[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Booklet mit einem übergroßen Deckblatt sowie
ein Herstellungsverfahren für ein solches Booklet mit einem übergroßen Deckblatt.
[0002] Booklets, d.h. kleine Heftchen mit einigen Blättern, stellen eine Möglichkeit dar,
um eine begrenzte Informationsmenge in gedruckter Form einem Benutzer zugänglich zu
machen. Ein solches Booklet umfasst in der Regel einige, bis mehrere zehn Seiten.
[0003] Üblicherweise handelt es sich bei den Seiten um Blätter aus Papier, die meist beidseitig
bedruckt sind. Die einzelnen Blätter werden nach dem Druck zusammengefügt und an einer
Seite gebunden. Im einfachsten Fall kann es sich beim Binden um ein Zusammenfügen
mittels einfacher Heftklammern handeln. Für anspruchsvollere Booklets wird jedoch
in der Regel eine Falzleim- oder Klebebindung bevorzugt.
[0004] Abschließend werden die Blätter des Booklets an den Außenkanten gemeinsam auf das
gewünschte Format geschnitten. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Seiten und der daraus
resultierenden relativ geringen Materialstärke des gesamten Booklets kann hier auf
bekannte Schneide- oder Stanzverfahren zurückgegriffen werden.
[0005] Ein solches Booklet kann beispielsweise als kleine Informationsbroschüre oder Bedienungsanleitung
einem Produkt beigelegt werden. In speziellen Anwendungsfällen ist es dabei vorteilhaft,
wenn das Booklet an dem dazugehörigen Produkt befestigt ist. Beispielsweise kann ein
solches Booklet mittels eines Klebstoffes auf das Produkt aufgeklebt werden.
[0006] Bei dem oben beschriebenen Aufkleben eines Booklets auf ein Produkt besteht jedoch
die Möglichkeit, dass die einzelnen Seiten des Booklets von dem Produkt abstehen.
Dies würde ein unschönes Erscheinungsbild ergeben. Darüber hinaus besteht beim Abstehen
einzelner Seiten auch die Gefahr, dass das Booklet sehr rasch beschädigt oder von
dem Produkt abgerissen werden könnte.
[0007] Um einem Abstehen einzelner Bookletseiten entgegen zu wirken, gibt es verschiedene
Bemühungen, die oberste Seite des Booklets, also das Deckblatt, ebenfalls mit dem
korrespondierenden Produkt zu verkleben. Zu diesem Zweck ist es jedoch erforderlich,
dass das Deckblatt des Booklets zumindest an einer Stelle über die übrigen Seiten
hinaus ragt. Nur so kann der überstehende Bereich direkt mit dem Produkt verklebt
werden, um ein Abstehen der Bookletseiten zu verhindern.
[0008] Werden jedoch, wie oben beschrieben, sämtliche Seiten des Booklets während der Herstellung
auf eine gemeinsame Größe zurecht geschnitten, so besitzt das Deckblatt zunächst keinen
Bereich, der ein Verkleben des Deckblatts mit dem Produkt ermöglichen würde. Daher
ist es erforderlich, das Deckblatt anschließend an der gewünschten Stelle durch zusätzliche
Verfahrensschritte wieder zu vergrößern.
[0009] Beispielsweise kann auf das Deckblatt eine zusätzliche Materiallage aufgebracht werden,
welche in den Abmessungen an der gewünschten Stelle größer ist als die darunter liegenden
Seiten des Booklets. Dabei würde jedoch das Deckblatt aus mindestens zwei unterschiedlichen
Materialanlagen bestehen und somit eine signifikant größere Dicke aufweisen. Außerdem
müsste das auf das Booklet aufzubringende Laminat sehr präzise aufgebracht werden,
was mit einem entsprechend hohen Produktionsaufwand verbunden ist.
[0010] Alternativ wäre es auch denkbar, zunächst alle Blätter des Booklets einzelnen auf
das gewünschte Format zurechtzuschneiden und dabei für das Deckblatt von vorneherein
eine größere Abmessung zu wählen. Erst nachdem alle Blätter zurechtgeschnitten sind,
werden diese in einem geeigneten Bindeverfahren zusammengefügt. Dies erfordert jedoch
ein sehr exaktes Zusammenfügen und Binden der einzelnen Blätter mit entsprechend hohem
Prozessaufwand. Dennoch kann in der Regel nicht gewährleistet werden, dass der Benutzer
gewisse Toleranzen der einzeln zusammengefügten Seiten wahrnehmen kann.
[0011] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein alternatives, einfach zu
realisierendes Herstellungsverfahren für ein Booklet mit einem übergroßen Deckblatt
bereitzustellen.
[0012] Diese Aufgabe wird durch ein Herstellungsverfahren zur Herstellung eines Booklets
mit einem Deckblatt gelöst, das die folgenden Schritte umfasst: Bereitstellen eines
Booklets mit einem Deckblatt und mindestens einem weiteren Blatt; Abheben des Deckblatts
von dem mindestens einem weiteren Blatt; dann Beschneiden des mindestens einen weiteren
Blatts; dann Zurückklappen des Deckblatts; und dann Beschneiden des Deckblatts, so
dass dessen Außenkontour über dem mindestens einem weiteren Blatt übersteht.
[0013] Ferner wird die Aufgabe durch ein Booklet mit einem übergroßen Deckblatt und einer
Mehrzahl von weiteren Blättern gelöst, das in dem oben genannten Herstellungsprozess
hergestellt wurde.
[0014] Es ist ein besonderer Ansatz der vorliegenden Erfindung, zunächst alle Seiten eines
Booklets zusammenzufügen und durch ein geeignetes Verfahren miteinander zu verbinden
und erst im Anschluss daran das Deckblatt und die restlichen Seiten auf unterschiedliche
Größen zu beschneiden. Hierzu wird zunächst das Deckblatt von den verbleibenden Seiten
weg geklappt. Anschließend werden alle Seiten mit Ausnahme des Deckblatts auf eine
gemeinsame Länge beschnitten. In einem separaten Schritt wird dann das Deckblatt separat
auf die gewünschte Form beschnitten.
[0015] Durch das Aufstellen des Deckblatts kann trotz vorhergehendem Zusammenbinden aller
Seiten auf überraschend einfache und effiziente Weise ein übergroßes Deckblatt erzielt
werden, das für die gewünschten Booklets und deren Anwendung und Weiterverarbeitung
von Vorteil ist.
[0016] Vorzugsweise wird das Deckblatt so beschnitten, dass die Außenkontur des Deckblatts
zumindest teilweise größer ist als die Außenkontur des mindestens einen weiteren Blatts
bzw. der Mehrzahl von weiteren Blättern nach dem Beschneiden. Das Deckblatt ragt somit
über das/die darunter liegenden Blätter hinaus. Hierdurch werden einerseits die unter
dem Deckblatt liegenden Blätter des Booklets geschützt und andererseits dient der
Überstand des Deckblatts als Anfasslasche zum Öffnen des Booklets.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform des Herstellungsverfahrens wird in dem Schritt
zum Aufstellen des Deckblatts das Deckblatt in einem Winkel von etwa 90 Grad aufgestellt.
Mit einem so aufgestellten Deckblatt können die übrigen Seiten des Booklets problemlos
beschnitten werden, ohne dass dabei das Deckblatt selbst beschädigt wird.
[0018] In einer speziellen Ausführungsform erfolgt das Beschneiden der Außenkontur des Deckblatts
mit einem Laserstrahl. Das Bescheiden mit einem Laserstrahl, auch als "Laserstanzen"
bezeichnet, ist eine geeignete Methode, das Deckblatt in einer nahezu beliebigen Außenkontur
auszuschneiden. Somit wird eine größtmögliche Flexibilität bezüglich der Formgebung
des Deckblatts erzielt.
[0019] Vorzugsweise wird in dem Schritt zum Bereitstellen des Booklets ein Rohbooklet mit
einer Mehrzahl von zusammenhängend nebeneinander angeordneten Booklets bereitgestellt.
Somit können in einem in einem einzigen Prozessdurchlauf gleich mehrere Booklets auf
einmal hergestellt werden. Alternativ kann in dem Schritt zum Bereitstellen des Booklets
nur ein einzelnes Booklet bereitgestellt werden.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform wird in dem Schritt zum Bereitstellen des Booklets
ein Stapel mit einer Mehrzahl von übereinander angeordneten Blättern bereitgestellt.
Besonders bevorzugt umfasst diese Ausführungsform auch einen Schritt zum Binden des
Blätterstapels.
[0021] Besonders bevorzugt erfolgt das Binden des Blätterstapels mittels Klebebindung oder
Falz-Leim-Bindung. Diese Bindeverfahren haben sich gerade für Booklets als besonders
geeignet erwiesen.
[0022] Vorzugsweise umfasst das Verfahren auch einen Schritt zum Aufbringen eines Oberlaminats
auf das Deckblatt. Durch solch ein Oberlaminat wird das darunterliegende erfindungsgemäße
Bocklet zuverlässig geschützt. Besonders bevorzugt umfasst das Oberlaminat auf der
zu dem Deckblatt gewandten Seite eine Klebstoffbeschichtung, so dass der gesamte Aufbau
komfortabel auf ein zu kennzeichnendes Objekt aufgebracht werden kann.
[0023] In einer speziellen Ausführungsform umfasst das Herstellungsverfahren ferner einen
Schritt zum Aufbringen eines Unterlaminats, wobei das Unterlaminat auf der dem Oberlaminat
abgewandten Seite des Booklets aufgebracht wird. Somit ist das Booklet von beiden
Seiten jeweils durch ein Ober- bzw. Unterlaminat geschützt.
[0024] Eine besondere Ausführungsform des Herstellungsverfahrens umfasst einen Schritt zum
Einbringen einer Schwächungslinie in das Oberlaminat. Somit kann ein Teil des Oberlaminats
recht einfach abgetrennt und als Hilfs- oder Belegetikett separat weiterverwendet
werden.
[0025] Im folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben. Dabei
handelt es sich bei den Zeichnungen um schematische Darstellungen. Die Größenverhältnisse
in den Zeichnungen stimmen nicht zwangsläufig mit der praktischen Realität überein,
sondern sind teilweise zu besseren Darstellung stark übertrieben. Es zeigen:
Figur 1: einen Schnitt durch ein Booklet, das nach dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
hergestellt wurde;
Figur 2: eine schematische Darstellung der Prozessschritte des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens;
Figur 3: eine schematische Darstellung eines Rohbooklets mit mehreren Nutzen;
Figur 4: eine schematische Querschnittsansicht durch eine spezielle Ausführungsform
eines Booklets;
Figur 5: eine schematische Querschnittsansicht durch eine weitere spezielle Ausführungsform
eines Booklets; und
Figuren 6a und 6b: eine schematische Darstellung einer weiteren alternativen Ausführungsform
in Querschnitt und Draufsicht.
[0026] Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Bookletaufbau, der mittels eines erfindungsgemäßen
Herstellungsverfahrens erstellt wurde. Das Booklet umfasst mehrere einzelne Blätter
20. Bei den einzelnen Blättern des Booklets kann es sich um einen oder mehrere bedruckte
Papierbögen handeln, die zuvor in einem entsprechend geeigneten Verfahren so gefaltet
wurden, das sich ein Booklet mit mehreren Seiten ergibt. Dargestellt in Figur 1 sind
vier einzelne Blätter 20 sowie Deckblatt 10. Im allgemeinen kann die Anzahl der Blätter
weniger oder mehr betragen, beispielsweise bis zu 20 einzelne Blätter zuzüglich Deckblatt.
[0027] Diese einzelnen Blätter sind in Figur 1 auf der linken Seite im Bereich der Bindung
30 mittels eines geeigneten Verfahrens miteinander verbunden. Die Bindung 30 kann
beispielsweise als Klebebindung ausgeführt sein oder im Falz-Leim-Verfahren hergestellt
werden.
[0028] Die Besonderheit des Booklets 1 in Figur 1 besteht nun darin, dass das Deckblatt
10 zumindest auf einer Seite mindestens teilweise über die darunter befindlichen Seiten
20 hinaus ragt. In dem dargestellten Beispiel ist es auf der rechten dargestellten
Seite der Fall, indem Deckblatt 10 rechts über den rechts dargestellten Rand der Blätter
20 hinausragt.
[0029] Nachfolgend wird nun das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines solchen
Booklets in Bezug auf die Abbildung Figur 2a bis 2f beschrieben.
[0030] Wie in Figur 2a dargestellt, wird zunächst ein Stapel mit mehreren Blättern des Booklets
bereitgestellt. Wie bereits oben beschrieben, kann es sich dabei beispielsweise um
einen oder auch mehrere ein- oder vorzugsweise beidseitig bedruckte Papierbögen handeln,
die auf geeignete Weise so gefaltet sind, dass die einzelnen Seiten in der richtigen
Reihenfolge übereinander zu liegen kommen. Selbstverständlich ist es alternativ auch
möglich, mehrere einzelne Blätter übereinander zu legen und so zu einem Booklet mit
mehreren Seiten zu gelangen.
[0031] Im nächsten Schritt werden, wie in Figur 2b dargestellt, die Blätter auf einer Seite
fest miteinander verbunden. Dies geschieht in der Regel mittels einem geeigneten Bindeverfahren,
das aus dem Bereich der Buchbindung bekannt ist. Beispielsweise kann die Bindung als
Klebebindung ausgeführt sein oder in einem Falz-Leim-Verfahren hergestellt werden.
Auch andere Bindeverfahren, die zu dem gewünschten Ergebnis führen, sind ebenso möglich.
Für die weiteren Erläuterungen wird eine Richtung x eingeführt, die von der Bindung
weg in Richtung zum gegenüber liegenden rechts dargestellten Rand des Deckblatts 10
bzw. der weiteren Blätter 20 verläuft.
[0032] In dem in Figur 2c dargestellten Schritt, wird daraufhin zunächst das Deckblatt 10
nach oben aufgestellt, so dass es annähernd rechtwinklig, also etwa in einem 90-Grad-Winkel
nach oben Weg steht. Grundsätzlich sind hierbei auch andere Winkel möglich. Beispielsweise
könnte das Deckblatt auch um nahezu 180° nach hinten Weg geklappt werden oder weniger
als 90°, beispielsweise bis zu 45°. Im besonderen wird das Deckblatt im Winkel von
85° bis 95° relativ zu den weiteren Blättern 20 aufgestellt bzw. abgehoben. Wesentlich
ist bei diesem Schritt jedoch, dass das im nächsten Schritt folgende Abschneiden der
darunter liegenden Seiten durch das Deckblatt nicht behindert wird.
[0033] Nachdem das Deckblatt wie im in Figur 2c dargestellten Herstellungsschritt nach oben
Weg geklappt wurde, werden anschließend, wie in Figur 2d dargestellt, die darunter
liegenden Blätter 20 in einem gemeinsamen Arbeitsschritt auf die gewünschte Länge
in Richtung x eingekürzt. Üblicherweise erfolgt dieser Schritt mittels eines scharfen
Messers, einer Art Fallbeil, oder auch einer geeigneten Stanzeinrichtung.
[0034] Prinzipiell könnte dieses Ergebnis auch dadurch erreicht werden, dass das Deckblatt
10 nur leicht von den weiteren Blättern 20 abgehoben wird, so dass eine feste Platte,
beispielsweise eine Metallplatte, zwischen Deckblatt 10 und dem zum Deckblatt 10 nächstliegenden
weiteren Blatt 20 geschoben wird, um zu erreichen, dass das Deckblatt 10 vom auf die
weiteren Blätter 20 angewandten Schneidevorgang nicht beeinflusst wird und umgekehrt
der Schneidevorgang an den weiteren Blättern 20 nicht vom Deckblatt 10 behindert wird,
wenn das Schneide- bzw. Stanzwerkzeug von unten her an das Booklet herangeführt wird,
also das vom Deckblatt am entferntesten liegende weitere Blatt 20 zuerst vom Schneide-
bzw. Standzwerkzeug kontaktiert wird.
[0035] Anschließend kann das Deckblatt 10 wiederum in seine ursprüngliche Ausgangslage parallel
zu den übrigen Blättern 20 zurückgeklappt werden, was in Figur 2e dargestellt ist.
[0036] In einem weiteren Schritt wird anschließend nach dem in Figur 2e dargestellten Schritt
entsprechend der Darstellung in Figur 2f der Außenrand des Deckblatts 10 auf die gewünschte
Länge in Richtung x und Form eingekürzt. Hierzu eignet sich beispielsweise besonders
das Ausschneiden mittels eines Laserstrahls. Ein solcher Laserstrahl kann mittels
Software nahezu beliebig geführt werden und so auch ganz individuell komplexe Konturformen
sehr exakt ausschneiden. Bei diesem Schritt ist es jedoch wichtig, dass die auszuschneidende
Kontur durch den Laserstrahl sich außerhalb der darunter liegenden Blätter 20 befindet.
Andernfalls besteht die Gefahr, dass die darunter liegenden Blätter 20 zumindest teilweise
durch die Energie des Laserstrahls beschädigt würden. Hinsichtlich der Form kann vorgesehen
sein, eine Anfasslasche wie weiter unten beschrieben auszubilden, beispielsweise Anfasslasche
12 wie in Figur 6b dargestellt und beschrieben. Nach Abschluss dieses Schrittes erhält
man zunächst ein Booklet, bei dem in der dargestellten Position sowohl links als auch
rechts alle Blätter auf die gewünschte Länge gekürzt wurden.
[0037] In einem weiteren Schritt können nun auch noch den verbleibenden beiden Kannten auf
konventionelle Weise mittels Messer, Stanze oder ähnlichem auf die entsprechende Länge
beschnitten werden.
[0038] Grundsätzlich ist es möglich auf die oben beschriebene Weise jedes einzelne Booklet
separat zu beschneiden und auf diese Weise jeweils einzelne Booklet herzustellen.
Um jedoch einen besonders effizienten Herstellungsprozess zu ermöglichen, können auch
zunächst Papierstapel hergestellt und bereitgestellt werden, bei denen eine Mehrzahl
von Booklets 1a bis 1 d nebeneinander angeordnet sind, wie dies beispielsweise in
Figur 3 dargestellt ist.
[0039] In der dargestellten Figur sind beispielsweise vier Booklets nebeneinander angeordnet,
wobei auch jede andere Zahl von nebeneinander liegenden Booklets möglich ist. Es werden
also Druckbögen erzeugt, bei denen für diese vier Booklets alle Inhalte gemeinsam
vorhanden sind. Hieraus wird für den Schritt aus Figur 2a zunächst ein gemeinsamer
Papierstapel hergestellt und dieser dann wie im weiteren Verlauf oben beschrieben
bearbeitet. Ein solcher Papierstapel, der mehrere Einzelbooklets umfasst, wird üblicherweise
als Rohbooklet bezeichnet. Das Rohbooklet hat in diesem Beispiels ein Ausmaß von vier
nebeneinander zusammenhängend angeordneten Booklets. Je zwei unmittelbar benachbarte
Booklets sind miteinander verbunden und weisen eine gemeinsame, gedachte Kante in
Richtung x verlaufend auf, längs welcher die Booklets später geschnitten und getrennt
werden. Die benachbarten Booklets sind in Richtung y nebeneinander angeordnet, wobei
Richtung y senkrecht zu Richtung x steht. Jedes einzelne Booklet enthält beispielsweise
dieselbe Druckinformation, und die Abmessungen jedes einzelnen Booklets des Rohbooklets
sind gleich.
[0040] Nachdem ein solches Rohbooklet analog zu dem oben beschriebenen Herstellungsverfahren
mit einem übergroßen Deckblatt hergestellt wurde, können die einzelne Booklets dann
mittels eines geeigneten Schneide- oder Stanzverfahrens ausgeschnitten und voneinander
getrennt oder vereinzelt werden, nachdem die linke Außenkontour des gemeinsamen Deckblatts
des Rohbooklets beschnitten worden ist. Somit erhält man auf sehr effiziente Weise
in einem einzigen Prozessdurchlauf eine Vielzahl von Einzelbooklets.
[0041] Unabhängig davon, ob ein Booklet nun direkt als Einzelbooklet hergestellt wurde,
oder ob das Booklet über ein Rohbooklets mit mehreren Nutzen produziert wurde, eignen
sich solche Booklets mit einem übergroßen Deckblatt besonders gut als Selbstklebelösung
für eine Applikation auf einer Oberfläche. Wie in Figur 4 dargestellt, kann hierzu
beispielsweise ein Oberlaminat 40 mit einem Klebstoff 41 über das Deckblatt appliziert
werden, das auf das Deckblatt aufgebracht wird und zumindest teilweise übersteht.
[0042] Mit den überstehenden Bereichen des selbstklebenden Oberlaminats 40 kann ein solches
Booklet besonders einfach auf eine Oberfläche oder einen Gegenstand aufgeklebt werden.
Das übergroße Deckblatt des Booklets deckt dabei einen Teil des selbstklebenden Laminats
ab und schützt somit die offene Seite des Booklets vor einem Zusammenkleben.
[0043] Figur 5 zeigt eine alternative Ausführungsform eines Verbundes, der ein erfindungsgemäß
hergestelltes Booklet mit einem übergroßen Deckblatt umfasst. Dabei wird das Booklet
zunächst auf ein Unterlaminat 50 aufgebracht. Das Booklet wird dabei mit dem Unterlaminat
50 verklebt. Das Booklet kann mittels eines Klebstoffs 51 entweder vollflächig mit
dem Unterlaminat 50 verklebt werden oder besonders bevorzugt nur in einem kleinen
Bereich wie in Figur 5 dargestellt.
[0044] Zum Schutz vor Beschädigungen und Umwelteinflüssen wird das Booklet mit dem Unterlaminat
50 mit einem Oberlaminat 40 versehen, wie dies bereits im vorherigen Ausführungsbeispiel
weiter oben beschrieben wurde.
[0045] Um diesen Aufbau aus Booklet, Oberlaminat 40 und Unterlaminat 50 möglichst einfach
auf einen Gegenstand anbringen zu können, ist das unter Laminat 50 auf der dem Booklet
abgewandten Seite ganz oder teilweise mit einem Klebstoff 60 versehen. Besonders gut
eignen sich hierzu Haftklebstoffe.
[0046] In Figur 6 ist eine weitere Ausführungsform eines Aufbaus mit einem erfindungsgemäß
hergestellten Booklet dargestellt. Im vorherigen Ausführungsbeispiel umfasst dieser
Aufbau Booklet, Unterlaminat 50 und Oberlaminat 40. Im Gegensatz zum vorherigen Ausführungsbeispiel
ist diese Variante auf der rechten dargestellten Seite um einen zusätzlichen Bereich
100 ergänzt. Auf der Unterseite besteht dieser Bereich 100 aus einer Verlängerung
des Unterlaminats 50. Auf der Oberseite ist das Oberlaminat 40 ebenfalls entsprechend
verlängert, wobei das Oberlaminat 40 entlang der Kante 110 eingestanzt ist, so dass
eine Schwächungslinie entsteht. Zwischen Oberlaminat 40 und Unterlaminat 50 befindet
sich ein Klebstoff.
[0047] Das übergroße Deckblatt 10 des erfindungsgemäß hergestellten Booklets ragt ebenfalls
teilweise in den zusätzlichen Bereich 100 hinein, so dass in diesem Bereich, in den
das übergroße Deckblatt 10 hineinragt, Oberlaminat 40 und Unterlaminat 50 nicht miteinander
verklebt sind. Das Deckblatt 10 überragt also die Schwächungslinie 110. In diesem
Bereich kann daher ein Benutzer sehr leicht hinein greifen und bekommt damit das Oberlaminat
40 zu fassen. Anschließend kann der Benutzer das Oberlaminat 40 abziehen und aufgrund
des sich darin befindlichen Klebstoffes an anderer Stelle wieder aufkleben.
[0048] Das so abgezogene Oberlaminat aus dem Bereich 100 dient in diesem Fall als eine Art
Belegetikett, das zusammen mit dem Booklet hergestellt und auf einem Gegenstand appliziert
werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dieses Belegetikett dann beispielsweise
zu Dokumentationszwecken andernorts angebracht werden kann.
[0049] Der rechts dargestellte Rand 11 des Deckblatts 10 des Booklets ist derart geschnitten,
dass er nach rechts über den Rand 21 der weiteren Blätter 20 hinaus ragt und den Rand
21 überragt. In diesem Fall ist der Abstand zwischen dem linken und dem rechten Rand
13 bzw. 11 des Deckblatts 10 größer als der vergleichbare Abstand zwischen linkem
und rechtem Rand 13 bzw. 21 der weiteren Blätter 20. Der rechte Rand 11 des Deckblatts
10 steht um eine gewisse Länge über dem rechten Rand 21 der weiteren Blätter hinaus,
wobei diese Länge von der Anwendung des Booklets abhängig sein kann. In der Paxis
ist diese Länge mindestens 1 mm (Millimeter), vorzugsweise etwa 2 - 4 mm. Die Länge
kann noch länger sein, wenn das Booklet beispielsweise auf einen runden Körper aufgebracht
werden soll.
[0050] Des Weiteren in Figur 6b ist die Anfasslasche 12 des Deckblatts 10 dargestellt, die
über den rechten Rand 11 des Deckblatts 10 hinaus in Richtung x verlängert ist. Die
Anfasslasche umfasst nur einen Abschnitt des rechten Rands des Deckblatts 10 und befindet
sich am oberen Längsrand des Deckblatts 10. Der linke Rand 121 der Anfasslasche liegt
innerhalb der Fläche des Bereichs 100 und kann von einer Person mit Fingern erfasst
werden, wenn der Bereich 100 abgenommen ist. Anders ausgedrückt verläuft die Schwächungslinie
110 über die Anfasslasche 12, während die Schwächungslinie im Bereich außerhalb der
Anfasslasche nicht über dem Deckblatt 10 verläuft.
[0051] Zusammenfassend betrifft die vorliegende Erfindung ein Herstellungsverfahren für
ein Booklet mit einem übergroßen Deckblatt. Hierzu werden zunächst alle Seiten des
Booklets zusammengefügt und verbunden. Daraufhin wird das Deckblatt zunächst beiseite
geklappt und die verbleibenden Blätter auf das gewünschte Format beschnitten. Anschließend
wird das Deckblatt in einem speziellen Verfahren, vorzugsweise mittels eines Laserstrahl,
auf das gewünschte, über große, Format gebracht. Die Erfindung beinhaltet ferner ein
Booklet bei dem gemäß dem oben genannten Herstellungsprozess das Deckblatt auf andere
Weise beschnitten wurde, als der verbleibende Blätterstapel.
1. Verfahren zur Herstellung eines Booklets mit einem Deckblatt, umfassend die Schritte:
Bereitstellen eines Booklets mit einem Deckblatt (10) und mindestens einem weiteren
Blatt (20);
Abheben des Deckblatts von dem mindestens einem weiteren Blatt;
dann Beschneiden des mindestens einen weiteren Blatts;
dann Zurückklappen des Deckblatts; und
dann Beschneiden des Deckblatts, so dass dessen Außenkontour über dem mindestens einem
weiteren Blatt übersteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Deckblatt so beschnitten wird, dass die Außenkontur
des Deckblatts zumindest teilweise größer ist als die Außenkontur des mindestens einen
weiteren Blatts nach dem Beschneiden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei in dem Schritt zum Abheben des Deckblatts das Deckblatt
in einem Winkel von etwa 90 Grad aufgestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Beschneiden der Außenkontur des Deckblatts mit
einem Laserstrahl erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, wobei in dem Schritt zum Bereitstellen des Booklets ein
Rohbooklet mit einer Mehrzahl von zusammenhängend nebeneinander angeordneten Booklets
(1 a, 1b, 1 c, 1d) bereitgestellt wird und die Booklets nach dem Schritt des Beschneidens
des Deckblatts voneinander getrennt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, wobei in dem Schritt zum Bereitstellen des Booklets ein
einzelnes Booklet bereitgestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, wobei in dem Schritt zum Bereitstellen des Booklets einen
Stapel mit einer Mehrzahl von übereinander angeordneten Blättern (20) umfasst.
8. Verfahren nach Anspruch 7, das ferner einen Schritt zum Binden des Blätterstapels
vor dem Schritt des Abhebens des Deckblatts umfasst.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei der Schritt zum Binden des Blätterstapels das Ausbilden
einer Klebebindung (30) oder einer Falz-Leim-Bindung (30) umfasst.
10. Verfahren nach Anspruch 1, das ferner einen Schritt zum Aufbringen eines Oberlaminats
(40) auf das Deckblatt umfasst.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Oberlaminat auf der dem Deckblatt zugewandten
Seite eine Klebstoffbeschichtung (41) umfasst.
12. Verfahren nach Anspruch 10, das ferner einen Schritt zum Aufbringen eines Unterlaminats
(50) umfasst, wobei das Unterlaminat auf der dem Oberlaminat abgewandten Seite des
Booklets aufgebracht wird.
13. Verfahren nach Anspruch 10, das ferner einen Schritt zum Einbringen einer Schwächungslinie
(110) in das Oberlaminat umfasst.
14. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem das Deckblatt (10) eine Anfasslasche (12) umfasst
und die Schwächungslinie (110) die Anfasslasche überdeckt und das Deckblatt außerhalb
der Anfasslasche nicht überdeckt.
15. Booklet mit einem übergroßen Deckblatt (10) und einer Mehrzahl von weiteren Blättern
(20), das in einem Herstellungsprozess gemäß Anspruch 1 hergestellt wird.