[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Dispergierung von Gas
in eine Flüssigkeit.
[0002] Die Dispergierung von Gasen in flüssigen Medien findet in der chemischen Industrie
beispielsweise bei Hydrierungen, Chlorierungen oder Oxidationen eine breite Anwendung.
Bei Fermentationen und der aeroben Abwasserreinigung ist der Sauerstoffeintrag von
wesentlicher Bedeutung. Auch bei der Schaumerzeugung findet eine Dispergierung von
Gas in einem flüssigen Medium statt. In der Lebensmitteltechnik werden Gase in hochviskosen
Flüssigkeiten dispergiert, um z.B. Cremes, Schaumgummi oder Schokolade mit luftgefüllter
poröser Struktur herzustellen (z.B. beschrieben in
WO02/13618A2).
[0003] Das Ziel einer Gasdispergierung ist der Eintrag von Gas in ein Fluid, vorzugsweise
in Form von möglichst kleinen Bläschen, um eine möglichst große Grenzfläche zwischen
gasförmiger und flüssiger Phase herzustellen. Je größer die Phasengrenzfläche ist,
desto höher ist nach dem ersten Fick'schen Gesetz der Stofftransport zwischen Gas
und Flüssigkeit.
[0004] Die Gasdispergierung erfolgt dabei häufig in zwei Schritten:
- 1. Einbringen des Gases in die Flüssigkeit in Form von Blasen
- 2. Zerteilen der Blasen
[0005] Die Art des Einbringens, im Allgemeinen über Düsen, Fritten oder Lochplatten, bestimmt
die Größenverteilung der Primärblasen. In dem Artikel "
Gasdispergierung in Flüssigkeiten durch Düsen bei hohen Durchsätzen" aus Chemie-Ingenieur-Technik,
28. Jahrgang 1956, Nr 6, Seiten 389 - 395 wird beispielsweise beschrieben, welchen Einfluss Parameter wie Düsenweite, Gasdurchsatz,
Viskosität und Grenzflächenspannung auf die Größenverteilung von Gasblasen, die beim
Hineinschießen eines Gasstrahls in eine Flüssigkeit aus einer Düse entstehen, haben.
Das Zerteilen der Blasen kann beispielsweise mittels eines dynamischen oder statischen
Mischers erfolgen. Während bei dynamischen Mischern die Homogenisierung einer Mischung
durch bewegte Organe wie z.B. Rührer erreicht wird, wird bei statischen Mischern die
Strömungsenergie des Fluids ausgenutzt: eine Fördereinheit (z.B. eine Pumpe) drückt
die Flüssigkeit durch ein mit statischen Mischereinbauten versehenes Rohr, wobei die
der Hauptströmungsachse folgende Flüssigkeit in Teilströme aufgeteilt wird, die je
nach Art der Einbauten gedehnt, geschert, miteinander verwirbelt und vermischt werden.
Der Vorteil bei der Verwendung von statischen Mischern liegt u. a. darin, dass keine
beweglichen Teile vorhanden sind.
[0006] Einen Überblick über verschiedene Typen von statischen Mischern gibt zum Beispiel
der Artikel
"Statische Mischer und ihre Anwendungen", M. H. Pahl und E. Muschelknautz, Chem.-Ing.-Techn.
52 (1980) Nr. 4, S. 285-291. Als Beispiele für statische Mischer seien SMX-Mischer (vgl. Patentschrift
US4062524) oder SMXL-Mischer (vgl. z.B. Patentschrift
US5520460) genannt. Sie bestehen aus zwei oder mehr zueinander senkrecht stehenden Gittern
von parallelen Blechstreifen, die an ihren Kreuzungspunkten miteinander verbunden
und in einem Winkel gegen die Hauptströmungsrichtung des Mischgutes angestellt sind,
um die Flüssigkeit in Teilströme zu teilen und zu mischen. Ein einzelnes Mischelement
ist als Mischer ungeeignet, da eine Durchmischung nur entlang einer Vorzugsrichtung
quer zur Hauptströmungsrichtung erfolgt. Deshalb werden üblicherweise mehrere Mischelemente,
die jeweils zueinander um 90° verdreht sind, hintereinander angeordnet.
[0007] Die Verwendung statischer Mischer zur Dispergierung von Gas in einer Flüssigkeit
ist bekannt. In
WO2005/103115A1 wird zum Beispiel die Verwendung eines statischen Mischers in einem Verfahren zur
Herstellung von Polycarbonat nach dem Umesterungsverfahren beschrieben. Um Monomere
und andere flüchtige Bestandteile aus dem Polycarbonat zu entfernen, wird der Polymerschmelze
ein Schäumungsmittel zugesetzt. Durch anschließende Druckerniedrigung entweicht das
Schäumungsmittel unter Aufschäumen der Schmelze. Der Schaum bewirkt eine starke Oberflächenvergrößerung,
die vorteilhaft für die Entgasung, d.h. die Entfernung flüchtiger Bestandteile ist.
Als Schäumungsmittel wird bevorzugt ein inertes Gas wie z.B. Stickstoff eingesetzt,
das mittels eines statischen Mischers, z.B. eines SMX-Mischers, in die Schmelze eingebracht
und dispergiert wird.
In
US2005/0094482A1 und
US5480589 sind statische Mischer zur Dispergierung von Gasen zur Herstellung geschlossenzelliger
Schäume beschrieben. Ein stufenförmiger Aufbau zur Erhöhung der Effektivität der Gasdispergierung
ist nicht beschrieben.
[0008] Bei der Dispergierung von Gas in eine Flüssigkeit sind im Allgemeinen größere Mischerlängen
nötig als bei der Dispergierung von Flüssigkeiten.
[0009] Dokument
US-A-5 605 399 offenbart eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0010] Ausgehend vom Stand der Technik stellt sich die Aufgabe, eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Dispergierung von Gas in eine Flüssigkeit bereitzustellen, um eine effektivere
Gasdispergierung als nach dem Stand der Technik beschrieben zu ermöglichen. Im Vergleich
zum Stand der Technik soll bei gleicher Mischerlänge eine kleinere mittlere Blasengröße
am Mischeraustritt erzielt werden. Alternativ soll bei gleichem Druckverlust über
den gesamten Mischer eine kleinere mittlere Blasengröße am Mischeraustritt erzielt
werden.
[0011] Überraschend wurde gefunden, dass ein statischer Mischer, bei dem in Fließrichtung
ein steigender spezifischer Energieeintrag vorliegt, über eine besonders effektive
Dispergierwirkung verfügt. Es lassen sich mit Hilfe eines solchen Mischers bei vergleichbarem
Gesamtdruckverlust kleinere Gasblasen erzeugen als mit einem statischen Mischer, bei
dem der Energieeintrag über die Länge des Mischers konstant ist. Es lassen sich mit
Hilfe eines solchen Mischers ebenfalls bei gleicher Gesamtmischerlänge kleinere Gasblasen
erzeugen als mit einem statischen Mischer, bei dem der Energieeintrag über die Länge
des Mischers konstant ist.
[0012] Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine Vorrichtung gemäß
Anspruch 1 zur Dispergierung von Gas in eine Flüssigkeit mit einer Anzahl
n an aufeinander folgenden Zonen Z
1, Z
2,..., Z
n mit statischen Mischelementen, wobei jede Zone Z
i eine Länge
Li und einen effektiven Durchmesser
Di aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Zonen so ausgeführt sind, dass
der auf das jeweilige Verhältnis
Li/
Di normierte mechanische Energieeintrag
Ei, der auf das Gas-Flüssigkeits-Gemisch wirkt, in Fließrichtung von Zone zu Zone zunimmt,
wobei
n eine ganze Zahl größer oder gleich 3 ist und i ein Index ist, der die ganzen Zahl
von 1 bis zur Anzahl
n der Zonen durchläuft.
[0013] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Dispergierung
von Gas in eine Flüssigkeit, bei dem Gas und Flüssigkeit gemeinsam durch eine Mischvorrichtung
gefördert werden und dabei eine Anzahl
n an aufeinander folgenden Zonen Z
1, Z
2,...,Z
n mit statischen Mischelementen durchströmen, wobei jede Zone Z
i eine Länge
Li und einen effektiven Durchmesser
Di aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der auf das jeweilige Verhältnis
Li/
Di normierte mechanische Energieeintrag
Ei, der auf das Gas-Flüssigkeits-Gemisch wirkt, in Fließrichtung von Zone zu Zone zunimmt,
wobei
n eine ganze Zahl größer oder gleich 3 ist und i ein Index ist, der die ganzen Zahl
von 1 bis zur Anzahl
n der Zonen durchläuft.
[0014] Unter Flüssigkeit wird hier allgemein ein Medium verstanden, das durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung gefördert werden kann. Dabei kann es sich beispielsweise auch um eine
Schmelze oder eine Dispersion (z.B. Emulsion oder Suspension) handeln. Im Folgenden
wird auch der Begriff Fluid verwendet. Das Fluid ist dabei vorzugsweise höherviskos,
d.h. es weist eine Viskosität zwischen 2 mPas und 10.000.000 mPas, besonders bevorzugt
zwischen 1000 mPas und 1.000.000 mPas auf (gemessen in einem Kegel-Platte-Viskosimeter
nach DIN 53019 bei einem Schergefälle von 1 s
-1).
[0015] Um ein Gas oder Gasgemisch in dem Fluid zu dispergieren, wird mechanische Energie
in das Gemisch eingetragen. Dieser Energieeintrag wird durch statische Mischelemente
realisiert. In der Mischtechnik ist die Verwendung von modularen Systemen üblich.
Ein Mischer setzt sich aus einer Reihe von modularen Mischelementen zusammen. Zur
Erhöhung der Mischwirkung kann die Zahl der Mischelemente in einem Mischer erhöht
werden. Üblicherweise werden die Mischelemente zur Ausbildung eines statischen Mischers
in ein Rohr eingebracht. Es sei daraufhingewiesen, dass die vorliegende Erfindung
nicht auf Mischer beschränkt ist, die aus einer Anordnung modularer Mischelemente
aufgebaut sind, sondern auch auf Mischer in kompakter Bauform Anwendung findet.
[0016] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass sie über eine Anzahl
n an aneinandergrenzenden Zonen verfügt, wobei
n eine ganze Zahl größer oder gleich 3 ist. In jeder Zone liegen statische Mischelemente
vor. Jede Zone Z
i weist eine Länge
Li und eine Querschnittsfläche
Ai auf. Dabei ist
i ein Index, der die ganzen Zahl von 1 bis zur Anzahl
n der Zonen durchläuft. Die Länge
Li einer Zone Z
i entspricht der Länge der hintereinander angeordneter Mischelemente in dieser Zone;
die Querschnittsfläche
Ai entspricht der Querschnittsfläche der in der Zone Z
i vorliegenden Mischelemente.
[0017] Aus der Querschnittsfläche
Ai lässt sich ein effektiver Durchmesser
Di nach Gleichung 1 errechnen:

[0018] Der effektive Durchmesser
Di entspricht bei einem kreisförmigen Querschnitt dem Durchmesser des Kreises. Bei einem
nicht-kreisförmigen (z.B. rechteckigem) Querschnitt entspricht der effektive Durchmesser
Di dem Durchmesser eines Kreises mit einer Fläche, die der Querschnittsfläche entspricht.
[0019] Das Verhältnis
Li/
Di ist eine für die jeweilige Zone Z
i charakteristische Kennzahl.
[0020] Ein Mischelement verfügt über innere Strukturen und Kanäle zwischen diesen Strukturen.
Wird ein Fluid durch ein Mischelement gefördert, so bewirken die Strukturen und Kanäle,
dass das Fluid in Teilströme aufgeteilt, verteilt, geschert und ggf. verwirbelt wird
und so die Teilströme miteinander vermischt werden. Der mittlere Durchmesser eines
Kanals wird nachfolgend mit dem Buchstaben
di abgekürzt. Unter einem mittleren Kanaldurchmesser
di wird der über alle Kanäle arithmetisch gemittelte effektive Kanaldurchmesser verstanden,
wobei sich der effektive Kanaldurchmesser analog dem effektiven Durchmesser einer
Zone Z
i nach Gleichung 1 berechnen lässt.

[0021] Das Verhältnis
di/
Di zwischen dem mittleren Kanaldurchmesser
di und dem effektiven Durchmesser
Di der Mischelemente in einer Zone Z
i ist ebenfalls eine charakteristische Kennzahl für die jeweilige Zone Z
i. Der Parameter
ai bezeichnet dabei die offene Querschnittsfläche, genauer die Projektionsfläche des
freien Querschnitts. So ergibt sich beispielsweise aus Fig. 1a die offene Querschnittsfläche
ai aus der Summe der Projektionsflächen der einzelnen freien Querschnittsflächen der
offenen Kanäle, durch die das Fluid durchströmen kann (Gleichung 3).

[0022] Der Parameter m ist dabei ein Zählparameter, N ist die Anzahl der einzelnen freien
Querschnittsflächen.
[0023] Die nach dem Stand der Technik zur Gasdispergierung eingesetzten statischen Mischer
verfügen über Mischeinbauten, die über die Länge des Mischers gleichbleibend sind.
Hier liegt nur eine einzige Zone vor, deren Länge
L der Länge des Mischers und dessen effektiver Durchmesser D dem effektiven Durchmesser
des Mischers entspricht. Um die Dispergierwirkung eines solchen Mischers zu erhöhen,
kann beispielsweise die Länge
L erhöht werden. Mit der Länge des Mischers steigt der Druckverlust Δ
p über den Mischer linear an. Der mechanische Energieeintrag
Eabs ist gemäß Gleichung (4) proportional zum Druckverlust, wobei
V̇ der Volumenstrom des Fluids ist.

[0024] Der Druckverlust Δ
p und damit der mechanische Energieeintrag lässt sich in gleicher Weise auch durch
eine Reduzierung des effektiven Durchmessers D erhöhen.
[0025] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich durch eine Anzahl
n an Zonen aus. Jede Zone Z
i ist durch einen spezifischen mechanischen Energieeintrag
Ei charakterisiert, der in ein Fluid, das die jeweilige Zone durchströmt, eingetragen
wird. Der spezifische mechanische Energieeintrag
Ei ist der auf die Kennzahl
Li/
Di normierte mechanische Energieeintrag
Eabs. Dabei ist erfindungsgemäß
E1 < E2 <
... < En.

[0026] Die Zahl
n der Zonen in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist nicht limitiert. Sie kann gegen
unendlich laufen, wenn die Zonen infinitesimal klein werden und ein kontinuierlich
steigender spezifischer Energieeintrag über die Länge der Vorrichtung vorliegt, wie
es z.B. bei einem konisch enger werdenden Rohr der Fall sein könnte.
[0027] Es ist denkbar, dass vor oder hinter den Zonen Z
1 bis Z
n weitere Zonen existieren, die frei wählbare spezifische Energieeinträge aufweisen.
[0028] So ist eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dadurch gekennzeichnet, dass es eine erste Zone Z
0 gibt, die einen höheren spezifischen Energieeintrag leistet als die in Fließrichtung
nachfolgende Zone Z
1 (
E0>
E1). Erfindungsgemäß folgen auf die Zone Z
1 weitere Zonen Z
2 bis Z
n, wobei für die entsprechenden spezifischen Energieeinträge
E1 bis
En gilt:
E1<E2<...
<En.
[0029] Überraschend wurde festgestellt, dass durch eine solche Anordnung von Zonen durch
die Zone Z
0 Primärblasen erzeugt werden, die in den darauffolgenden Zonen weniger stark zur Koaleszenz
neigen und somit eine effektivere Dispergierung erreicht wird.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform verfügt die erfindungsgemäße Vorrichtung über
eine Anzahl
n an Mischzonen, die hintereinander angeordnet sind, wobei der mittlere Kanaldurchmesser
di in den Mischzonen in Fließrichtung kleiner wird. Durch kleinere Kanäle wird ein höherer
Druckverlust pro Länge erzeugt, der gleichbedeutend mit einem zunehmenden spezifischen
Energieeintrag ist.
[0031] Bevorzugt umfasst diese Ausführungsform ein zylinderförmiges Rohr, in das Mischelemente
eingebracht sind. Der effektive Durchmesser
Di der Mischelemente ist dabei bevorzugt über die gesamte Rohrlänge konstant, während
der mittlere Kanaldurchmesser
di in aufeinanderfolgenden Zonen in Fließrichtung kleiner wird. Es gilt
D1 =
D2 =... =
Dn und
d1 >
d2 > ... >
dn.
[0032] Bevorzugt werden Mischelemente des gleichen Typs verwendet, z.B. SMX-Mischer mit
unterschiedlichen Kennzahlen
d/
D.
[0033] Die erfindungsgemäße Vorrichtung verfügt über eine Anordnung von Mischelementen,
die in Fließrichtung bei konstantem Verhältnis
dilDi einen zunehmend geringeren effektiven Durchmesser
Di aufweisen. Es gilt

und
D1>
D2>...>
Dn.
[0034] Bevorzugt umfasst diese Ausführungsform ein zylinderförmiges Rohr, in das Mischelemente
eingebracht sind, die in Fließrichtung einen zunehmend kleineren effektiven Durchmesser
Di besitzen.
[0035] Die Mischelemente, deren Außendurchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser des
Rohres sind dabei bevorzugt mit einem Mantelrohr umschlossen, dessen Außendurchmesser
annähernd dem Innendurchmesser des Rohres entspricht, um sie passend in das Rohr einbringen
zu können. An den Übergangsstellen von einem Mischelement mit einem großen Durchmesser
zu einem Mischelement mit einem kleinen Durchmesser sind bevorzugt Übergangsmantelrohre
vorhanden, die über einen in Richtung des Mischelements mit kleinem Durchmesser konisch
verjüngendem Innendurchmesser verfügen. Diese Übergangsmantelrohre können einstückig
mit den Mantelrohren verbunden oder separat ausgeführt sein.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform verfügt die erfindungsgemäße Vorrichtung
in jeder Zone Z
i über eine Anordnung von Mischelementen unterschiedlichen Typs, die bei gleichem Verhältnis
Li/
Di in Fließrichtung in jeder Zone Z
i einen zunehmenden Druckverlust verursachen.
[0037] Bevorzugt sind die Mischelemente in ein zylinderförmiges Rohr eingebracht. Sie verfügen
bevorzugt über den gleichen effektiven Durchmesser
Di.
[0038] Sollten die Außendurchmesser der Typen von Mischelementen variieren, so ist es denkbar,
diejenigen Mischelemente, deren Außendurchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser
des Rohres, mit einem Mantelrohr bzw. Ring zu umschließen, dessen Außendurchmesser
annähernd dem Innendurchmesser des Rohres entspricht, um sie passend in das Rohr einbringen
zu können. Auch die oben beschriebene Verwendung von Übergangsmantelrohren ist hier
vorteilhaft.
[0039] Es ist denkbar, die verschiedenen aufgeführten Ausführungsformen miteinander zu kombinieren.
[0040] Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich zur Dispergierung von Gas in einer Flüssigkeit,
z.B. zum Eintrag eines Schleppgases in eine Polymerschmelze oder zum Aufschäumen von
flüssigen Medien.
[0041] Das Gas kann mit Röhrchen oder dünnen Kapillaren, die sich vorzugsweise in Fließrichtung
vor der Statikmischerkaskade befinden, zugegeben werden. Weiterhin kann das Gas auch
durch einen porösen Körper zugegeben werden. Ein poröser Körper kann beispielsweise
folgende Geometrien umfassen: eine Fritte und/oder einen porösen, gesinterten Körper
und/oder ein ein- oder mehrlagiges Sieb.
[0042] Der poröse Körper kann beispielsweise in Form eines Zylinders, in Form eines Quaders,
einer Kugel oder eines Würfels oder in konischer Form, z.B. als Kegel, ausgeformt
sein. Diese Vorrichtungen sorgen für eine feine Vordispergierung des Gases sowie ggf.
auch für eine Verteilung des Gases über den Querschnitt.
[0043] Die Kapillare bzw. der poröse Körper weist einen mittleren effektiven Lochinnendurchmesser
von vorzugsweise 0,1-500 µm, bevorzugt 1 - 200 µm, besonders bevorzugt 10-90 µm auf.
[0044] Als poröse Körper können beispielsweise poröse Sinterkörper aus Metall zum Einsatz
kommen, wie Frittenkörper, welche in der Chromatographie verwendet werden, z.B. die
Sinterkörper der Fa. Mott Corporation (Farmington, USA). Weiterhin können gewickelte
Drahtgewebe zum Einsatz kommen, beispielsweise die gewickelten Drahtgewebe der Fa.
Fuji Filter Manufacturing Co., Ltd. (Tokyo, Japan), Handelsname: Fujiloy
®. Weiterhin können Siebe oder mehrlagige Gewebe zum Einsatz kommen, wie z.B. die Metall-Drahtgewebe-Verbundplatten
der Fa. Haver & Boecker Drahtweberei (Oelde, Deutschland), Handelsname: Haver Porostar.
[0045] Diese Vorrichtungen dienen der Verteilung des Gases über den Rohrquerschnitt und
einer für die Gasdispergierung günstigen Vordispergierung über die engen Poren. Der
effektive Durchmesser
Di der in den porösen Sinterkörpern oder Sieben oder gewickelten Drahtgeweben eingesetzten
Löchern beträgt bevorzugt 1-500 µm, besonders bevorzugt 2-200 µm, ganz besonders bevorzugt
10-90 µm.
[0046] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen näher erläutert ohne sie jedoch
hierauf zu beschränken.
[0047] Fig. 1 zeigt Bespiele von drei unterschiedlichen statischen Mischern (No.1, No. 2
und No. 3): Fig. 1(a) von oben, Fig. 1(b) von der Seite (Schnittzeichnung) und Fig.
1 (c) in der Anordnung nach Einbau in ein Rohr oder Gehäuse. Die Angaben für wi und
bi bezeichnen die Länge bzw. Breite des projizierten Querschnitts der freien Strömungskanäle.
Di bezeichnet den lichten Durchmesser und DM den Außendurchmesser der statischen Mischelemente.
Li bezeichnet die gesamte Länge eines geometrisch gleichförmigen Mischerabschnitts
und li die Länge eines einzelnen Mischelements.
[0048] No. 1 stellt einen Kenics-Mischer dar. No.2 zeigt einen handelsüblichen SMX-Statikmischer
ohne bzw. mit äußerem Ring. No. 3 zeigt einen Mischer mit Stegstruktur und äußerem
Ring (
DE 29923895U1 und
EP1189686B1).
[0049] Fig. 2 zeigt drei verschiedene Beispiele (A, B und C) von Varianten Statikmischer,
mit einzelnen Zonen (gekennzeichnet durch die Längenangaben L
1, L
2, L
3), dadurch gekennzeichnet, dass der auf das jeweilige Verhältnis
Li/
Di der einzelnen Zonen normierte mechanische Energieeintrag
Ei auf ein Fluid, das die jeweilige Zone Z
i durchströmt, in Fließrichtung zunimmt. Die Fließrichtung wird durch den dicken Pfeil
angegeben.
[0050] Fig. 2A zeigt eine Abfolge von erfindungsgemäßen Mischern mit geometrisch ähnlicher
Struktur und einer Anordnung von Mischelementen, die in Fließrichtung bei konstantem
Verhältnis d
i/
Di einen zunehmend geringeren effektiven Durchmesser
Di aufweisen. Es gilt

und
D1 >
D2 >
D3.
[0051] Fig. 2B zeigt eine Ausführungsform mit einem zylinderförmigen Rohr, in das Mischelemente
eingebracht sind, bei denen der effektive Durchmesser
Di über die gesamte Rohrlänge konstant ist, während der mittlere Kanaldurchmesser d
i in aufeinanderfolgenden Zonen in Fließrichtung kleiner wird. Es gilt
D1 =
D2 =
D3 und
d1 >
d2 > d3. Es werden Mischelemente des gleichen Typs verwendet, z.B. SMX-Mischer mit unterschiedlichen
Kennzahlen d/
D.
[0052] Fig. 2C zeigt eine Anordnung von Mischelementen unterschiedlichen Typs, die bei gleichem
Verhältnis
Li/
Di in Fließrichtung in jeder Zone Z
i einen zunehmenden Druckverlust verursachen. Als Beispiel ist hier in der ersten Zone
mit der Länge L1 ein Kenics-Mischer dargestellt. In der zweiten Zone mit der Länge
L2 befindet sich ein SMX-Mischer. In der dritten Zone mit der Länge L3 befindet sich
ebenfalls ein SMX-Mischer mit geringeren effektiven Durchmesser
Di im Vergleich zu dem Mischer in der zweiten Zone.
[0053] Fig. 3A zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit drei Zonen und einem Vormischer
sowie einer Gasdosierung über eine Kapillare. Vor dem Vormischer befindet sich der
Bereich, bei dem das Fluid dosiert wird (L) sowie eine Vorrichtung zur Dosierung von
Gasen (G) über eine Kapillare (Ca).
[0054] Fig. 3B zeigt eine Gasdosierung mittels porösem Sinterkörper (der dahinter liegende
Mischer ist hier nicht eingezeichnet). Vor dem Vormischer befindet sich der Bereich,
bei dem das Fluid dosiert wird (L) und eine Vorrichtung zur Gasdosierung (G) über
einen porösen Sinterkörper (PS), welcher sich innerhalb des Strömungsquerschnitts
befindet.
1. Vorrichtung zur Dispergierung von Gas in eine Flüssigkeit mit einer Anzahl n an aufeinander folgenden Zonen Z1, Z2,..., Zn mit statischen Mischelementen, wobei jede Zone Zi eine Länge Li und einen effektiven Durchmesser Di aufweist, wobei
die einzelnen Zonen so ausgeführt sind, dass der auf das jeweilige Verhältnis Li/Di normierte mechanische Energieeintrag Ei, der auf eine Flüssigkeit wirkt in Fließrichtung von Zone zu Zone zunimmt, wobei
n eine ganze Zahl größer oder gleich 3 ist und i ein Index ist, der die ganzen Zahl von 1 bis zur Anzahl n der Zonen durchläuft , dadurch gekennzeichnet, dass
die in den Zonen Z1 bis Zn vorliegenden Mischelemente dasselbe Verhältnis di/Di aufwesen, wobei di der mittlere Durchmesser ist, und einen in Fließrichtung von Zone zu Zone zunehmend
geringeren effektiven Durchmesser Di aufweisen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mittlere Kanaldurchmesser di in den in Fließrichtung aufeinander folgenden Zonen Z1 bis Zn kleiner wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zonen Z1 bis Zn über Mischelemente unterschiedlichen Typs verfügen, die bei gleichem Verhältnis Li/Di in Fließrichtung von Zone zu Zone einen zunehmenden Druckverlust verursachen.
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine erste Zone Z0 gibt, die einen höheren spezifischen Energieeintrag Eo leistet als die in Fließrichtung
nachfolgende Zone Z1.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, weiterhin umfassend ein Röhrchen oder
eine dünne Kapillare zur Zuführung von Gas in die Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass das Röhrchen oder die dünne Kapillare vor der Anordnung aus Mischelementen angebracht
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, weiterhin umfassend einen porösen oder
siebförmigen Körper zur Zuführung von Gas in die Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper vor der Anordnung aus Mischelementen angebracht ist.
7. Verfahren zur Dispergierung von Gas in eine Flüssigkeit, bei dem Gas und Flüssigkeit
gemeinsam durch eine Mischvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 gefördert werden
und dabei eine Anzahl n an aufeinander folgenden Zonen Z1, Z2,...,Zn mit statischen Mischelementen durchströmen, wobei jede Zone Zi eine Länge Li und einen effektiven Durchmesser Di aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der auf das jeweilige Verhältnis Li/Di normierte mechanische Energieeintrag Ei, der auf das Gas-Flüssigkeits-Gemisch wirkt, in Fließrichtung von Zone zu Zone zunimmt,
wobei n eine ganze Zahl größer oder gleich 3 ist und i ein Index ist, der die ganzen Zahl von 1 bis zur Anzahl n der Zonen durchläuft.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit eine Viskosität zwischen 2 mPas und 10.000.000 mPas, besonders bevorzugt
zwischen 1000 mPas und 1.000.000 mPas aufweist.
1. Device for dispersing gas in a liquid with a number n of successive zones Z1, Z2, ..., Zn with static mixing elements, each zone Zi having a length Li and an effective diameter Di, the individual zones being constructed such that the mechanical energy input Ei normalized to the respective ratio Li/Di increases from zone to zone in the direction of flow, wherein n is an integer greater than or equal to 3 and i is an index which runs through the
integers from 1 to the number n of zones, characterized in that the mixing elements present in the zones Z1 to Zn have the same ratio di/Di, where di is the average diameter, and an effective diameter Di which becomes increasingly smaller from zone to zone in the direction of flow.
2. Device according to Claim 1, characterized in that the average channel diameter di becomes smaller in the zones Z1 to Zn succeeding one another in the direction of flow.
3. Device according to Claim 1 or 2, characterized in that the zones Z1 to Zn have mixing elements of different types, which at the same ratio Li/Di cause an increasing pressure drop from zone to zone in the direction of flow.
4. Device according to one of the preceding claims, characterized in that there is a first zone Z0, which achieves a higher specific energy input Eo than the next zone Z1 in the direction of flow.
5. Device according to one of Claims 1 to 4, further comprising a tube or a thin capillary
for feeding gas into the device, characterized in that the tube or the thin capillary is mounted upstream of the arrangement of mixing elements.
6. Device according to one of Claims 1 to 4, further comprising a porous or screen-like
body for feeding gas into the device, characterized in that the body is mounted upstream of the arrangement of mixing elements.
7. Method for dispersing gas in a liquid, in which gas and liquid are conveyed jointly
through a mixing device according to one of Claims 1 to 6 and, in the process, flow
through a number n of successive zones Z1, Z2,..., Zn with static mixing elements, each zone Zi having a length Li and an effective diameter Di, characterized in that the mechanical energy input Ei acting on the gas/liquid mixture and normalized to the respective ratio Li/Di increases from zone to zone in the direction of flow, wherein n is an integer greater than or equal to 3 and i is an index which runs through the
integers from 1 to the number n of zones.
8. Method according to Claim 7, characterized in that the liquid has a viscosity of between 2 mPa·s and 10,000,000 mPa·s, particularly
preferably between 1,000 mPa·s and 1,000,000 mPa·s.
1. Dispositif pour la dispersion de gaz dans un liquide présentant un nombre n de zones
successives Z1, Z2,..., Zn pourvues d'éléments statiques de mélange, chaque zone Zi présentant une longueur Li et un diamètre effectif Di
les différentes zones étant réalisées de manière telle que l'introduction d'énergie
mécanique Ei, normalisée par rapport à chaque rapport Li/Di, qui agit sur le liquide augmente d'une zone à l'autre dans le sens d'écoulement,
n étant un nombre entier supérieur ou égal à 3 et i étant un indice qui passe par
tous les nombres de 1 jusqu'au nombre n de zones, caractérisé en ce que les éléments de mélange se trouvant dans les zones Z1 à Zn présentent le même rapport di/Di, di étant le diamètre moyen,
et présentent un diamètre Di effectif progressivement plus petit d'une zone à l'autre dans le sens d'écoulement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le diamètre moyen du canal di diminue dans les zones Z1 à Zn consécutives dans le sens d'écoulement.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les zones Z1 à Zn disposent d'éléments de mélange de différents types, qui provoquent, à un même rapport
Li/Di, une perte de charge qui augmente d'une zone à l'autre dans le sens d'écoulement.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il existe une première zone Z0 qui produit une introduction d'énergie Eo spécifique plus élevée que la zone Z1 consécutive dans le sens d'écoulement.
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, comprenant en outre une
tubulure ou un capillaire fin pour amener le gaz dans le dispositif, caractérisé en ce que la tubulure ou le capillaire fin est disposé en amont de la disposition des éléments
de mélange.
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, comprenant en outre un
corps poreux ou en forme de tamis pour amener le gaz dans le dispositif, caractérisé en ce que le corps est disposé en amont de la disposition des éléments de mélange.
7. Procédé pour la dispersion de gaz dans un liquide, dans lequel le gaz et le liquide
sont transportés conjointement au travers d'un dispositif de mélange selon l'une quelconque
des revendications 1 à 6 et s'écoulent, ce faisant, au travers d'un nombre n de zones
consécutives Z1, Z2,..., Zn équipées d'éléments de mélange statiques, chaque zone Zi présentant une longueur Li et un diamètre effectif Di, caractérisé en ce que l'introduction d'énergie mécanique Ei, normalisée par rapport à chaque rapport Li/Di, qui agit sur le mélange gaz-liquide augmente d'une zone à l'autre dans le sens d'écoulement,
n étant un nombre entier supérieur ou égal à 3 et i étant un indice qui passe par
tous les nombres de 1 jusqu'au nombre n de zones.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que le liquide présente une viscosité entre 2 mPa·s et 10 000 000 mPa.s, de manière particulièrement
préférée entre 1000 mPa.s et 1 000 000 mPa.s.