check communication for autonomous systems) entsprechen. Das im weiteren
beschriebene Kontrollfahrzeug 9 eignet sich daher zum Zusammenwirken sowohl mit bakenbasierten
als auch satellitenbasierten Straßenmautsystemen 1.
[0020] Fig. 2 zeigt eine erste Ausführungsform eines solchen Kontrollfahrzeugs 9, wie es
sich gerade auf einer Fahrbahn 10 der Mautstraße 3 mit einer Geschwindigkeit v
2 bewegt und die OBU 7 eines auf der Gegenfahrbahn 11 der Mautstraße 3 passierenden
Fahrzeugs 6 mit der entgegengesetzten Geschwindigkeit v
1 kontrolliert. Die Relativgeschwindigkeit zwischen Kontrollfahrzeug 9 und kontrolliertem
Fahrzeug 6 beträgt somit v
1+v
2, was insbesondere auf Schnellstraßen, Autobahnen usw. bis zu 300 km/h und mehr betragen
kann.
[0021] Das Kontrollfahrzeug 9 verfügt über (zumindest) einen DSRC-Sendeempfänger, welcher
- ähnlich einer Funkbake 2 - eine entsprechende Funkabfrage der passierenden OBU 7
mit Hilfe einer DSRC-Funkkommunikation 8 durchführen kann. Der DSRC-Sendeempfänger
12 ist mit (zumindest) zwei Antennenanlagen 13, 14 ausgestattet, welche mit gegenseitigem
Abstand a in Längsrichtung 15 des Kontrollfahrzeugs 9 verteilt auf diesem angeordnet
sind.
[0022] Um die Längserstreckung des Kontrollfahrzeugs 9 größtmöglich auszunützen, sind die
Antennenanlagen 13, 14 bevorzugt am vorderen und hinteren Ende des Kontrollfahrzeugs
9 und - bei Rechtsverkehr - auf der linken Fahrzeugseite (bzw. bei Linksverkehr auf
der rechten Fahrzeugseite) angeordnet, um insbesondere überholende Fahrzeuge 6 oder
Fahrzeuge 6 des Gegenverkehrs besonders gut erreichen zu können.
[0023] Die Antennenanlagen 13, 14 können jeweils eine Rundstrahlcharakteristik oder wie
dargestellt eine Richtcharakteristik 16, 17 haben, die speziell auf solche überholenden
Fahrzeuge 6 und Fahrzeuge 6 des Gegenverkehrs ausgerichtet ist: Die Richtcharakteristiken
16, 17 sind dazu bevorzugt schräg nach vorne-seitlich gerichtet und können gleichen
Öffnungswinkel α (Fig. 2) oder unterschiedliche Öffnungswinkel α, β, γ (Fig. 3) haben.
Wie gezeigt überlappen sich die Richtcharakteristiken 16, 17 in ihren Randbereichen
teilweise, um eine lückenlose Funkabdeckung bzw. lückenlose Funkkommunikationen 8
mit passierenden OBUs 7 errichten zu können.
[0024] Wie in Fig. 4 gezeigt, können die Antennenanlagen 13, 14 in einem Antennen-Diversity-Verfahren
betrieben werden und z.B. alle das gleiche Signal ein und desselben DSRC-Sendeempfängers
12 führen. In der Variante von Fig. 4 werden die Antennenanlagen 13, 14 über einen
Antennenumschalter 18 sequentiell so betrieben, dass zunächst der Beginn einer Funkkommunikation
8 über die vordere Antennenanlage 13 in deren Funkabdeckungsbereich 16 begonnen und
eingeleitet wird, und anschließend über die hintere Antennenanlage 14 in deren Funkabdeckungsbereich
17 weitergeführt und beendet wird.
[0025] Fig. 3 zeigt eine Variante der Ausführungsform der Fig. 2, bei welcher die in Fahrtrichtung
15 vorne liegende Antennenanlage 13 eine stärker gerichtete Richtcharakteristik 16
hat als die in Fahrtrichtung weiter hinter liegenden Antennenanlagen, im gezeigten
Beispiel eine mittlere Antennenanlage 14 und eine hintere Antennenanlage 19. Alle
Antennenanlagen 13, 14, 19 können unterschiedliche Öffnungswinkel α, β, γ ihrer Richtcharakteristiken
16, 17, 20 haben. Die vorderste Antennenanlage 13 kann insbesondere dazu verwendet
werden, eine "Wecknachricht" für passierende OBUs 7 auszustrahlen, beispielsweise
eine BST-Nachricht (Beacon Service Table) nach dem CEN-DSRC-Standard oder eine WSA-Nachricht
(Wave Service Table Announcement) nach dem WAVE- oder ITS-G5-Standard. Dadurch können
OBUs 7, die zwischen den Funkkommunikationen 8 mit den Funkbaken 2 in einen stromsparenden
Ruhemodus ("Sleep Mode") verfallen, durch das Kontrollfahrzeug 9 "aufgeweckt" werden,
und zwar durch dessen vorderste Antennenanlage 13, wonach die bei der Passage folgenden
Antennenanlagen 14, 19 die weitere Funkkommunikation 8 durchführen.
[0026] Fig. 5 zeigt eine weitere Variante der Ausführungsformen der Fig. 2 bis 4, bei welcher
jede Antennenanlage 13, 14, 19 usw. von einem eigenen DSRC-Sendeempfänger 12, 21,
22 usw. bedient wird. Die DSRC-Sendeempfänger 12, 21, 22 sind über eine interne Verbindung
23 so miteinander synchronisiert, dass sie ein Handover der DSRC-Funkkommunikation
8 von einem DSRC-Sendeempfänger 12 mit seiner Antennenanlage 13 zum nächsten DSRC-Sendeempfänger
14 mit seiner Antennenanlage 14 durchführen, bzw. von diesem zum nächsten Sendeempfänger
22 mit seiner Antennenanlage 19, usw. usf.
[0027] Das Handover kann beispielsweise darin bestehen, dass die Wecknachricht vom vorderen
DSRC-Sendeempfänger 12 empfangen und verarbeitet wird, und der restliche Teil der
Funkkommunikation 8 von den hinteren Sendeempfängern 21, 22, oder dass die ersten
zwischen OBU 7 und Kontrollfahrzeug 9 hin- und hergesandten Datenpakete der Funkkommunikation
8 vom ersten Sendeempfänger 12 und die weiteren Datenpakete von den hinteren Sendeempfängern
21, 22 verarbeitet werden.
[0028] In einer weiteren Ausführungsform können die Antennenanlagen 13, 14, 19 einstellbare
Richtcharakteristiken 16, 17, 20 haben, z.B. in Form von steuerbaren Antennenarrays
("smart antennas") oder umschaltbaren Einzelantennen.
[0029] In einer ersten Variante können damit die Richtcharakteristik einer, mehrerer oder
aller Antennenanlagen 13, 14, 19, bevorzugt jene der hinteren Antennenanlagen 14,
19, abhängig von einer während der DSRC-Funkkommunikation 8 empfangenen Information
i (Fig. 2) gesteuert werden. Die Information i kann beispielsweise die Art oder Klasse
des Fahrzeugs 6 der OBU 7 angeben, d.h. ob es sich z.B. um einen PKW oder LKW handelt
oder welche Achsanzahl das Fahrzeug hat. Aus der Information i kann dann auf die Lage
der OBU 7 am Fahrzeug 6 und damit die Lage der OBU 7 bezüglich der Fahrbahn 11 und
in weiterer Folge bezüglich des Kontrollfahrzeugs 9 geschlossen werden, insbesondere
auf ihre Höhe über der Straße 3: Bei einem LKW liegt die OBU 7 in der Regel höher
als bei einem Bus, dort wiederum höher als bei einem PKW, usw. Die Richtcharakteristiken
16, 17, 20 können dann abhängig von der empfangenen Information i in ihrem Winkel
und/oder ihrer Höhe zur Fahrbahn 10 und/oder in ihren Öffnungswinkeln α, β, γ dementsprechend
eingestellt werden (Pfeil 24), um eine optimale Funkkommunikation 8 mit der OBU 7
zu erzielen.
[0030] In einer weiteren Variante kann das Kontrollfahrzeug 9 alternativ oder zusätzlich
zumindest eine Einrichtung 25 zur Vermessung und/oder Klassifizierung des Fahrzeugs
6 aufweisen, welche bevorzugt zwischen den Antennenanlagen 13, 14, 19 angeordnet ist.
Die Einrichtung 25 kann ebenfalls dazu eingesetzt werden, die Richtcharakteristiken
16, 17, 20 der Antennenanlagen 13, 14, 19 abhängig von einem ermittelten Maß M des
Fahrzeugs 6 und/oder einer ermittelten Klasse K des Fahrzeugs 6 zu steuern (Pfeil
26). Beispielsweise kann eine große Fahrzeughöhe anzeigen, dass die Richtcharakteristiken
17, 20 der Antennenanlagen 14, 19 entsprechend nach oben zu richten sind und/oder
ihre Öffnungswinkel β, γ entsprechend zu erweitern sind.
[0031] Schließlich kann das Kontrollfahrzeug 9 am Ende einer DSRC-Funkkommunikation 8 auch
jeweils eine Kontrollinformation in die OBU 7 einschreiben. Die Kontrollinformation
kann insbesondere von der in Fahrtrichtung 15 zuletzt liegenden Antennenanlage 14
bzw. 19 am Ende der DSRC-Funkkommunikation 8 in die OBU 7 eingeschrieben werden. Die
Kontrollinformation kann z.B. Zeit und Ort der Kontrolle enthalten oder einfach nur
ein "Kontroll-Flag" sein, welches die Tatsache einer erfolgreichen Kontrolle belegt.
Die Kontrollinformation kann auch mit einem Zeitstempel versehen werden, welcher ihre
zeitliche Gültigkeit bzw. deren Ablauf angibt.
[0032] Die Kontrollinformation kann von der OBU 7 dem Fahrer angezeigt werden und ihn z.B.
anweisen, bei ungünstigem Kontrollergebnis eine nächste stationäre Kontrollstelle
anzufahren. Die Kontrollinformation kann aber auch von einer nächsten stationären
Kontrolleinrichtung, z.B. Funkbake 2, oder einem anderen Kontrollfahrzeug 9 ausgelesen
werden und dieser bzw. diesem das Ergebnis der vorhergehenden Kontrolle anzeigen,
so dass z.B. eine nochmalige Kontrolle nicht erforderlich ist; somit ist kein direkter
Datenaustausch zwischen den einzelnen Kontrollfahrzeugen oder -einrichtungen nötig,
da die Kontrollinformation in der OBU 7 selbst mitgeführt wird.
[0033] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern
umfasst alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche
fallen. So können in nicht-satellitennavigationsbasierten Straßenmautsystemen 1 anstelle
von DSRC-Funkbaken 2 auch andere Kurzreichweiten-Baken 2 zur Verortung der OBUs 7
eingesetzt werden, z.B. Infrarot-, RFID-, DSRC-, Video- oder Mobilfunknetz-Baken (Basisstationen).
1. Kontrollfahrzeug (9) für ein Straßenmautsystem (1) auf Basis fahrzeuggestützter Onboard-Units
(7), die über DSRC-Funkkommunikationen (8) funkabfragbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontrollfahrzeug (9) zumindest einen DSRC-Sendeempfänger (12, 21, 22) mit zumindest
zwei Antennenanlagen (13, 14, 19), die mit gegenseitigem Abstand (a) über die Längsrichtung
des Kontrollfahrzeugs (9) verteilt sind, zur Funkabfrage ein und derselben passierenden
Onboard-Unit (7) aufweist.
2. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein einziger DSRC-Sendeempfänger (12) über einen sequentiell angesteuerten Antennenumschalter
(18) alle Antennenanlagen (13, 14) bedient.
3. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antennenanlagen (13, 14, 19) von jeweils eigenen DSRC-Sendeempfängern (12, 21,
22) bedient sind, welche für ein sequentielles Handover der DSRC-Funkkommunikation
(8) synchronisiert sind.
4. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antennenanlagen (13, 14, 19) jeweils eine Richtcharakteristik (16, 17, 20) haben.
5. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtcharakteristik (16, 17, 20) vom Kontrollfahrzeug (9) aus schräg nach vorne-seitlich
gerichtet ist.
6. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Richtcharakteristiken (16, 17, 20) der Antennenanlagen (13, 14, 19) teilweise
überlappen.
7. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung (15) vorne liegende Antennenanlage (13) eine stärker gerichtete
Richtcharakteristik (16) hat als die in Fahrtrichtung hinten liegende (14, 19).
8. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtcharakteristik (16, 17, 20) zumindest einer Antennenanlage (13, 14, 19)
abhängig von einer während der DSRC-Funkkommunikation (8) empfangenen Information
(i) gesteuert ist.
9. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung (15) vorne liegende Antennenanlage (13) die genannten Information
(i) empfängt und damit die Richtcharakteristik (17, 20) zumindest einer der in Fahrtrichtung
hinten liegenden Antennenanlagen (14, 19) steuert.
10. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es mit zumindest einer Einrichtung (25) zur Vermessung und/oder Klassifizierung eines
passierenden Fahrzeugs (6) ausgestattet ist.
11. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Einrichtung (25) zwischen zumindest zwei der Antennenanlagen (13, 14,
19) angeordnet ist.
12. Kontrollfahrzeug Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtcharakteristik (16, 17, 20) zumindest einer Antennenanlage (13, 14, 19)
von einem von der genannten Einrichtung (25) bestimmten Maß (M) des Fahrzeugs (6)
und/oder von einer von der genannten Einrichtung (25) bestimmten Klasse (K) des Fahrzeugs
(6) gesteuert ist.
13. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung (15) vorne liegende Antennenanlage (13) eine Wecknachricht für
die passierende Onboard-Unit (7) ausstrahlt.
14. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Wecknachricht eine BST-Nachricht nach dem CEN-DSRC- oder eine WSA-Nachricht nach
dem WAVE- oder ITS-G5-Standard ist.
15. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es am Ende der Funkabfrage eine Kontrollinformation in die Onboard-Unit (7) schreibt,
bevorzugt mit einem Zeitstempel ihrer Gültigkeit.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Kontrollfahrzeug (9) für ein Straßenmautsystem (1) auf Basis fahrzeuggestützter Onboard-Units
(7), die über DSRC-Funkkommunikationen (8) funkabfragbar sind, wobei das Kontrollfahrzeug
(9) zumindest einen DSRC-Sendeempfänger (12, 21, 22) mit zumindest zwei Antennenanlagen
(13, 14, 19) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Antennenanlagen (13, 14, 19) mit gegenseitigem Abstand (a) über die Längsrichtung
des Kontrollfahrzeugs (9) verteilt sind und Rundstrahlcharakteristiken oder sich teilweise
überlappende Richtcharakteristiken (16, 17, 20) haben, um eine lückenlose Funkkommunikation
(8) zur Funkabfrage ein und derselben passierenden Onboard-Unit (7) errichten zu können.
2. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein einziger DSRC-Sendeempfänger (12) über einen sequentiell angesteuerten Antennenumschalter
(18) alle Antennenanlagen (13, 14) bedient.
3. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antennenanlagen (13, 14, 19) von jeweils eigenen DSRC-Sendeempfängern (12, 21,
22) bedient sind, welche für ein sequentielles Handover der DSRC-Funkkommunikation
(8) synchronisiert sind.
4. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antennenanlagen (13, 14, 19) jeweils eine Richtcharakteristik (16, 17, 20) haben.
5. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtcharakteristik (16, 17, 20) vom Kontrollfahrzeug (9) aus schräg nach vorne-seitlich
gerichtet ist.
6. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Richtcharakteristiken (16, 17, 20) der Antennenanlagen (13, 14, 19) teilweise
überlappen.
7. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung (15) vorne liegende Antennenanlage (13) eine stärker gerichtete
Richtcharakteristik (16) hat als die in Fahrtrichtung hinten liegende (14, 19).
8. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtcharakteristik (16, 17, 20) zumindest einer Antennenanlage (13, 14, 19)
abhängig von einer während der DSRC-Funkkommunikation (8) empfangenen Information
(i) gesteuert ist.
9. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung (15) vorne liegende Antennenanlage (13) die genannten Information
(i) empfängt und damit die Richtcharakteristik (17, 20) zumindest einer der in Fahrtrichtung
hinten liegenden Antennenanlagen (14, 19) steuert.
10. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es mit zumindest einer Einrichtung (25) zur Vermessung und/oder Klassifizierung eines
passierenden Fahrzeugs (6) ausgestattet ist.
11. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Einrichtung (25) zwischen zumindest zwei der Antennenanlagen (13, 14,
19) angeordnet ist.
12. Kontrollfahrzeug Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtcharakteristik (16, 17, 20) zumindest einer Antennenanlage (13, 14, 19)
von einem von der genannten Einrichtung (25) bestimmten Maß (M) des Fahrzeugs (6)
und/oder von einer von der genannten Einrichtung (25) bestimmten Klasse (K) des Fahrzeugs
(6) gesteuert ist.
13. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung (15) vorne liegende Antennenanlage (13) eine Wecknachricht für
die passierende Onboard-Unit (7) ausstrahlt.
14. Kontrollfahrzeug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Wecknachricht eine BST-Nachricht nach dem CEN-DSRC- oder eine WSA-Nachricht nach
dem WAVE- oder ITS-G5-Standard ist.
15. Kontrollfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es am Ende der Funkabfrage eine Kontrollinformation in die Onboard-Unit (7) schreibt,
bevorzugt mit einem Zeitstempel ihrer Gültigkeit.