[0001] Die Erfindung betrifft eine Montagevorrichtung für ein Zielfernrohr bei einer Jagd-
oder Sportwaffe nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Eine solche Montagevorrichtung ist beispielsweise mit dem Gegenstand der
EP 1 734 330 B1 bekannt geworden. Bei dieser bekannten Montagevorrichtung ist eine Grundschiene in
den Verschlusskasten der Waffe eingelassen, die über formschlüssige Anschläge und
ein Klemmelement mit einer das Zielfernrohr tragenden Montageschiene verbunden ist.
[0003] Das Klemmelement besteht aus einem Klemmhebel, der im Bereich der Drehachse angeordnete,
radial auswärts gerichtete Klemmflügel trägt, an deren freien Enden Keilflächen angeordnet
sind, die Hinterschneidungen in der waffenseitigen Grundschiene untergreifen und so
durch Drehung des Klemmhebels mit der waffenseitigen Grundschiene verklemmt werden.
[0004] Zur Einstellung der Klemmkraft ist in der Montageschiene eine Gewindebüchse angeordnet
und der Gewindestift des Schwenkhebels ist in die Gewindebüchse der Montageschiene
eingeschraubt. Bei Verdrehung des Klemmhebels wird damit gleichzeitig auch die Gewindeeinstellung
in der Gewindebüchse verstellt, sodass dadurch die Klemmkraft verstärkt wird. Im montierten
Zustand untergreifen die Klemmflügel die Hinterschneidung in der Grundschiene.
[0005] Eine solche Montagevorrichtung verwendet eine Montageschiene, die im Abstand von
der Klemmvorrichtung vordere und hintere Kugelpfannen aufweist, in welche die waffenseitige
Grundschiene eingreift.
[0006] Dadurch, dass die Grundschiene im Verschlusskasten der Waffe eingelassen ist, ergibt
sich eine geringe Montagebreite und demnach eine geringe Befestigungsfläche. Damit
besteht der Nachteil, dass die Montageschiene instabil auf der schmalen Grundschiene
auf der Waffe befestigt ist und das auf der Montageschiene befestigte Zielfernrohr
die geforderte Schusspräzision beim optischen Anvisieren durch das Zielfernrohr nicht
erbringt.
[0007] Ein weiterer Nachteil der Anordnung ist, dass durch die halbkugelförmigen Ausrichtelemente
an der Unterseite der zielfernrohrseitigen Montagevorrichtung, die vorder- und rückseitig
bezüglich der mittig angeordneten Klemmvorrichtung angeordnet sind, eine überlegene
Präzision bei der Befestigung der Montagevorrichtung auf der Waffe nicht erreicht
werden kann.
[0008] Durch den auf den Waffenlauf einwirkenden Rückstoß der Explosivladung besteht die
Neigung, dass die zielfernrohrseitige Montagevorrichtung mit ihren halbkugelförmigen
Ausrichtelementen aus den ebenfalls halbkugelförmigen Aufnahmelementen in der waffenseitigen
Grundschiene entgegen der Klemmkraft und jenseits der Klemmvorrichtung teilweise herausgehoben
wird und nicht mehr genau in die gleiche Grundposition zurückgelangt. Dies auch deshalb,
weil das Klemmelement nur eine senkrecht zur Oberfläche der waffenseitigen Grundschiene
wirkende Klemmkraft ausübt und nicht eine zusätzliche Verschiebungskraft, welche gegen
die Anschläge wirkt. Es fehlen also vollständig, die in axialer Richtung begrenzenden
formschlüssigen Anschläge. Hier besteht demnach der Nachteil einer fehlenden Präzision,
insbesondere bei hohen Rückstoßkräften und vielfacher Schussabgabe.
[0009] Mit dem Gegenstand der
DE 103 03 002 A1 ist eine weitere Montagevorrichtung bekannt geworden, bei der anstatt eines einzigen
Klemmbolzens nunmehr zwei im Abstand voneinander angeordnete Klemmbolzen vorhanden
sind, die mit bodenseitigen Klemmflügeln und dort angeordneten Keilflächen in zugeordnete
keilförmige Ausnehmungen am gegenüberliegenden Körper zum Eingriff bringbar sind und
dort verklemmt werden.
[0010] Nachteil dieser Anordnung ist, dass zwei voneinander beabstandete Klemmbolzen parallel
betätigt werden müssen, was mit einem erhöhten Betätigungsaufwand verbunden ist.
[0011] Mit dem
DE 74 31 828 U1 oder der
US 4 205 473 A1 ist eine weitere Klemmvorrichtung bekannt geworden, die ebenfalls zwei parallele
und getrennt voneinander betätigbare Klemmschrauben aufweist, wobei jede Klemmschraube
eine Klemmausnehmung bildet, die mit einer zugeordneten Klemmausnehmung im gegenüberliegenden
Teil in Eingriff bringbar und dort verklemmbar ist. Nachteil dieser Anordnung ist
wiederum, dass zwei verschiedene Klemmmittel betätigt werden müssen.
[0012] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Montagevorrichtung für eine
Zielfernrohrmontage bei einem Jagd- oder Sportgewehr nach der
EP 1 734 330 B1 so weiter zu bilden, dass bei wesentlich höherer Präzision - auch bei hohen Rückschlagkräften
- stets eine präzise, wiederholbare Klemmposition des Zielfernrohrs auf der Jagdwaffe
gewährleistet ist.
[0013] Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung durch die technische Lehre des
Anspruches 1 gekennzeichnet.
[0014] Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, dass waffenseitig eine Grundschiene auf der
Waffe befestigt ist, dass die Grundschiene über eine Trennebene formschlüssig mit
einer darüber angeordneten Montageschiene verbunden ist, welche Montageschiene fest
über zugeordnete Klemmschellen oder andere Befestigungselemente mit dem Zielfernrohr
verbunden ist und dass im Bereich der mit der Waffe verbundenen Grundschiene eine
Klemmschraube drehbar in der Grundschiene gehalten ist, die mit einem Klemmbolzen
verbunden ist, der mindestens eine Keilausnehmung trägt, welche Keilausnehmung bei
Verdrehung der Klemmschraube in kraftschlüssigem Eingriff mit einer zugeordneten Ringnut
eines Stehbolzens bringbar ist, der an der zielfernrohrseitigen Montageschiene befestigt
ist.
[0015] Mit der gegebenen Klemmvorrichtung wird ein vollkommen neues Klemmprinzip zwischen
einer waffenseitigen Grundschiene und einer zielfernrohrseitigen Montageschiene erreicht,
weil eine seitlich an der Grundschiene angeordnete Klemmschraube vorhanden ist, die
einen etwa horizontalen Klemmbolzen trägt, wobei dieser Klemmbolzen eine Keilausnehmung
aufweist, die bei Verdrehung des Klemmbolzens mit einer in der zielfernrohrseitig
angeordneten Montageschiene befestigten Stehbolzen in kraftschlüssigen Einfluss bringbar
ist.
[0016] Durch die erfindungsgemäße Klemmvorrichtung wird bei Verdrehung der Klemmschraube
der bevorzugt in der zielfernrohrseitigen Montageschiene befestigte Stehbolzen auf
die waffenseitige Grundschiene gezogen und gleichzeitig in Längsrichtung der Waffe
verschoben, sodass dadurch eine Mehrzahl von zwischen der waffenseitigen Grundschiene
und der zielfernrohrseitigen Montageschiene angeordneten formschlüssigen Elemente
zwischen der waffenseitigen Grundschiene und der zielfernrohrseitigen Montageschiene
in gegenseitigem Eingriff gebracht werden.
[0017] Die Erfindung sieht in einer kinematischen Umkehrung vor, dass die Klemmschraube
in der zielfernrohrseitigen Montageschiene und der Stehbolzen in der waffenseitigen
Grundschiene angeordnet ist.
[0018] Dadurch ergibt sich eine ausgezeichnete Lagensicherung der waffenseitigen Grundschiene
auf der zielfernrohrseitigen Montageschiene und damit wird eine zuverlässige, verschleißfreie
und wiederholbare Übertragung der Rückstoßkräfte von der waffenseitigen Grundschiene
auf die zielfernrohrseitige Montageschiene gewährleistet.
[0019] Damit wird nach Schussabgabe die Wiederholgenauigkeit wesentlich verbessert, weil
erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass die formschlüssige Verbindung zwischen der waffenseitigen
Grundschiene und der zielfernrohrseitigen Montageschiene lediglich an einer bestimmten
Stelle der Klemmvorrichtung vorliegt, während an der anderen, hiervon beabstandeten
Stelle ein Spiel vorhanden ist, sodass die erfindungsgemäße Klemmvorrichtung stets
dafür sorgt, dass die waffenseitige Grundschiene mit der Klemmvorrichtung gegen die
zielfernrohrseitige Montageschiene gepresst wird, und zwar im Sinne einer klemmenden
Abwärtsbewegung und einer Schubbewegung in Längsrichtung.
[0020] Damit wird die zielfernrohrseitige Montageschiene stets im Sinne einer in Längsrichtung
der zielfernrohrseitigen Montageschiene wirkenden Schubbewegung gegen die waffenseitige
Grundschiene geschoben, bis dort ein formschlüssiger Anschlag zur Anlage kommt, sodass
eine ausgezeichnete Wiederholgenauigkeit bei der Montage eines Zielfernrohrs gegeben
ist.
[0021] Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, dass der mit der zielfernrohrseitigen Montageschiene
verbundene Stehbolzen in seiner Längserstreckung zum Zweck der Einstellung der Klemmkraft
einstellbar ausgebildet ist.
[0022] Der Stehbolzen weist zu diesem Zweck eine Ringnut auf, die bevorzugt ringsumlaufend
ausgebildet ist. In die Ringnut greift die zugeordnete Keilausnehmung im Bereich des
Klemmbolzens der Klemmschraube ein.
[0023] Der Stehbolzen ist in seiner axialen Befestigung auf der zielfernrohrseitigen Montageschiene
einstellbar ausgebildet, indem am Außenumfang des Stehbolzens ein Gewinde angeordnet
ist, welches in ein zugeordnetes Gewinde im Bereich einer Gewindebohrung der Montageschiene
eingeschraubt ist. Wenn der Stehbolzen mit einem geeigneten Werkzeug verdreht wird,
wobei dieses Werkzeug in eine Werkzeugaufnahme im Kopf des Stehbolzens eingreift,
wird somit die Höhe der Ringnut dieses Stehbolzens im Vergleich zu der Keilausnehmung
im Klemmbolzen der Klemmschraube verändert. Durch die Höheneinstellung der Ringnut
kann somit die Klemmkraft stufenlos eingestellt werden.
[0024] Von besonderem Vorteil ist, dass die Werkzeugaufnahme für die Einstellung der Klemmlage
des Stehbolzens von der Unterseite der Montageschiene her zugänglich ist.
[0025] Zur Einstellung der Klemmkraft muss die Montageschiene von der Grundschiene abgenommen
werden, um dann mit einem geeigneten Werkzeug in die Werkzeugaufnahme am Kopf des
Stehbolzens einzufahren und diesen Stehbolzen in gewünschter Weise in seiner Gewindebohrung
zu verdrehen.
[0026] Die gewählte Verdrehlage des Stehbolzens kann mit einer Konterschraube festgelegt
werden.
[0027] In einer anderen Ausgestaltung ist auch vorgesehen, dass die Verdrehlage der Klemmschraube
nur in bestimmten Winkelbereichen möglich ist. Zu diesem Zweck ist vorgesehen, dass
an die Rückseite des Kopfes der Klemmschraube Aufnahmebohrungen eingeformt sind und
diese in die Aufnahmebohrung eine federbelastete Kugel eines Indexstiftes einrastet.
Die federbelastete Index-Rastung gewährleistet, dass die Klemmschraube nur einem Winkelbereich
von zum Beispiel 180 Grad verdreht werden kann.
[0028] Die der Verklemmung dienende Keilausnehmung im Klemmbolzen der Klemmschraube ist
als Übertotpunkt-Fläche ausgebildet. Dies bedeutet, dass die Klemmschraube immer nur
um einen Winkel von z.B. 180 Grad verdrehbar ist, um so entweder von einer definierten
Offenstellung in eine definierte Schließstellung oder umgekehrt zu gelangen.
[0029] Damit wird sichergestellt, dass stets eine optimale Klemmung vorhanden ist, ohne
dass die Gefahr besteht, dass sich die beiden aneinander zugeordneten Teile (Klemmschraube
und Stehbolzen) wegen zu geringer Klemmkraft voneinander sich lösen könnten.
[0030] Indem die axiale Befestigung des Stehbolzens stufenlos einstellbar und arretierbar
ist, kann so auch bei dauerndem Gebrauch ein Verschleiß vermieden werden, denn es
muss nur durch Verdrehung des Stehbolzens (und dessen der Klemmung dienenden Ringnut)
eine andere axiale Stellung der dem Stehbolzen zugeordneten Ringnut erreicht werden,
um stets eine gleich bleibende Klemmkraft auch bei hohem Verschleiß oder längerer
Lebensdauer der gesamten Montagevorrichtung zu gewährleisten.
[0031] Erfindungsgemäß ist auf der Waffe eine schwalbenschwanzartige Führungsnut mit mehreren
Führungsbahnen befestigt, die mit einer darauf befestigbaren, eine schwalbenschwanzförmige
Nut aufweisenden Grundschiene befestigt ist. Wegen der Verwendung einer waffenseitigen
Grundschiene, die auf der Waffe befestigt wird und nicht in die Waffe eingelassen
ist, ergibt sich eine stabilere Befestigung zwischen der Waffe und der darauf befestigten
Grundschiene. Die Grundschiene kann dadurch breiter ausgebildet werden und ist dadurch
kippsicherer.
[0032] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem
Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander.
[0033] Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und
Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
[0034] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von einer, lediglich einen Ausführungsweg
darstellenden Zeichnung näher erläutert. Hierbei gehen aus der Zeichnung und ihrer
Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0035] Es zeigen:
Figur 1: Perspektivische Ansicht eines Zielfernrohrs mit der erfindungsgemäßen Montagevorrichtung
Figur 2: Anordnung nach Figur 1 bei entferntem Zielfernrohr
Figur 3: Die Draufsicht auf die Anordnung nach Figur 2 in Pfeilrichtung III bei entfernter
Montageschiene
Figur 4: Die Unteransicht der Montageschiene
Figur 5: Die teilweise geschnittene Ansicht der Klemmvorrichtung
Figur 6: Eine gleiche Darstellung wie Figur 5 - nur von der anderen Seite
Figur 7: Draufsicht auf die Montageschiene
Figur 8: Eine perspektivische Darstellung der Klemmschraube
Figur 9: Perspektivische Darstellung der Klemmvorrichtung
Figur 10: Perspektivische Darstellung des Stehbolzens, der mit der Montageschiene
(4) verbunden ist und dort längeneinstellbar gehalten ist.
[0036] Das Zielfernrohr (1) gemäß Figur 1 ist mit Hilfe von Klemmschellen (13) auf einer
zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) befestigt. Die gesamte Montagevorrichtung
(2) besteht demgemäß aus einer waffenseitig befestigten Grundschiene (3) und einer
über eine Trennebene (5) mit dieser verbundenen Montageschiene (4), welche über die
Klemmschellen (13) oder andere gleichwertige und nicht näher dargestellte Befestigungsmittel
das Zielfernrohr (1) trägt.
[0037] Im gezeigten Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1 und 2 besteht die Befestigungsvorrichtung
aus Klemmschellen (13), worauf die Erfindung jedoch nicht beschränkt ist. In Figur
1 ist die Schussrichtung (41) eingetragen.
[0038] Die formschlüssige Verbindung zwischen der waffenseitigen Grundschiene (3) und der
zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) besteht aus zwei im Abstand voneinander angeordneten
Federplatten (6), (7), die in Montageschienen angeordnet sind und die in zugeordnete
Ausnehmungen im Bereich der Oberseite der waffenseitigen Grundschiene (3) eingreifen
und dort formschlüssig verriegelt sind.
[0039] Wichtig ist, dass die vordere Federplatte (6) den Rückstoß in Pfeilrichtung (38)
zwischen der waffenseitigen Grundschiene (3) und der zielfernrohrseitigen Montageschiene
(4) aufnimmt, während im Bereich der hinteren Federplatte (7) ein axiales Spiel gegeben
ist.
[0040] Wesentlich bei der Erfindung ist, dass bei Betätigung der Klemmvorrichtung, die im
gezeigten Ausführungsbeispiel aus einer seitlich betätigbaren Klemmschraube (10) mit
einer daran angeformten Handhabe (11) besteht, die mit einem montageschienenseitigen
Stehbolzen (12) zusammenwirkt, ein axiales Verschieben der zielfernrohrseitigen Montageschiene
(4) gegen die waffenseitige Grundschiene (3) in axialer Pfeilrichtung (38) erfolgt,
sodass eine formschlüssige Anlage der Anschläge im Bereich der vorderen Federplatte
(6) gegeben ist.
[0041] Gleichzeitig wird bei Betätigung der Klemmvorrichtung die zielfernrohrseitige Montageschiene
(4) auf die waffenseitige Grundschiene (3) in Pfeilrichtung (40) herunter gezogen
und klemmend festgelegt.
[0042] Es kommt demgemäß zu einer Verschiebe- und zu einer Zugbewegung und diese beiden
Bewegungen überlagern sich bei Betätigung der erfindungsgemäßen Klemmvorrichtung.
[0043] Es wird noch angegeben, dass die Klemmschraube (10) und ihre Handhabe (11) im Bereich
einer Ausnehmung (8) an der Seite der waffenseitigen Grundschiene (3) angeordnet sind.
Die gleiche Darstellung zeigt die Figur 2, in der die in Figur 1 erläuterten Teile
in vergrößerter Darstellung dargestellt sind.
[0044] Die Federplatten (6), (7) sind an der Unterseite der zielfernrohrseitigen Montageschiene
(4) angeordnet und greifen in zugeordnete Ausnehmungen an der Oberseite der waffenseitigen
Grundschiene (3) ein.
[0045] Hierauf ist die Erfindung jedoch nicht beschränkt; es kann auch die kinematische
Umkehrung vorgesehen werden, dass nämlich die Federplatten (6), (7) an der Oberseite
der waffenseitigen Grundschiene (3) angeordnet sind und in die zugeordnete Ausnehmung
an der Unterseite der zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) eingreifen.
[0046] Die Figur 3 zeigt die Oberseite der waffenseitigen Grundschiene (3) bei abgenommenem
Zielfernrohr (1). Im Mittelbereich ist in Längsrichtung eine durchgehende Visierrinne
(14) ausgebildet, sodass, wenn das Zielfernrohr abgenommen ist und auch die zielfernrohrseitige
Montageschiene (4) fehlt, trotzdem eine Visierung zum Zweck der Schussabgabe durch
die Visierrinne (14) hindurch möglich ist. Die gesamte Montagevorrichtung hat dadurch
eine niedrige Bauhöhe, wenn das Zielfernrohr (1) entfernt ist.
[0047] Ferner ist aus Figur 3 erkennbar, dass in der Oberseite der waffenseitigen Grundschiene
(3) die Aufnahmenuten (16) für den Eingriff der Federplatten (6), (7) angeordnet sind.
[0048] Im Bereich der Klemmvorrichtung ist eine bevorzugt durchgehende Ausnehmung (15) angeordnet,
in die der später zu beschreibende montageschienenseitige Stehbolzen (12) eingreift
und mit einem werkstoffeinstückig und drehfest mit der Klemmschraube (10) verbundenen
Klemmbolzen (9) in kraftflüssigem Eingriff bringbar ist.
[0049] Die Figur 4 zeigt die Unterseite der Montageschiene (4). In der Unterseite ist eine
vertiefte, sich in Längsrichtung erstreckende Tasche (22) ausgebildet, der eine Gegenfläche
an der Oberseite der waffenseitigen Grundschiene (3) zugeordnet ist. Die Tasche (22)
bildet eine Freistellung für die in diesen Raum eingreifende Klemmschraube 10 Die
beiden Teile sind durch Eingreifen der beiden Federplatten (6, 7) in die zugeordneten
Gegenuten (16) verriegelbar.
[0050] Es sind grundschienenseitig angeordnete Federkugelvorrichtungen (17) - die der besseren
zeichnerischen Darstellung wegen in Figur 4 oberhalb der Montageschiene (4) eingezeichnet
sind - vorhanden, die eine seitliche Zentrierung der waffenseitigen Grundschiene (3)
in Bezug zur zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) gewährleisten.
[0051] Die Figur 4 zeigt bei ausgeblendeter Grundschiene (3), die Unterseite der waffenseitigen
Montageschiene (4). Es ist lediglich zeichnerisch vereinfacht dargestellt, wie die
Klemmvorrichtung funktioniert, wobei jedoch die Klemmvorrichtung, bestehend aus der
Klemmschraube (10) und einem mit der Klemmschraube (10) zusammenwirkenden Indexstift
(20), der von einer Feder (21) vorbelastet wird, in der waffenseitigen Grundschiene
(3) angeordnet sind.
[0052] Lediglich der Stehbolzen (12), der die andere Hälfte der Klemmung bildet, ist in
der Montageschiene (4) befestigt.
[0053] Nach Figur 4 sind im Bereich der vorderen Federplatte (6) vordere Anschläge (24)
an der Federplatte (6) angeordnet, die mit zugeordneten Anschlägen an der Aufnahmenut
(16) in der Grundschiene (3) gemäß Figur 3 zusammenwirken, wobei auch innere oder
seitliche Anschläge (23) ausgebildet werden.
[0054] Die hintere Federplatte (7) hat lediglich seitliche Anschläge (23) und bildet in
Längsrichtung ein axiales Spiel aus, sodass eine statisch bestimmte Zuordnung zwischen
der waffenseitigen Grundschiene (3) und der zielfernrohrseitigen Montageschiene (4)
gegeben ist. Die inneren oder seitlichen Anschläge können durch federbelastete Indexkugeln
gebildet sein, die sich am jeweils gegenüber liegenden Teil abstützen.
[0055] Die Figur 4 zeigt ferner, dass der Stehbolzen (12) an seinem Kopf eine von der Unterseite
her erreichbare Werkzeugaufnahme (18) trägt. Ferner ist erkennbar, dass die Klemmschraube
(10) mit dem Klemmbolzen (9) werkstoffeinstückig verbunden ist und im Bereich des
Klemmbolzens eine Keilausnehmung (19) vorhanden ist, die mit der später noch zu erläuternden
Ringnut (39) im Stehbolzen (12) die kraftflüssige Verklemmung von Grundschiene (3)
zur Montageschiene (4) erbringt.
[0056] Die Klemmschraube (10) ist in der Drehachse (25) in den Pfeilrichtungen (26) verdrehbar,
wobei zwei jeweils um 180 Grad versetzte Verdrehstellungen von der Offenstellung in
die Schließstellung vorgesehen sind. Beide Verdrehstellungen werden durch den Indexstift
(20) und die zugeordnete Feder (21) begrenzt.
[0057] In Figur 5 ist gezeigt, dass der Indexstift (20) mit einer nicht näher dargestellten
Kugel, die von einer Feder (21) vorbelastet wird, wahlweise in zugeordnete Aufnahmebohrungen
(34) an der Rückseite des Kopfes (33) der Klemmschraube (10) in Eingriff bringbar
ist, um so die beiden Verdrehlagen der Klemmschraube (10) zu begrenzen.
[0058] Ferner ist erkennbar, dass die Verdrehlage des montageschienenseitig befestigten
und einstellbar dort gehaltenen Stehbolzens (12) durch eine Konterschraube (29) arretierbar
ist. Die Konterschraube ist in der Montageschiene (4) in einer Querbohrung eingeschraubt
und übt bei Verdrehung in Pfeilrichtung (30) mit ihrer Stirnseite einen Druck auf
die Außenseite des Gewindes (27) des Stehbolzens (12) aus. Damit wird seine Verdrehlage
festgesetzt.
[0059] Der Stehbolzen (12) ist in eine Gewindebohrung (28) im Bereich der Montageschiene
(4) eingeschraubt.
[0060] Die Figur 6 zeigt den Eingriff der Keilausnehmung (19) im Klemmbolzen (9) der Klemmschraube
(10) in eine zugeordnete Ringnut (39) des Stehbolzens (12).
[0061] Die Drehlagerung des Klemmbolzens (9) der Klemmschraube (10) wird dadurch gebildet,
dass die Klemmschraube (10) am hinteren Ende des Klemmbolzens (9) eine Ringnut (32)
aufweist, in welche ein Zylinderstift (31) eingreift, der in der Grundschiene (3)
eingesetzt ist. Der Zylinderstift (31) sichert den Klemmbolzen (9) der Klemmschraube
(10) vor dem Herausfallen in Richtung der Längsachse des Klemmbolzens (9).
[0062] Die Figur 7 zeigt weitere Einzelheiten der Vorrichtung. Die Federplatten (6), (7)
sind an der Unterseite der zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) befestigt und greifen
in die zugeordneten Ausnehmungen (16) an der Oberseite der Grundschiene ein. Der Zylinderstift
(31) ist im Übrigen im Bereich einer Querbohrung (35) in der Grundschiene (3) gehalten
(siehe Figur 9).
[0063] Die Figur 8 zeigt, dass sich an die Keilausnehmung (19) gemäß Figur (8) eine Freistellung
(36) anschließt, sodass die erste Klemmwirkung bei der Verdrehung des Klemmbolzens
(9) durch Eingriff der Freistellung (36) am Umfang der Ringnut (39) im Bereich des
Stehbolzens (12) erfolgt und hierdurch bereits eine erste vorläufige Klemmung gegeben
ist. Bei zunehmender weiterer Verdrehung des Klemmbolzens (9) geht die Freistellung
(36) in die Keilausnehmung (19) über, über welche dann die vorläufige Klemmkraft um
ein Vielfaches bis zum Erreichen der endgültigen Klemmkraft erhöht wird.
[0064] Die Figur 10 zeigt die Einstellung der Klemmkraft dadurch, dass der Stehbolzen (12)
in der Montageschiene (4) im Bereich der vorher erwähnten Gewindebohrung (28) mit
seinem Gewinde (27) aufgenommen ist.
[0065] Durch Eingriff eines geeigneten Werkzeuges in die von unten her zugängliche Werkzeugaufnahme
(18) des Stehbolzens (12) kann dieser in Pfeilrichtung (37) verdreht werden und damit
seine Höhenlage oder seine axiale Einstellung im Bereich der Gewindebohrung (28) verstellt
werden.
[0066] Dementsprechend kommt die Ringnut (39) in Gegenüberstellung oder in hierzu axial
versetzter Gegenüberstellung zu der Keilausnehmung (19) im Klemmbolzen (9). Somit
kann die Klemmkraft stufenlos eingestellt werden.
[0067] Nach erfolgter Verdrehung des Stehbolzens (12) mit seinem Gewinde (27) in der Gewindebohrung
(28) wird dieser mit Hilfe der Konterschraube (29) festgelegt.
[0068] Vorteil der Erfindung ist eine hochlast-übertragende präzise Montagevorrichtung (2),
die auch bei wiederholter Übertragung von Schussbelastungen stets in ihre Grundstellung
zurückfindet, weil sie nur zwischen zwei Anschlagpositionen geklemmt wird, nämlich
einmal zwischen der Federplatte (6) und der zugeordneten Aufnahmenut (16) im gegenüberliegenden
Teil und zum anderen durch die Klemmvorrichtung, bestehend aus der Klemmschraube (10)
mit dem Klemmbolzen (9) und dem gegenüberliegend angeordneten Stehbolzen (12). Bei
Betätigung der Klemmvorrichtung wird eine Schubkraft in Längsrichtung der Montageschiene
(4) und gleichzeitig eine Anpresskraft in senkrechter Richtung hierzu erzeugt.
[0069] Zeichnungslegende
| 1 |
Zielfernrohr |
22 |
Tasche |
| 2 |
Montagevorrichtung |
23 |
Anschlag (seitlich) |
| 3 |
Grundschiene (Waffe) |
24 |
Anschlag (Stirnseite) |
| 4 |
Montageschiene (Zielfernrohr) |
25 |
Drehachse |
| 5 |
Trennebene |
26 |
Pfeilrichtung |
| 6 |
Federplatte |
27 |
Gewinde (von 12) |
| 7 |
Federplatte |
28 |
Gewindebohrung (in 4) |
| 8 |
Ausnehmung |
29 |
Konterschraube |
| 9 |
Klemmbolzen |
30 |
Pfeilrichtung |
| 10 |
Klemmschraube |
31 |
Zylinderstift |
| 11 |
Handhabe |
32 |
Ringnut (von 9) |
| 12 |
Stehbolzen |
33 |
Kopf (von 10) |
| 13 |
Klemmschelle |
34 |
Aufnahmebohrung |
| 14 |
Visierrinne |
35 |
Querbohrung |
| 15 |
Ausnehmung (Einführschräge) |
36 |
Freistellung |
| 16 |
Aufnahmenut (für 6, 7) |
37 |
Pfeilrichtung |
| 17 |
Federkugelvorrichtung |
38 |
Pfeilrichtung |
| 18 |
Werkzeugaufnahme |
39 |
Ringnut (Stehbolzen 12) |
| 19 |
Keilausnehmung |
40 |
Pfeilrichtung |
| 20 |
Indexstift |
41 |
Schussrichtung |
| 21 |
Feder |
|
|
1. Montagevorrichtung für ein Zielfernrohr auf einer Jagd- oder Sportwaffe mit einer
schusswaffenseitigen Befestigungsanordnung und einer damit über mindestens ein Klemmelement
(10, 11, 12) verbundenen, zielfernrohrseitigen Montageschiene (4), wobei mit der Betätigung
des Klemmelementes (1, 11, 12) mindestens eine senkrecht zur Oberfläche der beiden
Schienen (3, 4) wirkende Klemmkraft erzeugbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmelement (10, 11, 12) bei der Verklemmung zwischen der waffenseitigen Grundschiene
(3) und der darauf formschlüssig gehaltenen Montageschiene (4) zusätzlich eine in
axialer Richtung der beiden Platten (3, 4) wirkende Verschiebungskraft erzeugt.
2. Montagevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmelement aus einer in der einen Schiene (3 oder 4) angeordneten Klemmschraube
(10) mit einem damit verbunden Klemmbolzen (9) besteht, der mindestens eine Keilausnehmung
(19) trägt, die in kraftschlüssigem Eingriff mit einer zugeordneten Ringnut 39) eines
Stehbolzens (12) bringbar ist, der an der gegenüberliegenden Schiene (4 oder 3) befestigt
ist.
3. Montagevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmschraube (10) in der waffenseitigen Grundschiene (3) und der Stehbolzen
(12) in der zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) angeordnet ist.
4. Montagevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmschraube (10) in der zielfernrohrseitigen Montageschiene (4) und der Stehbolzen
(12) in der waffenseitigen Grundschiene (3) angeordnet ist.
5. Montagevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass waffenseitig eine Grundschiene (3) auf der Waffe befestigt ist, dass die Grundschiene
(3) über eine Trennebene (5) formschlüssig mit der darüber angeordneten Montageschiene
(4) verbindbar ist, und dass die Montageschiene (4) über zugeordnete Klemmschellen
(10) mit dem Zielfernrohr (1) verbunden ist.
6. Montagevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stehbolzen (12) in seiner Längserstreckung zum Zweck der Einstellung der Klemmkraft
einstellbar ausgebildet ist.
7. Montagevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass am Außenumfang des Stehbolzens (12) ein Gewinde (27) angeordnet ist, welches in eine
zugeordnete Gewindebohrung (28) der Montageschiene (4) eingeschraubt ist, und dass
im Stehbolzen (12) eine Werkzeugaufnahme (18) zur Betätigung des Stehbolzens (12)
angeordnet ist.
8. Montagevorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Stehbolzen (12) eine Ringnut (39) aufweist, welche mit der zugeordneten Keilausnehmung
(19) im Klemmbolzens (9) der Klemmschraube (10) verkeilbar ist.
9. Montagevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugaufnahme (18) des Stehbolzens (12) für die Einstellung der Klemmlage
des Stehbolzens (12) von der Unterseite der Montageschiene (4) her zugänglich ist.
10. Montagevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Verdrehlage des Stehbolzens (12) mit einer Konterschraube (29) festlegbar ist.