[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Leuchtmittel, insbesondere ein LED-basiertes
Leuchtmittel, mit einer Kühlung.
[0002] Bei LED-basierten Leuchtmitteln erzeugen die LEDs (LED: Licht emittierende Dioden)
eine hohe Abwärme, die an einem konzentrierten Ort entsteht. Üblicherweise werden
zur Kühlung daher große Kühlkörper verwendet. Klassische Glühbirnen haben jedoch höhere
Verlustleistungen und damit einen schlechteren Wirkungsgrad als LED Lampen. Bei Glühbirnen
wird die Verlustleistung üblicherweise in Form von Wärmestrahlung abgeführt. Bei LED-Leuchtmitteln
wird eine starke Wärme erzeugt, die aber nicht abgestrahlt werden kann und daher abgeführt
werden muss.
[0003] Ein Problem der Kühlung sind die Abmessungen von Kühlkörpern, welche die Abmessungen
der Leuchtmittel stark vergrößern und daher den Einsatz von LED-Leuchtmitteln als
Retrofit-Technologie verhindern. Damit ist es nicht möglich, bisherige Lampengehäuse
mittels Retrofit-Technologie technisch verbessert wiederzuverwenden.
[0004] In der Druckschrift "
RYAN AHEARN, Active cooling can boost lumen output in LED lighting, thermal ACTIVE
COOLING, LEDs Magazine, PennWell Corporation, June 2011" ist eine LED-Kühlung mittels synthetisch erzeugtem Luftstrom beschrieben. Hierbei
wird ähnlich einer Membranpumpe eine Membran zyklisch ausgelenkt. Gleichzeitig verfügt
die Kavität unter der Membran über eine kleine und eine große Öffnung. Die Luft wird
langsam eingesaugt und ruckartig ausgestoßen. Aufgrund der unterschiedlichen Durchmesser
der Öffnungen und dem damit unterschiedlichen Strömungswiderstand strömt die Luft
vorzugsweise aus dem großen Loch heraus. Diese strömende Luft wird über eine Fläche
geleitet, die thermisch leitend mit den LEDs verbunden ist. Damit kann kontinuierlich
Wärme in Form von warmer Luft von einem verhältnismäßig kleinen Kühlkörper abgeführt
werden. Die Zyklusfrequenz der Membran beträgt ca. 30 bis 200 Pulse pro Sekunde. Die
Kühlung ist daher nicht kontinuierlich.
[0005] Aufgrund des Membranprinzips können jedoch zudem keine großen Luftmengen bewegt werden.
Auch wird beim langsamen Ansaugen immer unerwünscht auch warme Luft wieder angesaugt.
Für das Ansaugen wird auch mehr Zeit als für das Ausstoßen benötigt, was ebenfalls
nachteilig ist. Die Menge an Wärme, die pro Zeiteinheit abgeführt werden kann, ist
daher beschränkt. Auch sitzt die Membran zwischen den LEDs und dem Vorschaltmodul,
was die Integration und Fertigbarkeit behindern kann. Zudem entstehen durch die zyklische
Aktuation der Membran auditiv wahrnehmbare Störgeräusche im Bereich von 30 bis 200
Hz, die problematisch für die Akzeptanz durch die Konsumenten sein können. Solche
Störgeräusche sind z.B. bekannt von den Vorschaltgeräten der Leuchtstoffröhren. Diese
brummen oft mit 100 Hz, d.h. der zweifachen Netzfrequenz von 50 Hz.
[0006] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein effizientes Konzept zur Kühlung
von Leuchtmitteln zu schaffen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Die vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass das Wirkprinzip der Asynchronmaschine,
d.h. ein um einen Stator umlaufenden Rotor, der durch ein Drehfeld angetrieben wird
und beispielsweise als Käfigläufer ausgestaltet sein kann, für die Kühlung von Leuchtmitteln
Anwendung finden kann. Dazu kann die Konstruktion derart abgewandelt werden, dass
der Stator innen, also im Leuchtkörper, und der Rotor außen angeordnet ist. Konstruiert
man einen Rotor mit Luftschaufeln, die derart angeordnet sind, dass der durch sie
erzeugte Luftstrom über das Leuchtmittel geführt wird, so kann eine Kühlung mit hohem
Wirkungsgrad erreicht werden. Der Stator kann aber auch außerhalb des Leuchtkörpers
angeordnet sein.
[0009] Die Konstruktion von Läufer und Stator kann an übliche Leuchtmittel derart angepasst
werden, dass der Leuchtkörper den Stator bildet und ein geeignet dimensionierter Rotor
um den als Stator wirkenden Leuchtkörper umläuft, ohne die Dimensionen des Leuchtmittels
signifikant zu überschreiten. Da eine Asynchronmaschine sehr geräuscharm arbeitet,
ist auch eine derart konstruierte Kühlung des Leuchtmittels nahezu geräuschlos. Die
Geräuschentwicklung kann weiter durch eine unregelmäßige Anordnung der Luftschaufeln
reduziert werden. Hierdurch werden periodische Störgeräusche vermieden.
[0010] Gemäß einem Aspekt betrifft die Erfindung ein Leuchtmittel, mit einem Leuchtkörper,
wobei zur Kühlung des Leuchtkörpers zumindest eine um den Leuchtkörper herum rotierbare
Luftschaufel vorgesehen ist. Die jeweilige Luftschaufel kann als eine Lamelle gebildet
sein.
[0011] Die zumindest eine Luftschaufel erzeugt ventilatorartig einen Luftstrom, welcher
eine Außenoberfläche des Leuchtmittels beaufschlagt, wodurch das Leuchtmittel gekühlt
wird. Dadurch kann ein kontinuierlicher Luftstrom erzeugt werden, weil beispielsweise
ein Ansaugen, das bei Membranen vorkommt, ausgeschlossen ist. Dadurch kann eine permanente
Kühlung des Leuchtkörpers erreicht werden.
[0012] Aufgrund der Anordnung der zumindest einen Luftschaufel außerhalb des Leuchtkörpers
rotiert diese schneller mit zunehmendem Abstand von einer Längsachse des Leuchtkörpers.
Dadurch kann eine effiziente Kühlung erreicht werden.
[0013] Das Leuchtmittel lässt sich damit kostengünstig aufbauen. Es kann nur ein bewegliches
Bauteil aufweisen, das aus nur einem Werkstoff gefertigt werden kann, beispielsweise
nur aus Metall oder nur aus leitendem Kunststoff. Die Wärmeabfuhr ist bei geringen
Abmessungen sehr hoch. Die Bewegung der Luftschaufel macht sich akustisch nur durch
ein Rauschen und nicht durch einen periodischen Ton bemerkbar und wird daher als weniger
störend empfunden. Das Leuchtmittel weist nur geringe Abmessungen auf und ermöglicht
den Einsatz als Retrofit-Technologie und damit den Zugang zum Retrofit Markt.
[0014] Der Leuchtkörper kann aus Glas- oder Kunststoff aufgebaut und vorgesehen sein, Lichtemittierende
Elemente wie etwa LEDs oder OLEDs oder Halogenelemente zu behausen. Die Abwärme der
Licht-emittierenden Elemente wird über thermisch leitfähige Werkstoffe zum Luftstrom
geführt. Das Leuchtmittel kann jedoch ein anderes Leuchtmittel sein, dass Wärme erzeugt.
[0015] Der Leuchtkörper kann z.B. Glass- oder Kunststoffkörper sein, welcher ein Licht erzeugendes
Element, beispielsweise eine LED oder ein Halogenelement, umfasst.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform ist die Luftschaufel bezüglich einer Längsachse des Leuchtkörpers
schräg gestellt ist, um einen Luftstrom in Richtung der Längsachse zu erzeugen. Dadurch
wird eine Kühlung des Leuchtkörpers in Längsrichtung erreicht. Sind mehrere Luftschaufel
um den Leuchtkörper herum angeordnet, so sind diese ebenfalls schräggestellt, um ventilatorartig
einen Luftstrom entlang der Längsachse zu erzeugen.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel einen Antrieb und einen Rotor
zum Antreiben der zumindest einen rotierbaren Luftschaufel.
[0018] Der Antrieb kann seine Energie aus der gleichen Quelle beziehen, die zum Betreiben
des Leuchtmittels genutzt wird, beispielsweise dem Stromnetz oder einer Batterie.
[0019] Der Rotor kann kompakt aufgebaut sein. Die Luftschaufel dreht sich bevorzugt kontinuierlich,
so dass es zu keinen periodischen Störgeräuschen kommt, wie sie beim Ansaugen und
Ausstoßen von Luft bei Ventilmembranen auftreten können. Es sind ferner keine kontinuierlich
zu bewegenden Membranen notwendig, die vorzeitig altern könnten. Es erfolgt eine kontinuierliche
gleichmäßige Bewegung die sehr geräuscharm gestaltet ist. Ferner treten keine periodischen
Knackgeräusche auf, denn es ist nur eine Luftströmung zu hören, die den Höreindruck
eines Quasi-Rauschens vermittelt, jedoch nicht den eines periodischen Tons. Eine ungleichmäßige
Anordnung einer Mehrzahl von Luftschaufeln um den Leuchtkörper herum vermeidet zudem
störende Pfeifgeräusche.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform ist der Antrieb so ausgebildet, dass ein elektrisches
Drehfeld zum Antreiben des Rotors erzeugt wird. Somit können der Antrieb beispielsweise
im Inneren des Leuchtkörpers und der Rotor außerhalb des Leuchtkörpers, beispielsweise
als Außenkäfigläufer, angeordnet werden. Auf diese Weise kann das Wirkprinzip einer
Asynchronmaschine zum Antreiben des Rotors und damit der Luftschaufel übernommen werden.
[0021] Der Antrieb ist gemäß dieser Ausführungsform elektro-magnetisch und arbeitet dadurch
geräuscharm. Es entstehen insbesondere keine störenden Pumpgeräusche, wie sie beim
Einsatz von Ventilen hörbar sind.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform umfasst der Antrieb eine Mehrzahl von Spulen, welche
sequenziell erregbar sind. Hierzu kann der Antrieb eine Steuerungselektronik zur sequentiellen
Erregung der Spulen umfassen. Auf diese Weise wird ein umlaufendes Feld erzeugt, dass
den Rotor antreiben kann.
[0023] Die Steuerungselektronik zur Erregung der Spulen kann in einer gegebenenfalls bereits
vorhandenen Elektronik untergebracht werden, so dass das Leuchtmittel kostengünstig
herstellbar ist.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform ist der Antrieb innerhalb des Leuchtkörpers angebracht.
[0025] Damit kann der Aufbau kompakt ausgeführt sein, da keine Kabel aus dem Leuchtkörper
herausgeführt werden müssen. Die Größe des Leuchtmittels reduziert sich dadurch, so
dass es als Retrofit-Leuchtmittel in existierenden Gehäusen verwendbar ist.
[0026] Gemäß einer Ausführungsform ist der Rotor als Käfigläufer ausgebildet, der sich beim
Aktivieren des Antriebs um den Leuchtkörper herum dreht. Der Käfigläufer kann als
um den Leuchtkörper herum angeordneter Außenkäfigläufer ausgebildet sein.
[0027] Antriebe mit Käfigläufern, die beispielsweise beim Einsatz in Asynchronmaschinen
verwendet werden, haben eine lange Lebensdauer, sind wartungsarm, und zeigen keinen
Bürstenverschleiß wie beim Kurzschlussläufer. Sie sind kurzzeitig stark überlastbar,
beispielsweise bis über das zweifache Nennmoment hinaus, zeigen eine nahezu konstante
Drehzahl, es kommt zu keinem "Durchgehen" im Leerlauf, sie sind einsetzbar in explosionsgefährdeten
Bereichen, da keine Bürsten oder Schleifringe vorhanden sind, so dass Bürstenfeuer
oder Funkenbildung vermieden wird. Das Risiko einer Entzündung von Lampenschirmen
wird vermieden.
[0028] Ferner ist ein selbstständiger Anlauf möglich und die Herstellungskosten sind vergleichsweise
gering. Der Käfigläufer ist bevorzugt spannungslos und kann auch in Flüssigkeiten,
Gasen oder im Vakuum laufen. Ein Anlauf ist auch gegen hohe Gegenmomente ohne Hilfsmittel
möglich. Der Antrieb mit Käfigläufer ist sehr robust ausgeführt und weist eine hohe
Drehzahltauglichkeit auf, daher kommt es bei einem Betrieb mit einem Spannungsumformer
zu hoher Leistungsausbeute. Außerdem zeigt ein Antrieb mit Käfigläufer einen hohen
Wirkungsgrad im Feldschwachbereich.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform ist der Rotor zumindest teilweise aus einem elektrisch
leitenden Material gebildet, wobei der Rotor auf einem Kunststoffring oder auf einem
Kugellager gelagert ist.
[0030] Die Lagerung des Rotors auf einem Kunststoffring reduziert störende Geräusche.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel einen thermisch mit dem Leuchtkörper
gekoppelten Kühlkörper und die Luftschaufel ist dazu ausgelegt, einen Luftstrom durch
den Kühlkörper zu leiten, um den Kühlkörper zu kühlen.
[0032] Damit können sowohl die Elektronik als auch die LEDs dasselbe Entwärmungskonzept
nutzen. Geräusche entstehen im Wesentlichen nur durch den Luftstrom, nicht durch die
zyklische Aktuierung. Das heißt, das Geräusch ist eher rauschartig und nicht periodisch.
Dies wird psychoakustisch als weniger störend wahrgenommen.
[0033] Gemäß einer Ausführungsform sind der Kühlkörper und der Rotor in hintereinander angeordneten
Ringen angebracht, insbesondere mit gleichen Radien, um den Leuchtkörper herum angebracht
sind. Der Begriff "gleich" bezieht sich auf einen Toleranzbereich von 0%, 1%, 2%,
5% oder 10%.
[0034] Beim Zusammenbau des Leuchtmittels können die Elemente des Leuchtmittels wie die
LEDs, Kühlkörper, Elektronik und Stator des Lüfterrings somit eine Einheit bilden.
Der Lüfter ist nicht mehr eine separate Komponente. Dies verringert die Herstellungskosten
des Leuchtmittels.
[0035] Gemäß einer Ausführungsform ist zur Kühlung des Leuchtkörpers eine Vielzahl von um
den Leuchtkörper herum rotierbaren Luftschaufeln vorgesehen, die ungleichmäßig um
den Leuchtkörper herum angeordnet sind. Die Luftschaufeln können jedoch auch gleichmäßig
um den Leuchtkörper herum angeordnet sein.
[0036] Bei einer Vielzahl von Luftschaufeln verstärkt sich der Kühleffekt und der Wirkungsgrad
erhöht sich. Außerdem entsteht bei ungleichmäßiger Anordnung um den Leuchtkörper herum
kein periodischer Ton, der als besonders störend empfunden wird. Die Kühlung wird
dadurch besonders leise.
[0037] Gemäß einer Ausführungsform weisen die Luftschaufeln unterschiedliche Längen auf
und/oder sind aperiodisch um den Leuchtkörper herum angeordnet.
[0038] Dies ist besonders vorteilhaft für die Geräuschwahrnehmung, da sich bei aperiodischer
Anordnung kein sinusartiger Ton einstellt, der besonders störend wahrnehmbar ist,
sondern gegebenenfalls nur ein schlecht wahrnehmbares diffuses Rauschen.
[0039] Gemäß einer Ausführungsform sind die Luftschaufeln und der Rotor aus einem Stück
gebildet.
[0040] Die Luftschaufeln und der Rotor können so einfach gefertigt werden, beispielsweise
in einem Spritzgussverfahren. Die Luftschaufeln und der Rotor können aus Metall oder
aus einem leitenden Kunststoff kostengünstig hergestellt werden.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel einen Temperatursensor zur Erfassung
einer Temperatur des Leuchtkörpers.
[0042] Mit der Temperaturmessung kann geprüft werden, ob das Leuchtmittel im zulässigen
Temperaturbereich arbeitet und notfalls Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden.
[0043] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel eine Drehzahlsteuerung, die
ausgelegt ist, eine Drehzahl des Rotors abhängig von der erfassten Temperatur einzustellen.
[0044] Damit kann die Kühlung dann sehr energiearm, da angepasst an die Temperatur, arbeiten.
[0045] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel eine in dem Leuchtkörper angeordnete
LED beziehungsweise ein LED-Feld mit zumindest einer LED. Der Leuchtkörper kann jedoch
auch ein Halogenleuchtkörper sein.
[0046] LED-Felder sind aus LEDs aufgebaut, die je nach Datenblatt eine Lebensdauer von bis
zu 100.000 Stunden haben, die sie problemlos überschreiten können, wenn sie nicht
falsch oder ungeschützt beschaltet werden. Mit Gleichrichtern und stromkonstanten
Abwärtswandlern können LEDs verlustarm im optimalen Betriebszustand gehalten werden.
[0047] Gemäß einer Ausführungsform ist das Leuchtmittel ein Retrofit-Leuchtmittel. Das Leuchtmittel
kann eine Fassung zur Aufnahme des Leuchtkörpers aufweisen, wobei die Fassung als
E14 oder E27 Gewinde ausgeführt sein kann.
[0048] Das LED-basierte Leuchtmittel 100 kann in einem Retrofit Gehäuse mit klassischem
E14 oder E27 Gewinde hergestellt werden. Die von den LEDs erzeugte hohe Abwärme, die
an einem konzentrierten Ort entsteht, wird effizient an die Umgebung abgegeben. Das
Leuchtmittel 100 braucht keinen großen Kühlkörper und überschreitet damit nicht die
bisher üblichen Abmessungen für Leuchtmittel, z.B. der Glühlampe oder der Sparbirne,
und ermöglicht damit die Retrofit-Technologie. Die Kühlung des erfindungsgemäßen Leuchtmittels
ist effizient und sehr kostengünstig.
[0049] Weitere Ausführungsbeispiele werden Bezug nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Leuchtmittels gemäß einer Ausführungsform
in seitlicher Schnittansicht;
Fig. 2 eine schematische Darstellung des in Fig. 1 dargestellten Leuchtmittels in
vorderwärtiger Schnittansicht; und
Fig. 3 eine schematische Darstellung des in Fig. 1 dargestellten Leuchtmittels in
rückwärtiger Schnittansicht.
[0050] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Leuchtmittels 100 gemäß einer Ausführungsform
in seitlicher Schnittansicht. Das Leuchtmittel 100 umfasst einen Leuchtkörper 102
und eine um den Leuchtkörper 102 herum rotierbare Luftschaufel 104, die zur Kühlung
des Leuchtkörpers 102 vorgesehen ist. Die Luftschaufel 104 ist in den Fig. 2 und 3,
welche vorderwärtige und rückwärtige Schnittansichten des Leuchtmittels 100 zeigen,
noch einmal dargestellt.
[0051] Gemäß einer Ausführungsform weist das Leuchtmittel 100 einen Antrieb 118 auf, der
Mittel zum Erzeugen eines elektrischen Drehfeldes aufweist. Gemäß einer Ausführungsform
handelt es sich bei den Mitteln um eine Mehrzahl von Spulen 108 und eine Steuerungselektronik
110 zur sequentiellen Erregung der Spulen 108, um das Drehfeld zu erzeugen.
[0052] Gemäß einer Ausführungsform ist an der Außenseite des Leuchtmittels 100 ein Käfigläufer
als Rotor 106 ähnlich wie bei einer Asynchronmaschine angebracht. Der Unterschied
zur klassischen Asynchronmaschine ist der, dass der Stator bei dem Leuchtmittel 100
innen angeordnet ist, d.h. sich in dem Leuchtkörper 102 befindet, und der Rotor 106
außen angeordnet ist, nicht wie sonst üblich umgekehrt. Durch zyklische Ansteuerung
der Statorspulen 108 wird ein Drehfeld erzeugt, was den Außenkäfigläufer in Bewegung
versetzt.
[0053] Der Läufer bzw. Rotor 106 der Vorrichtung zur Erzeugung eines Luftstroms, welche
ein Lüfter zur Erzeugung eines beispielsweise kontinuierlichen Stroms sein kann, sitzt
außen am Tubus des Leuchtmittels 100 und nicht innen. Der Stator und der Rotor 106
sind daher gegenüber dem Aufbau der Asynchronmaschine vertauscht. Es gibt nur ein
bewegliches Teil, das außen am Leuchtmittel 100 sitzt und nicht innen.
[0054] Der Antrieb 118 arbeitet nach dem Prinzip der Asynchronmaschine, d.h. der Antrieb
118 erfolgt durch ein Drehfeld. Elektrisch gesehen entspricht der Antrieb 118 einem
Transformator. Die Ständerwicklung ist dabei die Primärseite und der Kurzschlussläufer
(Käfigläufer) die Sekundärseite. Der sich einstellende Strom hängt von der Drehzahl
ab. Der Läufer des Antriebs dreht sich immer langsamer als das Drehfeld an den Spulen
108 der Primärseite. Solange der Rotor 106 steht, also am Anfang, ist ein Transformator
mit sekundärseitigem Kurzschluss gegeben. Hierdurch entstehen hohe Ströme und starke
Magnetfelder. In diesem Anfahrbereich hat der Antrieb 118 einen schlechten Wirkungsgrad
und erwärmt sich stark. Sobald sich der Rotor 106 dreht und sich dem umlaufenden Drehfeld
anpasst, werden die Ströme kleiner. Gemäß einer Ausführungsform werden die hohen Anfahrströme
durch vorgeschaltete Anlasswiderstände gemindert. Die Drehzahl am Betriebspunkt wird
sich immer um einige Prozente unterhalb der zugehörigen Synchrondrehzahl einstellen.
Diese Differenz wird als Schlupf bezeichnet und ist belastungsabhängig. Gemäß einer
Ausführungsform ist die Nutenzahl von Stator und Rotor 106 unterschiedlich oder sind
die Nuten schräg zur Statorachse, d.h. zur Hauptstrahlrichtung des Leuchtmittels 100
angeordnet, um so eine Resonanz des Rotors 106 zu verhindern.
[0055] Gemäß einer Ausführungsform ist der Rotor 106 als Kurzschlussläufer mit einer Wicklung
aus massiven, gut leitfähigen Leiterstäben (Käfigläufer), die immer kurzgeschlossen
sind, realisiert. In der Massenfertigung kann das Blechpaket des Rotors 106 entweder
mit Nuten oder mit Löchern versehen werden, die danach mit Aluminium ausgegossen werden.
Damit werden gleichzeitig die Luftschaufeln 104 bzw. Lüfter-Flügel als Kühllamellen
mitgegossen. Im Betrieb fließen durch die Leiterstäbe vergleichsweise hohe Ströme
und erzeugen so zusammen mit den Eisenblechen starke Magnetfelder. Die Spannungen
sind jedoch so gering, dass keine besondere Isolation notwendig ist. Eine Sonderbauform
des Käfigläufers ist der Widerstandsläufer, in welchen die Leiterstäbe des Kurzschlusskäfigs
aus einem Material mit höheren spezifischen Widerstand hergestellt sind. Dadurch wird
ein höherer Schlupf und modifiziertes Anlaufverhalten erzielt.
[0056] Gemäß einer Ausführungsform umfasst der Antrieb 118 eine Steuerungselektronik 110.
Der Antrieb 118 kann einen hohen Einschaltstrom aufweisen. Ist der Einschaltstrom
nicht bekannt, kann man von etwa dem achtfachen Nennstrom ausgehen. Gemäß einer Ausführungsform
verwendet der Antrieb 118 ein Anlassverfahren mittels einer Stern-DreieckSchaltung.
Hierdurch wird die Anlaufleistung auf etwa ein Drittel herabgesetzt. Das Anlaufmoment
wird im gleichen Verhältnis reduziert. Mit dieser Schaltung wird der Antrieb 118 durch
Umsteuerung der Schütze nach der Hochlaufzeit mit in Stern geschalteten Wicklungssträngen
auf Dreieckbetrieb umgeschaltet. Gemäß einer Ausführungsform weist der Antrieb 118
einen oder mehrere Frequenzumrichter auf, um bei entsprechender Konfigurierung beziehungsweise
Programmierung den Antrieb 118 sanft und lastangepasst hochzufahren. Gemäß einer Ausführungsform
umfasst der Antrieb 118 einen Käfigläufer. Dabei wirkt sich beim Anlaufen der Skineffekt
günstig aus. Bei hohem Schlupf steigt die Elektronenkonzentration am Rand der Kurzschlussstäbe,
wodurch der Widerstand steigt. Sinkt die Frequenz wieder, sinkt auch der Widerstand.
Durch verschiedene Kurzschlussstabprofile wird erreicht, dass die Kennlinie sich dynamisch
mit der Drehzahl ändert. Der Antrieb 118 kann daher sehr geräuscharm und leistungseffizient
betrieben werden.
[0057] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel 100 ein in dem Leuchtkörper
102 angeordnetes LED-Feld 114. LEDs sind Bauelemente aus Halbleitern. Gemäß einer
Ausführungsform umfasst das Leuchtmittel 100 einen LED-Chip, in dem die Energie des
elektrischen Stroms bei relativ geringer Wärmeentwicklung in Lichtenergie umgewandelt
wird. Dabei wird ein sehr schmalbandiges Licht ausgesendet. Hierzu können einfarbige
LEDs mit den Farben rot, gelb, grün, orange eingesetzt werden. Gemäß einer Ausführungsform
wird zur Realisierung weißer LED entweder das Licht verschiedener Farb-LEDs überlagert
oder ein Teil des Lichts blauer LEDs mittels eines fluoreszierenden Leuchtstoffs in
gelbes Licht transformiert, das gemischt mit dem verbleibenden Blauanteil weißes Licht
ergibt.
[0058] Da die einzelnen LEDs im Vergleich zu Glüh- oder Xenon-Gasentladungslampen einen
geringen Lichtstrom aufweisen, werden gemäß einer Ausführungsform mehrere LEDs flächig
gebündelt in sogenannten LED-Modulen bzw. LED-Feldern 114 zusammengeschaltet. Gemäß
einer Ausführungsform wird dabei jede LED mit einer eigenen Bündelungsoptik versehen,
gemäß einer weiteren Ausführungsform wird eine Gesamtoptik für das gesamte Modul verwendet.
[0059] Zwischen dem LED-Feld 114 bzw. den LEDs 114 und der Elektronik bzw. dem Elektronik-Vorschaltgerät
110 sind keine beweglichen Teile angebracht. Das einzige, was sich an dem Leuchtmittel
100 bewegt, ist der Außenkäfigläufer. Alle anderen Teile sind statisch. Die geringe
Distanz zwischen den LEDs 114 und der Elektronik 110 verringert die Verluste bei der
Zuführung der Leistung von der Elektronik 110 zu den LEDs 114. Typischerweise haben
LEDs 114 sehr geringe Spannungen, so dass sich hohe Ströme ergeben. Die Länge der
Leitungen, die hohe Ströme führen, verringert sich somit. Damit werden Verluste und
Gewicht reduziert. Die LEDs 114 wie auch Bauelemente der Elektronik des Vorschaltgerätes
110 können den gleichen Kühlkörper 112 thermisch kontaktieren. Es sind keine separaten
Entwärmungskonzepte notwendig.
[0060] Eine kurze Verbindung zwischen dem Vorschaltgerät 110 und den LEDs 114 wirkt sich
auch günstig auf das EMV Verhalten aus. Häufig werden in Vorschaltgeräten für LEDs
Schaltregler eingesetzt, welche ein starkes Oberwellenspektrum der Ströme und Spannungen
zur Versorgung der LEDs aufweisen. Mit einer kurzen Leitung kann die Abstrahlung der
Störspektren reduziert werden.
[0061] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung des Leuchtmittels 100 in vorderwärtiger
Schnittansicht. Die Verlustwärme der LEDs 114 wird an den verhältnismäßig kleinen
Kühlkörper 112 abgegeben. Dieser leitet die Wärme an radial angebrachte Rippen. Durch
diese Rippen wird ein Luftstrom 120 geführt, wie in Fig. 1 detaillierter illustriert,
der durch die Luftschaufeln 104 im Käfigläufer erzeugt wird.
[0062] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung des Leuchtmittels 100 in rückwärtiger
Schnittansicht. Gemäß einer Ausführungsform werden Leistungstransistoren, wie sie
im Vorschaltgerät 110, das eine Elektronik bilden kann, zum Einsatz kommen, thermisch
mit dem gleichen Kühlkörper 112 kontaktiert, um die Wärme abzuführen. Durch den Kühlkörper
112 hindurch kann die Platte mit dem LED-Feld 114 einfach kontaktiert werden. Es befinden
sich keine beweglichen Teile zwischen Elektronik 110 und LEDs 114. Gemäß einer Ausführungsform
erfolgt die Erzeugung eines Drehfeldes durch sequentielle Ansteuerung der Statorspulen
108 sehr kostengünstig durch einen Kondensator zur Phasenverschiebung. Gemäß einer
Ausführungsform erfolgt die Erzeugung des Drehfeldes durch sequentielle Ansteuerung
der Statorspulen 108 sehr kostengünstig durch einen einfachen integrierten Schaltkreis.
[0063] Gemäß einer Ausführungsform ist der Außenkäfigläufer ganz aus Metall gefertigt, so
dass er einfach und kostengünstig herstellbar ist. Gemäß einer Ausführungsform ist
der Außenkäfigläufer auf einem Kunstststoffring 128 gelagert, was eine sehr kostengünstige
Lösung darstellt. Eine Lagerung des Außenkäfigläufers auf einem Kugellager ist nicht
erforderlich, da keine großen Kräfte zu übertragen sind. Dies mindert auch potenzielle
Geräusche.
[0064] Gemäß einer Ausführungsform sind der Kühlkörper 112 und der Rotor 106 in hintereinander
angeordneten Ringen mit im Wesentlichen gleichen Radien um den Leuchtkörper 102 herum
angebracht. Dadurch überschreitet der Durchmesser des Leuchtmittels 100 nicht den
Durchmesser eines herkömmlichen Leuchtmittels mit Kühlkörper, sondern der Durchmesser
ist sogar geringer, da aufgrund der Kühlung durch den Rotor 106 der Kühlkörper 112
kleiner sein kann, so dass sich sein Durchmesser verringert. Der Durchmesser 124 des
Leuchtmittels 100, der durch die am weitesten außen gelagerten Teile bestimmt wird,
d.h. den Rotor 106 und den Kühlkörper 112, ist nicht größer als der Durchmesser einer
Standard-Glühbirne, so dass das Leuchtmittel 100 sich aufgrund seines geringen Raumbedarfs
für den Retrofit-Einsatz eignet und herkömmliche Glühbirnen oder LED-Leuchmitteln
ersetzen kann.
[0065] Die Anzahl der für die Kühlung zu fertigenden Teile ist gering. Es sind keine kontinuierlich
zu bewegenden Membranen vorhanden, die vorzeitig altern könnten. Es erfolgt eine kontinuierliche
gleichmäßige Bewegung die sehr geräuscharm gestaltet ist. Es treten keine periodischen
Knackgeräusche auf. Es ist nur eine Luftströmung zu hören, die den Höreindruck eines
Quasi-Rauschens vermittelt, jedoch nicht den eines periodischen Tons. Eine nicht gleichmäßige
Anordnung des Profils führt zu Rauschen und vermeidet Pfeifgeräusche. Gemäß einer
Ausführungsform sind die Luftschaufeln nicht periodisch angeordnet. Dazu weist der
Leuchtkörper 102 eine Vielzahl von um den Leuchtkörper 102 herum rotierbare Luftschaufeln
104 auf, die ungleichmäßig um den Leuchtkörper 102 herum angeordnet sind. Gemäß einer
Ausführungsform haben die Luftschaufeln 104 unterschiedliche Längen und/oder sind
aperiodisch um den Leuchtkörper 102 herum angeordnet.
[0066] Gemäß einer Ausführungsform sind die Luftschaufeln 104 und der Rotor 106 aus einem
Stück ausgebildet, beispielsweise als ein Spritzgussteil gefertigt.
[0067] Gemäß einer Ausführungsform wird die Drehzahl des Rotors 106 der aktuellen Temperatur
entsprechend dynamisch angepasst. Dazu weist das Leuchtmittel 100 einen Temperatursensor
zur Erfassung der Temperatur des Leuchtkörpers 102 auf sowie eine Drehzahlsteuerung,
die eine Drehzahl des Rotors 106 abhängig von der erfassten Temperatur einstellt.
[0068] Gemäß einer Ausführungsform ist der Leuchtkörper 102 von einer Fassung 116 eingefasst,
die den Zweck hat, den Leuchtkörper 102 zu halten.
[0069] Gemäß einer Ausführungsform ist die Fassung 116 eine E14-Fassung oder eine E27-Fassung.
Als Fassung 116 oder Lampenfassung bzw. Lampensockel wird die mechanische Halterung
von Leuchtmitteln wie Glühlampen bzw. dem Leuchtkörper 102 bezeichnet, die auch den
elektrischen Kontakt herstellt. Dazu verfügt die Fassung 116 über einen Kontakt 126,
der an der Unterseite der Fassung 116 angebracht ist. Ein weiterer Kontakt kann über
die Fassung selbst, beispielsweise über ein Gewinde, realisiert werden. Damit sind
die Leuchtkörper 102 ohne Werkzeug austauschbar. Gemäß einer alternativen Ausführungsform
weist das Leuchtmittel 100 einen sockellosen Leuchtkörper mit freien Drahtenden auf.
Diese werden entweder direkt durch Löten oder Klemmen angeschlossen oder auch durch
ein Zusatzelement wie beispielsweise bei Lichterketten wieder steckbar gestaltet.
[0070] Gemäß einer Ausführungsform wird als Sockel bzw. Fassung 116 ein Edisongewinde verwendet.
Die Abmessungen des Edisongewindes sind nach DIN 40400 und auch in der IEC 60238:1998
genormt. Übliche Edisongewinde nach DIN 40400 sind beispielsweise E14, gebräuchlich
für Kerzenlampen bis 60 Watt und für Glüh- und Energiesparleuchtmittel bis 40 Watt
bei beispielsweise 230 V und E27 als gebräuchlichste Fassung für 230 V Glüh-und Energiesparleuchtmittel.
E14 hat einen Außendurchmesser von 14 mm, einen Kernlochdurchmesser von 12,5 mm und
eine Steigung von 2,82 mm. E27 hat einen Außendurchmesser von 27 mm, einen Kernlochdurchmesser
von 24,5 mm und eine Steigung von 3,62 mm. Weitere Alternativen für die Fassung 116
sind die Typen E5,5, E10, E11, E12, E16, E18, E33 und E40.
[0071] Gemäß einer Ausführungsform weist das Leuchtmittel 100 ein elektronisches Vorschaltgerät
110 auf. Das Vorschaltgerät 110 ist die zur Strombegrenzung bei Gasentladungslampen
und Leuchtstofflampen erforderliche Vorrichtung. Es kann als separates Bauelement
in der Leuchte eingebaut sein oder auch im Leuchtmittel 100, wie etwa bei den sogenannten
Energiesparlampen integriert sein. In diesem Fall kann das Leuchtmittel 100 unmittelbar
am Stromnetz betrieben werden. Vorschaltgeräte 110 können auch die bei manchen Lampen
erforderliche Zünd- und Starteinrichtung umfassen. Dabei können Impulse von einigen
hundert Volt bis mehrere kV und/oder eine Vorheizung der Kathoden bei Leuchtstofflampen
bewirkt werden. Konventionelle Vorschaltgeräte (KGV) bestehen aus einer Induktivität
oder Drossel, einem meist mit Kupferdraht bewickelten Eisenkern. Bedingt durch den
ohmschen Widerstand des Kupfers, die sogenannten Kupferverluste, und die Ummagnetisierungs-
und Wirbelstromverluste im Kern kommt es zu Wärmeentwicklung und Leistungsverlusten
von etwa 10-20 % der Lampenleistung. Die so genannten verlustarmen Vorschaltgeräte
(VVG) sind eine Weiterentwicklung der KVG. Die VVG zeichnen sich durch eine geringere
Verlustleistung aus. Sie weisen jedoch zum Teil größere Abmessungen als die KVGs auf
und sind aufgrund des Einsatzes von größeren Eisenpaketen und besseren Legierungen
in der Herstellung materialaufwendiger. Die Verluste werden durch einen größeren Wicklungsquerschnitt
und hochwertigere Kernwerkstoffe bzw. durch geringere magnetische Flussdichten verringert.
Konventionelle Vorschaltgeräte für Leuchtröhren und Kaltkathodenröhren sind Streufeldtransformatoren
und vereinen die Transformation der Netzspannung in eine hohe Spannung, d.h. einige
Kilovolt, sowie deren Strombegrenzung. Sie besitzen oft eine Einstellmöglichkeit für
den Strom in Form eines mechanisch veränderbaren magnetischen Nebenschlusses. Neben
KVG gibt es auch elektronische Vorschaltgeräte (EVG). Man unterscheidet Kaltstart-EVG
und Warmstart-EVG. Bei Warmstart gibt es noch einseitige und beidseitige Warmstarts.
Kaltstart-EVG zünden die Leuchtstoffröhre sofort nach dem Einschalten mit einer hohen
Spannung. Sie beanspruchen die Kathoden beim Start stark, daher reduziert sich die
Lebensdauer derartiger Leuchmittel. Bei Warmstart-EVG dagegen werden zuerst für einen
Zeitraum von etwa 0,5-2 Sekunden die Glühkathoden der Leuchtstoffröhre vorgeheizt
und dann erst gezündet. Die Start- und Zündvorgänge von EVG erfolgen im Gegensatz
zu konventionellen Vorschaltgeräten (KVG) mit konventionellem Starter flackerfrei.
Der Startvorgang ist dadurch meist merklich schneller als bei KVG.
[0072] Gemäß einer Ausführungsform ist das Leuchtmittel 100 ein Kompaktleuchtstoffleuchtmittel
mit einem integriertem elektronischem Vorschaltgerät 110 für 230 V Wechselspannung.
Dieses Kompaktleuchtstoffleuchtmittel weist wie Glühlampen einen Edison-Schraubsockel
des Typs E14 oder E27 auf. Im Ausland, so in Großbritannien und Irland, den USA, teilweise
auch in Frankreich, sind auch Bajonettsockel, d.h. Socket des Typs B15d und B22d,
gebräuchlich. Gemäß einer Ausführungsform ist die Fassung 116 ein Bajonettsockel,
insbesondere des Typs B15d oder B22d.
[0073] Gemäß einer Ausführungsform weist das Leuchtmittel 100 einen Stecksockel bzw. eine
Steckfassung auf. Stecksockel für Kompaktleuchtstofflampen mit in das Leuchtmittel
integriertem Starter verfügen über zwei Stifte. Zwischen den beiden Kontakten am Sockel
bzw. an der Fassung befindet sich ein länglicher, quaderförmiger Block aus Kunststoff,
der den Starter, d.h. einen Glimmzünder mit Entstörkondensator, enthält. Die Leuchte,
in die dieses Leuchtmittel eingesteckt wird, benötigt für den Betrieb ein konventionelles
Vorschaltgerät, umfassend eine 50-Hz-Drosselspule. Der Starter ist in das Leuchtmittel
integriert und wird bei jedem Wechsel mit ausgetauscht. Stecksockel für Kompaktleuchtstofflampen
ohne in das Leuchtmittel integriertem Starter verfügen über vier Stifte. Diese Version
enthält keinen Starter, sondern nur das Leuchtstoffleuchtmittel selbst. Alle vier
Heizdraht- beziehungsweise Kathodenanschlüsse sind herausgeführt. Sie ist schaltungstechnisch
äquivalent zu großen röhrenförmigen Leuchtstofflampen. Der Sockel ist relativ kurz
und daher kompakt. Die für diese Lampen geeigneten Leuchten können entweder mit elektronischen
oder mit konventionellen Vorschaltgeräten ausgestattet sein.
[0074] Gemäß einer Ausführungsform weist das Leuchtmittel 100 einen Röhrensockel auf. Der
Röhrendurchmesser von Leuchtstofflampen ist standardisiert. Die Zahl nach dem Buchstaben
"T" (T: Tube) steht dabei für Achtel Zoll, also 1/8 von 25,4 mm = 3,175 mm. Eine T5-Röhre
hat beispielsweise einen Durchmesser von 5/8 Zoll, das entspricht etwa 16 mm. Die
Stiftabstände der Sockel an beiden Enden der geraden Bauformen sind ebenfalls genormt.
Für unterschiedliche Röhrendurchmesser kommen hierbei zum Teil identische Sockel mit
beispielsweise gleichem Stiftabstand zum Einsatz. Durch diese Maßnahme passen T8-Röhren
in die Fassungen der älteren T12-Röhren und können diese ersetzen.
[0075] Gemäß einer Ausführungsform weist das Leuchtmittel 100 einen Röhrensockel auf. Der
Bajonettsockel wird auch als Swansockel bzw. Swanfassung bezeichnet. Er besteht aus
einem glatten Metallzylinder mit zwei abisolierten Erhebungen. Zum Befestigen wird
er zunächst eingeschoben und dann durch eine Drehung fixiert. Hierzu kann ein Bajonettverschluss
vorgesehen sein.
[0076] Gemäß einer Ausführungsform weist das Leuchtmittel 100 einen Stiftsockel bzw. einen
Bipin-Fußsockel auf. Die Bipin-Fuß-Normierung ist Standard bei Lampensockeln für Halogenlampen
und gehört zur IEC-Normierung. Bei kleineren Ausführungen, bei denen die Stifte dichter
zusammenstehen, spricht man auch von Mini-Bipin. Der Lampensockel hat hierbei zwei
Nuten, in die eine fassungsseitig eingebaute Feder einrasten kann.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 100
- Leuchtmittel
- 102
- Leuchtkörper
- 104
- Luftschaufel(n)
- 106
- Rotor
- 108
- Spule(n)
- 110
- Steuerungselektronik bzw. Vorschaltgerät
- 112
- Kühlkörper
- 114
- LED-Feld
- 116
- Fassung
- 118
- Antrieb
- 120
- Luftstrom
- 122
- Lampenschirm
- 124
- Durchmesser des Leuchtmittels
- 126
- Kontakt
- 128
- Kunststoffring
1. Leuchtmittel (100), mit einem Leuchtkörper (102), wobei zur Kühlung des Leuchtkörpers
(102) zumindest eine um den Leuchtkörper (102) herum rotierbare Luftschaufel (104)
vorgesehen ist.
2. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 1, wobei die Luftschaufel (104) bezüglich einer Längsachse
des Leuchtkörpers schräg gestellt ist, um einen Luftstrom in Richtung der Längsachse
zu erzeugen.
3. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 1 oder 2, das einen Antrieb (118) mit einem Rotor
zum Antreiben der zumindest einen Luftschaufel (104) umfasst.
4. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 3, bei dem der Antrieb (118) ausgebildet ist, ein
elektrisches Drehfeld zum Antreiben des Rotors zu erzeugen.
5. Leuchtmittel (100) nach einem der Ansprüche 3 oder 4, bei dem der Antrieb (118) eine
Mehrzahl von Spulen (108) aufweist, welche sequenziell erregbar sind.
6. Leuchtmittel (100) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, bei dem der Antrieb (118) innerhalb
des Leuchtkörpers (102) angebracht ist.
7. Leuchtmittel (100) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, bei dem der Rotor (106) als Käfigläufer,
insbesondere als um den Leuchtkörper (102) herum angeordneter Außenkäfigläufer, ausgebildet
ist.
8. Leuchtmittel (100) nach einem der Ansprüche 3 bis 7, bei dem der Rotor (106) aus einem
elektrisch leitenden Material gebildet und auf einem Kunststoffring (128) oder auf
einem Kugellager gelagert ist.
9. Leuchtmittel (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem thermisch mit
dem Leuchtkörper (102) gekoppelten Kühlkörper (112), wobei die Luftschaufel (104)
ausgelegt ist, einen Luftstrom (120) durch den Kühlkörper (112) zu leiten, um den
Leuchtkörper (102) zu kühlen.
10. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 9, wobei der Kühlkörper (112) und der Rotor (106)
in hintereinander angeordneten Ringen, insbesondere mit gleichen Ringradien, um den
Leuchtkörper (102) herum angebracht sind.
11. Leuchtmittel (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem zur Kühlung des
Leuchtkörpers (102) eine Vielzahl von um den Leuchtkörper (102) herum rotierbaren
Luftschaufeln (104) vorgesehen ist, die gleichmäßig oder ungleichmäßig um den Leuchtkörper
(102) herum angeordnet sind.
12. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 11, bei dem die Luftschaufeln (104) unterschiedliche
Längen aufweisen und/oder aperiodisch um den Leuchtkörper (102) herum angeordnet sind.
13. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, bei dem die Luftschaufeln (104)
und der Rotor (106) aus einem Stück gebildet sind.
14. Leuchtmittel (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Temperatursensor
zur Erfassung einer Temperatur des Leuchtkörpers (102).
15. Leuchtmittel (100) nach Anspruch 14, mit einer Drehzahlsteuerung, die ausgelegt ist,
eine Drehzahl des Rotors (106) abhängig von der erfassten Temperatur einzustellen.
16. Leuchtmittel (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Leuchtkörper
(102) ein LED-Feld (114) mit zumindest einer LED oder ein Halogenleuchtelement umfasst.
17. Leuchtmittel (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das ein Retrofit-Leuchtmittel
ist.