1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzen-Anordnung zum Walzen von Winkelprofilen aus Walzgut,
umfassend eine obere horizontal angeordnete Kaliberwalze sowie eine untere horizontal
angeordnete Kaliberwalze, die gemeinsam einen Walzspalt mit offenen Kalibern definieren,
der in einer Walzebene senkrecht zur Förderung des Walzguts liegt sowie wenigstens
ein paar nicht horizontal angeordnete Stauchwalzen, die das Walzgut seitlich stauchen
und eine Walzebene definieren, die senkrecht zur Förderrichtung des Walzguts liegt.
Derartige Winkelprofile sind beispielsweise Winkel mit gleichen oder ungleichen Schenkeln
und dergleichen.
2. Stand der Technik
[0002] Das Winkelwalzen derartiger Profile ist in der Praxis seit langem bereits bekannt.
Die Winkelwalzung erfolgt dabei üblicherweise in geschlossenen Kalibern im DUO-Walzverfahren.
[0003] Darüber hinaus ist beispielsweise der
DE 36 277 729 C2 ein Formstahl - Walzwerk zu entnehmen, bei dem (Universal-)Walzgerüste ggf. in Reversier-Walzbetrieb
zur Ausbildung eines gewünschten Profilquerschnitts verwendet werden.
[0004] Die Verwendung von mehrfach hintereinander angeordneten Universal-Walzgerüsten zur
Herstellung von Doppel-T-Trägerprofilen ist beispielsweise in der DE-
US 1 427 875 offenbart.
[0005] Obwohl die Verwendung von DUO- oder Universal-Walzgerüsten beim Walzen von Winkelprofilen
aus Vorprofilen mit üblicherweise quadratischem oder rechteckigem Querschnitt als
vorteilhaft hinsichtlich der Form- und Maßgenauigkeit des erzeugten Winkelprofils
angesehen werden, stellen diese Gerüste mit im Wesentlichen horizontal angeordneten
Arbeitswalzen jedoch hinsichtlich der Flexibilität der Herstellung unterschiedlicher
Profile und im Hinblick auf die Anzahl für den Umformprozess erforderlicher Formkaliber
Nachteile bereit, welche die Kosten der Herstellung von unterschiedlichen Winkelprofilen
hoch erscheinen lassen. Für alle Verfahren in geschlossener Kalibrierung ist nämlich
typisch, dass je nach Winkelgröße im Winkelprofil fünf bis neun Formkaliber benötigt
werden, um aus einem Rechteckquerschnitt ein Winkelprofil zu erzeugen.
[0006] Die notwendigen Kaliber benötigen dabei viel Walzballenlänge und sind nur in eingeschränkten
Schenkelstärkenbereichen einsetzbar. Viele Winkelprofile werden aber in unterschiedlichen
Schenkelstärken hergestellt, was die notwendige Kaliberanzahl und damit die Walzenkosten
weiter erhöht. Es wurde daher bereits in der Praxis versucht, in Walzwerken den Prozess
des Winkelwalzens dadurch zu verbessern, dass auf einem Duo-Vorgerüst ein rechteckiger
Anstichquerschnitt mit kleinem Winkel oder ein vorprofilierter Anstichquerschnitt
mit vergleichsweise großem Winkel erzeugt wird, welche dann üblicherweise in drei
Durchläufen in den gleichen Kalibern einer Duo-Uni-Duo-Gruppe näherungsweise bis an
die Schenkelstärke des Fertigwinkels verformt werden und in einem separaten Duo-Fertig-Kaliber
letztendlich in die Fertigwinkelabmessung umgeformt werden.
[0007] Ein Nachteil dieser Variante ist jedoch, dass bei einer derartigen Walzvariante das
üblicherweise als einfaches Duogerüst ausgelegte Stauchgerüst als vergleichsweise
kostenintensives Universal-Gerüst ausgelegt werden muss. Ein weiterer wesentlicher
Nachteil dieser Universal-Walzmethode ist, dass die großen nicht angetriebenen Vertikalwalzen
durch die Horizontalwalzen des Stauchgerüsts angetrieben werden müssen. Aus diesem
Grund muss auch im Stauchgerüst eine Stegabnahme gewalzt werden, was in den Vertikal-Walzspalten
zu verdickten Enden des erzeugten Profils führt. Diese Verdickungen wiederum werden
zusätzlich verstärkt durch das erforderliche Abstauchen bei kleinen Schenkelstärken
und die damit verbundene Breitung des Walzguts. Schließlich wird durch eine derartige
Form des Universal-Walzverfahrens nicht ermöglicht, vorab festgelegte Radien an den
Schenkelspitzen der Winkelschenkel definiert und kontrolliert einzustellen.
3. Aufgabe der Erfindung
[0008] Es war daher eine Aufgabe der Erfindung, das Winkel-Walzverfahren anlagenseitig und
verfahrensmäßig so zu modifizieren, dass die Erzeugung von Profilen mit gleich- und
ungleichschenkligen Winkeln mit ggf. abweichenden Stärken beider Schenkel in Walzstraßen
in reversierender oder kontinuierlicher Anordnung toleranzhaltig und in einem breiten
Abmessungsbereich vereinfacht und verbessert ermöglicht wird.
[0009] Diese Aufgabe wird mit Walzen-Anordnung, umfassend die Merkmale des Anspruchs 1,
sowie einem Verfahren, umfassend die Merkmale des Anspruchs 15, gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
4. Zusammenfassung der Erfindung
[0010] Die Erfindung stellt anlagenseitig eine modifizierte Walzen-Anordnung zum Walzen
von Winkelprofilen aus Walzgut, insbesondere aus Stahl, zur Verfügung, bei der die
durch das wenigstens eine Paar Kaliberwalzen mit offenem oder geschlossenem Kaliber
definierte Walzebene nicht deckungsgleich mit einer durch wenigstens ein Paar Stauchrollen
definierten Walzebene ist. Die Stauchrollen sind vielmehr paarweise in Walzrichtung
vor und / oder hinter dem durch die Kaliberwalzen definierten Walzspalt angeordnet.
Dieses Walzgerüst gemäß der Erfindung kann sowohl in reversierender als auch kontinuierlicher
Fahrweise das Winkelwalzen bewirken.
[0011] Vorzugsweise ermöglicht die Erfindung die Walzung sowohl naturkantiger als auch rundkantiger
Schenkelspitzen-Radienausführungen mit den erfindungsgemäß modifizierten Walzen-Anordnungen.
Gleichschenklige und ungleichschenklige Winkel mit gleichen oder unterschiedlichen
Schenkelstärken sowie naturkantigen oder definiert rundkantigen Schenkelspitzen können
durch die erfindungsgemäße Modifikation der Walzen-Anordnung in offener oder geschlossener
Kalibrierung, jedoch mit den wesentlichen Standard-Gerüstanordnungen von reversierenden,
halbkontinuierlichen oder vollkontinuierlichen Walzanlagen gewalzt werden. Als naturkantig
werden hierbei solche Konturen verstanden, die das Ergebnis einer freien Breitung
bei der Umformung ohne gezielte Beeinflussung der Konturgeometrie sind.
[0012] Vorzugsweise werden aus geometrisch ausreichend in der Größe dimensionierten Anstichquerschnitten
in den Vorstichen die für die jeweilige herzustellende Winkelgröße notwendigen Anstiche
für die Winkelkalibrierung mit offenem oder geschlossenem Kaliber in üblicher bekannter
Form gewalzt. Diese als Leitstiche bezeichneten Querschnittsformen sind in ihrer Form
auf die nachfolgenden Kaliber vorzugsweise geometrisch abgestimmt, wobei jedoch auch
Verfahren bevorzugt werden, bei denen die Kaliber auf die durch die Leitstiche vorgegebene
Querschnittsform geometrisch abgestimmt sind. Dies bedeutet schließlich, dass auch
die erfindungsgemäße offene oder geschlossene Kalibrierung sich bereits auf vorhandene
Leitstichgeometrien anpassen oder ggf. ohne weitere Modifikationen anwenden lässt.
[0013] Die an Universal-Walzgerüsten aus dem Stand der Technik üblichen in der Mittelachse
der Horizontalwalze paarweise gegenüberliegend angeordneten Vertikalwalzen, bei denen
somit die durch die Arbeitswalzen definierte Walzebene deckungsgleich mit der durch
die Stauchrollen definierte Walzebene ist, werden erfindungsgemäß durch vorzugsweise
vertikal angeordnete Stauchrollen ersetzt, welche vor- und / oder hinter so genannten
H-Walzen angeordnet und vorzugsweise bis in den Ballenbereich der Kaliber- oder H-Walzen
zustellbar sind.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Stauchrollen paarweise
hinter den Kaliberwalzen angeordnet, so dass die durch das wenigstens eine Paar Stauchrollen
definierte Walzebene in Förderrichtung des Walzguts hinter der Walzebene der Kaliberwalzen
liegt. In einer alternativen und ebenso bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
sind die Stauchrollen paarweise vor den Kaliberwalzen angeordnet, so dass die durch
das wenigstens eine Paar Stauchrollen definierte Walzebene in Förderrichtung des Walzguts
vor der Walzebene der Kaliberwalzen liegt. Besonders bevorzugt wird jedoch eine Ausgestaltungsform,
bei der wenigstens ein Paar Stauchrollen vor und wenigstens ein Paar Stauchrollen
hinter den Kaliberwalzen geordnet ist, wodurch besonders der Reversierbetrieb der
erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung vorteilhaft unterstützt wird.
[0015] Die erfindungsgemäße Walzenanordnung kann jedoch ebenso im kontinuierlichen Walzbetrieb
eingesetzt werden, wobei keinerlei Restriktionen hinsichtlich der Anlagentechnik bestehen.
Sollte beispielsweise eine Walzen-Anordnung mit vor und hinter den Kaliberwalzen angeordneten
Stauchrollen im Konti-Betrieb verwendet werden, kann ggf. dauerhaft bei Bedarf das
vor den Kaliberwalzen angeordnete Stauchrollenpaar individuell aus dem Winkelkantenbereich
herausgestellt werden und somit keinen Einfluss auf das Walzergebnis ausüben. Gleiches
gilt analog selbstverständlich auch für das in Walzrichtung hinter den Kaliberwalzen
angeordnete Stauchrollenpaar.
[0016] Bevorzugt wird, wenn die erfindungsgemäße Walzen-Anordnung auf einem gemeinsamen
Gerüst-Fundament angeordnet ist und demnach auch als ein quasi modifiziertes Universal-Walzgerüst
innerhalb einer Walzstraße genutzt wird. Durch diese bevorzugte Ausführungsform kann
auch ein gerüstumfassender Umbau oder Austausch oder der Austausch kompletter Walzensätze
unterstützt werden.
[0017] Besonders vorteilhaft an der Anordnung der Stauchrollenpaare vor- und / oder hinter
der Walzenebene der Kaliberwalzen ist, da die Stauchrollen bei Bedarf in einem Abstand
zueinander anstellbar sind, der kleiner als die Ballenbreite der Kaliberwalzen ist.
In herkömmlichen Universal-Walzgerüsten war die Anstellung der Stauchrollen zueinander
regelmäßig durch die Dimensionierung der Arbeitswalzen beschränkt, wobei insbesondere
keine Möglichkeit bestand, die Stauchrollen bei Profilbreiten einzusetzen, die schmaler
als die Ballenbreite der Arbeitswalzen war. Dieses Problem wird erfindungsgemäß mit
besonders einfachen Mitteln gelöst, wobei die Einsatzmöglichkeit der erfindungsgemäßen
Walzen-Anordnung ohne die Notwendigkeit des Einbaus schmalerer Kaliberwalzen-Ballenbreiten
für schmalere Profile erhöht wird. Die gewalzte Breite kann somit kleiner als die
Horizontalballenbreite sein, wodurch der wesentliche Nachteil der bisher aus dem Stand
der Technik bekannten Universal-Kaliberwalzung mit üblicher H- und V-Walzenanordnung
in einer und einem Walzspalt zwischen den V-Walzen und den Stirnflächen der H-Walzen
vermieden wird.
[0018] Gleichzeitig können hierdurch auch Winkel mit unterschiedlicher Schenkellänge mit
dem gleichen Walzensatz gewalzt werden, wobei dies insbesondere dann vorteilhaft unterstützt
wird, wenn die Stauchrollen individuell und auch innerhalb der jeweiligen Paare von
Stauchrollen an das Walzgut angestellt werden können.
[0019] Die H-Walzen der Gerüste haben gleichartig gestaltete offene Streckkaliber zur Reduktion
der Dicke auf die gewünschte Fertigwinkelstärke. Typisch ist hierbei, dass in allen
Gerüsten die Ballenbreiten so groß gewählt werden, dass auch die längsten, auslegungsspezifisch
einer Abmessungsgruppe zugeordneten Schenkellängen im Ballenbereich der H-Walzen umgeformt
werden.
[0020] Im erfindungsgemäßen Sinne müssen die Stauchrollen nicht vertikal und senkrecht zu
den Kaliberwalzen angeordnet sein. Vielmehr werden auch Ausführungen als vom Erfindungsgedanken
umfasst angesehen, bei denen die Stauchrollen nur eine geneigte Lage ihrer Längsachsen
zu der Längsachse der oberen oder der unteren Kaliberwalze aufweisen, wodurch prinzipiell
eine V-Form der Lage des Paars oder der Paare von Stauchrollen zueinander bewirkt
wird. Der Vorteil einer geneigten Lage der Längsachsen der Stauchrollen besteht in
einer geringeren Schenkel-Rückbiegung im Fertigstich. Dies ist insbesondere bei Winkeln
mit großer Schenkellänge vorteilhaft.
[0021] Prinzipiell wird durch die Fähigkeit der erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung zu einer
geneigten Einstellung der Stauchrollen in Bezug auf das Walzgut die Möglichkeit der
Herstellung einer großen Profilvielfalt ohne Notwendigkeit des Austauschs ganzer Anlagenteile
unterstützt. Bevorzugt erfolgt dabei die Beeinflussung der mittleren gestreckten Profilbreite
und damit der Schenkellängen über die vertikalen, zumindest aber geneigt angeordneten
Stauchrollen. Die breitenabhängigen Abmessungsgruppen werden überwiegend durch den
möglichen Vertikal-Anstellbereich der Walzen-Anordnung, vorzugsweise in einem modifizierten
Universal-Walzgerüst, bestimmt, da die Stauchrollen nicht durch die H-Ballenbreite
behindert werden.
[0022] Die Form der Stauchrollen einer erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung ist nicht notwendigerweise
streng zylindrisch mit rundem Querschnitt, sondern kann zumindest über Teillängen
der Stauchrollen von dieser Form abweichen. Im erfindungsgemäßen Sinne werden die
Vertikal-Stauchrollen je nach verwendeter Horizontal-Kaliberform der Kaliberwalzen
zylindrisch oder konisch glatt ausgeführt, wenn die Schenkelenden des zu produzierenden
Winkelprofils naturkantig oder im Kantenradius undefiniert gewünscht werden. Für die
Realisierung definierter Schenkelenden mit vorgegebenen Auslaufradien jedoch können
die vertikal angeordneten Stauchrollen auch abgesetzt und mit definiertem Übergangsradius
in der Absatzecke ausgeführt werden. Die abgesetzten Stauchrollen mit Übergangsradius
sind aber vorzugsweise ebenfalls für Horizontalkaliberformen der Kaliberwalzen mit
horizontaler und paralleler Lage des Schenkel-Winkelprofils zur Längsachse der jeweiligen
Kaliberwalzen einsetzbar.
[0023] Der Einsatz abgesetzter vertikal angeordneter Stauchrollen mit einem definierten
Übergangsradius zwischen den Schenkeln des Winkelprofils kann bei Bedarf eine neue,
bisher nicht übliche Fahrweise der Kaliberwalzen und der Stauchrollen bedingen. Abhängig
von der gewählten Kalibrierung der Kaliberwalzen sowie der Stauchrollen können dabei
vorzugsweise unterschiedliche Methoden und Anstellungsfahrweisen gewählt werden:
- a) Verwendung einer glatten Stauchrolle mit zylindrischer Ausführung und eines Arbeitswalzenkalibers
in horizontal, paralleler Lage der Schenkel des Winkelprofils zur Achse der Kaliberwalzen:
Die Horizontal- und Vertikalanstellungen werden analog dem üblichen Universalwalzen
angewendet. Die Wirkrichtungen der Horizontal- und VertikalAnstellungen sind dann
senkrecht zur Schenkelstärke des zu erzeugenden Winkelprofils und zu dessen gestreckter
Materialbreite, so dass sie direkt und in einem Verhältnis von 1 : 1 entsprechend
den Anstellungswegänderungen wirksam werden. Die Walzlinie bleibt dabei zentrisch
entsprechend der ursprünglichen Ausrichtung und verändert sich nicht durch etwaige
Anstellungsänderungen.
- b) Verwendung einer glatten Stauchrolle in konischer Ausführung und eines Arbeitswalzenkalibers
in horizontal geneigter Lage der Schenkel zur Achse der H-Walzen:
Hierbei wirken die Horizontal-Vertikalanstellungen über einen bestimmten Faktor auf
die Schenkelstärke und die gestreckte Materialbreite des zu erzeugenden Winkelprofils
ein. Die Wirkrichtung der Anstellwege ist dabei nicht senkrecht zu den zu beeinflussenden
Profilwerten, nämlich der Schenkeldicke und der gestreckten Materialbreite. Ein vorzugsweise
verwendetes vollautomatisches Anstell- und Walzspaltregelsystem berücksichtigt vorzugsweise
diesen Einfluss und macht die Handhabung des gesamten Steuerungssystems einfach. Auch
in dieser Ausführungsform verbleibt die Walzlinie zentrisch entsprechend der ursprünglichen
Ausrichtung und verändert sich nicht durch etwaige Anstellungsänderungen.
- c) Verwendung einer abgesetzt kalibrierten Vertikal-Stauchrolle in zylindrischer Ausführung
und eines Horizontal-Arbeitswalzenkalibers in horizontaler, paralleler Lage der Schenkel
zur Achse der H-Walzen:
Hierbei wirken sich Veränderungen der Horizontal- und Vertikalanstellungen direkt
in einem Verhältnis von 1 : 1 auf die Schenkelstärke und die gestreckte Materialbreite
aus, da die Anstellungswirkrichtungen senkrecht zur Schenkeldicke des Winkelprofils
von dessen gestreckter Materialbreite liegen. Durch die abgesetzten kalibrierten Vertikal-Stauchrollen
ist in dieser Ausführungsform die untere Profilkontur der unteren Arbeitswalze in
ihrer Lage fest definiert. Dies bedingt ggf., dass nur die obere Horizontalwalze zur
Schenkelstärkenverringerung angestellt wird. Ein vorzugsweise verwendetes vollautomatisches
Anstell- und Walzspaltregelsystem berücksichtigt dies ggf. und sperrt in einem solchen
Fall die untere horizontale Anstellung der Arbeitswalzen. Die Walzlinienmitte verschiebt
sich entsprechend der Anstellungsänderungen der oberen Horizontalwalze systematisch
in Richtung auf die horizontale untere Kaliberwalze hin.
- d) Verwendung einer abgesetzten kalibrierten Vertikal-Stauchrolle in konischer Ausführung
und eines Horizontal-Arbeitswalzenkalibers in horizontal, geneigter Lage der Schenkel
des zu walzenden Winkelprofils zur Achse der H-Walzen:
Hierbei wirken die Horizontal- und Vertikalanstellungen über einen vorgegebenen Faktor
auf die Schenkelstärke und die gestreckte Materialbreite des zu walzenden Winkelprofils
ein. Die Wirkrichtung der Anstellwege steht dabei nicht senkrecht zu den zu beeinflussenden
Profilwerten des Winkelprofils, nämlich der Schenkeldicke und der gestreckten Materialbreite.
Durch die abgesetzt kalibrierten Vertikal-Stauchrollen ist die untere Profilkontur
der unteren Horizontal-Kaliberwalze in ihrer Lage den Vertikal-Stauchrollen definiert
zugeordnet. Vertikale Anstellungsänderungen der Stauchrollen beeinflussen diese Zuordnung
und werden vorzugsweise durch Positionskorrekturen der unteren Horizontal-Kaliberwalze
kompensiert. Die Schenkeldickenverringerung des Winkelprofils wird vorzugsweise ausschließlich
durch Anstellungen der oberen Horizontal-Kaliberwalze realisierbar. Ein vorzugsweise
verwendetes vollautomatisches Anstell- und Walzspaltregelsystem berücksichtigt dabei
alle diese Einflüsse und bewirkt eine besonders einfache Handhabung des Verfahrens.
Hierbei verschiebt sich die Walzlinienmitte entsprechend der Anstellungsänderungen
der oberen Horizontal-Kaliberwalze systematisch in Richtung auf die untere Horizontal-Arbeitswalze
hin, wobei Positionskorrekturen der unteren Arbeitswalze bedingt durch vertikale Maßänderungen
ggf. einen gegenläufigen oder verstärkenden Einfluss haben können.
[0024] Generell ist anzumerken, dass vorhandene Walzstraßen mit Universal-Gerüsten in ihrem
Aufbau durch einen Wechsel von Universal- und Stauchgerüsten gekennzeichnet sind.
Bei ausreichender Dimensionierung der Stauchgerüste hinsichtlich ihrer maximalen Walzkraft
und ihres maximalen Walzmoments können diese in den Walzprozess zur Schenkelstärkenreduktion
des Winkelprofils eingebunden werden. Die Universal-Gerüste realisieren dabei, bedingt
durch ihre maschinentechnische Auslegung hinsichtlich der maximalen Walzkraft und
des maximalen Walzmoments, die Hauptumformarbeit bei der Herstellung des Winkelprofils
aus dem Vorprofil. In den Universal-Gerüsten wird dann auch neben der Schenkelstärkenreduktion
die mittlere, gestreckte Profilbreite zielgerichtet an die unterschiedlichen Winkelabmessungen
angepasst.
[0025] Da jede erfindungsgemäße Walzen-Anordnung paarweise angeordnete Stauchrollen vor-
und / oder hinter den horizontal angeordneten Kaliberwalzen besitzt, ergibt die Verwendung
der erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung eine sehr effektive Beeinflussung der gestreckten
Profilbreite des Winkelprofils, obwohl bei kleinen Stauchrollen die maximale Vertikal-Walzkraft
zum üblichen Vertikalwalzen mit großem Walzendurchmesser und großer Ballenbreite erheblich
unterschritten werden kann.
[0026] Da Universalstraßen aus dem Stand der Technik in der Regel die doppelte Anzahl an
Universal-Gerüsten im Vergleich zu Stauchgerüsten besitzen, verteilt sich erfindungsgemäß
vorzugsweise die notwendige Breitenreduktion auf die doppelte Stichanzahl im Vergleich
zum üblichen bekannten Universal-Winkelwalzverfahren. Durch die Anordnung der Stauchrollen
vor und / oder hinter den horizontalen Kaliberwalzen besteht außerdem die Möglichkeit,
die im Stich durch eine Schenkelstärkenreduktion verursachten Breitungen sofort wieder
zu neutralisieren. Damit verdoppelt sich die mögliche vertikale Stichanzahl bei Verwendung
der erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung nochmals. Dies hat umformtechnische Vorteile
insbesondere bei der Herstellung dünner Schenkelstärken, bei denen die Breitenabnahmen
zielgerichtet niedrig gehalten werden können.
[0027] Die zusätzlichen Möglichkeiten der Stauchrollen-Gestaltung in kontinuierlicher Anordnung
mit beispielsweise abweichendem Durchmesser oder versetzter Anordnung vor und / oder
nach dem oder das die horizontalen Kaliberwalzen tragenden Gerüst(en) erweitern ebenso
die Flexibilität bei der Herstellung unterschiedlichster Winkelprofile.
[0028] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung ist die erfindungsgemäße
Walzen-Anordnung Teil einer Walzstraße, welche wenigstens ein Walzgerüst mit einer
erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung sowie wenigstens ein Fertigkaliber umfasst. Alternativ
kann die erfindungsgemäße Walzen-Anordnung auch Teil einer Kompakt- oder Tandemgruppe
sein, welche wenigstens eine erfindungsgemäße Walzenanordnung und ein Fertigkaliber
sowie ein zwischen der Walzen-Anordnung und dem Fertigkaliber angeordnetes Stauchrollenpaar
aufweist. Besonders bevorzugt wird in der zweiten Alternative, wenn die Kompakt-Fertiggruppe
zwei erfindungsgemäße Walzen-Anordnungen und ein zwischen diesen zwei Walzenanordnungen
angeordnetes Stauchrollenpaar aufweist. Hierdurch wird die Anwendbarkeit der erfindungsgemäßen
Walzen-Anordnung auf bereits bestehende Anlagenkonzepte bei vollständiger Erreichbarkeit
der eingangs genannten Ziele besonders vorteilhaft unterstützt.
[0029] In Reversierstraßen mit üblicherweise dreigerüstiger Kompaktgruppe mit zwei Universal-Gerüsten
und einem Stauchgerüst werden die horizontalen Arbeitswalzenkaliber auf den Universal-Gerüsten
und dem Stauchgerüst üblicherweise gleich ausgeführt. In einem solchen Fall muss das
zweite Universalgerüst als DuoGerüst genutzt werden, um das Fertigkaliber aufzunehmen.
Dies kann im erfindungsgemäßen Sinne jedoch dann umgangen werden, wenn das Stauchgerüst
(mit horizontal angeordneten Stauchwalzen, sogenannter "Edger") verschiebbar ist,
eine ausreichende Ballenlänge vorliegt und das Stauchgerüst maschinentechnisch ausreichend
stark dimensioniert ist. In diesem Fall kann das Fertigkaliber auf dem Stauchgerüst
(Edger) angeordnet werden und das zweite Walzgerüst mit der erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung
für eine effektive Vorwalzung mitgenutzt werden. Außerdem ermöglicht diese zusätzliche
Anordnung des Fertigkalibers auf dem Ballen des Stauchgerüsts, dass auch eine zweigerüstige
Walzgerüstgruppe mit einem erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung und einem Stauchgerüst
(Edger) für diese Art der Winkelwalzung verwendet werden kann.
[0030] Dies ist auch dann der Fall, wenn zusätzlich zur Kompaktgruppe ein separates Fertiggerüst
vorhanden ist. Da bei großen Winkeln der Klappprozess der Schenkel des Winkelprofils
in die 90°-Lage im Fertiggerüst ausgesprochen schwierig einzustellen ist, kann das
Streckkaliber im ersten und zweiten Walzgerüst der Kompaktgruppe auch unterschiedlich
in der spitzen Winkel-Geometrie gewählt werden. Der ständige Klappprozess wird dann
vorzugsweise komplett oder teilweise im Stauchgerüst erfolgen können. Eine vorbereitende
Klappung in die 90°-Lage kann dann vorzugsweise bei Einsatz eines verschiebbaren Stauchers
mit horizontal angeordneten Stauchwalzen (Edger) mit ausreichender Ballenlänge auch
in einem zweiten Kaliber auf dem Stauchgerüst selbst vorbereitet werden. Im letzten
Durchlauf wird dann vorzugsweise das zweite Walzgerüst mit der erfindungsgemäßen Walzen-Anordnung
leer vom Walzprofil durchlaufen und der Klappprozess wird im Vorkaliber auf den Staucher
vorbereitet und auf dem separaten Fertiggerüst vollendet. Vorteile dieser speziellen
Lösung sind insbesondere ein geringer Kaliberverschleiß im Fertigkaliber und eine
flachere Gestaltung der erfindungsgemäß modifizierten Walzgerüste mit offenem oder
geschlossenem Kaliber, was insgesamt eine bessere Walzenausnutzung ermöglicht.
[0031] Verfahrensseitig wird die Erfindung dadurch realisiert, dass zur Herstellung von
Winkelprofilen eine Walzen-Anordnung verwendet wird, die eine obere horizontal angeordnete
Kaliberwalze sowie eine untere horizontal angeordnete Kaliberwalze umfasst, welche
gemeinsam einen Walzspalt mit offenen oder geschlossenen Kalibern definieren, der
in einer Walzebene senkrecht zur Förderrichtung des Walzguts liegt, sowie wenigstens
ein Paar nicht horizontal angeordneter Stauchwalzen, die das Walzgut seitlich stauchen
und eine Walzebene definieren, die senkrecht zur Förderrichtung des Walzguts liegt,
wobei die durch das wenigstens eine Paar Kaliberwalzen definierte Walzebene und die
durch ein Paar Stauchrollen definierte Walzebene nicht deckungsgleich sind. Erfindungsgemäß
wird das Walzgut dabei vor und/oder nach dem Walzstich durch die horizontal angeordneten
Kaliberwalzen durch wenigstens ein Paar nicht horizontal angeordneter Stauchwalzen
umgeformt.
[0032] Die sich hierdurch ergebenden Vorteile entsprechen denjenigen, die bereits in Bezug
auf die erfindungsgemäße Vorrichtung dargelegt wurden.
5. Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0033] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Figuren näher erläutert, die die bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung schematisch darstellen.
- Figur 1
- zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Universal-Walzgerüsts.
- Figur 2
- zeigt unterschiedliche Kaliber-Geometrien vor Stauchrollen im erfindungsgemäßen Universal-Walzgerüst.
6. Wege zur Ausführung der Erfindung
[0034] In Figur 1 wird eine erfindungsgemäße Walzen-Anordnung 1 dargestellt, bei der eine
obere, horizontal angeordnete Kaliberwalze 2 und eine untere, horizontal angeordnete
Kaliberwalze 3 einen Walzspalt und eine Walzebene definieren, die senkrecht zur Verfahrrichtung
(angezeigt durch den Pfeil >travel<) des Walzguts 6 steht. Die hier dargestellte Walzen-Anordnung
1, angeordnet in einem gemeinsamen Gerüst, wird als Reversier-Walzgerüst verwendet,
durch das das Walzgut 6 sowohl in der Zeichnung von links nach rechts als auch von
rechts nach links durch die durch die obere Kaliberwalze 2 und die untere Kaliberwalze
3 definierte Walzebene hindurch tritt. In der Zeichnung links versetzt zu der Walzebene,
die durch die Kaliberwalzen 2 und 3 definiert ist, ist ein Paar linker Stauchrollen
4 angeordnet, von denen in der Figur nur die vordere Stauchrolle gezeigt ist. Analog
und im gleichen Abstand zur Walzebene der oberen Kaliberwalze 2 und der unteren Kaliberwalze
3 ist ein rechtes Stauchrollenpaar 5 angeordnet, dessen Walzebene ebenfalls senkrecht
zur Förderrichtung des Walzguts 6 steht und die nicht deckungsgleich mit der durch
die obere und untere Kaliberwalze 2, 3 definierte Walzeebene ist. Aufgrund der geringen
Längendimensionierung der jeweiligen Stauchrollen 4, 5 sowie des Maßes des Versatzes
der jeweiligen Walzebenen der Stauchrollenpaare 4, 5 zur durch die oberen und unteren
Kaliberwalzen 2, 3 definierten Walzebene kann ein Zustellen der jeweiligen Stauchrollenpaare
4, 5 zueinander auch näher als die Walzballenbreite der oberen und unteren Kaliberwalzen
2, 3 erfolgen. Hierdurch wird eine erfindungsgemäße Walzen-Anordnung 1 mit offenem
Kaliber bereitgestellt.
[0035] In Figur 2 sind jeweils Stauchrollenpaare 4a, 4b und 5a, 5b dargestellt, wobei die
Stauchrollenpaare 4a, 4b eine glatte, zylindrische Kalibrierung mit vertikaler Anordnung
ihrer Längsachse zum Winkelprofil 6 aufweisen. Durch die Kalibrierung der Stauchrollen
4a, 4b werden Winkelschenkel 9, 10 erzeugt, die parallel und fluchtend zueinander
stehen und über eine Winkelspitze 8 auf der Oberseite des Winkelprofils 6 und einen
Winkelradius 11 an der unteren Seite des Winkelprofils 6 miteinander verbunden sind.
In der rechten Darstellung der Figur 2 werden kalibrierte Stauchrollen 5a, 5b verwendet,
deren Längsachse ebenso wie die der Stauchrollen 4a, 4b in der linken Darstellung
vertikal angeordnet sind. Aufgrund der Kalibrierung der Stauchrollen 5a, 5b werden
jedoch Schenkel 9, 10 des Winkelprofils 6 erzeugt, welche nicht parallel und nicht
fluchtend zueinander angeordnet sind, die jedoch analog zu der Ausführungsform auf
der linken Seite der Figur 2 ebenfalls über eine spitze Winkelspitze 8 auf der Oberseite
des Winkelprofils 6 und einen Winkelradius 11 an der Unterseite des Winkelprofils
6 miteinander verbunden sind. Die Kalibrierung der Stauchrollen 5a, 5b bewirkt zudem
die Ausbildung eines Schenkelspitzenradius 7 an der Unterseite der jeweiligen Schenkel
9, 10 des Winkelprofils 6.
1. Walzen-Anordnung zum Walzen von Winkelprofilen aus Walzgut (6), umfassend eine obere
horizontal angeordnete Kaliberwalze (2) sowie eine untere horizontal angeordnete Kaliberwalze
(3), die gemeinsam einen Walzspalt mit offenen oder geschlossenen Kalibern definieren,
der in einer Walzebene senkrecht zur Förderrichtung des Walzguts (6) liegt, sowie
wenigstens ein Paar nicht horizontal angeordneter Stauchwalzen (4,5), die das Walzgut
(6) seitlich stauchen und eine Walzebene definieren, die senkrecht zur Förderrichtung
des Walzguts (6) liegt, wobei die durch das wenigstens eine Paar Kaliberwalzen (2,3)
definierte Walzebene und die durch ein Paar Stauchrollen (4, 5) definierte Walzebene
nicht deckungsgleich sind.
2. Walzen-Anordnung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch ein Paar Stauchrollen (4, 5) definierte Walzebene in Förderrichtung des
Walzguts (6) hinter der Walzebene der Kaliberwalzen (2,3) angeordnet ist.
3. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die durch ein Paar Stauchrollen (4, 5) definierte Walzebene in Förderrichtung des
Walzguts (6) vor der Walzebene der Kaliberwalzen (2, 3) angeordnet ist.
4. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie kontinuierlich und/oder reversibel walzend verwendbar ist.
5. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie auf einem gemeinsamen Gerüst-Fundament angeordnet ist.
6. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Winkelprofil einen gleichschenkligen Querschnitt aufweist.
7. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Winkelprofil einen ungleichschenkligen Querschnitt aufweist
8. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Paar von Stauchrollen (4, 5) in einem Abstand zueinander anstellbar
ist, der kleiner als die Ballenbreite der Kaliberwalzen (2, 3) ist.
9. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stauchrollen (4, 5) zumindest über eine Teillänge Kaliberprofile aufweisen, welche
vorzugsweise paarweise gleichartig gestaltet sind.
10. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Winkelprofil eine naturkantige oder rundkantige Schenkelspitzenradienausführung
(11) aufweist.
11. Walzen-Anordnung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stauchrollen (4, 5) jeweils, vorzugsweise unabhängig voneinander, in einem Winkelversatz
ihrer Längsachse von bis zu 90° zu den jeweiligen Längsachsen der Kaliberwalzen (2,
3) gegenüber dem Walzgut (6) anstellbar sind.
12. Kompakt- oder Tandemgruppe, umfassend wenigstens eine Walzen-Anordnung (1) gemäß einem
der voranstehenden Ansprüche.
13. Kompakt- oder Tandemgruppe gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens ein Vorgerüst, ein Gerüst mit einer Walzen-Anordnung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 11 und ein Paar Horizontal-Stauchwalzen (Edger) umfasst, vorzugsweise
aus wenigstens einem Vorgerüst, einem Gerüst mit einer Walzen-Anordnung gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 11 und einem Edger besteht.
14. Kompakt- oder Tandemgruppe gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens ein Vorgerüst, ein Gerüst mit einer Walzen-Anordnung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 11 und ein Fertiggerüst umfasst.
15. Verfahren zur Herstellung von Winkelprofilen unter Verwendung einer Walzen-Anordnung
(1), umfassend eine obere horizontal angeordnete Kaliberwalze (2) sowie eine untere
horizontal angeordnete Kaliberwalze(3), die gemeinsam einen Walzspalt mit offenen
oder geschlossenen Kalibern definieren, der in einer Walzebene senkrecht zur Förderrichtung
des Walzguts (6) liegt, sowie wenigstens ein Paar nicht horizontal angeordneter Stauchwalzen
(4,5), die das Walzgut (6) seitlich stauchen und eine Walzebene definieren, die senkrecht
zur Förderrichtung des Walzguts (6) liegt, wobei die durch das wenigstens eine Paar
Kaliberwalzen (2,3) definierte Walzebene und die durch ein Paar Stauchrollen (4, 5)
definierte Walzebene nicht deckungsgleich sind, wobei das Walzgut (6) vor und/oder
nach dem Walzstich durch die horizontal angeordneten Kaliberwalzen (2,3) durch wenigstens
ein Paar nicht horizontal angeordneter Stauchwalzen (4,5) umgeformt wird.
16. Verfahren gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise bei Verwendung profilierter Stauchrollen (4,5) die gesamte Umformung
des Walzguts (6) inklusive Fertigwalzen nach dem Vorwalzen in einem Vorwalzgerüst
mittels der horizontal angeordneten Kaliberwalzen und den Stauchrollen (4,5) sowie
unter Verwendung eines Paars Horizontal-Stauchwalzen (Edger) erfolgt.
17. Verfahren gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Umformung des Walzguts (6) inklusive Fertigwalzen nach dem Vorwalzen
in einem Vorwalzgerüst mittels der horizontal angeordneten Kaliberwalzen und den Stauchrollen
(4,5) sowie unter Verwendung eines Fertiggerüsts erfolgt
18. Verfahren zur Herstellung von Winkelprofilen unter Verwendung einer Kompakt- oder
Tandemgruppe gemäß den Ansprüchen 12 bis 14.