[0001] Die Erfindung betrifft eine Spannkeilvarrichtung zur Befestigung von Werkzeugen an
Werkzeugmaschinen und insbesondere zur Befestigung von Gesenken an Schmiedehämmern
oder -pressen. Dabei kann es sich bei den Schmiedehämmern beispielsweise um Oberdruck-
oder Gegenschlaghämmer handeln, Als Beispiele fur Schmiedepressen sei hier auf Exzenterschmiedepressen
und hydraulische Freiformschmiedepressen verwiesen. Ferner handelt es sich auch bei
einer Spindelpresse um eine Schmiedepresse.
[0002] Es ist bekannt, die beiden Hälften von Gesenken mittels Spannkeilvorrichtungen an
Pressenstößel und -tisch eines Schmiedehammers bzw, einer Schmiedepresse zu befestigen.
Eine Spannkeilvorrichtung weist einen Keil sowie einen Gegenkeil auf, die jeweils
mit einer Durchgangsbohrung versehen sind. Durch die beiden Durchgangsbohrungen hindurch
erstreckt sich eine Spannschraube, die einen Schraubenkopf und ein diesem gegenüberliegendes
Gewindeende aufweist, auf das eine Spannschraubenmutter aufschraubbar ist. Die Spannschraubenmutter
weist eine Durchgangsbohrung mit einem Innengewinde auf, das in Gewindeeingriff mit
dem Außengewinde der Spannschraube steht. Zwischen dem Schraubenkopf und dem Keil
bzw. dem Gegenkeil befindet sich ein außenliegendes Tellerfederpaket. Während sich
der Spannschraubenkopf über das Tellerfederpaket an dem Keil abstützt, stützt sich
dementsprechend die Spannschraubenmutter an dem Gegenkeil ab, und zwar jeweils an
einander abgewandten Stirnflächen von Keil und Gegenkeil, so dass sich durch Festziehen
der Spannschraubenmutter der Keil und der Gegenkeil entlang einer Anlageebene gegeneinander
verschieben lassen. Dadurch verändert sich die Breite der Spannkeilvarrichtung, d.h.
der Abstand der außenliegenden Seitenflächen beider Keile. Auf diese Weise kann dann
ein Werkzeug in einer Werkzeugaufnahme verkeilt und damit gehalten werden.
[0004] Die bekannten Spannkeilvorrichtungen haben sich in der Praxis grundsätzlich bewährt.
Aufgrund der hohen dynamischen Belastungen während des Einsatzes, beispielsweise durch
die Umkehrung der Massenbeschleunigung während des Aufsetzens der Gesenke, handelt
es sich bei Spannkeilvorrichtungen um Verschleißteile mit unterschiedlichen Standzeiten
der Keile und Einbauteile. Durch diverse Optimierungen konnten die Standzeiten von
Spannkeilvorrichtungen in den letzten Jahren bereits erheblich verbessert werden.
Immer größere und leistungsstärkere Maschinen jedoch erfordern weiterhin verbesserte
Spannkeilvorrichtungen, die den immer höheren dynamischen Belastungen uber immer längere
Zeiträume standhalten müssen,
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spannkeilvorrichtung zur Befestigung von Werkzeugen
an Werkzeugmaschinen, insbesondere von Gesenken in Schmiedehämmern oder -pressen zu
schaffen, bei der die Gefahr einer Zerstörung bei extremen Belastungen und relativ
großen Abmessungen reduziert ist. Der Einsatzbereich der Spannkeilvorrichtungen soll
dabei von den bisher realisierbaren Spannkeillängen von ca. 500 mm für z. B. Oberdruck-
und Gegenschlaghämmer auf 1 000 mm und mehr (z. B. bis zu 1.500 mm) erweitert werden,
weil sich auch die Produktionsanlagen zur Steigerung der Arbeitsleistung von fruher
40 bis 80 kJ auf heute 130 bis 400 kJ pro Schlag z. B. eines Schmiedehammers erhöht
haben.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung eine Spannkeilvorrichtung zur Befestigung
von Werkzeugen an Werkzeugmaschinen, insbesondere von Gesenken in Schmiedehämmern
oder -pressen vorgeschlagen, wobei die Spannkeilvorrichtung versehen ist mit
- einem mindestens eine schräg verlaufende Keilfläche sowie eine Stirnfläche aufweisenden
Keilelement, das eine sich zwischen der Stirnfläche und der mindestens einen Keilfläche
erstreckende Durchgangsbohrung aufweist,
- mindestens einem Gegenkeilelement, das eine schräg verlaufende Gegenkeilfläche zur
Anlage an der mindestens einen Keilfläche des Keilelements sowie eine Stirnfläche
und eine sich zwischen der Gegenkeilfläche und der Stirnfläche erstreckende Durchgangsbohrung
aufweist,
- einer sich durch die Durchgangsbohrungen des Keilelements und des mindestens einen
Gegenkeilelements erstreckenden Spannschraube, die einen Spannschraubenkopf sowie
einen Spannschraubenschaft mit einem dem Spannschraubenkopf gegenüberliegenden Außengewindeende
und eine Spannschraubenmutter zum Gewindeeingriff mit dem Außengewindeende des Spannschraubenschafts
aufweist,
- wobei der Spannschraubenkopf, die Spannschraubenmutter und/oder das Außengewindeende
des Spannschraubenschafts zumindest teilweise von den Stirnflächen des Keil- und des
mindestens einen Gegenkeilelements abstehen,
- einem den Spannschraubenschaft der Spannschraube zwischen dessen Spannschraubenkopf
und der diesem zugewandten Stirnfläche des Keil- bzw. des mindestens einen Gegenkeilelements
umgebenden Tellerfederpaket, das mehrere eine Materialdicke und -im entspannten Zustand
betrachtet - eine axiale Höhe aufweisende Tellerfederringe umfasst und das um einen
in Abhängigkeit vom Grad einer Vorspannung vorgegebenen Federweg noch komprimierbar
ist,
- wobei die Durchgangsbohrung des Keilelements oder des mindestens einen Gegenkeilelements
in einem ersten Bohrungsabschnitt, der an der dem Spannschraubenkopf zugewandten Stirnfläche
des Keil- bzw. des mindestens einen Gegenkeilelements endet, im Wesentlichen zylindrisch
(und spielfrei) ist und sich an diesen ersten Bohrungsabschnitt ein zweiter, sich
verjungender konischer Bohrungsabschnitt anschließt, und
- wobei der Spannschraubenschaft einen ersten, im Wesentlichen zylindrisch ausgeführten
Schaftabschnitt, der sich durch den ersten Bohrungsabschnitt der Durchgangsbohrung
erstreckt, aufweist und sich an den zylindrischen ersten Schaftabschnitt des Spannschraubenschafts
ein zweiter, sich verjüngender konischer Schaftabschnitt anschließt.
[0007] Bei dieser Spannkeilvorrichtung ist erfindungsgemäß vorgesehen,
- dass bei in der Durchgangsbohrung befindlichem Spannschraubenschaft deren konischer
Schaftabschnitt von dem konischen Bohrungsabschnitt der Durchgangsbohrung einen Mindestabstand
aufweist, der zumindest gleich der Summe aus dem maximal noch möglichen Federweg des
Tellerfederpakets und zusätzlich dem ca. 0,3 bis 0,8-fachen des Federweges zur Kompensation
einer potentiellen Durchbiegung des Keils unter Belastungen und einer Dehnung der
Spannschraube ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Spannkeilvorrichtung weist zwischen dem Spannschraubenkopf und
der diesem zugewandten Stirnfläche des einen der beiden Keilelemente ein Tellerfederpaket
auf, das mehrere Tellerfederringe umfasst und das um einen in Abhängigkeit vom Grad
der Vorspannung der Spannschraube noch gegebenen Federweg komprimierbar ist. Innerhalb
der Durchgangsbohrung desjenigen Keil- bzw. Gegenkeilelements an dessen Stirnfläche
das Tellerfederpaket anliegt, existieren ein erster und ein zweiter Bohrungsabschnitt,
die aufeinanderfolgen. Der erste Bohrungsabschnitt mündet in die Stirnfläche ein und
ist im Wesentlichen zylindrisch ausgeführt, während der sich anschließende zweite
Bohrungsabschnitt konisch verjüngend ausgebildet ist, Auch die Spannschraube weist
innerhalb ihres sich durch die Bohrung dieses Keilelements erstreckenden Abschnitts
einen im Wesentlichen zylindrisch, spielfrei ausgefuhrten ersten Schaftabschnitt und
einen sich daran anschließenden zweiten, sich verjungenden konischen Schaftabschnitt
auf. Im gespannten Zustand der Spannschraube weist der konische Schaftabschnitt einen
axialen Mindestabstand zum konischen Bohrungsabschnitt auf. Mit anderen Worten sind
also die beiden konischen Abschnitte um diesen Mindestabstand axial gegeneinander
versetzt, so dass ihre Konusflächen nicht aneinander liegen. Der Mindestabstand ist
dabei gleich der oder größer als die Summe aus dem maximal möglichen Federweg des
Tellerfederpakets und zusätzlich ca, dem 0,3 bis 0,8-fachen des Federweges des Tellerfederpakets.
[0009] Der Spannschraubenquerschnitt ist zweckmäßigerweise als Dehnschraube ausgelegt, indem
sie sich in Abhängigkeit von den Eigenschaften des Materials, aus dem sie besteht,
bis zu einer Streckgrenze mit einem Wert zwischen 0,2 % bis 0,5 % ihrer Länge dehnen
kann.
[0010] Durch die Tatsache, dass auch im vollständig komprimierten Zustand des Tellerfederpakets
die beiden konischen Flächen der Durchgangsbohrung und des Spannschraubenschafts einen
Abstand voneinander aufweisen, wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Spannkeilvorrichtung
auch unter höchsten Belastungen nicht zerstört wird. Darüber hinaus ist der Mindestabstand
unter Belastung zweckmäßigerweise so zu wählen, dass auch elastische Seitenverformungen
der Spannschraube und insbesondere ihres Spannschraubenschafts nicht sogleich zu einer
Kontaktierung der konischen Flächen zwischen Spannschraubenschaft und Durchgangsbohrung
führt. Es hat sich nämlich bei Versuchen herausgestellt, dass insbesondere bei großen
Spannkeillängen im Bereich zwischen 0,5 m bis über 1 m und insbesondere bis ca. zu
1,5 m auf die Spannkeilvorrichtung Seitenbelastungen wirken, die zu einer elastischen
bogenförmigen Verformung fuhren. Dadurch verformt sich auch der Spannschraubenschaft
bogenförmig, und zwar mit der Folge, dass sich der Spannschraubenschaft innerhalb
der Durchgangsbohrungen der beiden Keilelemente bewegt und die konischen Flächen näher
aneinander rücken. Würde es nun zu einer Kontaktierung der konischen Flächen kommen,
so könnte dies eine baldige Zerstörung der Spannkeilvorrichtung nach sich ziehen,
Durch den erfindungsgemäßen Vorschlag, einen in oben angegebener Weise vorgegebenen
Mindestabstand zwischen den konischen Flächen zu belassen, kann der Gefahr einer Zerstörung
der Spannkeilvorrichtung infolge eines Kontaktierens der konischen Flächen von Durchgangsbohrung
und Spannschraubenschaft entgegengewirkt werden.
[0011] Die beiden Konuswmkel des konischen Bohrungsabschnitts und des konischen Schaftabschnitts
können grundsätzlich gleich oder unterschiedlich sein. Im Falle gleicher Konuswinkel
weist jeder Punkt auf der Konusfläche beispielsweise des konischen Schaftabschnitts
den gleichen axialen Abstand zur konischen Fläche des konischen Bohrungsabschnitts
auf. Ist beispielsweise der Konuswinkel des Bohrungsabschnitts größer als derjenige
des Schaftabschnitts, so existieren je nach Lage zweier beabstandeter Punkte auf den
beiden Konusfläche unterschiedlich große Abstände, wobei jedoch der kleinste Abstand
mindestens gleich dem erfindungsgemäßen Mindestabstand sein sollte.
[0012] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Spannschraubenschaft
mit seinem ersten zylindrischen Schaftabschnitt innerhalb des ersten zylindrischen
Bohrungsabschnitts der Durchgangsbohrung axial und spielfrei geführt ist. Durch die
zylindrische Führung des Spannschraubenschafts in dem zylindrischen Bohrungsabschnitt
der Durchgangsbohrung ist eine zentrische Führung der Spannschraube in der Spannkeilvorrichtung
gewährleistet. Auch dies reduziert die Gefahr der Zerstörung bei extremer Belastung
der Spannkeilvorrichtung, wie dies insbesondere bei großformatigen und langen (bis
zu einem Meter Länge und mehr) Spannkeilvorrichtungen gegeben ist.
[0013] Die Größe des Federweges wird empirisch entsprechend der Länge der Spannkeilvorrichtung
ermittelt und korrespondiert mit dem Anzugsdrehmoment der Spannschraubenmutter und
dem erforderlichen Federdruck.
[0014] Der erforderliche Federdruck wird empirisch aus der Größe der Seitenfläche (einseitige
Anlagefläche an der Maschine bzw. dem Gesenk) der Spannkeilvorrichtung (Spannfläche)
ermittelt. Er sollte so gewählt sein, dass ausreichender Anpressdruck auf den inneren
Keilhälften vorhanden ist, um die Keilhälften zur Erzeugung der Spannkraft für die
Werkzeuge anzupressen.
[0015] Beim schlagartigen Aufsetzen der Werkzeuge und beim Abbau der Umformenergie zum Gesenkschmieden
werden auch die Werkzeuge und Spannkeilvorrichtungen elastisch verformt. Das Tellerfederpaket
baut dabei auch seine Federkraft ab, wobei der Abbau nicht so weit gehen sollte, dass
sich die Spannmutter lockern kann.
[0016] Das Tellerfederpaket weist entweder mehrere jeweils gegensinnig ausgerichtete oder
in Gruppen gleichsinnig und von Gruppe zu Gruppe gegensinnig ausgerichtete Tellerfederringe
mit einem im flachgedrückten Zustand gegebenen Innendurchmesser auf, wobei der Innendurchmesser
der Tellerfederringe größer ist als der Außendurchmesser desjenigen Abschnitts des
Spannschraubenschafts, den das Tellerfederpaket umgibt. Dies hat den Vorteil, dass
die Tellerfederringe auch bei vollständig komprimiertem Tellerfederpaket nicht von
außen an dem Spannschraubenschaftabschnitt, den das Tellerfederpaket umgibt, anliegt.
[0017] Normalerweise ist der Spannschraubenschaft der Spannschraube zwischen dem Spannschraubenkopf
und dem Außengewindeende frei von Außengewindegängen, Vorteilhaft ist es bei einem
derartigen Design, dass sich am Ubergang zum Außengewindeende eine Außenumfangsvertiefung
(auch als Freischnitt bezeichnet) befindet. Durch diese Außenumfangsvertiefung, ab
der sich dann das Außengewinde bis zur dem Spannschraubenkopf gegenüberliegenden Stirnfläche
der Schraube erstreckt, kann die Gefahr von Zerstörungen (Abrissen) der Spannschraube
infolge von Belastungen weitestgehend reduziert werden. Die Außenumfangsvertiefung
weist zweckmäßigerweise eine Tiefe auf, die im Wesentlichen gleich der Höhe des Außengewindes
am Außengewindeende des Spannschraubenschafts ist. Der Durchmesser des Spannschraubenschafts
im Bereich des Freischnitts bzw. der Außenumfangsvertiefung ist also gleich dem Kerndurchmesser
des Außengewindeendes. In seinem verbleibenden Bereich zwischen der Außenumfangsvertiefung
und dem Spannschraubenkopf kann der Spannschraubenschaft demnach einen größeren Durchmesser
aufweisen als im Bereich der Außenumfangsvertiefung.
[0018] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Spannschraubenmutter eine erste Stirnfläche, an der sich die Spannschraubenmutter
an einer Anlagefläche des Keil- bzw. des mindestens einen Gegenkeilelements abstutzt,
und eine zweite Stirnfläche mit einer sich an diese anschließende Werkzeugangriffsfläche
zum Verschrauben der Spannschraubenmutter mit dem Außengewindeende des Spannschraubenschafts
aufweist, dass sich durch die Spannschraubenmutter eine Innengewindebohrung erstreckt
und dass das Innengewinde der Spannschraubenmutter mit axialem Abstand zu der ersten
Stirnfläche der Spannschraubenmutter endet. Bei dieser Ausgestaltung der Spannschraubenmutter
ist deren Innengewinde nicht bis zur dem Spannschraubenkopf zugewandten ersten Stirnfläche
der Spannschraubenmutter fortgesetzt, sondern endet im axialen Abstand zu diesem,
wobei vorteilhafterweise auch hier gilt, dass die radiale Tiefe der Spannschraubenmutterbohrung
im Wesentlichen gleich der Innengewindehöhe der Spannschraubenmutter ist, die Spannschraubenmutter
an ihrer ersten Stirnfläche also entsprechend aufgebohrt sein kann.
[0019] Auch an der zweiten Stirnfläche der Spannschraubenmutter existiert zweckmäßigerweise
ein axialer Abstand zum Innengewinde. Es existiert in diesem Bereich also genauso
wie an der ersten Stirnfläche ein (innenliegender) Freischnitt in Form einer Innenumfangsvertiefung.
[0020] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Spannschraubenschaft innerhalb seines zylindrischen und/oder konischen Schaftabschnitts
ein Langloch aufweist, das in axialer Erstreckung der Spannschraube verläuft, und
dass sich durch das Langloch ein die Durchgangsbohrung querender Sicherungsstift erstreckt.
Die Längserstreckung des Langlochs wird dabei zur Ermöglichung einer relativen Verschiebung
der Spannschraube in der Durchgangsbohrung um den Mindestabstand der beiden konischen
Schaft- und Bohrungsabschnitte gewählt.
[0021] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
zwischen dem Spannschraubenkopf und dem Tellerfederpaket zur Anpassung an die axiale
Länge des verwendeten Tellerfederpakets einer von mehreren, unterschiedliche axiale
Dicken aufweisenden Distanzringen angeordnet ist. Die unterschiedlich dicken Distanzringe
sorgen für eine Kompensation unterschiedlich langer Tellerfederpakete an dem Spannschraubenkopf
und den Abstand zwischen diesem und dem diesem zugewandten Keilelement.
[0022] Zur weiteren Verbesserung der versatzfreien Führung der Keil- und Gegenkeilflächen
kann ferner vorgesehen sein, dass die schrägverlaufenden Keil- und Gegenkeilflächen
- im Querschnitt durch die aneinander liegenden Keil- und Gegenkeilelemente betrachtet
- zueinander komplementäre, gerade, sich zu einer im Wesentlichen Trapez- und/oder
V-Form ergänzende Linienabschnitte abweisen.
[0023] Schließlich kann das Keilelement zwei sich aneinander anschließende, gegeneinander
geneigte schrägverlaufende Keilflächen aufweisen, wobei an jeder dieser Keilflächen
jeweils ein Gegenkeilelement mit seiner Gegenkeilfläche anliegt sowie die Stirnseiten
der beiden Gegenkeilelemente einander abgewandt sind, und wobei sich zwischen den
beiden Stirnseiten der Gegenkeilelemente und durch das Keilelement hindurch die Spannschraube
erstreckt. Eine derartige Spannkeilvorrichtung mit zwei gegeneinander geneigten schrägverlaufenden
Keilflächen und zwei Gegenkeilelementen ist beispielsweise in
DE-A-10 2006 042 359 beschrieben.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausfuhrungsbeispiels und unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Vorderansicht eines Schmiedehammers bzw. einer Schmiedepresse zur Verdeutlichung
des Einsatzes einer Spannkeilvorrichtung zur Befestigung von Gesenkhälften und
- Fig. 2
- einen Horizontalschnitt durch eine Spannkeilvorrichtung gemäß II-II der Fig. 1.
[0025] Anhand von Fig. 1 soll zunächst erläutert werden, wo bei beispielsweise einer Schmiedepresse
oder einem Schmiedehammer die Spannkeilvorrichtungen zur Befestigung der Gesenkhälften
angeordnet sein können. Die Schmiedepresse oder der Schmiedehammer 10 weist einen
Maschinenrahmen 12 mit einem Pressentisch 14 auf. An dem Maschinenrahmen 12 ist ein
Pressenstößel 16 in Richtung des Pfeils 18 verschiebbar geführt. Der Pressentisch
14 und der Pressenstößel 16 sind jeweils mit einer in Vorderansicht betrachtet schwalbenschwanzförmigen
Werkzeugaufnahmevertiefung 20,22 versehen, in der konisch sich verbreiternde Vorsprunge
24,26 der unteren Hälfte 28 und der oben Hälfte 30 eines Gesenks 32 angeordnet sind.
Zu beiden Seiten dieser Vorsprünge 24,26 befindet sich jeweils eine Spannkeilvorrichtung
34, die zur Verkeilung der Vorsprunge 24 und 26 in den jeweiligen Werkzeugaufnahmevertiefungen
20 bzw. 22 und damit zur Fixierung der unteren und oberen Gesenkhälften 28,30 vorgesehen
sind.
[0026] In Fig. 2 ist ein Horizontalschnitt durch eine Spannkeilvorrichtung 34 gezeigt, Die
Spannkeilvorrichtung 34 weist ein erstes Keilelement 36 sowie ein zweites Gegenkeilelement
38 auf, die im Wesentlichen gleiche Außenkonturen aufweisen und gegeneinander gerichtet
angeordnet sind. Jedes Keilelement 36,38 weist eine großflächigere Stirnfläche 40
bzw. 42 und eine schrägverlaufende Keilfläche 44,46 auf. Der großflächigeren Stirnfläche
40 bzw. 42 liegt eine recht kleinformatige weitere Stirnfläche 48 bzw. 50 gegenüber.
Durch jedes der Keilelemente 36,38 erstreckt sich eine Durchgangsbohrung 52,54, die
die betreffende Stirnfläche 40 bzw. 42 mit der Keilfläche 44 bzw. 46 des betreffenden
Keilelements 36 bzw. 38 verbindet.
[0027] Durch die beiden miteinander fluchtenden Durchgangsbohrungen 52,54 erstreckt sich
eine Spannschraube 56 mit einem Spannschraubenkopf 58 an ihrem einen axialen Ende
und einer Spannschraubenmutter 60 an ihrem anderen axialen Ende. Die Spannschraube
56 umfasst einen Spannschraubenschaft 62, der sich von dem Spannschraubenkopf 58 aus
erstreckt und an seinem diesem gegenuberliegenden Ende ein Außengewindeende 64 bildet.
Zwischen dem Spannschraubenkopf 58 und der diesem gegenüberliegenden Stirnfläche 40
ist der Spannschraubenschaft 62 von einem Tellerfederpaket 66 umgeben, das mehrere
Tellerfederringe 68 aufweist, die entweder gruppenweise gleichsinnig und von Gruppe
zu Gruppe gegensinnig oder aber einzeln gegensinnig angeordnet sind. Zwischen dem
Tellerfederpaket 66 und dem Spannschraubenkopf 58 befindet sich ein Distanzring 69.
[0028] Durch Drehen der in diesem Ausführungsbeispiel unverlierbar im Gegenkeilelement 38
angeordneten Spannschraubenmutter 60 kann die Spannkeilvorrichtung 34 gespannt werden,
wie dies an sich bekannt ist.
[0029] Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, weist die Durchgangsbohrung 52 einen sich von der
Stirnfläche 40 aus erstreckenden ersten zylindrischen Bohrungsabschnitt 70 und einen
sich daran anschließenden sich konisch verjüngenden zweiten Bohrungsabschnitt 72 auf.
Entsprechend ist auch die Formgebung des verbreiterten Bereichs des Spannschraubenschafts
62, der sich durch diese beiden Bohrungsabschnitte 70 und 72 erstreckt. In diesem
Bereich weist der Spannschraubenschaft 62 einen ersten im Wesentlichen zylindrischen
Schaftabschnitt 74 und einen sich daran anschließenden konischen zweiten Schaftabschnitt
76 auf. Im gespannten Zustand der Spannkeilvorrichtung 34, wie es in Fig. 2 gezeigt
ist, sind die konischen Abschnitte von Spannschraubenschaft und Durchgangsbohrung
axial voneinander beabstandet, wobei dieser Abstand 78 so bemessen ist, dass er mindestens
gleich dem verbleibenden Federweg des Tellerfederpakets 66 (,der dem Weg entspricht,
um den das Tellerfederpaket 66 bis zur vollständigen Komprimierung sich axial verkürzen
kann) zuzuglich dem 0,3-fachen bis 0,8-fachen, insbesondere dem 0,5-fachen des Federweges.
Der Abstand 78 sollte geringfügig größer als dieser Mindestabstand sein, um nämlich
axiale Relativbewegungen der Spannschraube innerhalb der Durchgangsbohrungen noch
ausgleichen zu können, ohne dass die Konusflächen aneinanderstoßen.
[0030] Der Spannschraubenschaft 62 ist (in diesem Ausführungsbeispiel am Keilelement 36)
durch einen Sicherungsstift 80 gegen ein Mitdrehen der Spannschraube 56 beim Aufschrauben
der Spannschraubenmutter 60 gesichert. Der Sicherungsstift 80 erstreckt sich quer
durch die Durchgangsbohrung 52 hindurch und ist von einer Langlochbohrung 82 des Spannschraubenschafts
62 aufgenommen. Alternativ kann der Spannschraubenschaft 62 zur Verhinderung des Mitdrehens
in seinem mittleren Bereich einen polygonalen Querschnitt aufweisen, der geringfügig
größer ist als der Gewindedurchmesser. Der Stift hat daruber hinaus die Aufgabe, den
Ein- und Ausbau der Spannkeilvorrichtung 34 zu vereinfachen. Die axiale Erstreckung
der Langlochbohrung 82 ist so bemessen, dass die Spannschraube 56 sich ihren Belastungen
entsprechend bewegen kann, ohne dass der Sicherungsstift 80 abgeschert o.dgl. beschädigt
wird.
[0031] Wie ebenfalls in Fig. 2 zu erkennen ist, weist der Spannschraubenschaft 62 im Bereich
seines Ubergangs zum Gewindeende 64 eine Außenumfangsvertiefung 84 auf. Im Bereich
dieser Außenumfangsvertiefung 84 ist der Durchmesser des Spannschraubenschafts 62
gegenüber seinem zum Spannschraubenkopf 58 hin gelegenen Nachbarbereich verringert.
Durch diese Außenumfangsvertiefung 84 (auch Freischnitt genannt) ist das Außengewinde
86 vom übrigen Teil der Spannschraube 56 axial beabstandet.
[0032] Die Spannschraubenmutter 60 weist in herkömmlicherweise eine Durchgangsbohrung 88
auf, die mit einem Innengewinde 90 zur Verschraubung mit dem Außengewinde 86 des Außengewindeendes
64 versehen ist. Das Innengewinde 90 der Spannschraubenmutter 60 erstreckt sich nicht
bis zu der innenliegenden ersten Stirnfläche 92 und der außenliegenden zweiten Stirnfläche
94 der Spannschraubenmutter 60 sondern endet mit axialem Abstand zu diesen beiden
Stirnflächen 92,94. Innerhalb der beiden vom Innengewinde 90 freien Bereiche der Durchgangsbohrung
88 der Spannschraubenmutter 60 weist diese einen Innendurchmesser auf, der gleich
dem Außendurchmesser des Außengewindes 86 des Außengewindeendes 64 ist bzw. auch größer
als dieser sein kann, was in Fig. 2 an den Innenumfangsvertiefungen 96,98 zu erkennen
ist.
1. Spannkeilvorrichtung zur Befestigung von Werkzeugen an Werkzeugmaschinen, insbesondere
von Gesenken in Schmiedehämmern oder -pressen, mit
- einem mindestens eine schräg verlaufende Keilfläche (44) sowie eine Stirnfläche
(40) aufweisenden Keilelement, das eine sich zwischen der Stirnfläche (40) und der
mindestens einen Keilfläche (44) erstreckende Durchgangsbohrung (52) aufweist,
- mindestens einem Gegenkeilelement (38), das eine schräg verlaufende Gegenkeilfläche
(46) zur Anlage an der mindestens einen Keilfläche (44) des Keilelements (36) sowie
eine Stirnfläche (42) und eine sich zwischen der Gegenkeilfläche (46) und der Stirnfläche
(42) erstreckende Durchgangsbohrung (54) aufweist,
- einer sich durch die Durchgangsbohrungen (52,54) des Keilelements (36) und des mindestens
einen Gegenkeilelements (38) erstreckenden Spannschraube (56), die einen Spannschraubenkopf
(58) sowie einen Spannschraubenschaft (62) mit einem dem Spannschraubenkopf (58) gegenüberliegenden
Außengewindeende (64) und eine Spannschraubenmutter (60) zum Gewindeeingriff mit dem
Außengewindeende (64) des Spannschraubenschafts (62) aufweist,
- wobei der Spannschraubenkopf (58), die Spannschraubenmutter (60) und/oder das Außengewindeende
(64) des Spannschraubenschafts (62) zumindest teilweise von den Stirnflächen (40,42)
des Keil- und des mindestens einen Gegenkeilelements (36,38) abstehen,
- einem den Spannschraubenschaft (62) der Spannschraube (56) zwischen dessen Spannschraubenkopf
(58) und der diesem zugewandten Stirnfläche (40) des Keil- bzw, des mindestens einen
Gegenkeilelements (36,38) umgebenden Tellerfederpaket (66), das mehrere eine Materialdicke
und -im entspannten Zustand betrachtet - eine axiale Höhe aufweisende Tellerfederringe
(68) umfasst und das um einen in Abhängigkeit vom Grad einer Vorspannung vorgegebenen
Federweg komprimierbar ist,
- wobei die Durchgangsbohrung (52,54) des Keilelements (36) oder des mindestens einen
Gegenkeilelements (38) in einem ersten Bohrungsabschnitt (70), der an der dem Spannschraubenkopf
(58) zugewandten Stirnfläche (40,42) des Keil- bzw. des mindestens einen Gegenkeilelements
(36,38) endet, im Wesentlichen zylindrisch ist und sich an diesen ersten Bohrungsabschnitt
(70) ein zweiter, sich verjungender konischer Bohrungsabschnitt (72) anschließt, und
- wobei der Spannschraubenschaft (62) einen ersten, im Wesentlichen zylindrisch ausgefuhrten
Schaftabschnitt (74), der sich durch den ersten Bohrungsabschnitt (70) der Durchgangsbohrung
(52) erstreckt, aufweist und sich an den zylindrischen ersten Schaftabschnitt (74)
des Spannschraubenschafts (62) ein zweiter, sich verjüngender konischer Schaftabschnitt
(76) anschließt,
dadurch gekennzeichnet ,
- dass bei in der Durchgangsbohrung (52,54) befindlichem Spannschraubenschaft (62) deren
konischer Schaftabschnitt (76) von dem konischen Bohrungsabschnitt (72) der Durchgangsbohrung
(52,54) einen Mindestabstand aufweist, der zumindest gleich dem vorgegebenen Federweg
des Tellerfederpakets (66) zuzüglich mindestens dem 0,3-fachen und höchstens dem 0,8-fachen
des Federweges ist.
2. Spannkeilvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Konuswinkel des konischen Bohrungsabschnitts (72) und des konischen Schaftabschnitts
(76) gleich oder unterschiedlich sind.
3. Spannkeilvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannschraubenschaft (62) mit seinem ersten zylindrischen Schaftabschnitt (74)
innerhalb des ersten zylindrischen Bohrungsabschnitts (70) der Durchgangsbohrung (52,54)
axial geführt ist.
4. Spannkeilvorrichtung nach einem der Anspruche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Tellerfederpaket (66) mehrere jeweils gegensinnig ausgerichtete oder in Gruppen
gleichsinnig und von Gruppe zu Gruppe gegensinnig ausgerichtete Tellerfederringe (68)
mit einem im flachgedruckten Zustand gegebenen Innendurchmesser aufweist und dass
der Innendurchmesser der Tellerfederringe (68) größer ist als der Außendurchmesser
desjenigen Abschnitts des Spannschraubenschafts (62), den das Tellerfederpaket (66)
umgibt.
5. Spannkeilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannschraubenschaft (62) zwischen dem Spannschraubenkopf (58) und dem Außengewindeende
(64) frei von Außengewindegängen ist sowie an seinem Ubergang zum Außengewindeende
(64) eine Außenumfangsvertiefung (84) aufweist.
6. Spannkeilvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenumfangsvertiefung (84) eine Tiefe aufweist, die im Wesentlichen mindestens
gleich der Höhe des Außengewindes am Außengewindeende (64) des Spannschraubenschafts
ist.
7. Spannkeilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannschraubenmutter (60) eine erste Stirnfläche (92), an der sich die Spannschraubenmutter
(60) an einer Anlagefläche des Keil- bzw. des mindestens einen Gegenkeilelements (36,38)
abstützt, und eine zweite Stirnfläche (94) mit einer sich an diese anschließende Werkzeugangriffsfläche
zum Verschrauben der Spannschraubenmutter (60) mit dem Außengewindeende (64) des Spannschraubenschafts
(62) aufweist, dass sich durch die Spannschraubenmutter (60) eine Innengewindebohrung
(88) erstreckt und dass das Innengewinde (90) der Spannschraubenmutter (60) mit axialem
Abstand zu der ersten Stirnfläche (92) der Spannschraubenmutter (60) endet.
8. Spannkeilvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde (90) der Spannschraubenmutter (60) ebenfalls mit axialem Abstand
zu der zweiten Stirnfläche (94) der Spannschraubenmutter (60) endet.
9. Spannkeilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannschraubenschaft (62) innerhalb seines zylindrischen und/oder konischen Schaftabschnitts
(74,76) eine Langlochbohrung (82) aufweist, das in axialer Erstreckung der Spannschraube
(56) verläuft, und dass sich durch die Langlochbohrung (82) ein die Durchgangsbohrung
(52,54) querender Sicherungsstift (80) erstreckt.
10. Spannkeilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Spannschraubenkopf (58) und dem Tellerfederpaket (66) zur Anpassung
an die axiale Länge des verwendeten Tellerfederpakets (66) einer von mehreren, unterschiedliche
axiale Dicken aufweisenden Distanzringen (69) angeordnet ist.
11. Spannkeilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die schrägverlaufenden Keil- und Gegenkeilflächen (44,46)- im Querschnitt durch die
aneinander liegenden Keil- und Gegenkeilelemente betrachtet - zueinander komplementäre,
gerade, sich zu einer im Wesentlichen Trapez- und/oder V-Form ergänzende Linienabschnitte
abweisen.
12. Spannkeilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Keilelement (36) zwei sich aneinander anschließende, gegeneinander geneigte schrägverlaufende
Keilflächen (44) aufweist, dass an jeder dieser Keilflächen (44) jeweils ein Gegenkeilelement
(38) mit seiner Gegenkeilfläche (46) anliegt, wobei die Stirnflächen (42) der beiden
Gegenkeilelemente (38) einander abgewandt sind, und dass sich zwischen den beiden
Stirnflächen (42) der Gegenkeilelemente (38) und durch das Keilelement (36) hindurch
die Spannschraube (56) erstreckt.