[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Handhabung von Gestängeelementen,
also Rohren, Stangen und Gestängezügen für Bohrgeräte und Bohranlagen, insbesondere
zum Abteufen von Bohrungen auf Kohlenwasserstoff-Lagerstätten oder für Geothermie.
[0002] Bohrungen auf Kohlenwasserstoff-Lagerstätten, also z. B Erdöl oder Erdgas, oder zur
Nutzung von Geothermie werden in der Regel diskontinuierlich abgeteuft, da nach dem
Bohren einer Gestängelänge der Bohrvorgang unterbrochen werden muss, um mit dem Bohrstrang
ein weiteres Gestängeelement zu kombinieren, mit dem anschließend der Bohrvorgang
fortgeführt wird. Diskontinuierlich ist auch der Ausbau von Bohrstangen oder der Einbau
und Ausbau von Verrohrungen des Bohrloches (Casings), da jedes Mal der Vorgang unterbrochen
werden muss, um die entsprechenden Rohre oder Bohrstangen mit dem Bohrstrang oder
dem Casing-Strang zu verbinden bzw. zu lösen. Übliche Bohrstangen erreichen ungefähr
eine Länge von neun Metern, ein doppelter oder dreifacher Gestängezug (Double-Stand
bzw. Triple Stand) entsprechend in etwa achtzehn bzw. siebenundzwanzig Meter.
[0003] Aufgrund steigenden Kostendrucks ergibt sich für Betreiber von Bohranlagen das Bedürfnis,
den diskontinuierlichen Vorgang des Abteufens von Bohrungen bzw. Ziehens von Bohrstangen
und Verrohrungen durch einen quasi kontinuierlichen Ablauf zu ersetzen.
[0004] Aus der
DE 10 2010 016 585 A sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Handhabung von Gestängeelementen bekannt,
bei der bzw. bei dem ein Gestängemagazin entlang eines Gestängemagazinwegs verschiebbar
beweglich ist, um einzelne Gestängemagazine jeweils in eine Übergabeposition zur Übergabe
von Gestängeelementen an einen Vertikalaufzug der Bohranlage bewegen zu können. Zum
Entnehmen jeweils eines Gestängeelements aus einem Gestängemagazin und zur Übergabe
an den Vertikalaufzug kommt zum Beispiel ein Portalkran in Betracht.
[0005] Aus der
DE 198 43 167 A ist eine Magazinier- und Handhabungsvorrichtung von Bohrstangen bekannt, bei der
als Entnahmeeinrichtung eine seitlich mittig am Gestängemagazin vertikal verfahrbare
Greifklaue fungiert, die aufgrund einer Verschwenkbarkeit einerseits Gestängeelemente
im Gestängemagazin greifen und andererseits Gestängeelemente an einer Übergabeposition
außerhalb des Gestängemagazins ablegen kann. Ungünstig bei dieser Vorrichtung ist
allerdings, dass beim Entnehmen von Gestängeelementen aus einem im Wesentlichen entleerten
Gestängemagazin und entsprechend einer dortigen unteren Lage von Gestängeelementen
die Greifklaue mit dem ergriffenen Gestängeelement zunächst bis in eine Schwenkposition
fahren muss, die notwendig oberhalb einer Oberkante von Rungen oder dergleichen zur
Begrenzung des Gestängemagazins liegt, dann dort den Schwenkvorgang ausführt, um das
Gestängeelement aus dem Bereich der Begrenzungselemente des Gestängemagazin zu entnehmen,
und anschließend wieder in Richtung auf eine Übergabeposition abgesenkt wird. Dies
ist konstruktiv aufwendig und zudem im Betrieb zeitintensiv.
[0006] Aus der
DE 27 21 342 A ist eine Magazinier- und Handhabungsvorrichtung für Bohrgestängeteile mit anhebbaren
einzelnen, jeweils Bohrgestängeteile aufnehmenden Magazinen bekannt. Die
US 2006/0045655 beschreibt eine ebensolche Vorrichtung, bei der mit einem Schwenkmechanismus in einem
Magazin beigestellte Bohrgestängeteile in der Ebene des Magazins aufgenommen und einer
drehbaren Umsetzeinrichtung zugeführt werden, wobei die Umsetzeinrichtung ein aufgenommenes
Gestängeelement an eine schiefe Ebene abgibt.
[0007] In der
US 2007/0031215 wird eine höhenverstellbare Vereinzelungseinrichtung für Bohrgestänge beschrieben,
die seitlich an einem Bohrgestängemagazin auf- und abfährt und aus einer oberen Bohrgestängelage
jeweils ein Bohrgestängeteil entnehmen kann, mit dem die Vereinzelungseinrichtung
dann bis zu einer oberen Position des Bohrgestängemagazins fährt, dort mit einer Schwenkbewegung
das Bohrgestängeteil aus dem Bereich des Bohrgestängemagazins bewegt und dann schließlich
mit dem Bohrgestängeteil an dem Bohrgestängemagazin abwärts fährt um dieses in einer
unteren Position an eine weitere Handhabungseinrichtung übergeben zu können.
[0008] Eine Aufgabe der Erfindung besteht entsprechend darin, eine Vorrichtung zur Handhabung
von Gestängeelementen für eine Bohranlage und ein Verfahren zum Betrieb einer solchen
Vorrichtung anzugeben, mit der bzw. mit dem die Zuführung von Gestängeelementen zur
Bohranlage erleichtert wird.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dazu
ist als Vorrichtung zur Handhabung von Gestängeelementen für eine Bohranlage, wobei
mindestens ein Gestängeelement in mindestens einem Gestängemagazin vorgehalten wird
und wobei das Gestängemagazin zum Entnehmen von Gestängeelementen entlang von dessen
Längsachse neigbar ist, dem Gestängemagazin eine höhenverstellbare Vereinzelungseinrichtung
zur Entnahme einzelner Gestängeelemente aus dem Gestängemagazin zugeordnet, die fluchtend
mit einer Unterkante einer jeweils oberen Lage von Gestängeelementen positionierbar
ist, wobei die Entnahme von Gestängeelementen aus dem Gestängemagazin oder eine Übergabe
von Gestängeelementen in das Gestängemagazin aufgrund einer jeweiligen Neigung des
Gestängemagazins erfolgt und wobei die Vereinzelungseinrichtung eine Aufnahmefläche
für Gestängeelemente und Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche für weitere, ansonsten
nachrollende Gestängeelemente aufweist. Das Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche
oder eine Gesamtheit solcher Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche, für die nachfolgend
einzelne mögliche Ausführungsformen angegeben sind, kann auch als Sperreinrichtung
oder Sperreinheit bezeichnet werden.
[0010] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Vereinzelungseinrichtung aufgrund
der Höhenverstellbarkeit in einem Gestängemagazin mit mehreren Lagen von Gestängeelementen
auf eine Höhe einer jeweils obersten Lage von Gestängeelementen positioniert werden
kann, um dort einzelne Gestängeelemente zu entnehmen oder dem Gestängemagazin zuzuführen.
Weil die Entnahme von Gestängeelementen aus dem Gestängemagazin oder eine Übergabe
von Gestängeelementen in das Gestängemagazin aufgrund einer jeweiligen Neigung des
Gestängemagazins erfolgt, findet die Übernahme des Gestängeelements aus dem Gestängemagazin
auf die Vereinzelungseinrichtung oder die Übergabe des Gestängeelements von der Vereinzelungseinrichtung
in das Gestängemagazin auf Ebene der jeweils eingestellten Höhenposition der Vereinzelungseinrichtung
statt. Dies steht im Gegensatz zu zum Beispiel einem Vertikalaufzug, wie er in der
DE 10 2010 016 585 A beschrieben ist, bei dem dessen schwenkbare Klinken direkt in das Gestängemagazin
eingreifen. In dieser Position ist es für die Klinken zwar möglich, ein Gestängeelement
zu erfassen, allerdings erfolgt in dieser Position noch keine Übernahme aus dem Gestängemagazin,
denn zunächst muss das Gestängeelement - noch im Bereich des Gestängemagazins - angehoben
werden, bis eine Ebene von oberen Kanten von Begrenzungselementen des Gestängemagazins,
also zum Beispiel Rungen oder dergleichen, erreicht ist. Somit findet das Entnehmen
von Gestängeelementen aus dem Gestängemagazin mit einem solchen Vertikalaufzug nicht
aufgrund einer Neigung des Gestängemagazins statt, sondern nur indem die Klinken des
Vertikalaufzugs angehoben werden bis schließlich der Bereich des Gestängemagazins
verlassen ist. Wenn man eine solche Entnahme eines Gestängeelements aus dem Gestängemagazin
als vertikale Entnahme auffassen wollte, findet mit der hier beschriebenen Vorrichtung
demgegenüber eine horizontale oder zumindest im Wesentlichen horizontale Entnahme
statt, indem das Gestängeelement direkt auf der Ebene derjenigen Höhenposition entnommen
wird, in welche die Vereinzelungseinrichtung positioniert ist und in der die Vereinzelungseinrichtung
das erste Mal mit dem zu entnehmenden Gestängeelement in Kontakt kommt. Ein solches
horizontales Entnehmen von Gestängeelementen ist möglich, weil die Vereinzelungseinrichtung
Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche für weitere und ansonsten ggf. nachrollende
Gestängeelemente aufweist.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Dabei
verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des
Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches hin; sie sind nicht
als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes
für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen. Des Weiteren
ist im Hinblick auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer näheren Konkretisierung
eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch davon auszugehen, dass eine derartige
Beschränkung in den jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden ist.
[0012] Da die Gegenstände der Unteransprüche im Hinblick auf den Stand der Technik am Prioritätstag
eigene und unabhängige Erfindungen bilden können, behält die Anmelderin sich vor,
sie zum Gegenstand unabhängiger Ansprüche oder Teilungserklärungen zu machen. Sie
können weiterhin auch selbständige Erfindungen enthalten, die eine von den Gegenständen
der vorhergehenden Unteransprüche unabhängige Gestaltung aufweisen.
[0013] Bei einer besonderen Ausführungsform der Vereinzelungseinrichtung ist vorgesehen,
dass diese ein teleskopierbares Basisteil umfasst, das für in einem Gestängemagazin
befindliche Gestängeelemente wie eine Runge des Gestängemagazins fungiert. Das teleskopierbare
Basisteil ermöglicht die Höhenverstellbarkeit der Vereinzelungseinrichtung und erlaubt
je nach Stellung des Basisteils, also je nach Ausfahrzustand des Basisteils, eine
fluchtende Positionierung der Vereinzelungseinrichtung mit einer Unterkante einer
jeweils oberen Lage von Gestängeelementen. Wenn sich im Gestängemagazin mehrere Lagen
von Gestängeelementen befinden, kann mit einer Neigung des Gestängemagazins zum Entnehmen
von Gestängeelementen das oder jedes in einer oberen Lage befindliche Gestängeelement
in Richtung auf die Vereinzelungseinrichtung bewegt werden, indem das oder die Gestängeelemente
in Richtung auf die Vereinzelungseinrichtung rollen. Dennoch muss die oder jede untere
Lage von Gestängeelementen sicher im Gestängemagazin gehalten werden. Für diese Gestängeelemente
fungiert das teleskopierbare Basisteil wie ein Anschlag und damit wie eine Runge des
Gestängemagazins. Insgesamt fungiert eine Vereinzelungseinrichtung mit einem teleskopierbaren
Basisteil wie eine höhenverstellbare Runge, die jeweils so weit abgesenkt wird, dass
aus einer oberen Lage von Gestängeelementen in dem Gestängemagazin nacheinander Gestängeelemente
in Richtung der durch die Neigung des Gestängemagazins bewirkten Bewegungsrichtung
der Gestängeelemente entnommen werden können.
[0014] Als Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche kommt eine Übergabeeinrichtung in Betracht,
die in einer ersten Position die Übernahme eines Gestängeelements aus dem Gestängemagazin
erlaubt und in einer zweiten Position einerseits die Aufnahmefläche sperrt und ein
im Bereich der Aufnahmefläche befindliches Gestängeelement von der Aufnahmefläche
weg hin zu einer in der Vereinzelungseinrichtung gebildeten Übergabefläche bewegt.
Die Aufnahmefläche definiert damit gewissermaßen eine Zwischenposition für Gestängeelemente
bei deren Entnahme aus dem Gestängemagazin. Die Aufnahmefläche grenzt unmittelbar
an den Bereich des Gestängemagazins an und das jeweilige Gestängeelement geht auf
die Aufnahmefläche aufgrund der Neigung des Gestängemagazins über, indem es auf die
Aufnahmefläche rollt. Dies ist dann möglich, wenn eine Entnahme eines Gestängeelements
beabsichtigt ist und sich die Übergabeeinrichtung entsprechend in der ersten Position
befindet. Von der als Zwischenposition fungierenden Aufnahmefläche soll das jeweilige
Gestängeelement allerdings im weiteren Verlauf der Entnahme wegbewegt werden, so dass
die Übergabeeinrichtung einerseits diese Bewegung, aber gleichzeitig auch die Sperrung
der Aufnahmefläche bewirkt. Wenn als Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche für weitere
und ansonsten ggf. nachrollende Gestängeelemente noch zum Beispiel ein versenkbarer
Dorn oder Zapfen oder ein schwenkbarer Anschlag in Betracht kommt, ist eine Übergabeeinrichtung,
die in einer zweiten Position einerseits die Aufnahmefläche sperrt und ein im Bereich
der Aufnahmefläche befindliches Gestängeelement von der Aufnahmefläche weg und hin
zu einer in der Vereinzelungseinrichtung gebildeten Übergabefläche bewegt, zum Beispiel
mit einem schwenkbeweglichen Übergabeteil wie nachfolgend beschrieben oder einer anhebbaren
oder partiell anhebbaren Aufnahmefläche realisierbar.
[0015] Bei einer besonderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Übergabeeinrichtung
zumindest ein schwenkbewegliches Übergabeteil oder ein Paar synchron bewegter, schwenkbeweglicher
Übergabeteile umfasst, das bzw. die an seinem bzw. ihrem freien Ende eine erste Kante
zum Sperren der Aufnahmefläche und eine zweite Kante zum Bewegen eines Gestängeelements
zur Übergabefläche aufweist bzw. aufweisen. Ein solches schwenkbewegliches Übergabeteil
befindet sich in der ersten Position in einem Bereich seitlich an der Vereinzelungseinrichtung,
jedenfalls in einem Bereich, in dem das Übergabeteil die Aufnahme eines Gestängeelements
auf die Aufnahmefläche nicht behindert. In der zweiten, verschwenkten Position wird
das Übergabeteil in den Bereich eines Weges, den ein aus dem Gestängemagazin auf die
Aufnahmefläche rollendes Gestängeelement nimmt, verschwenkt, so dass damit dieser
Weg versperrt und insgesamt die Aufnahmefläche gesperrt ist. Für eventuell noch im
Gestängemagazin in der aktuellen Lage befindliche Gestängeelemente wirkt das Übergabeteil
mit seiner ersten Kante wie ein Anschlag und eventuelle weitere Gestängeelemente werden
sicher im Bereich des Gestängemagazins gehalten. Allerdings bewirkt das Übergabeteil
auch die Bewegung des zunächst im Bereich der Aufnahmefläche befindlichen Gestängeelements
zur Übergabefläche indem das jeweilige Gestängeelement mit einer zweiten Kante des
Übergabeteils angehoben wird. Zur Bewegung des Gestängeelements von der Aufnahmefläche
hin zur Übergabefläche reicht es aus, dass die zweite Kante des Übergabeteils in Richtung
auf die Übergabefläche geneigt ist, wenn sich das Übergabeteil in der zweiten Position
befindet. Dabei ist funktional unerheblich, ob sich eine solche Neigung aufgrund einer
entsprechenden Kontur des Übergabeteils oder deshalb ergibt, weil sich die Vereinzelungseinrichtung
am Gestängemagazin befindet und also mit einer Neigung des Gestängemagazins ebenfalls
eine Neigung erfährt.
[0016] Indem der Aufnahmefläche ein Aufnahmeflächenanschlag zugeordnet ist, dessen Position
auf der Aufnahmefläche entsprechend einem Durchmesser des jeweiligen Gestängeelements
veränderbar ist, kann ein auf der Aufnahmefläche befindliches Gestängeelement zumindest
zeitweise selbst als Anschlag für weitere gegebenenfalls noch in derselben Lage im
Gestängemagazin befindliche Gestängeelemente fungieren. Solche eventuellen weiteren
Gestängeelemente werden damit sicher im Bereich des Gestängemagazins gehalten und
können damit nicht in den Bereich der Vereinzelungseinrichtung gelangen. Dies erlaubt
bei Aktivierung der Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche oder bei Aktivierung der
Übergabeeinrichtung oder bei Aktivierung des Übergabeteils eine Kontaktierung des
in der aktuellen Lage von Gestängeelementen im Gestängemagazin befindlichen äußeren
Gestängeelements in einer definierten Position.
[0017] Wenn der Aufnahmeflächenanschlag in unterschiedlichen Positionen mit einem Führungselement
kombinierbar ist, dessen Oberseite als in der Vereinzelungseinrichtung gebildete Übergabefläche
fungiert, wirkt der Aufnahmeflächenanschlag als funktionale Trennstelle zwischen der
Aufnahmefläche einerseits und der Übergabefläche andererseits. Wenn eine Oberseite
des oder jedes Führungselements für den Aufnahmeflächenanschlag als Übergabefläche
fungiert, befindet sich die Übergabefläche im Vergleich zur Aufnahmefläche auf einem
höheren Niveau. Ein solches höheres Niveau bewirkt, dass ein auf der Aufnahmefläche
befindliches Gestängeelement nur in einem definierten Bewegungsablauf auf die Übergabefläche
gelangen kann, also zum Beispiel indem eine solche Bewegung durch Aktivierung einer
Übergabeeinrichtung veranlasst wird. Ein solches erhöhtes Niveau kann zum Beispiel
durch ein oder mehrere gewissermaßen als Fundamente fungierende Metallteile oder sonstige
Formteile auf der Oberfläche der Vereinzelungseinrichtung gebildet sein. Ein Raum
neben einem solchen Fundament oder ein Zwischenraum zwischen solchen Fundamenten eignet
sich für die Anbringung des Aufnahmeflächenanschlags und erlaubt dessen Positionierung
entsprechend einem Durchmesser des jeweiligen Gestängeelements. Indem der Aufnahmeflächenanschlag
in der jeweiligen Position mit einem oder mehreren derartigen Fundamenten kombinierbar
ist, fungiert das oder jedes Fundament als Führungselement für den Aufnahmeflächenanschlag.
[0018] Die oben genannte Aufgabe wird auch mit einer Vereinzelungseinrichtung gelöst, wie
sie von einer Vorrichtung wie hier und nachfolgend beschrieben umfasst ist. Die Erfindung
ist demnach einerseits ein System mit einem in seiner Neigung verstellbaren Gestängemagazin
und zumindest einer derartigen Vereinzelungseinrichtung, aber auch eine solche Vereinzelungseinrichtung
als eigenständige Einheit, und zwar unabhängig davon, ob die Vereinzelungseinrichtung
als eine an einem Gestängemagazin anbringbare Einheit oder als eine zum Beispiel zwischen
einer Übergabeposition für ein Gestängemagazin und einem Vertikalaufzug oder dergleichen
montierbare Einheit ausgeführt ist.
[0019] Die oben genannte Aufgabe wird auch mit einer Steuerungseinrichtung zur Steuerung
einer Vereinzelungseinrichtung und/oder eines Gestängemagazins gelöst, die nach dem
Verfahren wie hier und im Folgenden beschrieben arbeitet und dazu als Mittel zur Durchführung
des Verfahrens zum Beispiel eine Verarbeitungseinheit in Form von oder nach Art eines
Mikroprozessors und einen Speicher, in den ein Steuerungsprogramm geladen ist, umfasst.
Die Erfindung ist dabei bevorzugt in Software implementiert. Die Erfindung ist damit
einerseits auch ein Steuerungsprogramm mit durch einen Computer ausführbaren Programmcodeanweisungen
und andererseits ein Speichermedium mit einem derartigen Computerprogramm sowie schließlich
auch eine Steuerungseinrichtung, in deren Speicher als Mittel zur Durchführung des
Verfahrens und seiner Ausgestaltungen ein solches Computerprogramm geladen oder ladbar
ist.
[0020] Der Vorteil der Erfindung und ihrer Ausgestaltungen besteht gerade auch darin, dass
in einem Bereich, in dem grundsätzlich eine Gefahr durch den Transport von Gestängeelementen
besteht, ein Aufenthalt von Personen nicht mehr erforderlich ist. Mit der Vereinzelungseinrichtung
ist eine vollautomatische oder von einem entfernten Ort gesteuerte Vereinzelung von
Gestängeelementen möglich. Zusammen mit der Einstellbarkeit der Neigung des Gestängemagazins
ist das vollautomatische oder von einem entfernten Ort gesteuerte Entnehmen von Gestängeelementen
aus dem Gestängemagazin oder das Zuführen von ausgebauten Gestängeelementen zum Gestängemagazin
möglich. Zusammen mit zumindest einer nachgeordneten Einheit zum Transportieren von
so vereinzelten Gestängeelementen zu einem sogenannten Drillfloor einer Bohranlage,
also zum Beispiel einem Vertikalaufzug oder dergleichen, ist das vollautomatische
oder von einem entfernten Ort gesteuerte Entnehmen und Transportieren von Gestängeelementen
aus einem Gestängemagazin zum Drillfloor und umgekehrt möglich. Wenn in ein solches
automatisches oder halbautomatisches Steuerungskonzept auch noch eine Einheit eingebunden
ist, die der Einheit zum Transportieren von Gestängeelementen zum Drillfloor nachfolgt,
also zum Beispiel ein sogenannter Pipehandler, ist das vollautomatische oder von einem
entfernten Ort gesteuerte Entnehmen und Transportieren von Gestängeelementen aus einem
Gestängemagazin zum Drillfloor und dort zum Bohrloch und umgekehrt möglich. Für alle
diese Realisierungsmöglichkeiten gilt, dass der Aufenthalt von Personen im Gefahrenbereich
nicht erforderlich ist, so dass der Betrieb der Bohranlage insgesamt sicherer wird.
Selbstverständlich ermöglichen die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Automatisierung,
angefangen mit einer automatischen Vereinzelung von Gestängeelementen bis hin zu einem
automatischen Transport von Gestängeelementen, wie oben skizziert, auch einen erheblichen
Zeitgewinn im Vergleich zu einer manuellen Bewerkstelligung solcher Aufgaben.
[0021] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente sind in allen Figuren
mit den gleichen Bezugszeichen versehen, allerdings sind nicht alle Bezugszeichen
in allen Figuren eingezeichnet, um die Übersicht nicht unnötig zu erschweren.
[0022] Das oder jedes Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen.
Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung zahlreiche Abänderungen und Modifikationen
möglich, insbesondere solche Varianten und Kombinationen, die zum Beispiel durch Kombination
oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit den im allgemeinen oder speziellen
Beschreibungsteil beschriebenen sowie in den Ansprüchen und/oder der Zeichnung enthaltenen
Merkmalen bzw. Elementen oder Verfahrensschritten für den Fachmann im Hinblick auf
die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem neuen
Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschrittfolgen führen,
auch soweit sie Arbeitsverfahren betreffen.
[0023] Es zeigen
- Fig. 1
- eine Bohranlage an sich bekannter Art, wie sie zur Verwendung einer Vorrichtung zur
Handhabung von Gestängeelementen in Betracht kommt,
- Fig. 2
- eine Vereinzelungseinrichtung in isometrischer Darstellung,
- Fig. 3
- eine an einem Gestängemagazin angebrachte Vereinzelungseinrichtung gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- die Vereinzelungseinrichtung gemäß Fig. 2 in seitlicher Ansicht mit unterschiedlichen
Positionen zweier von der Vereinzelungseinrichtung umfassten und als Übergabeeinrichtung
fungierender Übergabeteile,
- Fig. 5
- Momentaufnahmen beim Entnehmen eines Gestängeelements aus einem Gestängemagazin mit
einer Vereinzelungseinrichtung gemäß Fig. 2,
- Fig. 6
- Momentaufnahmen beim Übergeben eines Gestängeelements in ein Gestängemagazin mit einer
Vereinzelungseinrichtung gemäß Fig. 2,
- Fig. 7
- eine aufgrund eines teleskopierbaren Basisteils höhenverstellbare Vereinzelungseinrichtung
und
- Fig. 8
- ein schematisch vereinfachtes Flussdiagramm zur Erläuterung des Verfahrens zur Handhabung
von Gestängeelementen, also Rohren, Stangen und Gestängezügen für Bohrgeräte und Bohranlagen.
[0024] Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht eine grundsätzlich bekannte Bohranlage 10 mit
einem Bohrmast 12 und einer Arbeitsbühne 14, wobei der Bohrmast 12 auf der Arbeitsbühne
14 montiert ist und eine Oberfläche der Arbeitsbühne 14 als sogenannter "Drillfloor"
ein Niveau für das Arbeiten mit der Bohranlage 10 definiert. Im Bohrmast 12 wird in
an sich bekannter Art und Weise ein Bohrstrang oder ein Casingstrang mit einer dafür
vorgesehenen Einheit, z. B. einem Kraftdrehkopf (Topdrive), in Rotation versetzt und
so die jeweilige Bohrung abgeteuft. Unterhalb der Arbeitsbühne 14 befindet sich ein
so genannter Blow-out-Preventer 16.
[0025] Der Bohrstrang ist aus Bohrstangen 18 zusammengesetzt. Vor der Bohranlage 10 befindet
sich ein Gestängemagazin 20 zur Aufnahme solcher Bohrstangen 18 oder sogenannter Casings
(nicht dargestellt). Hier und im Folgenden werden Bohrstangen 18, auch in einer Konfiguration
als so genannte "Double Stands", also in Form zweier kombinierter Bohrstangen 18,
oder Triple Stands und/oder Casings als Gestängeelemente 18 bezeichnet. Ein Gestängemagazin
20 für Bohrstangen 18 wird in der Fachterminologie auch als "Drillpipebox" und ein
Gestängemagazin 20 für Casings als "Casingbox" bezeichnet. Das Gestängemagazin 20
ist zumindest einseitig durch Rungen 22 oder dergleichen begrenzt.
[0026] Eine oder mehrere Gestängemagazine 20 können entlang eines Gestängemagazinwegs 24
verschiebbar beweglich sein. Als Gestängemagazinweg 24 fungiert in der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform eine sogenannte Skiddingbahn mit zwei parallel verlaufenden Strängen
mehrfach aneinander gereihter Skiddingmatten 26. Der Gestängemagazinweg 24 verläuft
seitlich neben der Bohranlage 10. Für weitere Details hinsichtlich der Ausführung
eines Gestängemagazins 20, zur Ausführung einer Kopplung mehrerer Gestängemagazine
20 sowie dessen bzw. deren Beweglichkeit, gegebenenfalls auch zusammen mit einer ebenfalls
beweglichen Bohranlage 10, wird auf die
DE 10 2010 016 585 A1 verwiesen, deren Offenbarungsgehalt insoweit als in die hier vorgelegte Beschreibung
aufgenommen gelten soll.
[0027] In der Seitenansicht in Fig. 1 ist erkennbar, dass für ein Gestängemagazin 20 dessen
Neigung um eine längs zum Gestängemagazinweg 24 verlaufende Achse, die auch einer
Längsachse eines Gestängemagazins 20 sowie einer Längsachse dort gelagerter Gestängeelemente
18 entspricht, veränderbar ist. Dafür kommt zum Beispiel ein als Drehachse fungierendes
Achsenelement und ein entfernt von der Achse angeordnetes Betätigungselement, zum
Beispiel ein Hydraulikzylinder, eine Drehspindel oder dergleichen, in Betracht. Mit
einer Neigungsveränderung des Gestängemagazins 20 sind darin befindliche Gestängeelemente
18 zu einer jeweils tiefer liegenden Seite des Gestängemagazins 20 beförderbar. In
dieser Position sind Gestängeelemente 18 aus dem Bereich des Gestängemagazins 20 zum
Beispiel an einen zur Arbeitsbühne 14 gehörenden Vertikalaufzug 28 übergebbar, von
dem in Fig. 1 in der seitlichen Darstellung eine Klinke 30 erkennbar ist. Tatsächlich
umfasst der Vertikalaufzug zumindest zwei Klinken 30 oder Ähnliches. Ein aufgenommenes
Gestängeelement 18 ist mit dem Vertikalaufzug 28 bis zu einem Arbeitsniveau der Arbeitsbühne
14 beförderbar und wird dort in an sich bekannter Art und Weise, zum Beispiel mit
einem so genannten Pipehandler 32, gedreht.
[0028] Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung zur Handhabung von Gestängeelementen 18 für eine Bohranlage
10 in Form einer an einem Gestängemagazin 20 anbringbaren oder einem Gestängemagazin
20 zugeordneten, höhenverstellbaren Vereinzelungseinrichtung 34. Die Vereinzelungseinrichtung
34 ist zur Entnahme einzelner Gestängeelemente 18 aus einem Gestängemagazin 20 vorgesehen.
Dafür ist die Vereinzelungseinrichtung 34 fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils
oberen Lage von Gestängeelementen 18 im Gestängemagazin 20 positionierbar.
[0029] Fig. 3 zeigt dazu einen Abschnitt eines Gestängemagazins 20 ohne darin befindliche
Gestängeelemente 18 sowie eine am Gestängemagazin 20 angebrachte Vereinzelungseinrichtung
34. Man erkennt, dass das Gestängemagazin 20 aus einer Mehrzahl von Strukturelementen
36, zum Beispiel Stahlträgern 36, gebildet ist, wobei zumindest die Oberflächen der
quer zur Längsachse des Gestängemagazins 20 ausgerichteten Stahlträger 36 als Auflagefläche
für im Gestängemagazin 20 vorgehaltene Gestängeelemente 18 fungieren. Bei der in Fig.
3 dargestellten Situation ist die Vereinzelungseinrichtung 34 fluchtend mit der Oberfläche
der als Auflagefläche für Gestängeelemente 18 fungierenden Stahlträger 36 positioniert.
Wenn sich auf diesen Stahlträgern 36 zumindest ein Gestängeelement 18 oder eine Lage
von Gestängeelementen 18 befindet, entspricht die dargestellte Position einer fluchtenden
Anordnung mit einer Unterkante von direkt auf den Stahlträgern 36 liegenden Gestängeelementen
18. Indem die Vereinzelungseinrichtung 34 fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils
oberen Lage von Gestängeelementen 18 im Gestängemagazin 20 positionierbar ist, kann
die Entnahme von Gestängeelementen 18 aus dem Gestängemagazin 20 oder eine Übergabe
von Gestängeelementen 18 in das Gestängemagazin 20 aufgrund einer jeweiligen Neigung
des Gestängemagazins 20 erfolgen, insbesondere indem ein oder mehrere Gestängeelemente
18 aufgrund der Neigung des Gestängemagazins 20 in Richtung auf die Vereinzelungseinrichtung
34 rollen und dort genau ein Gestängeelement 18 aufgenommen wird.
[0030] In Fig. 2 und Fig 3 ist erkennbar, dass die Vereinzelungseinrichtung 34 einen Anschlag
38 aufweist. Das Ende der Vereinzelungseinrichtung 34 mit dem Anschlag 38 ist in Richtung
auf die Bohranlage 10, zum Beispiel in Richtung auf einen dort befindlichen Vertikalaufzug
28, ausgerichtet. Ein am Anschlag 38 anliegendes Gestängeelement 18 kann vom Vertikalaufzug
28 mit dessen Klinken 30 aufgenommen werden, indem jeweils zwei Klinken 30 unter ein
in zwei Vereinzelungseinrichtungen 34 am dortigen Anschlag 38 anliegendes Gestängeelement
18 greifen.
[0031] Ein Abschnitt der Vereinzelungsvorrichtung 34 vor dem Anschlag 38 wird als Übergabefläche
40 bezeichnet, weil ausgehend von dieser Übergabefläche 40 eine Übergabe jeweils eines
Gestängeelements 18 an eine nachfolgende Einheit, also zum Beispiel den Vertikalaufzug
28, erfolgt. Genauso fungiert dieser Abschnitt der Vereinzelungsvorrichtung 34 als
Übergabefläche 40, wenn beim Ausbauen von Gestängeelementen 18 diese sukzessive dem
Gestängemagazin 20 zugeführt werden.
[0032] Vor der Übergabefläche 40 befindet sich eine Aufnahmefläche 42. Die Funktion der
Vereinzelungsvorrichtung 34 und der Aufnahme- und Übergabefläche 42, 40 wird im Folgenden
anhand der beiden Darstellungen in Fig. 4 weiter erläutert.
[0033] Fig. 4 zeigt ein einer perspektivischen Ansicht von der Seite zwei unterschiedliche
Konfigurationen einer Vereinzelungsvorrichtung 34. Ein Gestängemagazin 20, an dem
die Vereinzelungsvorrichtung 34 dabei angebracht ist oder dem die Vereinzelungsvorrichtung
34 zugeordnet ist, indem sie zum Beispiel ortsfest benachbart zu einem Gestängemagazinweg
24 und seitlich vor der jeweiligen Bohranlage 10 oder deren Vertikalaufzug 28 angeordnet
ist, ist nicht dargestellt. Ebenfalls nicht darstellt ist ein Gestängeelement 18.
[0034] Bereits erläutert wurde, dass die Vereinzelungsvorrichtung 34 einen Anschlag 38,
eine Übergabefläche 40 und eine Aufnahmefläche 42 umfasst. Die Übergabefläche 40 und
die Aufnahmefläche 42 sind horizontal oder zumindest im Wesentlichen horizontal orientiert
und die Vereinzelungsvorrichtung 34 weist als Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche
42 für ansonsten zum Beispiel nachrollende Gestängeelemente 18 eine Übergabeeinrichtung
mit einem hier schwenkbeweglich und paarig ausgeführten Übergabeteil 44 auf. Diese
erlaubt in einer ersten Position (in Fig. 4 oben dargestellt) die Übernahme eines
Gestängeelements 18 aus dem Gestängemagazin 20. In einer zweiten Position (in Fig.
4 unten dargestellt) wird einerseits die Aufnahmefläche 42 für weitere Gestängeelemente
18 gesperrt und ein im Bereich der Aufnahmefläche 42 befindliches Gestängeelement
18 von der Aufnahmefläche 42 weg und hin zu der in der Vereinzelungseinrichtung 34
gebildeten Übergabefläche 40 bewegt. Dazu ist bei der Übergabeeinrichtung an einem
freien Ende von dessen Übergabeteil 44 eine erste Kante 46 zum Sperren der Aufnahmefläche
42 und eine zweite Kante 48 zum Bewegen eines Gestängeelements 18 zur Übergabefläche
40 vorgesehen. Die erste Kante 46 fungiert für noch im Bereich des Gestängemagazins
20 befindliche Gestängeelemente 18 wie ein Anschlag und verhindert das Nachrollen
weiterer Gestängeelemente 18. Dafür fluchtet die erste Kante 46 in etwa mit einer
gedachten Trennlinie zwischen Gestängemagazin 20 und Vereinzelungsvorrichtung 34.
Die zweite Kante 48 ist in der zweiten Position des Übergabeteils 44 in Richtung auf
die Übergabefläche 40 geneigt, so dass ein zuvor im Bereich der Aufnahmefläche 42
befindliches Gestängeelement 18 mit einer Bewegung des Übergabeteils 44, hier einem
Verschwenken des Übergabeteils 44, in Richtung auf die Übergabefläche 40 bewegt wird
und in Richtung auf die Übergabefläche 40 rollt.
[0035] Zur Trennung von Aufnahmefläche 42 und Übergabefläche 40 ist ein der Aufnahmefläche
42 zugeordneter Aufnahmeflächenanschlag 50 vorgesehen. Eine Position des Aufnahmeflächenanschlags
50 ist auf der Aufnahmefläche 42 entsprechend einem Durchmesser des jeweiligen Gestängeelements
18 veränderbar, hier indem der Aufnahmeflächenanschlag 50 in unterschiedlichen Positionen
mit einem Führungselement 52 kombinierbar ist. Dazu weisen das Führungselement 52
eine Mehrzahl von Bohrungen und der Aufnahmeflächenanschlag 50 zumindest eine Bohrung
auf. Mittels eines durch diese Bohrungen geführten Bolzens oder dergleichen kann dann
der Aufnahmeflächenanschlags 50 in unterschiedlichen Positionen festgelegt werden.
Eine mögliche Position ist dabei die in Fig. 4 gezeigte Position, die für eine Aufnahme
und Vereinzelung von Bohrgestängeelementen 18 mit eher größerem Durchmesser vorgesehen
ist. Bei einer Aufnahme und Vereinzelung von Bohrgestängeelementen 18 mit geringerem
Durchmesser ist der Aufnahmeflächenanschlag 50 näher zum Gestängemagazin (bei der
Darstellung in Fig. 4 also mehr nach rechts) positioniert. Der Aufnahmeflächenanschlag
50 legt eine wirksame Breite der Aufnahmefläche 42 fest, so dass auf der Aufnahmefläche
42 jeweils nur ein Gestängeelement 18 Platz findet. Die zweite Kante 48 des Übergabeteils
44 ist lang genug ausgeführt, dass Bohrgestängeelemente 18 unterschiedlicher Durchmesser
zur Übergabefläche 40 bewegt werden können.
[0036] Fig. 5 zeigt nunmehr - schematisch vereinfacht - von oben nach unten einen Ablauf
beim Vereinzeln von Gestängeelementen 18 bei deren Entnahme aus einem Gestängemagazin
20. Das Zuführen ausgebauter Gestängeelemente 18 in ein Gestängemagazin 20 funktioniert
dabei grundsätzlich entsprechend in umgekehrter Reihenfolge und Richtung.
[0037] In Fig. 5 ist in der oberen Darstellung von dem Gestängemagazin 20 dessen Strukturelement/Stahlträger
36 gezeigt, auf dem sich einige Gestängeelemente 18 befinden. Die Vereinzelungseinrichtung
34 mit deren Anschlag 38 und der in der Vereinzelungseinrichtung 34 gebildeten Übergabe-
und Aufnahmefläche 40, 42 sowie dem Übergabeteil 44 ist dem Gestängemagazin 20 zugeordnet,
zum Beispiel indem sie wie hier gezeigt an dem Gestängemagazin 20 angebracht ist.
In der nächsten Darstellung in Fig. 5 ist das Gestängemagazin 20 geneigt. Folglich
rollen die Gestängeelemente 18 in Richtung des so bewirkten Gefälles und werden vom
verschwenkten Übergabeteil 44 im Bereich des Gestängemagazins 20 gehalten. In der
darunter folgenden Darstellung ist das Übergabeteil 44 abgesenkt, so dass ein Übergang
genau eines Gestängeelements 18 auf die Vereinzelungseinrichtung 34 möglich ist. Dass
genau ein Gestängeelement 18 auf die Vereinzelungseinrichtung 34 übergeht, ist durch
eine entsprechende Positionierung des Aufnahmeflächenanschlags 50 sichergestellt.
Das auf die Vereinzelungseinrichtung 34 übergegangene Gestängeelement 18 liegt auf
der Aufnahmefläche 42 am Aufnahmeflächenanschlag 50 an und verhindert das Nachrollen
weiterer Gestängeelemente 18. In der unteren Darstellung in Fig. 5 ist gezeigt, dass
das Übergabeteil 44 erneut verschwenkt ist. Dadurch wird zweierlei bewirkt: Zum einen
wirkt eine erste Kante 46 des Übergabeteils 44 für die noch im Bereich des Gestängemagazins
20 befindlichen Gestängeelemente 18 wie ein Anschlag und hält damit die weiteren Gestängeelemente
18 im Bereich des Gestängemagazins 20 und verhindert ein Nachrollen auf die Vereinzelungseinrichtung
34. Das Gestängemagazin 20 kann dabei während der Entnahme mehrerer Gestängeelemente
20 dauerhaft geneigt bleiben, ohne dass eine Verstellung des Gestängemagazins 20 erforderlich
wäre. Zum anderen wird mit einer zweiten Kante 48 des Übergabeteils 44 das auf der
Aufnahmefläche 42 befindliche Gestängeelement 18 zunächst angehoben, wobei mit zunehmendem
Verschwenken des Übergabeteils 44 die zweite Kante 48 wie eine schiefe Ebene wirkt,
auf der das Gestängeelement 18 auf die Übergabefläche 40 rollt und dort schließlich
am Anschlag 38 anliegt. Hier kann das jetzt vereinzelte Gestängeelement 18 von nachfolgenden
Einrichtungen, also zum Beispiel einem Vertikalaufzug 28, übernommen werden.
[0038] Das Übernehmen von ausgebauten Gestängeelementen 18 in ein Gestängemagazin 20 funktioniert
grundsätzlich ähnlich und ist schematisch vereinfacht in Fig. 6 gezeigt: Die obere
Darstellung zeigt, dass ein Gestängeelement 18 auf der Übergabefläche 40 liegt. Zur
Übernahme dieses Gestängeelements 18 wird das Gestängemagazin 20 in die im Vergleich
zu Fig. 5 entgegengesetzte Richtung geneigt. Das Gestängeelement 18 rollt von der
Übergabefläche 40 in den Bereich der Aufnahmefläche 42 und liegt dort an der zweiten
Kante 48 des verschwenkten Übergabeteils 44 an und wird so im Bereich der Vereinzelungseinrichtung
34 gehalten. Wenn das Übergabeteil 44 abgesenkt wird, wird das Gestängeelement 18
freigegeben und rollt in das Gestängemagazin 20.
[0039] Bei den Darstellungen in Fig. 5 und Fig. 6 ist aus Gründen der einfacheren Darstellung
davon ausgegangen worden, dass das Entnehmen eines Gestängeelements 18 aus einer untersten
Lage von Gestängeelementen 18 im Gestängemagazin 20 erfolgt bzw. dass das Übernehmen
von Gestängeelementen 18 in das Gestängemagazin 20 ebenfalls in diese unterste Lage
erfolgt. Tatsächlich sind Gestängemagazine 20 zur Aufnahme mehrerer Lagen von Gestängeelementen
18 vorgesehen und mit der Vereinzelungseinrichtung 34 ist das Entnehmen aus dem Gestängemagazin
20 und das Übernehmen in das Gestängemagazin aus jeder bzw. in jede Lage im Gestängemagazin
20 möglich. Dazu zeigt Fig. 7, dass die Vereinzelungseinrichtung 34 ein teleskopierbares
Basisteil 54 umfasst. Die drei Darstellungen in Fig. 7 zeigen das teleskopierbare
Basisteil 54 in unterschiedlichen Konfigurationen und resultierende unterschiedliche
Höhen der Vereinzelungseinrichtung 34, von der an deren Oberseite nur die Aufnahmefläche
42 und ein Grundelement gezeigt sind, dessen Oberfläche als Aufnahmefläche 42 fungiert
und mit dem das Übergabeteil 44, der Anschlag 38 und die Elemente zur Bildung der
Übergabefläche 40 kombinierbar sind. Eine Vorderseite des Basisteils 54 fungiert dabei
als Anschlag für noch im Gestängemagazin 20 befindliche Gestängeelemente 18 in unteren
Lagen, also solchen Lagen, die sich unterhalb der jeweiligen Ausfahrhöhe des Basisteils
54 befinden. Insgesamt fungiert die ein teleskopierbares Basisteil 54 umfassende Vereinzelungseinrichtung
34 damit wie eine höhenverstellbare Runge 22 des Gestängemagazins 20 und durch Teleskopieren
des Basisteils 54 ergibt sich die Möglichkeit, die Vereinzelungseinrichtung 34 fluchtend
mit einer Unterkante einer jeweils oberen Lage von Gestängeelementen 18 zu positionieren.
Das Teleskopieren des Basisteils 54 kann mittels eines Elektromotors erfolgen, zum
Beispiel indem dieser eine Drehspindel oder dergleichen antreibt.
[0040] Wenngleich die Verwendung einer höhenverstellbaren Vereinzelungseinrichtung 34 auch
als separate Einheit und unabhängig von einem jeweiligen Gestängemagazin 20 möglich
ist, zeigen die Darstellungen jeweils eine Vereinzelungseinrichtung 34, die zum Anbringen
an einem Gestängemagazin 20 vorgesehen ist. Dabei umfasst jedes mit einer Vereinzelungseinrichtung
34 ausgerüstete Gestängemagazin normalerweise zumindest zwei synchron arbeitende Vereinzelungseinrichtungen
34. Dass die dargestellten Vereinzelungseinrichtungen 34 mit einem Gestängemagazin
20 kombinierbar sind, ist durch seitliche Konsolen 56 gezeigt, mit der jeweils eine
Vereinzelungseinrichtung 34 an einem Gestängemagazin 20, zum Beispiel einer Unterseite
eines dortigen Strukturelements/Stahlträgers 36 (Fig. 3), fixierbar ist. Zum Fixieren
kommen lösbare Verbindungen, also etwa Schraubverbindungen in Betracht. Genauso kann
eine Vereinzelungseinrichtung 34 mit einem Gestängemagazin 20 auch verschweißt sein.
Wenn die Vereinzelungseinrichtung 34 am Gestängemagazin 20 angebracht ist, erfährt
die Vereinzelungseinrichtung 34 bei einer Neigung des Gestängemagazins 20 wie in Fig.
1 dargestellt zusammen mit dem Gestängemagazin 20 auch selbst eine Neigung, die es
ermöglicht, dass Gestängeelemente 18 beim Entnehmen aus dem Gestängemagazin 20 ohne
sonstige Einwirkung auf die Aufnahmefläche 42 rollen und beim Übergeben an die Übergabefläche
40 von den zweiten Kanten 48 der Übergabeeinrichtung/des Übergabeteils 44 auf die
Übergabefläche 40 und bis zum Anschlag 38 rollen. Beim Zuführen von Gestängeelementen
18 zum Gestängemagazin 20 erfährt die am Gestängemagazin 20 angebrachte Vereinzelungseinrichtung
34 mit einer zur in Fig. 1 dargestellten entgegengesetzten Neigung des Gestängemagazins
20 auch selbst eine entsprechende Neigung, die es ermöglicht, dass Gestängeelemente
18 ohne sonstige Einwirkung von der Übergabefläche 40 auf die Übergabeeinrichtung/das
Übergabeteil 44 und von dort über die Aufnahmefläche 42 ins Gestängemagazin 20 rollen.
Wenn die Vereinzelungseinrichtung 34 als von einem Gestängemagazin 20 unabhängige
Vorrichtung ausgeführt ist, umfasst diese Mittel, um solche Neigungsverstellungen
synchron mit einem vor der Vereinzelungseinrichtung 34 positionierten Gestängemagazin
20 zu bewirken (Neigungsverstellungeeinrichtung(en)). Als diesbezügliche Mittel kommen
eine Nickachse und als Neigungsverstellungeeinrichtung(en) Hydraulik- oder Pneumatikzylinder,
aber auch ein Elektromotor, der zum Beispiel eine Spindel oder dergleichen antreibt,
in Betracht, wobei mit dem jeweiligen Aggregat um die Nickachse eine jeweilige Neigung
bewirkt wird.
[0041] Zur Automatisierung oder zur zumindest teilweisen Automatisierung des Vorgangs des
Vereinzelns und Entnehmens von Gestängeelementen 18 aus einem Gestängemagazin 20 (Entnahme)
und/oder des Vorgangs des Zuführens von ausgebauten Gestängeelementen 18 zum Gestängemagazin
20 (Zuführung) sind entsprechende Sensoren und Aktoren vorgesehen. Als Sensoren sind
(Fig. 2) ein der Aufnahmefläche 42 zugeordneter Aufnahmeflächensensor 58 und ein erster
und ein zweiter, der Übergabefläche 40 zugeordneter Übergabeflächensensor 60 gezeigt.
Bei den dargestellten Sensoren 58, 60 handelt es sich um berührungslose Sensoren,
nämlich hier um induktive Sensoren. Grundsätzlich kommt auch jede andere Art von Sensor,
also zum Beispiel ein mechanischer Schalter, in Betracht. Der Aufnahmeflächensensor
58 und der oder jeder Übergabeflächensensor 60 sind zur Erfassung einer Belegung der
Aufnahmefläche 42 bzw. der Übergabefläche 40 mit einem Gestängeelement 18 vorgesehen.
Zwei Übergabeflächensensoren 60 sind sinnvoll, um auch Gestängeelemente 18 mit unterschiedlichen
Durchmessern sicher erfassen zu können. Auf Basis eines Signals vom Aufnahmeflächensensor
58 ist die jeweilige Übergabeeinrichtung, also zum Beispiel das Übergabeteil 44, und
auf Basis eines Signals vom Übergabeflächensensor 60 ist ein nachfolgendes Aggregat,
also zum Beispiel ein Vertikalaufzug 28, ansteuerbar.
[0042] Für den Vorgang des Entnehmens von Gestängeelementen 18 aus einem Gestängemagazin
20 wird ein entsprechendes Verfahren schematisch vereinfacht und als Beispiel für
eine mögliche Implementierung des Aspekts des Entnehmens von Gestängeelementen 18
aus einem Gestängemagazin 20 in Form eines Steuerungsprogramms anhand des in Fig.
8 gezeigten Flussdiagramms erläutert. Ein Steuerungsprogramm zur Steuerung der Vereinzelungseinrichtung
34 umfasst darüber hinaus eine hier nicht dargestellte Implementierung des Aspekts
des Zuführens von Gestängeelementen 18 zu einem Gestängemagazin 20. Als Steuerungseinrichtung
kommt zum Beispiel eine speicherprogrammierbare Steuerung (nicht dargestellt) mit
einer Verarbeitungseinheit in Form von oder nach Art eines Mikroprozessors in Betracht,
die im Betrieb der Vereinzelungseinrichtung 34 ein entsprechendes Steuerungsprogramm,
das in einen Speicher der Steuerungseinrichtung/Steuerung geladen ist, ausführt.
[0043] Zunächst wird das jeweilige Gestängemagazin 20 in der für die Entnahme notwendigen
Richtung (vgl. Darstellung in Fig. 1) geneigt. Bei einer am Gestängemagazin 20 angebrachten
Vereinzelungseinrichtung 34 erfährt diese mit einer Neigung des Gestängemagazins 20
eine gleiche Neigung. Bei einer dem Gestängemagazin 20 zugeordneten, aber nicht am
Gestängemagazin 20 angebrachten Vereinzelungseinrichtung 34 wird eine gleichsinnige
Neigung der Vereinzelungseinrichtung 34 separat und durch eine entsprechende Ansteuerung
der Vereinzelungseinrichtung 34 bewirkt. All dies ist in der Darstellung durch den
ersten Funktionsblock 70 mit der Beschreibung "Initialkonfiguration" gezeigt.
[0044] Gleichzeitig oder anschließend wird (zweiter Funktionsblock 72) die jeweilige Übernahmeeinrichtung
zum Beispiel in die erste Position (Fig. 4, oben) bewegt, um einen Übergang von einem
Gestängeelement 18 auf die Aufnahmefläche 42 zu erlauben.
[0045] Wenn die Übergabefläche 40 mit einem Gestängeelement 18 belegt sein sollte, wenn
also von dem oder zumindest einem Übergabeflächensensor 60 ein entsprechendes Signal
vorliegt, kann vorgesehen sein, dass gewartet wird (dritter Funktionsblock 74) bis
die Übergabefläche 40 frei wird, indem das dort befindliche Gestängeelement 18 mit
dem jeweils nachfolgenden Aggregat abgeholt wird. Ansonsten kann, wenn zumindest die
Aufnahmefläche 42 frei ist, vom Aufnahmeflächensensor 58 also kein Signal ansteht,
eine Sperrung der Aufnahmefläche 42 aufgehoben werden, indem die jeweilige Übergabeeinrichtung,
also zum Beispiel das Übergabeteil 44, in die erste Position (Fig. 4, oben) bewegt
wird.
[0046] Wenn die Übergabefläche 40 frei und die Aufnahmefläche 42 belegt (vierter Funktionsblock
76) ist, kann die jeweilige Übergabeeinrichtung, also zum Beispiel das Übergabeteil
44 aktiviert (fünfter Funktionsblock 78) werden, indem zum Beispiel ein Hydraulik-
oder Pneumatikzylinder angesteuert wird, der an einem unteren Schenkel des hier L-förmig
gestalteten Übergabeteils 44 angreift. Mit der Aktivierung der Übergabeeinrichtung
ergibt sich, wenn das zunächst auf der Aufnahmefläche 42 befindliche Gestängeelement
18 zur Übergabefläche 40 rollt, eine erneute Belegung der Übergabefläche 40, so dass
vorgesehen sein kann, dass wieder gewartet wird bis die Übergabefläche 40 frei wird.
Alternativ kann auch sofort (Verzweigung am Ende des fünften Funktionsblocks 78 vor
den zweiten Funktionsblock 72) die Übergabeeinrichtung wieder von der zweiten Position
(Fig. 4 oben) in die erste Position bewegt werden, so dass ein Übergang eines weiteren
Gestängeelements 18 auf die Aufnahmefläche 42 möglich wird. Jedenfalls kann ein Signal
vom Übergabeflächensensor 60 verwendet werden, um ein nachfolgendes Aggregat, also
zum Beispiel den Vertikalaufzug 28, zu aktivieren, damit das auf der Übergabefläche
40 bereit liegende Gestängeelement 18 abgeholt wird.
[0047] Die Darstellung in Fig. 8 lässt Verriegelungen und Sicherheitsabfragen außer Acht.
Außerdem sollen die oben bereits skizzierten Alternativen beim möglichen Programmablauf
darauf hinweisen, dass unterschiedliche Implementationen des Verfahrens zum gleichen
Ergebnis führen. Nicht dargestellt ist, dass das teleskopierbare Basisteil 54 beim
Entnehmen von Gestängeelementen 18 zunächst bis zu einer Höhe ausgefahren wird, bei
der die Vereinzelungseinrichtung 34 fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils oberen
Lage von Gestängeelementen 18 positioniert ist. Dies kann noch als von der Initialkonfiguration
(erster Funktionsblock 70) umfasst aufgefasst werden. Dann ist allerdings trotzdem
nicht dargestellt, dass das teleskopierbare Basisteil 54 sukzessive eingefahren wird,
wenn einzelne Lagen von Gestängeelementen 18 leer werden. Dies kann auf unterschiedliche
Art und Weise erfasst werden. Zum einen kann vorgesehen sein, dass das Gestängemagazin
20 entsprechende Sensorik, zum Beispiel berührungslose induktive Endschalter, aufweist.
Zusätzlich oder alternativ kann auch vorgesehen sein, dass eine Lage als geleert angenommen
wird, wenn trotz einer Stellung der Übergabeeinrichtung in der ersten Position innerhalb
einer vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitspanne kein Signal vom Aufnahmeflächensensor
58 eintrifft, die Aufnahmefläche 42 also gewissermaßen unerwartet frei bleibt. Eine
solche Signalverarbeitung hat den Vorteil, dass die zur Steuerung des Entnahmevorgangs
benötigte Sensorik im Bereich der Vereinzelungseinrichtung 34 zusammengefasst werden
kann.
[0048] Im Zusammenspiel mit dem Gestängemagazin 20 und einem nachfolgenden Aggregat, nämlich
zum Beispiel einem Vertikalaufzug 28, kann ein Verfahren zum Betrieb der Vereinzelungseinrichtung
34 oder eines solchen Gesamtsystems mit zumindest einer Vereinzelungseinrichtung 34,
normalerweise einem Paar synchron betriebener Vereinzelungseinrichtungen 34, kurz
wie folgt beschrieben werden. Das Gestängemagazin 20 wird geneigt. Die oder jede Vereinzelungseinrichtung
34 wird separat entsprechend geneigt oder erfährt bereits mit der Neigung des Gestängemagazins
20 eine entsprechende Neigung. Aufgrund der Neigung rollen die in der jeweiligen Lage
befindlichen Gestängeelemente 18 in Richtung auf die oder jede Vereinzelungseinrichtung
34. Die oder jede Vereinzelungseinrichtung 34 bewirkt eine Vereinzelung von Gestängeelementen
18 derart, dass sich auf deren bzw. dessen Aufnahmefläche(n) 42 sowie auf deren bzw.
dessen Übergabefläche(n) 40 jeweils niemals mehr als ein Gestängeelement 18 befindet.
Mit einer erkannten Belegung der Übergabefläche(n) 40 kann das jeweils nachfolgende
Aggregat angesteuert werden. Eine Erkennung etwaiger Fehler ist möglich, indem überwacht
wird, dass bei zumindest zwei synchron betriebenen Vereinzelungseinrichtungen 34 nach
einer Belegung des Aufnahmeflächensensors 58 oder des oder eines Übergabeflächensensors
60 einer ersten Vereinzelungseinrichtung 34 innerhalb einer vorgegebenen oder vorgebbaren
Zeitspanne ein entsprechendes Signal auch von der oder jeder weiteren Vereinzelungseinrichtung
34 vorliegt. Bleibt innerhalb der festgelegten Zeitspanne ein solches Signal aus,
deutet dies darauf hin, dass entweder ein Defekt eines der involvierten Sensoren 58,
60 vorliegt oder dass ein Gestängeelement 18 aufgrund einer Schieflage nicht ordnungsgemäß
zu allen Vereinzelungseinrichtungen 34 gelangt ist oder sich eine solche Schieflage
im Bereich der Vereinzelungseinrichtungen 34 ergeben hat.
[0049] Einzelne im Vordergrund stehende Aspekte der hier eingereichten Beschreibung lassen
sich damit kurz wie folgt zusammenfassen: Es wird eine Vorrichtung zur Handhabung
von Gestängeelementen 18 für eine Bohranlage 10 angegeben, wobei mindestens ein Gestängeelement
18 in mindestens einem Gestängemagazin 20 vorgehalten wird, wobei das Gestängemagazin
20 zum Entnehmen von Gestängeelementen 18 entlang von dessen Längsachse neigbar ist,
wobei dem Gestängemagazin 20 eine höhenverstellbare Vereinzelungseinrichtung 34 zur
Entnahme einzelner Gestängeelemente 18 aus dem Gestängemagazin 20 zugeordnet ist,
wobei sich die höhenverstellbare Vereinzelungseinrichtung 34 dadurch auszeichnet,
dass die Vereinzelungseinrichtung 34 fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils
oberen Lage von Gestängeelementen 18 positionierbar ist, dass die Entnahme von Gestängeelementen
18 aus dem Gestängemagazin 20 aufgrund einer jeweiligen Neigung des Gestängemagazins
20 erfolgt und dass die Vereinzelungseinrichtung 34 eine Aufnahmefläche 42 und Mittel
44 zum Sperren der Aufnahmefläche 42 für weitere, ansonsten nachrollende Gestängeelemente
aufweist.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 10
- Bohranlage
- 12
- Bohrmast
- 14
- Arbeitsbühne
- 16
- Blow-out-Preventer
- 18
- Gestängeelement
- 20
- Gestängemagazin
- 22
- Runge (am Gestängemagazin)
- 24
- Gestängemagazinweg
- 26
- Skiddingmatte (im Gestängemagazinweg)
- 28
- Vertikalaufzug
- 30
- Klinke (des Vertikalaufzugs)
- 32
- Pipehandler
- 34
- Vereinzelungseinrichtung
- 36
- Stahlträger (des Gestängemagazins)
- 38
- Anschlag (der Vereinzelungseinrichtung)
- 40
- Übergabefläche (der Vereinzelungseinrichtung)
- 42
- Aufnahmefläche (der Vereinzelungseinrichtung)
- 44
- Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche/Übergabeteil
- 46
- erste Kante (des Übergabeteils)
- 48
- zweite Kante (des Übergabeteils)
- 50
- Aufnahmeflächenanschlag
- 52
- Führungselement (für den Aufnahmeflächenanschlag)
- 54
- teleskopierbares Basisteil (der Vereinzelungseinrichtung)
- 56
- Konsole (an der Vereinzelungseinrichtung)
- 58
- Aufnahmeflächensensor
- 60
- Übergabeflächensensor
- 62-68
- ./.
- 70-80
- Funktionsblock
1. Vorrichtung zur Handhabung von Gestängeelementen (18) für eine Bohranlage (10),
wobei mindestens ein Gestängeelement (18) in mindestens einem Gestängemagazin (20)
vorgehalten wird,
wobei das Gestängemagazin (20) zum Entnehmen von Gestängeelementen (18) entlang von
dessen Längsachse neigbar ist,
wobei dem Gestängemagazin (20) eine höhenverstellbare Vereinzelungseinrichtung (34)
zur Entnahme einzelner Gestängeelemente (18) aus dem Gestängemagazin (20) zugeordnet
ist,
wobei die Vereinzelungseinrichtung (34) fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils
oberen Lage von Gestängeelementen (18) positionierbar ist,
wobei die Entnahme von Gestängeelementen (18) aus dem Gestängemagazin (20) oder eine
Übergabe von Gestängeelementen (18) in das Gestängemagazin (20) aufgrund einer jeweiligen
Neigung des Gestängemagazins (20) erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vereinzelungseinrichtung (34) eine Aufnahmefläche (42) und Mittel (44) zum Sperren
der Aufnahmefläche (42) für weitere Gestängeelemente (18) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Vereinzelungseinrichtung (34) ein teleskopierbares
Basisteil (54) umfasst, das für in einem Gestängemagazin (20) befindliche Gestängeelemente
(18) wie eine Runge (22) des Gestängemagazins (20) fungiert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei als Mittel zum Sperren der Aufnahmefläche
(42) eine Übergabeeinrichtung (44) fungiert, die in einer ersten Position die Übernahme
eines Gestängeelements (18) aus dem Gestängemagazin (20) erlaubt und in einer zweiten
Position einerseits die Aufnahmefläche (42) sperrt und ein im Bereich der Aufnahmefläche
(42) befindliches Gestängeelement (18) von der Aufnahmefläche (42) weg hin zu einer
in der Vereinzelungseinrichtung (34) gebildeten Übergabefläche (40) bewegt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die Übergabeeinrichtung zumindest ein schwenkbewegliches
Übergabeteil (44) umfasst, das an seinem freien Ende eine erste Kante (46) zum Sperren
der Aufnahmefläche (42) und eine zweite Kante (48) zum Bewegen eines Gestängeelements
(18) zur Übergabefläche (40) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Aufnahmefläche (42)
ein Aufnahmeflächenanschlag (50) zugeordnet ist, dessen Position auf der Aufnahmefläche
(42) entsprechend einem Durchmesser des jeweiligen Gestängeelements (18) veränderbar
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei der Aufnahmeflächenanschlag (50) in unterschiedlichen
Positionen mit einem Führungselement (52) kombinierbar ist, dessen Oberseite als in
der Vereinzelungseinrichtung (34) gebildete Übergabefläche (40) fungiert.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei der Aufnahmefläche (42) ein Aufnahmeflächensensor
(58) und der Übergabefläche (40) ein Übergabeflächensensor (60) zur Erfassung einer
Belegung der jeweiligen Fläche (42, 40) mit einem Gestängeelement (18) zugeordnet
ist und wobei auf Basis eines Signals vom Aufnahmeflächensensor (58) die Übergabeeinrichtung
und auf Basis eines Signals vom Übergabeflächensensor (60) ein nachfolgendes Aggregat
ansteuerbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Vereinzelungseinrichtung
(34) am Gestängemagazin (20) angebracht ist und bei einer Neigung des Gestängemagazins
(20) zusammen mit dem Gestängemagazin (20) eine Neigung erfährt.
9. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die
Vereinzelungseinrichtung (34) fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils oberen
Lage von Gestängeelementen (18) positioniert und das Gestängemagazin (20) zur Entnahme
von Gestängeelementen (18) geneigt wird, wobei jeweils ein Gestängeelement (18) in
Abhängigkeit von einer Position von Mitteln (44) zum Sperren der Aufnahmefläche (42)
auf die Aufnahmefläche (42) gelangt, wobei bei einer nicht durch ein Gestängeelement
(18) belegten Übergabefläche (40) das auf der Aufnahmefläche (42) befindliche Gestängeelement
(18) von der Aufnahmefläche (42) weg und hin zur Übergabefläche (40) bewegt wird.
10. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die
Vereinzelungseinrichtung (34) fluchtend mit einer Unterkante einer jeweils oberen
Lage von Gestängeelementen (18) positioniert und das Gestängemagazin (20) zur Zuführung
Gestängeelementen (18) zum Gestängemagazin (20) geneigt wird, und wobei das oder die
Mittel (44) zum Sperren der Aufnahmefläche (42) in eine Position bewegt wird bzw.
werden, die eine Bewegung eines an der Übergabefläche (40) aufgenommenen Gestängeelements
(18) über die Aufnahmefläche (42) in das Gestängemagazin (20) erlaubt.