Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
6 und ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zum sicheren Betreiben eines
Verdichters an der Pumpgrenze. Eine solche Vorrichtung und ein solches Verfahren ist
z.B. aus der
US-A-4 955 269 bekant.
Stand der Technik
[0002] Verdichter sind thermische Strömungsmaschinen und werden zum Verdichten von Gasen,
insbesondere Luft verwendet. Verdichter finden im Motorenbau für kontinuierlich oder
periodisch arbeitende Brennkraftmaschinen weitreichende Anwendung und werden beispielsweise
in Hubkolbenmotoren zur Leistungssteigerung, in Gasturbinen zur Erzeugung elektrischer
Energie oder auch in Strahltriebwerken zum Antrieb von Flugzeugen eingesetzt, um die
für die Verbrennung notwendige Luft zu verdichten. Der Antrieb des Verdichters erfolgt
beispielsweise durch die Ausnutzung der im Abgas enthaltenen Energie, kann aber auch
mechanisch oder elektrisch erfolgen.
[0003] Der Verdichter kann nach seinem Einsatzgebiet beispielsweise in einem Strahltriebwerk
als Axialverdichter ausgeführt sein, um hohe Masseströme zu erreichen. Als Massestrom
ist eine Luftmasse zu verstehen, welche während einer bestimmten Zeit durch den Verdichter
gefördert wird. Alternativ können auch auf geometrische Bedingungen oder auf Umgebungsbedingungen
bezogene Größen, wie Durchsatz oder Volumenstrom verwendet werden, um den Betrieb
des Verdichters zu charakterisieren. Die zu verdichtende Luft strömt den Verdichter
aus der Umgebung axial an und wird durch den Verdichter im Strahltriebwerk befördert
und dabei verdichtet. Dazu ist der Verdichter im Allgemeinen aus einem auf einer Welle
gelagerten Laufrad mit Verdichterschaufeln aufgebaut, welches sich in einem Gehäuse
mit entsprechenden Leitschaufeln dreht und somit eine Verdichterstufe bildet. Die
mit je einem Schaufelfuß versehenen Verdichterschaufeln sind am Laufrad spielend eingehangen,
so dass sich die Verdichterschaufet bei einer ausreichend schnellen Drehung des Laufrades
auf Grund der entstehenden nach außen gerichteten Fliehkraft selbst zentrieren und
fest im Laufrad sitzen. Alternativ sind die Schaufeln fest mit dem Laufrad verbunden.
Die Leitschaufeln sind fest am Gehäuse angeordnet. Zur Erhöhung der Verdichtung können
in dem Verdichter für Strahltriebwerke mehrere Verdichterstufen hintereinander angeordnet
sein, um so einen mehrstufigen Verdichter zu bilden. Weiterhin kann dem Verdichter
ein Gebläse sowie ein zweiter Verdichter vorgeschaltet sein. Der Antrieb des Laufrades
erfolgt über die Welle, welche durch eine Turbine am Ende des Strahltriebwerks angetrieben
wird.
[0004] Beim Betrieb des Verdichters wird die Verdichterleistung durch die Laufraddrehzahl
und durch den Massestrom im Verdichter eingestellt. Dafür kann beispielsweise die
Antriebsleistung der Welle durch die Turbine verändert werden, um die Drehzahl des
Laufrades einzustellen. Der Massestrom im Verdichter kann über verstellbare Leitschaufeln,
Abblasventile oder Schaufelspitzenspaltänderung variiert werden. Dadurch lässt sich
ein Betriebspunkt des Verdichters einstellen, welcher sich beispielsweise durch ein
Druckverhältnis und einen Massestrom, durch Verdichterleistung und Drehzahl oder andere
Alternativen definiert.
[0005] Das Druckverhältnis einer Verdichterstufe wird dadurch nach oben begrenzt, dass die
in der Verdichterstufe verdichtete Luft nicht beliebig der Verdichterschaufelkontur
folgen kann, sondern sich beginnend von der Hinterkante der Verdichterschaufel ablöst.
Das maximale Stufendruckverhältnis steigt mit zunehmendem Massestrom an und stellt
die äußerste Grenze des stabilen Betriebsbereiches als Pumpgrenze dar. Der maximale
Massestrom der Verdichterstufe wird durch eine Stopfgrenze begrenzt, sobald sich in
einem Strömungsquerschnitt, üblicherweise am Verdichtereintritt eine Strömungsgeschwindigkeit
in Höhe der Schallgeschwindigkeit ausbildet und dadurch den durchgesetzten Massestrom
begrenzt.
[0006] In Abhängigkeit vom Anströmwinkel oder der Anströmgeschwindigkeit der Luft an die
Verdichterschaufel stellt man zwischen Ober- und Unterseite einen Druckunterschied
fest. Da es sich bei einer Verdichterschaufel um ein elastisches Bauteil handelt,
wird sie dem Druckunterschied zwischen Ober- und Unterseite nachgeben und sich durchbiegen.
Mit zunehmender Belastung steigen die Durchbiegung und damit die Auslenkung der Verdichterschaufeln.
[0007] Der Betriebsbereich des Verdichters wird somit einerseits durch die Pumpgrenze und
andererseits durch die Stopfgrenze begrenzt. Dabei ist die Pumpgrenze ein für den
Verdichter ungünstiger, instabiler Betriebszustand, bei dem es zur Zerstörung des
Verdichters kommen kann. Dieser instabile Betriebszustand ist vor allem beim Einsatz
des Verdichters in Strahltriebwerken unbedingt zu vermeiden, um die Betriebssicherheit
zu gewährleisten.
[0008] Pumpen tritt auf, wenn der für ein Druckverhältnis über eine Verdichterstufe erforderliche
Massestrom zu gering ist, beziehungsweise das Druckverhältnis für einen bestimmten
Massestrom zu groß ist und es dadurch zu einer Rückströmung und somit zu einem Strömungsabriss
kommt. Dadurch werden das Druckverhältnis und der Massestrom kurzzeitig verändert,
wodurch sich der Betriebspunkt kurzzeitig im stabilen Bereich befindet und sich danach
wiederum der instabile Betriebspunkt einstellt. Dieser zyklisch Wechsel zwischen stabilem
und instabilem Betriebszustand nahe der Pumpgrenze kann beispielsweise nur an einigen
Verdichterschaufeln eintreten, wobei nur einzelne Verdichterschaufeln einen Strömungsabriss
aufweisen und sich dieser Effekt entgegen der Drehrichtung des Verdichterrades fortsetzt.
Durch den zyklischen Wechsel der Strömung kommt es zu zyklisch wechselnden Belastungen
einzelner Verdichterschaufeln. Durch den zunehmenden Strömungsabriss und die damit
verbundene Wechselbelastung beginnt die Verdichterschaufel zu schwingern, wobei sich
die Verdichterschaufeln durch diese Wechselbelastung durchbiegen und brechen können.
Stellt sich jedoch ein instabiler Betriebszustand über der Pumpgrenze ein, kommt es
jedoch zu einem kompletten Strömungsabriss und erheblichen Druckstößen im Verdichter.
Im Gesamttriebwerk stellt dieser Zustand eine erhebliche Gefahr durch verlöschende
Flammen, brennenden Kraftstoff im Verdichter, Überhitzungen, Deformierungen und so
weiter dar, wobei der Verdichter und somit das Strahltriebwerk komplett zerstört werden
können.
[0009] Der Verlauf der Pumpgrenze des Betriebsbereiches unterliegt betriebsbedingten und
alterungsbedingten Änderungen. So wird die Pumpgrerize durch die Veränderungen der
Umgebungsbedingungen während des Flugbetriebs, Anströmbedingungen des Verdichters,
durch die thermische Trägheit der Komponenten sowie durch das Eindringen von Fremdobjekten
beeinflusst. Auch Veränderungen im Spitzenspalt der Verdichterschaufeln zum Gehäuse
hin, Veränderungen im Lagerspiel durch Alterung und Abnutzung, Verformungen und Ablagerungen
der Schaufelgeometrien und am Gehäuse haben Einfluss auf die Pumpgrenze.
[0010] Durch einen ausreichend großen Druckverhältnisabstand der zulässigen Betriebszustände
des Verdichters zur Pumpgrenze soll die durch die Einflüsse resultierende Absenkung
der Pumpgrenze zu niedrigeren Druckverhältnissen berücksichtigt werden. Der kritischste
Betriebszustand wird bei der Beschleunigung des Verdichters erreicht, bei dem der
Pumpgrenzenabstand vorübergehend verringert wird. In der Praxis wird der Pumpgrenzenabstand
für Neutriebwerke auf etwa 25% des Druckverhältnisses ausgelegt, so dass er sich bis
zum Ende der Lebensdauer des Verdichters durch die alterungsbedingte Absenkung der
Pumpgrenze auf 5% verringert hat.
[0011] Das Wirkungsgradoptimum eines Verdichters liegt im Allgemeinen nahe der Pumpgrenze
im stabilen Betriebsbereich, wodurch ein Verbrauchsnachteil auf Grund der sicherheitsrelevanten
Auslegung des Pumpgrenzeriabstands entsteht. Deshalb sind aus dem Stand der Technik
Vorrichtungen und Verfahren zum Betreiben von Verdichtern bekannt, mit denen die Verdichter
vor diesem gefährlichen Betriebszustand bei optimalem Verdichterwirkungsrad geschützt
werden sollen. Beispielsweise werden Abblasventile verwendet, um das Druckverhältnis
über eine Verdichterstufe zu senken. In vielen Fällen ist eine Verstellung drehbar
gelagerter Leitschaufeln vorgesehen, mit denen das Druckverhältnis beziehungsweise
der Massestrom variiert werden kann, um somit einen sicheren, stabilen Betriebszustand
zu gewährleisten. Weiterhin ist eine aktive Änderung des Spitzenspalts der Verdichterschaufel
durch Erwärmung oder Abkühlung des Verdichtergehäuses bekannt. Als Voraussetzung dafür
ist jedoch eine sichere Erkennung des Betriebszustandes des Verdichters und dementsprechend
der Abstand des aktuellen Betriebspunktes des Verdichters zur Pumpgrenze notwenig.
[0012] Die Auslenkung der Verdichterschaufelspitze kann aus der Zeitdifferenz des gemessenen
Durchgangszeitpunktes der Verdichterschaufelspitze an einem Sensor am Gehäuse und
einem idealen Durchgangszeitpunkt, der sich bei einer ideal steifen Verdichterschaufel
ergeben würde, und der bekannten Tangentialgeschwindigkeit der Verdichterschaufelspitze
berechnet werden. Als Durchgangszeitpunkt wird der Zeitpunkt verstanden, zu dem sich
die Verdichterschaufelspitze wenigstens teilweise im Sensorbereich des Sensors am
Gehäuse des Verdichters befindet. Dabei kann beispielsweise der Eintritt in den Sensorbereich,
der Durchgang durch den Sensorbereich oder der Austritt aus dem Sensorbereich definiert
werden, um den Durchgangszeitpunkt zu definieren.
[0013] Die Patentschrift
US 6,474,935 B1 beschreibt die Erkennung rotierender Ablösungen basierend auf der Messung der Auslenkung
der Verdichterschaufelspitzen infolge von Druckschwankungen, die durch die umlaufende
Ablösezelle entstehen.
[0014] Das Verfahren beruht demnach auf der Identifikation von Voranzeichen eines instabilen
Verdichterzustandes. Bekannt ist, dass sich diese Voranzeichen wenige Millisekunden
vor Einsetzen der Verdichterinstabilität zeigen, so dass zur Durchführung von Gegenmaßnahmen,
zum Beispiel Verringerung der Brennstoffmasse, Öffnen der Abblasventile oder Verstellen
der Leitschaufeln, nicht mehr ausreichend Zeit verbleibt.
[0015] Die Offenlegungsschrift
DE 10 2008 036 305 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem aus den Durchgangszeiten der einzelnen Verdichterschaufeln
eine Leistungsaufnahme des Verdichters ermittelt wird. Dafür werden die realen Durchgangszeiten
mit den idealen Modelldurchgangszeiten verglichen und deren Differenz als Folge der
Durchbiegung der Verdichterschaufeln ausgewertet. Aus der Durchbiegung der Verdichterschaufeln
lässt sich ein Verdichtermoment und dementsprechend mit der Verdichterdrehzahl eine
Verdichterleistung berechnen. Im stabilen Betriebszustand stellt sich ein Gleichgewicht
zwischen der Antriebsleistung und der Verdichterleistung ein. Eine Störung dieses
Leistungsgleichgewichtes wird als beginnende Instabilität gewertet und das Annähern
an die Pumpgrenze angezeigt.
[0016] Gemäß der
US 4,955,269 A ist es vorbekannt, zur Überwachung von Ermüdungserscheinungen, beispielsweise des
Rotors einer Turbine, eine ruhende Belastung und ein schwingende Belastung zu messen.
[0017] Gemäß der
US 4,518,917 A ist es vorbekannt, bei einer Turbine mehrere Abstandssensoren vorzusehen und den
Abstand zwischen der Strömungsführung und den Schaufelspitzen der Turbine zu überwachen.
[0018] Gemäß der
EP 1 980 719 A2 ist es vorbekannt, mittels eines Mikrowellenmeßsystems, den Zustand des Läufers einer
Turbomaschine zu überwachen.
[0019] Gemäß der
US 4,573,358 A ist es vorbekannt, zum Aufzeigen von Vibrationen der Schaufelblätter einer rotierenden
Maschine, eine Vielzahl von Sensoren um die Schaufelblätter anzuordnen und die Signale
der Sensoren so zu kombinieren, dass ein Signal erhalten wird, das die Vibrationen
charakterisiert.
[0020] Gemäß der
US 2009/078051 A1 ist es vorbekannt, zur Überwachung der Vibrationen der Schaufelblätter einer Turbine,
einen Sensor versetzt gegenüber der Rotationsachse eines Prüfkopfes anzuordnen.
[0021] Der Zustand, wie Verschleiß, Verschmutzung, Erosion und Deformationen an den Verdichterschaufeln,
sowie die Veränderung der Lage der Verdichterschaufeln, die sich bei jedem Triebwerksstart
durch das Schaufelfußspiel neu ausrichten, haben Einfluss auf den gemessenen Durchgangszeitpunkt
im Bezug auf den nominalen Durchgangszeitpunkt, auf deren Basis die Durchbiegung beziehungsweise
die Auslenkung der Verdichterschaufeln ermittelt und auf den Betriebspunkt und dessen
Abstand zur Pumpgrenze geschlossen wird. Die im Stand der Technik bekannten Verfahren
können diesen Einfluss nicht erkennen und eliminieren, so dass es zu Fehlerkennungen
kommen kann. Eine sichere Ermittlung des Betriebspunktes des Verdichters und damit
des Pumpgrenzenabstands des Betriebspunktes ist nicht möglich.
Aufgabe der Erfindung
[0022] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung bereitzustellen,
mit denen eine sichere Erkennung des Betriebszustandes des Verdichters ermöglicht
wird. Die Erkennung soll unabhängig von Einflüssen aus einem veränderten Zustand oder
einer veränderten Lage der Verdichterschaufeln erfolgen.
Lösung der Aufgabe
[0023] Die Aufgabe wird durch das Verfahren nach den Merkmalen des Patentanspruches 1 und
der Vorrichtung nach Patentanspruch 6 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens
und der Vorrichtung ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen.
Beschreibung der Erfindung
[0024] Der Zustand jeder einzelnen Verdichterschaufel, wie Verschleiß, Verschmutzung, Erosion
und Deformationen definiert eine Abweichung von einem Idealzustand und hat Einfluss
auf den realen, gemessenen Durchgangszeitpunkt. Als Durchgangszeitpunkt wird der Zeitpunkt
verstanden, zu dem sich die Verdichterschaufelspitze wenigstens teilweise in einem
Sensorbereich eines Sensors am Gehäuse des Verdichters befindet.
[0025] Dabei kann beispielsweise der Eintritt in den Sensorbereich, der Durchgang durch
den Sensorbereich oder der Austritt aus dem Sensorbereich verwendet werden, um den
Durchgangszeitpunkt zu definieren.
[0026] Die Lage jeder einzelnen Verdichterschaufel am Laufrad kann sich bei jedem Start
verändern. Da die Verdichterschaufeln im Laufrad spielend gelagert sind und erst beim
Hochfahren des Verdichters bei einer Mindestdrehzahl aufgrund der Fliehkraft sich
in der Führung selbstständig ausrichten und verankern, kommen diese Abweichungen von
Betriebseinsatz zu Betriebseinsatz zu Stande. Auch bei Verdichtern mit fest am Laufrad
angebrachten Verdichterschaufeln kann eine Lageveränderung beispielsweise durch Montagearbeiten
erfolgen.
[0027] Alle Abweichungen beeinflussen den Durchgangszeitpunkt und bedingen somit eine Differenz
zwischen gemessenem und idealem Durchgangszeitpunkt. Als idealer Durchgangszeitpunkt
wird jener Zeitpunkt verstanden, welcher sich bei einem idealen Laufrad mit äquidistanter
Verdichterschaufelanordnung und unendlich steifen Verdichterschaufeln ohne Abweichungen
aus Zustand und Lage ergeben würde.
[0028] Als Durchgangszeitpunkt wird der Zeitpunkt verstanden, zu dem sich die Verdichterschaufelspitze
wenigstens teilweise im Sensorbereich des Sensors am Gehäuse des Verdichters befindet.
Dabei kann beispielsweise der Eintritt in den Sensorbereich, der Durchgang durch den
Sensorbereich oder der Austritt aus dem Sensorbereich definiert werden, um den Durchgangszeitpunkt
zu definieren.
[0029] Die Abweichungen vom idealen Durchgangszeitpunkt der Verdichterschaufeln aus Zustand
und Lage wird während eines Betriebseinsatzes des Verdichters als unveränderlich angenommen.
Als Betriebseinsatz soll der Betrieb des Verdichters zwischen dem Anfahren und dem
Abstellen, also dem Starten und Stoppen, verstanden werden.
[0030] Hat der Verdichter beim Hochfahren die Mindestdrehzahl für das selbstständige Ausrichten
der Verdichterschaufeln erreicht, richten sich die Verdichterschaufeln aus. Die Abweichungen
der Verdichterschaufel vom Idealzustand hinsichtlich Zustand und Lage bleiben für
diesen Betriebseinsatz konstant und können kompensiert werden. Erst beim Herunterfahren
des Verdichters unter einer bestimmten Mindestdrehzahl lockern sich die Verdichterschaufeln
entsprechend dem Fußspiel und die Abweichungen sind wieder unbestimmt..
[0031] Die Erfindung stellt ein Verfahren bereit, mit dem eine sichere Erkennung des Betriebszustandes
unabhängig vom Zustand und Lage der Verdichterschaufeln und dadurch ein optimaler
Verdichterbetrieb ermöglicht wird. In erfindungsgemäß vorteilhafter Weise werden die
Abweichungen vom Idealzustand jeder einzelnen Verdichterschaufel beim Hochfahren des
Verdichters nach dem Erreichen der Mindestdrehzahl zum Ausrichten der Verdichterschaufeln
ermittelt. Basierend auf dieser verdichterschaufelindividuell bestimmten Abweichung
kann eine Korrektur der im Betrieb gemessenen Durchgangszeitpunkte jeder Verdichterschaufel
erfolgen. Diese Korrektur ermöglicht eine genaue Bestimmung des Betriebszustands sowie
einen wirküngsgradoptimalen Betrieb des Verdichters unterhalb der Pumpgrenze. Bei
jedem Start des Verdichters werden die Abweichungen der Verdichterschaufeln gegenüber
dem Idealzustand neu ermittelt, adaptiert und in die Auswertung einbezogen. Die so
korrigierten gemessenen Durchgangszeitpunkte werden zur Ermittlung der Auslenkung
infolge der Durchbiegung der Verdichterschaufel herangezogen, wobei erfindungsgemäß
vorteilhaft nur die Durchbiegung infolge der Strömungsmechanik ermittelt wird. Eine
vom Zustand und der Lage der Verdichterschaufeln unabhängige Betriebpunktermittlung
wird erreicht.
[0032] Die Erfindung stellt weiterhin eine Vorrichtung bereit, mit welcher die Abweichungen
ermittelt werden und eine Korrektur der Durchgangszeitpunkte erfolgt. Die Vorrichtung
beinhaltet wenigstens einen Sensor zur Anzeige des Durchgangs einer Verdichterschaufel,
fortan Verdichterschaufelsensor genannt, und wenigstens einen Sensor zur Anzeige der
Drehung des Laufrades, fortan Laufradsensor genannt. Der Verdichterschaufelsensor
gibt ein Triggersignal aus, wenn sich eine Verdichterschaufel vorbeibewegt. Zur Verbesserung
des Triggersignals kann an der Verdichterschaufelspitze eine Markierung oder ähnliches
vorgesehen sein. Aus dem Signal wird der Durchgangszeitpunkt ermittelt. Der Laufradsensor
gibt ein Triggersignal entsprechend der Drehung des Laufrades aus. Daraus kann beispielsweise
die Drehzahl des Laufrades berechnet werden. Auch hier können entsprechende Markierungen
vorgesehen sein. Um die Genauigkeit der Drehzahlerfassung zu erhöhen, können mehrere
Markierungen vorgesehen sein, um während einer Umdrehung des Laufrades mehrere Triggersignale
zu erfassen, um mögliche Drehzahlschwankungen genauer abzubilden. Jedoch wird im Allgemeinen
eine Markierung ausreichen, da die Drehzahl äußerst geringen Drehzahlschwankungen
aufgrund der Trägheit des Laufrades unterliegt.
[0033] Die Triggersignale der Sensoren sind mittels einer zentralen Zeitbasis zueinander
bezogen, so dass eine genaue Zuordnung der Triggersignale von Laufrad und Verdichterschaufeln
erfolgen kann. Demnach kann über den Bezug von Verdichterschaufelsensor und Laufradsensor
ein Vergleich zwischen gemessenem und idealem Durchgangszeitpunkt für jede einzelne
Verdichterschaufel erfolgen.
[0034] Parallel zum realen Laufrad wird in erfindungsgemäß vorteilhafter Weise ein Verdichternominalmodell
verwendet, welches das Laufrad mit den Verdichterschaufeln als ideales Laufrad mit
äquidistanter Verdichterschaufelanordnung mit unendlich steifen idealen Verdichterschaufeln
ohne Abweichungen aus Zustand und Lage abbildet. Das Verdichternominalmodell kann
als ein Speicherfeld abgebildet werden, in dem Speicherzellen gleich der Anzahl der
Verdichterschaufel vorhanden sind. Es wird dabei jeder individuellen Verdichterschaufel
eine individuelle Speicherzelle zugeordnet. Mittels eines beliebigen Reglers, vorzugsweise
eines PID-Reglers, wird das Verdichternominalmodell der gemessenen Drehzahl des Laufrades
phasengleich angepasst, so dass ein direkter Vergleich zwischen realem Laufrad und
dem idealen Laufrad, dargestellt durch das Verdichternominalmodell, möglich ist. Dadurch
wird eine Speicherzellenrotation gleich der Rotation des realen Laufrades erreicht.
Alternativ kann ein mit der Rotation des Laufrades synchronisierter Zähler verwendet
werden, mit dem die individuelle Speicherzelle des Speicherfeldes angesprochen werden
kann. Das Verdichternominalmodell liefert nun für jede am Verdichterschaufelsensor
durchgehende individuelle Verdichterschaufel den individuellen.idealen Durchgangszeitpunkt,
also die Zeit, die eine geometrisch ideale und unendlich steife Verdichterschaufel
am Sensor erzeugen würde. Die Differenz aus idealem Durchgangszeitpunkt und dem real
am Verdichter gemessenen Durchgangszeitpunkt der jeweiligen Verdichterschaufel ergibt
die Abweichung, also den relativen Durchgangszeitpunkt. Dafür ist in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ein Differenzierer vorgesehen, um die entsprechende Operation durchzuführen.
Der relative Durchgangszeitpunkt ist für den Idealfall gleich null und setzt sich
im Realfall aus einer zustands- und lagebedingten Abweichung und dem eigentlichen
Nutzsignal, also der strömungsmechanisch bedingten Abweichung, zusammen.
[0035] Bei sehr geringer Verdichterdrehzahl, beispielsweise im Leerlaufzustand oder beim
Starten der Triebwerke kann der strömungsmechanisch bedingte Anteil der Abweichung
als vernachlässigbar gering angesehen werden, so dass die zustands- und lagebedingte
Abweichung überwiegt. Diese zustands- und lagebedingte Abweichung wird verdichterschaufelindividuell
einem Verdichteradaptionsmodell zugeordnet, wobei das Verdichteradaptionsmodell analog
zum Verdichternominalmodell entsprechend gleich viele Speicherzellen aufweist. Dazu
ist in der Vorrichtung erfindungsgemäß neben dem Verdichternominalmodell das Verdichteradaptionsmodell
mit einer Umschalteinheit integriert, mit welcher zwischen Arbeitsmodus und Lern-beziehungsweise
Adaptionsmodus umgeschaltet wird. Wenn der Adaptionsmodus freigegeben ist, beispielsweise
durch Drehzahlschwellen des Laufrades, kann die Adaption erfolgen. Im Arbeitsmodus
nach dem Hochlaufen und dem Betrieb des Strahltriebwerks werden die verdichterschaufelindividuellen
zustands- und lagebedingten Abweichungen aus dem Verdichteradaptionsmodell verwendet,
um den relativen Durchgangszeitpunkt der jeweiligen Verdichterschaufel zu einem korrigierten
relativen Durchgangszeitpunkt zu korrigieren, so dass nur noch der strömungsmechanisch
bedingte Anteil zur Berechnung der Auslenkung der Verdichterschaufel berechnet wird.
Die im Verdichteradaptionsmodell abgelegten zustands- und lagebedingten Abweichungen
können als Abstand oder als Faktor in Form einer Zeit, eines Weges oder eines Winkels
und so weiter hinterlegt sein. Zur Korrektur der zustands- und lagebedingten Abweichungen
jeder individuellen Verdichterschaufel kann der gemessene Durchgangszeitpunkt oder
der daraus berechnete relative Durchgangszeitpunkt herangezogen werden. Weiterhin
wird die Laufraddrehzahl beziehungsweise die Tangentialgeschwindigkeit der Verdichterschaufelspitzen
verwendet, um eine absolute Abweichung als Weg oder Winkel gegenüber dem Idealzustand
zu berechnen. Weiterhin können geometrische Parameter des Verdichters und dessen Bestandteile
in die Auswertung einbezogen werden. In vorteilhafter Weise kann das Verdichternominalmodell
mit dem Verdichteradaptionsmodell zusammengefasst werden.
[0036] Da die Auslenkung der Verdichterschaufel in Abhängigkeit vom Massestrom nicht monoton
ist, sondern ein Maximum unterhalb der Pumpgrenze aufweist, ist die aus der Auslenkung
berechnete Verdichterleistung zweideutig. Dieses Problem wird dadurch gelöst, dass
die Änderung der Auslenkung während Betriebspunktänderungen beobachtet wird. Prinzipiell
kann die Betriebspunktänderung durch die zwangsweise Modulation des Brennstoffmassenstroms
erfolgen. Dies ist jedoch nicht erforderlich, da der Brennstoffmassenstrom sowohl
durch Schubhebelverstellungen durch den Luftfahrzeugführer, als auch durch Ausregelaktivitäten
des Autopiloten ohnehin fortwährend variiert wird.
[0037] Aus diesen Informationen zum korrigierten relativen Durchgangszeitpunkt, Verdichterschaufelauslenkung
und deren Verlauf zusammen mit der Kenntnis über Verdichterdrehzahl, Gesamttriebwerksdruckdifferenz
kann auf den momentanen Betriebspunkt des Verdichters und damit auf den momentanen
Abstand des Betriebspunktes von der Pumpgrenze geschlossen werden.
[0038] Zur Verbesserung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann eine Sensorkonfiguration verwendet
werden, welche aus wenigstens zwei Verdichterschaufelsensoren und einem Laufradsensor
besteht. Bei Vorhandensein nur eines Sensors können Blattschwingungen mit gleicher
oder vielfacher Frequenz der Laufradfrequenz nicht erkannt werden. Durch die Erhöhung
der Anzahl der Verdichterschaufelsensoren und deren unregelmäßige Verteilung über
dem Verdichterumfang können auch diese Frequenzen erfasst werden. Es können Sensoren
mit verschiedenen Funktionsweisen verwendet werden. Eine Kombination aus Durchgangssensitivität
und Abstandssensitivität würde jedoch den Vorteil mit sich bringen, eine Spaltregelung
für die Verdichterschaufeln zu ermöglichen.
[0039] Als Erweiterung des erfindungsgemäßen Verfahrens bietet sich die Berechnung des Anströmwinkels
aus den vorliegenden Informationen an. Der berechnete Anströmwinkel wird kontinuierlich
in ein beschreibbares Kennfeld eingetragen und so im Laufe der Betriebszeit des Triebwerkes
dessen Betriebskennfeld ermittelt und festgehalten. Es ist zudem aus Experimenten
am Prüfstand bekannt, bei welchem Anströmwinkel es zur Strömungsablösung und somit
zum Verdichterpumpen kommt, so dass die Pumpgrenze fest im Kennfeld hinterlegt wird.
Durch nichtflüchtiges Speicherverhalten bleiben diese Informationen auch nach Herunterfahren
des Triebwerks erhalten, so dass eine feste Sicherheitsschwelle für den stabilen Betrieb
des Strahltriebwerks vorliegt.
[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auf eine Verdichterstufe oder auf mehrere beziehungsweise
ausgewählte Verdichterstufen angewendet werden, die besonders von der Gefahr des Pumpens
betroffen sind.
[0041] Das erfindungsgemäße Verfahren ist geeignet, nicht nur Verdichterinstabilitäten durch
verdichterschaufelweise Betrachtung zu erkennen, sondern auch zwischen rotierenden
Ablösungen und Verdichterschaufelflattern zu unterscheiden, da rotierende Ablösungen
im Gegensatz zu Verdichterschaufelflattern umlaufen. Das erfindungsgemäße Verfahren
erlaubt eine optimale Einstellung der Aktuatoren eines Verdichters, da der tatsächliche
Betriebszustand des Verdichters und die Lage der Pumpgrenze bekannt sind. Der Verdichter
kann somit wirkungsgradoptimal betrieben werden, ohne dass in den instabilen Betriebszustand
hineingefahren werden muss. Als Folge davon wird der spezifische Verbrauch gesenkt.
Der Verdichter kann beispielsweise leichter und auch kleiner ausgelegt werden.
[0042] Das erfindungsgemäße Verfahren bedarf nicht des Anfahrens an die Pumpgrenze, um deren
Lage bestimmen zu können. Als Folge davon wird die Sicherheit erhöht.
[0043] Das erfindungsgemäße Verfahren adaptiert laufend das Betriebskennfeld, so dass der
Betrieb des Verdichters fortlaufend an seinen Alterungszustand angepasst wird. Als
Folge davon sinkt der spezifische Verbrauch. Sollte es beispielsweise zu einer Verdichterinstabilität
kommen, welche durch das Verfahren erkannt werden kann, wird dieses Verhalten im Betriebskennfeld
durch Anpassen der Pumpgrenze korrigiert.
[0044] Das erfindungsgemäße Verfahren prädiziert das Ausfallverhalten des Kompressors, so
dass unplanmäßige Wartungen vermieden werden und die verfügbare Lebensdauer bekannt
ist. Als Folge davon werden Betriebskosten, Wartungskosten, Konventionalkosten und
Lagerhaltungskosten gesenkt und die Verfügbarkeit erhöht.
[0045] Das erfindungsgemäße Verfahren ist zudem kompatibel zu Verfahren der aktiven Spaltkontrolle,
bei denen der Spalt zwischen den Verdichterschaufelspitzen und dem Gehäuse kontrolliert
beziehungsweise geregelt wird. Weiterhin kann der Einsatz variabler Leitschaufeln
und die Zapfluftabnahme optimiert werden.
Ausführungsbeispiel
[0046] Beispielhaft wird hier eine Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt.
In der dazugehörigen Figur zeigt:
FIGUR 1: eine schematische Darstellung der Vorrichtung zum sicheren Betreiben eines Verdichters
an der Pumpgrenze.
[0047] Die beispielhaft ausgestaltete Vorrichtung besteht aus einem Verdichterschaufelsensor
(1), welcher entsprechend des Durchgangs einer Verdichterschaufel ein Triggersignal ausgibt
und einem Laufradsensor
(2), welcher entsprechend einer Umdrehung des Laufrades des Verdichters ein Triggersignal
ausgibt. Mittels einer zentralen Zeitbasis
(3) werden die beiden Triggersignale mit einem Zeitstempel versehen. Des Weiteren ist
die Vorrichtung mit einem Verdichternominalmodell
(4) und einem Verdichteradaptionsmodell
(5) ausgestattet, welche mittels eines Reglers
(6) zur Drehzahl des Laufrades phasengleich durchlaufen. Der Regler
(6) nimmt einen Eingriff entsprechend der Regelabweichung vor. Das Verdichternominalmodell
(4) als auch das Verdichteradaptionsmodell
(5) besteht dazu aus mehreren Speicherzellen
(4a, 5a), wobei die Anzahl der Speicherzellen jedes Modells der Anzahl der Verdichterschaufeln
entspricht. Die Speicherzellen werden entsprechend der Drehzahl des Laufrades durch
den Regler
(6) phasengleich angesprochen. Das Verdichternominalmodell
(4) gibt einen idealen Durchgangszeitpunkt entsprechend der aktuellen Verdichterschaufel
aus, welches in einem Differenzierer
(7) mit dem gemessenen Durchgangszeitpunkt verglichen wird und einen relativen Durchgangzeitpunkt
ausgibt. Danach werden die in einem Lemmodus adaptierten Zustands- und Lageabweichungen
der jeweiligen Verdichterschaufel aus dem Verdichteradaptionsmodell
(5) mit dem relativen Durchgangszeitpunkt verrechnet. Damit das Verdichteradaptionsmodell
(5) adaptiert werden kann, ist ein Schalter
(8) vorgesehen, welcher bei einer erfüllten Bedingung
(9) in einen Adaptionsmodus umschaltet. Ist die Bedingung
(9) nicht erfüllt, wird die Vorrichtung im Arbeitsmodus betrieben. Die Vorrichtung gibt
wenigstens eine Betriebspunktinformation aus, die aus dem korrigierten relativen Durchgangszeitpunkt
und weiteren Größen in einer Auswerteeinheit
(10) berechnet wurde.
[0048] In einer alternativen Ausgestaltung der Vorrichtung kann das Verdichternominalmodell
(4) durch eine Funktion ersetzt werden, die den idealen Durchgangszeitpunkt in Abhängigkeit
der Laufraddrehzahl ausgibt, da diese für alle Verdichterschaufeln und der Modellannahme
des idealen Laufrades gleich ist.
[0049] In einer alternativen Ausgestaltung der Vorrichtung kann das Verdichteradaptionsmodell
(
5) durch ein Kennfeld ersetzt werden, dessen Kennfeldpunkte diskret angesprochen werden
können und die Abweichung der jeweiligen Verdichterschaufel ausgeben. Die Kennfeldpunkte
können beispielsweise mittels eines mit dem Laufrad synchronisierten Zählers erfolgen.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0050]
- 1
- Verdichterschaufelsensor
- 2
- Laufradsensor
- 3
- Zeitbasis
- 4
- Verdichternominalmodell
- 4a
- Speicherzelle
- 5
- Verdichteradaptionsmodell
- 5a
- Speicherzelle
- 6
- Regler
- 7
- Differenzierer
- 8
- Schalter
- 9
- Bedingung
- 10
- Auswerteeinheit
1. Verfahren zum Ermitteln des Betriebspunktes eines Verdichters mit wenigstens einem
Laufrad, mit am Laufrad befestigten Verdichterschaufeln, einem Gehäuse und wenigstens
zwei Sensoren (1,2), wobei eine Berechnung der Auslenkung der Verdichterschaufeln
erfolgt, auf deren Basis der Betriebspunkt und dessen Abstand zur Pumpgrenze ermittelt
werden, indem Durchgangszeitpunkte der Verdichterschaufeln an einem Sensor (1,2) gemessen
werden und ein drehzahlrepräsentatives Signal des Verdichterlaufrades ermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass während eines Lern- oder Adaptionsmodus verdichterschaufelindividuelle, zustands-
und lagebedingte Abweichungen von einem Idealzustand ermittelt werden, indem verdichterschaufelindividuelle
Durchgangszeitpunkte gemessen und mit idealen Durchgangszeitpunkten verglichen werden,
und dass während eines Arbeitsmodus .. verdichterschaufelindividuelle Durchgangszeitpunkte
gemessen werden und mit den ermittelten zustands- und lagebedingten Abweichungen korrigiert
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verdichterschaufelindividuellen, zustands- und lagebedingten Abweichungen der
Verdichterschaufeln beim Hochfahren des Verdichters nach dem Ausrichten der Verdichterschaufeln
ermittelt werden.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der verdichterschaufelindividuellen, zustands- und lagebedingten Abweichungen
nach dem Erreichen einer Mindestdrehzahl des Laufrades erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verdichterschaufelindividuellen, zustands- und lagebedingten Abweichungen als
Abstand oder als Faktor, in Form einer Zeit, eines Weges oder eines Winkels gespeichert
werden.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verdichterschaufelindividuellen, zustands- und lagebedingten Abweichungen während
eines Adaptionsmodus in einem Verdichteradaptionsmodell (5) gespeichert werden und
in einem Arbeitsmodus ausgelesen werden.
6. Vorrichtung zum Ermitteln des Betriebspunktes eines Verdichters, mit wenigstens einem
Verdichterschaufelsensor (1), wenigstens einem Laufradsensor (2), einer Einrichtung
zur Vorgabe der Systemzeit, wobei wenigstens ein Speicherfel integriert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Speicherfeld eine Anzahl an Speicherzellen (4a, 5a) gleich der
Anzahl zu überwachender Verdicherschaufeln aufweist, wobei eine Einrichtung zur Synchronisierung
des Speicherfelds mit der Laufraddrehung vorgesehen ist, so dass die gemessenen Durchgangszeitpunkte
mit idealen Durchgangszeitpunkten vergleichbar und mit den verdichterschaufelindividuellen
zustands- und lagebedingten Abweichungen korrigierbar sind.
7. Vorrichtung zum Ermitteln des Betriebspunktes eines Verdichters gemäß Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswerteeinheit (10) vorgesehen ist, mit welcher der Betriebspunkt des Verdichters
und dementsprechend der Abstand zu einer Pumpgrenze bestimmbar ist, wobei die Auswerteeinheit
(10) wenigstens einen Eingang besitzt, über welchen korrigierte Durchgangszeitpunkte
zugeführt werden.
8. Vorrichtung zum Ermitteln des Betriebspunktes eines Verdichters gemäß Anspruch 6 oder
7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schalter (8) vorgesehen ist, der bei der Erfüllung einer Bedingung (9) schaltbar
ist, um zwischen einem Lern- und Arbeitsmodus und einem Adaptionsmodus umzuschalten.
1. Method for ascertaining the operating point of a compressor with at least one impeller,
with compressor blades attached to the impeller, a housing and at least two sensors
(1, 2), wherein a calculation of the deflection of the compressor blades is performed,
on the basis of which the operating point and its distance from the pumping limit
are ascertained by times at which the compressor blades pass by a sensor (1, 2) being
measured and a signal that is representative of the rotational speed of the compressor
impeller being ascertained, characterized in that, during a learning or adaptation mode, compressor-blade-specific, state- and position-induced
deviations from an ideal state are ascertained by compressor-blade-specific passing
times being measured and compared with ideal passing times, and in that, during a working mode, compressor-blade-specific passing times are measured and
corrected by the ascertained state- and position-induced deviations.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the compressor-blade-specific, state- and position induced deviations of the compressor
blades are ascertained during the starting up of the compressor after alignment of
the compressor blades.
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the ascertainment of the compressor-blade-specific, state- and position-induced deviations
is performed after reaching a minimum rotational speed of the impeller.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the compressor-blade-specific, state- and position-induced deviations are stored
as a distance or as a factor, in the form of a time, a displacement or an angle.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the compressor-blade-specific, state- and position-induced deviations are stored
during an adaptation mode in a compressor adaptation model (5) and are read out in
a working mode.
6. Apparatus for ascertaining the operating point of a compressor, with at least one
compressor blade sensor (1), at least one impeller sensor (2), a device for presetting
the system time, wherein at least one memory array is integrated, characterized in that the at least one memory array has a number of memory cells (4a, 5a) equal to the
number of compressor blades to be monitored, wherein a device for synchronizing the
memory array with the impeller rotation is provided, so that the measured passing
times can be compared with ideal passing times and can be corrected with the compressor-blade-specific,
state- and position-induced deviations.
7. Device for ascertaining the operating point of a compressor according to Claim 6,
characterized in that an evaluation unit (10) is provided, with which the operating point of the compressor,
and correspondingly the distance from a pumping limit, can be determined, wherein
the evaluation unit (10) has at least one input, by way of which corrected passing
times are supplied.
8. Device for ascertaining the operating point of a compressor according to Claim 6 or
7, characterized in that a switch (8) is provided, which can be switched to switch over between a learning
mode and a working mode and an adaptation mode when a condition (9) is satisfied.
1. Procédé de calcul du point de fonctionnement d'un compresseur avec au moins un rotor,
avec des aubes de compresseur fixées au rotor, avec un carter et au moins deux capteurs
(1, 2), un calcul de l'orientation des aubes de compresseur se produisant sur la base
duquel le point de fonctionnement et son écartement par rapport à la limite de pompage
sont calculés, en mesurant des instants de passage des aubes de compresseur au niveau
d'un capteur (1, 2) et en calculant un signal représentatif de la vitesse de rotation
du rotor de compresseur, caractérisé en ce que dans un mode d'apprentissage ou d'adaptation, des écarts, par rapport à un état idéal,
propres à chaque aube de compresseur et provoqués par l'état et la position des aubes,
sont calculés en mesurant des instants de passage propres à chaque aube de compresseur
et que ces écarts sont comparés à des instants de passage idéaux et que dans un mode
de travail, les instants de passage propres à chaque aube de compresseur sont mesurés
et utilisés pour corriger les écarts calculés et provoqués par l'état et la position
des aubes.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les écarts, propres à chaque aube de compresseur et provoqués par l'état et la position
des aubes, des aubes de compresseur sont calculés lors de l'accélération du compresseur
selon l'orientation des aubes de compresseur.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le calcul des écarts propres à chaque aube de compresseur et provoqués par l'état
et la position des aubes se produit une fois une certaine vitesse de rotation du rotor
atteinte.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les écarts propres à chaque aube de compresseur et provoqués par l'état et la position
des aubes sont mémorisés sous la forme d'un écartement ou d'un facteur prenant la
forme d'une durée, d'une trajectoire ou d'un angle.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les écarts propres à chaque aube de compresseur et provoqués par l'état et la position
des aubes sont mémorisés dans un mode d'adaptation, dans un modèle d'adaptation de
roue de compresseur (5), et sélectionnés dans un mode de travail.
6. Dispositif de calcul du point de fonctionnement d'un compresseur, avec au moins un
capteur d'aube de compresseur (1), avec au moins un capteur de rotor (2), avec un
dispositif de définition de l'heure du système, au moins un champ de mémoire étant
intégré, caractérisé en ce qu'au moins un champ de mémoire comporte un nombre de cellules de mémoire (4a, 5a) identique
au nombre d'aubes de compresseur à surveiller, un dispositif de synchronisation du
champ de mémoire étant prévu avec la rotation de rotor, de sorte que les instants
de passage mesurés peuvent être comparés aux instants de passage idéaux et peuvent
servir à corriger les écarts propres à chaque aube de compresseur et provoqués par
l'état et la position des aubes.
7. Dispositif de calcul du point de fonctionnement d'un compresseur selon la revendication
6, caractérisé en ce qu'une unité d'analyse (10) est prévue à l'aide de laquelle le point de fonctionnement
du compresseur et de façon correspondante l'écartement par rapport à une limite de
pompage peut être défini, l'unité d'analyse (10) possédant au moins une entrée via
laquelle les instants de passage corrigés sont amenés.
8. Dispositif de calcul du point de fonctionnement d'un compresseur selon la revendication
6 ou 7, caractérisé en ce qu'un commutateur (8) est prévu pouvant s'enclencher lorsqu'une condition (9) est remplie
pour commuter entre un mode d'apprentissage et de travail et un mode d'adaptation.