(19)
(11) EP 2 631 046 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.08.2013  Patentblatt  2013/35

(21) Anmeldenummer: 13154146.8

(22) Anmeldetag:  06.02.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26D 1/18(2006.01)
B26D 9/00(2006.01)
B26D 1/30(2006.01)
B26D 7/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 27.02.2012 DE 202012100667 U

(71) Anmelder: Monolith GmbH Bürosysteme
45127 Essen (DE)

(72) Erfinder:
  • Loibl, Bernd
    79771 Klettgau (DE)

(74) Vertreter: Albrecht, Ralf 
Paul & Albrecht Patentanwaltssozietät Hellersbergstrasse 18
41460 Neuss
41460 Neuss (DE)

   


(54) Schneidgerät


(57) Die Erfindung betrifft ein Schneidgerät (1) mit einer Auflageplatte (2), die mit einer Hebelschneideinrichtung (3), die einen Messerarm (10) und ein Gegenmesser aufweist, und an einer gegenüberliegenden Längsseite mit einer Rollenschneideinrichtung (4) versehen ist, wobei die Auflageplatte (2) parallel zum Gegenmesser und quer zur Auflagefläche (2) in einen zur Hebelschneideinrichtung (3) benachbarten, ersten Plattenabschnitt (15) und in einen die Rollenschneideinrichtung (4) tragenden, zweiten Plattenabschnitt (16) derart aufgeteilt ist, dass die Erstreckung (23) des zweiten Plattenabschnitts (16) senkrecht zum Gegenmesser und parallel zur Auflagefläche (5) nicht größer ist als die Erstreckung (22) des ersten Plattenabschnitts (15) in derselben Richtung, und dass der zweite Plattenabschnitt (16) derart mit dem ersten Plattenabschnitt (15) gekoppelt ist, dass der zweite Plattenabschnitt (16) aus einer Betriebsstellung mit sich in einer Ebene erstreckenden Auflageflächenabschnitten (20, 21) insbesondere vollständig auf den ersten Plattenabschnitt (15) unter Einnahme einer Transportstellung auflegbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Schneidgerät für das Bescheiden von Blattgut wie Papier oder Folien, mit einer Auflageplatte, die obenseitig eine Auflagefläche für die Auflage des Blattguts aufweist und an einer Längsseite mit einer Hebelschneideinrichtung, die einen schwenkbar gelagerten Messerarm mit daran gehaltener Schneide und ein ortsfest an der Auflageplatte vorhandenes Gegenmesser aufweist, und an einer gegenüberliegenden Längsseite mit einer Rollenschneideinrichtung versehen ist, die eine sich parallel zu dem Gegenmesser erstreckende Führungsschiene aufweist, auf der ein Messerwagen mit wenigstens einem darin drehbar gelagerten Scheibenmesser geführt ist.

[0002] Schneidgeräte der oben genannten Art sind für Bürozwecke oder den privaten Bereich vorgesehen. Sie dienen dem Beschnitt von Papierblattgut, meist von DIN A4-Format, allenfalls DIN A3-Format. Die Schneidgeräte sind als Tischgeräte ausgebildet und weisen eine Auflageplatte auf, mit der das Schneidgerät auf einem Tisch oder einem Schrank aufgesetzt werden kann. Auf der Oberseite weist die Auflageplatte eine ebene, in der Regel sich horizontal erstreckende Auflagefläche für die Auflage eines Blattguts auf. An einer Längsseite ist eine Schneideinrichtung vorgesehen, mit der das auf die Auflagefläche aufgelegte Blattgut beschnitten werden kann.

[0003] Die Schneideinrichtung kann als Hebelschneideinrichtung ausgebildet sein, die einen um eine horizontale Achse schwenkbar gelagerten Messerarm mit daran gehaltener Schneide aufweist (EP 0 234 016 B1). An der Auflageplatte ist ein Gegenmesser vorgesehen, wobei Schneide und Gegenmesser beim Verschwenken des Messerarms aus einer angehobenen in eine abgesenkte Stellung aneinander vorbeifahren und so den Schneidvorgang bewirken.

[0004] Statt einer Hebelschneideinrichtung kann auch eine Rollenschneideinrichtung vorgesehen sein. Die Rollenschneideinrichtung hat eine sich im Abstand zur Auflagefläche parallel zu dieser erstreckende, gerade Führungsschiene, auf der ein Messerwagen hin- und herbeweglich geführt ist (US 2002/0092396 A1; US 5,996,459; US 5,069,097; US 5,297,783). In dem Messerwagen ist ein Scheibenmesser um eine Achse drehbar gelagert, die sich parallel zur Ebene der Auflagefläche und quer zur Längsachse der Führungsschiene erstreckt. Dabei können in dem Messerwagen auch mehrere, unterschiedliche Scheibenmesser vorgesehen sein (EP 1 533 088 A2; EP 2 332 702 A1).

[0005] Eine besonders vorteilhafte Ausbildung eines Schneidgeräts ist in der EP 1 475 201 A1 offenbart. Bei diesem Schneidgerät ist an einer Längsseite der Auflageplatte eine Hebelschneideinrichtung und im Bereich der anderen Längsseite eine Rollenschneideinrichtung vorgesehen, wobei sich deren Führungsschiene parallel zum Gegenmesser der Hebelschneideinrichtung erstreckt. Auf diese Weise hat der Benutzer des Schneidgeräts die Wahl, die für den jeweiligen Schneidvorgang vorteilhafte Schneideinrichtung zu verwenden. So sind Hebelschneideinrichtungen besonders geeignet, Blattstapel aus einer Vielzahl von Blättern zu beschneiden, während sich Rollenschneideinrichtungen durch einen sauberen Schnitt einzelner Blätter selbst bei minimalen Überständen auszeichnen.

[0006] Die gattungsgemäßen, mit einer Hebel- und einer Rollenschneideinrichtung versehenen Schneidgeräte haben einen erheblichen Flächen- und Raumbedarf. Um die Auflagefläche der Auflageplatte bequem nutzen zu können, muss nämlich der Abstand zwischen den beiden Schneideinrichtungen so bemessen sein, dass Blattgut in dem für das Schneidgerät vorgesehenen größten Format (meist DIN A4 oder DIN A3) zwischen die beiden Schneideinrichtungen eingelegt werden kann und dann flächig an der Auflagefläche anliegt. Dies ist nicht nur für die Lagerung und den Transport solcher Schneidgeräte zum Kunden von Nachteil, sondern auch dann, wenn der Käufer das Schneidgerät an unterschiedlichen Orten nutzen will und dorthin transportieren muss.

[0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Schneidgerät der eingangs genannten Art, also versehen mit zwei unterschiedlichen Schneideinrichtungen, so zu gestalten, dass es einfacher und kostengünstiger zu lagern und transportierbar ist.

[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Auflageplatte parallel zum Gegenmesser bzw. zur Führungsschiene und quer zur Auflagefläche in einen zur Hebelschneideinrichtung benachbarten, ersten Plattenabschnitt und einen die Rollenschneideinrichtung tragenden, zweiten Plattenabschnitt derart aufgeteilt ist, dass die Erstreckung des zweiten Plattenabschnitts senkrecht zum Gegenmesser bzw. zur Führungsschiene und parallel zur Auflagefläche nicht größer ist als die Erstreckung des ersten Plattenabschnitts in derselben Richtung und dass der zweite Plattenabschnitt derart mit dem ersten Plattenabschnitt gekoppelt ist, dass der zweite Plattenabschnitt aus einer Betriebsstellung mit sich in einer Ebene erstreckenden Auflageflächenabschnitten auf den ersten Plattenabschnitt unter Einnahme einer Transportstellung auflegbar ist.

[0009] Grundgedanke der Erfindung ist es also, eine zweigeteilte Auflageplatte mit einer parallel zum Gegenmesser bzw. zur Führungsschiene erstreckenden Trennfuge vorzusehen, wobei der der Führungsschiene zugeordnete zweite Plattenabschnitt in seiner Erstreckung senkrecht zur Führungsschiene und parallel zur Auflagefläche nur so bemessen ist, dass der zweite Plattenabschnitt vorzugsweise vollständig oder doch zumindest nahezu vollständig auf den ersten Plattenabschnitt aufgelegt werden kann, ohne mit dem Messerarm der Hebelschneideinrichtung zu kollidieren. Durch Zusammenlegen der beiden Plattenabschnitte kann die Erstreckung der Auflageplatte und damit des Schneidgeräts quer zur Führungsschiene bzw. zum Gegenmesser deutlich reduziert werden, ohne dass hierdurch die Einsatzfähigkeit der beiden Schneideinrichtungen in der Betriebsstellung der Auflageplatte beeinträchtigt wird. Die Kosten der gewerblichen Lagerung und des gewerblichen Transports werden hierdurch erheblich reduziert, und auch der Transport im privaten Bereich ist dank der kompakten Transportstellung aufgrund der vertikalen Stapelung der beiden Plattenabschnitte zumindest wesentlich bequemer. Dies gilt insbesondere, wenn die Fläche des ersten Plattenabschnittes so weit wie möglich durch den darauf aufgelegten zweiten Plattenabschnitt ausgenutzt wird, die Erstreckung des zweiten Plattenabschnitts senkrecht zur Führungsschiene und parallel zum zugehörigen Auflageflächenabschnitt mehr als ein Viertel, besser noch ein Drittel der Erstreckung des ersten Plattenabschnitts in derselben Richtung beträgt.

[0010] In Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die beiden Plattenabschnitte mit ihren einander zugewandten Auflageflächenabschnitten aufeinander legbar sind, vorzugsweise mit zueinander parallelen Auflagenflächenabschnitten, d.h. der zweite Plattenabschnitt wird um 180° verdreht auf den ersten Plattenabschnitt aufgesetzt. Zur gegenseitigen Abstützung können die Plattenabschnitte seitliche Stützflächen aufweisen, die sich bei Auflage des zweiten auf den ersten Plattenabschnitt flächig aneinander abstützen. Außerdem können Rastmittel vorgesehen sein, die den Plattenabschnitt gegenüber dem ersten in der Transportstellung lagemäßig festlegen.

[0011] Der Grundgedanke der Erfindung lässt sich dadurch verwirklichen, dass die beiden Plattenabschnitte lösbar miteinander gekoppelt bzw. verbunden sind. In der Betriebsstellung sind sie dann so gekoppelt, dass die beiden Plattenabschnitte eine zueinander unbewegliche Einheit bilden. Dies kann beispielsweise mit den Mitteln geschehen, wie dies in Figur 9 der EP 1 475 201 A1 geschehen ist, auf deren Beschreibung hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

[0012] Für die Einnahme der Transportstellung können die beiden Plattenabschnitte voneinander getrennt werden. Die Trennungsmöglichkeit hat zudem den Vorteil, dass die beiden Schneideinrichtungen separat, d.h. an verschiedenen Orten, einzeln genutzt werden können.

[0013] Eine elegantere Lösung stellt jedoch eine gelenkige Verbindung der beiden Plattenabschnitte dar, und zwar über ein Scharniergelenk, das derart ausgebildet ist, dass der zweite Plattenabschnitt aus der Betriebsstellung auf den ersten Plattenabschnitt in die Transportstellung umklappbar ist. Dies erleichtert die Kompaktierung des Schneidgerätes und legt zudem die Positionen der beiden Plattenabschnitte zueinander unverrückbar fest. Das Umklappen erfolgt vorzugsweise um einen Schwenkwinkel von 180°, so dass die beiden Auflagenflächenabschnitte parallel zueinander zu liegen kommen. Der Winkel kann jedoch auch geringer sein.

[0014] Um die Vorteile der ersten Alternative, nämlich die Trennbarkeit der beiden Schneidvorrichtungen und damit ihre räumlich getrennte Einzelverwendbarkeit auch bei der Verbindung der Plattenabschnitte mit einem Scharniergelenk zu verwirklichen, sollte das Scharniergelenk derart ausgebildet sein, dass die beiden Unterlagenabschnitte voneinander getrennt werden können. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass das Scharniergelenk einen Gelenkbolzen an dem einen Plattenabschnitten und einen an dem Gelenkbolzen um einen Winkel von nicht mehr als 180° einfassende Gelenkschale an dem anderen Plattenabschnitt aufweist. Dadurch können die beiden Plattenabschnitte in bestimmten Winkelstellungen voneinander getrennt werden. Dabei sollte das Scharniergelenk derart ausgebildet sein, dass die Plattenabschnitte zumindest in der Betriebsstellung, vorzugsweise aber auch in der Transportstellung nicht voneinander trennbar sind, d.h. nur in einer Winkelstellung zwischen diesen beiden Stellungen.

[0015] Das Scharniergelenk muss nicht einstückig ausgebildet sein. Es kann in zumindest zwei Gelenkabschnitte aufgeteilt sein, wobei im Falle von zwei Gelenkabschnitten diese an den gegenüberliegenden Querseiten der Auflageplatte angeordnet sind.

[0016] Der Messerwagen der Rollenschneideinrichtung bildet einen nach oben vorstehenden Höcker. Damit die beiden Plattenabschnitte eng aufeinander gelegt werden können, sollte der erste Plattenabschnitte eine erste Aufnehmung aufweisen, die groß genug ist, den Messerwagen aufzunehmen, wenn sich der zweite Plattenabschnitt in einer solchen Transportstellung befindet, dass die Rollenschneideinrichtung dem Auflageflächenabschnitt des ersten Plattenabschnitts zugewandt ist. Dabei sollte die Ausnehmung im Bereich der beiden Querseiten ausgeformt sein, vorzugsweise außerhalb der Auflagefläche, so dass diese durch die Ausnehmung nicht unterbrochen wird.

[0017] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1
eine Schrägansicht des erfindungsgemäßen Schneidgeräts in der Betriebsstellung;
Figur 2
das Schneidgerät gemäß den Figuren 1 und 2 in der Transportstellung in einer Schrägansicht;
Figur 3
das Schneidgerät gemäß den Figuren 1 bis 3 mit abgehobenem zweiten Plattenabschnitt in einer Schrägansicht;
Figur 4
das Schneidgerät gemäß den Figuren 1 bis 3 in einer Seitenansicht von der Hebelschneideinrichtung her gesehen;
Figur 5
das Schneidgerät gemäß den Figuren 1 bis 4 in der Ansicht gemäß Figur 1, jedoch mit zurückgeschwenktem Handgriff.


[0018] Das in den Figuren dargestellte Schneidgerät 1 ist als Tischgerät ausgebildet und besteht in seinen Grundelementen aus einer Auflageplatte 2 und zwei zueinander parallel angeordneten Schneideinrichtungen, nämlich einer Hebelschneideinrichtung 3 an einer Längsseite und einer Rollenschneideinrichtung 4 im Bereich einer gegenüberliegenden Längsseite der Auflageplatte 2.

[0019] Die Auflageplatte 2 hat einen rechteckigen Grundriss und ist als zweiteiliges Kunststoffformteil ausgebildet. Sie hat eine sich horizontal erstreckende, ebene Auflagefläche 5, die zwischen Hebelschneideinrichtung 3 und Rollenschneideinrichtung 4 eine solche Fläche bereithält, dass ein DIN A4-Blatt im Querformat bequem zwischen diesen beiden aufgelegt werden kann. Es versteht sich, dass das Schneidgerät 1 auch so dimensioniert sein kann, dass ein DIN A3-Blatt aufgenommen werden kann. An den Querseiten wird die Auflagefläche 5 durch Seitenstege 6, 7, 8, 9, begrenzt, die zur Auflagefläche 5 parallele Oberflächen haben.

[0020] Die Hebelschneideinrichtung 3 weist einen Messerarm 10 auf, der an seinem freien Ende in einem Handgriff 11 endet und der an seiner Unterseite eine sich in Längsrichtung des Messerarms 10 erstreckende, an der Unterkante scharfe Schneide 10a (Figur 4) aufweist. Der Messerarm 10 ist an dem dem Handgriff 11 abgewandten Ende über eine sich horizontal erstreckende Schwenkachse 10b (in Figur 1 gestrichelt angedeutet) gelagert, so dass er für einen Schneidvorgang aus der gezeigten Ruhestellung in eine angehobene Stellung verschwenkt werden kann. Oberhalb der Auflagefläche 5 erstreckt sich heben dem Messerarm 10 eine Niederhalterleiste 12, die das dem Messerarm 10 zugeordnete Gegenmesser verdeckt. Das Gegenmesser wird hier von der Längskante der Auflagefläche 5 gebildet. An ihm liegt die der Auflageplatte 2 zugewandte Fläche der Schneide 10a des Messerarms 10 an. Die Niederhalterleiste 12 hat Abstand zu der Auflagefläche 5, so dass Blattgut unterhalb der Niederhalterleiste 12 durchgeschoben werden kann. Das Blattgut lässt sich dann von Hand durch Niederhalten der vertikal beweglichen Niederhalterleiste 12 fixieren.

[0021] Die Rollenschneideinrichtung 4 ist so ausgebildet, wie in der EP 2 332 702 A1 ausgebildet. Sie besteht aus einer zweiteiligen Führungsschiene 13, die sich parallel zu dem Messerarm 10 und auch parallel zur Auflagefläche 5 erstreckt. Sie hat Abstand zu der Auflagefläche 5, so dass für den Schneidvorgang Blattgut unter ihr durchgeschoben werden kann. Der Führungsschiene 13 zugeordnet ist ein Messerwagen 14, der längs der Führungsschiene 13 hin- und herbewegbar ist. Er befindet sich in den Darstellungen gemäß den Figuren 1 bis 3 in einer Art Ruhestellung am äußersten linken Ende der Führungsschiene 13 außerhalb des Bereichs der Auflagefläche 5. In dem Messerwagen 14 sind verschiedene Scheibenmesser angeordnet, die wechselweise in Schneidposition gebracht werden können. Insoweit wird ebenfalls auf die Beschreibung in der EP 2 332 702 A1 Bezug genommen. Das jeweils in Schneidposition befindliche Scheibenmesser dreht sich während des Schneidvorgangs beim Verschieben des Messerwagens 14 längs der Führungsschiene 13 um eine zu der Schwenkachse des Messerarms 10 parallele Achse.

[0022] Die Auflageplatte 2 ist in zwei Plattenabschnitte 15, 16 quergeteilt, und zwar senkrecht zur Auflagefläche 5 unter Ausbildung einer Trennfuge 17 und einander zugewandten Trennfugenwandungen 18, 19. Die Plattenabschnitte 15, 16 bilden obenseitig Auflageflächenabschnitte 20, 21 aus, die in der Betriebsstellung gemäß Figur 1 in derselben Ebene liegen. Die Trennfugenwandungen 18, 19 bilden eine trennfugenseitige Abstützung der beiden Plattenabschnitte 15, 16 in der Weise, dass die beiden Plattenabschnitte 15, 16 in der Betriebsstellung gemäß Figur 1 in derselben Ebene liegen, die gesamte Auflagefläche 5 also eine einzige Ebene bildet. Die Erstreckung 22 des ersten Plattenabschnittes 15 zwischen Gegenmesser und Trennfuge 17 ist - wie Figur 1 zeigt - deutlich größer als die Erstreckung des zweiten Plattenabschnittes 16 zwischen Trennfuge 17 und Endkante 24, jeweils senkrecht zur Trennfuge 17 und der Ebene der Auflagefläche 5. Die Erstreckung 23 des zweiten Plattenabschnittes 19 ist so bemessen, dass der zweite Plattenabschnitt 19 in der Transportstellung nicht mit der Niederhalterleiste 12 kollidiert.

[0023] Die beiden Plattenabschnitte 15, 16 sind über Scharniergelenke 25, 26 schwenkbar miteinander verbunden. Die Scharniergelenke 25, 26 sind identisch ausgebildet und in dem Bereich der Seitenstege 6, 7 bzw. 8, 9 - also außerhalb der Auflagefläche 5 - angeordnet. Sie weisen Scharnierbolzen 27, 28 auf, die jeweils endseitig an dem ersten Plattenabschnitt 15 in koaxialer Ausrichtung gehalten sind. Die Scharnierbolzen 27, 28 werden umgriffen von Scharnierschalen 29, 30, die an dem zweiten Plattenabschnitt 16 angeformt sind. Das Umgreifen der Scharnierschalen 29, 30 erstreckt sich jeweils über 180°, d.h. die Scharnierbolzen 27, 28 werden von den Scharnierschalen 29, 30 jeweils nur zur Hälfte eingefasst.

[0024] Die beiden Scharniergelenke 25, 26 ermöglichen es, den zweiten Plattenabschnitt 16 aus der Betriebsstellung gemäß Figur 1 entsprechend dem Doppelpfeil A in Richtung auf den ersten Plattenabschnitt 15 hin- und her zu verschwenken. Der zweite Plattenabschnitt 16 kann dabei um 180° in die Transportstellung gemäß Figur 2 bewegt werden, in der er mit seinen Seitenstegen 6, 8 flächig auf den Seitenstegen 7, 9 des ersten Plattenabschnittes 15 aufliegt, so dass die dann einander zugewandten Auflagenflächenabschnitte 20, 21 sich parallel zueinander erstrecken. Damit diese Verschwenkung nicht durch den Messerwagen 13 behindert wird, weist der Seitensteg 9 eine Ausnehmung 31 auf, die so dimensioniert ist, dass der Messerwagen 14 in der gezeigten Parkstellung vollständig in die Ausnehmung 31 passt, wenn der zweite Plattenabschnitt 16 auf den ersten Plattenabschnitt 15 umgelegt wird.

[0025] Die Scharnierschalen 29, 30 sind an dem zweiten Plattenabschnitt 16 in einer Stellung angeformt, die ein Lösen der Scharnierschalen 29, 30 weder in der Betriebsstellung gemäß Figur 1 noch in der Transportstellung gemäß Figur 2 erlaubt. Nur in einer Stellung, in der der zweite Plattenabschnitt 16 um 90° gegenüber dem ersten Plattenabschnitt 15 verschwenkt ist, geben die Scharnierbolzen 27, 28 und deren Halterung an den Seitenstegen 7, 9 den zweiten Plattenabschnitt 16 frei, so dass er - wie aus Figur 3 zu ersehen ist und den Doppelpfeil B angedeutet ist - von dem ersten Plattenabschnitt 15 abgehoben werden kann, d.h. die beiden Plattenabschnitte 15, 16 können in dieser Stellung voneinander getrennt und dann als separate (Teil-)Schneidgeräte an unterschiedlichen Orten benutzt werden.


Ansprüche

1. Schneidgerät (1) für das Beschneiden von Blattgut wie Papier oder Folien, mit einer Auflageplatte (2), die obenseitig eine Auflagefläche (5) für die Auflage des Blattguts aufweist und an einer Längsseite mit einer Hebelschneideinrichtung (3), die einen schwenkbar gelagerten Messerarm (10) mit daran gehaltener Schneide und ein ortsfest an der Auflageplatte (2) vorhandenes Gegenmesser aufweist, und im Bereich einer gegenüberliegenden Längsseite mit einer Rollenschneideinrichtung (4) versehen ist, die eine sich parallel zu dem Gegenmesser erstreckende Führungsschiene (13) aufweist, auf der ein Messerwagen (14) mit wenigstens einem daran drehbar gelagerten Scheibenmesser beweglich geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflageplatte (2) parallel zum Gegenmesser bzw. zur Führungsschiene (13) und quer zur Auflagefläche (2) in einen zur Hebelschneideinrichtung (3) benachbarten, ersten Plattenabschnitt (15) und in einen die Rollenschneideinrichtung (4) tragenden, zweiten Plattenabschnitt (16) derart aufgeteilt ist, dass die Erstreckung (23) des zweiten Plattenabschnitts (16) senkrecht zum Gegenmesser bzw. zur Führungsschiene (13) und parallel zur Auflagefläche (5) nicht größer ist als die Erstreckung (22) des ersten Plattenabschnitts (15) in derselben Richtung, und dass der zweite Plattenabschnitt (16) derart mit dem ersten Plattenabschnitt (15) gekoppelt ist, dass der zweite Plattenabschnitt (16) aus einer Betriebsstellung mit sich in einer Ebene erstreckenden Auflageflächenabschnitten (20, 21) insbesondere vollständig auf den ersten Plattenabschnitt (15) unter Einnahme einer Transportstellung auflegbar ist.
 
2. Schneidgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erstreckung (23) des zweiten Plattenabschnittes (16) senkrecht zum Gegenmesser bzw. zur Führungsschiene (13) und parallel zur Auflagefläche (5) nicht größer ist als die Erstreckung des ersten Plattenabschnittes (15) in derselben Richtung, vorzugsweise die Erstreckung (23) des zweiten Plattenabschnittes (16) um wenigstens 20% geringer ist als die Erstreckung (22) des ersten Plattenabschnittes (15).
 
3. Schneidgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Plattenabschnitte (15, 16) mit ihren einander zugewandten Auflageflächenabschnitten (20, 21) aufeinander legbar sind, vorzugsweise mit zueinander parallelen Auflageflächenabschnitten (20, 21).
 
4. Schneidgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenabschnitte (15, 16) seitliche Stützflächen (6-9) aufweisen, die sich bei Auflage des zweiten auf den ersten Plattenabschnitt (15, 16) flächig aufeinander abstützen.
 
5. Schneidgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Plattenabschnitte (15, 16) lösbar miteinander verbunden sind.
 
6. Schneidgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenabschnitte (15, 16) über ein Scharniergelenk (25, 26) miteinander verbunden sind, das derart ausgebildet ist, dass der zweite Plattenabschnitt (16) aus der Betriebsstellung auf den ersten Plattenabschnitt (17) in die Transportstellung umklappbar ist, vorzugsweise durch Verschwenken um mindestens 150°, besser 180°.
 
7. Schneidgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharniergelenk (25, 26) derart ausgebildet ist, dass die beiden Plattenabschnitte (15, 16) voneinander trennbar sind.
 
8. Schneidgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharniergelenk (25, 26) einen Gelenkbolzen (27, 28) an dem einen Plattenabschnitt (15) und einen den Gelenkbolzen (27, 28) um einen Winkel von nicht mehr als 180° einfassende Gelenkschale (29, 30) an dem anderen Plattenabschnitt (16) aufweist.
 
9. Schneidgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharniergelenk (25, 26) derart ausgebildet ist, dass die Plattenabschnitte (15, 16) zumindest in der Betriebsstellung, vorzugsweise auch in der Transportstellung, nicht voneinander trennbar sind.
 
10. Schneidgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharniergelenk in zwei Gelenkabschnitte (25, 26) aufgeteilt ist, die an gegenüberliegenden Querseiten der Auflageplatte (2) angeordnet sind.
 
11. Schneidgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Plattenabschnitt (15) eine Ausnehmung (31) aufweist, die groß genug ist, den Messerwagen (14) aufzunehmen, wenn sich der zweite Plattenabschnitt (16) in der Transportstellung befindet.
 
12. Schneidgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (31) im Bereich einer der beiden Querseiten ausgeformt ist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente