[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung von Rußpartikel
enthaltendem Abgas, insbesondere mit einem sogenannten elektrostatischen Filter bzw.
Elektrofilter. Die Erfindung findet insbesondere Anwendung bei der Behandlung von
Abgasen mobiler Verbrennungskraftmaschinen im Kraftfahrzeugbereich, insbesondere bei
der Behandlung von Abgasen resultierend aus Diesel-Kraftstoff.
[0002] Bei Kraftfahrzeugen mit mobilen Verbrennungskraftmaschinen und insbesondere bei Kraftfahrzeugen
mit Dieselantrieb sind regelmäßig Mengen an Rußpartikeln in dem Abgas der Verbrennungskraftmaschine
enthalten, welche nicht in die Umwelt abgegeben werden dürfen. Dies ist durch entsprechende
Abgasverordnungen vorgegeben, die Grenzwerte für die Anzahl und die Masse an Rußpartikeln
pro Abgasgewicht oder Abgasvolumen sowie teilweise auch für ein gesamtes Kraftfahrzeug
vorgeben. Rußpartikel sind insbesondere nicht verbrannte Kohlenstoffe und Kohlenwasserstoffe
im Abgas.
[0003] Es sind bereits eine Vielzahl unterschiedlicher Konzepte zur Beseitigung von Rußpartikeln
aus Abgasen mobiler Verbrennungskraftmaschinen diskutiert worden. Neben wechselseitig
geschlossenen Wandstromfiltern, offenen Nebenstromfiltern, Schwerkraftabscheidern
etc. sind auch bereits Systeme vorgeschlagen worden, bei denen die Partikel im Abgas
elektrisch aufgeladen und dann mit Hilfe elektrostatischer Anziehungskräfte abgelagert
werden. Diese Systeme sind insbesondere unter der Bezeichnung "elektrostatischer Filter"
bzw. "Elektrofilter" bekannt.
[0004] Bei "Elektrofiltern" werden durch die Bereitstellung eines elektrischen Feldes und/oder
eines Plasmas eine Agglomeration von kleinen Rußpartikeln zu größeren Rußpartikeln
und/oder eine elektrische Ladung bei Rußpartikeln bewirkt. Elektrisch geladene Rußpartikel
und/oder größere Rußpartikel sind regelmäßig in einem Filtersystem deutlich einfacher
abzuscheiden. Rußpartikel-Agglomerate werden aufgrund ihrer größeren Massenträgheit
in einer Abgasströmung träger transportiert und lagern sich an Umlenkstellen einer
Abgasströmung somit einfacher ab. Elektrisch geladene Rußpartikel werden aufgrund
ihrer Ladung hin zu Oberflächen gezogen, an welchen sie anlagern und ihre Ladung abgeben.
Auch dies erleichtert die Entfernung von Rußpartikeln aus dem Abgasstrom im Betrieb
von Kraftfahrzeugen.
[0005] So werden für solche Elektrofilter regelmäßig mehrere Sprühelektroden und Kollektorelektroden
vorgeschlagen, die in der Abgasleitung positioniert werden. Dabei werden bspw. eine
zentrale Sprühelektrode, welche etwa mittig durch die Abgasleitung verläuft, und eine
umgebende Mantelfläche der Abgasleitung als Kollektorelektrode dazu genutzt, einen
Kondensator auszubilden. Mit dieser Anordnung von Sprühelektrode und der Kollektorelektrode
wird quer zur Strömungsrichtung des Abgases ein elektrisches Feld gebildet, wobei
die Sprühelektrode bspw. mit einer Hochspannung betrieben werden kann, die im Bereich
von ca. 15 kV liegt. Hierdurch können sich insbesondere Corona-Entladungen ausbilden,
durch welche die mit dem Abgas durch das elektrische Feld strömenden Partikel unipolar
aufgeladen werden. Aufgrund dieser Aufladung wandern die Partikel durch die elektrostatischen
Coulombkräfte zur Kollektorelektrode.
[0006] Neben Systemen, bei denen die Abgasleitung als Kollektorelektrode ausgeführt ist,
sind auch Systeme bekannt, bei denen die Kollektorelektrode bspw. als Drahtgitter
ausgebildet ist. Dabei erfolgt die Anlagerung von Partikeln an dem Drahtgitter zu
dem Zweck, die Partikel ggf. mit weiteren Partikeln zusammenzuführen, um so eine Agglomeration
zu realisieren. Das das Gitter durchströmende Abgas reißt dann die größeren Partikel
wieder mit und führt sie klassischen Filtersystemen zu.
Bei der Regenerationen von Filtersystemen ist neben der intermittierenden Regeneration
durch kurzzeitiges Aufheizen, das heißt Verbrennen des Rußes (katalytisch motivierte,
oxidative Umsetzung), auch bekannt, Ruß mittels Stickstoffdioxid (NO
2) umzuwandeln. Der Vorteil der kontinuierlichen Regeneration mit Stickstoffdioxid
ist, dass die Umwandlung von Ruß hier bereits bei deutlich tieferen Temperaturen (insbesondere
kleiner 250 °C) stattfinden kann. Aus diesem Grund ist die kontinuierliche Regeneration
in vielen Anwendungsfällen bevorzugt. Das führt jedoch zu dem Problem, dass sichergestellt
sein muss, dass das Stickstoffdioxid im Abgas mit den angelagerten Rußpartikeln in
ausreichendem Umfang in Kontakt kommt.
[0007] Auch in diesem Zusammenhang ergeben sich technische Schwierigkeiten bei der Realisierung
eines dauerhaften Betriebes solcher Abgasanlagen bei Kraftfahrzeugen, wobei die unterschiedlichen
Belastungen der Verbrennungskraftmaschinen zu unterschiedlichen Abgasströmen, Abgaszusammensetzungen
und/oder Temperaturen führen.
[0008] Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass bei der Bereitstellung solcher Komponenten
für ein solches Ruß-Abscheide-System möglichst einfache Komponenten eingesetzt werden
sollen, insbesondere auch solche, die sich im Rahmen einer Serienfertigung kostengünstig
herstellen lassen. Außerdem ist gerade beim Design der Elektroden zu berücksichtigen,
dass diese ggf. ausgerichtet in der Abgasleitung positioniert sein müssen, insbesondere
so, dass ein unerwünscht hoher Staudruck bzw. eine unerwünschte Verwirbelung des Abgases
im Bereich der Elektrode nicht eintritt.
[0009] Auch wenn sich die oben beschriebenen Systeme bislang zumindest in Versuchen geeignet
für die Behandlung von Rußpartikeln herausgestellt haben, stellt doch die Umsetzung
dieses Konzeptes für den Serienbetrieb bei Kraftfahrzeugen eine große Herausforderung
dar. Insbesondere an der elektrischen Isolation der Elektrode und der Gegenelektrode
zu der Abgasleitung setzen sich Rußpartikel ab, wobei eine Rußpartikelschicht zu einem
Kurzschluss führen kann.
[0010] GB 1 022 714 offenbart eine Ionisatianseinrichtung mit einem als Gegenelektrode dienenden Gehäuse
und einer darin angeordneten Elektrode. Die Elektrode ist mit Hilfe eines Isolators
in dem Gehäuse befestigt. Druckluft wird so in dem Bereich des in der Elektrode befestigten
Isolators eingeführt, dass sich keine Partikel aus dem Abgas einer Verbrennungskraftmaschine
an dem Isolator absetzen.
[0011] Aus der nachveröffentlichten
WO 2011/029728 A1 ist eine Abgasbehandlungsvorrichtung bekannt, bei der zwei elektrisch leitfähige
Wabenkörper durch einen Zwischenraum voneinander beabstandet angeordnet sind. Zwischen
den Wabenkörpern ist ein elektrisches Potential ausgebildet, so dass Rußpartikel in
dem Zwischenraum ionisiert und auf dem stromabwärts angeordneten Wabenkörper abgeschieden
werden. Der stromaufwärts angeordnete Wabenkörper weist eine Vielzahl von Elektroden
auf, die sich in den Zwischenraum hinein erstrecken. Die Wabenkörper sind voneinander
isoliert angeordnet, wobei die Isolierung durch eine Abdeckung so abgedeckt wird,
dass eine Ablagerung von Rußpartikeln zumindest teilweise vermieden wird.
[0012] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den
Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Insbesondere
soll eine Vorrichtung zur Behandlung von Rußpartikel enthaltendem Abgas angegeben
werden, die das Ausbilden von Kurzschlüssen über elektrische Isolierungen hinweg verhindert.
Diese Aufgaben werden gelöst mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den jeweils abhängig
formulierten Patentansprüchen angegeben. Die Beschreibung, insbesondere im Zusammenhang
mit den Figuren, erläutert die Erfindung und gibt zusätzliche Ausführungsbeispiele
an.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Behandlung von Rußpartikel enthaltendem Abgas
umfasst zumindest
- mindestens ein Ionisierungselement zur Ionisierung von Rußpartikeln,
- mindestens ein Filterelement, wobei an mindestens einem Abschnitt des Filterelements
ein elektrisches Potential anlegbar ist,
- mindestens eine Strömungsleiteinrichtung, die eine Strömung des Abgases so beeinflussen
kann, dass eine Ablagerung der Rußpartikel an mindestens dem Ionisierungselement,
einer elektrischen Isolierung des Ionisierungselements oder einer elektrischen Isolierung
des Filterelements verhindert und beseitigt werden kann.
[0014] Die hier vorgeschlagene Vorrichtung kann insbesondere Teil einer Abgasanlage eines
Kraftfahrzeugs sein, welches einen Diesel-Motor aufweist und ist insbesondere in einer
Abgasleitung der Abgasanlage angeordnet.
[0015] Demgemäß durchströmt das Rußpartikel enthaltende Abgas ein Ionisierungselement, das
zumindest eine Elektrode umfasst, an die eine elektrische Hochspannung zwischen 3
kV [Kilovolt] und 50 kV, bevorzugt zwischen 5 kV und 25 kV, angelegt werden kann.
Die Spannung wird insbesondere so eingestellt bzw. geregelt oder gesteuert, dass es
zu einer Corona-Entladung zwischen der Elektrode und einer Gegenelektrode kommt. Das
Ionisierungselement kann als einfache Sprühelektrode oder Stabelektrode gebildet sein,
es ist aber bevorzugt, dass das Ionisierungselement einen Wabenkörper mit einer Mehrzahl
von durchströmbaren Kanälen umfasst, an dessen Eintrittsbereich oder Austrittsbereich
mindestens eine Elektrode angeordnet ist, die in bzw. gegen die Strömungsrichtung
ausgerichtet ist. Der Wabenkörper kann insbesondere, zumindest teilweise, bevorzugt
vollständig aus einem elektrisch leitfähigem Material gebildet sein, so dass ein elektrisches
Potential an den Wabenkörper und damit gleichzeitig an die Elektroden angelegt werden
kann.
[0016] Ebenfalls bevorzugt kann das mindestens eine Ionisierungselement ein Außenrohr und
ein dazu konzentrisch angeordnetes Innenrohr aufweisen, die einen von dem Abgas durchströmbaren
Zwischenraum bilden, wobei innen an dem Außenrohr mindestens eine ringförmige Elektrode
mit einer Vielzahl von radial in den Zwischenraum ragenden Elektrodenspitzen angeordnet
ist.
[0017] Das mindestens eine Filterelement ist bevorzugt als ein Oberflächenabscheider ausgeführt,
der eine Mehrzahl von Kanälen aufweist, die für das Abgas durchströmbar sind und sich
zwischen einem Eintrittsbereich und einem Austrittsbereich erstrecken. Durch das zumindest
an einem Abschnitt des Filterelements anlegbare elektrische Potential kann das Filterelement
als eine Gegenelektrode zu der Elektrode der Ionisierungselemente eingesetzt werden
und die in dem Filterelement abgelagerten Rußpartikel können neutralisiert werden.
[0018] Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem mindestens einen Filterelement um einen
so genannten offenen Nebenstromfilter, bei dem keine vollständig verschlossenen Strömungskanäle
vorliegen. Das Filterelement ist vielmehr mit einem metallischen Vlies und metallischen
Welllagen geformt, in denen Öffnungen, Leitstrukturen etc. vorgesehen sind. Die Leitstrukturen
bilden dabei Strömungsengpässe in den Strömungspassagen, so dass die Verweilzeit bzw.
Auftreffwahrscheinlichkeit für Rußpartikel im Inneren des Filterelements vergrößert
wird. In diesem Zusammenhang wird auf die bekannten Patentveröffentlichungen der Anmelderin
verwiesen, die zur näheren Charakterisierung des Filterelements und/oder deren Regeneration
herangezogen werden können; insbesondere wird hierzu vollumfänglich auf die Beschreibung
aus den folgenden Dokumenten Bezug genommen:
WO-A-01/80978;
WO-A-02/00326;
WO-A-2005/099867;
WO-A-2005/066469;
WO-A-2006/136431;
WO-A-2007/140932.
[0019] Die Regeneration eines solchen Filterelements erfolgt dabei bevorzugt kontinuierlich
auf Basis der CRT-Methode. Hierzu kann der Vorrichtung z. B. ein Oxidationskatalysator
vorgeschaltet sein, in dem (auch) Stickstoffmonoxid zu Stickstoffdioxid aufoxidiert
wird, der dann mit dem Ruß in dem Filterelement reagiert. Zudem ist auch möglich,
dass eine solche oxidativ wirkende Beschichtung in dem Filterelement selbst realisiert
ist, entweder in einer Zone davon oder aber in allen Bereichen des Filterelements.
[0020] Die mindestens eine Strömungsleiteinrichtung ist in Strömungsrichtung des Abgases
vor dem mindestens einen Ionisierungselement oder vor dem mindestens einen Filterelement
angeordnet. Die Strömungsleiteinrichtung umfasst Elemente, die zumindest einen (räumlich
begrenzten) Teil des Abgases umlenkt, insbesondere dadurch, dass ein Teil des Abgases
die Strömungsleiteinrichtung zumindest abschnittsweise umströmt, so dass die Umlenkung
nur durch die Form der Strömungsleiteinrichtung beeinflusst wird. Die Umlenkung des
Teilabgasstroms erfolgt in einer solchen Weise, dass Rußpartikel entweder das Ionisierungselement
oder insbesondere eine elektrische Isolierung des Ionisierungselements oder die elektrische
Isolierung des Filterelements erst gar nicht erreichen, oder in einer solchen Weise
auf diese treffen, dass die Abgasströmung dort so wirkt, dass eine Anlagerung der
Rußpartikel nicht möglich ist. Durch die Vermeidung einer Rußschicht auf der elektrischen
Isolierung und/oder dem Ionisierungselement wird auch die Ausbildung eines Kurzschlusses
zwischen dem Ionisierungselement und/oder dem Filterelement mit der Abgasleitung verhindert.
[0021] Vorzugsweise umfasst die Strömungsleiteinrichtung zumindest ein Element der folgenden
Gruppe:
- mindestens einen Strömungsgleichrichter,
- mindestens ein Umlenkblech.
[0022] Unter Strömungsgleichrichter ist dabei eine Vorrichtung zu verstehen, die die Turbulenzen
in einer Strömung zumindest teilweise mindert bzw. die Abgasströmung laminarisiert
und somit eine gleichmäßigere Geschwindigkeitsverteilung des Abgases über den Querschnitt
der Abgasleitung erzeugt. Dies kann bspw. durch einen Wabenkörper mit einer Mehrzahl
für das Abgas durchströmbarer Kanäle erfolgen.
[0023] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Strömungsleiteinrichtung verstellbar ist.
So kann durch das Verstellen der Strömungsleiteinrichtung die Strömungsrichtung eines
Teils des die Strömungsleiteinrichtung verlassenden Abgases verändert werden. Insbesondere
wird nach vorgebbaren Intervallen oder aufgrund von Fahrzeugparametern die Strömungsleiteinrichtung
so verstellt, dass abwechselnd unterschiedliche Bereiche des Ionisierungselements
oder des Filterelements von dem Abgas beströmt werden, wobei eine Ablagerung von Rußpartikeln
auf dem Ionisierungselement oder den elektrischen Isolierungen verhindert wird oder
schon abgelagerte Rußpartikel mitgerissen und somit beseitigt werden.
[0024] Um eine Ablagerung der Rußpartikel an dem Ionisierungselement oder der elektrischen
Isolierung des Filterelementes zu verhindern, bildet die Strömungsleiteinrichtung
vorteilhaft einen für Abgas durchströmbaren Durchmesser, der kleiner, bevorzugt mindestens
10 % kleiner, besonders bevorzugt mindestens 25 % kleiner ist als ein durchströmbarer
Durchmesser des in Strömungsrichtung nachgelagerten Ionisierungselements oder Filterelements.
Auf diese Weise erreicht das Abgas erst gar nicht die das Ionisierungselement oder
die das Filterelement umgebende elektrische Isolierung. Eine Ablagerung der Rußpartikel
findet somit nicht statt. Insbesondere bei einer Ablenkung der Rußpartikel durch das
elektrische Feld des Ionisierungselements können die geladenen Rußpartikel das Ionisierungselement
und/oder die elektrische Isolierung des Filterelements nicht erreichen.
[0025] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die mindestens eine Strömungsleiteinrichtung
einen katalytischen Reaktor enthält. Auf diese Weise kann das an der Strömungsleiteinrichtung
vorbeiströmende Abgas katalytisch umgesetzt werden.
[0026] Bevorzugt ist die mindestens eine Strömungsleiteinrichtung direkt an einer Abgasleitung
befestigt, so dass auf weitere Befestigungselemente für die Strömungsleiteinrichtung
verzichtet werden kann.
[0027] Eine weitere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die mindestens eine Strömungsleiteinrichtung
einen Strömungsschatten im Bereich der elektrischen Isolierung bildet, wodurch ebenfalls
eine Ablagerung der Rußpartikel zumindest auf dem Ionisierungselement oder der elektrischen
Isolierung des Filterelements verhindert wird. Die Strömungsleiteinrichtung ist also
so in der Abgasströmung angeordnet, dass das Abgas nicht das Ionisierungselement oder
die elektrische Isolierung des Filterelements beströmt.
[0028] Um eine Ablagerung von Rußpartikeln zumindest auf dem Ionisierungselement oder der
elektrischen Isolierung zu verhindern und schon abgelagerte Rußpartikel zu beseitigen,
wird ferner vorgeschlagen, dass die mindestens eine Strömungsleiteinrichtung eine
konzentrierte Anströmung im Bereich der elektrischen Isolierung mit einer vergrößerten
Abgasgeschwindigkeit bildet. Die Abgasgeschwindigkeit ist somit gegenüber der über
den Querschnitt der Abgasleitung durchschnittlichen Abgasgeschwindigkeit bzw. der
Abgasgeschwindigkeit ohne die Strömungsleiteinrichtung erhöht. Diese Impulserhöhung
des Abgases sorgt dafür, dass schon abgelagerte Partikel zumindest von dem Ionisierungselement
oder der elektrischen Isolierung beseitigt werden und sich im Abgas befindliche Partikel
nicht anlagern können.
[0029] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird eine Vorrichtung vorgeschlagen,
bei der die Strömungsleiteinrichtung dem Ionisierungselement vorgeordnet ist, und
die Strömungsleiteinrichtung einen durchströmbaren Bereich aufweist, der so dimensioniert
ist, dass ionisierte Rußpartikel im Abgasstrom von einem durch das Ionisierungselement
erzeugten elektrischen Feld zumindest nicht an eine Oberfläche des lonisierungselement
oder der elektrischen Isolierung des Filterelements gelangen. Diese Ausführungsform
ist besonders bevorzugt mit einem lonisierungselement kombiniert, bei dem das Außenrohr
und das dazu konzentrisch angeordnete Innenrohr einen von dem Abgas durchströmbaren
Zwischenraum bilden, wobei innen an dem Außenrohr mindestens eine ringförmige Elektrode
mit einer Vielzahl von radial in den Zwischenraum ragenden Elektrodenspitzen angeordnet
ist. Dies bedeutet also insbesondere, dass ein Strömungshindernis radial von zumindest
dem Außenrohr oder dem Innenrohr ausgehend angeordnet ist, dessen radiale Ausdehnung
in Abhängigkeit von einer Länge des elektrischen Feldes des Ionisierungselements in
Strömungsrichtung, der Stärke des elektrischen Feldes und der Abgasgeschwindigkeit
so gewählt wird, dass ionisierte Rußpartikel im Betrieb zumindest nicht an die Oberfläche
des Ionisierungselements oder der elektrischen Isolierungen des Filterelements gelangen.
Der Hauptstrom des Abgases wird also auf einen begrenzten Teil des Zwischenraums begrenzt,
wobei sich zu den Wänden des Ionisierungselements nur eine geringe Abgasströmung ausbildet.
[0030] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren beispielhaft
erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren besonders bevorzugte Ausführungsvarianten
der Erfindung zeigen, diese Erfindung jedoch nicht darauf beschränkt ist. Es zeigen
schematisch:
- Fig. 1:
- eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
- Fig. 2:
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 3:
- noch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0031] Fig. 1 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung
1 in einer Abgasleitung 16. In Strömungsrichtung 15 des Rußpartikel 2 enthaltenden
Abgases ist hinter einer Strömungsleiteinrichtung 8 ein Ionisierungselement 3 und
eine Filtervorrichtung 4 angeordnet. Die Strömungsleiteinrichtung 8 umfasst ein Umlenkblech
11, das über nicht dargestellte Befestigungselemente an der Abgasleitung 16 befestigt
ist. Das Ionisierungselement 3 weist einen elektrisch leitfähigen Wabenkörper 17 auf,
der mit der Abgasleitung 16 über eine erste elektrische Isolierung 9.1 verbunden ist.
An der in Strömungsrichtung 15 Rückseite des Wabenkörpers 17 sind eine Vielzahl von
Elektroden 14 angeordnet, die über einen ersten elektrischen Anschluss 13.1 mit einer
elektrischen Spannung beaufschlagbar sind. Das Filterelement 4 weist eine Mehrzahl
von Kanälen 5 auf, die für das Abgas durchströmbar sind und sich zwischen einem Eintrittsbereich
6 und einem Austrittsbereich 7 erstrecken. Das Filterelement 4 ist gegenüber der Abgasleitung
16 mit einer zweiten elektrischen Isolierung 9.2 isoliert. Das Filterelement 4 ist
über einen zweiten elektrischen Anschluss 13.2 mit einer elektrischen Spannung beaufschlagbar.
[0032] Im Betrieb strömt das Rußpartikel 2 enthaltende Abgas auf das Ionisierungselement
3 zu und wird dabei von dem Umlenkblech 11 zumindest teilweise umgelenkt. Durch das
Umlenkblech 11 wird ein Teil des Abgases beschleunigt und trifft mit einer erhöhten
Geschwindigkeit auf die erste elektrische Isolierung 9.1, wodurch sich die Rußpartikel
2 nicht auf der ersten elektrischen Isolierung 9.1 absetzen können bzw. schon auf
der ersten elektrischen Isolierung 9.1 abgesetzte Partikel wieder gelöst werden.
[0033] Das Abgas durchströmt weiter den Wabenkörper 17 des Ionisierungselements 3, wobei
die Strömung zumindest teilweise laminarisiert wird. In dem Bereich zwischen den Elektroden
14 und dem Filterelement 4 werden zumindest ein Teil der Rußpartikel 2 in einer Corona-Entladung
zwischen den Elektroden 14 und dem Filterelement 4 ionisiert. Die geladenen Rußpartikel
2 werden zu dem Filterelement 4 hin beschleunigt und in diesem aufgrund ihrer Ladung
mit einer höheren Abscheiderate abgelagert.
[0034] Fig. 2 zeigt schematisch einen Querschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Dieses Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 ist ähnlich aufgebaut wie das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1, so dass
hier nur auf die Unterschiede eingegangen wird. In diesem Ausführungsbeispiel ist
die Strömungsleiteinrichtung 8 als ein Strömungsgleichrichter 10 ausgeführt. Der Strömungsgleichrichter
10 weist einen durchströmbaren Durchmesser 12 auf, der kleiner ist als ein durchströmbarer
Durchmesser des nachgeordneten Ionisierungselements 3. In dem Strömungsgleichrichter
10 wird der Abgasstrom zumindest teilweise laminarisiert und auf den durchströmbaren
Durchmesser 12 des Strömungsgleichrichters 10 in seinem Durchmesser reduziert. Bei
ausreichendem Unterschied in den Durchmessern 12 des Strömungsgleichrichters und des
Ionisierungselements 3 wird somit erreicht, dass die Rußpartikel 2 im Abgas nicht
die ersten elektrischen Isolierungen 9.1 des Ionisierungselements 3 erreichen. Eine
Ablagerung auf den elektrischen Isolierungen 9.1 wird somit vermieden.
[0035] Fig. 3 zeigt schematisch eine Schnittsdarstellung einer weiteren Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1, wobei im Folgenden nur auf die Unterschiede zu
der Ausführungsform gemäß Fig. 2 eingegangen wird. Die Strömungsleiteinrichtung 8
weist einen Wabenkörper 17 auf, der eine Gegenelektrode 22 des Ionisierungselements
3 hält. Der Wabenkörper 17 weist in einem äußeren und einem inneren Bereich verschlossene
Kanäle 18 auf, die mit einer radialen Ausdehnung 20 ein Durchströmen des Wabenkörpers
17 in diesen Bereichen verhindern. Es wird somit ein durchströmbarer Bereich 19 des
Wabenkörpers 17 gebildet. Das Ionisierungselement 3 weist eine der Abgasleitung 16
zugeordnete ringförmige Elektrode 14 mit einer Vielzahl von Elektrodenspitzen auf.
Zentral in der Abgasleitung 16 ist eine rohrförmige Gegenelektrode 22 angeordnet,
die von dem Wabenkörper gehalten wird und ggf. gegenüber diesem isoliert ist. Somit
kann auf einer Länge 21 ein elektrisches Feld zwischen der ringförmigen Elektrode
14 und der rohrförmigen Gegenelektrode 22 ausgebildet werden.
[0036] Die radiale Ausdehnung 20 der verschlossenen Kanäle 18 ist so gewählt, dass ionisierte
Rußpartikel 2 von dem zwischen der ringförmigen Elektrode 14 und der Gegenelektrode
22 vorliegenden elektrischen Feld nicht so weit abgelenkt werden können, dass sie
an eine Oberfläche des Ionisierungselements 3 gelangen können. Die Größe der radialen
Ausdehnung 20 hängt somit im Wesentlichen von der Länge 21, der elektrischen Feldstärke
und der Abgasgeschwindigkeit ab.
[0037] Mit der vorliegenden Erfindung wird wirksam verhindert, dass sich Rußpartikel auf
einer elektrischen Isolierung von Abgasreinigungskomponenten ablagern, wodurch die
Bildung eines Kurzschlusses verhindert wird. Ein sicherer Betrieb der Abgasanlage
ist somit gewährleistet.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Rußpartikel
- 3
- Ionisierungselement
- 4
- Filterelement
- 5
- Kanal
- 6
- Eintrittsbereich
- 7
- Austrittsbereich
- 8
- Strömungsleiteinrichtung
- 9.1
- erste elektrische Isolierung
- 9.2
- zweite elektrische Isolierung
- 10
- Strömungsgleichrichter
- 11
- Umlenkblech
- 12
- Durchmesser
- 13.1
- erster elektrischer Anschluss
- 13.2
- zweiter elektrischer Anschluss
- 14
- Elektrode
- 15
- Strömungsrichtung
- 16
- Abgasleitung
- 17
- Wabenkörper
- 18
- verschlossene Kanäle
- 19
- durchströmbarer Bereich
- 20
- radiale Ausdehnung
- 21
- Länge
- 22
- Gegenelektrode
1. Vorrichtung (1) zur Behandlung von Rußpartikel (2) enthaltendem Abgas, umfassend zumindest
- mindestens ein Ionisierungselement (3) zur Ionisierung von Rußpartikel (2),
- mindestens ein Filterelement (4), wobei an mindestens einen Abschnitt des Filterelements
(4) ein elektrisches Potential anlegbar ist,
- mindestens eine Strömungsleiteinrichtung (8), die eine Strömung des Abgases so beeinflussen
kann, dass eine Ablagerung der Rußpartikel (2) an zumindest dem Ionisierungselement
(3), einer elektrischen Isolierung (9.1) des Ionisierungselements (3) oder einer elektrischen
Isolierung (9.2) des Filterelements (4) verhindert und beseitigt werden kann.
2. Vorrichtung (1) nach Patentanspruch 1, wobei die Strömungsleiteinrichtung (8) zumindest
ein Element der folgenden Gruppe umfasst:
- mindestens einen Strömungsgleichrichter (10),
- mindestens ein Umlenkblech (11).
3. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Strömungsleiteinrichtung
(8) verstellbar ist.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Strömungsleiteinrichtung
(8) einen für Abgas durchströmbaren Durchmesser (12) bildet, der kleiner ist als ein
durchströmbarer Durchmesser des in Strömungsrichtung (15) nachgelagerten Ionisierungselements
(3) oder Filterelements (4).
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die mindestens
eine Strömungsleiteinrichtung (8) einen katalytischen Reaktor enthält.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die mindestens
eine Strömungsleiteinrichtung (8) an einer Abgasleitung (16) befestigt ist.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die mindestens
eine Strömungsleiteinrichtung (8) einen Strömungsschatten im Bereich der elektrischen
Isolierung (9.1, 9.2) bildet.
8. Vorrichtung (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 6, wobei die mindestens eine
Strömungsleiteinrichtung (8) eine konzentrierte Anströmung im Bereich zumindest einer
Oberfläche des Ionisierungselements oder der elektrischen Isolierung (9.2) mit einer
vergrößerten Abgasgeschwindigkeit bildet.
9. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4, wobei die Strömungsleiteinrichtung (8) dem Ionisierungselement
(3) vorgeordnet ist, und die Strömungsleiteinrichtung (8) einen durchströmbaren Bereich
aufweist, der so dimensioniert ist, dass ionisierte Rußpartikel im Abgasstrom von
einem durch das Ionisierungselement (3) erzeugten Feld nicht an eine Oberfläche des
Ionisierungselement (3) oder der elektrischen Isolierung (9.2) des Filterelements
(4) gelangen.
1. Device (1) for treating exhaust gas containing soot particles (2), comprising at least
- at least one ionization element (3) for ionizing soot particles (2),
- at least one filter element (4), wherein an electrical potential can be applied
to at least one section of the filter element (4),
- at least one flow-directing device (8) which can influence a flow of the exhaust
gas in such a way that depositing of the soot particles (2) on at least the ionization
element (3), electrical insulation (9.1) of the ionization element (3) or electrical
insulation (9.2) of the filter element (4) can be prevented and removed.
2. Device (1) according to Patent Claim 1, wherein the flow-directing device (8) comprises
at least one element of the following group:
- at least one flow rectifier (10), and
- at least one baffle (11).
3. Device (1) according to one of the preceding patent claims, wherein the flow-directing
device (8) is adjustable.
4. Device (1) according to one of the preceding patent claims, wherein the flow-directing
device (8) forms a diameter (12) through which exhaust gas can flow, which diameter
(12) is smaller than a diameter of the ionization element (3) or filter element (4)
positioned downstream in the flow-direction (15), through which diameter there can
be a flow.
5. Device (1) according to one of the preceding patent claims, wherein the at least one
flow-directing device (8) contains a catalytic reactor.
6. Device (1) according to one of the preceding patent claims, wherein the at least one
flow-directing device (8) is attached to an exhaust gas line (16).
7. Device (1) according to one of the preceding patent claims, wherein the at least one
flow-directing device (8) forms a flow shadow in the region of the electrical insulation
(9.1, 9.2).
8. Device (1) according to one of Patent Claims 1 to 6, wherein the at least one flow-directing
device (8) forms a concentrated inflow in the region of at least one surface of the
ionization element or of the electrical insulation (9.2) with an increased exhaust
gas speed.
9. Device (1) according to Claim 4, wherein the flow-directing device (8) is arranged
upstream of the ionization element (3), and the flow-directing device (8) has a region
through which there can be a flow, which region is dimensioned in such a way that
ionized soot particles in the exhaust gas stream from a field generated by the ionization
element (3) do not arrive at a surface of the ionization element (3) or of the electrical
insulation (9.2) of the filter element (4).
1. Dispositif (1) de traitement des gaz d'échappement contenant des particules de suie
(2), comprenant au minimum
- au moins un élément d'ionisation (3) destiné à l'ionisation des particules de suie
(2),
- au moins un élément filtrant (4), un potentiel électrique pouvant être appliqué
sur au moins une portion de l'élément filtrant (4),
- au moins un système de guidage d'écoulement (8) qui peut influencer un écoulement
des gaz d'échappement de telle sorte qu'un dépôt des particules de suie (2) sur au
moins l'élément d'ionisation (3), une isolation électrique (9.1) de l'élément d'ionisation
(3) ou une isolation électrique (9.2) de l'élément filtrant (4) peut être empêché
et éliminé.
2. Dispositif (1) selon la revendication 1, avec lequel le système de guidage d'écoulement
(8) comprend au minimum un élément du groupe suivait :
- au moins un redresseur d'écoulement (10),
- au moins une chicane déflectrice (11).
3. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, avec lequel le système
de guidage d'écoulement (8) est positionnable.
4. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, avec lequel le système
de guidage d'écoulement (8) forme un diamètre (12) qui peut être traversé par le flux
des gaz d'échappement, lequel est inférieur à un diamètre pouvant être traversé par
le flux de l'élément d'ionisation (3) ou de l'élément filtrant (4) monté en aval dans
le sens de l'écoulement (15).
5. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, avec lequel l'au moins
un système de guidage d'écoulement (8) contient un réacteur catalytique.
6. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, avec lequel l'au moins
un système de guidage d'écoulement (8) est fixé à un conduit de gaz d'échappement
(16).
7. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, avec lequel l'au moins
un système de guidage d'écoulement (8) forme un écran d'écoulement dans la zone de
l'isolation électrique (9.1, 9.2).
8. Dispositif (1) selon l'une des revendications 1 à 6, avec lequel l'au moins un système
de guidage d'écoulement (8) forme une éjection concentrée avec une vitesse des gaz
d'échappement accrue dans la zone d'au moins une surface de l'élément d'ionisation
ou de l'isolation électrique (9.2).
9. Dispositif (1) selon la revendication 4, avec lequel le système de guidage d'écoulement
(8) est monté en amont de l'élément d'ionisation (3), et le système de guidage d'écoulement
(8) possède une zone pouvant être traversée par le flux qui est dimensionnée de telle
sorte que les particules de suie ionisées dans le flux de gaz d'échappement par un
champ généré par l'élément d'ionisation (3) ne parviennent pas sur une surface de
l'élément d'ionisation (3) ou de l'isolation électrique (9.2) de l'élément filtrant
(4).