[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln des mautpflichtigen
Weges eines Fahrzeugs in einem Straßenmautsystem mit Straßensegmenten, von denen nur
einige mautpflichtig sind und nur einige jeweils mit einer DSRC-Funkbake zur Funkidentifizierung
einer von einem passierenden Fahrzeug mitgeführten DSRC-OBU ausgestattet sind.
[0002] Infrastrukturgebundene Straßenmautsysteme verwenden eine Vielzahl geografisch verteilter
Kurzreichweiten-Funkbaken nach dem DSRC-Standard (dedicated short range communication),
welche mit fahrzeuggestützten Onboard-Units (OBUs) zusammenwirken, um diese durch
DSRC-Funkkommunikationen auf ihren begrenzten Funkabdeckungsbereich zu lokalisieren
und im Zuge der Kommunikation durch Empfang einer eindeutigen Kennung der OBU zu identifizieren.
Aus den bekannten Orten der Funkbaken und den Kennungen der passierenden OBUs werden
Mauttransaktionen für eine Zentrale des Straßenmautsystems erzeugt, um die Benutzung
mautpflichtiger Straßensegmente zu vergebühren.
[0003] Für eine exakte Bestimmung des mautpflichtigen Wegs ist es erforderlich, jedes mautpflichtige
Straßensegment mit einer Funkbake auszustatten. Dies ist jedoch aus Kostengründen
nicht immer machbar: Speziell für eine Mauterfassung abseits von Autobahnen im niederrangigen
Straßennetz wäre die Anzahl an erforderlichen Funkbaken zu groß. Für eine Mauterfassung
im niederrangigen Straßennetz werden daher stets mehrere aufeinanderfolgende Straßensegmente
zu einem Mautsegment zusammengefasst und diesem eine einzige Funkbake zugeordnet,
welche beispielsweise am Beginn der Straßensegmentfolge liegt.
[0004] Fig. 1 zeigt ein solches Straßenmautsystem nach dem Stand der Technik im Detail.
Gemäß Fig. 1 umfasst ein ausschnittsweise dargestelltes Straßennetz beispielhafte
Straßensegmente a
1 bis a
8 und b
1 bis b
4. Zwei Straßensegmente a
2 und a
6 sind jeweils mit einer Funkbake 1, 1' ausgestattet, welche mit einer Zentrale 2 des
Straßenmautsystems in Verbindung steht. Die Funkbaken 1, 1' kommunizieren über Kurzreichweiten-Funk
(DSRC) mit OBUs 3 von Fahrzeugen 4, um deren Weg auf mautpflichtigen Straßensegmenten
zu ermitteln.
[0005] Die Straßensegmente a
2 bis a
5 sind einem ersten Mautsegment m
1 zugeordnet, und die Straßensegmente a
6 bis a
8 einem zweiten Mautsegment m
2. Wenn die Funkbake 1 des Mautsegments m
1 passiert wird, werden alle Straßensegmente a
2 bis a
5 des Mautsegments m
1 als durchfahren betrachtet und vermautet. Einem Fahrzeug 4, das nach dem Passieren
der Bake 1 nicht alle Straßensegmente a
2 - a
5 des Mautsegments m
1 benutzt, wie das beispielhafte erste Fahrzeug 4 auf seinem Weg b
1 - a
2 - b
2, wird daher ein zu langer mautpflichtiger Weg angelastet und eine zu hohe Mautgebühr
verrechnet ("overcharged"). Einem Fahrzeug 4, das bakenlose Straßensegmente benutzt,
wie das beispielhafte zweite Fahrzeug 4 auf seinem Weg b
3 - a
4 - b
4, wird überhaupt keine Mautgebühr verrechnet ("undercharged").
[0006] Overcharging- und Undercharging-Situationen können sich in manchen Anwendungsfällen
statistisch annähernd ausgleichen und damit tolerierbar sein, doch nicht in allen
Fällen. Die Anmelder haben erkannt, dass sich insbesondere bei Fahrzeugen, welche
routine- oder fahrplanmäßig stets nur einige Straßensegmente eines Mautsegments benutzen,
wie Linienbusse, Postfahrzeugen, Versorgungsdiensten usw., ein signifikanter, statistisch
nicht mehr ausgleichbarer Overcharging-Fehler akkumuliert.
[0007] Es ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung, dieses Problem zu erkennen, aufzugreifen
und hiefür eine Lösung zu schaffen.
[0008] Dieses Ziel wird mit einem Verfahren der einleitend genannten Art erreicht, welches
sich auszeichnet durch die Schritte:
Speichern einer Kennung der OBU und eines zugehörigen Fahrplans umfassend jeweils
eine Folge von Straßensegmenten mit ihrer Mautpflicht und für jedes funkbakenausgestattete
Straßensegment ein Soll-Orts/Zeit-Paar in einer Fahrplandatenbank,
bei jeder Passage einer OBU an einer Funkbake, Funkidentifizieren der OBU-Kennung
und Aufzeichnen von Ort und Zeit als Ist-Orts/Zeit-Paar,
Ermitteln des zur OBU-Kennung gehörigen Fahrplans und darin des zum Ist-Orts/Zeit-Paar
örtlich und zeitlich nächstgelegenen Soll-Orts/Zeit-Paares und dessen Straßensegments
als Ist-Straßensegment aus der Fahrplandatenbank,
Auffinden aller im Fahrplan dem ermittelten Ist-Straßensegment bis zum nächstfolgenden
oder nächstvorangegangenen funkbakenausgestatteten Straßensegment folgenden bzw. vorangegangenen
mautpflichtigen Straßensegmente aus der Fahrplandatenbank, und
Ermitteln des mautpflichtigen Weges aus dem Ist-Straßensegment und den aufgefundenen
mautpflichtigen Straßensegmenten.
[0009] Die Erfindung überwindet das Problem von systematischen Akkumulierungsfehlern ("overcharging"),
indem der tatsächlich fahrplangemäß benutzte Weg über mautpflichtige Straßensegmente
exakt berücksichtigt wird. Von den DSRC-Funkbaken erfasste Ist-Orts/Zeit-Paare dienen
dabei gleichsam als "Stützstellen" für die Ermittlung der korrekten zu vermautenden
Straßensegmente aus der Fahrplandatenbank. Durch die Nutzung des Fahrplans kann auch
gezielt zwischen Linien-Verkehr und "Einrück-Fahrten" desselben Fahrzeugs unterschieden
werden.
[0010] In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung umfasst das Verfahren die Schritte:
Speichern einer Kennung der OBU und eines zugehörigen Fahrplans umfassend jeweils
eine Folge von Straßensegmenten mit ihrer Mautpflicht und Funkbakenausstattung in
einer Fahrplandatenbank,
bei der Passage einer OBU an einer ersten Funkbake, Funkidentifizieren der OBU-Kennung
und Aufzeichnen des Straßensegments der ersten Funkbake als erstes Ist-Straßensegment,
[0011] Detektieren der Passage derselben OBU durch Funkidentifizieren derselben OBU-Kennung
an einer zweiten Funkbake und Aufzeichnen des Straßensegments der zweiten Funkbake
als zweites Ist-Straßensegment,
[0012] Ermitteln des zur OBU-Kennung gehörigen Fahrplans und darin Auffinden aller zwischen
dem ersten und dem zweiten Ist-Straßensegment liegenden mautpflichtigen Straßensegmente
aus der Fahrplandatenbank, und
[0013] Ermitteln des mautpflichtigen Weges aus dem ersten oder zweiten Ist-Straßensegment
und den aufgefundenen mautpflichtigen Straßensegmenten.
[0014] Bei dieser Variante wird somit aus einem Vergleich der Durchfahrten an mehreren Funkbaken
mit dem gespeicherten Fahrplan ohne zeitliche Zuordnung, d.h. nur aufgrund eines Vergleichs
von Soll- und Ist-Orten bzw. -Straßensegmenten, der mautpflichtige Weg vergebührt.
Dies ermöglicht eine flexible Berücksichtigung von Verspätungen im Fahrplan.
[0015] In einer bevorzugten Variante der Erfindung können in der Fahrplandatenbank zu einer
OBU-Kennung auch verschiedene zeitbedingte Fahrpläne gespeichert werden, von denen
jeweils einer zeitabhängig in den genannten Schritten des Ermittelns und Auffindens
verwendet wird. Zusätzlich oder alternativ können in der Fahrplandatenbank zu einem
Straßensegment auch verschiedene zeitbedingte Mautpflichten gespeichert werden, von
denen jeweils eine zeitabhängig in den genannten Schritten des Ermittelns und Auffindens
verwendet wird. Diese ermöglicht die Berücksichtigung von zeitabhängigen Fahrplanänderungen,
z.B. abhängig von Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreszeit.
[0016] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigt:
Fig. 1 ein Straßenmautsystem nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitendes Straßenmautsystem in Blockschaltbildform;
und
Fig. 3 einen beispielhaften Inhalt der Fahrplandatenbank des Verfahrens und Systems
von Fig. 2.
[0017] In Fig. 2 sind gleiche Elemente wie in Fig. 1 mit denselben Bezugszeichen bezeichnet
und es wird auf deren Beschreibung verwiesen. Ein beispielhaftes Fahrzeug 4 (Fig.
1), in Fig. 2 vereinfacht dargestellt durch seine OBU 3, nimmt einen fahrplanmäßigen
Weg 5 über die Straßensegmente bis - a
2- b
2 - b
6 - b
8 - a
5 - a
6 - a
7. Mautpflichtig sind die Straßensegmente a
1 bis a
8, und davon mit Funkbaken 1, 1' ausgestattet sind die Straßensegmente a
2 und a
6. Die Funkbake 1 des Straßensegments a
2 vermautet Fahrzeug 4 für das Mautsegment m
1 und die Funkbake 1' des Straßensegments a
6 für das Mautsegment m
2. Alternativ können die Funkbaken 1, 1' auch jeweils am Ende eines Mautsegments m
1', m
2' liegen und die ihnen jeweils vorgeordneten Straßensegmente vermauten, beispielsweise
die erste Funkbake 1 die Straßensegmente a
1 und a
2 im Mautsegment m
1' und die zweite Funkbake 1' die Straßensegmente a
3 bis a
6 im zweiten Mautsegment m
2', usw. usf.
[0018] Die Zentrale 2 des Straßenmautsystems enthält eine Fahrplandatenbank 6, deren Aufbau
in Fig. 3 gezeigt ist. In der Fahrplandatenbank 6 ist für jede OBU 3 unter deren eindeutiger
OBU-Kennung id
1, id
2... ein Fahrplan 7 umfassend eine Folge von Straßensegmenten auf ihrem fahrplanmäßigen
Weg gespeichert, im gezeigten Beispiel für die OBU-Kennung id
1 die genannte Folge b
1 - a
2 - b
2 - b
6 - b
8 - a
5 - a
6 - a
7. Zu jedem dieser Straßensegmente ist jeweils eine Bool'sche Information hinsichtlich
Mautpflicht (8) und Funkbakenausstattung (9) gespeichert. Ferner sind zumindest für
jedes mit einer Funkbake 1, 1' ausgestattete Straßensegment, hier a
2 und a
6, der Ort x
a2/y
a2 bzw. X
a6/Y
a6 der jeweiligen Funkbake 1, 1' als Referenz- bzw. Soll-Ort und die fahrplanmäßige
Zeit t
a2 bzw. t
a6, zu der das Fahrzeug 4 die Funkbake 1, 1' passieren soll, als Referenz- bzw. Soll-Zeit
gespeichert, gemeinsam als "Soll-Orts/Zeit-Paar" 10 bezeichnet. Auch die vorbekannte
Länge 11 aller Straßensegmente eines Fahrplans 7 ist in der Datenbank 6 gespeichert.
[0019] Nach dem Anlegen der Datenbank 6 wird im laufenden Betrieb des Straßenmautsystems
bei jeder Passage einer OBU 3 an einer Funkbake 1, 1' die OBU-Kennung id
1 der OBU 3 von der Funkbake 1, 1' ausgelesen und mitsamt dem aktuellen Ort x
c/y
c der OBU 3 - in der Regel gleich dem Ort der Bake 1, 1' - und der aktuellen Zeit t
c der Bakenpassage, im Weiteren als "Ist-Orts/Zeit-Paar" (x
c/y
c,t
c) 13 bezeichnet, an die Zentrale 2 gesandt. In der Zentrale 2 wird nun anhand der
OBU-Kennung id
1 der zugehörige Fahrplan 7 aus der Fahrplandatenbank 6 ermittelt. Von den im Fahrplan
7 gespeicherten Straßensegmenten wird das dem Ist-Orts/Zeit-Paar 13 örtlich und zeitlich
nächstgelegene Soll-Orts/Zeit-Paar 10 ermittelt, einschließlich seiner Länge 11. Anschließend
werden alle im Fahrplan 7 dem so ermittelten Soll-Orts/Zeit-Paar (x
a2/y
a2,t
a2) bis zum nächsten funkbakenausgestatteten Straßensegment a
6 folgenden mautpflichtigen Straßensegmente ermittelt, hier das weitere Straßensegment
a
5.
[0020] Die so ermittelten mautpflichtigen Straßensegmente a
2 und a
5 stellen den korrekten mautpflichtigen Weg über das Mautsegment m
1 der ersten Funkbake 1 dar. Aus den Längen 11 (hier: 3 und 4 Einheiten) der Segmente
a
2 und a
5 kann auch die Länge (hier 3 + 4 = 7 Einheiten) des mautpflichtigen Wegs berechnet
werden. Für die nächste Funkbake 1 und ihr Mautsegment m
2 wird genauso verfahren.
[0021] Wenn eine Funkbake am Ende eines Mautsegments liegt, wie die Funkbake 1' im Mautsegment
m
2', um die jeweils vorgeordneten Straßensegmente a
3 bis a
6 zu vermauten, werden alternativ alle im Fahrplan 7 dem ermittelten Soll-Orts/Zeit-Paar
(x
a6/y
a6,t
6) bis zum nächstvorangegangenen funkausgestatteten Straßensegment a
2 vorangegangenen mautpflichtigen Straßensegmente ermittelt, hier das weitere Straßensegment
a
5. Die so ermittelten mautpflichtigen Straßensegmente a
5 und a
6 stellen damit den korrekten mautpflichtigen Weg über das Mautsegment m
2' einer solchen alternativen Ausführungsform dar.
[0022] In einer Variante des geschilderten Verfahrens kann auf den Vergleich der Ist- und
Soll-Zeiten t
c und t
a2 bzw. t
a6 verzichtet werden, wenn stattdessen die Abfolge durchfahrener Baken 1, 1' mit der
Folge von funkbakenausgestatteten Straßensegmenten a
2, a
6 im Fahrplan 7 verglichen wird. Die Passage der OBU 3 an zumindest zwei aufeinanderfolgenden
Funkbaken 1, 1' wird jeweils durch das Funkidentifizieren ein und derselben OBU-Kennung
detektiert, beispielsweise der OBU-Kennung id
1. Bei jeder Passage wird nur der Ort der jeweiligen Funkbake 1, als "Ist-Ort" (X
a2/Y
a2) bzw. (X
a6/Y
a6) - oder einfach nur das jeweilige funkbakenausgestattete Straßensegment a
2 bzw. a
6 - als "Ist-Straßensegment" aufgezeichnet. Die Ist-Orte (X
a2/Y
a2) und (X
a6/Y
a6) bzw. Ist-Straßensegmente a
2 und a
6 werden anschließend im Fahrplan 7 der OBU 3 identifiziert und alle zwischen diesen
liegenden mautpflichtigen Straßensegmenten, hier das Straßensegment a
5, aufgefunden. Der mautpflichtige Weg ergibt sich dann für das Mautsegment m
1 aus dem ersten Ist-Straßensegment a
2 und dem aufgefundenen folgenden mautpflichtigen Straßensegment a
5, oder für das Mautsegment m2' aus dem zweiten Ist-Straßensegment a
6 und dem aufgefundenen vorhergehenden mautpflichtigen Straßensegment a
5, bzw. - wenn eine Längenbestimmung gewünscht ist - aus der Summe deren Längen 11.
[0023] Es versteht sich, dass unter dem Begriff "mautpflichtiger Weg" somit nicht notwendigerweise
eine Summe von geometrischen Längen 11 zu verstehen ist, sondern auch einfach die
Abfolge und/oder Anzahl von mautpflichtigen Straßensegmenten, insbesondere wenn für
das Befahren eines mautpflichtigen Straßensegments kein längenabhängiger Betrag, sondern
ein Pauschalbetrag pro Straßensegment eingehoben werden soll.
[0024] Für Fahrzeuge 4, welche keinem Fahrplan 7 unterliegen, d.h. zu deren OBU-Kennung
kein Fahrplan 7 in der Fahrplandatenbank 6 auffindbar ist, werden in herkömmlicher
Weise alle mautpflichtigen Straßensegmente eines Mautsegments als durchfahren betrachtet
und vermautet.
[0025] In einer optionalen Variante können in der Fahrplandatenbank 6 zu einer OBU-Kennung
id
1, id
2, ... auch mehrere verschiedene Fahrpläne 7 gespeichert werden, welche z.B. für bestimmten
Tages-, Wochen-, Monats- und/oder Jahreszeiten gelten sollen. Abhängig von der jeweils
aktuellen Ist-Zeit t
c der Fahrzeugpassage wird dann der jeweilige zeitabhängige Fahrplan 7 verwendet.
[0026] In gleicher Weise können optional auch tages-, wochen-, monats- und/oder jahreszeitbedingte
Mautpflichten 8 und/oder Längen 11 in der Fahrplandatenbank 6 definiert werden, um
z.B. verschiedene Tarifsätze je nach Zeit t
c zur Anwendung zu bringen. Auch ist es möglich, dass die Baken 1, 1' mittels geeigneter
Sensoren oder durch Auslesung der OBUs 3 Fahrzeugklasse, -besetzung oder -geschwindigkeit
der Fahrzeuge 4 messen und abhängig von diesen Daten unterschiedliche Fahrpläne 7,
Mautpflichten 8 oder Längen 11 verwendet werden.
[0027] Die Erfindung ist demgemäß nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt,
sondern umfasst alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der anschließenden
Ansprüche fallen.
1. Verfahren zum Ermitteln des mautpflichtigen Weges eines Fahrzeugs in einem Straßenmautsystem
mit Straßensegmenten, von denen nur einige mautpflichtig sind und nur einige jeweils
mit einer DSRC-Funkbake zur Funkidentifizierung einer von einem passierenden Fahrzeug
mitgeführten DSRC-OBU ausgestattet sind,
gekennzeichnet durch die Schritte:
Speichern einer Kennung (id1) der OBU (3) und eines zugehörigen Fahrplans (7) umfassend jeweils eine Folge von
Straßensegmenten (a, b) mit ihrer Mautpflicht (9) und für jedes funkbakenausgestattete
Straßensegment ein Soll-Orts/Zeit-Paar (10) in einer Fahrplandatenbank (6),
bei jeder Passage einer OBU (3) an einer Funkbake (1, 1'), Funkidentifizieren der
OBU-Kennung (id1) und Aufzeichnen von Ort (Xc/yc) und Zeit (tc) als Ist-Orts/Zeit-Paar (13),
Ermitteln des zur OBU-Kennung (id1) gehörigen Fahrplans (7) und darin des zum Ist-Orts/Zeit-Paar (13) örtlich und zeitlich
nächstgelegenen Soll-Orts/Zeit-Paares (10) und dessen Straßensegments als Ist-Straßensegment
(a2; a6) aus der Fahrplandatenbank (6),
Auffinden aller im Fahrplan (7) dem ermittelten Ist-Straßensegment (a2; a6) bis zum nächstfolgenden oder nächstvorangegangenen funkbakenausgestatteten Straßensegment
(a6; a2) folgenden bzw. vorangegangenen mautpflichtigen Straßensegmente (a5) aus der Fahrplandatenbank (6), und
Ermitteln des mautpflichtigen Weges aus dem Ist-Straßensegment (a2; a6) und den aufgefundenen mautpflichtigen Straßensegmenten (a5).
2. Verfahren zum Ermitteln des mautpflichtigen Weges eines Fahrzeugs in einem Straßenmautsystem
mit Straßensegmenten, von denen nur einige mautpflichtig sind und nur einige jeweils
mit einer DSRC-Funkbake zur Funkidentifizierung einer von einem passierenden Fahrzeug
mitgeführten DSRC-OBU ausgestattet sind,
gekennzeichnet durch die Schritte:
Speichern einer Kennung (id1) der OBU (3) und eines zugehörigen Fahrplans (7) umfassend jeweils eine Folge von
Straßensegmenten (a, b) mit ihrer Mautpflicht (9) und Funkbakenausstattung (8) in
einer Fahrplandatenbank (6),
bei der Passage einer OBU (3) an einer ersten Funkbake (1), Funkidentifizieren der
OBU-Kennung (id1) und Aufzeichnen des Straßensegments der ersten Funkbake (1) als erstes Ist-Straßensegment
(a2),
Detektieren der Passage derselben OBU (3) durch Funkidentifizieren derselben OBU-Kennung (id1) an einer zweiten Funkbake (1') und Aufzeichnen des Straßensegments der zweiten Funkbake
(1') als zweites Ist-Straßensegment (a6),
Ermitteln des zur OBU-Kennung (id1) gehörigen Fahrplans (7) und darin Auffinden aller zwischen dem ersten und dem zweiten
Ist-Straßensegment (a2; a6) liegenden mautpflichtigen Straßensegmente (a5) aus der Fahrplandatenbank (6), und
Ermitteln des mautpflichtigen Weges aus dem ersten oder zweiten Ist-Straßensegment
(a2; a6) und den aufgefundenen mautpflichtigen Straßensegmenten (a5).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Fahrplandatenbank (6) zu einer OBU-Kennung (id1) verschiedene tageszeitbedingte Fahrpläne (7) gespeichert werden, von denen jeweils
einer zeitabhängig in den genannten Schritten des Ermittelns und Auffindens verwendet
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Fahrplandatenbank (6) zu einem Straßensegment (a, b) verschiedene zeitbedingte
Mautpflichten (9) gespeichert werden, von denen jeweils eine zeitabhängig in den genannten
Schritten des Ermittelns und Auffindens verwendet wird.