[0001] Die Erfindung betrifft ein Grundgerüst für einen Schirm, insbesondere Sonnenschirm,
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung einen Schirm
mit einem derartigen Grundgerüst. Ein Grundgerüst der eingangs genannten Art ist beispielsweise
aus
EP 0 587 529 B1 bekannt.
[0002] EP 0 587 529 B1 beschreibt einen Sonnenschirm mit einem Grundgerüst, das einen zentralen Mast aufweist,
an dessen Kopfteil Tragstäbe bzw. Dachstreben so angelenkt sind, dass die Dachstreben
in einem ausgelenkten Zustand eine Schirmfläche aufspannen. Die Dachstreben tragen
eine Textilbespannung, die die Abschirmung bewirkt. Um eine möglichst große Schirmfläche
bereitzustellen, sind die Dachstreben aus zwei zueinander im Schiebeeingriff stehenden
Stabelementen gebildet. Dabei kann ein äußeres Stabelement gegenüber einem inneren
Stabelement ausgezogen werden, wodurch sich der Durchmesser der Schirmfläche entsprechend
vergrößert.
[0003] Für die Stabilität des Schirms sind ferner Stützstäbe vorgesehen, die sich zwischen
den Dachstreben, insbesondere jeweils den äußeren Stabelementen und dem Mast erstrecken.
Die Stützstäbe sind insbesondere mit einem Führungselement gelenkig gekoppelt, das
entlang des Masts verschiebbar ist. Die Stützstäbe sind ferner gelenkig mit dem äußeren
Stabelement der Tragstäbe bzw. Dachstreben gekoppelt. Auf diese Weise wird einerseits
die Stabilität des Schirms erhöht und andererseits eine abhängige Bewegung zwischen
den Stabelementen der Tragstäbe bzw. Dachstreben und den Stützstäben bewirkt.
[0004] Bei dem bekannten Schirm erfolgt das Aufspannen der Schirmfläche durch die vertikale
Bewegung des Führungselements entlang des Mastes. Insbesondere wird durch eine vertikale
Aufwärtsbewegung des Führungselements der Stützstab, insbesondere ein äußeres Ende
des Stützstabs, in radialer Richtung vom Mast weg bewegt, wodurch gleichzeitig der
Tragstab bzw. die Dachstrebe nach oben geklappt wird. Wenn nun das äußere Stabelement
der Dachstrebe nach außen verschoben wird, um die Schirmfläche zu vergrößern, wird
aufgrund der Abhängigkeit der Bewegungen zwischen Tragelement und Stützstab gleichzeitig
die Neigung der Schirmfläche, also der Tragstäbe bzw. Dachstreben verstellt. Das hat
den Nachteil, dass die Variationsmöglichkeiten, beispielsweise für Schirmgeometrien,
bei dem bekannten Schirm begrenzt sind. Unterschiedliche Schirmgeometrien sind jedoch
vor allem im Veranstaltungsbereich, wobei der Schirm auch als optischer Blickfänger
dient und als Werbeträger genutzt werden kann, gewünscht.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Grundgerüst für einen Schirm, insbesondere
Sonnenschirm, anzugeben, mit dem eine möglichst große Anzahl unterschiedlicher Schirmgeometrien
realisierbar sind. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, einen Schirm mit einem derartigen
Grundgerüst anzugeben.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich des Grundgerüsts durch den Gegenstand
des Patentanspruchs 1 und hinsichtlich des Schirms durch den Gegenstand des Patentanspruchs
14 gelöst.
[0007] Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, ein Grundgerüst für einen Schirm, insbesondere
Sonnenschirm, mit einem zentralen Mast und Dachstreben zur Bespannung mit einer Dachhaut
anzugeben, wobei die Dachstreben ein inneres Tragelement, das mit dem Mast drehgelenkig
gekoppelt ist, und ein wenigstens äußeres Tragelement aufweisen, das entlang des inneren
Tragelements verschiebbar gelagert ist. Zwischen dem Mast und jeweils einer Dachstrebe
ist ein Stützstab angeordnet, der einerseits entlang des Masts verschiebbar gelagert
und andererseits mit der Dachstrebe drehgelenkig gekoppelt ist. Erfindungsgemäß ist
der Stützstab an dem inneren Tragelement angelenkt.
[0008] Durch die Anlenkung des Stützstabs am inneren Tragelement wird vorteilhaft erreicht,
dass die äußeren Tragelemente unabhängig von einer Bewegung des Stützstabs gegenüber
den inneren Tragelementen verschiebbar sind. Konkret sind also die äußeren Tragelemente
und die Stützstäbe unabhängig voneinander bewegbar. Dadurch wird die Variationsvielfalt
an Schirmgeometrien signifikant gesteigert. Beispielsweise können einige der äußeren
Tragelemente weiter gegenüber den inneren Tragelementen ausgezogen sein als andere
äußere Tragelemente. Auf diese Weise können beispielsweise sternförmige, halbkreisförmige,
quadratische, rechteckige oder annähernd ovale Schirmgeometrien realisiert werden.
Durch die verschiebbare Lagerung des Stützstabs am Mast ist weiterhin ein einfaches
Aufspannen und Zusammenklappen des Grundgerüsts möglich.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Insbesondere ist vorteilhaft vorgesehen, die Dachstreben an einem Kopfteil des Mastes
anzuordnen, um die volle Höhe des Mastes zu nutzen. Zwar kann grundsätzlich vorgesehen
sein, dass der Mast über die von den Dachstreben aufgespannte Schirmfläche hinausragt,
um beispielsweise eine Werbefläche, beispielsweise eine Fahne, anzubringen. Die Anordnung
der Dachstreben an dem Kopfteil des Masts ermöglicht jedoch die volle Nutzung der
Masthöhe und somit einen insgesamt kompakten Aufbau, wobei gleichzeitig eine zweckmäßige
Durchgangshöhe unter den Dachstreben sichergestellt ist.
[0011] Um das erfindungsgemäße Grundgerüst transportabel zu gestalten, ist vorteilhaft vorgesehen,
dass die Tragelemente durch Hohlstäbe gebildet sind. Durch die Verwendung von Hohlstäben
wird das Gewicht des Grundgerüsts insgesamt reduziert, so dass das Grundgerüst leicht
zu transportieren ist.
[0012] Das äußere Tragelement der Dachstreben kann teleskopartig in das innere Tragelement
einschiebbar sein, wodurch die Konstruktion des Grundgerüsts einerseits vereinfacht
und andererseits in vorteilhafter Weise kompakt gehalten ist. Überdies ist durch die
teleskopartige Verbindung zwischen den Tragelementen das Schiebegelenk zwischen den
Tragelementen gut vor Verschmutzung geschützt, wodurch die Standfestigkeit und die
Handhabbarkeit des Grundgerüsts verbessert werden.
[0013] Ebenso kann der Mast wenigstens zwei Mastelemente aufweisen, die teleskopartig zueinander
verschiebbar gelagert sind. Dadurch wird einerseits die Handhabbarkeit verbessert
und andererseits das Packmaß des Grundgerüsts in einem zusammengeklappten Zustand
reduziert. Das Grundgerüst lässt sich auf diese Weise einfach transportieren.
[0014] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Stützstab lösbar mit dem Mast
und/oder der Dachstrebe verbunden. Durch die lösbare Verbindung zwischen Stützstab
und Mast und/oder Dachstrebe wird die Variationsvielfalt der möglichen Schirmgeometrien
nochmals gesteigert. Insbesondere können einzelne Stützstäbe gelöst bzw. ausgehängt
werden, so dass die zugeordneten Dachstreben nicht aufgespannt werden. Vielmehr liegen
die Dachstreben, die nicht durch einen Stützstab gehalten sind, am Mast an. Auf diese
Weise kann beispielsweise eine halbkreisförmige Schirmgeometrie realisiert werden,
wobei auf der einen Hälfte der Schirmfläche einige Stützstäbe entfernt sind und die
Dachstreben dort am Mast anliegen. Dadurch wird ermöglicht, das Grundgerüst bzw. den
Schirm an andere Bauten, beispielsweise Zelte, Hauswände oder dergleichen, anzuschließen.
[0015] Der Stützstab kann durch wenigstens zwei Stützelemente gebildet sein, die zueinander
verschiebbar gelagert sind. Vorzugsweise können die Stützelemente teleskopartig ineinander
verschiebbar sein. Die Trennung des Stützstabs in zwei zueinander verschiebbare Stützelemente
ermöglicht die individuelle Einstellung des Neigungswinkels einzelner Dachstreben.
Auf diese Weise können weitere, beliebig komplexe Schirmgeometrien realisiert werden.
Beispielsweise ist ein Schirm mit einer im Wesentlichen wellenförmigen Schirmfläche
denkbar.
[0016] Der Stützstab ist vorzugsweise an einer Gleithülse angelenkt, die entlang des Masts
verschiebbar gelagert ist. Insbesondere können alle Stützstäbe an derselben Gleithülse
angelenkt sein. Durch eine Bewegung der Gleithülse, an der alle Stützstäbe angelenkt
sind, kann die Schirmfläche einfach und schnell aufgespannt oder zusammengeklappt
werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass jedem Stützstab eine einzelne Gleithülse
bzw. allgemein ein einzelnes Gleitelement zugeordnet ist, das entlang des Masts verschiebbar
gelagert ist. Somit können durch unterschiedliche Verschiebung der einzelnen Gleithülsen
bzw. Gleitelemente unterschiedliche Neigungen der Dachstreben eingestellt werden.
Dies ist auch bei einer einteiligen Ausführung des Stützstabs möglich.
[0017] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Grundgerüsts sind die Mastelemente
und/oder die Tragelemente und/oder die Stützelemente jeweils durch Profilrohre gebildet,
die teleskopartig zueinander verschiebbar gelagert sind. Konkret kann das gesamte
Grundgerüst aus Profilrohren gebildet sein, wobei die Profilrohre unterschiedliche
Querschnittsdurchmesser aufweisen, um teleskopartig ineinander zu greifen.
[0018] Die Profilrohre können grundsätzlich verschiedene Querschnittsprofile aufweisen.
Beispielsweise können die Profilrohre ein rundes, ovales oder mehrkantiges, insbesondere
vierkantiges, sechskantiges, oder achtkantiges Querschnittsprofil aufweisen. Bevorzugte
Materialien für die Profilrohre sind Aluminium, Stahl, Kunststoff, Fiberglas oder
Karbon. Die Verwendung von im Wesentlichen gleichartigen Profilrohren zur Konstruktion
des Masts, der Dachstreben und der Stützstäbe vereinfacht die Konstruktion des Grundgerüsts
maßgeblich. Ferner ermöglicht die Verwendung von Profilrohren, die vorzugsweise als
Hohlprofile ausgebildet sind, eine Gewichtsreduktion, so dass das Grundgerüst leicht
transportabel ist.
[0019] Die Profilrohre und/oder die Gleithülse können jeweils in wenigstens einer Auszugsposition
arretierbar sein. Vorzugsweise kommt hierbei eine Druckbolzenverriegelung, eine Steckbolzenanordnung
oder dergleichen Arretierungsvorrichtung zum Einsatz. Grundsätzlich können die Tragelemente
der Dachstreben, die Stützelemente der Stützstäbe und/oder die Mastelemente des Masts
in wenigstens einer Auszugsposition arretiert bzw. verriegelt werden. Die Verriegelung
erfolgt vorzugsweise bei allen Konstruktionselementen des Grundgerüsts durch eine
einheitliche Verriegelungsmechanik, insbesondere eine Druckbolzenverriegelung. Dasselbe
gilt für die Gleithülse, die entlang des Masts verschiebbar gelagert ist und ebenfalls
durch eine Druckbolzenverriegelung oder Steckbolzenanordnung in wenigstens einer Auszugsposition
bzw. Verschiebeposition am Mast arretierbar ist. Die einheitliche Verriegelungsmechanik,
vorzugsweise als Druckbolzenverriegelung ausgebildet, vereinfacht die Konstruktion
des Schirms und ermöglicht ein schnelles Aufbauen des Grundgerüsts bzw. des Schirms.
Insbesondere hat die Druckbolzenverriegelung den Vorteil, dass die Profilrohre vollständig
voneinander trennbar sind. Dasselbe gilt für die Gleithülse, die ebenfalls vollständig
vom Mast trennbar ist. Für den Transport kann das Grundgerüst daher in Einzelteile
zerlegt werden, wodurch das Packmaß weiter verringert wird.
[0020] Die Druckbolzenverriegelung kann einen Druckbolzen aufweisen, der durch ein Federelement,
insbesondere eine V-förmige Blattfeder vorgespannt ist. Das Federelement ist vorzugsweise
innerhalb eines Profilrohrs angeordnet. In einem Verriegelungszustand erstreckt sich
der Druckbolzen vorzugsweise durch seitliche Druckbolzenöffnungen zweier zueinander
verschiebbarer Profilrohre. Dasselbe gilt für die entlang des Masts verschiebbare
Gleithülse, die ebenfalls eine Druckbolzenöffnung bzw. Steckbolzenöffnung aufweisen
kann, in die ein Druckbolzen bzw. Steckbolzen der in einem Mastelement angeordneten
Druckbolzenverriegelung bzw. Steckbolzenanordnung eingreift, um die Gleithülse in
der Position zu arretieren.
[0021] Die Profilrohre, die die Tragelemente und/oder die Stützelemente und/oder die Mastelemente
des Grundgerüsts bilden, können Druckbolzenöffnungen umfassen, wobei in einem Teil
der Profilrohre ferner federvorgespannte Druckbolzen angeordnet sind. Die Druckbolzen
durchgreifen die Druckbolzenöffnung des jeweils zugeordneten Profilrohrs. Zur Verbindung
zweier Profilrohre werden die Druckbolzen gegen die Federvorspannung nach innen gedrückt,
so dass die Druckbolzen bündig mit der Außenumfangsfläche des jeweiligen Profilrohrs
abschließen. Das mit dem federvorgespannten Druckbolzen versehene Profilrohr wird
in ein weiteres Profilrohr eingeführt und in dem weiteren Profilrohr solange verschoben,
bis der Druckbolzen die Druckbolzenöffnung des weiteren Profilrohrs erreicht. Durch
die Federvorspannung des Druckbolzens schnellt der Druckbolzen durch die Druckbolzenöffnung
des weiteren Profilrohrs vor, so dass die beiden Profilrohre miteinander verriegelt
sind. Dabei erstreckt sich der Druckbolzen durch die seitlichen Druckbolzenöffnungen
beider miteinander verriegelter Profilrohre.
[0022] Grundsätzlich kann die Arretierung der Profilrohre gegeneinander bzw. der Gleithülse
am Mast auf dem Steckverbinderprinzip beruhen, das in der nachveröffentlichten europäischen
Patentanmeldung Nr.
11 191 089.9 die auf die Anmelderin zurückgeht, ausführlich und detailliert beschrieben ist. Der
Inhalt dieser Anmeldung wird in vollem Umfang, mindestens jedoch im Umfang der Seiten
7-10, unter Bezugnahme in die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Variante weist das Grundgerüst einen Standfuß auf,
der mit dem Mast, insbesondere dem unteren Mastelement, lösbar verbunden bzw. verbindbar
ist. Der Standfuß verleiht dem Grundgerüst ausreichende Stabilität, so dass das Grundgerüst
bzw. der aus dem Grundgerüst gebildete Schirm frei aufstellbar ist. Eine Verankerung
des Grundgerüsts, beispielsweise im Boden, wird dadurch vermieden. Dies ermöglicht
ein schnelles und unkompliziertes Aufstellen des Grundgerüsts bzw. Schirms.
[0024] Gemäß einem nebengeordneten Aspekt beruht die Erfindung auf dem Gedanken, einen Schirm,
insbesondere Sonnenschirm, mit einem zuvor beschriebenen Grundgerüst und einer flexiblen
Dachhaut anzugeben, die mit den Dachstreben lösbar verbunden oder verbindbar ist.
[0025] Die flexible Dachhaut kann unterschiedliche Materialien aufweisen und umfasst vorzugsweise
Polyester, PVC, Fahnenstoff und/oder beschichtete bzw. unbeschichtete Stoffe. Die
Verbindung zwischen der flexiblen Dachhaut und den Dachstreben wird auf vielfältige
Weise ermöglicht. Beispielsweise kann die Dachhaut mit den Dachstreben steckverbindbar
sein. Dazu sind vorzugsweise entsprechende Plastiksteckteile vorgesehen. Alternativ
kann die Dachhaut mittels Klettverschlüssen, Gummibändern, Spannbändern oder Reisverschlüssen
mit den Dachstreben verbindbar sein. Eine weitere Alternative bietet eine Zickzackverschnürung,
die die Dachhaut mit den Dachstreben verbindet. Generell kann vorgesehen sein, dass
je nach eingestellter Schirmgeometrie entsprechend geformte Dachhäute mit den Dachstreben
verbunden werden.
[0026] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beigefügten, schematischen Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1:
- eine Seitenansicht einer achtarmigen Variante des erfindungsgemäßen Grundgerüsts gemäß
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 1a:
- eine Detailansicht des Mastes des Grundgerüsts gemäß Fig. 1;
- Fig. 1b:
- eine Detailansicht der Gleithülse des Grundgerüsts gemäß Fig. 1;
- Fig. 2:
- eine Draufsicht auf das Grundgerüst gemäß Fig. 1;
- Fig. 3:
- eine weitere Seitenansicht des Grundgerüsts gemäß Fig. 1;
- Fig. 3a:
- eine Detailansicht der Stützstreben des Grundgerüsts gemäß Fig. 3;
- Fig. 3b, 3c:
- jeweils eine Detailansicht der Verbindung zwischen den Tragelementen der Dachstreben
des Grundgerüsts gemäß Fig. 3;
- Fig. 4:
- eine Seitenansicht des Grundgerüsts gemäß Fig. 1 in einem zusammengeklappten Zustand;
- Fig. 4a:
- eine Detailansicht des Mastes des Grundgerüsts gemäß Fig. 4, wobei die Verbindung
zwischen zwei Mastelementen gezeigt ist;
- Fig. 5:
- eine weitere Seitenansicht des Grundgerüsts gemäß Fig. 4;
- Fig. 5a:
- eine Draufsicht auf das Grundgerüst gemäß Fig. 5;
- Fig. 5b:
- eine Detailansicht einer Dachstrebe des Grundgerüsts gemäß Fig. 5, wobei die Verbindung
zwischen zwei Tragelementen gezeigt ist;
- Fig. 6:
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Grundgerüsts nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 6a:
- eine Detailansicht des Kopfteils des Mastes des Grundgerüsts gemäß Fig. 6;
- Fig. 6b:
- eine Detailansicht des Mastes gemäß Fig. 6, wobei die Arretierung zwischen zwei Mastelementen
gezeigt ist; und
- Fig. 7a-7h:
- jeweils eine Draufsicht auf einen Schirm mit einem Grundgerüst gemäß Fig. 1 im aufgespannten
Zustand, wobei unterschiedliche Schirmgeometrien gezeigt sind.
[0027] Die nachfolgend detailliert beschriebenen Ausführungsbeispiele zeigen jeweils ein
Grundgerüst für einen Schirm, insbesondere Sonnenschirm, das verschiedenartig teleskopisch
verstellbar ist, um in einem zusammengelegten Zustand ein möglichst kleines Packmaß
zu erreichen, und im ausgespreizten bzw. aufgespannten Zustand unterschiedliche geometrische
Formen bzw. Schirmgrößen zu realisieren ermöglicht. Das Grundgerüst ist durch die
teleskopische Verstellmöglichkeit sehr variabel und flexibel. Unterschiedliche Dachhautformen
können somit auf das Grundgerüst aufgebracht werden. Konkret wird durch einfaches
Auswechseln der Dachhaut ermöglicht, dass unterschiedliche Schirmgeometrien realisierbar
sind. Die Anschaffung mehrerer vollständiger Schirme mit unterschiedlichen Formen
wird dadurch vermieden. Insbesondere ermöglicht das Grundgerüst durch die unterschiedlichen
geometrischen Formvarianten auch die Bildung eines Schirms zur Verwendung als Vordach
für Zelte, Hausecken oder Hauswände.
[0028] Die Dachhaut für das Grundgerüst bzw. die Dachhaut des Schirms kann mit Werbebotschaften,
insbesondere Brandings, versehen sein, um dem Schirm einen individuellen Charakter
zu verleihen. Der Schirm ist damit auf verschiedenen Events und Veranstaltungen sowie
in Freibereichen von Gaststätten verwendbar und kann je nach Typ oder Marke bzw. Anforderungen
für die richtige Beschattung sorgen.
[0029] Ferner können Anbauteile bzw. Seitenwände vorgesehen sein, so dass der mit dem erfindungsgemäßen
Grundgerüst versehene Schirm bedarfsweise komplett oder teilweise geschlossen werden
kann. Der Schirm kann auf diese Weise leicht als Pavillon eingesetzt werden.
[0030] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Grundgerüsts, der einen
zentralen Mast 10 und Dachstreben 20 aufweist. Die Dachstreben 20 sind an dem Kopfteil
des Masts 10 angeordnet. Insbesondere sind die Dachstreben 10 an dem Kopfteil 13 des
Masts 10 angelenkt. Zwischen den Dachstreben 20 und dem Mast 10 erstrecken sich Stützstäbe
30, die mit den Dachstreben 20 gelenkig und mit dem Mast 10 schubgelenkig verbunden
sind. Jeder Dachstrebe 20 ist ein Stützstab 30 zugeordnet.
[0031] Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen des Grundgerüsts weist der Mast 10 zwei
Mastelemente 11, 12 auf, wobei ein unteres Mastelement 11 teleskopartig in einem oberen
Mastelement 12 angeordnet ist.
[0032] In Fig. 1a ist die Verbindung zwischen dem unteren Mastelement 11 und dem oberen
Mastelement 12 gut erkennbar. Das untere Mastelement 11 und das obere Mastelement
12 sind jeweils durch ein Profilrohr 40 gebildet, das bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ein achtkantiges Querschnittsprofil aufweist. Das Profilrohr des unteren Mastelements
11 weist eine kleinere Querschnittsfläche als das Profilrohr 40 des oberen Mastelements
12 auf. Insbesondere entspricht die Querschnittsfläche des unteren Mastelements 11
vorzugsweise einer Innenquerschnittsfläche des oberen Mastelements 12, so dass das
untere Mastelement 11 1 innerhalb des oberen Mastelements 12 geführt ist.
[0033] Im aufgebauten Zustand des Grundgerüsts, der in Fig. 1 dargestellt ist, sind das
obere Mastelement 12 und das untere Mastelement 11 in einer Auszugsposition miteinander
verriegelt. Dazu ist eine Druckbolzenverriegelung vorgesehen, die einen Druckbolzen
41 aufweist. Der Druckbolzen 41 ist im unteren Mastelement 11 federvorgespannt angeordnet.
Insbesondere ist vorgesehen, dass der Druckbolzen 41 eine Druckbolzenöffnung 42 des
unteren Mastelements 11 durchgreift. Der Druckbolzen 41 ist mit einer im Wesentlichen
V-förmigen Feder fest verbunden, die sich quer durch das Profilrohr 40 des unteren
Mastelements 11 erstreckt und sich an einer gegenüberliegenden Innenwandung des Profilrohrs
40 abstützt. Im verriegelten Zustand durchgreift der Druckbolzen 41 zusätzlich eine
Druckbolzenöffnung 42 des oberen Mastelements 12. Der Druckbolzen 41 sperrt damit
eine Relativbewegung zwischen dem unteren Mastelement 11 und dem oberen Mastelement
12.
[0034] Die Dachstreben 20 sind mehrteilig ausgebildet. Insbesondere ist ein inneres Tragelement
21 vorgesehen, das mit dem Kopfteil 13 des Masts 10 drehgelenkig verbunden ist. Das
innere Tragelement 21 ist ebenfalls als Profilrohr 40 ausgebildet, wobei das Profilrohr
40 ein achteckiges Querschnittsprofil aufweist. Innerhalb des Profilrohrs 40 des inneren
Tragelementes 21 ist ein äußeres Tragelement 22 verschiebbar angeordnet. Das äußere
Tragelement 22 umfasst ebenfalls ein Profilrohr 40, das ein achtkantiges Querschnittsprofil
aufweist. Die Querschnittsfläche des Profilrohrs 40 des äußeren Tragelements 22 ist
kleiner als die Querschnittsfläche des inneren Tragelements 21 und entspricht im Wesentlichen
einer Innenquerschnittsfläche des inneren Tragelements 21. Das äußere Tragelement
22 ist somit innerhalb des inneren Tragelements 21 verschiebbar geführt.
[0035] Ferner ist ein weiteres äußeres Tragelement 23 vorgesehen, das ebenfalls durch ein
Profilrohr 40 gebildet ist, wobei das Profilrohr 40 des äußeren Tragelements 22 ein
wiederum kleineres Querschnittsprofil aufweist als das äußere Tragelement 22. Das
weitere äußere Tragelement 23 ist also innerhalb des äußeren Tragelements 22 verschiebbar
geführt. Die drei Tragelemente 21, 22, 23 der Dachstrebe 20 bilden insgesamt die teleskopartige
Dachstrebe 20, die unterschiedliche Längen einnehmen kann.
[0036] Die Tragelemente 21, 22, 23 sind in unterschiedlichen Auszugspositionen arretierbar
bzw. verriegelbar. Die Arretierung erfolgt über eine Druckbolzenverriegelung analog
zu der Verriegelung der beiden Mastelemente 11, 12.
[0037] Zwischen dem Mast 10 und der Dachstrebe 20 erstreckt sich jeweils ein Stützstab 30,
der mit einer Gleithülse 33 gelenkig verbunden ist. Die Verbindung des Stützstabs
30 mit der Gleithülse 33 ist detailliert in Fig. 1b gezeigt. Daraus ist ersichtlich,
dass die Gleithülse 33 mehrere seitliche Fortsätze 34 aufweist, an denen die Stützstäbe
30 angelenkt sind. Insbesondere ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehen,
dass die Stützstäbe 30 jeweils zwei zueinander verschiebbare Stabelemente 31, 32 aufweisen.
Ein inneres Stabelement 31 ist mit einem seitlichen Fortsatz 34 der Gleithülse 33
drehgelenkig gekoppelt. Ein äußeres Stabelement 32 ist drehgelenkig mit einem inneren
Tragelement 21 einer Dachstrebe 20 verbunden. Das innere Stabelement 31 und das äußere
Stabelement 32 sind zueinander verschiebbar, insbesondere teleskopartig ineinander
einschiebbar, gestaltet. Darauf wird später näher eingegangen.
[0038] Die Gleithülse 33 ist verschiebbar entlang des Masts 10 gelagert. Die Gleithülse
33 ist dabei dem oberen Mastelement 12 des Masts 10 zugeordnet bzw. umgreift das obere
Mastelement 12. Vorzugsweise ist die Gleithülse 33 als Profilrohrstück ausgebildet,
wobei das Profilrohrstück eine Innenquerschnittsfläche aufweist, die im Wesentlichen
der Größe der Außenquerschnittsfläche des oberen Mastelements 12 entspricht. Die Gleithülse
33 ist also über das obere Mastelement 12 verschiebbar geführt.
[0039] Die Gleithülse 33 ist entlang des oberen Mastelements 12 an verschiedenen Positionen
arretierbar. Dies kann beispielsweise über eine zuvor bereits beschriebene Druckbolzenverriegelung
erfolgen. Andererseits kann vorgesehen sein, dass die Gleithülse 33 mit einem Seilzug
gekoppelt ist, der mit einem Antrieb verbunden ist. Der Antrieb kann beispielsweise
eine Handkurbel, vorzugsweise mit selbstverriegelnder Ratschenmechanik, oder ein elektrisch
betriebenes Antriebselement umfassen. Oberhalb der Gleithülse 33 kann am oberen Mastelement
12 ferner ein Anschlag vorgesehen sein, der den Verschiebeweg der Gleithülse 33 begrenzt.
[0040] Bei den in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen ist jeweils eine einzige
Gleithülse 33 vorgesehen, an der alle Stützstäbe 30 angelenkt sind. Alternativ kann
vorgesehen sein, dass jedem einzelnen Stützstab 30 ein einziges Gleitelement, insbesondere
eine Gleithülse 33, zugeordnet ist, so dass die einzelnen Stützstäbe 30 an unterschiedlichen
Positionen entlang des Masts 10 arretierbar sind.
[0041] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht des Grundgerüsts gemäß Fig. 1. Darin ist gut erkennbar,
dass das Grundgerüst nach diesem Ausführungsbeispiel insgesamt acht Dachstreben 20
aufweist. Die Dachstreben 20 entfernen sich sternförmig von dem Kopfteil 13 des Masts
10. Das Kopfteil 13 des Mastes 10 ist ferner durch eine Schutzkappe bzw. einen Schutzteller
14 überdeckt, der die drehgelenkige Ankopplung der Dachstreben 20 vor Niederschlag
und Verschmutzung schützt.
[0042] Für die bessere Zuordnung der im Folgenden beschriebenen Detaildarstellungen ist
in Fig. 3 das Grundgerüst gemäß Fig. 1 nochmals in der Seitenansicht dargestellt.
[0043] Die Detailansicht gemäß Fig. 3a zeigt die Verbindung der Stützstäbe 30 mit den inneren
Tragelementen 21 der Dachstreben 20. Konkret ist vorgesehen, dass die Stützstäbe 30
jeweils drehgelenkig mit einem Haltering 35 gekoppelt sind, der das innere Tragelement
21 der Dachstrebe 20 umgreift und mit dem inneren Tragelement 21 verriegelt ist. Die
Verriegelung kann beispielsweise über eine Schraubverbindung erfolgen. Alternativ
kann auch die Verbindung zwischen dem Haltering 35 und dem inneren Tragelement 21
durch eine Druckbolzenverriegelung erfolgen. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass der
Haltering 35 weder zum Aufspannen des Grundgerüsts, noch im aufgespannten Zustand
entlang des inneren Tragelements 21 verschiebbar ist. Das Lösen der Verriegelung zwischen
innerem Tragelement 21 und dem Haltering 35 ist ausschließlich zur Demontage des Grundgerüsts
vorgesehen. Der Haltering 35 kann daher auch fest mit dem inneren Tragelement 21 verbunden,
beispielsweise verschweißt, sein. Grundsätzlich ist der Haltering 35 analog zur Gleithülse
33 durch ein Profilrohrstück gebildet, das das Tragelement 21 umgreift. Mit anderen
Worten erstreckt sich das innere Tragelement 21 durch den Haltering 35, wobei die
Außenflächen des inneren Tragelements 21 an den Innenflächen des Halterings 35 anliegen.
[0044] Der Haltering 35 weist ein im aufgespannten Zustand des Grundgerüsts nach unten weisendes
Ansatzstück 36 auf, mit dem der Stützstab 30 gelenkig verbunden ist.
[0045] Der Stützstab 30 kann, wie in Fig. 3a dargestellt ist, zweiteilig ausgebildet sein
und ein inneres Stabelement 31 und ein äußeres Stabelement 32 aufweisen. Die Stabelemente
31, 32 sind teleskopartig ineinander verschiebbar, wobei vorzugsweise das innere Stabelement
31 innerhalb des äußeren Stabelements 32 gleitet. Das innere Stabelement 31 und das
äußere Stabelement 32 sind in einer Auszugsposition verriegelbar, vorzugsweise durch
eine Druckbolzenverriegelung. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die im Zusammenhang
mit der Verbindung zwischen den Mastelementen 11, 12 des Mast 10 beschriebene Erläuterung
der Druckbolzenverriegelung verwiesen.
[0046] Die Stabelemente 31, 32 sind ebenso aus Profilrohren 40 gebildet, wobei die Profilrohre
40 der Stabelemente 31, 32 im Unterschied zu den Profilrohren 40 der Mastelemente
11, 12 bzw. der Tragelemente 21, 22 ein vierkantiges Querschnittsprofil aufweisen.
Andere Querschnittsprofile sind ebenfalls möglich.
[0047] In den Figuren 3b und 3c ist die Arretierung der äußeren Tragelemente 22, 23 und
des inneren Tragelements 21 untereinander dargestellt.
[0048] Fig. 3b zeigt dabei die Verriegelung zwischen innerem Tragelement 21 und äußerem
Tragelement 22, wobei ein Druckbolzen 41 erkennbar ist, der sowohl die Druckbolzenöffnung
42 des inneren Tragelements 21, als auch die Druckbolzenöffnung des äußeren Tragelements
22 durchgreift. Entsprechend zeigt Fig. 3c einen Druckbolzen 41, der sowohl eine Druckbolzenöffnung
42 des äußeren Tragelements 22, als auch eine Druckbolzenöffnung 42 des weiteren äußeren
Tragelements 23 durchgreift.
[0049] Die Druckbolzenöffnungen 42 sind vorzugsweise an den axialen Enden der Profilrohre
40 angeordnet, um einen möglichst großen Verschiebeweg zu gewährleisten. Insbesondere
bei den Tragelementen 21, 22, 23 können weitere Druckbolzenöffnungen 42 entlang der
Profilrohre 40 vorgesehen sein, um unterschiedliche Längen der Dachstreben 20 einstellen
zu können.
[0050] Fig. 4 zeigt das Grundgerüst gemäß Fig. 1 in einem zusammengeklappten Zustand. Es
ist gut erkennbar, dass das Grundgerüst im zusammengeklappten Zustand ein relatives
kleines Packmaß einnimmt.
[0051] Im zusammengeklappten Zustand liegen die Dachstreben 20 am Mast 10 an. Die Dachstreben
20 sind ferner zusammengeschoben, wobei die äußeren Tragelemente 22, 23 in das innere
Tragelement 21 eingeschoben sind. Die Gleithülse 33 nimmt eine untere Position entlang
des oberen Mastelements 12 ein, so dass die Stützstäbe 30 ebenfalls am Mast 10 anliegen.
Das untere Mastelement 11 ist in das obere Mastelement 12 eingeschoben.
[0052] Für alle teleskopierbaren Elemente des Grundgerüsts, die durch Profilrohre 40 gebildet
sind, gilt, dass wenigstens eine Druckbolzenöffnung 42 vorgesehen ist, die eine Verriegelung
der Profilrohre 40 im zusammengeschobenen Zustand ermöglicht. Fig. 4a zeigt dieses
Prinzip im Detail am Beispiel der ineinander geschobenen Mastelemente 11, 12. Darin
ist erkennbar, dass das untere Mastelement 11 im Bereich eines unteres axialen Endes
eine Druckbolzenöffnung 42 und einen zugehörigen vorgespannten Druckbolzen 41 aufweist,
so dass der Druckbolzen 41 in eine untere Druckbolzenöffnung 42 des oberen Mastelements
12 eingreifen kann. Dadurch wird das untere Mastelement 11 in einer eingeschobenen
Position mit dem oberen Mastelement 12 verriegelt.
[0053] Im zusammengeklappten Zustand des Grundgerüsts gemäß Fig. 4 ist auch die Gestaltung
des Kopfteils 13 des Masts 10 gut erkennbar. Das Kopfteil 13 weist Ausleger 15 auf,
deren Anzahl der Anzahl der Dachstreben 20 entspricht. Konkret erstrecken sich die
Ausleger 15 jeweils radial bezogen auf die Mittellängsachse des Masts 10 vom Mast
10 weg. An den vom Mast 10 entfernten Enden der Ausleger 15 sind die Dachstreben 20
angelenkt. Insbesondere sind die inneren Tragelemente 21 der Dachstreben 20 drehgelenkig
mit den Auslegern 15 gekoppelt. Oberhalb der Ausleger 15 ist der Schutzteller 14 angeordnet,
der derart dimensioniert ist, dass er im Wesentlichen eine Gesamtquerschnittsfläche
des zusammengeklappten Grundgerüsts überdeckt. Die Schutzkappe bzw. der Schutzteller
14 weist also eine Größe auf, die ausreicht, um das Grundgerüst im zusammengeklappten
Zustand vor Niederschlag und Verschmutzung zu schützen. Überdies bietet der Schutzteller
14 einen Schutz gegen unsachgemäße Verwendung, z. B. beim Auf-den-Kopf-Stellen des
Schirms. In diesem Fall schützt der Schutzteller 14 die Dachhaut 50 vor Beschädigung.
Der Schutzteller 14 kann durch eine Steckverbindung, eine Schraubverbindung oder dergleichen
mit dem Mast 10 verbunden sein.
[0054] Um die nachfolgend beschriebenen Detailansichten des Grundgerüsts im zusammengeklappten
Zustand zuzuordnen ist Fig. 5 nochmals das zusammengeklappte Grundgerüst gemäß Fig.
4 dargestellt. Fig. 5a zeigt dabei eine Draufsicht auf das Grundgerüst gemäß Fig.
5, wobei der Schutzteller 14 nicht dargestellt ist, um eine freie Sicht auf das Kopfteil
13 des Masts 10 zu gewähren. Die im Wesentlichen sternförmige Anordnung der Ausleger
15 am Kopfteil 13 ist in Fig. 5a gut erkennbar. Ferner ist auch das im Wesentlichen
sechskantige Querschnittsprofil Dachstreben 20 aus Fig. 5a ersichtlich.
[0055] Fig. 5b zeigt im Detail die Druckbolzenverriegelung zwischen beiden äußeren Tragelementen
22, 23. Dabei ist erkennbar, dass das weitere äußere Tragelement 23 eine weitere Druckbolzenöffnung
42 an einem äußeren axialen Ende aufweist. Der weiteren Druckbolzenöffnung 42 ist
ein federvorgespannter Druckbolzen 41 zugeordnet, der im eingeschobenen Zustand des
weiteren äußeren Tragelements 23 sowohl die Druckbolzenöffnung 42 des weiteren äußeren
Tragelements 23, als auch eine am äußeren axialen Ende angeordnete Druckbolzenöffnung
42 des äu-βeren Tragelements 22 durchgreift.
[0056] Die Figuren 6, 6a, 6b zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Grundgerüsts. Konkret weist das Grundgerüst gemäß Fig. 6 einen teleskopierbaren Mast
aus zwei Mastelementen 11, 12 auf. Am Kopfteil 13 des Masts 10 sind insgesamt sechs
Dachstreben 20 angeordnet, die jeweils aus drei Tragelementen 21, 22, 23 gebildet
sind. Die Dachstreben 20 sind teleskopierbar. Ein inneres Tragelement 21 ist direkt
am Kopfteil 13 angelenkt. Zwischen dem Mast 10, insbesondere einem oberen Mastelement
12, und dem inneren Tragelement 21 erstreckt sich ein Stützstab 30, der verschiebbar
am Mast 10 gelagert ist. Konkret ist eine Gleithülse 33 vorgesehen, mit der der Stützstab
30 drehgelenkig gekoppelt ist und die entlang des oberen Mastelements 12 gleiten kann.
Die Gleithülse 33 ist in verschiedenen Positionen entlang des oberen Mastelements
12 verriegelbar. Die Stützstäbe 30 können zwei- oder mehrteilig ausgebildet und teleskopierbar
sein.
[0057] Für alle Ausführungsbeispiele gilt, dass der Mast und/oder die Dachstrebe und/oder
der Stützstab zwei- oder mehrteilig ausgebildet sein können. Beispielsweise kann der
Mast 10 drei oder mehr Mastelemente 11, 12 aufweisen, die ineinander verschiebbar
sind. Dasselbe gilt für den Stützstab 30, der ebenfalls mehr als zwei Stabelemente
31, 32 aufweisen kann, die teleskopierbar ineinander verschiebbar sind. Entsprechend
kann die Dachstrebe 20 mehr als drei Tragelemente 21, 22, 23 umfassen, die teleskopartig
zueinander verschiebbar sind.
[0058] Fig. 6a zeigt das Kopfteil 13 des Grundgerüsts gemäß Fig. 6. Das Kopfteil 13 umfasst
Ausleger 15, an welchen die inneren Tragelemente 21 der Dachstreben 20 angelenkt sind.
Das Kopfteil 13 ist durch einen Schutzteller 14 überdeckt.
[0059] In Fig. 6b ist die Druckbolzenverriegelung zwischen dem oberen Mastelement 12 und
dem unteren Mastelement 11 des Grundgerüsts gemäß Fig. 6 dargestellt. Hierzu wird
auf die entsprechende Erläuterung im Zusammenhang mit Fig. 1a verwiesen.
[0060] In den Figuren 7a-7h sind unterschiedliche Schirmgeometrien dargestellt, die mit
einem Schirm realisierbar sind, der das erfindungsgemäße Grundgerüst, insbesondere
nach dem Ausführungsbeispiel gemäß Figuren 1-5b, umfasst.
[0061] Fig. 7a zeigt eine Variante eines derartigen Schirms, bei der alle Dachstreben 20
des Grundgerüsts auf die gleiche Länge ausgezogen sind. Durch die Anzahl der Dachstreben
20 wird damit die Außengeometrie der Schirmfläche festgelegt. Bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 7a ist somit eine achteckige Schirmgeometrie realisiert. Entsprechend ist
eine achteckige Dachhaut 50 vorgesehen, die mit den Dachstreben 20 verbindbar ist.
Mit anderen Worten sind die Dachstreben 20 bzw. die durch die Dachstreben 20 aufgespannte
Schirmfläche durch eine achteckige Dachhaut 50 bespannt.
[0062] Eine im Wesentlichen quadratische Schirmgeometrie gemäß Fig. 7b wird dadurch erreicht,
dass jede zweite Dachstrebe 20 verkürzt ist. Die durch die Dachstreben 20 aufgespannte
Schirmfläche ist entsprechend durch eine quadratische Dachhaut 50 bespannt.
[0063] Wenn, wie in Fig. 7c dargestellt, lediglich zwei gegenüberliegende Dachstreben 20
verkürzt sind, entsteht ein Sechseck mit zwei längeren Parallelseiten. Der Schirm
gemäß Fig. 7c ist mit einer entsprechend geformten Dachhaut 50 bespannt.
[0064] Bei der Variante gemäß Fig. 7d ist lediglich eine einzige Dachstrebe 20 gegenüber
den anderen Dachstreben 20 verkürzt. Dies hat eine siebeneckige Geometrie mit einer
längeren geraden Schirmkante zur Folge. Eine entsprechend geformte Dachhaut 50 ist
mit den Dachstreben 20 verbunden. Die Schirmgeometrie gemäß Fig. 7d eignet sich beispielsweise
zur Verwendung des Schirms als Vordach im Anschluss an ein Zelt oder eine Hauswand,
wobei die längere der sieben Seitenkanten an das Zelt bzw. die Hauswand angelegt wird.
[0065] Durch Verkürzung zweier rechtwinklig zueinander angeordneter Dachstreben 20 entsteht
die Schirmgeometrie eines unregelmäßigen Sechsecks wie in Fig. 7e gezeigt ist. Die
darin gezeigte Schirmgeometrie eines unregelmäßigen Schsecks entspricht im Wesentlichen
einer Zusammensetzung aus einem halben regelmäßigen Sechseck mit einem Dreieck. Die
Dachhaut 50 weist entsprechend die Form dieses unregelmäßigen Sechsecks auf.
[0066] Eine weitere Variante eines unregelmäßigen Sechsecks wird durch die Schirmgeometrie
gemäß Fig. 7f nachgebildet. Dabei ist vorgesehen, dass drei benachbarte Dachstreben
20 die volle Länge aufweisen. Der mittleren der drei benachbarten Dachstreben 20 liegt
eine Dachstrebe 20 gegenüber, die ebenfalls auf die volle Länge ausgezogen ist. Senkrecht
zu dieser Dachstrebe 20 verlaufen zwei Dachstreben 20, die verkürzt sind. Die zwei
übrigen Dachstreben 20, die rechteckig zueinander angeordnet sind, sind ebenfalls
verkürzt. Dabei sind die rechtwinklig zueinander stehenden und verkürzten Dachstreben
20 weiter verkürzt als die miteinander fluchtenden, verkürzten Dachstreben 20. Die
daraus entstehende unregelmäßige Sechseckgeometrie entspricht im Wesentlichen einer
Kombination der oberen Hälfte der Schirmgeometrie gemäß Fig. 7c mit einem gleichschenkligen
Dreieck. Entsprechend ist die Dachhaut 50 des Schirms gemäß Fig. 7f geformt.
[0067] In Fig. 7g ist eine weitere Variante der möglichen Schirmgeometrien gezeigt, wobei
eine Dachstrebe 20 völlig ausgelassen ist. Das Auslassen der Dachstrebe 20 kann einfach
durch Aushängen des jeweiligen Stützstabs 30 erfolgen. Dabei kann der Stützstab 30
entweder an der Verbindungsstelle zur Dachstrebe 20 zum inneren Tragelement 21 und/oder
an der Verbindungsstelle zur Gleithülse 33 ausgehängt bzw. gelöst sein. Dadurch wird
bewirkt, dass die Dachstrebe 20 am Mast 10 anliegt, und daher unter dem Schutzteller
14 in Fig. 7g nicht erkennbar ist. Die Dachhaut 50 überspannt nur sechs zwischen den
Dachstreben 20 entstehende Segmente der Schirmfläche. Ein Viertel der Schirmfläche
ist somit freigelassen. Dadurch kann der Schirm gemäß Fig. 7g beispielsweise bündig
an einer Hausecke positioniert werden.
[0068] In Fig. 7h ist eine Variante des Schirms dargestellt, wobei drei Dachstreben 20 ausgelassen
sind, also entsprechend drei Stützstäbe 30 ausgehängt sind. Die drei Dachstreben 20
erstrecken sich entlang des Masts 10. Durch die übrigen fünf Dachstreben 20 wird eine
Schirmfläche aufgespannt, die im Wesentlichen der Geometrie eines halben Achtecks
entspricht. Entsprechend ist der Schirm mit einer Dachhaut 50 versehen, die die Geometrie
eines halben, regelmäßigen Achtecks aufweist.
[0069] Zusammenfassend weist ein Schirm, der mit dem erfindungsgemäßen Grundgerüst ausgestattet
ist, folgende Vorteile auf:
- Der Schirm ist individuell nutzbar und kann seiner Umgebung durch Formänderung angepasst
werden;
- das flexibel anpassbare Grundgerüst ermöglicht unterschiedliche Schirmgeometrien durch
einfaches Auswechseln der Dachhaut 50;
- der Schirm ist im zusammengelegten Zustand kompakt und leicht transportabel;
- durch Anbauteile bzw. Seitenwände kann der Schirm in unterschiedlichen Geometrien
geschlossen werden;
- die Montage bzw. Auf- und Abbau des Schirms, insbesondere des Grundgerüsts, ist werkzeuglos
möglich;
- der Schirm bzw. das Grundgerüst ist höhenverstellbar, die Dachstreben 20 sind neigungsverstellbar
und teleskopierbar.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 10
- Mast
- 11
- unteres Mastelement
- 12
- oberes Mastelement
- 13
- Kopfteil
- 14
- Schutzteller
- 15
- Ausleger
- 20
- Dachstrebe
- 21
- inneres Tragelement
- 22
- äußeres Tragelement
- 23
- weiteres äußeres Tragelement
- 30
- Stützstab
- 31
- inneres Stabelement
- 32
- äußeres Stabelement
- 33
- Gleithülse
- 34
- seitlicher Fortsatz
- 35
- Haltering
- 36
- Ansatzstück
- 40
- Profilrohr
- 41
- Druckbolzen
- 42
- Druckbolzenöffnung
- 50
- Dachhaut
1. Grundgerüst für einen Schirm, insbesondere Sonnenschirm, mit einem zentralen Mast
(10) und Dachstreben (20) zur Bespannung mit einer Dachhaut, die jeweils ein inneres
Tragelement (21), das mit dem Mast (10) drehgelenkig gekoppelt ist, und wenigstens
ein äußeres Tragelement (22) aufweisen, das entlang des inneren Tragelements (21)
verschiebbar gelagert ist, wobei zwischen dem Mast (10) und jeweils einer Dachstrebe
(20) ein Stützstab (30) angeordnet ist, der einerseits entlang des Masts (10) verschiebbar
gelagert und andererseits mit der Dachstrebe (20) drehgelenkig gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Stützstab (30) an dem inneren Tragelement (21) angelenkt ist.
2. Grundgerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dachstreben (20) an einem Kopfteil (13) des Masts (10) angeordnet sind.
3. Grundgerüst nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tragelemente (21, 22, 23) durch Hohlstäbe gebildet sind.
4. Grundgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das äußere Tragelement (22) teleskopartig in das innere Tragelement (21) einschiebbar
ist.
5. Grundgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Mast (10) wenigstens zwei Mastelemente (11, 12) aufweist, die teleskopartig zueinander
verschiebbar gelagert sind.
6. Grundgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Stützstab (30) lösbar mit dem Mast (10) und/oder der Dachstrebe (20) verbunden
ist.
7. Grundgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Stützstab (30) durch wenigstens zwei Stützelemente (31, 32) gebildet ist, die
teleskopartig zueinander verschiebbar gelagert sind.
8. Grundgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Stützstab (30) an einer Gleithülse (33) angelenkt ist, die entlang des Masts (10)
verschiebbar gelagert ist.
9. Grundgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mastelemente (11, 12) und/oder die Tragelemente (21, 22, 23) und/oder die Stützelemente
(31, 32) jeweils durch Profilrohre (40) gebildet sind, die teleskopartig zueinander
verschiebbar gelagert sind.
10. Grundgerüst nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Profilrohre (40) und/oder die Gleithülse (33) jeweils in wenigstens einer Auszugsposition
arretierbar sind, insbesondere durch eine Druckbolzenverriegelung, eine Steckbolzenanordnung
oder dergleichen Arretiervorrichtung.
11. Grundgerüst nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckbolzenverriegelung einen Druckbolzen (41) aufweist, der durch ein Federelement,
insbesondere eine V-förmige Blattfeder, vorgespannt ist, wobei das Federelement innerhalb
eines Profilrohrs (40) angeordnet ist.
12. Grundgerüst nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich der Druckbolzen (41) in einem Verriegelungszustand durch seitliche Druckbolzenöffnungen
(42) zweier zueinander verschiebbarer Profilrohre (40) erstreckt.
13. Schirm nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Standfuß vorgesehen ist, der mit dem Mast (10), insbesondere dem unteren Mastelement
(11), lösbar verbunden oder verbindbar ist.
14. Schirm, insbesondere Sonnenschirm, mit einem Grundgerüst nach einem der vorhergehenden
Ansprüche und einer flexiblen Dachhaut (50), die mit den Dachstreben (20) lösbar verbunden
oder verbindbar ist.