[0001] Die Erfindung betrifft ein Bearbeitungsmodul gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1
und eine Trägereinheit gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 7, welche gemeinsam eine
Druckmaschine gemäß Anspruch 11 bilden.
Stand der Technik
[0002] Bei Druckmaschinen zum Bedrucken von Etiketten und Faltschachteln ist in zunehmendem
Maße eine große Flexibilität oder Variabilität gewünscht, um möglichst viele verschiedenartige
Druckaufträge, insbesondere unter Erzeugung von speziellen optischen Effekten durch
das gedruckte Bild oder den gedruckten Text, durchführen zu können. Zur Herstellung
von Etiketten und Faltschachteln werden besonders häufig Druckmaschinen verwendet,
die eine schmale Bahn eines Bedruckstoffes bearbeiten und eine Anzahl von Verbindungsplattformen
oder Schnittstellen aufweisen, an denen jeweils eine Funktionseinheit oder ein Verfahrensmodul
zum Drucken mit einem bestimmten Druckverfahren lösbar aufgenommen werden kann. Beispielsweise
ist eine Ausführungsform einer derartigen Druckmaschine im Dokument
US 4,384,522 beschrieben. Die einzelnen Funktionseinheiten können dabei mit voneinander verschiedenen
Druckverfahren arbeiten.
[0003] Aus den Dokumenten
DE 195 13 536 A1 und
WO 95/29813 sind Druckmaschinen mit mehreren Druckwerken in Reihenbauweise bekannt, welche die
lösbare Aufnahme einer Anzahl von Funktionseinheiten oder Verfahrensmodulen an einer
Anzahl von Verbindungsplattformen gestatten. Die Funktionseinheiten können unter anderem
Druckwerke oder Teile von Druckwerken in Kassetten oder Aufsätzen enthalten, die nach
einem Buchdruckverfahren, einem Flexodruckverfahren, einem Siebdruckverfahren, einem
Offsetdruckverfahren, einem Tiefdruckverfahren oder einem Tintenstrahldruckverfahren
arbeiten. Darüber hinaus sind Funktionseinheiten (Bearbeitungswerke) vorgesehen, die
mechanische Verarbeitungsschritte am Bedruckstoff gestatten, beispielsweise eine Prägung,
einen Beschnitt (Perforation, Lochen) oder eine Wendung durchführen. Derartige Druckmaschinen,
die mit einer Mehrzahl von unterschiedlichen Druckverfahren arbeiten können, werden
auch als Kombinationsdruckmaschinen oder Hybriddruckmaschinen bezeichnet.
[0004] Schon seit vielen Jahren werden Druckmaschinen und in ihnen zum Einsatz gelangende
einzelne Bauteile in großem Umfang aus metallischen Werkstoffen, insbesondere aus
Stählen, Aluminium oder Titan, hergestellt. Neben der den Anforderungen entsprechenden
Eignung aufgrund einiger ihrer physikalischen und technischen Eigenschaften ist die
traditionelle Verwendung dieser Werkstoffe offensichtlich unter anderem darauf zurückzuführen,
dass weit verbreitet sowohl qualitative Fertigkeiten als auch quantitative Kapazitäten
zur Verfügung stehen, metallische Werkstoffe herzustellen und adäquat zu bearbeiten.
In Druckmaschinen mit moderner Drucktechnik gelangen meist große Gussteile aus metallischen
Werkstoffen für die Maschinentragkonstruktion zum Einsatz, welche ihre Formgebung
in technisch aufwändigen und auch oft kostspieligen Bearbeitungsschritten erfahren.
In Konsequenz der Verwendung metallischer Werkstoffe in der modernen Drucktechnik
sind in der Regel unterstützende technische Maßnahmen erforderlich, um einigen bestimmten
unerwünschten physikalischen Eigenschaften dieser Werkstoffe, wie beispielsweise der
elektrischen Leitfähigkeit, der thermischen Ausdehnung oder dem mechanischen Schwingungsverhalten,
oder Konsequenzen aus diesen Eigenschaften zu begegnen.
[0005] Beiden vorgenannten Aspekten wird in der
DE 10 2006 042 884 A1 begegnet. Offenbart wird eine Druckmaschine, insbesondere Etikettendruckmaschine
oder bogenverarbeitende Offsetdruckmaschine, deren Druckwerke in einer aus Stein gefertigten
Maschinentragkonstruktion aufgenommen sind. Dabei können unterschiedliche Druckwerke
eingesetzt bzw. ausgetauscht und die Druckmaschine an einen jeweiligen Auftrag angepasst
werden.
[0006] Um Druckaufträge noch flexibler handhaben und vorhandene Druckmaschinen mit höherer
Auslastung betreiben zu können wird in zunehmendem Maß höhere Flexibilität beim Aufbau
der Druckmaschine gefordert.
Aufgabenstellung
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Druckmaschine zu schaffen, deren
Aufbau äußerst flexibel geändert werden kann.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Schaffung eines Bearbeitungsmoduls gemäß Anspruch
1 und einer Trägereinheit gemäß Anspruch 7, welche gemeinsam eine Druckmaschine gemäß
Anspruch 11 bilden.
[0009] In anderen Worten: Trägereinheiten und Bearbeitungsmodule stehen in einer definierten
Beziehung zueinander und sind aneinander besonders angepasst.
[0010] Die erfindungsgemäße Trägereinheit dient der Aufnahme und beliebigen Positionierung
von Bearbeitungsmodulen für die Druck- und Druckweiterverarbeitung zum modularen Aufbau
einer Schmalbahn-Etikettendruckmaschine. Erfindungsgemäß besitzt die Trägereinheit
einen massiven Quader mit mindestens drei Füßen und mindestens einer Längsführung,
wobei die Füße an der Unterseite des Quaders angebracht sind und wobei die Längsführung
an der Oberseite des Quaders angebracht ist und sich über die Länge des Quaders erstreckt.
Eine derartige Trägereinheit ist durch einen sehr einfachen Aufbau gekennzeichnet,
was eine einfache und kostengünstige Fertigung der Trägereinheit erlaubt. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn der Quader aus Naturstein, beispielsweise Granit, oder aus
Kunststein, beispielsweise Beton, Mineralgusswerkstoff oder Polymerguss gefertigt
ist. Diese Werkstoffe sind wesentlich kostengünstiger als Metallwerkstoffe und haben
bessere Eigenschaften bezüglich Schwingungsverhalten, Festigkeit, Verfügbarkeit und
Verarbeitbarkeit.
[0011] In einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Ausführungsform ist die Längsführung
als Längsführungsschiene ausgeführt. Diese kann dabei ein Raster, z.B. ein Lochraster,
aufweisen. In das Raster können Gegenelemente von Bearbeitungsmodulen eingreifen.
Durch das Raster können somit definierte Positionen für die Bearbeitungsmodule vorgegeben
werden und diese können in definierten Abständen zueinander auf der Trägereinheit
positioniert werden. Ist die Längsführung ohne Raster ausgeführt, so können die Bearbeitungsmodule
frei positioniert werden.
[0012] In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Trägereinheit verfügt
mindestens einer der Füße über ein Nivellierelement zur Höhenveränderung des Quaders.
Dadurch können Unebenheiten der Grundfläche ausgeglichen und der Quader in eine waagrechte
Lage gebracht werden.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante besitzt die Trägereinheit Koppelelemente
zum Verbinden, d.h. Aneinanderreihen von zwei Trägereinheiten. Diese können über die
Koppelelemente relativ zueinander ausgerichtet werden.
[0014] Die Erfindung betrifft auch ein Bearbeitungsmodul für die Druck- und Druckweiterverarbeitung
eines bahnförmigen Bedruckstoffes zum Einsatz auf einer wie obenstehend beschriebenen
Trägereinheit und zum modularen Aufbau einer Schmalbahn-Druckmaschine. Das Bearbeitungsmodul
dient dem Transport und / oder der Bearbeitung des Bedruckstoffes. Erfindungsgemäß
besitzt das Bearbeitungsmodul eine Tragstruktur, einen Transportzylinder und zwei
Umlenkrollen, wobei die Umlenkrollen spiegelsymmetrisch zu einer vertikalen Symmetrieachse
durch die Rotationsachse des Transportzylinders angeordnet sind. Der spiegelsymmetrische
Aufbau erlaubt in vorteilhafter Weise, die Laufrichtung des zu bedruckenden und zu
bearbeitenden bahnförmigen Bedruckstoffes frei wählen zu können.
[0015] In einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Ausführungsform des Bearbeitungsmoduls
besitzt die Tragkonstruktion mindestens ein an ihrer Unterseite angebrachtes Längsführungselement
zum Positionieren des Bearbeitungsmoduls auf einer Trägereinheit, insbesondere wie
obenstehend beschrieben. In anderen Worten: die Längsführung der Trägereinheit und
das Längsführungselement des Bearbeitungsmoduls stellen die Schnittstelle dar, um
Trägereinheit und Bearbeitungsmodul miteinander zu verbinden.
[0016] In vorteilhafter Weiterbildung ist die Tragkonstruktion spiegelsymmetrisch zur vertikalen
Achse durch die Rotationsachse des Transportzylinders.
[0017] In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Bearbeitungsmoduls kann das Bearbeitungsmodul
Schnittstellen aufweisen zur Verbindung mit einer zusätzlichen Funktionseinheit, wobei
diese zusätzliche Funktionseinheit zur Ausführung zusätzlicher Bearbeitungsschritte
an dem bahnförmigen Bedruckstoff dient. Die zusätzliche Funktionseinheit kann dabei
als Druckwerkseinheit ausgeführt sein und zusammen mit den Bearbeitungsmodulen ein
Druckwerk bilden. Die zusätzliche Funktionseinheit kann auch als Stanz- und/oder Prägeeinheit
ausgeführt sein und zusammen mit dem Bearbeitungsmodul ein Stanz- und/oder -Prägewerk
bilden.
[0018] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Schmalbahn-Druckmaschine, aufweisend mindestens
zwei wie obenstehend beschriebene Trägereinheiten und mindestens drei, wie obenstehend
beschriebene Bearbeitungsmodule, wobei die Bearbeitungsmodule auf den Trägereinheiten
positioniert sind. Eine derartige Schmalbahn-Druckmaschine kann in vorteilhafter Weise
schnell und einfach in ihrem Aufbau geändert und an die Erfordernisse eines jeweiligen
Druckauftrags angepasst werden. So ist zum Einen die Anzahl der Bearbeitungsmodule,
welche auf den Trägereinheiten positioniert werden können, nicht von Anfang an begrenzt.
Zum anderen können die Bearbeitungsmodule in ihrer Position auf den Trägereinheiten
variabel verschoben werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass bei gleichen
Trägereinheiten verschiedene Bahnbreiten realisierbar sind: Die Bearbeitungseinheiten
stehen bei größeren Bahnbreiten nur weiter über die Trägereinheiten hinaus.
[0019] In vorteilhafter Weiterbildung der erfindungsgemäßen Schmalbahn-Druckmaschine, insbesondere
Etikettendruckmaschine, weisen die mindestens eine Längsführung der jeweiligen Trägereinheit
und das mindestens eine Längsführungselement des jeweiligen Bearbeitungsmoduls zueinander
komplementäre Profilierungen auf. Diese Profilierungen stellen dabei die Schnittstelle
von Trägereinheiten und Bearbeitungsmodulen dar, und stellen sicher, dass die Bearbeitungsmodule
mit einfachen Handgriffen schnell und unkompliziert auf den Trägereinheiten positioniert
und befestigt werden können.
[0020] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der
Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung dar.
[0021] Hinsichtlich weiterer Vorteile und in konstruktiver und funktioneller Hinsicht vorteilhafter
Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die Beschreibung von
Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen verwiesen.
Ausführungsbeispiel
[0022] Die Erfindung soll an Hand bevorzugter Ausführungsbeispiele noch näher erläutert
werden. Es zeigen in schematischer Darstellung
- Fig. 1a:
- Eine dreidimensionale Darstellung einer erfindungsgemäßen Trägereinheit
- Fig. 1b und 1c:
- Ansichten der Trägereinheit
- Fig. 2a bis 2c:
- Verschiedene Ausführungsformen der Längsführung
- Figuren 3a und 3b:
- Unterschiedliche Ausführungsvarianten zur Anordnung der Füße der Trägereinheit
- Fig. 4:
- Zwei Trägereinheiten, welche in Reihe angeordnet sind
- Fig. 5a:
- Ein Prozessmodul in einer schematischen Darstellung
- Fig. 5b:
- Den Einsatz von Trägereinheiten und Prozessmodulen
- Figuren 6a bis 6c:
- Verschiedene Ausführungsvarianten des Führungselements
- Figuren 7a bis 7k:
- Verschiedene Beispiele zur Anwendung des Bearbeitungsmoduls
- Figuren 8a bis 8d:
- Verschiedene Beispiele für den flexiblen Aufbau der Druckmaschine
[0023] Einander entsprechende Elemente und Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0024] Fig. 1a zeigt eine Trägereinheit 12, welche durch einen Block 1, nämlich einen massiven
Quader, gebildet wird. Der massive Quader 1 besitzt an seiner oberen Fläche zwei Längsführungen
4 mit Lochraster. Gehalten wird der Block 1 von vier Füßen, welche durch Profilträger
2 und verstellbare Nivellierelemente 3 gebildet werden. Durch Verdrehen der Nivellierelemente
3 ist ein Höhenausgleich möglich, und der Block 1 kann so waagrecht ausgerichtet werden.
In Fig. 1b ist die Trägereinheit 12 in einer Ansicht und in Fig. 1c in einer seitlichen
Ansicht dargestellt.
[0025] In den Figuren 2a bis c sind verschiedene Varianten der Längsführung 4 dargestellt.
In Fig. 2a ist eine Längsführung 4 als erhabenes Element mittig auf dem Block 1 angeordnet.
In der Variante gemäß Fig. 2b ist die Längsführung 4 als eine mittig in die Oberfläche
des Blocks 1 eingebrachte Nut ausgeführt. Gemäß der Darstellung von Fig. 2c sind zwei
Längsführungen 4 in Form von zueinander parallelen Schienen auf der Oberfläche des
Blocks 1 angeordnet.
[0026] Die Figuren 3a und 3b stellen alternative Varianten für die Anordnung der Nivellierelemente
3 an der Unterseite des Blocks 1 dar. Während gemäß Fig. 3a drei Nivellierelemente
an der Unterseite des Blocks 1 angeordnet sind, sind gemäß Fig. 3b vier Nivellierelemente
3 an der Unterseite des Blocks 1 angeordnet. Die drei Nivellierelemente 3 spannen
ein Dreieck bzw. die vier Nivellierelemente 3 ein Rechteck auf. Von den drei Nivellierelementen
3 sollte zumindest eines verstellbar sein, während von den vier Nivellierelementen
4 bevorzugt alle verstellbar ausgeführt sind.
[0027] In Fig. 4 ist ein Prozessträgersystem mit zwei Trägereinheiten 12 dargestellt, welche
in Reihe angeordnet sind. Die beiden Trägereinheiten 12 werden durch ein nicht näher
dargestelltes Koppelelement 13 miteinander verbunden. Das Koppelelement 13 kann auch
weiter dazu dienen, die Trägereinheiten 12 zu einer gemeinsamen Längsachse auszurichten.
Während in Fig. 4 beispielhaft nur zwei Trägereinheiten 12 miteinander gekoppelt sind,
lässt sich auch eine beliebig größere Zahl an Trägereinheiten 12 miteinander verbinden.
Die Anzahl erforderlicher Trägereinheiten 12 wird dabei durch den erforderlichen Platzbedarf
zur Positionierung von Prozessmodulen auf den Trägereinheiten 12 bestimmt.
[0028] Fig. 5a zeigt ein Bearbeitungsmodul 21 in seiner allgemeinsten Ausführungsform. Das
Bearbeitungsmodul 21 besitzt eine Tragstruktur 25, einen Transportzylinder 22 und
zwei Umlenkrollen 23. Das Bearbeitungsmodul 21 ist spiegelsymmetrisch zu einer Symmetrieachse
S aufgebaut, wobei die Symmetrieachse eine vertikale Achse durch die Drehachse des
Transportzylinders 22 ist.
[0029] In Fig. 5b ist die Anwendung des Bearbeitungsmoduls 21 auf Trägereinheiten 12 dargestellt.
Aufgrund seines auf die wesentlichen Elemente reduzierten Aufbaus kann das Bearbeitungsmodul
21 an verschiedenen Positionen für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt werden.
[0030] Figuren 6a bis 6c zeigen alternative Ausführungsformen des Führungselements 24. Gemäß
der Darstellung von Fig. 6a wurde die Unterseite der Tragstruktur 25 des Bearbeitungsmoduls
21 mit einer Nut versehen. Diese mittig angeordnete Nut 24 ist dabei komplementär
zur in Fig. 2a gezeigten Schiene 4 der Trägereinheit 12.
[0031] In der Variante von Fig. 6b wurde an der Unterseite des Bearbeitungsmoduls 21 als
Führungselement 24 eine Schiene angebracht. Alternativ zu einer durchgehenden Schiene
könnten auch mindestens zwei separate Nasen verwendet werden. Die Schiene bzw. die
Nasen 24 sind dabei komplementär zur Nut 4 der Trägereinheit 12, wie in Fig. 2b dargestellt,
ausgeführt.
[0032] In der Variante von Fig. 6c wurde das Bearbeitungsmodul 21 an seiner Unterseite mit
zwei Nuten als Führungselemente 24 versehen. Diese Nuten 24 stellen komplementäre
Elemente zu den zwei Schienen 4 der Trägereinheit 12 - wie in Fig. 2c dargestellt
- dar. Die drei dargestellten Varianten sind als beispielhaft zu betrachten - allen
gemeinsam ist jedoch: die Längsführungen 4 der Trägereinheit 12 und die Führungselemente
24 der Bearbeitungsmodule 21 sind komplementär zueinander ausgeformt, so dass diese
ineinander greifen können und Bearbeitungsmodule 21 einfach mit Trägereinheiten 12
verbunden werden können.
[0033] In den Figuren 7a bis 7k sind verschiedene Anwendungen des Bearbeitungsmoduls 21
dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 7a:
- das Bearbeitungsmodul 21 als Basismodul mit oder ohne Zylinderkühlung, mit oder ohne
Messwalzen, mit oder ohne Anpresswalze und
- Fig. 7b:
- das Bearbeitungsmodul 21 als Basismodul mit oder ohne Zylinderkühlung, mit oder ohne
Messwalzen, jedoch mit Anpresswalze links und
- Fig. 7c:
- das Bearbeitungsmodul 21 als Basismodul mit oder ohne Zylinderkühlung, mit oder ohne
Messwalzen, jedoch mit Anpresswalze auf der rechten Seite und
- Fig. 7d:
- das Bearbeitungsmodul 21 mit Zylinderkühlung, ohne Messwalzen, aber mit UV-Trocknung
rechts und
- Fig. 7e:
- das Bearbeitungsmodul 21 mit Zylinderkühlung, ohne Messwalzen, jedoch mit UV-Trocknung
auf der linken Seite und
- Fig. 7f:
- das Bearbeitungsmodul 21 zusammen mit einer zusätzlichen Funktionseinheit, nämlich
eine Rotationssiebdruckeinheit mit UV-Trocknung rechts und gekühltem Zylinder, so
dass ein Siebdruckmodul 8 gebildet wird und
- Fig. 7g:
- das Bearbeitungsmodul 21 zusammen mit einer Flexodruckwerkseinheit für Rückseitendruck
mit UV auf der linken Seite und gekühltem Zylinder, so dass ein Flexodruckmodul 7
gebildet wird und
- Fig. 7h:
- das Bearbeitungsmodul 21 zusammen mit einer zusätzlichen Funktionseinheit, nämlich
einer Kaltfolien- oder Laminiereinheit und einem gekühlten Zylinder und
- Fig. 7i:
- ein Bearbeitungsmodul 21 mit einem zusätzlichen Rotations-Heißfolienprägewerk ohne
Kühlung, so dass ein Prägemodul 11 gebildet wird
und
- Fig. 7j:
- ein Bearbeitungsmodul 21 mit einer zusätzlichen Funktionseinheit, nämlich einem Rotationsstanzwerk,
sodass ein Stanzmodul 10 gebildet wird und
- Fig. 7k:
- ein Bearbeitungsmodul 21 als Bahnzugstation mit Messwalze für die Bahnspannungskontrolle.
[0034] Während der Transportzylinder 22 des Bearbeitungsmoduls 21 in dessen allgemeinster
Ausführungsform ausschließlich dem Transport des bahnförmigen Bedruckstoffes dient,
bildet der Transportzylinder 22 in den Druckmodulen 7 und 8 den Gegendruckzylinder
und im Stanzmodul 10 den Gegenstanzzylinder. Die in den Figuren 7b bzw. c und d bzw.
e dargestellten Varianten, gemäß denen eine Anpresswalze bzw. ein UV-Trocknungsmodul
links oder rechts angeordnet sein kann, sind je nach Laufrichtung des bahnförmigen
Bedruckstoffs einzusetzen.
[0035] Die Kombination der Trägereinheiten 12 mit Bearbeitungsmodulen 21 und zusätzlichen
Funktionseinheiten zu einer Schmalbahn-Etikettendruckmaschine 100 geht aus den Figuren
8a bis 8d hervor. In allen drei Beispielen wurden vier Trägereinheiten 12 in Reihe
gekoppelt und auf den Trägereinheiten 12 entsprechend den Anforderungen des Druckauftrags
unterschiedliche Prozessmodule positioniert. Im Beispiel von Fig. 8a wurde ein Bahntransportmodul
5, ein Tiefdruckmodul 6, zwei Flexodruckmodule 7, ein Digitaldruckmodul 9, ein Siebdruckmodul
8 und ein Stanzmodul 10 verwendet. Gemäß dem Beispiel von Fig. 8b wurde ein Bahntransportmodul
5, ein Stanzmodul 10, ein Tiefdruckmodul 6, ein Flexodruckmodul 7, ein Siebdruckmodul
8, ein weiteres Flexodruckmodul 7 und ein Digitaldruckmodul verwendet. Im Beispiel
von Fig. 8c bildet das erste Bearbeitungsmodul 21 ein Bahntransportmodul 5, worauf
ein Siebdruckmodul 8, fünf Flexodruckmodule 7 und ein Prägemodul 11 folgen, bevor
ein weiteres Bearbeitungsmodul 21, welches erneut ein Bahntransportmodul 5 bildet,
das letzte Prozessmodul bildet. Eine Trägereinheit 12 kann dabei ein, zwei, drei oder
auch mehr Bearbeitungsmodule 21 mit zusätzlichen Funktionseinheiten aufnehmen. Letztere
können - wie oben beschrieben - an Hand eines Rasters in definierte Positionen oder
bei Einsatz einer Führung ohne Raster frei auf den Trägereinheiten 12 positioniert
werden. Im Beispiel von Fig. 8d wurden neben einem Flexodruckmodul 7 und einem Siebdruckmodul
8 auch vier Offsetdruckmodule 14 verwendet.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Block
- 2
- Profil
- 3
- Nivellierelement
- 4
- Längsführung mit Lochraster
- 5
- Prozessmodul 1 (z. B. Bahntransportmodul)
- 6
- Prozessmodul 2 (z. B. Tiefdruckmodul)
- 7
- Prozessmodul 3 (z. B. Flexodruckmodul)
- 8
- Prozessmodul 4 (z. B. Siebdruckmodul)
- 9
- Prozessmodul 5 (z. B. Digitaldruckmodul)
- 10
- Prozessmodul 6 (z. B. Stanzmodul)
- 11
- Prozessmodul 7 (z. B. Prägemodul)
- 12
- Prozessträger-System (Trägereinheit)
- 13
- Koppelelement
- 14
- Prozessmodul 8 (z.B. Offsetdruckmodul)
- 21
- Bearbeitungsmodul
- 22
- Transportzylinder
- 23
- Umlenkrolle
- 24
- Führungselement
- 25
- Tragstruktur
- 100
- Schmalbahn-Etikettendruckmaschine
- S
- Symmetrieachse
1. Bearbeitungsmodul (21) für die Druck- und Druckweiterverarbeitung eines bahnförmigen
Bedruckstoffes zum Einsatz auf einer Trägereinheit (12), und zum modularen Aufbau
einer Schmalbahn-Etikettendruckmaschine (100),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bearbeitungsmodul (21) eine Tragstruktur (25), einen Transportzylinder (22) und
zwei Umlenkrollen (23) besitzt, wobei die Umlenkrollen (23) spiegelsymmetrisch zu
einer vertikalen Symmetrieachse (S) durch die Rotationsachse des Transportzylinders
(22) angeordnet sind.
2. Bearbeitungsmodul nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragstruktur (25) mindestens ein an ihrer Unterseite angebrachtes Längsführungselement
(24) besitzt zum Positionieren des Bearbeitungsmoduls (21) auf einer Trägereinheit
(12).
3. Bearbeitungsmodul nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragstruktur (25) spiegelsymmetrisch zur Symmetrieachse (S) ist.
4. Bearbeitungsmodul nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bearbeitungsmodul (21) mindestens eine Schnittstelle aufweist zur Verbindung
mit einer zusätzlichen Funktionseinheit zur Ausführung zusätzlicher Bearbeitungsschritte
an dem bahnförmigen Bedruckstoff.
5. Bearbeitungsmodul nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zusätzliche Funktionseinheit als Druckwerkseinheit ausgeführt ist und zusammen
mit dem Bearbeitungsmodul (21) ein Druckwerk (6, 7, 8, 9) bildet.
6. Bearbeitungsmodul nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zusätzliche Funktionseinheit als Stanz- und/oder Prägeeinheit ausgeführt ist
und zusammen mit dem Bearbeitungsmodul (21) ein Stanz- und/oder Prägewerk (10, 11)
bildet.
7. Trägereinheit (12) zur Aufnahme und beliebigen Positionierung von Bearbeitungsmodulen
(21) für die Druck- und Druckweiterverarbeitung nach einem der Ansprüche 1 - 6 zum
modularen Aufbau einer Schmalbahn-Etikettendruckmaschine (100),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trägereinheit (12) einen massiven Quader (1) mit mindestens drei Füßen (3) und
mindestens einer Längsführung (4) besitzt, wobei die Füße (3) an der Unterseite des
Quaders (1) angebracht sind und wobei die Längsführung (4) an der Oberseite des Quaders
(1) angebracht ist und sich über die Länge des Quaders (1) erstreckt.
8. Trägereinheit nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Quader (1) aus Naturstein, insbesondere Granit, oder aus Kunststein, insbesondere
Beton, gefertigt ist.
9. Trägereinheit nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsführung (4) als Längsführungsschiene ausgeführt ist und insbesondere ein
Raster aufweist.
10. Trägereinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens einer der Füße (3) über ein Nivellierelement zur Höhenveränderung des
Quaders (1) verfügt.
11. Schmalbahn-Druckmaschine (100) aufweisend mindestens zwei Trägereinheiten (12) nach
einem der Ansprüche 7 bis 10 und mindestens drei Bearbeitungsmodule (21) nach einem
der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Bearbeitungsmodule (21) auf den Trägereinheiten (12)
positioniert sind.
12. Schmalbahn-Druckmaschine nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Längsführung (4) der jeweiligen Trägereinheit (12) und das mindestens
eine Längsführungselement (24) des jeweiligen Bearbeitungsmoduls (21) zueinander komplementäre
Profilierungen aufweisen.