Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Füllorgan zum Befüllen von Behältern, bevorzugt
zum Befüllen von Getränkebehältern mit Getränken.
Stand der Technik
[0002] Zum Abfüllen von Flüssigkeiten in Behälter sind unterschiedliche Möglichkeiten zur
Ausbildung der jeweiligen Füllorgane bekannt. Beispielsweise ist es im Bereich der
Getränkeabfüllung bekannt, je nach abzufüllender Flüssigkeit, also insbesondere je
nach abzufüllendem Produkt, unterschiedliche Füllorgane zu verwenden, welche den durch
das Produkt vorgegebenen Gegebenheiten möglichst gut Rechnung tragen.
[0003] Beispielsweise ist ein so genannter Langrohrfüller bekannt, bei welchem das in eine
Flasche abzufüllende Getränk mittels eines tief in die Flasche eingeführten Rohres
eingebracht wird. Auf diese Weise wird ein unterschichtendes Befüllen der Flasche
erreicht, was besonders bei aufschäumenden Produkten und/oder bei sauerstoffempfindlichen
Produkten ein vorteilhaftes Füllverhalten ergibt.
[0004] Weiterhin sind so genannte füllrohrlose Füllsysteme bekannt, bei welchen die Flüssigkeit
aus einem über der Mündung des Behälters angeordneten Produktauslauf in den zu befüllenden
Behälter einströmt und das durch die Flüssigkeit aus dem Behälter verdrängte Gas mittels
eines Rückgasrohres aus dem Behälter abgeleitet wird. Das Rückgasrohr befindet sich
dabei typischerweise im Zentrum des Füllstrahles, wobei der Füllstrahl üblicherweise
vom Rückgasrohr mittels eines Abweisschirmes an die Innenwand des zu befüllenden Behälters
abgeleitet wird, um ein wenig aufschäumendes und behutsames Einfüllen in den jeweiligen
Behälter zu erreichen. Weiterhin sind so genannte Vollstrahlfüller, die insbesondere
auch als Freistrahlfüller ausgebildet sein können, bekannt. Hier läuft die Flüssigkeit,
welche in den entsprechenden Behälter eingefüllt werden soll, von einem typischerweise
beabstandet über der Mündung des Behälters angeordneten Produktauslauf durch die Mündung
des Behälters ungehindert ein. Das von der Flüssigkeit verdrängte Gas entweicht über
den Zwischenraum zwischen dem Vollstrahl und der jeweiligen Flaschenmündung.
[0005] Die Befüllung von Behältern wird auf unterschiedliche Weise gesteuert. So sind beispielsweise
Volumensteuerungen bekannt, bei welchen ein bestimmtes Füllvolumen in einen bestimmten
Behälter eingefüllt werden soll. Weiterhin sind Wägefüller bekannt, bei welchen ein
bestimmtes Produktgewicht in dem jeweiligen Behälter erreicht werden soll. Darüber
hinaus sind füllhöhengesteuerte Füllsysteme bekannt, bei welchen die in jedem Behälter
erreichte Füllhöhe als Abschaltkriterium für die Befüllung verwendet wird.
[0006] Eine Wägebefüllung wird vornehmlich bei relativ inhomogenen Produkten, wie beispielsweise
Säften mit Fruchtfaseranteil oder Milchprodukten mit Fruchtanteil, verwendet. Eine
füllhöhengesteuerte Abfüllung wird dann bevorzugt, wenn die auf diese Weise befüllten
Flaschen einen einheitlichen Eindruck beim Endverbraucher machen sollen. Durch die
ungenauen Innenvolumina, beispielsweise von Glasflaschen, welche aufgrund des Produktionsprozesses
der Glasflaschen entstehen, könnten hier bei gleichem Füllvolumen nämlich unterschiedliche
Füllhöhen erreicht werden. Verbraucher sehen solche unterschiedlichen Füllhöhen aber
häufig als fehlerhafte Befüllung der Flaschen an.
[0007] Im Bereich der Befüllung im Vollstrahl von Behältern ist eine füllhöhenabhängige
Steuerung beispielsweise aus der
DE 10 2008 029 208 A1 bekannt, in welcher ein Freistrahlfüllsystem beschrieben ist, welches eine Füllstandsonde
aufweist, die außerhalb des Füllstrahles am Rand des Füllorgans an einer Zentriereinrichtung
angeordnet ist. Die Anordnung der Füllstandsonde im Randbereich des Füllorgans ist
bei engen Behältermündungen jedoch störungsanfällig, da die Sonde beim Einfahren in
den Behälter mit der Behältermündung kollidieren kann.
[0008] Als Füllstandsonden werden üblicherweise elektrische Sensoren verwendet, bei welchen
eine Elektrode an dem Füllstandsensor selbst angebracht ist, welcher bei Erreichen
des entsprechenden Flüssigkeitsniveaus mit einem am Füllorgan angeordneten Massepunkt
in leitenden Kontakt tritt. Hierfür ist jedoch notwendig, dass die abzufüllende Flüssigkeit
eine bestimmte elektrische Leitfähigkeit aufweist. Eine typische Anforderung an die
elektrische Leitfähigkeit des abzufüllenden Produktes für die genannte Ausführung
der Füllstandsonde liegt bei < 20 µS/cm, so dass Flüssigkeiten mit einer geringeren
elektrischen Leitfähigkeit nicht nach diesem Prinzip abgefüllt werden können.
Darstellung der Erfindung
[0009] Entsprechend ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Füllorgan
zum Befüllen von Behältern mit einer Flüssigkeit anzugeben, welches eine füllhöhenabhängige
Füllung im Vollstrahl ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Füllorgan mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0011] Entsprechend weist das Füllorgan zum Befüllen von Behältern mit einer Flüssigkeit
ein Vollstrahlfüllelement zum Befüllen des Behälters im Vollstrahl und eine Füllstandsonde
zum Bestimmen des Füllstandes auf. Erfindungsgemäß ist die Füllstandsonde so unterhalb
des Vollstrahlfüllelementes angeordnet, dass sie beim Befüllen im Vollstrahl liegt.
[0012] Dadurch, dass die Füllstandsonde so unterhalb des Vollstrahlfüllelements angeordnet
ist, dass sie beim Befüllen im Vollstrahl liegt, ergibt sich, dass die Füllstandsonde
in einem Bereich angeordnet ist, welcher beim Einfahren der Füllstandsonde in die
Behältermündung weniger kollisionsgefährdet ist und entsprechend Komplikationen, welche
sich durch das Anstoßen der Füllstandsonde an der Behältermündung ergeben, reduziert
werden können. Das Grundprinzip des Füllens im Vollstrahl wird durch die genannte
Anordnung der Füllstandsonde nicht unterbrochen, so dass das durch die eingefüllte
Flüssigkeit verdrängte Gas aus dem Innenraum des jeweiligen Behälters immer noch zwischen
dem Vollstrahl und der Mündung entweichen kann. Entsprechend ergibt sich ein Füllorgan
mit erhöhter Zuverlässigkeit und Robustheit im Füllbetrieb, welches eine füllhöhengesteuerte
Füllung von Behältern im Vollstrahl ermöglicht.
[0013] Dadurch, dass die Füllstandsonde bei der Befüllung des Behälters im Vollstrahl liegt,
können die strömungsdynamischen Effekte und die hydrodynamischen Gegebenheiten, welche
sich aus dieser Anordnung ergeben, zur Steuerung des Füllorgans bezüglich der vorgegebenen
Füllhöhe ausgenutzt werden. Unterschiedliche Varianten dieses Grundprinzips werden
nachfolgend beschrieben werden.
[0014] Bevorzugt ist dazu die Füllstandsonde so angeordnet, dass sie beim Befüllen vom Vollstrahl
umschlossen ist, bevorzugt vollständig im Vollstrahl liegt. Wenn die Füllstandsonde
vom Vollstrahl umschlossen ist gelten die physikalischen Gegebenheiten der umströmten
Körper, so dass hier auf nachvollziehbare und wiederholbare Weise unterschiedliche
hydrodynamische Effekte ausgenutzt werden können.
[0015] Eine besonders strömungsgünstige Ausbildung kann erreicht werden, wenn die Füllstandsonde
einen Sondenkörper aufweist, welcher an einen Ventilkörper des Vollstrahlfüllelements
anschließt. Durch diese Ausprägung kann ein möglichst turbulenzarmes Einströmen der
Flüssigkeit in den Behälter erreicht werden. Dies ist insbesondere bei der Getränkeabfüllung
und der Abfüllung anderer Lebensmittel von Bedeutung, welche besonders schonend eingefüllt
werden sollen. Darüber hinaus ermöglicht diese Ausbildung einen kompakten Aufbau und
die Möglichkeit, die Füllstandsonde genau zentriert bezüglich eines typischerweise
zentriert zum Ventilkörper angeordneten Flüssigkeitsauslaufs anzuordnen.
[0016] Bevorzugt ist zumindest ein Teil der Füllstandsonde so zentriert zu dem Flüssigkeitsauslauf
des Vollstrahlfüllelements angeordnet, dass die Füllstandsonde symmetrisch im Vollstrahl
liegt. Dadurch, dass die Füllstandsonde symmetrisch vom Vollstrahl umgeben ist, werden
die hydrodynamischen Effekte zuverlässig für jede Befüllung erreicht.
[0017] Konkreter kann die Füllstandsonde auch durch einen sich in Strömungsrichtung erstreckenden
Sondenkörper ausgebildet sein, an dessen unterem Ende unterschiedliche Abschaltmechanismen
angeordnet sein können.
[0018] Um ein zuverlässiges Einbringen der Füllstandsonde in den Behälter zu ermöglichen,
ist zumindest ein Teil der Füllstandsonde unterhalb eines Flüssigkeitsauslaufs des
Vollstrahlfüllelements angeordnet. Dabei weist die Füllstandsonde bevorzugt einen
Sondenkörper auf, welcher sich durch den Flüssigkeitsauslauf des Vollstrahlfüllelements
hindurch erstreckt.
[0019] In einer bevorzugten Ausbildung der Füllstandsonde weist diese einen Sondenkörper
auf, an dessen stromabwärts gelegenem Ende eine Strömungsabrisskante ausgebildet ist.
Durch die Strömungsabrisskante kann in dem stromabwärts von dieser liegenden Bereich
ein im Wesentlichen flüssigkeitsfreier Bereich ausgebildet werden - beispielsweise
auch im Bereich einer Stirnseite des Sondenkörpers. Dieser im Wesentlichen flüssigkeitsfreie
Bereich kann beispielsweise über seine elektrischen, optischen oder strömungstechnischen
Effekte detektiert werden, so wie beispielsweise über die Veränderung eines elektrischen
Widerstandes, eine Änderung des Brechungsindex, eine Änderung des Absorptionsverhaltens
oder eine Änderung der Strömungskraft durch Sog. Die Änderung der entsprechenden Eigenschaften
tritt besonders dann auf, wenn der Flüssigkeitsspiegel in dem Behälter über die Strömungsabrisskante
hinweg steigt und entsprechend der flüssigkeitsfreie Bereich zusammenbricht. Dieser
Effekt kann entsprechend zur Bestimmung des Erreichens der vorgegebenen Füllhöhe verwendet
werden, wenn beispielsweise die Strömungsabrisskante an der entsprechenden Position
an der Füllstandsonde angebracht wird.
[0020] Bevorzugt weist die Füllstandsonde einen Sondenkörper und eine mit dem Sondenkörper
in Wirkverbindung stehende Kraftmessvorrichtung zur Messung der auf den Sondenkörper
durch den Vollstrahl ausgeübten Kraft auf. Die Kraft wird dabei beispielsweise über
die Sogwirkung des Vollstrahls an dem Sondenkörper entwickelt. Diese Sogwirkung tritt
besonders stark an einer Strömungsabrisskante auf. Die Kraft verändert sich, sobald
der Sondenkörper oder eine Strömungsabrisskante in den Flüssigkeitsspiegel eintauchen,
so dass dieser Effekt zur Bestimmung der vorgegebenen Füllhöhe verwendet werden kann.
[0021] Die Bestimmung der vorgegebenen Füllhöhe kann auch darüber vorgenommen werden, dass
die Füllstandsonde mindestens einen vom Vollstrahl in Bewegung versetzbaren Bewegungskörper
aufweist, wobei der Bewegungskörper bevorzugt ein vom Vollstrahl antreibbarer Rotationskörper
ist. Hier kann beispielsweise ein Propeller, ein rotierbarer Drallkörper oder irgendeine
andere geometrische Form, welche die lineare Strömungsbewegung des Vollstrahls in
eine Rotationsbewegung versetzt, verwendet werden. Beim Eintauchen des Bewegungskörpers
in den Flüssigkeitsspiegel tritt eine Änderung der Bewegung des Flüssigkeitsstromes
auf, welche entsprechend die Rotationsbewegung verändert oder gar stoppt. Dieses Verhalten
kann zur Bestimmung des erreichten vorgegebenen Füllstandes verwendet werden.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung weist die Füllstandsonde mindestens einen
vom Vollstrahl betätigbaren Strömungsschalter zum Bestimmen des Füllstandes auf, wobei
der Strömungsschalter bevorzugt am unteren Ende eines Sondenkörpers der Füllstandsonde
angeordnet ist. Der Strömungsschalter nimmt bei Anströmung durch den Vollstrahl eine
andere Schaltstellung ein als beim Versiegen der Strömung. Entsprechend wird beim
Eintauchen des Strömungsschalters in den Flüssigkeitsspiegel die Strömung abreißen,
so dass der dadurch erreichte Schaltvorgang zum Bestimmen des erreichten Füllstandes
dienen kann.
[0023] Bevorzugt weist die Füllstandsonde mindestens eine Elektrode zur Bestimmung des Füllstandes
auf, wobei die Elektrode bevorzugt am unteren Ende eines Sondenkörpers der Füllstandsonde
angeordnet ist, und wobei die Elektrode besonders bevorzugt stromabwärts einer an
einem Sondenkörper ausgebildeten Strömungsabrisskante angeordnet ist. Auf diese Weise
liegt die Elektrode bei Vorliegen der Strömung durch den Vollstrahl in einem im Wesentlichen
flüssigkeitsfreien Bereich. Wenn der Flüssigkeitsspiegel aber so weit gestiegen ist,
dass die Elektrode eintaucht, kann hier über die Flüssigkeit eine elektrische Leitung
hergestellt werden. Auf diese Weise kann auch dies zur Bestimmung des Erreichens des
vorgegebenen Füllstandes verwendet werden.
[0024] Der Füllstand kann auch bestimmt werden, wenn die Füllstandsonde mindestens einen
optischen Sensor aufweist, wobei der optische Sensor bevorzugt eine Veränderung des
Brechungsindex, eine Veränderung der Absorption, der Reflexion oder der Transmission
messen kann. Auf diese Weise kann der Füllstand sehr zuverlässig und verschleißfrei
bestimmt werden.
[0025] Noch eine weitere Möglichkeit zur Bestimmung des Füllstandes ergibt sich, wenn mindestens
ein Drucksensor zur Bestimmung des hinter einer Strömungsabrisskante eines Sondenkörpers
vorliegenden Druckunterschiedes vorgesehen ist.
[0026] Die oben genannten mechanischen und optischen Lösungen haben unter anderem den Vorteil,
dass die elektrische Leitfähigkeit der eingefüllten Flüssigkeit nicht mehr ausschlaggebend
dafür ist, ob die Füllstandsonde betätigt wird. Insbesondere können nun auch Flüssigkeiten
füllstandgesteuert eingefüllt werden, welche elektrische Leitfähigkeiten von unter
20 µS/cm aufweisen.
[0027] Am unteren Ende des Sondenkörpers kann auch ein Schwimmer vorgesehen sein, welcher
mit ansteigendem Flüssigkeitsspiegel ebenfalls ansteigt und dadurch einen Schalter
betätigt. Ein solcher Schwimmer kann auch federbeaufschlagt sein, derart, dass er
durch die Strömung des Vollstrahles nach unten gespült wird, entgegen der Federbeaufschlagung,
und dann erst mit steigendem Flüssigkeitsspiegel angehoben wird.
[0028] Bevorzugt ist das Füllorgan mit einem Vollstrahlfüllelement versehen, welches einen
kegelförmigen Flüssigkeitsauslauf und einen darin angeordneten Ventilkegel aufweist,
wobei durch Anheben des Ventilhebels ein Auslauf des Produktes aus dem Vollstrahlfüllelement
erreicht werden kann. Am Flüssigkeitsauslauf lässt sich hier nun ein zu befüllender
Behälter, beispielsweise über eine Zentrierglocke, anbringen.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0029] Bevorzugte weitere Ausführungsformen und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- schematisch den Aufbau eines Füllorgans;
- Figur 2
- schematisch eine erste Variante einer Füllstandsonde mit einem Rotationskörper;
- Figur 3
- schematisch eine weitere Variante einer Füllstandsonde mit einem Strömungsschalter;
- Figur 4
- schematisch ein Füllorgan mit einer Füllstandsonde, welche Elektroden umfasst;
- Figur 5
- schematisch ein Füllorgan mit einer optischen Füllstandsonde;
- Figur 6
- ein weiteres Füllorgan mit einer Füllstandsonde, welche einen weiteren optischen Sensor
aufweist;
- Figur 7
- schematisch ein weiteres Füllorgan mit einer auf Unterdruck reagierenden Füllstandsonde;
und
- Figur 8
- das Füllorgan der Figur 7 mit einer Füllstandsonde bei einem anderen Flüssigkeitsspiegel.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0030] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente mit identischen Bezugszeichen
bezeichnet und auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente wird in der nachfolgenden
Beschreibung teilweise verzichtet, um Redundanzen in der Beschreibung zu vermeiden.
[0031] Figur 1 zeigt ein Füllorgan 1 zum Befüllen eines Behälters 2 in Form einer Flasche
mit einer Flüssigkeit 30. Das Füllorgan 1 umfasst ein Vollstrahlfüllelement 10 zum
Befüllen des Behälters 2 im Vollstrahl 3. Hierzu tritt die Flüssigkeit 30 aus einem
im Wesentlichen zentriert über der Mündung 20 des Behälters angeordneten Flüssigkeitsauslauf
16 aus und strömt als Vollstrahl 3 durch die Mündung 20 und den Hals 22 des Behälters
2 in das Behältervolumen 24. Das durch den ansteigenden Flüssigkeitsspiegel 32 aus
dem Behälter 2 verdrängte Gas, also beispielsweise die sich in dem Behältervolumen
24 befindliche Luft, kann zwischen der im Vollstrahl 3 in das Behältervolumen 24 einströmenden
Flüssigkeit 30 und der Mündung 20 des Behälters 2 entweichen, wie durch die Pfeile
in Figur 1 schematisch angedeutet.
[0032] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform ist der Flüssigkeitsauslauf 16 beabstandet
von der Mündung 20 des Behälters 2 angeordnet und es besteht kein direkter Kontakt
zwischen dem Vollstrahlfüllelement 10 und dem Behälter 2. Diese Anordnung wird auch
als Freistrahlfüllung bezeichnet. Entsprechend "fällt" der Vollstrahl 3 vom Vollstrahlfüllelement
10 durch die Behältermündung 20 in den Innenraum des Behälters 2.
[0033] Eine solche Konstruktion wird beispielsweise im Bereich der Getränkeabfüllung häufig
verwendet, um nicht-schäumende und sauerstoffunempfindliche Flüssigkeiten effizient
in Behälter einzufüllen. Dies ist beispielsweise bei der Abfüllung von stillen Wässern
in Flaschen der Fall.
[0034] Das Vollstrahlfüllelement 10 weist zur Regelung des Flüssigkeitsstromes einen konusförmigen
Ventilsitz 12 auf, in welchen ein Ventilkegel 14 zur Abdichtung eingreifen kann. In
dem in Figur 1 gezeigten Zustand ist der Ventilkegel 14 aus dem Ventilsitz 12 herausgehoben,
so dass die Flüssigkeit 30 entsprechend im Vollstrahl 3 aus dem Flüssigkeitsauslauf
16 in den Behälter 2 einströmen kann. Wenn der Ventilkegel 14 entsprechend gegenüber
dem in Figur 1 gezeigten Zustand in den konusförmigen Ventilsitz 12 abgesenkt wird,
ist das Vollstrahlfüllelement 10 hingegen verschlossen, so dass keine Flüssigkeit
30 austritt. Die Flüssigkeit 30, mit der der Behälter 2 befüllt werden soll, steht
dabei typischerweise oberhalb des Vollstrahlfüllelementes 10 an, beispielsweise in
einem darüber angeordneten Flüssigkeitsbehälter wie einem Ringbehälter einer Rotationsfüllmaschine,
so dass durch Anheben des Ventilkegels 14 aus dem Ventilsitz 12 heraus die Flüssigkeit
30 im Vollstrahl 3 in den Behälter 2 einfließt.
[0035] Der Flüssigkeitsspiegel 32 in dem Behälter 2 steigt mit dem über den Vollstrahl 3
zugeführten Flüssigkeitsvolumen an. Eine Steuerung des Füllstandes der Flüssigkeit
30 in dem Behälter 2 wird über eine Füllstandsonde 4 erreicht, welche das Erreichen
eines vordefinierten Füllstandes bestimmt. Unter Füllstand wird hier der Abstand zwischen
der Mündung 20 des Behälters 2 und dem dann anstehenden Flüssigkeitsspiegel 32 verstanden.
Auf diese Weise wird erreicht, dass die Behälter optisch gleichmäßig befüllt werden
- unabhängig von dem leicht variierenden Innenraumvolumen bestimmter Behältertypen.
[0036] Die Füllstandsonde 4 in Figur 1 ist so unterhalb des Vollstrahlfüllelements 10 angeordnet,
dass sie beim Befüllen im Vollstrahl 3 liegt. Insbesondere weist die Füllstandsonde
4 einen Sondenkörper 40 auf, welcher beim Befüllen vom Vollstrahl 3 umschlossen ist.
[0037] Der Sondenkörper 40 schließt in der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform an den Ventilkegel
14 an. Entsprechend erstreckt sich die Füllstandsonde 4 auch durch den Flüssigkeitsauslauf
16 hindurch, so dass hier zumindest ein Teil der Füllstandsonde 4 unterhalb des Flüssigkeitsauslaufs
16 liegt.
[0038] Durch die Anordnung des Sondenkörpers 40 direkt anschließend an den Ventilkegel 14
liegt der Sondenkörper 40 zentriert zum Produktauslauf 16, so dass die Füllstandsonde
4 symmetrisch zum Vollstrahl 3 angeordnet ist. Bei einem kreisförmigen Querschnitt
des Vollstrahls 3 liegt der Sondenkörper 40 entsprechend genau auf der Längsachse
des Vollstrahls 3. Mit anderen Worten ist die Füllstandsonde 4 von keiner Seite aus
zugänglich, ohne dass man durch den Vollstrahl 3 hindurch müsste.
[0039] Wie aus der in Figur 1 gezeigten schematischen Schnittdarstellung zu erkennen, liegt
der Sondenkörper 40, und damit entsprechend die Füllstandsonde 4, so unterhalb des
Vollstrahlfüllelementes 10, dass die Füllstandsonde 4 vollständig im Vollstrahl 3
liegt.
[0040] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsvariante ist der Sondenkörper 40 so ausgebildet,
dass er die Form eines zylindrischen Stabes annimmt, wobei an dessen unterem Ende
eine Strömungsabrisskante 42 ausgebildet ist. Die Strömungsabrisskante 42 bewirkt
die Ausbildung eines flüssigkeitsfreien Bereichs 34 in Strömungsrichtung direkt hinter
der Strömungsabrisskante 42. Hier entsteht also quasi eine Luftblase, die sich allerdings
auf Unterdruck befindet. Die Ausbildung des flüssigkeitsfreien Bereiches 34 ist der
Hydrodynamik umströmter Körper geschuldet und bedarf keiner weiteren Maßnahmen.
[0041] Das Strömungsverhalten des Vollstrahls 3 an der Füllstandsonde 4 übt eine Kraft auf
diese in Strömungsrichtung aus, welche in Figur 1 schematisch als Kraft F
n bezeichnet wird. Diese Kraft F
n kann durch Messung mit einer schematisch gezeigten Kraftmessvorrichtung 5, welche
mit dem Sondenkörper 40 in Wirkverbindung steht, bestimmt werden. Durch die Bestimmung
der Kraft F
n kann festgestellt werden, ob der Sondenkörper 40 der Füllstandsonde 4 bereits in
den Flüssigkeitsspiegel 32 eintaucht, oder aber noch ein Fluss des Vollstrahls 3 entlang
des Sondenkörpers 40 bzw. eines Bereiches des Sondenkörpers 40 stattfindet.
[0042] Die Messung der Kraft F
n, welche von dem einlaufenden Vollstrahl 3 auf den Sondenkörper 40 ausgeübt wird,
kann beispielsweise über eine Wägezelle 5 stattfinden. Da es sich hier - abhängig
von der Stirnfläche des Sondenkörpers 40 - um relativ geringe Kräfte handelt, ist
eine empfindliche Wägezelle 5 vonnöten. Zur Bestimmung, ob der vorgegebene Füllstand
erreicht wird, wird eine Differenzbetrachtung zur der auf den Sondenkörper 40 anfänglich
ausgeübten Kraft F
n über die Zeit vorgenommen. Wenn die Kraft F
n auf einen gewissen vorgegebenen Wert abgesunken ist, weil der Sondenkörper beginnt,
in den Flüssigkeitsspiegel 32 einzutauchen, wird der Ventilkegel 14 abgesenkt und
die Befüllung beendet.
[0043] Figur 2 zeigt in einer alternativen Ausführungsform einen Abschnitt des Füllorgans
1 mit dem Ventilkörper 14. Eine Füllstandsonde 4 ist mit einem Sondenkörper 40 vorgesehen,
wobei hier im unteren Bereich des Sondenkörpers 40 ein Rotationskörper 50 vorgesehen
ist, welcher bei Anströmung durch die schematisch dargestellte Flüssigkeit 30 des
Vollstrahls 3 in Rotationsbewegung versetzt wird. Der Rotationskörper 50 dreht sich
entsprechend solange, bis der Flüssigkeitsspiegel 32 der Flüssigkeit den Rotationskörper
50 erreicht hat oder diesen vollständig überdeckt. Entsprechend kann über geeignete
Drehsensoren, beispielsweise mittels eines Reed-Kontaktes oder auf optischem Wege,
eine Rotation des Rotationskörpers 50 detektiert werden. Beim Erreichen des vorbestimmten
Füllstandes wird entsprechend die Rotationsgeschwindigkeit reduziert oder aber die
Rotation kommt vollkommen zum Erliegen. Wenn dieser Zustand erreicht ist, wird die
Befüllung durch das Vollstrahlfüllelement 10 beendet und der Ventilkegel 14 in den
Ventilsitz 12 abgesenkt.
[0044] In einer weiteren Variante, welche in Figur 3 schematisch gezeigt ist, erstreckt
sich der Sondenkörper 40 wiederum vom Ventilkörper 14 aus. Am unteren Ende des Sondenkörpers
40 der Füllstandsonde 4 ist ein Strömungsschalter 52 vorgesehen. Der Strömungsschalter
52 ist dabei derart ausgebildet, dass er über den Durchmesser des Sondenkörpers 40
herauskragt und entsprechend vom Vollstrahl 3 angeströmt wird. Durch die herauskragende
Ausgestaltung des Strömungsschalters 52 wird dieser durch den Vollstrahl 3 bzw. die
Flüssigkeit 30 angeströmt, so dass der Strömungsschalter 52 entsprechend ausgelenkt
wird. In der in Figur 3 gezeigten Form ist der Strömungsschalter 52 dabei durch ein
Anströmelement 520 ausgebildet, welches an dem Sondenkörper 40 über ein entsprechendes
Gelenk 522 so angelenkt ist, dass das Anströmelement 520 um das Gelenk 522 herum verschwenkbar
ist. Durch eine aufgebrachte Vorspannung wird das Anströmelement 520 in die geschlossene
Position des entsprechenden Strömungsschalters 52 vorgespannt. Solange die Strömung
des Vollstrahls 3 das Anströmelement 520 so stark anströmt, dass der entsprechende
Federvorspannungswiderstand überwunden wird, also auf das Anströmelement eine Kraft
F
Anström ausgeübt wird, signalisiert die Füllstandsonde 4 entsprechend den noch nicht erreichten
vorgegebenen Füllstand. Sobald der Flüssigkeitsspiegel 32 jedoch über die Ebene des
Anströmkörpers 520 des Strömungsschalters 52 ansteigt, wird dieser durch die Federvorspannung
in die geschlossene Position bewegt und die Füllstandsonde 4 signalisiert entsprechend,
dass der gewünschte Füllstand erreicht ist.
[0045] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des Füllorgans 1 in einer weiteren schematischen
Schnittdarstellung. Der konische Ventilsitz 12, welcher zusammen mit dem Ventilkegel
14 im Vollstrahlfüllelement 10 ausgebildet ist, ist klar zu erkennen. Der Flüssigkeitsauslauf
16 ist mittels einer entsprechenden Strömungsabrisskante am Ende des Ventilsitzes
12 ausgebildet. Weiterhin ist in der in Figur 4 gezeigten Form des Vollstrahlfüllelementes
10 auch eine Zentrierglocke 18 vorgesehen, welche dazu gedacht ist, den Mündungsbereich
eines zu befüllenden Behälters aufzunehmen.
[0046] Eine Füllstandsonde 4 ist auch in diesem Ausführungsbeispiel vorgesehen, wobei die
Füllstandsonde 4 einen Sondenkörper 40 aufweist, der sich quasi als Verlängerung direkt
an den Ventilkegel 14 des Vollstrahlfüllelementes 10 anschließt. Die Flüssigkeit 30
zur Befüllung steht oben an dem Vollstrahlfüllelement 10 an, so dass durch das Anheben
des Ventilkegels 14 aus dem Ventilsitz 12, in der Form, wie es in Figur 4 gezeigt
ist, ein Einströmen der Flüssigkeit 30 in Form eines Vollstrahles 3 in einen in der
Figur 4 nicht gezeigten Behälter stattfindet.
[0047] Am unteren Ende des Sondenkörpers 40 ist wiederum eine Strömungsabrisskante 42 derart
ausgebildet, dass der Sondenkörper 40 eine im Wesentlichen zylindrische Form annimmt.
Ein Paar Elektroden 54 ist an der Stirnseite 44 des Sondenkörpers 40 vorgesehen. Die
Elektroden 54 sind als Kurzschlusselektroden ausgebildet. Die beiden Elektroden 54
sind im Zentrum der Stirnfläche des Sondenkörpers 40 und entsprechend hinter der Strömungsabrisskante
42 angeordnet. Entsprechend bildet sich aufgrund der Strömungsabrisskante 42 unterhalb
des Sondenkörpers 40 im Bereich von dessen Stirnfläche 44 bei Vorliegen einer Strömung
ein flüssigkeitsfreier Bereich 34 aus. Durch den flüssigkeitsfreien Bereich 34, welcher
sich hinter der Abrisskante 42 ausbildet, kommen jedoch die beiden Elektroden 54 nicht
dauerhaft über die Flüssigkeit in elektrisch leitende Verbindung. Erst wenn der Flüssigkeitsspiegel
32 so weit angestiegen ist, dass die beiden Elektroden 54 in die Flüssigkeit 30 eintauchen,
findet ein entsprechender elektrischer Kontakt statt, welcher dann das Erreichen des
gewünschten Füllstandes signalisiert.
[0048] In Figur 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des Füllorgans 1 gezeigt, wobei der
grundsätzliche Aufbau dem in Figur 4 gezeigten Aufbau des Füllorgans 1 ähnelt. Die
Füllstandsonde 4 umfasst wiederum einen Sondenkörper 40, welcher eine Strömungsabrisskante
42 an deren unterem Ende ausbildet. Der Sondenkörper 40 erstreckt sich im Wesentlichen
in Verlängerung mit dem Ventilkegel 14.
[0049] Durch die entsprechenden Strömungseigenschaften bildet sich auch hier bei Anliegen
einer Strömung durch den Vollstrahl 3 ein flüssigkeitsfreier Bereich 34 unterhalb
des Sondenkörpers 40 aus.
[0050] Zur Feststellung, ob der vorgegebene Füllstand erreicht ist, ist in der in Figur
5 gezeigten Ausführungsform ein optischer Sensor 56 vorgesehen, bei welchem durch
ein Fenster 560 ein über einen Lichtleiter 562 durchgeführter Lichtstrahl austritt.
Die Brechungseigenschaften bzw. Absorptionseigenschaften des über den Lichtleiter
562 zugeführten Lichtstrahls an der Grenzfläche zwischen dem Fenster 560 und dem entsprechend
darunter befindlichen Medium werden durch den reflektierten Strahl, welcher über den
Lichtleiter 562 ebenfalls zurücktransportiert wird, gemessen. Hier wird bei Umströmung
des Sondenkörpers 40 entsprechend unterhalb des Fensters 560 ein im Wesentlichen flüssigkeitsfreier
Bereich 34 erzeugt. Wenn der Flüssigkeitsspiegel 32 jedoch über die Ebene des Fensters
560 ansteigt, wird die Flüssigkeit vollständig an dem Fenster 560 anstehen, so dass
sich entsprechend der Brechungsindex an der entsprechenden Grenzfläche ändert und
damit auch der rückreflektierte Strahl eine andere Intensität bekommt. Entsprechend
kann die Füllstandsonde 4 über die entsprechende optische Beobachtung feststellen,
ob der entsprechende Flüssigkeitsspiegel 32 die durch das Fenster 560 vorgegebene
Füllhöhe erreicht hat.
[0051] Figur 6 zeigt eine weitere Variante für eine optische Messung des vorgegebenen Füllstandes,
wobei ein optischer Sensor 57 in einer Variante gegenüber der in Figur 5 gezeigten
Version derart vorgesehen ist, dass über einen Lichtwellenleiter 570 an einer Seite
ein Lichtstrahl in den zu befüllenden Behälter eingekoppelt wird. Das Licht wird über
einen zweiten Lichtwellenleiter 572 wieder empfangen. Beim Ansteigen des Flüssigkeitsspiegels
32 über das durch das Austrittsfenster 574 und das Eintrittsfenster 576 definierte
Niveau wird durch eine Veränderung des rückreflektierten Strahles im Lichtwellenleiter
572 das Erreichen des gewünschten Flüssigkeitsniveaus detektiert.
[0052] Vorteilhaft ist es ebenso möglich, dass das Austrittsfenster 574 auch die Funktion
des Eintrittsfensters 576 übernimmt. In dieser Variante enden die beiden Lichtwellenleiter
570 und 572 vorteilhaft in einem gemeinsamen Ein- und Austrittsfenster (nicht gezeigt),
d. h. der Lichtwellenleiter für die Aussendung des Lichtstrahls und der Lichtwellenleiter
für den Empfang des reflektierten Lichtstrahls enden beide am gemeinsamen Ein- und
Austrittsfenster. Die beiden Lichtwellenleiter können dabei bevorzugt auch parallel
zueinander angeordnet sein. Hierbei ist es auch möglich, dass lediglich ein einziger
Lichtwellenleiter zum Aussenden und den Empfang des Lichtstrahls dient.
[0053] In noch einem weiteren Ausführungsbeispiel, welches in den Figuren 7 und 8 gezeigt
ist, wird das Vollstrahlfüllelement 10 mit einer Füllstandsonde 4 versehen, welche
in Form eines Sondenkörpers 40 vorgesehen ist, der mit einer Bohrung 58 versehen ist.
Die Bohrung 58 dient dazu, den an dem unteren Ende des Sondenkörpers 40 mittels der
Strömungsabrisskante 42 erzeugten Unterdruck zu bestimmen. Die Druckmessung wird mittels
eines schematisch in Figur 8 angedeuteten Druckmessers 580 vorgenommen, welcher über
die Bohrung 58 in dem Sondenkörper 40 mit dem flüssigkeitsfreien Bereich 34 kommuniziert.
[0054] In Figur 8 ist entsprechend ein gegenüber der Darstellung der Figur 7 angestiegener
Flüssigkeitsspiegel 32 gezeigt, bei welchem der Sondenkörper 40, und damit auch die
Bohrung 58, in den Flüssigkeitsspiegel 32 eintaucht. Entsprechend verändert sich der
in der Bohrung 58 gemessene Druck, insbesondere weil der flüssigkeitsfreie Bereich
34 der Figur 7 durch das Erreichen des Flüssigkeitsspiegels 32 zusammengebrochen ist.
Entsprechend steigt der Druck in der Bohrung 58 gegenüber der in Figur 7 gezeigten
Variante an. Diese Erhöhung des Druckes wird gemessen und wird als Erreichen des Flüssigkeitsspiegels
auf die vorgegebene Füllhöhe gewertet.
[0055] Soweit anwendbar können alle einzelnen Merkmale, die in den einzelnen Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezugtszeichenliste
[0056]
- 1
- Füllorgan
- 10
- Vollstrahlfüllelement
- 12
- Ventilsitz
- 14
- Ventilkegel
- 16
- Flüssigkeitsauslauf
- 18
- Zentrierglocke
- 2
- Behälter
- 20
- Mündung
- 22
- Hals
- 24
- Behältervolumen
- 3
- Vollstrahl
- 30
- Flüssigkeit
- 32
- Flüssigkeitsspiegel im Behälter
- 34
- Flüssigkeitsfreier Bereich
- 4
- Füllstandsonde
- 40
- Sondenkörper
- 42
- Strömungsabrisskante
- 44
- Stirnseite
- 5
- Kraftmessvorrichtung
- 50
- Rotationskörper
- 52
- Strömungsschalter
- 520
- Anströmelement
- 522
- Gelenk
- 54
- Elektrode
- 56
- optischer Sensor
- 560
- Fenster
- 562
- Lichtleiter
- 57
- optischer Sensor
- 570
- erster Lichtwellenleiter
- 572
- zweiter Lichtwellenleiter
- 574
- Austrittsfenster
- 576
- Eintrittsfenster
- 58
- Bohrung
- 580
- Drucksensor
- Fn
- Auf die Füllstandsonde vom Vollstrahl ausgeübte Kraft
- FAnström
- Auf das Anströmelement vom Vollstrahl aufgebrachte Kraft
1. Füllorgan (1) zum Befüllen von Behältern (2) mit einer Flüssigkeit (30), aufweisend
ein Vollstrahlfüllelement (10) zum Befüllen des Behälters (2) im Vollstrahl (3) und
eine Füllstandsonde (4) zum Bestimmen des Füllstandes,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Füllstandsonde (4) so unterhalb des Vollstrahlfüllelementes (10) angeordnet ist,
dass sie beim Befüllen im Vollstrahl (3) liegt.
2. Füllorgan (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) so angeordnet ist, dass sie beim Befüllen vom Vollstrahl (3)
umschlossen ist, bevorzugt vollständig im Vollstrahl (3) liegt.
3. Füllorgan (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) einen Sondenkörper (40) aufweist, welcher an einen Ventilkörper
(14) des Vollstrahlfüllelements (10) anschließt.
4. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Füllstandsonde (4) unterhalb eines Flüssigkeitsauslaufs (16)
des Vollstrahlfüllelements (10) angeordnet ist.
5. Füllorgan (1) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) einen Sondenkörper (40) aufweist, welcher sich durch den Flüssigkeitsauslauf
(16) des Vollstrahlfüllelements (10) hindurch erstreckt.
6. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Füllstandsonde (4) so zentriert zu einem Flüssigkeitsauslauf
(16) angeordnet ist, dass die Füllstandsonde (4) symmetrisch im Vollstrahl (3) liegt.
7. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) einen Sondenkörper (40) aufweist, an dessen stromabwärts gelegenem
Ende eine Strömungsabrisskante (42) ausgebildet ist.
8. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) einen Sondenkörper (40) und eine mit dem Sondenkörper (40)
in Wirkverbindung stehende Kraftmessvorrichtung (5) zur Messung der auf den Sondenkörper
(40) durch den Vollstrahl (3) ausgeübten Kraft aufweist.
9. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) mindestens einen vom Vollstrahl (3) in Bewegung versetzbaren
Bewegungskörper (50) zum Bestimmen des Füllstandes aufweist, wobei der Bewegungskörper
(50) bevorzugt ein vom Vollstrahl (3) antreibbarer Rotationskörper ist.
10. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) mindestens einen vom Vollstrahl (3) schaltbaren Strömungsschalter
(52) zum Bestimmen des Füllstandes aufweist, wobei der Strömungsschalter (52) bevorzugt
am unteren Ende eines Sondenkörpers (40) der Füllstandsonde (4) angeordnet ist.
11. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) mindestens eine Elektrode (54) zur Bestimmung des Füllstandes
aufweist, wobei die Elektrode (54) bevorzugt am unteren Ende eines Sondenkörpers (40)
der Füllstandsonde (4) angeordnet ist, und wobei die Elektrode (54) besonders bevorzugt
stromabwärts einer an einem Sondenkörper (40) ausgebildeten Strömungsabrisskante (42)
angeordnet ist.
12. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstandsonde (4) mindestens einen optischen Sensor (56, 57) zur Bestimmung
des Füllstandes aufweist, wobei der optische Sensor bevorzugt eine Veränderung des
Brechungsindex oder eine Veränderung der Transmission messen kann.
13. Füllorgan (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Drucksensor (580) zur Bestimmung des hinter einer Strömungsabrisskante
(42) eines Sondenkörpers (40) vorliegenden Druckunterschiedes vorgesehen ist.