| (19) |
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(11) |
EP 2 604 764 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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01.04.2020 Patentblatt 2020/14 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.12.2012 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (54) |
WÄRMEDÄMMELEMENT AUS MINERALWOLLE, INSBESONDERE STEIN- ODER GLASWOLLE
HEAT INSULATION ELEMENT MADE OF MINERAL WOOL, IN PARTICULAR STONE OR GLASS WOOL
ÉLÉMENT D'ISOLATION THERMIQUE À BASE DE LAINE MINÉRALE, NOTAMMENT LAINE DE VERRE OU
LAINE DE ROCHE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
14.12.2011 DE 102011121090
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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19.06.2013 Patentblatt 2013/25 |
| (73) |
Patentinhaber: ISOVER SAINT-GOBAIN |
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92400 Courbevoie (FR) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Passon, Ulrich, Dr.
76131 Karlsruhe (DE)
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| (74) |
Vertreter: Bockhorni & Brüntjen Partnerschaft
Patentanwälte mbB |
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Elsenheimerstraße 49 80687 München 80687 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A2-2009/093002 DE-A1-102009 042 526 GB-A- 1 017 473
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DE-A1- 19 928 011 DE-A1-102010 029 513
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- "50 Years of Kreutz Maahlwerke", , 1. Januar 2003 (2003-01-01), Seiten E14-E16, XP055157864,
Gefunden im Internet: URL:http://www.kreutz-mahlwerke.de/cms/fil es/50years-kreutz-engl-mon.pdf
[gefunden am 2014-12-10]
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Wärmedämmelement aus Mineralwolle gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Wärmedämmelemente aus Mineralwolle, insbesondere Glas- oder Steinwolle, sind für
die Dämmung von Gebäuden und dergleichen weit verbreitet und werden insbesondere in
Form von Mineralwollplatten und Mineralwollbahnen, aber auch als Mineralwollrohre
und Schalen und dergleichen verwendet. Die Mineralwoll-Dämmelemente sind aus Mineralwollfasern
gebildet. Diese werden aus einer Schmelze mittels verschiedener Verfahren zerfasert,
wobei den Fasern Bindemittel zugegeben wird. Über einen oder mehrere Fallschächte
werden die mit Bindemittel versetzten Fasern auf einem Endlosförderband zur Bildung
einer Mineralwollbahn gesammelt. Die Bahn wird zur Einstellung einer bestimmten Rohdichte
gepresst und in diesem komprimierten Zustand durch einen Aushärtofen, üblicherweise
einen Tunnelofen, geführt, um das fertige Wärmedämmelement zu bilden.
[0003] Bedingt durch die Verwendung als Wärmedämmung besteht ein Hauptbestreben bei der
Herstellung von Mineralwoll-Dämmelementen darin, das Wärmedämmvermögen zu verbessern.
Das Wärmedämmvermögen wird durch die Wärmeleitfähigkeit λ charakterisiert, die nach
der DIN EN 12667 ermittelt wird. Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit ist, desto besser
ist das Wärmedämmvermögen, so dass weniger Wärme durch ein Dämmelement hindurch gelangt.
In der Praxis ist eine Eingruppierung von Wärmedämmelementen in sogenannte Wärmeleitgruppen
(WLG) üblich.
[0004] Das Wärmedämmvermögen der Fasern ist maßgeblich durch die Faserstruktur des Dämmelements
bedingt, die aus einer Vielzahl von teilweise sich kreuzenden Fasern bestimmt ist,
die zwischen sich Luft einschliessen, wobei die ruhende Luft als maßgeblicher Isolator
wirkt.
[0005] Im Einzelnen findet der Wärmetransport bei derartigen Faserdämmelementen durch Wärmeleitung
über das Fasergerüst, durch Gaswärmeleitung der eingeschlossenen Luft sowie durch
Wärmestrahlungstransport statt.
[0006] Die Wärmeleitfähigkeit ruhender Luft beträgt etwa 26 mW/mK bei Raumtemperatur. Verschiedene
Gase, u.a. Argon und CO
2, weisen bessere, d.h. geringere Wärmeleitfähigkeiten auf. Zwar sind verschiedene
Ansätze bekannt, die Wärmeleitfähigkeit von Mineralwolle-Dämmstoffen dadurch zu verbessern,
dass die eingeschlossene Luft durch ein Gas mit niedriger Wärmeleitfähigkeit ersetzt
wird. Wegen der herstellungstechnisch sehr aufwendigen Umsetzung und dem Problem eines
längerfristigen, diffusionsbedingten Gasaustauschs in der Nutzung haben sich diese
Vorschläge bislang nicht durchsetzen können.
[0007] Eine Verbesserung, d.h. eine Reduzierung der Wärmeleitung über das Fasergerüst ist
nur begrenzt möglich. Allgemein gilt, dass mit geringerer Fasermenge sich die Wärmeleitfähigkeit
des Fasergerüsts verbessert. Allerdings ist die Faserstruktur auch für gewollte Eigenschaften
des Mineralwoll-Dämmelements maßgeblich, wie etwa Steifigkeit, mechanische Festigkeit
und dergleichen, so dass auch hier Verbesserungen nur begrenzt möglich sind.
[0008] Der Wärmestrahlungstransport, insbesondere der Infrarotstrahlen, beträgt bei Raumtemperatur
abhängig von der Rohdichte bis zu etwa 7 mW/mK. Bei höheren Temperaturen, wie sie
bei Anwendungen in der technischen Isolierung, beispielsweise der Isolierung von Heißdampfleitungen
im Kraftwerksbau, auftreten, nimmt der Anteil des Wärmestrahlungstransports an der
gesamten Wärmeleitung überproportional zu. Eine Verbesserung des Wärmestrahlungstransports
kann durch eine feinere Faserstruktur erzielt werden, wobei die bereits oben genannten
Einschränkungen hinsichtlich der gewollten Eigenschaften hier Grenzen setzen. Weiterhin
ist der Einsatz sog. Infrarot-Trübungsmittel möglich und bekannt. Als Infrarot-Trübungsmittel
Pulversysteme werden beispielsweise infrarot aktive Oxide oder Carbide, insbesondere
aber Ruß- oder Graphitpulver verwendet, welche an die Mineralwollfasern angelagert
werden. Die Anlagerung erfolgt zumeist über das Bindemittel, mit welchem die Mineralwolle
bei der Herstellung versetzt wird. So ist es aus der
EP 1 127 032 B1 bekannt, Graphit zusammen mit der Bindemittelzugabe an sog. MMVF-Fasern anzulagern,
d. h. an synthetische Fasern, zu denen auch Glas- und Steinwollfasern gehören. Graphit
als organische Substanz wird hierbei in einer Menge bis zu 15 % angelagert, wobei
allerdings geringere Mengen im allgemeinen bevorzugt sind.
WO 2009/093002 A2 offenbart die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0009] Die Erfinder haben erkannt, dass sich durch den Einbau derartiger organischer Substanzen
zwar der Wärmetransport infolge Absorption der Infrarot-Strahlen reduzieren lässt,
der Nachteil jedoch darin besteht, dass Graphit oder Ruß Schmiermitteleigenschaften
aufweisen, was zu einer Verminderung der mechanischen Festigkeit, insbesondere der
Bindung der Fasern untereinander führen kann. Dies kann sich nachteilig auf die Einsatzmöglichkeiten
derart ausgerüsterter Mineralwolledämmstoffe auswirken. Ein weiterer Nachteil von
Graphit und Ruß besteht darin, dass es sich hierbei um Stoffe handelt, die bei der
Verarbeitung zu einer nicht zu vernachlässigenden Verschmutzung der Herstellungsanlagen
führen können, was daraus resultiert, dass sich Ruß und Graphit überall anlagern und
nur sehr schwer und mit großem Aufwand beseitigt werden können. Graphit wie auch Ruß
bringen als organische Substanzen eine gewisse Brandlast ein, was insbesondere für
Anwendungen bei der Hochtemperaturdämmung, insbesondere bei Anwendungsbereichen von
300 bis 500°C nachteilhaft ist. Insbesondere kann sich das organische Trübungsmittel
entzünden, was zu einem sogenannten Punking führt, wodurch die Gefahr eines Nichtbestehens
von Brandschutzprüfungen gegeben sein kann. Bei einer zu großen Zugabemenge von Graphit
oder Ruß kann zudem durch die Ausbildung von Leiterbrücken zwischen den Partikeln
es zu einer Verschlechterung der Wärmeleitfähigkeit kommen, da sowohl Graphit als
auch Ruß eine große eigene Wärmeleitfähigkeit aufweisen.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Wärmedämmelement aus Mineralwolle, insbesondere
Glas- oder Steinwolle, bereitzustellen, mit dem durch den Einbau zusätzlicher Substanzen,
insbesondere Trübungsmitteln, das Wärmedämmvermögen verbessert, insbesondere der Wärmeleitfähigkeitswert
reduziert wird, und zwar unter Beibehaltung der mechanischen Eigenschaften des Dämmelements
und einer guten Faserbindung, wobei die Verarbeitung prozesstechnisch in einfacher
Weise möglich sein soll.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 enthaltenen Merkmale gelöst, wobei zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung durch
die in den Unteransprüchen enthaltenen Merkmale gekennzeichnet sind.
[0012] Nach Maßgabe der Erfindung wird als Trübungsmittel für die Mineralwolle eine anorganische
Substanz verwendet und zwar Zirkonsilikat. Überraschend hat sich hierbei herausgestellt,
dass Zirkonsilikat nicht über die Nachteile üblicher Trübungsmittel, wie etwa Graphit,
verfügt, eine einfache Verarbeitung und damit Herstellung des Mineralwolledämmelements
ermöglicht und hierbei auch beim Einsatz größerer Mengen die mechanischen Eigenschaften,
die Strukturfestigkeit und die Bindung der Fasern innerhalb der Faserstruktur erheblich
weniger beeinträchtigt. Auch ist die eigene Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu insbesondere
Graphit oder Ruß wesentlich geringer. Zudem handelt es sich bei Zirkonsilikat um eine
anorganische Substanz, was sich günstig auf die Feuerwiderstandseigenschaften des
Dämmelements auswirkt. Dies macht Zirkonsilikat insbesondere für die Anwendung als
Trübungsmittel für Mineralwolledämmstoffe für den Hochtemperaturbereich sehr zweckmäßig.
[0013] Zirkonsilikat wird insbesondere in Form eines pulverförmigen Gemisches verwendet,
welches 60 bis 70 % Zirkondioxid sowie 30 bis 35 % Siliziumdioxid mit Metalloxiden,
insbesondere Eisen- und/oder Titanoxid in einem Bereich von 0,1 bis 0,5 % aufweist.
Geeignet ist insbesondere das unter der Marke Kreutzonit vertriebene Zirkonsilikat,
welches im Handel über die Helmut Kreuz GmbH, 35708 Haiger-Langenaubach verfügbar
ist und in der keramischen Industrie für Engoben und Glasuren verwendet wird.
[0014] Zweckmäßigerweise wird Zirkonsilikat verwendet, welches 64 bis 65,5 % ZrO
2, 33 bis 34 % SiO
2, 0,1 % max. Fe
2O
3 sowie 0,15 % max. TiO
2 aufweist.
[0015] Das Zirkonsilikat kann zeitgleich mit dem Bindemittel aufgetragen werden, etwa dadurch,
dass sowohl das Bindemittel wie auch das Zirkonsilikat auf die Fasern im Fallschacht
aufgebracht werden. Dies erfolgt zweckmäßigerweise durch einen Sprühvorgang, wobei
das Zirkonsilikat dem Bindemittel vor dem Aufsprühen des Bindemittels auf die Mineralwollfasern
zugeführt wird. Hierbei wird zweckmäßigerweise das Zirkonsilikat als Pulver verwendet,
welches für das Aufbringen mit dem Bindemittel mit diesem zu einer Aufschlämmung vermischt
wird. Hierfür ist es zweckmäßig, dass die Pulverteilchen in Form von kugelförmigen
Teilchen vorliegen, was einer Verkrustung und Inselbildung des anzulagernden Zirkonsilikats
an den Mineralfasern entgegenwirkt. Allerdings ist es auch möglich, das Bindemittel
zeitlich versetzt zuzugeben. Hierbei ist es besonders vorteilhaft, dass das Zirkonsilikat
nach dem Aufbringen des Bindemittels aufgegeben wird. Beispielsweise kann die Zugabe
des Bindemittels innerhalb des Fallschachtes erfolgen und kann insbesondere bei der
Ausbildung von Rohrschalen der Auftrag des Zirkonsilikats über die auf dem Endlosförderband
bereits abgelagerten Fasern erfolgen.
[0016] Der mittlere Teilchendurchmesser beträgt zweckmäßigerweise 0,5 bis 5 µm. Die Zugabe
von Zirkonsilikat ist in einer Menge von 1 bis 10 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht
das Mineralwoll-Dämmelements, so dass also etwa 1 bis 10 Gew.-% Zirkonsilikat in der
Mineralwolle angelagert wird. Bevorzugt ist hierbei eine Menge an Zirkonsilikat im
Bereich von 3 bis 6 Gew.-%. Hierbei hat sich herausgestellt, dass auch größere Mengen
von Zirkonsilikat eingebaut werden können, ohne dass die mechanischen Eigenschaften
oder das Brandverhalten beeinträchtigt werden. Größere Zugabemengen als die angegebenen
sind prinzipiell möglich, führen jedoch nicht zu einer weiteren Verbesserung des Wärmedämmvermögens.
[0017] Als Bindemittel eignet sich jedes übliche Bindemittel, wie es für die Herstellung
von Mineralfaser-Dämmstoffprodukten Verwendung findet, wobei Bindemittel zweckmäßigerweise
in einer Menge von 0,5 bis 7 Gew.-% zugegeben wird. Insbesondere bei Anwendung in
einem Hochtemperaturbereich ist man bestrebt, den Bindemittelanteil möglichst gering
zu halten. Als Bindemittel eignet sich insbesondere ein Phenolformaldehydharz, was
sich gut verarbeiten lässt.
[0018] Das erfindungsgemäße Zirkonsilikat kann allen Mineralwoll-Dämmstoffprodukten für
die Wärmedämmung und/oder den Brandschutz, insbesondere für die technische Isolierung,
zugegeben werden. Ebenso ist das Zirkonsilikat in einem breiten Rohdichtebereich für
die Mineralwoll-Produkte anwendbar, insbesondere in einem Bereich der Rohdichte von
10 bis 250 kg/m
3, vorzugsweise im Bereich von 50 bis 150 kg/m
3.
[0019] Insgesamt hat es sich überraschend gezeigt, dass durch den zusätzlichen Einbau von
anorganischen Trübungsmitteln und zwar Zirkonsilikat die mechanischen Eigenschaften
des Mineralwollprodukts nicht beeinträchtigt werden, insbesondere was die Strukturfestigkeit
und auch die Faserbindung anbelangt. Zugleich wirft das Zirkonsilikat bei der Verarbeitung
im Herstellerwerk, insbesondere bei Beigabe des Zirkonsilikats im Wege des Zerfaserungsprozesses
vor Ablage der Fasern auf einem Endlosförderband keine Probleme auf. Auch das bei
bestimmten eingebauten Trübungsmitteln auftretende Punking bei Brandschutzprüfungen
für Produkte im Hochtemperaturanwendungsbereich tritt nicht auf, so dass sich der
Einbau von Zirkonsilikat zur Verbesserung der Wärmeleitfähigkeit insbesondere für
Mineralwoll-Produkte für die Anwendung in allen Brandschutzklassen eignet. Zudem ist
Zirkonsilikat auch kostengünstig, was gerade für die Herstellung von Massenware vorteilhaft
ist, um die es sich bei Mineralwolledämmelementen handelt.
[0020] Versuche haben die Verbesserung der Wärmeleitfähigkeit bei Einsatz von Zirkonsilikat
als Trübungsmittel gezeigt. Dies ergibt sich aus der folgenden Tabelle 1, bei welcher
die temperaturabhängige Wärmeleitfähigkeit λ(T) gemäß EN ISO 8497 von Rohrschalen
mit einer Dämmdicke von 80 mm und einem Innendurchmesser von 89 mm verglichen wird.
Für alle Rohrschalen wurde eine Faserfeinheit, angegeben als Micronaire von 17 l/min
vorgegeben, um einen Einfluß unterschiedlicher Faserfeinheiten auf den Messwert der
Wärmeleitfähigkeit zu minimieren. Für die Messapparatur und das Meßverfahren zur Bestimmung
des Micronaire-Wertes wird auf die
WO2003098209 verwiesen.
[0021] Das Vergleichsbeispiel 1 ist eine Rohrschale mit einer Rohdichte von 62,2 kg/m
3. Das Ausführungsbeispiel 1 ist eine Rohrschale gleicher Abmessung mit einen Zusatz
von Zirkonsilikat in Höhe von 3 Gew.-% bezogen auf das Gewicht der Rohrschale ohne
Zirkonsilikat, d.h. eine Beladung von 3 %. Diese Rohrschale weist eine Rohdichte (einschließlich
Zirkonsilikat) von 65,4 kg/m
3 auf. , Das Ausführungsbeispiel 2 ist eine Rohrschale gleicher Abmessung mit einen
Zusatz von Zirkonsilikat in Höhe von 6 Gew.-% bezogen auf das Gewicht der Rohrschale
ohne Zirkonsilikat, d.h. eine Beladung von 6 %. Diese Rohrschale weist eine Rohdichte
(einschließlich Zirkonsilikat) von 67,9 kg/m
3 auf.
Tabelle 1:
| |
|
|
|
Messwert der Wärmeleitfähigkeit [mW/mK] |
| |
Zirkonsilikat [%] |
RD [kg/m3] |
Mic. [l/min] |
50°C |
100°C |
150°C |
200°C |
250°C |
300°C |
| Vergleich. 1 |
0 |
62,2 |
17 |
36,7 |
42,3 |
50,1 |
60,1 |
72,6 |
87,3 |
| Ausführung. 1 |
3 |
65,4 |
17 |
37,0 |
42,5 |
49,9 |
59,2 |
70,5 |
83,7 |
| Ausführung 2 |
6 |
67,9 |
17 |
36,7 |
41,8 |
48,7 |
57,4 |
67,9 |
80,4 |
[0022] Die Messwerte der Wärmeleitfähigkeit sind auch graphisch in Fig. 1 dargestellt.
[0023] Tabelle 1 bzw. Fig.1 mit einem Diagramm Wärmeleitfähigkeit abhängig von der Mitteltemperatur
(EN ISO 8497) für ein Vergleichs- und zwei Ausführungsbeispiele zeigen, dass bis zu
einer Mitteltemperatur von etwa 100°C die Zugabe von Zirkonsilikat im Rahmen der Messgenauigkeit
keine Auswirkung auf die Wärmeleitfähigkeit hat. Mit zunehmender Mitteltemperatur
nimmt auch die Wirksamkeit der Zugabe von Zirkonsilikat in Form einer Verringerung
der Wärmeleitfähigkeit zu, was unmittelbar aus der sich vergrößernden Differenz der
Wärmeleitfähigkeit zwischen dem Vergleichsbeispiel 1 und dem Ausführungsbeispiel 1
bzw. dem Ausführungsbeispiel 2 ersichtlich ist. Die Verdoppelung der Zugabemenge von
Zirkonsilikat im Ausführungsbeispiel 2 im Vergleich zum Ausführungsbeispiel 1 verbessert
die Wärmeleitfähigkeit bei einer Mitteltemperatur von 300°C um etwa 4%. Die Ausführungsbeispiele
belegen, dass die Zugabe von Zirkonsilikat ein erhebliches wärmetechnisches Optimierungspotential
bietet.
[0024] In der nachfolgenden Tabelle 2 wird für drei Vergleichsbeispiele und ein Ausführungsbeispiel
die nach EN 826 ermittelte Druckspannung bei 10% Kompression gegenübergestellt.
Tabelle 2:
| Probe |
Rohdichte |
Bindemittelgehalt |
Additiv |
Druckspannung |
| |
[kg/m3] |
[%] |
|
[kPa] |
| Vergleichsbeispiel 2 |
53,7 |
3,8 |
- |
9,4 |
| Vergleichsbeispiel 3 |
53,5 |
5,7 |
Graphit 2% |
8,1 |
| Vergleichsbeispiel 4 |
62,2 |
3,4 |
- |
16,3 |
| Ausführungsbeispiel 3 |
61,7 |
3,3 |
Zirkonsilikat 3% |
16,7 |
[0025] Der unmittelbare Vergleich der Vergleichsbeispiele 2 und 3 zeigt, dass trotz eines
signifikant größeren Bindemittelgehalts von 50% die 2%-ige Zugabe von Graphit eine
Verschlechterung der mechanischen Druckspannung um mehr als 15% zur Folge hat. Dagegen
hat eine Zugabe von 3% Zirkonsilikat auf die Druckspannung keine Auswirkung, wie der
Vergleich von Vergleichsbeispiel 4 mit dem Ausführungsbeispiel 3 belegt.
[0026] Das Vergleichsbeispiel 3 weist einen Gesamtglühverlust von 7,7 % auf, während das
Ausführungsbeispiel 2 lediglich einen Glühverlust von 3,3 % besitzt. Damit kann ein
Punking wirkungsvoll verhindert werden.
[0027] Die in den Tabellen 1 und 2 dargestellten Ergebnisse belegen, dass durch die erfindungsgemäße
Verwendung des Trübungsmittels Zirkonsilikat ein insbesondere für höhere Anwendungstemperaturen
optimierter Mineralwolledämmstoff bereitgestellt wird, der eine verbesserte Wärmeleitfähigkeit
bei gleichbleibenden mechanischen Eigenschaften aufweist.
[0028] Sofern es bei bestimmten Anwendungen auf eine Reduzierung des Gewichts der Dämmung
ankommt, ist es auch möglich, durch die Zugabe von Zirkonsilikat eine Absenkung der
Produkt-Rohdichte bei gleichbleibender Wärmeleitfähigkeit vorzunehmen.
1. Wärmedämmelement aus Mineralwolle, insbesondere aus Stein- oder Glaswolle, bei dem
die Mineralwollfasern mit einem Bindemittel zum Zwecke der Aushärtung benetzt sind,
wobei an die Mineralwollfasern ein anorganisches Infrarot-Trübungsmittel angelagert
ist, welches aus Zirkonsilikat gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zirkonsilikat in einer auf das Gesamtgewicht bezogenen Menge von 1 bis 10 Gew.-%
in der Mineralwolle angelagert ist.
2. Dämmelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zirkonsilikat in einem Gemisch vorliegt, welches wenigstens 60 bis 70 % Zirkondioxid
sowie Oxide aus Metall und/oder Halbmetall, insbesondere Eisen, Titan- und/oder Siliziumoxide
aufweist.
3. Dämmmittel nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zirkonsilikat in einem Gemisch mit folgender Zusammensetzung vorliegt:
| ZrO2 |
64 - 65,5 % |
| SiO2 |
33 - 34 % |
| Fe2O3 |
0,10 % max. |
| TiO2 |
0,15 % max. |
4. Dämmelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zirkonsilikat zusammen mit dem Bindemittel an die Mineralfasern angelagert ist.
5. Dämmelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zirkonsilikat zusammen mit dem Bindemittel auf die Mineralwollfasern aufgebracht,
insbesondere aufgesprüht ist.
6. Dämmelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Zirkonsilikat als Pulver verwendet ist, insbesondere in Form von kugelförmigen Teilchen.
7. Dämmelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der mittlere Durchmesser der Zirkonsilikatteilchen 0,5 bis 5 µm beträgt.
8. Dämmelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zirkonsilikat in einer auf das Gesamtgewicht bezogenen Menge von 3 bis 6 Gew.-%
in der Mineralwolle angelagert ist.
9. Dämmelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
0,5 bis 7 Gew.-% Bindemittel verwendet ist bezogen auf das Gesamtgewicht und dass
als Bindemittel vorzugsweise Phenolformaldehydharz verwendet ist.
10. Dämmelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mineralwoll-Dämmelement eine Rohdichte im Bereich von 10 bis 250 kg/m3, vorzugsweise im Bereich von 50 bis 150 kg/m3 aufweist.
11. Dämmelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Wärmedämmelement in Platten-, Bahn-, Rollen- oder Schalenform vorliegt, für die
Wärmedämmung und/oder den Brandschutz, insbesondere für die technische Isolierung.
1. A thermal insulation element out of mineral wool, in particular out of rock wool or
glass wool, where the mineral wool fibers are humidified with a binding agent for
the purpose of curing, with an inorganic infrared opacifier being deposited at the
mineral wool fibers, the opacifier being formed of zirconium silicate,
characterized in that
the zirconium silicate is deposited in the mineral wool in an amount of 1 to 10 weight%
relating to the total weight.
2. The insulation element according to claim 1,
characterized in that
the zirconium silicate is present in a mixture having at least 60 to 70 % zirconium
dioxide as well as oxides of metal and/or semi-metal, in particular iron, titanium
oxides and/or silicone oxides.
3. The insulation material according to claim 1 or 2,
characterized in that
the zirconium silicate is present in a mixture with the following composition:
| ZrO2 |
64 - 65.5 % |
| SiO2 |
33 - 34% |
| Fe2O3 |
0.10 % max. |
| TiO2 |
0.15 % max. |
4. The insulation element according to claim 1,
characterized in that
the zirconium silicate is deposited at the mineral fibers together with the binding
agent.
5. The insulation element according to claim 4,
characterized in that
the zirconium silicate is applied on, particularly sprayed on, the mineral wool fibers
together with the binding agent.
6. The insulation element according to one of the preceding claims,
characterized in that
zirconium silicate as powder is used, in particular in form of spherical-shaped particles.
7. The insulation element according to claim 4,
characterized in that
the average diameter of the zirconium silicate particles is 0.5 to 5 µm.
8. The insulation element according to one of the preceding claims,
characterized in that
the zirconium silicate is deposited in the mineral wool in an amount of 3 to 6 weight%
relating to the total weight.
9. The insulation element according to one of the preceding claims,
characterized in that
0.5 to 7 weight% of binding agent is used, relating to the total weight, and that
phenol-formaldehyde resin is preferably used as the binding agent.
10. The insulation element according to one of the preceding claims,
characterized in that
the mineral wool insulation element has a raw thickness in the range of 10 to 250
kg/m3, preferably in the range of 50 to 150 kg/m3.
11. The insulation element according to one of the preceding claims,
characterized in that
the thermal insulation element is provided in plate form, web form, roll form or shell
form, for the thermal insulation and/or fire protection, in particular for the technical
insulation.
1. Elément d'isolation thermique à base de laine minérale, notamment à base de laine
de roche ou de laine de verre, dans lequel les fibres de laine minérale sont humidifiées
avec un liant dans le but d'un durcissement, dans lequel un agent opacifiant dans
l'infrarouge inorganique, lequel est composé de silicate de zirconium, est déposé
sur les fibres de laine minérale,
caractérisé en ce que
le silicate de zirconium est déposé dans la laine minérale dans une quantité de 1
à 10 % en poids par rapport au poids total.
2. Elément d'isolation selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le silicate de zirconium est présent dans un mélange, lequel présente au moins 60
à 70 % d'oxyde de zirconium ainsi que des oxydes de métaux et/ou du semi-métal, notamment
des oxydes de fer, de titane et/ou de silicium.
3. Produit d'isolation selon la revendication 1 ou la revendication 2,
caractérisé en ce que
le silicate de zirconium est présent dans un mélange avec la composition suivante
:
| ZrO2 |
64 à 65,5 % |
| SiO2 |
33 à 34 % |
| Fe2O3 |
0,10 % max. |
| TiO2 |
0,15 % max. |
4. Elément d'isolation selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le silicate de zirconium est déposé sur les fibres minérales conjointement avec le
liant.
5. Elément d'isolation selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
le silicate de zirconium est appliqué, notamment, bombé, sur les fibres de laine minérale
conjointement avec le liant.
6. Elément d'isolation selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
du silicate de zirconium sous forme de poudre est employé, notamment sous forme de
particules de forme sphérique.
7. Elément d'isolation selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
le diamètre moyen des particules de silicate de zirconium est de 0,5 à 5 µm.
8. Elément d'isolation selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le silicate de zirconium est déposé dans la laine minérale dans une quantité de 3
à 6 % en poids par rapport au poids total.
9. Elément d'isolation selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
de 0,5 à 7 % en poids de liant sont employés par rapport au poids total et qu'en tant
que liant, on emploie de préférence une résine de phénol formaldéhyde.
10. Elément d'isolation selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'élément d'isolation en laine minérale présente une densité brute dans la plage de
10 à 250 kg/m3, de préférence, dans la plage de 50 à 150 kg/m3.
11. Elément d'isolation selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'élément d'isolation thermique se présente sous forme de plaques, de bandes, de rouleaux
ou de coques, pour l'isolation thermique et/ou la protection contre le feu, notamment
pour l'isolation technique.

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