(19)
(11) EP 2 611 555 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
28.12.2016  Patentblatt  2016/52

(21) Anmeldenummer: 11767618.9

(22) Anmeldetag:  30.08.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B21D 3/10(2006.01)
B21D 43/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2011/004359
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2012/028296 (08.03.2012 Gazette  2012/10)

(54)

BIEGERICHTMASCHINE FÜR EIN LANGES WERKSTÜCK UND ZU- UND ABFÖRDERVORRICHTUNG HIERFÜR SOWIE VERFAHREN ZUM BIEGERICHTEN VON LANGEN WERKSTÜCKEN

BENDING-STRAIGHTENING MACHINE FOR A LONG WORKPIECE, DEVICE FOR FEEDING IN AND REMOVING SAID WORKPIECE AND METHOD FOR BEND-STRAIGHTENING LONG WORKPIECES

MACHINE DE REDRESSAGE ET DE CINTRAGE D'UNE PIÈCE ALLONGÉE, DISPOSITIF D'AMENÉE ET D'ÉVACUATION À CET EFFET, ET PROCÉDÉ DE REDRESSAGE PAR CINTRAGE DE PIÈCES ALLONGÉES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 30.08.2010 DE 202010011976 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.07.2013  Patentblatt  2013/28

(73) Patentinhaber: M A E Maschinen- und Apparatebau Götzen GmbH
40699 Erkrath (DE)

(72) Erfinder:
  • MITZE, Manfred
    58300 Wetter (DE)

(74) Vertreter: Grosse Schumacher Knauer von Hirschhausen 
Patent- und Rechtsanwälte Frühlingstrasse 43A
45133 Essen
45133 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
BE-A- 383 151
DE-A1- 4 022 951
JP-A- 55 122 630
JP-A- 57 146 422
DE-A1- 2 207 336
DE-C1- 10 144 135
JP-A- 57 001 520
US-A- 5 980 191
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    GEBIET DER ERFINDUNG



    [0001] Die Erfindung betrifft eine Zu- und Abführvorrichtung für eine Biegerichtmaschine nach Anspruch 1 und ein Verfahren zum Biegerichten von langen Werkstücken nach Anspruch 8. Die Biegerichtmaschine ist für ein langes Werkstück mit zwei höhen- und abstandsveränderlichen, eine Bearbeitungsstrecke definierenden Erfassungseinrichtungen vorgesehen. Die beiden Erfassungseinrichtungen stützen das lange Werkstück zumindest zwischen den Biegerichtschritten in unterschiedlichen Werkzeugpositionen, insbesondere an den Werkstückenden, in etwa horizontaler Lage ab und ermöglichen einen Drehantrieb um die Werkstückachse, um Biegerichtvorgänge in verschiedenen Drehwinkelpositionen des langen Werkstücks zu ermöglichen. Die Biegerichtmaschine weist mindestens zwei in Längsrichtung des Werkstücks zwischen den Erfassungseinrichtungen mit Abstand voneinander - in Längsrichtung des Werkstücks gesehen - angeordneten Richtambossen zur Abstützung des Werkstücks gegen die in Querrichtung auf das Werkstück drückenden Richtkräfte. Mindestens ein Richtstempel ist von der den Richtambossen gegenüberliegende Seite her zwischen den Richtambossen gegen das Werkstück gerichtet und erzeugt die Richtkräfte. Der Richtstempel und die Richtambosse sind längs des Werkstücks entlang der Bearbeitungsstrecke und gegebenenfalls - aber nicht not-wendigerweise - auch darüber hinaus verfahrbar. Eine Einrichtung zum Zu- und Abführen des langen Werkstücks für das Biegerichten gestattet dessen Zu- und Abförderung in die und aus der Bearbeitungsstrecke.

    TECHNOLOGISCHER HINTERGRUND



    [0002] In Stahlwerken und Bearbeitungsbetrieben eingesetzte, manuell gesteuerte Richtanlagen für Stabstahl sind meist mit einem motorisch angetriebenen Rollengang ausgestattet, um den Stab zum Richten durch die Richtpresse hindurch zu bewegen und zu richten. Die zu richtenden Stäbe haben zumeist einen runden Querschnitt mit einem Durchmesser zwischen 80 und 450 mm und Längen zwischen 2 m und 30 m. Sie werden auf den so genannten Rollgängen von einer Zuführposition in die Richtposition und von dort in eine Abführposition horizontal liegend rollend transportiert, also auch im Bereich der Bearbeitungsstrecke. Gattungsgemäße Biegerichtmaschinen werden u. A. in der DE 25 24 310 A sowie in den Schriften DE 197 25 033 C1, DE 20 2006 008 001 U, JP 57001520 A und DE 40 22 951 A1 beschrieben. Die Biegerichtmaschine wirkt in horizontaler Richtung auf den während der ganzen Prozedur auf dem Rollengang aufliegenden Stabstahl ein. Somit kann durch Vor- und Zurückschieben auf dem Rollengang jede Längsposition des Werkstücks biegegerichtet werden. Die Umfangswinkellage des Werkstücks wird beispielsweise durch so genannte Kettenwender verändert, so dass das Biegerichten nicht nur in allen Längspositionen sondern auch in allen Winkel- oder Umfangspositionen des Werkstücks möglich ist. Derartige Biegerichtmaschinen werden zum Beispiel von der Firma Röcher GmbH & Co. KG in Netphen angeboten. Das Biegerichten von auf einem Rollengang aufliegenden langen Werkstücken hat Genauigkeitsgrenzen unter anderem deshalb, weil die elastische Rückstellung des langen Werkstücks nach jedem Biegeschritt durch Reibkräfte zwischen dem Werkstück und dem Rollengang behindert werden.

    [0003] Man ist daher zu Biegerichtmaschinen (DE 101 44 135 C1) übergegangen, bei denen das lange Werkstück, zumindest zwischen den Biegerichtschritten in unterschiedlichen Werkstückpositionen, nur an seinen Enden vertikal unterstützt wird. Hierzu dient je eine Erfassungseinrichtung, die auch ein Drehen des Werkstücks um seine Längsachse ermöglicht und welche eine Bearbeitungsstrecke in der Richtpresse definieren. Die Richtpresse ist längs des nur an seinen Enden abgestützten Werkstücks in die jeweils gewünschten Biegerichtpositionen verfahrbar. Zum Erfassen unterschiedlich langer Werkstücke sind die Erfassungseinrichtungen entlang der Bearbeitungsstrecke abstandsveränderlich. Das zu bearbeitende Werkstück kann grundsätzlich mittels einer Kraneinrichtung in seine Auflager auf den Erfassungseinrichtungen eingelegt werden. Dieser arbeitsintensive Beschickungsvorgang der Biegerichtmaschine kann vereinfacht werden, indem die Erfassungseinrichtungen Schwenkmittel aufweisen, die es gestatten, ein neben der Bearbeitungsstrecke und parallel zu dieser bereit liegendes Werkstück zu erfassen und in einem etwa 180 Grad-Schwenkschritt von der Zuförderposition quer zu seiner Längsrichtung in die Bearbeitungsstrecke der Biegerichtmaschine hinein zu verschwenken. Derzeit gebräuchlich ist die radiale Zufuhr mit Hubbalken oder ähnlichem. Die letztgenannten Biegerichtmaschinen von denen die Erfindung ausgeht, werden von der Anmelderin als Baureihe ASV-L vertrieben. Der Biegerichtvorgang erfolgt automatisch über die gesamte Werkstücklänge und mit hoher Präzision.

    DARSTELLUNG DER ERFINDUNG



    [0004] Um eine einfache Verkettung einer gattungsgemäßen Biegerichtmaschine mit einer Produktions- und/oder Bearbeitungsstraße für lange Werkstücke zu ermöglichen und insbesondere die Richtanlage in eine durchlaufende Linienfertigung zu integrieren wird die Zu- und Abführvorrichtung für eine Biegerichtmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Demnach ist vorgesehen, dass in Verlängerung der Bearbeitungsstrecke an mindestens einem Kopfende derselben ein Horizontalfördermittel für das lange Werkstück in gerader Verlängerung der Bearbeitungsstrecke sich ausschließt. Zumindest eine der beiden Erfassungseinrichtungen weist einen Greifkopf auf. Der Greifkopf gestattet ein kraftschlüssiges Ergreifen eines Endbereiches des von dem Horizontalfördermittel herbei geförderten langen Werkstücks. Ferner ist vorgesehen, das ungerichtete Werkstück mittels des Greifkopfes und eines Antriebsmittels in die Bearbeitungsstrecke hereinzuziehen. Zum Abführen des langen Werkstücks aus der Biegerichtmaschine schiebt der Greifkopf das gerichtete Werkstück auf dasselbe oder ein gegenüberliegendes Horizontalfördermittel in gerader Verlängerung der Bearbeitungsstrecke hinaus. Dementsprechend ist zumindest eine der Erfassungseinrichtungen praktisch entlang der gesamten Bearbeitungsstrecke samt des von seinem Greifkopf festgehaltenen langen Werkstücks entlang der Bearbeitungsstrecke verfahrbar. Es kann die Bearbeitung von Werkstücken unterschiedlicher Länge vorgesehen sein, wobei Längen von 3 m bis 40 m, insbesondere von 4 m bis 30 m, vorgesehen sein können. Wie bereits bei den bekannten Biegerichtmaschinen der Baureihe ASV-L von MAE, können die beiden Erfassungseinrichtungen für die Werkstückenden höhenveränderlich sein, um das Werkstück in seinen verschiedenen Biegerichtpositionen jeweils auf die Ambosse der Biegerichtmaschinen abzusenken. Grundsätzlich können stattdessen aber auch die Richtambosse zum Unterstützen des langen Werkstückes angehoben und zwischen den Biegerichtschritten während des Längsverfahrens der Biegerichtmaschine entlang der Bearbeitungsstrecke abgesenkt bleiben. Wie schon in der DE 101 44 135 C1 und der Baureihe ASV-L von MAE vorgesehen, wird das Werkstück von den beiden Erfassungseinrichtungen unabhängig von seiner Länge jeweils an den Enden erfasst, abgestützt und in jede gewünschte Drehposition um die Längsrichtung des Werkstücks gedreht.

    [0005] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Bearbeitungsmaschine, sowie ein Verfahren zur durchlaufenden Linienfertigung bzw. Bearbeitung langer Werkstücke nach Ansprüchen 7 oder 8, welche jeweils von eigenständig erfinderischer Bedeutung sind.

    FIGURENKURZBESCHREIBUNG



    [0006] In der Zeichnung zeigen
    Fig. 1
    eine Biegerichtmaschine in Seitenansicht ohne Werkstück;
    Fig. 2 A/B
    dieselbe Biegerichtmaschine in einer Zuförderposition (Fig. 2A) und in der Werkstückgreifposition (Fig. 2B);
    Fig. 3 A-E
    dieselbe Biegerichtmaschine mit einem Werkstück in seiner Biegerichtposition: vor dem Schließen des zweiten Greifkopfes (Fig. 3A), mit beiden Greifköpfen geschlossen (Fig. 3B), mit geöffnetem zweiten Greifkopf (Fig.3C) sowie in Aussicht von oben (Fig. 3D) und während des Abführens des langen Werkstücks (Fig. 3E);
    Fig. 4 A-E
    eine alternative Ausführungsform einer Bearbeitungsstation für lange Werkstücke als Sequenz in Ansicht von oben;
    Fig. 5
    eine optionale Erfassungseinrichtung für eine Biegerichtmaschine nach Figuren 1 bis 4;
    Fig. 6
    eine alternative Erfassungseinrichtung für die Linienbearbeitung von langen Werkstücken;
    Fig. 7A-C
    von der Erfassungseinrichtung nach Figur 6 den Greifkopf in Stirnseitenansicht zur Bearbeitung länglicher Werkstücke unterschiedlicher Querschnittsformen;
    Fig. 8
    eine alternative Bauart (O-Form) einer Biegerichtmaschine in stirnseitiger, schematischer Darstellung; sowie
    Fig. 9
    eine Aufsicht auf eine seitlich offene Biegerichtmaschine (C-Form) in stark vereinfachter, schematischer Darstellung.

    DETAILLIERTE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN



    [0007] Wie aus Figur 1 ersichtlich umfasst eine insgesamt mit 100 bezeichnete Biegerichtmaschine ein horizontal entlang von Führungsschienen 4, 4A , 4B verfahrbares Pressengestell 1 mit vertikal wirkendem Richtkopf 1A und abstandsveränderlichen vertikal wirkenden Richtambossen 1 B, 1C. Zwei Erfassungseinrichtungen 2A, 2B sind, wie das Pressengestell 1, entlang der Führungsschienen 4, 4B einer Maschinenbasis 5 motorgetrieben längs verschieblich. Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Pressengestell 1 stationär angeordnet ist, was in den Figuren nicht dargestellt ist.

    [0008] Die Erfassungseinrichtungen 2A und 2B definieren, zusammen mit dem Richtkopf 1A und den Richtambossen 1B und 1C eine - strichpunktiert dargestellte - Bearbeitungsstrecke WP welche mit dem zur Bearbeitung eingespannten Werkstück W zusammenfällt (Figur 3A-C). Dementsprechend ist die von dem Richtkopf 1A und den Richtambossen 1B,1C definierte Bearbeitungszone eine Teilstrecke der Bearbeitungsstrecke WP. Durch die Verfahrbarkeit des Pressengestells 1 entlang der Bearbeitungsstrecke WP und der dazu parallelen Führungsschienen 4, 4A, 4B können sich die Biegerichtzonen entlang der Bearbeitungsstrecke entsprechend verlagern. Die Bearbeitungsstrecke WP geht (definitionsgemäß) ganz oder teilweise auch durch die an den Erfassungseinrichtungen 2A und 2B vorgesehenen und im Übrigen weiter unten noch näher beschrieben Greifköpfe 8A, 8B zum Abstützen und zum Drehantrieb des horizontal angeordneten Werkstücks W. Mithin ist die Bearbeitungsstrecke WP mindestens so lang wie das längstmögliche in der Biegerichtmaschine bearbeitbare Werkstück W samt der Länge der Greifköpfe.

    [0009] Um unmittelbar am Werkstückende vorhandene Verformungen zu richten, ist es natürlich auch möglich, die Richtpresse über den Greifkopf hinaus zu fahren und den/die Richtambosse unter das aus dem Greifkopf herausragende Werkstückende zu fahren.

    [0010] In linker und rechter Verlängerung EPA und EPB der Bearbeitungsstrecke WP erstreckt sich an mindestens einem Kopfende WPA und/oder WPB der Bearbeitungsstrecke WP je ein Horizontalfördermittel 3, wie vor allem aus Figuren 1 bis 4 ersichtlich, z. B. als Rollgang 3A, 3B. Ebenso kann ein Horizontalfördermittel 3 sich auch nur in einer der beiden Verlängerungen EPA oder EPB erstrecken (nicht dargestellt).

    [0011] In der in Figur 2A/B dargestellten Grundposition der Erfassungseinrichtungen 2A, 2B befinden sich die Greifzonen der Greifköpfe 8A, 8B mit ihrem Zentrum, insbesondere mit ihrem Drehzentrum, etwa im Zentrum des Werkstücks W. Aufgrund der Höhenveränderbarkeit der Erfassungseinrichtungen, die zum Beispiel durch eine Höhenveränderbarkeit der Greifköpfe realisiert werden kann, wird der Greifkopf entsprechend der Dicke des Werkstücks W in seiner Höhe eingestellt oder voreingestellt und somit der Greifkopf an die Höhe des Werkstückzentrums relativ zum Rollgang 3A, 3B angepasst. Grundsätzlich können auch die Horizontalfördermittel 3 in ihrer Höhe angepasst werden. Wie aus Figur 2A/B ersichtlich, wird das Werkstücks W beim Vorschieben in Richtung auf die Bearbeitungsstrecke WP über das Ende des Rollgangs 3A hinaus bewegt, so dass es bezüglich des Rollgangs auskragt. Dabei wird das rechte Werkstückende durch den Greifkopf 8A der in der Zeichnung linken Erfassungseinrichtung 2A hindurch bis in die Greifzone des Greifkopfes 8B in der rechten Erfassungseinrichtung 2B vorgeschoben. Daraufhin werden die Greif- oder Spannmittel des zweiten Greifkopfes 8B gegen die das rechtsseitige Werkstückende WB umfassende Endzone des Werkstücks W herangefahren und mit ihr verspannt. Der Greifkopf 8B samt dem Werkstück W wird sodann mittels der rechten Erfassungseinrichtung 2B entlang der Bearbeitungsstrecke WP nach rechts verfahren. Hierzu ist ein geeigneter Antrieb vorgesehen. Während dessen bleiben die Greifmittel der linken Erfassungseinrichtung 2A geöffnet, so dass das Werkstück mehr oder weniger ungehindert durch die linke Erfassungseinrichtung 2A hindurch geführt werden kann.

    [0012] Aus Figur 3A ist ersichtlich, dass der Greifkopf 8B sich in kraftschlüssiger Verbindung zum Werkstück W befindet und entlang der Führungsschiene 4B bereits so weit nach rechts verschoben ist, wie die Werkstücklänge es erfordert, um an ihrer linksseitigen Endzone (WA) von dem Greifkopf 8A nachfolgend ebenfalls eingespannt werden zu können, wie in Figur 3B für Richtvorgänge dargestellt. Die Greifköpfe 8A/8B sind um die Werkstücklängsachse drehbar, so dass das Werkstück in gewohnter Weise vermessen und biegegerichtet werden kann. Hierzu verfährt das Pressengestell 1 entlang der Bearbeitungsstrecke WP, um in alle erforderlichen Biegerichtpositionen entlang des Werkstücks zu gelangen. Für das nach beendeter Bearbeitung des Werkstücks W erforderliche Hinausschieben des Werkstücks W aus der Bearbeitungsstrecke WP, kann das Werkstück W entweder in die in Figur 2A/B gezeigte Ursprungsposition zurückgeschoben oder in entgegensetzter Richtung auf den gegenüber liegenden Rollgang 3B vorgeschoben werden, wie in Figuren 4 dargestellt. Hierzu verfährt die entsprechende Erfassungseinrichtung den Greifkopf (im Ausführungsbeispiel die linke) entlang der Bearbeitungsstrecke WP bei geschlossenem Greifkopf 8A und geöffnetem Greifkopf 8B nach rechts.

    [0013] Um mit dem Greifkopf hinderlichen Konturen des Pressengestells 1, z. B. den Richtambossen oder dem Richtkopf, auszuweichen, kann es erforderlich sein, dass das Werkstück W, beispielsweise entlang der vertikalen Richtungspfeile 45, angehoben und/oder abgesenkt wird. Alternativ oder zusätzlich können auch die Ambosse 1 B, 1C und/oder der Richtkopf 1A insbesondere in vertikaler Richtung so bewegt werden, dass ein Hinein- oder Herausfördern des Werkstücks W oder Hindurchfahren zumindest eines Greifkopfes möglich ist.

    [0014] Eine Draufsicht auf eine Biegerichtmaschine, insbesondere gemäß der Figuren 3A bis 3C, ist aus Figur 3D ersichtlich. Um etwa beim Hinein- oder Herausfördern oder beim Positionieren respektive Zentrieren des Werkstücks W den Konturen des Pressengestells 1 mit seinen Komponenten wie etwa dem Richtkopf 1A und/oder den Richtambossen 1 B, 1C ausweichen zu können, kann es zweckmäßig sein, wenn die Greifköpfe 8A, 8B respektive die Erfassungseinrichtungen 2A, 2B in horizontaler Richtung gemäß der Richtungspfeile 40 quer zur Bearbeitungsstrecke WP bewegbar sind. Eine Bewegbarkeit der Greifköpfe 8A, 8B respektive der Erfassungseinrichtungen 2A, 2B in sämtlichen Raumrichtungen, insbesondere in vertikaler Richtung (Höhenverstellbarkeit), in axialer Richtung (WP) und/oder in horizontaler Richtung entlang der Richtungspfeile 40 (wie z. B. gemäß Figur 9), d.h. im Wesentlichen senkrecht zu den Führungsschienen 4A, 4B sowie rotartorisch um das Drehzentrum des Greifkopfes 8A, 8B dient auch der für die Biegebearbeitung erforderlichen Zentrierung des Werkstücks W in der Vorrichtung (100).

    [0015] Die Transportsequenz nach Figuren 4A - 4E verdeutlichen die Horizontalförderung des langen Werkstücks in einer alternativen Ausführungsform: Figur 4A zeigt eine Situation der Zuförderung eines langen Werkstücks W einschließlich dessen Längenvermessung. Entsprechend dem Ergebnis der Längenmessung wird, wie in Figur 4B dargestellt, die Position von zwei oder mehr zwischen den Erfassungseinrichtungen 2A/B gelegenen Rollenböcken 30 entlang der Führungsschiene 4B der Werkstücklänge angepasst. Die zu den Rollenböcken 30 zugehörenden Horizontalstützmittel 33, können grundsätzlich auch als Stützrollen ausgebildet sein, wie sie auch für den Rollgang 3A/3B verwendet werden. Aus Figur 4C ist ersichtlich, wie bei geöffneter Sperre 20 das lange Werkstück W von den Horizontalstützmitteln 33 gestützt in die Erfassungsposition der Greifköpfe verlagert ist. Nachfolgend werden die Horizontalstützmittel 33 aus ihrer Position unterhalb der Bearbeitungsstrecke WP in eine in Figur 4D gezeigte Position zurückgezogen. Daraufhin kann die Bearbeitung des langen Werkstücks W in verschiedenen Bearbeitungspositionen, wie mit einer Biegerichtmaschine, erfolgen, während das lange Werkstück an seinen Endbereichen von den Greifköpfen 8A und 8B temporär eingespannt ist. Aus Figur 4E ist ersichtlich, dass nach erfolgter Bearbeitung des langen Werkstücks dieses zusammen mit den Rollenböcken (30) und den Erfassungseinrichtungen 2A/B insgesamt (in der Zeichnung nach rechts) verlagert werden kann. Beim nachfolgenden Abtransport über einen Rollengang 3B kann die Werkstückabstützung über die wieder unter die Bearbeitungsstrecke WP verlagerten Horizontalstützmittel 33 erfolgen. Ein noch unbearbeitetes langes Werkstück unterschiedlicher Länge und/oder unterschiedlichen Querschnitts ist in dieser Darstellung bereits durch den Rollengang 3A bis zu einer Sperre 20 für den nächsten Bearbeitungszyklus vorgefahren.

    [0016] Wie aus Figur 5 ersichtlich, kann als Greifkopf eine Dreipunktlagerung mittels Rollen dienen, wie sie in der Baureihe ASV-L von MAE bereits verwendet werden. Bevorzugt werden aber neuartige Greifköpfe wie sie in Figuren 6 und 7 dargestellt sind und nachfolgend beschrieben werden.

    [0017] Figuren 6 und 7A-C zeigen einen Greifkopf 8 nach Art eines Zweibacken-Spannfutters. Ein Grundgehäuse 11 ist über vertikal bewegliche Führungswaagen 12 an den aus Figuren 1 bis 4 bekannten Erfassungseinrichtungen 2A, 2B befestigt und diesem gegenüber höhenverstellbar. Das Grundgehäuse 11 weist eine großflächige Mittenausnehmung 11 A zum Hindurchschieben von zu bearbeitenden Werkstücken W auf. An seiner der Bearbeitungsstrecke WP zugewandten Seite schließt sich an das Grundgehäuse 11 ein Drehkranz 13 an, welcher einen in seiner Umfangsrichtung um 360° drehbaren Drehkopf 14 trägt. Der Drehkranz 13 ist zum zumindest abschnittsweisen Hindurchführen des Werkstücks W insofern geeignet, als er umfangsseitig ein im Wesentlichen geschlossenes, ringartiges Bauteil umfasst, mittig jedoch zumindest eine Öffnung oder einen veränderbaren Durchlass. Die Drehung zwischen Grundgehäuse 11 und Drehkopf 14 erfolgt über eine umlaufende Verzahnung und einen Getriebemotor (nicht dargestellt), wobei sich der Drehkopf 14 relativ zum Grundgehäuse 11 um 360° oder auch endlos drehen kann. Der Drehkopf 14 nimmt zwei motorisch angetriebene Spindeln 15A, 15B in seitlicher und im vorliegenden und insoweit bevorzugten Fall nicht zentrischen Ausrichtung auf. Jede der beiden Spindeln ist mit einer von zwei einander gegenüberliegenden Spannbacken 18A, 18B verbunden, die entlang von Führungsschienen 16A, 16B und mit Führungswagen 17A, 17B unabhängig voneinander einstellbar sind. Die Führungsschienen 16A, 16B können auf einer der Seiten des Werkstücks W angeordnet sein oder (wie dargestellt) auf verschiedenen Seiten. Die Spannbacken fixieren das Werkstück W, das durch die offene Konstruktion zum Be- und Entladen in axialer Richtung kollisionsfrei durch das Spannfutter hindurch fahren kann. Greifköpfe mit Merkmalen der vorbezeichneten Art sind von eigenständig erfinderischer Bedeutung.

    [0018] Wie aus Figuren 7A-C ersichtlich, ist mit ein und demselben Spannbackenpaar das Spannen runder, quadratischer, rechteckiger aber auch anderer polygonen Querschnittsformen des Werkstücks möglich. Ohne manuellen Eingriff wird ein großer Spannbereich abgedeckt, so etwa runde und quadratische Stäbe im Abmessungsbereich 120 bis 150 mm oder rechteckige bis 120 x 600 mm. Die unabhängige Verstellbarkeit von Ober- und Unterbacke gleicht die unterschiedlichen Backengeometrien 19A, 19B (oben prismatisch und unten gerade) und Werkstückquerschnitte aus. Spannbacken mit Merkmalen der vorbezeichneten Art sind von eigenständig erfinderischer Bedeutung.

    [0019] In den Figuren sind zwar die Greifköpfe mit je zwei von einander verschiedenen Spannbacken dargestellt; es ist aber auch möglich, statt dessen drei oder mehr von einander verschiedenen Spannbacken zu verwenden, ohne das erfinderische Konzept zu verlassen.

    [0020] Bei Rundstäben wird zur besseren Zentrierung die prismatische Backe nach unten gedreht. Besonders vorteilhaft ist die freie Drehbarkeit. So können Rundstäbe rotierend vermessen werden und Formfehler sind so besser ausfilterbar. Die Rundlauffehler-Vektoren an Rundstäben können exakt nach oben positioniert werden, so dass der Richtvorgang optimal abläuft.

    [0021] Eine stirnseitige und schematische Ansicht einer Biegerichtmaschine 100 mit geschlossenem Maschinengestell 120 kann der Figur 8 entnommen werden. Innerhalb des Gestells 120 ist eine Führungsschiene 4B angeordnet, entlang derer die Greifköpfe 8A, 8B und/oder die Erfassungseinrichtungen 2A, 2B verfahrbar sind. Um insbesondere den Konturen der Ambosse 1 B, 1C und/oder des Richtkopfes 1 A auszuweichen, sind die Greifköpfe 8A, 8B entlang der Richtungspfeile 40, 45 vertikal, d. h. in der Höhe und/oder horizontal, d.h. im Wesentlichen senkrecht zur Wirkungslinie des Richtkopfes 1 A innerhalb des Gestells 120 verfahrbar.

    [0022] Eine schematische und stark vereinfachte Darstellung einer Ansicht auf eine vorzugsweise zu einer Seite offene Biegerichtmaschine 100 kann der Figur 9 entnommen werden, wobei das Gestell der Maschine im Profil eine etwa C-förmige Gestalt haben kann. Das Hineinführen des Werkstücks W kann entlang der Bearbeitungsstrecke WP erfolgen. Dies entspricht einem Weg entlang der gestrichelten Linie. Alternativ kann das Werkstück entlang dem Weg gemäß der durchgezogenen Linie in Figur 9 zunächst parallel zu der Bearbeitungsstrecke vor dem Pressengestell 1 angeordnet werden (d. h. vor der Öffnung des C-förmige Gestells), bevor es dann entlang des Richtungspfeils 40 in die Bearbeitungsposition verfahren wird, so dass seine Position nach dieser horizontalen Bewegung mit der Bearbeitungsstrecke WP übereinstimmt. Kollisionen der Greifköpfe 8A, 8B mit den Ambossen oder dem Richtkopf können so vermieden werden.
    BEZUGSZEICHENLISTE
    1 Pressengestell 17A Führungswagen
    1A Richtkopf 17B Führungswagen
    1B Richtamboss 18A Spannbacke
    1C Richtamboss 18B Spannbacke
    2A Erfassungseinrichtung 19A prismatische Backengeometrie
    2B Erfassungseinrichtung 19B gerade Backengeometrie
    3 Horizontalfördermittel 20 Sperre
    3A Rollgang 30 Rollenböcke
    3B Rollgang 33 Horizontalstützmittel
    4 Führungsschienen 40 horizontaler Richtungspfeil
    4A/B Führungsschienen 45 vertikaler Richtungspfeil
    5 Maschinenbasis 100 Biegerichtmaschine
    8 Greifkopf 120 Maschinengestell
    8A Greifkopf    
    8B Greifkopf EPA Verlängerung
    11 Grundgehäuse EPB Verlängerung
    11A Mittenausnehmung W Werkstück
    12 Führungswaagen WA Werkstückende
    13 Drehkranz WB Werkstückende
    14 Drehkopf WP Bearbeitungsstrecke
    15A Spindel WPA Kopfende der Bearbeitungs strecke
    15B Spindel
    16A Führungsschiene WPB Kopfende der Bearbeitungs strecke
    16B Führungsschiene



    Ansprüche

    1. Zu- und Abführvorrichtung zum Zu- und/oder Abführen eines langen Werkstücks (W) entlang einer Bearbeitungsstrecke in eine Bearbeitungsposition oder aus einer Bearbeitungsposition einer Bearbeitungsmaschine, wie einer Biegerichtmaschine,

    wobei das lange Werkstück (W), insbesondere an seinen beiden Enden, temporär von je einer Erfassungseinrichtung (2A, 2B) getragen wird,

    wobei in gerader Verlängerung (EPA, EPB) der Bearbeitungsstrecke (WP) sich an mindestens einem Kopfende (WPA, WPB) der Bearbeitungsstrecke (WP) ein Horizontalfördermittel (3) für das lange Werkstück (W) anschließt,

    wobei zumindest eine der Erfassungseinrichtungen (2A,2B) einen Greifkopf (8A,8B) zum kraftschlüssigen Ergreifen eines Endbereiches des von dem Horizontalfördermittel herbei geförderten Werkstücks (W) sowie Antriebsmittel zum Hereinziehen des ungerichteten Werkstücks (W) in die Bearbeitungsstrecke (WP) und zum Hinausschieben des gerichteten Werkstücks auf das mindestens eine Horizontalfördermittel mittels des Greifkopfes aufweist, und

    wobei der Greifkopf (8A, 8B) mittels mindestens einen Führungswagens (12) an der Erfassungseinrichtung (2A, 2B) für die Enden (WA, WB) des langen Werkstücks (W) höhenverstellbar ist,

    dadurch gekennzeichnet,
    dass das mindestens eine Horizontalfördermittel (3) ein Rollgang (3A, 3B) ist, dass der Greifkopf (8A, 8B) um ein Drehzentrum des Greifkopfes (8A, 8B) drehbar ist,
    dass der Greifkopf an die Höhe des Werkstückzentrums relativ zum mindestens einen Horizontalfördermittel (3) oder das mindestens eine Horizontalfördermittel (3) relativ zum Greifkopf an die Höhe des Werkstückzentrums anpassbar ist, dass der Greifkopf (8A, 8B) zwei voneinander unabhängig verstellbare um ein Drehzentrum des Greifkopfes drehbare Spannbacken (18A, 18B) aufweist, und
    dass ein die Spannbacken (18A, 18B) tragender Drehkopf (14) über einen innen hohlen, zum zumindest abschnittsweisen Hindurchführen des Werkstücks (W), Drehkranz (13) an ein innen hohles Grundgehäuse (11) angeschlossen ist,

    wobei der Greifkopf während eines Bearbeitungsschritts an dem langen Werkstück (W), den ergriffenen Werkstückende (WA, WB) folgend, zwängungsfrei verlagerbar ist.


     
    2. Zu- und Abführvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifkopf seitlich, insbesondere auf unterschiedlichen Seiten, an dem zu spannenden langen Werkstück (W) vorbei verlaufende Führungsschienen (16A, 16B) für die Spannbacken (18A, 18B) aufweist.
     
    3. Zu- und Abführvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanngeometrien der beiden Spannbacken (18A, 18B) sich voneinander unterscheiden.
     
    4. Zu- und Abführvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Spannbacke (18A) eine prismatische Spanngeometrie (19A) und die andere Spannbacke (18B) eine ebene Spanngeometrie (19B) aufweist.
     
    5. Zu- und Abführvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Erfassungseinrichtungen (2A, 2B) angeordnete, parallel zu diesen verfahrbare Rollenböcke (30) vorgesehen sind.
     
    6. Zu- und Abführvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass wahlweise unter die Bearbeitungsstrecke (WP) verlagerbaren Horizontalstützmittel (33) für das Zu- und Abführen des langen Werkstücks (W) vorgesehen sind.
     
    7. Biegerichtmaschine für ein langes Werkstück mit zwei Erfassungseinrichtungen (2A, 2B) zum Drehantrieb und zum temporären Abstützen eines horizontal angeordneten Werkstücks (W), insbesondere an seinen Endbereichen, zumindest während Zeitabschnitten zwischen den Biegerichtschritten in unterschiedlichen Werkstückpositionen,
    mit einem längs Pressengestell (1) mit mindestens zwei in Längsrichtung des Werkstücks (W) zwischen den Erfassungseinrichtungen (2A, 2B) mit Abstand voneinander - in Längsrichtung des Werkstücks (W) gesehen - angeordneten Richtambossen (1 B, 1 C) zur Abstützung des Werkstücks (W) gegen die in Querrichtung auf das Werkstück (W) drückenden Richtkräfte, und
    mit mindestens einem von der den Richtambossen (1 B, 1 C) gegenüberliegenden Seite her zwischen den Richtambossen gegen das Werkstück (W) gerichteten, die Richtkräfte erzeugenden, Richtstempel (Richtkopf 1A),

    wobei das Pressengestell (1) längs des Werkstücks oder das Werkstück (W) längs des Pressengestells (1) verlagerbar ist, und

    wobei die Erfassungseinrichtungen (2A, 2B) gewünschtenfalls höhen- und/oder abstandsveränderlich sind,

    bei der die Richtmittel gemeinsam mit den Erfassungseinrichtungen eine Bearbeitungsstrecke (WP) definieren, und
    bei der gegebenenfalls eine Schienenführung (4; 4A) vorgesehen ist, auf der das Pressengestell (1) längs des Werkstücks (W) verfahrbar ist,
    gekennzeichnet durch
    eine Einrichtung zum Zu- und Abführen der langen Werkstücke (W) nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
     
    8. Verfahren zum Biegerichten von langen Werkstücken mittels einer längs des Werkstücks (W) verfahrbaren Presseneinheit, bei dem zwischen den Biegerichtschritten, welche in verschiedenen Positionen an dem langen Werkstück durchgeführt werden, das lange Werkstück an seinen Endbereichen (WA, WB) von höhen- und abstandsveränderlichen Erfassungseinrichtungen (2A, 2B) abgestützt und
    ggf. um eine horizontale Drehachse gedreht wird, dadurch gekennzeichnet, dass
    das lange Werkstück
    mit einem in der Verlängerung der Bearbeitungsstrecke (WP) sich erstreckenden Horizontalfördermittel (3) bis zum Beginn oder in die Nähe des
    Beginns der Bearbeitungsstrecke horizontal verfahren wird, wobei lange Werkstück in dem als höhenverstellbarer Rollgang gebildeten Horizontalfördermittel (3) gerollt wird,
    durch einen drehbaren Greifkopf (8A, 8B) einer ersten Erfassungseinrichtung (2A) hindurch und bis zu einer daneben liegenden zweiten Erfassungseinrichtung (2B) vorgeschoben wird, wobei der Greifkopf (8A, 8B) um ein Drehzentrum des Greifkopfes drehbar ist, wobei der Greifkopf (8A, 8B) zwei voneinander unabhängig verstellbare um ein Drehzentrum des Greifkopfes drehbare Spannbacken (18A, 18B) aufweist und wobei ein die Spannbacken (18A, 18B) tragender Drehkopf (14) über einen innen hohlen, zum zumindest abschnittsweisen Hindurchführen des Werkstücks, Drehkranz (13) an ein innen hohles Grundgehäuse (11) angeschlossen ist,
    von einem Greifkopf (8A, 8B) der zweiten Erfassungseinrichtung (2B) kraftschlüssig im Bereich des voreilenden Werkstücksendes ergriffen wird, mittels des zweiten Greifkopfes (8A, 8B) entlang von parallel zur Bearbeitungsstrecke angeordneten Führungen von der zugehörenden Erfassungseinrichtung (2A, 2B) in die Bearbeitungsstrecke (WP) herein gezogen wird, nach abgeschlossener Bearbeitung auf das zuführende Horizontalfördermittel (3) oder auf ein dem zuführenden Horizontalfördermittel (3) gegenüberliegendes abführendes Horizontalfördermittel (3) in gerader Verlängerung der Bearbeitungsstrecke (WP) aus der Bearbeitungsstrecke heraus mittel eines der Greifköpfe (8A, 8B) verschoben wird, wobei der Greifkopf (8A, 8B) während eines Bearbeitungsschritts an dem langen Werkstück, den ergriffenen Werkstückende folgend, zwängungsfrei verlagert wird, und mit dem Greifkopf (8A, 8B) mittels mindestens einem Führungswagens (17A, 17B) an der Erfassungseinrichtung (2A, 2B) für die Enden (WA, WB) des langen Werkstücks (W) in der Höhe verstellt wird, wobei der Greifkopf (8A, 8B) an die Höhe des Werkstückzentrums relativ zum mindestens einen Horizontalfördermittel (3) oder das mindestens eine Horizontalfördermittel (3) relativ zum Greifkopf (8A, 8B) an die Höhe des Werkstückzentrums angepasst wird.
     


    Claims

    1. A feeding and removing device for feeding and/or removing a long workpiece (W) along a processing line into a processing position or from a processing position of a processing machine, such as a straightening machine,
    wherein the long workpiece (W), in particular its two ends, are temporarily carried by one detection means (2A, 2B) each,
    wherein a horizontal conveying means (3) for the long workpiece (W) adjoins at least one head end (WPA, WPB) of the processing line (WP) in a straight elongation (EPA, EPB) of the processing line (WP),
    wherein at least one of the detection means (2A, 2B) exhibits a gripping head (8A, 8B) for frictionally gripping an end region of the workpiece (W) brought in by the horizontal conveying means, as well as driving means for pulling the undirected workpiece (W) into the processing line (WP) and pushing out the directed workpiece onto the at least one horizontal conveying means with the gripping head, and
    wherein the height of the gripping head (8A, 8B) can be adjusted by means of at least one guiding wagon (12) on the detection means (2A, 2B) for the ends (WA, WB) of the long workpiece (W,
    characterized in that
    the at least one horizontal conveying means (3) is a roller bed (3A, 3B), that the gripping head (8A, 8B) can be turned around a center of rotation of the gripping head (8A, 8B),
    that the gripping head can be adjusted to the height of the workpiece center relative to the at least one horizontal conveying means (3) or the at least one horizontal conveying means (3) can be adjusted to the height of the workpiece center relative to the gripping head, that the gripping head (8A, 8B) exhibits two clamping jaws (18A, 18B) that can be adjusted independently of each other and turned around a center of rotation of the gripping head, and
    that a rotating head (14) carrying the clamping jaws (18A, 18B) is coupled with an internally hollow base housing (11) by means of an internally hollow live ring (13) for guiding through at least sections of the workpiece (W),
    wherein the gripping head can be unconstrainedly displaced on the long workpiece (W) during a processing step, trailing the gripped workpiece end (WA, WB).
     
    2. The feeding and removing device according to claim 1, characterized in that guiding rails (16A, 16B) for the clamping jaws (18A, 18B) that run past the long workpiece (W) to be clamped are provided on the side, in particular on varying sides, of the gripping head.
     
    3. The feeding and removing device according to claim 1 or 2, characterized in that the clamping geometries of the two clamping jaws (18A, 18B) differ from each other.
     
    4. The feeding and removing device according to one of claims 1 to 3, characterized in that the clamping jaw (18A) exhibits a prismatic clamping geometry (19A), and the other clamping jaw (18B) exhibits a flat clamping geometry (19B).
     
    5. The feeding and removing device according to one of claims 1 to 4, characterized in that roller blocks (30) situated between the two detection means (2A, 2B) and traversable parallel thereto are provided.
     
    6. The feeding and removing device according to claim 5, characterised in that horizontal support means (33) are provided for feeding and removing the long workpiece (W) that can optionally be displaced under the processing line (WP).
     
    7. A straightening machine for a long workpiece with two detection means (2A, 2B) for rotationally driving and temporarily supporting a horizontally arranged workpiece (W), in particular at its end regions, at least for time intervals between the straightening steps in varying workpiece positions,
    with a longitudinal press frame (1) with at least two straightening anvils (1B, 1C) arranged in the longitudinal direction of the workpiece (W) between the detection means (2A, 2B) spaced one apart from each other as viewed in the longitudinal direction of the workpiece (W) for supporting the workpiece (W) against the straightening forces pressing on the workpiece (W) in the transverse direction, and
    with at least one straightening stamp (straightening head 1A), which is directed from the side lying opposite the straightening anvils (1B, 1C) against the workpiece (W) between the straightening anvils, and generates the straightening forces,
    wherein the press frame (1) can be displaced along the workpiece the workpiece (W) can be displaced along the press frame (1), and
    wherein the detection means (2A, 2B) can be adjusted in terms of height and/or distance, if desired,
    in which the straightening means in conjunction with the detection means define a processing line (WP), and in which a rail guide (4; 4A) is potentially provided, on which the press frame (1) can traverse along the workpiece (W),
    characterized by
    a device for feeding and removing the long workpieces (W) according to one of claims 1 to 6.
     
    8. A method for straightening long workpieces by means of a pressing unit that can traverse along the workpiece (W), in which, between the bending steps performed in varying positions on the long workpiece, the detection means (2A, 2B) that can be adjusted in terms of height and distance support the end regions (WA, WB) of the long workpiece and potentially turn it around a horizontal rotational axis,
    characterized in that
    the long workpiece is horizontally traversed by means of a horizontal conveying means (3) extending in the elongation of the processing line (WP) until the beginning or until close to the beginning of the processing line, wherein the long workpiece is rolled in the horizontal conveying means (3) designed as a height-adjustable roller bed, pushed forward through a rotatable gripping head (8A, 8B) of a first detection means (2A) and up until the a second detection means (2B) lying adjacent thereto, wherein the gripping head (8A, 8B) can be turned around a center of rotation of the gripping head, wherein the gripping head (8A, 8B) exhibits two clamping jaws (18A, 18B) that can be adjusted independently of each other and turned around a center of rotation of the gripping head, and wherein a rotating head (14) carrying the clamping jaws (18A, 18B) is coupled with an internally hollow base housing (11) by means of an internally hollow live ring (13) for guiding through at least sections of the workpiece,
    non-positively gripped by a gripping head (8A, 8B) of the second detection means (2B) in the area of the leading workpiece end,
    pulled in by means of the second gripping head (8A, 8B) along guides arranged parallel to the processing line from the accompanying detection means (2A, 2B) into the processing line (WP),
    once processing is complete, pushed out of the processing line onto the feeding horizontal conveying means (3) or onto a discharging horizontal conveying means (3) lying opposite the feeding horizontal conveying means (3) in a straight elongation of the processing line (WP) by means of one of the gripping heads (8A, 8B), wherein the gripping head (8A, 8B) is unconstrainedly displaced on the long workpiece during a processing step, trailing the gripped workpiece end, and
    adjusted in terms of height with the gripping head (8A, 8B) by means of at least one guiding wagon (17A, 17B) on the detection means (2A, 2B) for the ends (WA, WB) of the long workpiece (W), wherein the gripping head (8A, 8B) is adjusted to the height of the workpiece center relative to at least one horizontal conveying means (3) or that at least one horizontal conveying means (3) is adjusted to the height of the workpiece center relative to the gripping head (8A, 8B).
     


    Revendications

    1. Dispositif d'amenage et d'évacuation destiné à amener et à évacuer une longue pièce d'oeuvre (W) le long d'un trajet d'usinage dans une position d'usinage ou à partir d'une position d'usinage d'une machine d'usinage, telle qu'une machine à dresser,
    notamment sur ses deux extrémités, la longue pièce d'oeuvre (W) étant temporairement portée par chaque fois un système de préhension (2A, 2B),
    dans le prolongement (EPA, EPB) rectiligne du trajet d'usinage (WP) se raccordant à au moins une extrémité de tête (WPA, WPB) du trajet d'usinage (WP) un moyen de convoyage (3) horizontal pour la longue pièce d'oeuvre (W),
    au moins l'un des systèmes de préhension (2A, 2B) comportant une tête de préhension (8A, 8B) pour la préhension par complémentarité de forme d'une zone d'extrémité de la pièce d'oeuvre (W) ramenée par le moyen de convoyage horizontal, ainsi que des moyens d'entraînement pour faire rentrer la pièce d'oeuvre (W) non dressée dans le trajet d'usinage (WP) et pour pousser vers l'extérieur la pièce d'oeuvre dressée sur l'au moins un moyen de convoyage horizontal, à l'aide de la tête de préhension et
    la tête de préhension (8A, 8B) étant réglable en hauteur à l'aide d'au moins un chariot de guidage (12) sur le système de préhension (2A, 2B) pour les extrémités (WA, WB) de la longue pièce d'oeuvre (W),
    caractérisé
    en ce que l'au moins un moyen de convoyage (3) horizontal est un train de rouleaux (3A, 3B), en ce que la tête de préhension (8A, 9B) est rotative autour d'un centre de rotation de la tête de préhension (8A, 8B),
    en ce que la tête de préhension est adaptable à la hauteur du centre de la pièce d'oeuvre, par rapport à l'au moins un moyen de convoyage (3) horizontal ou l'au moins un moyen de convoyage (3) horizontal est adaptable à la hauteur du centre de la pièce d'oeuvre, par rapport à la tête de préhension, en ce que la tête de préhension (8A, 8B) comporte deux mâchoires de serrage (18A, 18B) réglables indépendamment, rotatives autour d'un centre de rotation de la tête de préhension et
    en ce qu'une tête rotative (14) portant les mâchoires de serrage (18A, 18B) est raccordée par l'intermédiaire d'une couronne rotative (13) creuse à l'intérieur, pour faire passer au moins par sections la pièce d'oeuvre (W) à un bâti (11) à l'intérieur creux,
    pendant une étape d'usinage, la tête de préhension étant déplaçable sans contraintes sur la longue pièce d'oeuvre (W), en suivant l'extrémité (WA, WB) de la pièce d'oeuvre saisie.
     
    2. Dispositif d'amenage et d'évacuation selon la revendication 1, caractérisé en ce que la tête de préhension comporte des coulisses (16A, 16B) passant latéralement, notamment sur différents côtés devant la longue pièce d'oeuvre (W) qui doit être serrée pour les mâchoires de serrage (18A, 18B).
     
    3. Dispositif d'amenage et d'évacuation selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que les géométries de serrage des deux mâchoires de serrage (18A, 18B) sont différentes l'une de l'autre.
     
    4. Dispositif d'amenage et d'évacuation selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'une (18A) des mâchoires de serrage présente une géométrie de serrage (19A) prismatique et l'autre mâchoire de serrage (18B) présente une géométrie de serrage (19B) plane.
     
    5. Dispositif d'amenage et d'évacuation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des supports à rouleaux (30) placés entre les deux systèmes de préhension (2A, 2B), déplaçables à la parallèle de ces derniers sont prévus.
     
    6. Dispositif d'amenage et d'évacuation selon la revendication 5, caractérisé en ce que des moyens d'appui (33) horizontaux déplaçables au choix sous le trajet d'usinage (WP) sont prévus pour l'amenage et pour l'évacuation de la longue pièce d'oeuvre (W).
     
    7. Machine à dresser pour une longue pièce d'usinage, avec deux systèmes de préhension (2A, 2B) pour l'entraînement en rotation et pour l'appui temporaire d'une pièce d'oeuvre (W) placée à l'horizontale, notamment sur ses zones d'extrémité, au moins pendant des intervalles de temps entre les étapes de dressage dans différentes positions de la pièce d'oeuvre,
    avec un châssis de presse (1) longitudinal avec au moins deux enclumes de dressage (1B, 1C) placées dans la direction longitudinale de la pièce d'oeuvre (W) entre les systèmes de préhension (2A, 2B) avec un écart mutuel (vues dans la direction longitudinale de la pièce d'oeuvre (W) pour soutenir la pièce d'oeuvre (W) à l'encontre des forces de dressage appuyant sur la pièce d'oeuvre (W) dans la direction transversale et
    avec au moins un poinçon de dressage (tête de dressage 1A), créant à partir du côté opposé aux enclumes de dressage (1B, 1C) entre les enclumes de dressage les forces de dressage orientées contre la pièce d'oeuvre (W),
    le châssis de presse (1) étant déplaçable le long de la pièce d'oeuvre ou la pièce d'oeuvre (W) étant déplaçable le long du châssis de presse (1) et
    les systèmes de préhension (2A, 2B) étant si souhaité réglables en hauteur et réglables en écartement,
    sur laquelle les moyens de dressage définissent en commun avec les systèmes de préhension un trajet d'usinage (WP) et
    sur laquelle le cas échéant, il est prévu une coulisse (4 ; 4a) sur laquelle le châssis de presse (1) est déplaçable le long de la pièce d'oeuvre (W),
    caractérisée par
    un système pour amener et évacuer les longues pièces d'oeuvre (W) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6.
     
    8. Procédé destiné à dresser des longues pièces d'oeuvre à l'aide d'une unité de presse déplaçable le long de la pièce d'oeuvre (W), lors duquel entre les étapes de dressage, lesquelles sont réalisées dans différentes positions sur la longue pièce d'oeuvre, la longue pièce d'oeuvre est soutenue sur ses zones d'extrémité (WA, WB) par des systèmes de préhension (2A, 2B) réglables en hauteur et en écartement et le cas échéant, tournée autour d'un axe de rotation horizontal,
    caractérisé en ce que par un moyen de convoyage (3) horizontal s'étendant dans le prolongement du trajet d'usinage (WP), la longue pièce d'oeuvre est déplacée à l'horizontale au début ou à proximité du début du trajet d'usinage, la longue pièce d'oeuvre étant roulée dans le moyen de convoyage (3) horizontal formé en tant que train de rouleaux réglable en hauteur,
    par une tête de préhension (8A, 8B) rotative est poussée à travers un premier système de préhension (2A) et jusqu'à un deuxième système de préhension (2B) situé à côté, la tête de préhension (8A, 8B) étant rotative autour d'un centre de rotation de la tête de préhension, la tête de préhension (8A, 8B) comportant deux mâchoires de serrage (18A, 18B) réglables indépendamment l'une de l'autre, rotatives autour d'un centre de rotation de la tête de préhension et une tête rotative (14) portant les mâchoires de serrage (18A, 18B) étant raccordée par l'intermédiaire d'une couronne rotative (13) creuse à l'intérieur, pour faire passer au moins par sections la pièce d'oeuvre à un bâti (11) à l'intérieur creux,
    étant saisie par complémentarité de force par une tête de préhension (8A, 8B) du deuxième système de préhension (2B) dans la zone de l'extrémité de la pièce d'oeuvre qui précède,
    à l'aide de la deuxième tête de préhension (8A, 8B) étant tirée à l'intérieur du trajet d'usinage (WP), le long de guidages du système de préhension (2A, 2B) associé, placés à la parallèle du trajet d'usinage, après achèvement de l'usinage, étant poussée sur le moyen de convoyage (3) horizontal d'amenage ou sur un moyen de convoyage (3) horizontal d'évacuation opposé au moyen de convoyage (3) horizontal d'amenage dans le prolongement rectiligne du trajet d'usinage (WP) hors du trajet d'usinage à l'aide de l'une des têtes de préhension (8A, 6B), pendant une étape d'usinage sur la longue pièce d'oeuvre, en suivant l'extrémité de la pièce d'oeuvre saisie, la tête de préhension (8A, 8B) étant déplacée sans contraintes et
    avec la tête de préhension (8A, 8B), à l'aide d'au moins un chariot de guidage (17A, 17B) sur le système de préhension (2A, 2B) pour les extrémités (WA, WB) de la longue pièce d'oeuvre (W), étant ajustée en hauteur, la tête de préhension (8A, 8B) étant adaptée à la hauteur du centre de la pièce d'oeuvre par rapport à l'au moins un moyen de convoyage (3) horizontal ou l'au moins un moyen de convoyage (3) horizontal étant adapté par rapport à la tête de préhension (8A, 8B) à la hauteur du centre de la pièce d'oeuvre.
     




    Zeichnung





























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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