[0001] Die Erfindung betrifft ein Rotationstiefdruckwerk mit den oberbegrifflichen Merkmalen
von Anspruch 1 und ein Verfahren zum Warten eines solchen Rotationstiefdruckwerks
mit den Merkmalen von Anspruch 7.
Stand der Technik
[0002] Eine geläufig eingesetzte Konfiguration eines Tiefdruckwerks ist beispielsweise im
Dokument
DE 42 42 582 C2 gezeigt. Die Mantelfläche eines Tiefdruckformzylinders, auch weiter unten vereinfacht
als Formzylinder oder Druckzylinder bezeichnet, taucht wenigstens teilweise in eine
mit Tiefdruckfarbe gefüllte Farbwanne ein, die unterhalb des Tiefdruckformzylinders
angeordnet ist. Bei Rotation des Tiefdruckzylinders um seine Symmetrieachse füllen
sich die die Wanne passierenden Vertiefungen in der Mantelfläche mit Tiefdruckfarbe.
Überschüssige Farbe wird durch wenigstens ein gegen die Mantelfläche angestelltes
Rakel abgestreift. In einem im oberen Winkelsektor des Tiefdruckformzylinders liegenden
Druckspalt wird die Tiefdruckfarbe auf einen Bedruckstoff übertragen, welcher mittels
eines Gegendruckzylinders, nachfolgend auch als Presseur bezeichnet, auf die eingefärbte
Mantelfläche des Tiefdruckformzylinders gedrückt wird.
[0003] Die
DE 10 2004 009 492 B3 beschreibt ein Tiefdruckwerk mit einem Presseur, bei dem der Presseur gegen einen
Formzylinder entlang eines ersten Verfahrweges anstellbar ist. Wird der Presseur von
seiner Arbeitsstellung in eine Wartungsstelle verfahren, so sind Presseur und Formzylinder
einfach zugänglich und können gewartet, also getauscht bzw. gereinigt werden. Soll
die Bedruckstoffbahn während des Abhebens des Presseurs vom Formzylinder nicht angehalten
werden und die Bedruckstoffbahn beispielsweise in einem davor oder danach angeordneten
Druckwerk oder Bearbeitungsstation weiter bedruckt bzw. bearbeitet werden, so muss
während dem Anheben des Presseurs ein Bahnspannungsausgleich erfolgen. So ist es allgemein
bekannt und beispielsweise in dem Fachbuch "
Kipphan: Handbuch der Printmedien, 2000" (Seite 288) beschrieben, für die Bahnspannungsregelung sogenannte Vorspannwerke bzw. Einzugwerke,
welche vor dem ersten Druckwerk, oder sogenannte Auszugwerke, welche nach dem letzten
Druckwerk angeordnet sind, zu nutzen. Den Bahnspannungsausgleich beim Abheben des
Presseurs durch die bekannten Vorrichtungen zum Bahnspannungsausgleich zu regeln wird
jedoch als aufwändig, wenig präzise und daher nachteilig erachtet.
Aufgabenstellung
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Rotationstiefdruckwerk zu schaffen
und ein Verfahren zum Warten eines solchen Rotationstiefdruckwerks zu beschreiben,
wobei auch bei angehobenem Presseur in vorgelagerten und nachgelagerten Druckwerken
bzw. Bearbeitungsstationen ein registergenaues Bedrucken bzw. Bearbeiten der Bedruckstoffbahn
ermöglicht wird und die Nachteile des Standes der Technik zumindest reduziert werden.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Rotationstiefdruckwerk für eine Druckmaschine
zum Bedrucken eines bahnförmigen Bedruckstoffs, wobei das Rotationstiefdruckwerk einen
Formzylinder, eine Farbauftragseinrichtung, einen Presseur und mindestens zwei Leitrollen
zum Führen des Bedruckstoffes aufweist. Die erste Leitrolle ist dabei - in Bahnlaufrichtung
gesehen - stromaufwärtig und die zweite Leitrolle - in Bahnlaufrichtung gesehen -
stromabwärtig des Presseurs angeordnet.
Erfindungsgemäß besitzt das Rotationstiefdruckwerk einen dem Formzylinder zugeordneten
Servoantrieb zum Antreiben des Formzylinders und einen dem Presseur zugeordneten Aktuator
zur Höhenveränderung des Presseurs von einer Arbeitsstellung in eine deutlich beabstandete
und leichter zugängliche Wartungsstellung. Auch dem Presseur kann ein Servoantrieb
zum Antreiben des Presseurs zugeordnet sein. Insbesondere bei einem dünnen und/oder
empfindlichen Bedruckstoff kann so der Presseur aktiv angetrieben werden und läuft
nicht nur passiv mit. Zusätzlich ist in dem Rotationstiefdruckwerk selbst eine aktuatorisch
ansteuerbare Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich vorgesehen, um die Bahnspannung
in diesem Rotationstiefdruckwerk konstant zu halten. Durch diese Ausgestaltung ist
es in vorteilhafter Weise möglich, während dem Abheben des Presseurs vom Formzylinder
unmittelbar im Rotationstiefdruckwerk selbst einen Bahnspannungsausgleich durchzuführen,
so dass das Anheben des Presseurs keine Auswirkungen auf die Bahnspannung der Bedruckstoffbahn
in vorgeordneten oder nachgeordneten Stationen hat.
In der Wartungsstellung wird die Wartung der Zylinder im weiteren Sinn ermöglicht,
d.h. Reinigen, Reparieren, Umrüsten, Austauschen.
[0006] In vorteilhafter Weiterbildung des erfindungsgemäßen Rotationstiefdruckwerks sind
die erste und zweite Leitrolle zwischen dem Höhenniveau des Presseurs in seiner Arbeitsstellung
und dem Höhenniveau des Presseurs in seiner Wartungsstellung angeordnet. Wenn der
Presseur von seiner Arbeitsstellung in seine Wartungsstellung angehoben wird, verläuft
die Bedruckstoffbahn direkt von der ersten zur zweiten Leitrolle und wird jeweils
entlang eines Teilumfangs einer jeweiligen Leitrolle durch diese geführt.
[0007] In einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Ausführungsform ist der dem
Presseur zugeordnete Aktuator als Elektromotor, insbesondere als Servomotor, ausgeführt
zum Verschieben des Presseurs entlang einer Führung, welche insbesondere vertikal
ausgerichtet ist. Die Ausführung des Aktuators als Elektromotor ermöglicht zum einen
eine sehr genaue Wegführung und zum anderen die Rückmeldung einer jeweils aktuellen
IstPosition.
[0008] In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Rotationstiefdruckwerks
besitzt die Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich eine weitere Leitrolle und einen
Elektromotor zum Verschieben der weiteren Leitrolle entlang einer Führung. Diese Führung
kann dabei insbesondere horizontal ausgerichtet sein.
[0009] In einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen
Rotationstiefdruckwerks sind die Achsen der weiteren Leitrolle und des Presseurs in
seiner Arbeitsstellung in Betrieb des Rotationstiefdruckwerks in einer vertikalen
Ebene angeordnet. In anderen Worten: im Betrieb des Rotationstiefdruckwerks befindet
sich die weitere Leitrolle vertikal oberhalb des Presseurs. Die erste Leitrolle, zweite
Leitrolle, weitere Leitrolle und der Presseur als auch der Formzylinder sind spiegelsymmetrisch
zu einer Mittelebene durch Formzylinder und Presseur, also zur zuvor genannten vertikalen
Ebene angeordnet. Dadurch wird in vorteilhafter Weise ermöglicht, dass das Rotationstiefdruckwerk
laufrichtungsunabhängig ist. Das heißt, die Bedruckstoffbahn kann nach Anpassung des
Bahnlaufs in beide mögliche Richtungen durch das Rotationstiefdruckwerk hindurch und
in diesem bearbeitet werden. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn die Bedruckstoffbahn
beidseitig bedruckt werden soll, d.h. in einem ersten Durchlauf auf der Schöndruckseite
und in einem zweiten Durchlauf in umgekehrter Bahnlaufrichtung von der Widerdruckseite.
[0010] Die Erfindung betrifft auch eine Schmalbahn-Rotationsdruckmaschine mit einer Mehrzahl
von Druckwerken, wobei mindestens eines der Druckwerke wie obenstehend ausgeführt
ist. Zusätzlich kann die Schmalbahn-Rotationsdruckmaschine ein aus dem Stand der Technik
bekanntes Einzugwerk und Auszugwerk besitzen.
[0011] Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Warten eines wie obenstehend beschriebenen
Rotationstiefdruckwerks, wobei der Presseur von dem Formzylinder abgehoben wird, so
dass beide für Wartungsarbeiten zugänglich werden. Zugänglich werden meint in diesem
Zusammenhang, dass der Maschinenbediener Reinigungsarbeiten an Presseur oder Formzylinder
durchführen kann, dass Presseur oder Formzylinder ausgetauscht werden können, dass
Tiefdrucksleeves auf den Tiefdruckzylinder aufgeschoben werden können, etc. Während
dem Abheben des Presseurs durch eine Verschiebebewegung von seiner Arbeitsstellung
in seine Wartungsstellung wird dabei eine Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich angesteuert,
derart, dass die Bahnspannung annähernd konstant gehalten wird und wobei der bahnförmige
Bedruckstoff nicht angehalten wird. Dadurch wird in vorteilhafter Weise ermöglicht,
dass vorgelagerte und nachgelagerte Druckwerke bzw. Bearbeitungsstationen während
dem Warten des Rotationstiefdruckwerks weiter arbeiten können.
[0012] In vorteilhafter Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, nämlich dann, wenn
dem Presseur ein steuerbarer Elektromotor und der Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich
ebenfalls ein steuerbarer Elektromotor zugeordnet sind, werden die Elektromotoren
von einer gemeinsamen Steuereinheit angesteuert, derart, dass die Längung der Bedruckstoffbahn
durch das Anheben des Presseurs von der Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich zeitgleich
ausgeglichen wird. Entsprechende Ansteuerungsregeln können in der Steuereinheit hinterlegt
sein.
[0013] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der
Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung dar.
[0014] Hinsichtlich weiterer Vorteile und in konstruktiver und funktioneller Hinsicht vorteilhafter
Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die Beschreibung von
Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen verwiesen.
Ausführungsbeispiel
[0015] Die Erfindung soll an Hand bevorzugter Ausführungsbeispiele noch näher erläutert
werden. Es zeigen in schematischer Darstellung
- Fig. 1a:
- ein erfindungsgemäßes Tiefdruckwerk mit Presseur in Arbeitsstellung
- Fig. 1b:
- ein erfindungsgemäßes Tiefdruckwerk mit Presseur in Wartungsstellung
- Fig. 2:
- ein Tiefdruckwerk, bei dem ein Formzylinder mit größerem Durchmesser eingesetzt wird
- Fig. 3:
- ein Tiefdruckwerk mit umgekehrter Laufrichtung der Bedruckstoffbahn
- Fig. 4:
- die Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich des Tiefdruckwerks in einer Detailansicht
[0016] Einander entsprechende Elemente und Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0017] In Fig. 1a ist ein erfindungsgemäßes Rotationstiefdruckwerk 10 dargestellt, in welchem
eine Bedruckstoffbahn 100 bedruckt wird. Die Tragstruktur des Druckwerks 10 wird durch
einen Druckwerksständer 1 gebildet. Wie durch den Pfeil b dargestellt, durchläuft
die Bedruckstoffbahn 100 das Rotationstiefdruckwerk 10 dabei wie folgt: von einem
nicht dargestellten vorangehenden Druckwerk oder einer nicht dargestellten vorangehenden
Bearbeitungsstation läuft die Bedruckstoffbahn 100 in das Tiefdruckwerk 10 ein, wird
durch eine erste Leitrolle 5 zwischen Tiefdruckzylinder 3 und Presseur 2 hindurch
geführt, wo die Bedruckstoffbahn 100 bedruckt wird, nachfolgend von einer zweiten
Leitrolle 5 geführt und dann über die weitere Leitrolle 41 der Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich
4 geführt, bevor sie das Tiefdruckwerk 10 verlässt und zu einem nachgeordneten, nicht
dargestellten weiteren Druckwerk oder einer nachgeordneten, nicht dargestellten Bearbeitungsstation
weiter transportiert wird. In der Darstellung von Fig. 1a befindet sich der Presseur
2 in seiner Arbeitsstellung und auf einem Höhenniveau HA, während sich die weitere
Leitrolle 41 in ihrer Nullstellung N befindet. Die weitere Leitrolle 41 als auch der
Presseur 2 sind in einer vertikalen Ebene VE angeordnet.
Angetrieben wird der Formzylinder 3 von einem Servomotor 7, welcher sich nicht sichtbar
hinter der Zeichnungsebene befindet. In den Figuren ist daher nur die Antriebsachse
des Servomotors 7 angedeutet. Auch dem Presseur 2 kann ein Servomotor zu dessen Antrieb
zugeordnet sein (nicht dargestellt).
[0018] Soll nun das Tiefdruckwerk 10 gewartet oder für einen nachfolgenden Auftrag umgerüstet
werden, so wird der Presseur 2 entlang einer vertikalen Führung durch einen Aktuator
8 vom Tiefdruckzylinder 3 abgehoben. Der Presseur 2 wird dabei von seinem Höhenniveau
der Arbeitsstellung HA auf sein Höhenniveau in Wartungsstellung HW angehoben. Der
angehobene Zustand ist dabei in Fig. 1b dargestellt: Wie aus der Figur ersichtlich
wird, wurde zeitgleich während dem Abheben des Presseurs 2 die Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich
4 aktiviert, nämlich wurde die weitere Leitrolle 41 durch eine Ausgleichsbewegung
a von ihrer Position in der vertikalen Ebene VE leicht nach rechts in eine Ausgleichsstellung
A verschoben. Das heißt, die Verkürzung der Bahnlaufstrecke durch das Anheben des
Presseurs 2 wird durch die Ausgleichsbewegung a, welche eine Längung der Bahnlaufstrecke
bewirkt, ausgeglichen und die Bahnspannung konstant gehalten. Die Ansteuerung des
dem Presseur 2 zugeordneten Aktuators 8 und des der weiteren Leitrolle 41 zugeordneten
Elektromotors 42 wird von einer gemeinsamen Steuereinheit 9 ausgeführt. In dieser
Steuereinheit 9 können entsprechende Zeit-Weg-Verläufe sowohl für den Aktuator 8 als
auch für den Elektromotor 42 hinterlegt sein.
[0019] Durch das Anheben des Presseurs 2 wird es dem Maschinenbediener ermöglicht, Wartungs-
und Umrüstarbeiten an dem Tiefdruckwerk 19 durchzuführen. Dazu wurde gemäß der Darstellungen
von Fig. 1b das Rakel der Farbauftragseinrichtung 6 vom Tiefdruckzylinder 3 abgestellt,
so dass auch der Tiefdruckzylinder 3 getauscht werden kann.
[0020] Fig. 2 zeigt das Rotationstiefdruckwerk 10 im Betrieb. Im Gegensatz zur Darstellung
von Fig. 1a wird ein Tiefdruckzylinder 3 mit größerem Durchmesser eingesetzt. Der
erforderliche Bahnspannungsausgleich, welcher aufgrund des größeren Tiefdruckzylinders
3 erforderlich ist, wird dabei von der Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich 4 realisiert.
Die weitere Leitrolle 41 wurde dazu von ihrer Nullstellung N durch eine Ausgleichsbewegung
a in eine Ausgleichsstellung A leicht nach rechts verschoben.
[0021] Fig. 3 zeigt das Rotationstiefdruckwerk 10 im Betrieb. Im Gegensatz zur Darstellung
von Fig. 1a wurde die Laufrichtung b der Bedruckstoffbahn 100 umgekehrt. Dies ist
auf Grund der symmetrischen Anordnung der Walzen 4, 5 und der Zylinder 2, 3 in der
Nullstellung N problemlos möglich.
[0022] In Fig. 4 ist die Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich 4 im Detail dargestellt:
Die weitere Leitrolle 41 kann entlang einer horizontalen Führung 43 verschoben werden,
sodass diese eine Ausgleichsbewegung a bewirkt. Die Verschiebung der weiteren Leitrolle
41 erfolgt durch einen Elektromotor 42, dessen Rotationsbewegung über ein Getriebe
44 mit Spindeln in eine Linearbewegung gewandelt und auf beide Lager der weiteren
Leitrolle 41 übertragen wird.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Druckwerksständer
- 2
- Presseur
- 3
- Formzylinder
- 4
- Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich (Kompensator)
- 5
- Leitrolle
- 6
- Farbauftragseinrichtung
- 7
- Servoantrieb Formzylinder
- 8
- Aktuator Presseur
- 9
- Steuereinheit
- 10
- Rotationstiefdruckwerk
- 41
- weitere Leitrolle
- 42
- Elektromotor
- 43
- Führung
- 44
- Getriebe
- 100
- Bedruckstoffbahn
- a
- Ausgleichsbewegung
- b
- Bahnlaufrichtung
- h
- Verschiebebewegung
- A
- Ausgleichsstellung Leitrolle
- N
- Nullstellung Leitrolle
- HA
- Höhenniveau Arbeitsstellung
- HW
- Höhenniveau Wartungsstellung
- VE
- Vertikale Ebene
1. Rotationstiefdruckwerk (10) für eine Druckmaschine zum Bedrucken eines bahnförmigen
Bedruckstoffes (100) mit einem Formzylinder (3), einer Farbauftragseinrichtung (6),
einem Presseur (2) und zwei Leitrollen (5) zum Führen des Bedruckstoffes (100), wobei
die erste Leitrolle (5) - in Bahnlaufrichtung (b) gesehen - stromaufwärtig und die
zweite Leitrolle (5) - in Bahnlaufrichtung (b) gesehen -stromabwärtig des Presseurs
(2) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rotationstiefdruckwerk (10) einen dem Formzylinder (3) zugeordneten Servoantrieb
(7) zum Antreiben des Formzylinders (3) und einen dem Presseur (2) zugeordneten Aktuator
(8) zur Höhenveränderung (h) des Presseurs (2) von einer Arbeitsstellung in eine Wartungsstellung
aufweist und, dass in dem Rotationstiefdruckwerk (10) eine aktuatorisch ansteuerbare
Einrichtung zum Bahnspannungsausgleich (4) vorgesehen ist, um die Bahnspannung in
dem Rotationstiefdruckwerk (10) konstant zu halten.
2. Rotationstiefdruckwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und zweite Leitrolle (5) zwischen dem Höhenniveau (HA) des Presseurs (2)
in seiner Arbeitsstellung und dem Höhenniveau (HW) des Presseurs in seiner Wartungsstellung
angeordnet sind.
3. Rotationstiefdruckwerk nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der dem Presseur (2) zugeordnete Aktuator (8) als Elektromotor ausgeführt ist zum
Verschieben (h) des Presseurs (2) entlang einer Führung, welche insbesondere vertikal
ausgerichtet ist.
4. Rotationstiefdruckwerk nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einrichtung (4) zum Bahnspannungsausgleich eine weitere Leitrolle (41) und einen
Elektromotor (42) zum Verschieben (a) der weiteren Leitrolle (41) entlang einer Führung
(43) aufweist, wobei die Führung (43) insbesondere horizontal ausgerichtet ist.
5. Rotationstiefdruckwerk nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Achsen der weiteren Leitrolle (41) und des Presseurs (2) in seiner Arbeitsstellung
im Betrieb des Rotationstiefdruckwerks (10) in einer vertikalen Ebene (VE) angeordnet
sind.
6. Schmalbahn-Rotationsdruckmaschine mit einer Mehrzahl von Druckwerken,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eines der Druckwerke als Rotationstiefdruckwerk (10) nach einem der vorangegangenen
Ansprüche ausgeführt ist.
7. Verfahren zum Warten eines Rotationstiefdruckwerks (10), insbesondere nach einem der
Ansprüche 1-5, wobei der Presseur (2) von dem Formzylinder (3) abgehoben wird, so
dass beide für Wartungsarbeiten zugänglich werden und wobei während dem Abheben des
Presseurs (2) durch eine Verschiebebewegung (h) von seiner Arbeitsstellung in seine
Wartungsstellung eine Einrichtung (4) zum Bahnspannungsausgleich in dem Rotationstiefdruckwerk
(10) angesteuert wird, derart, dass die Bahnspannung annähernd konstant gehalten wird
und wobei der bahnförmige Bedruckstoff (100) nicht angehalten wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7 zum Warten eines Rotationstiefdruckwerks (10) nach den Ansprüchen
3 und 4, wobei die Elektromotoren (8, 42) von einer gemeinsamen Steuereinheit (9)
angesteuert werden.