[0001] Die Erfindung betrifft eine Spannvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 199 52 264 A1 ist eine automatische Teleskopschiebetüranlage bekannt, mit einem elektrischen Antriebsmotor,
mit einem umlaufenden, über Umlenkrollen geführten Riemen als Zugelement und mit durch
den Antriebsmotor angetriebenen, in Laufschienen an Rollenwagen geführten Flügeln.
Die Umlenkrollen des Zugelements sind in Halterungen angeordnet, die in einer Aufnahmenut
des Laufschienenprofils, vorzugsweise durch Klemmbefestigung, fixiert sind.
[0003] Üblicherweise wird der Riemen durch ein manuelles Verschieben und Klemmen der Halterungen
der Umlenkrollen bewirkt, indem die Umlenkrolle manuell auf Zug gehalten und durch
Anziehen einer Klemmschraube festgelegt wird. Nachteilig ist dabei nur ein unzureichendes,
undefiniertes Spannen des Zugelements möglich.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spannvorrichtung dahingehend zu verbessern,
dass ein einfaches Spannen des Zugelements mit einer definierten Zugspannung möglich
ist.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
[0007] Die Spannvorrichtung ist sowohl an manuellen als auch an automatischen Schiebetüranlagen
mit mindestens einem Schiebeflügel verwendbar. Es können auch zwei Schiebeflügel vorgesehen
sein, welche sich gegenläufig bewegen. In anderer Ausgestaltung können zwei gleichläufige
Schiebeflügel vorgesehen sein, wie es bei Teleskopschiebetüranlagen gebräuchlich ist.
Dabei sind zwei Führungsschienen nebeneinander angebracht, wobei in der ersten Führungsschiene
ein Flügel sowie die Spannvorrichtung und die Umlenkrollen angeordnet sind, und in
der zweiten Führungsschiene ist der zweite Schiebeflügel lediglich geführt, jedoch
mit dem Zugelement des ersten Flügels verbunden.
[0008] Die Schiebeflügel sind an einem Zugelement, beispielsweise einem Seil oder einem
Riemen, das um zwei Umlenkrollen geführt ist, längs der Erstreckung der Führungsschiene
an in der Führungsschiene geführten Rollenwagen verschiebbar angeordnet. Dabei ist
eine Umlenkrolle in der Führungsschiene festgelegt, während eine längs der Erstreckung
der Führungsschiene verstellbare Umlenkrolle der Spannvorrichtung zugeordnet ist,
um das Einstellen der Spannung des Zugelements zu ermöglichen.
[0009] Die Spannvorrichtung besteht aus einer Umlenkeinheit, welche die Umlenkrolle umfasst,
und einer Spanneinheit. Die Umlenkeinheit wird für sich alleine auch für die weitere,
zweite Umlenkung des Zugelements genutzt.
[0010] Vorteilhaft weisen die Umlenkeinheit und die Spanneinheit den gleichen Grundkörper
auf, welcher kostengünstig als Spritzguss- oder Druckgussteil hergestellt ist. Der
Grundkörper ist mit verschiedenen Bohrungen, Aussparungen und Aufnahmen versehen,
die je nach Nutzung des Grundkörpers für eine Umlenkeinheit oder für eine Spanneinheit
mit den entsprechenden Bauteilen bestückt werden oder auch ungenutzt bleiben.
[0011] Mit der Spannvorrichtung kann nach Festlegung der Spanneinheit in der Führungsschiene
mittels eines in der Spanneinheit angeordneten, selbsthemmenden Getriebes aus Spindelmutter
und Spindel, das Zugelement gespannt werden, indem die Spindel auf die Umlenkeinheit
der Spannvorrichtung, diese längs der Erstreckung der Führungsschiene verschiebend,
einwirkt. Dabei kann die Spindelmutter vorteilhaft mittels eines gebräuchlichen Einstellwerkzeugs,
beispielsweise eines Kreuzschlitzschraubendrehers, dessen Klinge in eine korrespondierende
Verzahnung der Spindelmutter eingreift, gedreht werden.
[0012] Um temperaturbedingte Längenänderungen des Zugelements und/oder der Führungsschiene
sowie eine mögliche alterungsbedingte Dehnung des Zugelements auszugleichen, kann
in der Umlenkeinheit eine Federanordnung vorgesehen sein, die auf der Gewindespindel
der Spannvorrichtung abgestützt ist. Damit können auch Zugspannungsänderungen, welche
durch Lastwechsel bei einer Richtungsänderung der Flügelbewegung verursacht werden,
ausgeglichen werden. Durch die Auswahl der Feder ist eine definierte Zugspannung für
das Zugelement wählbar.
[0013] Um die Umlenkeinheit, insbesondere bei einer Nutzung derselben unabhängig von der
Spannvorrichtung an unzugänglichen Stellen der Führungsschiene, beispielsweise innerhalb
einer Wandtasche, anzuordnen und festzulegen, kann die Umlenkeinheit indirekt über
einen in einer Nut der Führungsschiene anordenbaren Schieber, der mit der Umlenkeinheit
verbunden ist, im zugänglichen Bereich der Führungsschiene festgelegt werden.
[0014] Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel in der Zeichnung anhand der Figuren
näher erläutert.
[0015] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht auf einen Ausschnitt einer geschnitten dargestellten Führungsschiene
mit Spannvorrichtung und einem an einem Rollenwagen aufgehängten Schiebeflügel;
- Fig. 2
- eine Ansicht auf die Stirnseite der Laufschiene mit Blick auf die Umlenkeinheit der
Spannvorrichtung, wobei der Schiebeflügel und dessen Aufhängung nicht dargestellt
sind;
- Fig. 3
- den Grundkörper von Umlenkeinheit und Spanneinheit;
- Fig. 4
- den Grundkörper von Umlenkeinheit und Spanneinheit im Schnitt;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der Umlenkeinheit;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht der Umlenkeinheit im Teilschnitt;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht der Spanneinheit;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht der Spanneinheit im Teilschnitt;
- Fig. 9
- ein Schrägbild des Teilschnitts der Spanneinheit gemäß Fig. 8;
- Fig. 10
- einen Teilschnitt der Spanneinheit mit angesetztem Spannwerkzeug;
- Fig. 11
- ein Teilschnitt der Spanneinheit mit Umlenkeinheit und Spanneinheit in Wirkverbindung.
[0016] In Fig. 1 ist eine Seitenansicht auf eine Spannvorrichtung 1, umfassend eine erste
Umlenkeinheit 2 und eine Spanneinheit 3, für eine Schiebetüranlage mit mindestens
einem Schiebeflügel 4 gezeigt. Der Schiebeflügel 4 ist über eine Aufhängung mit einem
Rollenwagen 5 in einer Führungsschiene 6, die beispielsweise an einer Wand oder der
Decke eines Gebäudes festlegbar ist, verschiebbar geführt. Der Schiebeflügel 4 weist
an seiner Oberseite in bekannte Weise, in der Fig. 1 nicht weiter dargestellt, meist
zwei oder mehrere Rollenwagen 5 mit der zugeordneten Aufhängung auf, um den Schiebeflügel
4 zuverlässig in der Führungsschiene 6 zu halten und zu führen. Weiterhin ist der
Schiebeflügel 4 mit einem Zugelement 7 verbunden, welches um Umlenkrollen 8 umlaufend
geführt ist und dessen Enden mit einem in den Figuren nicht dargestellten Verbindungselement,
beispielsweise einer Band- oder Seilklemme, verbunden sind. Alternativ kann anstelle
eines offenen Zugelements 7 auch ein geschlossenes, endloses Zugelement 7 verwendet
werden, wie es insbesondere bei Riemen gebräuchlich ist.
[0017] Eine der Umlenkrollen 8 ist an der ersten Umlenkeinheit 2, welche der Spannvorrichtung
1 zugeordnet ist, angeordnet, wie es in Fig. 1 gezeigt ist. Die weitere Umlenkrolle
8, welche andernends der Führungsschiene 6 zur Umlenkung des Zugelements 7 dient und
die hier nicht weiter dargestellt ist, kann an einer zweiten Umlenkeinheit 2 angeordnet
sein, die vorzugsweise identisch mit der ersten Umlenkeinheit 2 der Spannvorrichtung
1 ausgebildet ist.
[0018] In Fig. 2 ist eine stirnseitige Ansicht auf die Umlenkeinheit 2 gezeigt, wobei der
Schiebeflügel 4 mit dessen Aufhängung am Rollenwagen 5 sowie das Zugelement 7 der
Übersicht halber nicht dargestellt sind. Die Umlenkeinheit 2 und die Spanneinheit
3 weisen denselben, in den Fig. 3 und 4 gezeigten Grundkörper 9 auf, wobei der Grundkörper
9 beiderseits Stege 10 aufweist, welche eine Aufnahme für die Schenkel 11 der C-förmigen,
nach unten offenen Führungsschiene 6 bilden. Die Schenkel 11 der Führungsschiene 6
bilden auch die Laufstege für den Rollenwagen 5. Die Stege 10 dienen der Führung der
Umlenkeinheit 2 und der Spanneinheit 3 sowie auch der klemmenden Festlegung der Spanneinheit
3 bzw. der Umlenkeinheit 2, bei deren Nutzung als separate, zweite Umlenkeinheit 2
ohne Spanneinheit 3, in der Führungsschiene 6, wie es im Folgenden noch näher erläutert
wird. Weiterhin ist am Grundkörper 9 ein Fortsatz 12 vorgesehen, der bei einer Verwendung
des Grundkörpers 9 für die Umlenkeinheit 2 das Zugelement 7 gegen Abspringen aus der
Umlenkrolle 8 sichert.
[0019] In der Fig. 2 sind weiterhin noch eine Spindelaufnahme 14 und ein Führungssteg 34
gezeigt, welche bei der Umlenkeinheit 2 nicht genutzt werden und nachfolgend zur Spanneinheit
3 beschrieben sind.
[0020] Der Grundkörper 9 ist als Spritzguss- oder Druckgussteil hergestellt und weist von
seiner Kontur möglichst gleichmäßige Wandstärken für einen optimierten Materialfluss
bei der Herstellung auf. Der Grundkörper 9 weist dabei alle Bohrungen 19, 24, Aussparungen
22 und Aufnahmen 14, 15, 16, 18, 20 auf, die sich aus der universellen Nutzung als
Umlenkeinheit 2 oder als Spanneinheit 3 ergeben, wobei nur die jeweils die benötigten
Bohrungen 19, 24, Aussparungen 22 und Aufnahmen 14, 15, 16, 18, 20 genutzt werden.
[0021] In den Fig. 5 und 6 ist der zur Umlenkeinheit 2 ergänzte Grundkörper 9 gezeigt. Dabei
ist in der Mutternaufnahme 20 eine Mutter 25 angeordnet, wobei die Mutternaufnahme
20 die Mutter 25 durch ihre seitlichen Flanken gegen Verdrehen sichert. Die Umlenkrolle
8 ist, beispielsweise mit einem Kugel- oder Rollenlager, drehgelagert auf einer Befestigungsschraube
26 angeordnet, die in die Bohrung 19 eingesetzt in die Mutter 25 eingreift. Die Umlenkrolle
8 ist dadurch am Aufnahmezapfen 13 abgestützt. Weiterhin ist eine Feder 27 in die
Federaufnahme 15 eingesetzt, wobei die Feder 27 noch in die Pufferaufnahme 16 hineinragt.
Die Feder 27 ist im Grundkörper 9 durch einen in einer Nut 17 in der Pufferaufnahme
16 anordenbaren Sicherungsring 28 gesichert. Vorteilhaft stützt sich die Feder 27
auf einer Federscheibe 29 an dem Sicherungsring 28 ab, auf welche die Spanneinheit
3 einwirkt.
[0022] Wird die Umlenkeinheit 2 nicht in Verbindung mit der Spanneinheit 3 zur Ausbildung
einer Spannvorrichtung 1 verwendet, sondern nur als Träger für die Umlenkrolle 8 genutzt,
kann auf die Montage der Feder 27 mit Federscheibe 29 und Sicherungsring 28 kostengünstig
verzichtet werden.
[0023] Im Grundkörper 9 der Spanneinheit 3, wie diese in den Fig. 7 bis 9 im Detail gezeigt
ist, ist eine Gewindespindel 30 mit einem Kopf 31 angeordnet. Mit der Gewindespindel
30 steht die Spindelmutter 32 im Eingriff, die in die Spindelmutternaufnahme 18 im
Grundkörper 9 eingesetzt ist. Die Gewindespindel 30 weist eine Längsnut 33 auf, in
welche der am Grundkörper 9 angeordnete, in die Spindelaufnahme 14 hineinragende Führungssteg
34 eingreift, um die Gewindespindel 30 gegen Verdrehen zu sichern, so dass eine Drehung
der Spindelmutter 32 eine Längsbewegung der Gewindespindel 30 bewirkt.
[0024] Weiterhin ist in der Pufferaufnahme 16 der Spanneinheit 3 ein elastischer Puffer
35 eingesetzt, der so ausgebildet ist, dass er aufgrund seiner Elastizität durch Eindrücken
in der Pufferaufnehme 16 klemmend fixiert ist. Der Puffer 35 dämpft die Endlage des
Rollenwagens 5, wobei durch die Positionierung der Spanneinheit 3 auch die Schließlage
des Schiebeflügels 4 festlegbar ist.
[0025] Zur Festlegung der Spanneinheit 3 in der Führungsschiene 6 ist ebenfalls eine Befestigungsschraube
26 in der Bohrung 19 angeordnet, welche in die verdrehsicher in die Mutternaufnahme
20 eingesetzte Mutter 25 eingreift. Durch Anziehen der mit ihrem Kopf am Aufnahmezapfen
13 anliegenden Befestigungsschraube 26 können die aufgrund der am Grundkörper 9 vorgesehenen
Aussparung 22 elastisch federnden Stege 10 in Richtung auf den Anschlagzapfen 23 verformt
werden, wodurch die Stege 11 der Führungsschiene 6 klemmend umgriffen sind.
[0026] In den Fig. 9 und 10 ist die Längsverstellung der Gewindespindel 30 gezeigt. Die
Spindelmutter 32 weist eine Verzahnung 36 auf, die so beschaffen ist, dass diese mit
einem gebräuchlichen Einstellwerkzeugs 37, beispielsweise einem Kreuzschlitzschraubendreher
mit einer PZ- oder PH- Klinge, korrespondiert und ein Winkelgetriebe bildet. Mittels
des in die Werkzeugaufnahme 21 einsetzbaren Einstellwerkzeugs 37 ist die Gewindespindel
30 mit dem Kopf 31 über den Grundkörper 9 hinaus verstellbar, wobei aufgrund der Steigung
des Gewindes die Gewindespindel 30 selbstsichernd mit der Spindelmutter 32 zusammenwirkt,
so dass eine Druck- oder Zugeinwirkung von außen auf die Gewindespindel 30 keine Längsverstellung
der Gewindespindel 30 bewirkt.
[0027] In der Fig. 11 ist die in Fig. 1 gezeigte Spannvorrichtung 1 in Wirkstellung im Teilschnitt
gezeigt. Wie es der Fig. 1 zu entnehmen ist, ist die Umlenkeinheit 2 au-βenliegend,
d.h. dem Ende der Führungsschiene 6 zugewandt, und die Spanneinheit 3 innenliegend
angeordnet. Das Zugmittel 7 ist auf der Umlenkrolle 8 geführt.
[0028] Die Umlenkeinheit 2 und die Spanneinheit 3 sind nach dem Einsetzen in die Führungsschiene
6 noch frei in dieser verschiebbar. Die Gewindespindel 30 mit dem Kopf 1 der Spannvorrichtung
1 ist dabei entsprechend der Darstellung in Fig. 8 durch Drehen der Spindelmutter
32 mit dem Einstellwerkzeug 37 so eingestellt, dass die Gewindespindel 30 im Grundkörper
9 eingezogen ist und der Kopf 31 am Grundkörper 9 der Spanneinheit 3 anliegt, um den
maximalen Hub der Gewindespindel zum Spannen des Zugelements 7 nutzen zu können.
[0029] Zunächst kann die Schließlage des Schiebeflügels 4 festgelegt werden, indem das Spannelement
3 so positioniert wird, dass der Rollenwagen 5 am Puffer 35 des Spannelements 3 anliegt,
wie es in der Fig. 1 gezeigt ist. Durch Anziehen der Befestigungsschraube 26 am Spannelement
3 wird dieses durch die elastische Verformung der Stege 10 klemmend in der Führungsschiene
6 festgelegt.
[0030] Zum Spannen des Zugelements 7 wird zunächst das in der Fig. 1 nicht gezeigte, andernends
der Führungsschienen 6 angeordnete zweite Umlenkelement 2 in Richtung auf das Ende
der Führungsschiene 6 verschoben, bis eine gewünschte Vorspannung des Zugelements
7 erreicht ist. Durch Anziehen der Befestigungsschraube 26 an diesem zweiten Umlenkelement
2 wird dieses ebenfalls durch die elastische Verformung der Stege 10 klemmend in der
Führungsschiene 6 festgelegt. Das Zugelement 7 ist nun durch das an der Führungsschiene
6 festgelegte, zweite Umlenkelement 2 und durch das erste Umlenkelement 2, das an
der klemmend in der Führungsschiene 6 festgelegten Spanneinheit 3 abstützt ist, vorgespannt.
[0031] Durch die Vorspannung des Zugelements 7 ist die erste Umlenkeinheit 2 in Richtung
auf das bereits in der Führungsschiene 6 festgelegte Spannelement 3 mit einer Kraft
beaufschlagt, wodurch der Kopf 31 der Gewindespindel 30 an der Federscheibe 29 der
ersten Umlenkeinheit 2 anliegt und gegen die Feder 27 abgestützt ist. Je nach Federstärke
und Vorspannung kann die Feder 27 durch die Vorspannung bereits komprimiert sein,
wodurch der Kopf 31 möglicherweise so weit in die erste Umlenkeinheit 2 eingreift,
dass die Grundkörper 9 von Umlenkeinheit 2 und Spanneinheit 3 aneinander anliegen.
[0032] Im Folgenden kann die gewünschte endgültige Spannung des Zugelements 7 durch Betätigung
des Spannelements 3 erfolgen. Dabei wird mittels des Einstellwerkzeuges 37 die Spindelmutter
32 so gedreht, dass die Gewindespindel 30 ausfährt. Der sich über die Federscheibe
29 auf der Feder 27 abstützende Kopf 31 verschiebt dabei die erste Umlenkeinheit 2
weiter in Richtung auf das Ende der Führungsschiene 6. Durch die Feder 27 besteht
eine definierte Zugspannung für das Zugelement 7. Denkbar ist es auch, die Feder 27
anderweitig anzuordnen, beispielsweise durch eine federnde Lagerung der Gewindespindel
30 mit der Spindelmutter 32 oder einer federnden Abstützung des Kopfes 31 an der Gewindespindel
30.
[0033] Selbstverständlich ist auch eine umgekehrte Vorgehensweise möglich, wenn beispielsweise
die Position des Schiebeflügels 4 andernends an der zweiten Umlenkeinheit 2 maßgeblich
ist, so wird die Anlage des Rollenwagens 5 am Puffer 35 der zweiten Umlenkeinheit
2 eingestellt und die zweite Umlenkeinheit 2 zuerst in de Führungsschiene 6 festgelegt.
Sodann erfolgt die Einstellung der Vorspannung des Zugelements 7 durch die Positionierung
und Festlegung des ersten Umlenkelements 2 der Spannvorrichtung 1 mit anschließender
Einstellung der endgültigen Spannung des Zugelements 7 durch Einstellen der Gewindespindel
30 in gleicher Weise wie vorbeschrieben.
[0034] Eine weitere Möglichkeit, die Umlenkeinheit 2 in der Führungsschiene 6 festzulegen,
ist durch die Sacklochbohrungen 24 im Grundkörper 9 gegeben. Bei einer Anordnung des
Schiebeflügels 4 in einer sogenannten Wandtasche, wobei der Schiebeflügel 4 in Offenstellung
der Tür sich verdeckt in der Wand befindet, ist die innerhalb der Wandtasche angeordnete
Umlenkeinheit 2 nicht mehr zugänglich.
[0035] Um die Umlenkeinheit 2 innerhalb der Wandtasche zu positionieren und festzulegen,
kann in einer Nut 38 der Führungsschiene 6 ein Schieber angeordnet werden, der mit
wenigstens einem senkrecht zum Schieber angeordneten Stift in wenigstens eine der
Sacklochbohrungen 24 eingreift. Der in der Nut 38 der Führungsschiene 6 verschiebbar
aufgenommene Schieber ist dabei so lang ausgebildet, dass sich sein von der Umlenkeinheit
2 abgewandtes Ende im zugänglichen Bereich der Führungsschiene 6 außerhalb der Wandtasche
befindet. An diesem Ende kann beispielsweise eine Klemmschraube vorgesehen sein, mit
der der Schieber und somit auch die Umlenkeinheit 2 in der Führungsschiene 6 festlegbar
ist.
[0036] Vorteilhaft werden durch die Spannvorrichtung 1 aufgrund der Abstützung der Spanneinheit
3 auf der Feder 27 der Umlenkeinheit 2 beispielsweise temperaturbedingte Längenänderungen
des Zugelements 7 und/oder der Führungsschiene 6 bzw. Längenänderungen durch Dehnung
des Zugelements 7 kompensiert. Weiterhin kann die Feder 27 auch durch Lastwechsel,
beispielsweise beim Reversieren des Schiebeflügels, entstehende Zugspannungsänderungen
kompensieren. Aufgrund der Auswahl einer Feder 27 mit einer definierten Federkonstante
ist eine bestimmte Spannung des Zugelements 7 für den Betrieb wählbar.
Liste der Referenzzeichen
[0037]
- 1
- Spannvorrichtung
- 2
- Umlenkeinheit
- 3
- Spanneinheit
- 4
- Schiebeflügel
- 5
- Rollenwagen
- 6
- Führungsschiene
- 7
- Zugelement
- 8
- Umlenkrolle
- 9
- Grundkörper
- 10
- Steg
- 11
- Schenkel
- 12
- Fortsatz
- 13
- Aufnahmezapfen
- 14
- Spindelaufnahme
- 15
- Federnaufnahme
- 16
- Pufferaufnahme
- 17
- Nut
- 18
- Spindelaufnahme
- 19
- Bohrung
- 20
- Mutternaufnahme
- 21
- Werkzeugaufnahme
- 22
- Aussparung
- 23
- Anschlagzapfen
- 24
- Sacklochbohrung
- 25
- Mutter
- 26
- Befestigungsschraube
- 27
- Feder
- 28
- Sicherungsring
- 29
- Federscheibe
- 30
- Gewindespindel
- 31
- Kopf
- 32
- Spindelmutter
- 33
- Längsnut
- 34
- Führungssteg
- 35
- Puffer
- 36
- Verzahnung
- 37
- Einstellwerkzeug
- 38
- Nut
1. Spannvorrichtung (1) für ein Zugelement (7) eines in einer Führungsschiene (6) verschiebbar
angeordneten Schiebeflügels (4), wobei das Zugelement (7) um Umlenkrollen (8) geführt
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spannvorrichtung (1) aus einer Umlenkeinheit (2) und einer Spanneinheit (3) gebildet
ist, wobei die längs der Führungsschiene (6) verschiebbare Umlenkeinheit (2) der Spannvorrichtung
(1) mit einer Feder (27) auf einer Gewindespindel (30) der in der Führungsschiene
(6) festgelegten Spanneinheit (3) abgestützt ist.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (27) inder Umlenkeinheit (2) angeordnet ist und die Feder (27) die Gewindespindel
(30) der Spanneinheit (3) abstützt.
3. Spannvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (30) mit einer Spindelmutter (32) ein selbsthemmendes Getriebe
bildet.
4. Spannvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Spindelmutter (32) eine Verzahnung (36) zum Eingriff eines Einstellwerkzeugs
(37) angeordnet ist.
5. Spannvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellwerkzeug (37) ein Kreuzschlitzschraubendreher ist, wobei die Verzahnung
(36) der Spindelmutter (32) mit der Verzahnung der Klinge des Kreuzschlitzschraubendrehers
korrespondierend ausgebildet ist.
6. Spannvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkeinheit (2) und die Spanneinheit (3) identische Grundkörper (9) aufweisen.
7. Spannvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Grundkörper (9) einteilig als Spritzguss- oder Druckgussteil ausgebildet sind
und alle Bohrungen (19, 24), Aussparungen (22) und Aufnahmen (14, 15, 16, 18, 20)
aufweisen, die sich aus der Nutzung als Umlenkeinheit (2) oder als Spanneinheit (3)
ergeben.
8. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (9) eine Aussparung (22) und wenigstens einen Steg (10) aufweist,
wobei der Steg (10) durch die Aussparung (22) bedingt zur Klemmung des Grundkörpers
(9) in der Führungsschiene (6) elastisch verformbar ist.
9. Spannvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in einer Nut (38) der Führungsschiene (6) ein Schieber anordenbar ist, der einerends
mit dem Grundkörper (9) verbindbar ist und andernends in der Führungsschiene (6) festlegbar
ist.