[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anblasen einer Tauchzelle eines Unterseeboots,
bei dem in dem Unterseeboot gespeichertes Druckgas in die Tauchzelle geleitet wird.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Anblasvorrichtung für ein Unterseeboot
mit mindestens einem Druckgasspeicher zum Befüllen mindestens einer Tauchzelle mit
Druckgas.
[0002] Unterseeboote weisen Tauchzellen auf, die während der Tauchfahrt des Unterseeboots
mit Wasser gefüllt sind. Für das notfallmäßige Auftauchen sind Unterseeboote mit Anblasvorrichtungen
ausgestattet, mittels derer vorzugsweise das in einer bugseitig des Unterseeboots
angeordneten Tauchzelle befindliche Wasser mit einem in die Tauchzelle eingeleiteten
Gas in die Umgebung des Unterseeboots verdrängt wird. Hierdurch erhöht sich der Auftrieb
des Unterseeboots, welches nun, ohne weitere Maßnahmen treffen zu müssen, an die Wasseroberfläche
aufsteigt.
[0003] Das für das Ausblasen der Tauchzellen benötigte Gas wird bei bekannten Anblasvorrichtungen
entweder, wie beispielsweise in
DE 10 2004 048 311 B4 beschrieben, an Bord des Unterseeboots in Form von Druckluft mitgeführt oder, wie
z. B. aus
DE 33 20 159 A1,
DE 197 04 587 A1,
DE 43 38 340 A1 und
EP 1 415 906 A1 bekannt, an Bord des Unterseeboots mittels Gasgeneratoren auf chemischem Wege erzeugt.
Anblasvorrichtungen, die zum Ausblasen der Tauchzellen in dem Unterseeboot komprimiertes,
gespeichertes Gas verwenden, haben den Vorteil, dass sie und ihr Betrieb vergleichsweise
kostengünstig sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn als Druckgas Luft verwendet
wird, da die Betriebsbereitschaft solcher Anblasvorrichtungen nach einem Notaufstieg
eines Unterseeboots allein dadurch wieder hergestellt werden kann, dass der Druckgasspeicher
mittels eines an Bord des Unterseeboots befindlichen Kompressors bei aufgetauchtem
Unterseeboot wieder aufgefüllt wird. Die hierbei anfallenden Kosten sind vernachlässigbar,
so dass die Besatzung eines mit einer solchen Anblasvorrichtung ausgestatteten Unterseeboots
in der Lage ist, den Notaufstieg an die Wasseroberfläche häufig zu trainieren.
[0004] Allerdings hat sich gezeigt, dass die Tauchzellen bei Verwendung dieser Anblasvorrichtungen
unter Vorgabe einer sinnvollen Dimensionierung der zum Speichern des Druckgases erforderlichen
Druckgasspeicher nur bis zu einer Tauchtiefe von bis zu etwa 150 m vollständig ausgeblasen
werden können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der in der Tauchzelle herrschende
Gegendruck und damit die von dem Druckgas zu verrichtende Volumenänderungsarbeit mit
zunehmender Tauchtiefe immer größer werden, wobei es sich zusätzlich als nachteilig
erweist, dass dem Druckgas aufgrund der geleisteten Volumenänderungsarbeit Wärme entzogen
wird, wodurch sich das Wasserverdrängungsvolumen des Druckgases in der Tauchzelle
verkleinert.
[0005] Anblasvorrichtungen, bei denen das Druckgas zum Ausblasen der Tauchzellen von einem
Gasgenerator zur Verfügung gestellt wird, sollen bei einem Notaufstieg des Unterseeboots
auch aus größeren Tauchtiefen als 150 m ein vollständiges Ausblasen der Tauchzellen
ermöglichen. Bei diesen Anblasvorrichtungen erweist es sich aber als nachteilig, dass
Gasgeneratoren sehr teuer sind und nach einer Benutzung nicht oder nur nach einer
Grundüberholung wiederverwendet werden können, was, da die Grundüberholung mit einer
Dockung und langer Ausfallzeit des Unterseeboots verbunden ist, weitere erhebliche
Kosten verursacht. Die Benutzung der Gasgeneratoren mit nachfolgender Grundüberholung
führt ferner dazu, dass die Besatzung eines mit einer solchen Anblosvorrichtung ausgestatteten
Unterseeboots in der Regel keine Notaufstiege des Unterseeboots zu Übungszwecken durchführen
kann. Des Weiteren gefährden die hohen Arbeitstemperaturen beim Notanblasen mit Gasgeneratoren
farbe- und hitzeempfindliche Teile in der Tauchzelle. Insofern wären Anblasvorrichtungen,
die zum Ausblasen der Tauchzellen gespeichertes Druckgas verwenden, eigentlich zu
bevorzugen, wenn sie auch in vergleichbaren Tauchtiefen wie die Gasgeneratoren verwendenden
Anblasvorrichtungen eingesetzt werden könnten.
[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Anblasen einer Tauchzelle in einem Unterseeboot und eine Anblasvorrichtung hierfür
zur Verfügung zu stellen, die bei Verwendung eines gespeicherten Druckgases einen
Notaufstieg des Unterseeboots aus größeren Tiefen als bislang üblich ermöglichen.
[0007] Die das Verfahren betreffende Teilaufgabe der Erfindung wird durch ein Verfahren
der eingangs genannten Art zum Anblasen einer Tauchzelle eines Unterseeboots gelöst,
wobei erfindungsgemäß das Druckgas, bei dem es sich bevorzugt um Druckluft handelt,
erwärmt wird.
[0008] Dieser Maßnahme liegt die Überlegung zugrunde, zumindest die oben beschriebene Verringerung
des Wasserverdrängungsvolumens des Druckgases in der Tauchzelle dadurch auszugleichen,
dass dem Druckgas die aufgrund der geleisteten Volumenänderungsarbeit entzogene Wärme
wieder zugeführt wird. Besonders vorteilhaft kann dem Druckgas sogar mehr Wärme zugeführt
werden, um das Wasserverdrängungsvolumen des Druckgases in der Tauchzelle noch weiter
zu vergrößern. Auf diese Weise ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren unter Verwendung
eines gespeicherten Druckgases zum Ausblasen einer Tauchzelle den Notaufstieg von
Unterseebooten aus größeren Tauchtiefen als es bei bislang bekannten Verfahren dieser
Art möglich war.
[0009] Grundsätzlich kann das bei einem Notaufstieg eines Unterseeboots in die Tauchzelle
geleitete Druckgas unabhängig von der Tauchtiefe, aus der der Notaufstieg erfolgen
soll, erwärmt werden. Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Verfahren aber derart
gesteuert, dass das Druckgas bei einem Notaufstieg des Unterseeboots nur bei solchen
Tauchtiefen erwärmt wird, in denen das in die Tauchzelle eingeleitete Druckgas allein
nicht mehr in der Lage ist, das in der Tauchzelle befindliche Wasser vollständig aus
dieser zu verdrängen. Ansonsten kann auf eine Erwärmung des Druckgases gegebenenfalls
auch verzichtet werden.
[0010] Das Druckgas wird zweckmäßigerweise in der Tauchzelle, also dort, wo ihm zuvor die
Wärme entzogen worden ist, oder auf dem Weg dorthin, erwärmt. Hierbei kann eine Prozessführung
vorgesehen sein, bei der das Druckgas bereits während es in die Tauchzelle eingeleitet
wird erwärmt wird. Alternativ hierzu kann auch eine Prozessführung vorgesehen sein,
bei der die Erwärmung des Druckgases nach dem vollständigen Einleiten des Druckgases
in die Tauchzelle erfolgt.
[0011] Bevorzugt wird das Druckgas mittels bei einer chemischen Reaktion und/oder Zersetzung
eines Energieträgers anfallender Wärme erwärmt. Beispielsweise kann im Rahmen des
erfindungsgemäßen Verfahrens ein Energieträger verbrannt oder katalytisch zerlegt
werden, wobei die bei der Verbrennung bzw. katalytischen Zerlegung entstehende Wärme
dem Druckgas zugeführt wird. Als Energieträger kann zum Beispiel Dieselkraftstoff
verwendet werden, der in einem konventionellen, d. h. nicht atomar betriebenen Unterseeboot
in der Regel per se vorhanden ist. Daneben können natürlich auch alle anderen zur
Wärmeerzeugung geeigneten, vorzugsweise fest oder flüssig vorliegenden Energieträger
eingesetzt werden.
[0012] Vorteilhaft handelt es sich bei den zur Erwärmung des Druckgases vorgesehenen chemischen
Reaktions- bzw. Zersetzungsprozessen um solche Prozesse, bei denen der Energieträger
in gasförmige Bestandteile zerlegt wird, die sich in dem zu erwartenden Temperaturbereich
vorzugsweise inert verhalten. Bevorzugt wird das bei der chemischen Reaktion und/oder
Zersetzung des Energieträgers freiwerdende Gas in die Tauchzelle geleitet, so dass
es zusätzlich zu dem in die Tauchzelle eingebrachten Druckgas zur Wasserverdrängung
beiträgt.
[0013] Die die Anblasvorrichtung betreffende Teilaufgabe der Erfindung wird durch eine Anblasvorrichtung
mit mindestens einem Druckgasspeicher zum Befüllen mindestens einer Tauchzelle mit
Druckgas gelöst, wobei die Anblasvorrichtung eine Wärmequelle zur Erwärmung des Druckgases
aufweist. Der Druckgasspeicher, der innerhalb und außerhalb des Druckkörpers eines
Unterseeboots angeordnet sein kann, ist mit der außerhalb des Druckkörpers angeordneten
Tauchzelle leitungsverbunden. Hierbei ist in der Leitungsverbindung zwischen dem Druckgasspeicher
und der Tauchzelle ein vorzugsweise innerhalb des Druckkörpers angeordnetes regelbares
Absperrventil vorgesehen, das bei Tauchfahrt eines Unterseeboots ein Eindringen des
in der Tauchzelle befindlichen Wassers und eine ungewollte Einleitung des Druckgases
in die Tauchzelle verhindert.
[0014] Die Wärmequelle ist zweckmäßigerweise abströmseitig des Druckgasbehälters angeordnet
und zwar so, dass ein Wärmeübergang von der Wärmequelle auf das Druckgas gewährleistet
ist. Bevorzugt ist eine Anordnung der Wärmequelle in der Tauchzelle. Da die Tauchzelle
bei normaler Tauchfahrt eines Unterseeboots geflutet und dem Tauchdruck ausgesetzt
ist, ist die Wärmequelle zweckmäßigerweise druck- und seewasserbeständig ausgebildet.
[0015] Als Wärmequelle für die erfindungsgemäße Anblasvorrichtung können prinzipiell alle
geeigneten Wärmeübertrager oder Wärmeerzeuger eingesetzt werden, sofern sie die für
die Erwärmung des Druckgases erforderliche thermische Energie zur Verfügung stellen
können. Bevorzugt ist allerdings vorgesehen, dass ein Gasgenerator, also eine Vorrichtung,
in der feste und/oder flüssige Energieträger vergast werden, die Wärmequelle bildet.
Die Verwendung eines Gasgenerators als Wärmequelle ist insofern vorteilhaft, als Gasgeneratoren
nicht nur aufgrund der in ihnen ablaufenden exothermen Umwandlungsprozesse die zum
Erwärmen des Druckgases benötigte thermische Energie bereitstellen können, sondern
gleichzeitig auch ein Produktgas erzeugen, das ebenfalls zum Ausblasen der Tauchzelle
genutzt werden kann.
[0016] Der hauptsächliche Zweck des Gasgenerators ist aber die Wärmeerzeugung, so dass er
hinsichtlich seines Wirkungsgrades bezüglich der Gaserzeugung deutlich kleiner dimensioniert
und damit kostengünstiger als solche Gasgeneratoren sein kann, die in den bislang
bekannten Anblasvorrichtungen allein das Druckgas zum Ausblasen der Tauchzellen zur
Verfügung stellen. Trotz dieser geringeren Leistungsfähigkeit ist der erfindungsgemäß
verwendete Gasgenerator in dem Fall, dass von dem Druckgasspeicher kein Druckgas zum
Ausblasen der Tauchzelle bereitgestellt werden kann, dennoch in der Lage, allein das
zum Ausblasen der Tauchzelle erforderliche Gas zu erzeugen, wobei in diesem Fall allerdings
eine verlängerte Ausblaszeit in Kauf genommen werden muss.
[0017] Insbesondere dann, wenn in dem Gasgenerator Verbrennungsprozesse ablaufen, muss dem
in dem Gasgenerator zu vergasenden Energieträger ein Oxidationsmittel zugeführt werden,
sofern der Energieträger selbst nicht dieses Oxidationsmittel enthält. Als Oxidationsmittel
kann Luft verwendet werden, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Anblasen einer
Tauchzelle bevorzugt als Druckgas verwendet wird. Zweckmäßigerweise kann diese in
dem Druckgasbehälter gespeicherte Luft dem Gasgenerator als Oxidationsmittel zugeführt
werden. Zu diesem Zweck kann der Druckgasspeicher der erfindungsgemäßen Anblasvorrichtung
vorteilhaft mit dem Gasgenerator leitungsverbunden sein. Hierbei kann bei einer Anordnung
des Gasgenerators innerhalb der Tauchzelle das Innere der Tauchzelle auch einen Teil
der Leitungsverbindung von Druckgasspeicher und Gasgenerator bilden.
[0018] Bevorzugt sind der Druckgasspeicher und der Gasgenerator mit einer Steuerung signalverbunden.
Hierbei ist unter einer Signalverbindung des Druckgasspeichers mit der Steuerung auch
eine Signalverbindung zwischen der Steuerung und einem dem Druckgasspeicher nachgeschalteten
steuerbaren Ventil zu verstehen. Mit der Steuerung kann ein Druckgasauslass des Druckgasspeichers
bzw. ein den Druckgasauslass bildendes Ventil im einfachsten Fall öffnend und schließend
angesteuert werden. Ggf. kann mit der Steuerung auch der Volumenstrom des aus dem
Druckgasspeichers ausströmenden Gases eingestellt und oder verändert werden. Des Weiteren
kann mit der Steuerung der Gasgenerator ein- und ausgeschaltet werden und oder dessen
Betriebsverhalten geändert werden.
[0019] Gemäß einer weiteren vorteilhafter Ausgestaltung ist die Steuerung zur einzelnen
oder gemeinsamen Ansteuerung von Druckgasspeicher und Gasgenerator ausgebildet. Die
gemeinsame Ansteuerung des Druckgasspeichers und des Gasgenerators ist hierbei für
die Fälle vorgesehen, in denen der Druckgasspeicher und der Gasgenerator zeitgleich
zusammen betrieben werden, während die Steuerung dann, wenn nur der Druckgasspeicher
oder nur der Gasgenerator betrieben werden soll, bzw. wenn diese Komponenten hintereinander
betrieben werden sollen, jeweils nur den Druckgasspeicher oder den Gasgenerator ansteuert.
[0020] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Anblasvorrichtung
weist diese Mittel zum Unterbrechen des Anblasvorgangs auf. Diese Mittel können Teil
der Steuerung sein, mit denen der Druckgasspeicher und der Gasgenerator signalverbunden
sind und/ oder es können separate Mittel vorgesehen sein, mit denen der Anblasvorgang
beispielsweise manuell unterbrochen bzw. beendet werden kann.
[0021] Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0022] In der Zeichnung ist in einer schematisch stark vereinfachten Prinzipskizze ein bugseitiger
Bereich eines Unterseeboots 2 dargestellt. Im Außenschiff des Unterseeboots 2 zwischen
einer bugseitigen Wandung 4 eines Druckkörpers 6 des Unterseeboots 2 und einer von
der Wandung 4 beabstandeten Außenhaut 8 ist eine Tauchzelle 10 angeordnet.
[0023] Die Tauchzelle 10 ist bei Tauchfahrt des Unterseeboots 2 in üblicher Weise vollständig
mit Wasser geflutet. Bei einem Notaufstieg des Unterseeboots 2 muss das in der Tauchzelle
10 befindliche Wasser aus dieser verdrängt werden, um so den Auftrieb des Unterseeboots
2 zu erhöhen. Hierzu weist das Unterseeboot 2 eine Anblasvorrichtung auf, deren Hauptbestandteile
ein Druckgasspeicher 12 und ein Gasgenerator 14 sind.
[0024] In der Zeichnung ist der Druckgasspeicher 12 außerhalb des Unterseeboots 2 dargestellt,
er kann jedoch sowohl außerhalb als auch innerhalb des Druckkörpers 6 des Unterseeboots
2 angeordnet sein. In dem Druckgasspeicher 12 ist Luft als ein Druckgas bei einem
Druck von etwa 250 bar gespeichert. Im Falle eines Notaufstiegs des getauchten Unterseeboots
2 wird die in dem Druckgasspeicher 12 befindliche Druckluft in die Tauchzelle 10 zur
Verdrängung des dort befindlichen Wassers eingespeist, was in der Zeichnung anhand
des dort dargestellten Pfeils A verdeutlicht wird.
[0025] Zur Einleitung der in dem Druckgasspeicher 12 gespeicherten Druckluft in die Tauchzelle
10 ist an dem Druckgasspeicher 12 ausgangsseitig eine Leitung 16 angeschlossen, die
durch die Wandung 4 des Druckkörpers 6 geführt in die Tauchzelle 10 mündet. In einem
an die Wandung 4 angrenzenden Bereich ist in der Leitung 16 ein regelbares Absperrventil
18 angeordnet, mit dem die Leitung 16 je nach Bedarf verschlossen oder geöffnet werden
kann.
[0026] Der Gasgenerator 14 ist innerhalb der Tauchzelle 10 angeordnet. Die Hauptaufgabe
des Gasgenerators 14 besteht darin, die von dem Druckgasspeicher 12 in die Tauchzelle
10 eingeleitete Druckluft zu erwärmen, was in der Zeichnung mit einem pfeilförmig
dargestellten Wärmestrom 20 verdeutlicht wird. Der Gasgenerator 14 bildet demnach
eine Wärmequelle. Darüber hinaus gibt der Gasgenerator 14 das von ihm erzeugte Gas
in die Tauchzelle 10 ab, das somit auch dazu beiträgt, in der Tauchzelle 10 befindliches
Wasser aus dieser zu verdrängen.
[0027] Die Funktionsweise der dargestellten Anblasvorrichtung ist wie folgt: Befindet sich
das Unterseeboot 2 im getauchten Zustand in einer Notsituation, die einen Notaufstieg
des Unterseeboots 2 erforderlich macht, wird das die Leitung 16 zuvor verschließende
Absperrventil 18 von einer Steuerung 22, die über eine Leitung 24 mit dem Absperrventil
18 signalverbunden ist, geöffnet. In Abhängigkeit von der Tauchtiefe des Unterseeboots
2 wird in der Steuerung 22 bestimmt, ob auch der Gasgenerator 14 aktiviert wird oder
nicht.
[0028] Bis zu einer maximalen Tauchtiefe von vorzugsweise 150 m wird der Gasgenerator 14
von der Steuerung 22 nicht aktiviert, da bis zu dieser Tauchtiefe die von dem Druckgasspeicher
12 in die Tauchzelle 10 strömende Druckluft ohne zusätzliche Maßnahmen in der Lage
ist, das in der Tauchzelle 10 befindliche Wasser in einem ausreichend kurzen Zeitraum
aus dieser zu verdrängen.
[0029] Befindet sich das Unterseeboot 2 in einer Tauchtiefe unterhalb von 150 m ist dies
nicht mehr der Fall, d.h., neben der in die Tauchzelle 10 eingeleiteten Luft befindet
sich auch noch Wasser in der Tauchzelle 10. Die Steuerung 22, die über eine Leitung
26 mit dem Gasgenerator 14 signalverbunden ist, aktiviert dann den Gasgenerator 14.
Dieser erzeugt nun unter Abgabe thermischer Energie aus einem Energieträger ein Gas
bzw. Gasgemisch, das von dem Gasgenerator 14 in die Tauchzelle 10 strömt. Die von
dem Gasgenerator 14 abgegebene thermische Energie erwärmt nun die in der Tauchzelle
10 befindliche Druckluft, welche aufgrund der Erwärmung expandiert. Diese Expansion
der Druckluft sowie das zusätzlich von dem Gasgenerator 14 erzeugte Gas führen dazu,
dass das noch in der Tauchzelle 10 befindliche Wasser auch bei Tauchtiefen, die deutlich
unterhalb von 150 m liegen, in gewünscht schneller Zeit aus der Tauchzelle 10 verdrängt
wird. Hierdurch vergrößert sich der Auftrieb des Unterseeboots 2, das somit an die
Wasseroberfläche aufsteigt.
[0030] Wie beschrieben, kann die Steuerung 22 alle zum Ausblasen der Tauchzelle 10 erforderlichen
Maßnahmen automatisch veranlassen. Darüber hinaus weist die Anblasvorrichtung aber
auch Mittel auf, mit denen die Drucklufteinleitung in die Tauchzelle 10 sowie die
Aktivierung des Gasgenerators 14 auch einzeln manuell vorgenommen werden können. In
der Zeichnung ist aber aus Übersichtlichkeitsgründen auf die Darstellung dieser Mittel
verzichtet worden.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 2
- Unterseeboot
- 4
- Wandung
- 6
- Druckkörper
- 8
- Außenhaut 10 Tauchzelle
- 12
- Druckgasspeicher
- 14
- Gasgenerator
- 16
- Leitung
- 18
- Absperrventil
- 20
- Wärmestrom
- 22
- Steuerung
- 24
- Leitung
- 26
- Leitung
- A
- Pfeil
1. Verfahren zum Anblasen einer Tauchzelle (10) eines Unterseeboots (2), bei dem ein
in dem Unterseeboot (2) gespeichertes Druckgas in die Tauchzelle (10) geleitet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckgas erwärmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckgas in der Tauchzelle (10) erwärmt wird
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckgas mittels bei einer chemischen Reaktion und/oder Zersetzung eines Energieträgers
anfallender Wärme erwärmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein bei der chemischen Reaktion und/oder Zersetzung des Energieträgers freiwerdendes
Gas in die Tauchzelle (10) geleitet wird.
5. Anblasvorrichtung für ein Unterseeboot (2) mit mindestens einem Druckgasspeicher (12)
zum Befüllen mindestens einer Tauchzelle (10) mit Druckgas, dadurch gekennzeichnet, dass die Anblasvorrichtung eine Wärmequelle zur Erwärmung des Druckgases aufweist.
6. Anblasvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmequelle in der Tauchzelle (10) angeordnet ist.
7. Anblasvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gasgenerator (14) die Wärmequelle bildet.
8. Anblasvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckgasspeicher (12) mit dem Gasgenerator (14) leitungsverbunden ist.
9. Anblasvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckgasspeicher (12) und der Gasgenerator (14) mit einer Steuerung (22) signalverbunden
sind.
10. Anblasvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (22) zur einzelnen oder gemeinsamen Ansteuerung von Druckgasspeicher
(12) und Gasgenerator (14) ausgebildet ist.
11. Anblasvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Unterbrechen des Anblasvorgangs aufweist.