[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung für die Verwaltung von
Ressourcen, insbesondere von Lokomotiven, die in einem Schienennetz verkehren und
über ein Mobilfunknetz, insbesondere ein nach den GSM- oder UMTS-Spezifikationen arbeitendes
zellulares Mobilfunknetz, kommunizieren.
[0002] Für die Planung des Einsatzes von Ressourcen in der Eisenbahntechnik stehen umfangreiche
Verwaltungssysteme zur Verfügung. Für den optimalen Betrieb der Ressourcen ist wichtig,
dass die Planung möglichst exakt eingehalten wird oder dass allfällige Abweichungen
frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden.
[0003] Von zentraler Bedeutung ist die Überwachung der tatsächlichen Position der zur Verfügung
stehenden Ressourcen. Insbesondere werden heute die jeweiligen Positionen der zugführenden
Lokomotiven und deren Zuordnung zu einem Zug stets auf dem aktuellen Stand gehalten
werden. Zur Ermittlung dieser Positionsdaten werden heute die Dienste des Zugbeeinflussungssystems
genutzt, welches so genannte Eurobalisen umfasst, die stationär entlang den Schienen
angeordnet sind. Bei der Überfahrt über Eurobalisen können Identifikationsdaten der
führenden Lokomotiven drahtlos abgefragt und dadurch die Positionen der Lokomotiven
festgestellt werden.
[0004] Ein Zugbeeinflussungssystem auf der Basis von ERTMS (European Rail Traffic Management
System) und ETCS (European Train Control System) Level2 mit einem RBC (Radio Block
Center) ist beispielsweise in [1],
EP 1 897 781 A2, beschrieben.
[0005] Das RBC, das mit einem Stellwerk verbunden ist, dient der Führung von Fahrzeugen
auf einem bestimmten Streckenabschnitt mittels Funkverbindungen über das Mobilfunknetz
GSM-R (Global System for Mobile Communication-Railways). Das ETCS realisiert die sicheren
Funktionen der Zugbeeinflussung. GSM-R ermöglicht unter anderem die Datenübertragung
zwischen Fahrzeugen und dem RBC. Beispielsweise werden Positionsmeldungen des Fahrzeugs
an das RBC und Fahrtberechtigungen an das Fahrzeug gesendet.
[0006] Anhand der Systeme GSM-R und ETCS kann daher der Einsatz der entsprechend ausgerüsteten
Lokomotiven ermittelt werden, um zu prüfen, ob die Einsatzdaten mit den Planungsdaten
übereinstimmen. Anhand der ETCS-Daten können die Einsatzdaten daher jeweils dann aktualisiert
werden, wenn Kontakte zu den punktuell installierten Eurobalisen erstellt werden.
[0007] Nachteilig beim bestehenden System ist ferner, dass für die Ermittlung der Informationen
mehrere komplexe Systeme, wie GSM-R, ETCS und Stellwerksysteme, benötigt werden. Dabei
ist nicht sichergestellt, dass die Abdeckung des Streckennetzes mit Eurobalisen genügt,
um alle Lokomotiven zu lokalisieren zu können. Die Realisierung der erforderlichen
Abdeckung des Streckennetzes mit Eurobalisen ist hingegen mit erheblichem Aufwand
verbunden. Das ETCS ist meist nicht flächendeckend im Eisenbahnnetz vorhanden und
oft mit andern, meist älteren Zugsicherungssystemen kombiniert.
[0008] Im Schweizer Eisenbahnnetz ist ferner das System AFI (Automatische Fahrzeug Identifikation)
implementiert, ein proprietäres RFID-System mit RFID-Lesegeräten, welche meist an
Knotenpunkten installiert sind. Der Abstand zwischen RFID-Lesegeräten liegt typischerweise
bei etwa 25 km. Aufgrund der grossen Distanzen der RFID-Lesegeräte und oft sehr kurzen
Fahrstrecken überfahren viele Züge im Güterverkehr diese RFID-Lesegeräte nicht und
werden daher vom System AFI daher nicht erfasst und in dem für Lokomotiven verwendeten
Dispositionssystem nicht aktualisiert.
[0009] Zu beachten ist ferner, dass mittels bekannter Zugsicherungssysteme, wie sie zum
Beispiel in [2],
EP 2 090 491 A1, beschrieben sind, die Position eines Zuges, welcher sich von Streckenblock zu Streckenblock
fortbewegt, innerhalb eines Streckennetzes bestimmt werden kann. Von einer entsprechenden
Verwaltungseinheit, der von den Stellwerken die Einfahrt eines Zuges in einen Streckenblock
gemeldet wird, können daher die Zuglaufdaten bzw. die Ankunft und die Abfahrt des
Zuges an den Betriebspunkten registriert werden. Von dieser Verwaltungseinheit wird
Position der Ressourcen des Zuges jedoch nicht erfasst. Stellwerksysteme sind üblicherweise
mit Achszählern ausgerüstet, mittels denen die Achsen eines Zuges beim Einfahren und
beim Ausfahren in einen Streckenabschnitt detektiert und gezählt werden. Sofern die
Anzahl der erfassten Achsen bei Gleiseintritt und -austritt gleich sind und keine
Achse die beiden Gleise ohmisch verbindet, erfolgt eine Gleisfreimeldung für diesen
Streckenabschnitt.
[0010] Satellitengestützte Systeme, wie das GPS, liefern präzise Positionierungsinformationen.
Die Kopplung dieser Systeme mit den Systemen der Eisenbahntechnik erlaubt es, entsprechend
ausgerüstete Zugeinheiten in Bereichen zu lokalisieren, die nicht überdacht sind oder
unterirdisch liegen. In Ländern mit grösseren Tunnelsystemen wäre der Einsatz des
GPS-Systems daher infrage gestellt. Nebst der Ausrüstung der Züge mit GPS-Technologie
würde zudem die Übertragung und Zuordnung der vom GPS-System z.B. von den Lokomotiven
gelieferten Positionsdaten zu den Daten eines Verwaltungssystems der Eisenbahntechnik
einen erheblichen Aufwand verursachen.
[0011] Zu beachten ist ferner, dass beim internationalen Transitverkehr Schienenfahrzeuge
anderer Eisenbahngesellschaften, zum Beispiel angemietete Fahrzeuge, oft in die Verwaltung
mit aufgenommen werden müssen. Umgekehrt verkehren Fahrzeuge einer Eisenbahngesellschaft
oft auch in fremden Schienennetzen.
[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren
und eine verbesserte Vorrichtung für die Verwaltung von Ressourcen anzugeben, die
in einem Schienennetz verkehren und über ein dafür vorgesehenes Mobilfunknetz kommunizieren.
[0013] Insbesondere soll ein Verfahren angegeben werden, welches erlaubt, zumindest die
Positionen von Ressourcen, insbesondere Lokomotiven, und vorzugsweise auch deren Zuordnung
zu einem Zug oder Zuglauf oder Abschnitten davon, mit reduziertem Aufwand zuverlässig
zu ermitteln.
[0014] Die Positionsdaten sollen für alle Ressourcen zuverlässig und mit genügender Genauigkeit
erfasst werden können, auch wenn die Fahrtstrecken nur kurz sind und gegebenenfalls
Tunnelstrecken durchlaufen werden.
[0015] Weiter soll ein Verfahren angegeben werden, welches erlaubt, die Zugehörigkeit von
Ressourcen zu einem Zug zuverlässig zu bestimmen.
[0016] Weiterhin sollen Schienenfahrzeuge anderer Eisenbahngesellschaften ohne Mehraufwand
in die Verwaltung aufgenommen werden können. Zudem sollen auch Fahrzeuge der Eisenbahngesellschaft
verwaltet werden können, welche in Schienennetzen anderer Betreiber verkehren.
[0017] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren gelöst, welches die in Anspruch 1 angegebenen
Merkmale aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in weiteren Ansprüchen
angegeben.
[0018] Das Verfahren dient der Verwaltung von mit je einem Mobilendgerät versehenen Ressourcen,
insbesondere von Lokomotiven, die in einem Schienennetz verkehren und mittels je eines
Mobilendgeräts funktional bei einem zellularen Mobilfunknetz registrierbar sind, welches
für den Betrieb des Schienennetzes vorgesehene Funktionen, wie die funktionale Anmeldung
der Teilnehmer, zur Verfügung stellt.
[0019] Nach dem erfindungsgemässen Verfahren
- a) werden zu verwaltende Ressourcen selektiert;
- b) erfolgt, vorzugsweise bei einer Änderung der zugehörigen Zuglaufdaten, eine Kontaktaufnahme
über das zellulare Mobilfunknetz mit den gegebenenfalls funktional angemeldeten Mobilendgeräten
der selektierten Ressourcen;
- c) anschliessend werden im Mobilfunknetz die Funkzellen oder Gruppen von Funkzellen
ermittelt, denen die selektierten Ressourcen zugeordnet sind,
- d) abschliessend wird die Position der selektierten Ressourcen durch Zuordnung der
ermittelten Funkzellen zu einem Betriebspunkt des Schienennetzes ermittelt und einer
Verwaltungseinheit gemeldet.
[0020] Auf diese Weise gelingt es, die Position der Ressourcen des Schienennetzes zu lokalisieren,
ohne dass die Mittel des Zugsicherungssystems eingesetzt werden müssen.
[0021] Die Verwaltungseinheit kann somit die aktuellen Positionsdaten der selektierten Ressourcen
mit den Plandaten vergleichen und Abweichungen feststellen.
[0022] Vor der Durchführung einer Zugfahrt erfolgt die funktionale Anmeldung beim Mobilfunknetz
GSM-R des Schienennetzes. Dazu melden sich die dem Zug zugeordneten Ressourcen oder
Funktionseinheiten beim Mobilfunknetz GSM-R an und werden registriert. Dem Personal
der Lokomotiven sind die Funktionsnummern "01" bis "05" zugeteilt. Dem Zugpersonal
sind die Funktionsnummern "10" bis "19" zugeteilt. Die Lokführer benutzen zur Anmeldung
die üblicherweise fest in den Lokomotiven installierten Mobilendgeräte, die als Cab-Radios
bezeichnet werden. Dem zugführenden Lokführer bzw. der Lokomotive ist die Funktionsnummer
"01" zugewiesen. Der Lokführer meldet sich mit der Funktionsnummer "01" und der zugeteilten
Zugnummer an. Die Rufnummer MSISDN des Cab-Radios ist eindeutig und der Lokomotivennummer
fest zugeordnet. Eine zulaufende Lokomotive erhält die Funktionsnummer "04" und eine
Schiebelokomotive die Funktionsnummern "05". Der Zugchef erhält die Funktionsnummer
"10" und die Reisezugbegleiter 1, 2 und 3 die Funktionsnummern "11", "12", bzw. "13".
Die funktionalen Zuordnungen können national abweichen.
[0023] Erfindungsgemäss ist es somit möglich, nicht nur den Zug, sondern alle einem Zug
zugeordneten Funktionseinheiten bzw. Ressourcen, insbesondere die Lokomotiven, zu
lokalisieren und die korrekte Umsetzung der Plandaten zu verifizieren.
[0024] Beispielsweise anhand der Plandaten und/oder der funktionalen Anmeldungen werden
die Mobilendgeräte der betreffenden Ressourcen kontaktiert und die diesbezüglichen
Daten des Mobilfunknetzes GSM-R aktualisiert. In der Folge werden die Netzwerkdaten
ausgelesen und die Positionen der Ressourcen durch Zuordnung der Zellinformationen
zu den Betriebspunkten des Schienennetzes ermittelt.
[0025] Beispielsweise werden die selektierten Ressourcen mittels einer Kurzmeldung SM des
Short Messaging Services SMS, wie einem binären SMS oder einem Silent SMS, kontaktiert,
welcher Bestandteil der Funktionen des Mobilfunknetzes GSM-R ist. Auf diese Weise
wird das Mobilfunknetz soweit erforderlich aktualisiert, ohne dieses stark zu belasten.
Traditionell wird die Lokalisierung der Mobilendgeräte durch das Mobilfunknetz GSM-R
selbst durchgeführt.
[0026] Die Kurzmeldung SM wird vorzugsweise derart gewählt, dass sie keine für den Anwender,
insbesondere den Lokführer erkennbare Aktion bei den Mobilendgeräten auslöst und lediglich
zu einer Aktualisierung des Mobilfunknetzes GSM-R führt. Beispielsweise wird ein sogenanntes
Silent SMS an die Mobilendgeräte gesandt. Eine Aktualisierung im Mobilfunknetz erfolgt
ebenfalls, wenn eine Funkverbindung besteht, welche zum Beispiel für die Durchführung
eines Anrufs aufgebaut wurde.
[0027] Sofern den Ressourcen andere oder weitere Mobilendgeräte zugeteilt sind, so können
auch diese Mobilendgeräte zur Durchführung des Verfahrens benutzt werden. Wesentlich
ist, dass eine feste Zuordnung der Mobilendgeräte zu den Ressourcen vorliegt. Sofern
beispielsweise Mobilendgeräte des Zugsicherungssystems in den Lokomotiven installiert
sind, so kann auch deren Zellzugehörigkeit abgefragt werden, um den Standort der Lokomotiven
zu ermitteln. Sofern eine permanente Verbindung zwischen diesen Mobilendgeräten und
dem Zugsicherungssysteme besteht, sind keine gesonderten Aktualisierungen des Standorts
erforderlich.
[0028] Alternativ kann an die Mobilendgeräte der selektierten Ressourcen eine Meldung, vorzugsweise
eine mit einem entsprechend Code versehene Meldung gesandt werden, mittels der eine
Location Update im Idle-Mode durchführbar ist. Ähnlich wie bei einem Wechsel des Aufenthaltsbereichs
(Location Area), wird das Mobilendgerät veranlasst, die Ortsdaten im Netz zu aktualisieren
(Location Update).
[0029] Die Ermittlung der Positionen der Ressourcen des Schienennetzes mittels des Mobilfunknetzes
GSM-R erfolgt somit ohne den Einsatz zusätzlicher Mittel, wie des ETCS-Systems oder
des GPS-Systems, welches Daten mit höherer Präzision liefert, welche für die vorliegende
Anwendung jedoch kaum von Vorteil ist. Zu beachten ist ferner, dass bei der Verwendung
des GPS-Systems trotz der hohen Präzision eine Zuordnung eines Fahrzeugs zu einem
Geleise kaum möglich ist. Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt hingegen, die Zugehörigkeit
zu einem Gleis zu ermitteln.
[0030] Hinsichtlich der Planung des Einsatzes der Ressourcen ist jedoch nicht nur deren
Position, sondern auch deren Zusammenwirken mit anderen Ressourcen von zentraler Bedeutung.
Insbesondere ist die planmässige Zuordnung der Ressourcen zu einem Zug von zentraler
Bedeutung. Für die zukünftige Planung des Einsatzes der Ressourcen ist die Kenntnis
der Positionen der Ressourcen zumeist hinreichend. Hinsichtlich der Zuordnung einer
Ressource oder Funktionseinheit zu einem Zug ist die Kenntnis der Position der Ressource
zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Betriebspunkt hingegen ungenügend, da sich
die Funktionseinheit an demselben Betriebspunkt wie der Zug, jedoch auf einem anderen
Geleise befinden kann.
[0031] Mehrfachtraktionen, bei denen der Lokführer in der führenden Lokomotive die weiteren
Lokomotiven ferngesteuert, welche beim Mobilfunksystem GSM-R funktional nicht angemeldet
sind, können ebenfalls erfasst werden. Dasselbe gilt für mehrere gekoppelte Zug-Kompositionen
im Personenverkehr. Ausgeschaltete, funktechnisch inaktive Lokomotiven oder auch mitgeschleppte
inaktive Lokomotiven werden hingegen wieder erfasst, wenn das Cab-Radio der Lokomotive
wieder mit dem Mobilfunknetz GSM-R in Kontakt tritt. Hingegen wäre es möglich, das
Cab-Radio bei ausgeschalteter Lokomotive mittels einer Schaltuhr in regelmässigen
Intervallen einzuschalten, um die Position zu aktualisieren.
[0032] Da Fehler selbst in hoch gesicherten Bereichen nicht nur bei der Planung, sondern
auch bei der Umsetzung auftreten, sind Kontrollen notwendig. Oft verhindern auch technische
Defekte, Streckenänderungen aufgrund von Unwettern und weitere Verkehrsbehinderungen,
dass der Fahrtbetrieb nach Plan erfolgt. Tritt bei einer Lokomotive beispielsweise
ein Schaden auf, so muss diese unter Umständen kurzfristig ausgetauscht werden. Weiterhin
werden Lokomotiven gegebenenfalls nach dem First-in / First out - Prinzip verwaltet,
bei dem keine feste Zuordnung einer Lokomotive zu einem Zug erfolgt, sondern dem Zug
die nächste Lokomotive des Puffers zugeteilt wird.
[0033] Damit die erforderlichen Planungsänderungen gestützt auf gesicherte Ist-Meldungen
in die Wege geleitet werden können, sollten die erfolgten Änderungen innerhalb kürzester
Zeit automatisch erfasst werden können. D.h., der Ist-Zustand des Schienennetzes und
der Ressourcen soll auch nach Fehlern und Änderungen innerhalb kürzester Zeit vorzugsweise
automatisch aktualisiert werden können. Insbesondere im Ereignisfall werden Ressourcenplanungssysteme
aufgrund der Prioritäten nicht manuell nachgeführt. Diese automatische Aktualisierung
des Ist-Zustandes des Schienennetzes ist anhand des erfindungsgemässen Verfahrens
und der Vorrichtung vorteilhaft durchführbar.
[0034] Nach dem erfindungsgemässen Verfahren ist vorgesehen,
- a) dass die Zuglaufdaten von Zügen überwacht und für Statusänderungen von Zügen Änderungsmeldungen
erzeugt werden,
- b) dass für Änderungsmeldungen, welche die Abfahrt eines Zuges von einem Betriebspunkt
signalisieren, für diesen Zug eine Kandidatenliste mit verwalteten Ressourcen erstellt
wird, die möglicherweise mit diesem Zug mitgeführt werden;
- c) dass für Änderungsmeldungen, welche die Ankunft und/oder die Durchfahrt des Zuges
an einem der Betriebspunkte der Reiseroute betreffen, mittels Anfragen an das Mobilfunknetz
oder Anfragen an die entsprechenden Mobilendgeräte die Funkzellen ermittelt werden,
an denen sich die Ressourcen der Kandidatenliste befinden; und
- d) dass anhand der ermittelten Funkzellen festgestellt wird, ob sich die Ressourcen
am Betriebspunkt der Ankunft befinden und Ressourcen, die keiner Funkzelle dieses
Betriebspunkts zugehören, aus der Kandidatenliste entfernt werden.
[0035] Durch diese Massnahme gelingt es, alle mit dem Zug mit mitführbaren und möglicherweise
mitgeführten Ressourcen, wie Lokomotiven, Zugpersonal, sowie mit einem Mobilendgerät
ausgerüstete Waren und Güter, zu erfassen und zu verifizieren.
[0036] Zu beachten ist, dass der Zeitpunkt des gemeldeten Ereignisses nicht wesentlich vom
Zeitpunkt der Ermittlung der Funkzellen abweicht. Insbesondere bei der Durchfahrt
eines Hochgeschwindigkeitszuges ist sicherzustellen, dass der Zug innerhalb der Zeitabweichung
nicht in einen anderen Zellbereich eingefahren ist. Andernfalls würde unter Umständen
festgestellt, dass Ressourcen am betreffenden Betriebspunkt nicht vorhanden sind und
dem Zug nicht zugehören und von der Kandidatenliste entfernt werden.
[0037] Jedem Betriebspunkt wird daher vorzugsweise individuell eine von den vorliegenden
Zellgrössen abhängige Toleranzzeit zugeordnet werden.
[0038] Dazu wird von einer Verwaltungseinheit, nachstehend Kontroll-Rechner genannt, eine
Kandidatenliste erstellt, in der alle zur Verfügung stehenden und interessierenden
Ressourcen eines Betriebspunkts erfasst werden, die für den Zug in Anspruch genommen
werden können. Der Kontroll-Rechner kann auch nur einen Teil der Ressourcen, beispielsweise
nur die Verwendung der Lokomotiven überwachen.
[0039] In die Kandidatenliste werden vorzugsweise die Ressourcen aufgenommen,
- a) die für diesen Zug geplant sind; und/oder
- b) die funktional für diesen Zug angemeldet sind oder vor einer bestimmten Zeitdauer
noch angemeldet waren; und/oder
- c) die sich gemäss der vorliegenden Historie, insbesondere gemäss den zuvor erfolgten
Meldungen am Betriebspunkt dieses Zuges befinden; und/oder
- d) die das Verwaltungspersonal vorgesehen hatte oder die angemeldet wurden.
[0040] Die Kandidatenliste kann daher an die Bedürfnisse der Eisenbahnverkehrsunternehmen
angepasst werden. Mittels des erfindungsgemässen Verfahrens können auch Dienste für
mehrere Eisenbahnverkehrsunternehmen erbracht werden, für die die Kandidatenlisten
bedarfsweise erstellt werden. Ferner kann der Anwender vorgeben, dass bestimmte Informationen
bereits gesichert sind und daher nicht zur Prüfung in die Kandidatenliste aufgenommen
werden sollen. Beispielsweise kann vorgesehen werden, dass die zugführende Lokomotive
mit dem Funktionscode "01" nicht in die Kandidatenliste aufgenommen wird, sondern
fix zum Zug gehört.
[0041] Ressourcen, welche für andere Züge funktional angemeldet sind, können in die Kandidatenliste
aufgenommen werden, um die registrierte Zuordnung zu überprüfen.
[0042] Ressourcen, die keiner Funkzelle des erreichten Betriebspunkts zugehören, werden
vorzugsweise dann in der Kandidatenliste weitergeführt, wenn sie funktional bei dem
Zug angemeldet sind, für den die Kandidatenliste geprüft wird. Auf diese Weise werden
Ressourcen, die unter Umständen erst zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Zug gekoppelt
werden, sich aber noch an einem anderen Betriebspunkt befinden, weiter überwacht.
[0043] Vorzugsweise wird die Kompatibilität der am Betriebspunkt stehenden Ressourcen, insbesondere
der Lokomotiven mit den bereits mit dem Zug verbundenen Ressourcen, insbesondere der
Lokomotiven, geprüft wird, wonach nur kompatible Ressourcen, insbesondere mehrfachtraktionsfähige,
Lokomotiven in die Kandidatenliste aufgenommen werden. Dabei ist es möglich, dass
eine Lokomotive aufgenommen wird, die nicht mit der zugführenden, aber einer weiteren
Lokomotive des Zuges kompatibel ist. Lokomotiven hingegen, welche nicht mit der führenden
Lokomotive kooperieren können, werden vorzugsweise nicht in die Kandidatenliste aufgenommen,
da eine Verbindung des Zuges mit einer solchen Lokomotive auszuschliessen ist.
[0044] Ressourcen hingegen, für deren Mobilendgeräte keine Verbindung zum Mobilfunknetz
GSM-R oder einem anderen überwachten Mobilfunknetz festgestellt wurde, werden vorzugsweise
nicht in die Kandidatenliste aufgenommen oder, sofern bereits vorhanden, daraus gelöscht.
Sofern bei einer Kontaktierung eines solchen Mobilendgeräts keine Veränderung der
für dieses Mobilendgerät registrierten Netzwerkdaten erfolgt, so ist davon auszugehen,
dass dieses Mobilendgerät und beispielsweise auch die zugehörige Lokomotive ausgeschaltet
sind.
[0045] Die Kandidatenliste wird vorzugsweise an den Betriebspunkten oder Meta-Betriebspunkten
erstellt, an denen der Zug eine Fahrt beginnt oder beendet oder an denen er während
einer Zeitdauer anhält, innerhalb der eine Änderung der Zugskomposition oder der Ressourcen
möglich ist oder an denen von der Betriebsführung eine Änderung der Ressourcen angeordnet
ist. Falls der Zug beispielsweise länger als vier Minuten hält, ist es möglich, dass
beispielsweise eine Lokomotive angekoppelt oder abgekoppelt wird oder eine doppelte
Zugkomposition (Personenverkehr / Güterverkehr) getrennt wird. Vorzugsweise werden
die Zuglaufdaten daher stetig überprüft, um festzustellen, ob anstelle einer Durchfahrt
bei einem Betriebspunkt ein längerer Halt geplant resp. erfolgt ist.
[0046] Nach Erstellen der Kandidatenliste werden die Positionsdaten der Kandidaten vorzugsweise
aktualisiert und abgefragt. Sofern für einen Kandidaten bzw. eine Ressource festgestellt
wird, dass sie sich bereits an einem anderen Betriebspunkt befindet, so wird diese
aus der Kandidatenliste entfernt und deren erneuert Standort vorzugsweise gemeldet.
[0047] Die gesicherten Informationen, die ermittelte Position von Ressourcen und/oder die
ermittelte Zugehörigkeit von Ressourcen zu einem Zug, werden in der Folge einer Verwaltungseinheit
gemeldet, mittels der der Ist-Zustand der Ressourcen im Schienennetz abgebildet wird.
Diese Verwaltungseinheit wird nachstehend IST-Rechner genannt.
[0048] Die Meldung an den IST-Rechner erfolgt vorzugsweise, nachdem die Zugehörigkeit der
Ressourcen zu einem Zug für wenigstens zwei Betriebspunkte bestätigt werden konnte.
[0049] Die Zuglaufdaten von Zügen werden vorzugsweise von einer Verwaltungseinheit geliefert,
die Zuglauf-Daten überwacht und dazu von einem Planungs-Rechner Plandaten des Zuglaufs
und von den Stellwerken Daten des tatsächlichen Zuglaufs, wie die Daten der Einfahrt
und Ausfahrt von Zügen in einen bzw. aus einem Streckenblock eines Betriebspunkts,
erhält. National unterschiedlich werden neben den Plan-Verkehrszeiten der Züge auch
Prognosezeiten berechnet, welche bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens
ebenfalls berücksichtigt werden können. Diese Verwaltungseinheit wird nachstehend
als Zuglauf-Rechner bezeichnet.
[0050] In vorzugsweisen Ausgestaltungen werden auch die Zuglaufdaten von weiteren Zügen
berücksichtigt, um die Fahrt eines in kurzem Abstand gegebenenfalls parallel fahrenden
Zuges zu ermitteln. Sofern nur ein Zug einen Betriebspunkt verlässt, so darf angenommen
werden, dass die Ressourcen dem überwachten Zug zugehören und nicht auf einer parallel
verlaufenden Schiene geführt werden. Unter Berücksichtigung der Zuglaufdaten können
somit weitere Entscheidungskriterien für die Aufnahme oder den Ausschluss von Ressourcen
in die Kandidatenliste gewonnen werden. Beim Auftreten einer Parallelfahrt wird die
Prüfung vorzugsweise über weitere Betriebspunkte fortgesetzt, bevor eine Meldung an
den IST-Rechner erfolgt.
[0051] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- einen Betriebspunkt BP-1 eines bekannten Schienennetzes mit dort auf Schienen stehenden
Ressourcen, nämlich Zügen T01, T02 und T03 mit Lokomotiven L01, ..., L52, die mittels
zugehörigen Mobilendgeräten MS01, ..., MS52 bei einem für den Schienenverkehr vorgesehenen
zellularen Mobilfunknetz GSM-R funktional registriert werden können und deren Positionen
mittels des Zugsicherungssystems ermittelt werden können sowie einem bekannten System
zur Verwaltung der Ressourcen L01, ..., L52;
- Fig. 2
- das System zur Verwaltung der Ressourcen L01, ..., L52 von Figur 1 mit weiteren Verwaltungseinheiten,
nämlich einem Planungs-Rechner V0, in dem die Planungsdaten eingetragen sind, und
einem IST-Rechner V1, in dem der Ist-Zustand und gegebenenfalls Prognosedaten des
Schienennetzes und der Ressourcen L01, ..., L52 abgebildet ist;
- Fig. 3
- ein erfindungsgemässes System zur Verwaltung der Ressourcen L01, ..., L52 von Figur
1, bei dem Positionsdaten nicht mittels des Zugsicherungssystems (ETCS) ermittelt
werden;
- Fig. 4
- ein Diagramm, welches den Ablauf des erfindungsgemässen Verfahrens in verschiedenen
Varianten illustriert; und
- Fig. 5
- ein erfindungsgemässes System in einer vorzugsweisen Ausgestaltung, mittels dem die
in Figur 4 illustrierten Verfahrensabläufe durchführbar sind, um Zustandsdaten des
Schienennetzes zu ermitteln, die selektiv an Dispositions-Rechner V100, V101 von Eisenbahnunternehmen
übertragen werden können.
[0052] Figur 1 zeigt einen Betriebspunkt BP-1 eines bekannten Schienennetzes mit Ressourcen,
nämlich Lokomotiven L01, ..., L52. Diese Ressourcen L01, ..., L52 können mittels zugehörigen
Mobilendgeräten MS01, ..., MS52 bei einem zellularen Mobilfunknetz GSM-R funktional
registriert werden, welches beispielsweise gemäss den Spezifikationen des EIRENE (EUROPEAN
INTEGRATED RAILWAY RADIO ENHANCED NETWORK) - Systems operiert.
[0053] Die Struktur und die Funktionen des EIRENE-Systems sind in [3], UIC Project EIRENE
System Requirements Specification, Version 15 vom 17. Mai 2006, beschrieben. Das Layout
der EIRENE-Spezifikationen und Details zu Schnittstellen sind in [3], Seite 26, Figur
1.1, gezeigt. Dort ist ersichtlich, dass das EIRENE-System zwei wesentliche Kommunikationssysteme,
nämlich ein erstes System für die Kontrolle (Train Control) sowie ein zweites System
für den Betrieb (Operational) des gesamten Eisenbahnsystems zur Verfügung stellt.
[0054] Das erste System (Train Control) erlaubt die Kommunikation der zugseitigen und schienenseitigen
Systemeinheiten des Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System). Das
Train Control System umfasst alle Prozesse, mittels denen ein Zug beeinflusst wird,
ohne dass der Zugführer eingreift. Dies umfasst die automatische Zugsicherung, den
automatischen Zugbetrieb und die so genannte In-Cab Signalisierung, welche dem Zugführer
aktuelle Informationen liefert. Mittels des Zugsicherungssystems ETCS werden auch
die Positionsdaten von Fahrzeugen erfasst, welche ein Identifikationsmodul aufweisen,
dessen Daten von einer schienenseitig montierten Eurobalise ausgelesen werden können.
In Figur 1 ist illustriert, dass die Lokomotive L01 des Zuges T01 ein Identifikationsmodul
TAG 01 aufweist, dessen Daten von der Eurobalise B55 ausgelesen und zu einem ETCS-Rechner
V4 übertragen werden, welcher in einer Tabelle T4 die erfassten Daten und den Zeitpunkt
der Auslesung erfasst.
[0055] Das zweite System (Operational) erlaubt die Kommunikation mit den Funktionsträgern
eines Zuges. Bei dieser Kommunikation ist die Funktion des Funktionsträgers relevant
und nicht die Tatsache, welche Person diese Funktion ausübt. Das EIRENE-System sieht
daher die Verwendung von EIRENE-Rufnummern mit den drei verschiedenen Blöcken CT (Call
Type), UIN (User Identifier Number) und FC (Funktionscode) vor, wie dies in [3], Kapitel
9, Seiten 87 ff., beschrieben ist. Der Block CT definiert den Typ der zulässigen Anwendernummer.
Der Block UIN definiert beispielsweise eine Zugnummer für eine bestimmte Reise, die
Nummer der arbeitenden Lokomotive, die Nummer eines Wagens, oder die Nummer eines
bestimmten Teams. Der Block FC definiert die Funktion einer Person, eines Teams oder
einer Vorrichtung eines Zuges. Die EIRENE-Rufnummern, die normalerweise nur temporär
gültig sind, erlauben es somit, eine bestimmte Funktionseinheit eines Zuges anzurufen,
ohne die MSISDN-Nummer zu kennen, die innerhalb des EIRENE-Systems der temporär erstellten
EIRENE-Rufnummer zugeordnet und in einer Routing Datenbank abgelegt ist.
[0056] Mittels der EIRENE-Rufnummern können somit alle Ressourcen eines Zuges angerufen
werden. Der Ruf erfolgt zu Mobilendgeräten (EIRENE-Mobile Stations), welche in [3],
Kapitel 4, Seiten 43 ff. und Figur 4-1 beschrieben sind, oder zu so genannten Cab-Radios,
die im Führerstand der Lokomotive installiert und in [3], Kapitel 5, Seiten 55 ff.
und Figur 5-1 und 5-3 beschrieben sind.
[0057] In Figur 1 sind Mobilendgeräte bzw. Cab-Radios MS01, MS21, MS22, MS03, MS04, MS51,
MS52 gezeigt, welche den Lokomotiven L01 (verbunden mit Zug T01); L21, L22 (verbunden
mit Zug T02); L03; L04; L51, L52 (verbunden mit Zug T03) zugeordnet sind. Die Lokomotiven
L01; L21, L22 und L51, L52 sind bei diesem Beispiel funktional angemeldet. Bei Lokomotive
L03 ist das Cab-Radio MS03 eingeschaltet und bei Lokomotive L04 ist das Cab-Radio
MS04 ausgeschaltet. Im Mobilfunk-Rechner V3 ist in einer Tabelle T3A die Zuordnung
der MSISDN Nummern zu den Ressourcen bzw. Lokomotiven L01, ..., L52 registriert. In
Tabelle T3B ist die Zuordnung der Daten der funktionalen Anmeldung zu den Ressourcen
bzw. Lokomotiven L01, ..., L52 registriert. Die Lokomotive L01 ist mit Funktionscode
FC 01 für den Zug T01 angemeldet; die Lokomotiven L21 und L22 sind mit Funktionscode
FC 01 bzw. FC 02 für den Zug T02 angemeldet und die zugführende Lokomotive L51 und
die Schiebelokomotive L52 sind mit Funktionscode FC 01 bzw. FC 05 für den Zug T03
angemeldet. In der Tabelle T3B sind somit die EIRENE-Daten abgelegt, welche wenigstens
das Land, die Zugnummer und den Funktionscode umfassen. Verknüpft man die beiden Tabellen
T3A und T3B über das Feld der Ressourcen so resultiert die Routing Tabelle der Routing-Datenbank.
[0058] Die Elemente des zellulären Mobilfunksystems GSM-R, welches Eisenbahn-spezifische
Anwendungen umfasst, sind in [3], Kapitel 1.4.2, Seite 29, beschrieben und in Figur
1-3 gezeigt. Es ist gezeigt, dass ein Mobilendgerät MS, z.B. das Cab-Radio einer Lokomotive,
ein Mobile Equipement ME und ein Subscriber Identification Module SIM umfasst. Die
Mobilendgeräte MS können Verbindungen mit Feststationen BTS (Base Tranceiver Station)
aufnehmen, denen eine Steuereinheit BSC (Base Station Controller) zugeordnet ist welches
mit einem Mobile Services Switching Center MSC verbunden ist, welches primär für die
Verbindungskontrolle zuständig ist. Von den Feststationen BTS werden geographische
Bereiche bzw. Funkzellen abgedeckt, innerhalb denen der Rufaufbau und die Verbindung
immer über dieselbe Feststation erfolgen. Sobald das Mobilendgerät den Standort ändert,
sind in Abhängigkeit des Zustands des Mobilendgeräts verschiedene Massnahmen zu treffen,
wie dies in [4],
Michel Mouly, Marie-Bernadette Pautet, The GSM System for Mobile Communications, Cell
& Sys Verlag, 1992, Seiten 44-47, beschrieben ist.
[0059] Gemäss [4] ist grundsätzlich zwischen zwei Zuständen des Mobilendgerätes zu unterscheiden.
Einerseits kann sich das eingeschaltete Mobilendgerät im Ruhezustand (Idle-Mode) befinden,
in welchem es die vom Mobilfunknetz ausgesendeten Broadcast-Kanäle (Steuerkanäle)
abhört, und selbst über keinen Sprachkanal verfügt. Andererseits kann sich das Mobilendgerät
im Aktivzustand (Dedicated-Mode) befinden, in welchem es über einen Duplex-Kanal mit
einem weiteren Teilnehmer verbunden ist (siehe beispielsweise [1], Seite 317, Kapitel
6.1.2). In Abhängigkeit des vorliegenden Zustands (Idle-Mode oder Dedicated-Mode)
unterscheiden sich die Prozeduren des Mobilitäts-Management, beim Auftreten von Standortänderungen
des Teilnehmers.
[0060] Ein Aufenthaltsbereich (Location Area) umfasst eine Gruppe von Zellen, so dass bei
einem Zellwechsel zwei verschiedene Situationen auftreten können. Einerseits kann
ein Zellwechsel innerhalb desselben Aufenthaltsbereichs auftreten. Andererseits kann
mit dem Zellwechsel gleichzeitig ein Wechsel des Aufenthaltsbereichs erfolgen.
[0061] Im Idle Mode sendet das Mobilendgerät im ersten Fall (Zellwechsel innerhalb des Aufenthaltsbereichs)
keine Information an das Netzwerk. Im zweiten Fall (Zellwechsel mit gleichzeitigem
Wechsel des Aufenthaltsbereichs) wird das Netzwerk entsprechend informiert.
[0062] Im Dedicated-Mode wird eine bestehende Verbindung bei einem Funkzonenwechsel automatisch
nachgeführt. Dieses automatische Nachführen während einer bestehenden Verbindung wird
als Handover bezeichnet.
[0063] In Figur 1 ist ein Aufenthaltsbereich (Location Area) LA1 gezeigt, welcher mehrere
Zellen LA1-Z1, ..., LA1-Zx umfasst. Sofern die Mobilendgeräte MS01, ..., MS52 innerhalb
des Aufenthaltsbereichs LA1 verschoben wurden und sich dabei im Idle-Mode befanden
ist dem Mobile Services Switching Center MSC nicht bekannt, in welchen Zellen sich
die Mobilendgeräte MS01, ..., MS52 und somit die Ressourcen L01, ..., L52 befinden.
Die Position der Lokomotiven L01, ..., L52 wird bei diesem bekannten System aus der
Tabelle T4 des ETCS-Rechners V4 entnommen.
[0064] Figur 1 zeigt weiterhin einen Zuglauf-Rechner V2, welchem einerseits die geplanten
Zuglaufdaten des Zugverkehrs und von den Stellwerken bzw. der Zugsicherung STW die
realisierten Zuglaufdaten zugeführt und in einer Tabelle T2 abgelegt werden.
[0065] Figur 2 zeigt den Zuglauf-Rechner V2, den GSM-R-Rechner V3 und den ETCS-Rechner V4
von Figur 1 in einem beispielsweise illustrierten Verfahrenszustand zu einem Zeitpunkt
11:40. In der Tabelle T3B sind die funktionalen Registrierungen der Ressourcen bzw.
Lokomotiven L01, ..., L52 eingetragen. In der Tabelle T2 des Zuglauf-Rechners V2 sind
die aktuellen Zuglaufdaten des Zuges T01 angegeben, welcher um 11:07 den Betriebspunkt
BP1, beispielsweise den Bahnhof in Olten verlassen, und um 11:38 den Betriebspunkt
BP3 erreicht hat. Diese unterstrichen gezeigten Daten wurden dem Zuglauf-Rechner V2
von den Stellwerken STW gemeldet. Weiter sind die Plandaten für die Weiterreise des
Zuges T01 in der Tabelle T2 eingetragen, welche dem Zuglauf-Rechner V2 vom Planungs-Rechner
T0 übermittelt wurden. Typischerweise werden in der Tabelle T2 auch die Zeitabweichungen
eingetragen. Beispielsweise ist ersichtlich, dass am Betriebspunkt BP3 ein Aufenthalt
von neun Minuten bis 11:47 erfolgt. Vom ETCS-Rechner wurde gemeldet, dass um 11:32
von der Lokomotive L01 und den Fahrzeugen PX1, ..., PX3 die Eurobalise B55 passiert
wurde, welche unmittelbar vor dem Betriebspunkt BP3 angeordnet ist.
[0066] Durch ein gegebenenfalls im Zuglauf-Rechner V2 installiertes Kontrollprogramm CP
kann durch Verknüpfung der Daten nun ermittelt werden, dass die gemäss Tabelle T3B
für den Zug T01 funktional registrierte Lokomotive T01 tatsächlich mit dem Zug T01
am Betriebspunkt BP3 eingetroffen ist. Diese Daten können nun in die Tabelle T1 eines
IST-Rechners V1 abgelegt werden, in dem der IST-Zustand des gesamten Eisenbahnsystems
abgebildet wird. D.h., im IST-Rechner V1 ist der Einsatz aller Ressourcen L01, ...,
L52 nachgeführt. Durch einen Vergleich mit den Plandaten des Planungs-Rechners V0
können somit Abweichungen festgestellt und für den weiteren Betrieb berücksichtigt
werden.
[0067] Aufgrund des längeren Aufenthaltes am Betriebspunkt BP3 ist die Information des weiteren
Verbleibs der Lokomotive L01 und der weiteren dem Zug T01 zugeordneten Ressourcen,
soweit diese vorliegen, jedoch nicht gesichert. Es ist nämlich möglich, dass am Betriebspunkt
BP3 eine Lokomotive aufgrund eines Defekts ausgetauscht werden muss; dass Personal
den Zug T01 verlässt oder dass weitere Ressourcen mit dem Zug T01 verbunden werden.
Änderungen können dabei planmässig oder nicht planmässig verlaufen, weshalb die Tabelle
T1 baldmöglichst wieder aufdatiert werden soll. Mittels dieses Systems kann der Ist-Zustand
des gesamten Eisenbahnsystems jedoch nur teilweise und mit erheblichem Aufwand abgebildet
und in Abhängigkeit der Dichte der Eurobalisen oft nur innerhalb grösserer Abstände
aktualisiert werden.
[0068] Figur 3 zeigt ein erfindungsgemässes System zur Verwaltung der Ressourcen L01, ...,
L52 von Figur 1, bei dem Positionsdaten nicht mittels des Zugsicherungssystems, sondern
anhand von Zugriffen eines Kontroll-Rechners V5 auf das Mobilfunknetz GSM-R ermittelt
werden, die über den Mobilfunk-Rechner V3 erfolgen.
[0069] In Figur 3 ist gezeigt, dass sich die Züge T01, T02 und T03 sowie die Lokomotiven
L01, ..., L52 zu einem ersten Zeitpunkt beim Betriebspunkt BP-1 aufhalten. Anschliessend
setzt sich der Zug T01, der mittlerweile zusätzlich mit der Schiebelokomotive L03
gekoppelt wurde, in Bewegung und erreicht zu einem zweiten Zeitpunkt den weiteren
Betriebspunkt BP-5. In der Folge erhält der Kontroll-Rechner V5 vom Zuglauf-Rechner
V2 eine entsprechende Mitteilung.
[0070] Der Kontroll-Rechner V5, der ein Lokalisierungsprogramm LP umfasst, selektiert in
der Folge die Ressourcen L01, L03, die beispielsweise gemäss Plandaten mit dem Zug
T01 mitgeführt werden.
[0071] In der Folge werden die Daten der Mobilendgeräte MS01, MS03 dieser Ressourcen L01,
L03 im Mobilfunknetz GSM-R aktualisiert. Beispielsweise kann anhand des im Mobilfunknetz
registrierten Parameters »AGE«, welcher den Zeitpunkt der letzten Aktualisierung anzeigt,
auch geprüft werden, ob eine Aktualisierung erforderlich ist. Weiterhin kann geprüft
werden, ob sich das Mobilendgerät MS im "Dedicated-Mode" befindet und dessen Aufenthalt
somit kontinuierlich aktualisiert wird. Sofern der Parameter »AGE« einen Wert 0 oder
1 aufweist, welcher anzeigt, dass die Aktualisierung vor einer Minute oder weniger
erfolgt ist, so können die Positionsdaten bzw. die Zellinformationen ermittelt werden,
ohne dass zuvor eine Aktualisierung durchgeführt wird. Sofern der Wert des Parameters
»AGE« nach der Aktualisierung hingegen nicht geändert hat, so ist das betreffende
Mobilendgerät MS und die betreffende Ressource ausgeschaltet und nicht weiter zu berücksichtigen.
[0072] Zur Aktualisierung der Positionsinformationen erfolgt eine Kontaktaufnahme mit den
Mobilendgeräten MS01, MS03. Vorzugsweise fordert der Kontroll-Rechner V5 den Rechner
V3 des Mobilfunknetzes auf, je eine Kurzmeldung SM (Short Messages) an die Mobilendgeräte
MS01, MS03 zu senden. Dazu wird vorzugsweise der Short Message Service des GSM-Systems
in Anspruch genommen. Durch die Auslösung der Kurzmeldung SM durch den Rechner V3
des Mobilfunknetzes wird sichergestellt, dass diese die Mobilendgeräte MS01, MS03
erreicht. Da die Kurzmeldungen SM ausschliesslich der Aktualisierung der registrierten
Daten dienen und das Zugspersonal nicht stören sollen, werden vorzugsweise Kurzmeldungen
SM, wie Silent SMS oder Flash SMS möglichst ohne Text, gesandt, die nicht zu Aktivitäten
führen, welche für den Anwender wahrnehmbar sind. Die Kurzmeldungen SM werden somit
nicht angezeigt und vorzugsweise automatisch gelöscht.
[0073] Alternativ kann der Rechner V3 des Mobilfunknetzes auch Kommandos, wie das Kommando
<MOB_PAG_ADV>, an die Mobilendgeräte MS01, MS03 senden, mittels denen diese selbsttätig
eine Aktualisierung des registrierten Standorts bzw. einen Location Update vollziehen.
[0074] In der Folge kontaktiert der Kontroll-Rechner V5 den Rechner V3 des Mobilfunknetzes,
um im Mobilfunknetz GSM-R oder bei den Mobilendgeräten MS01, MS03 die Funkzellen LAx-Zx
zu ermitteln, denen die selektierten Ressourcen L01, L03 zugeordnet sind.
[0075] Die Informationen betreffend die Zellen, in denen die Mobilendgeräte MS01, MS03 aktiv
sind, können somit aus dem zugehörigen nationalen oder internationalen Mobilfunknetz
oder direkt von den Mobilendgeräten ermittelt werden. Beispielsweise enthalten die
Mobilendgeräte MS eine Anwendung bzw. ein Applet, welches nach Erhalt einer Kurzmitteilung
SM die gewünschten Positionsdaten aus dem Mobilfunknetz ermittelt und mit der Zugnummer,
Funktionscode und MSISDN eine Kurzmitteilung SM mit den ermittelten Informationen
an den Absender der ersten Kurzmitteilung SM oder einer andern definierten Zielnummer
retourniert.
[0076] Abschliessend wird die Position der selektierten Ressourcen L01, L03 durch Zuordnung
der ermittelten Funkzelle LA5-Z1 des Mobilfunknetzes zum Betriebspunkt BP-5 ermittelt.
Zu diesem Zweck wird eine Tabelle bereitgestellt, auf der die Funkzellen LAx-Zx des
Mobilfunknetzes GSM-R den Betriebspunkten BP des Schienennetzes zugeordnet sind, die
vom Betreiber des Schienennetzes nach Bedarf definiert werden. Diese Tabelle kann
beliebig erweitert werden und beliebige Mobilfunknetze und Schienennetze umfassen.
Dabei ist auch möglich, dass sich die Zellen einzelner Mobilfunknetze überlappen,
so dass einem Betriebspunkt BP mehrere Funkzellen zugeordnet sein können.
[0077] Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt es dem Betreiber des Schienennetzes somit,
alle interessierenden Ressourcen zu beliebigen Zeitpunkten zu lokalisieren und das
IST-Abbild aller Ressourcen stets auf den aktuellen Stand zu halten.
[0078] Da die Ressourcen des Schienennetzes normalerweise in Gruppen zusammengeschlossen
sind bzw. einem Zug zugeordnet sind, ist für den Betreiber des Schienennetzes auch
von Interesse, welche Ressourcen dem betreffenden Zug zugeordnet sind. Um alle möglichen
Ressourcen zu erfassen, welche einem Zug möglicherweise hinzugefügt wurden, und um
einen Verlust von Ressourcen festzustellen, die vom Zug abgekoppelt wurden, wird das
erfindungsgemässe Verfahren wie folgt durchgeführt.
[0079] Ein beispielsweiser Ablauf des Verfahrens ist in Figur 4 illustriert. Am Betriebspunkt
BP-1 befinden sich wiederum die in Figur 1 gezeigten Ressourcen in demselben Zustand.
[0080] Mittels des Zuglauf-Rechners V2 werden die aktuellen Zuglaufdaten der Züge T01, ...,
T03 überwacht. Für Statusänderungen der Züge T01, ..., T03, wie die Ankunft oder die
Abfahrt bei einem Betriebspunkt werden Änderungsmeldungen erzeugt und dem Kontroll-Rechner
V5 übermittelt.
[0081] Für eine Änderungsmeldung, welche die Abfahrt eines Zuges, z.B. des Zuges T01 vom
Betriebspunkt BP-1, signalisiert, wird für diesen Zug T01 eine Kandidatenliste K mit
verwalteten Ressourcen L01, ..., L99 erstellt, die möglicherweise mit diesem Zug T01
mitgeführt werden.
[0082] Vorzugsweise werden die Positionsdaten der Kandidaten aktualisiert, nachdem die Kandidatenliste
erstellt wurde. Kandidaten die sich nicht mehr am Betriebspunkt BP befinden oder die
inaktiv sind, können so von der Kandidatenliste entfernt werden.
[0083] Für eine Änderungsmeldung, welche die Ankunft des Zuges T01 am nächsten relevanten
Betriebspunkt BP-9 betrifft, erfolgt zuerst eine Aktualisierung der Netzwerkdaten
der in der Kandidatenliste K registrierten Ressourcen L01, ..., L99. Anschliessend
werden die Funkzellen LAx-Zx aus dem Mobilfunknetz, z.B. GSM-R, ermittelt, an denen
sich die in der Kandidatenliste K eingetragenen Ressourcen L01, ..., L99 befinden.
[0084] Diese Massnahme erfolgt vorzugsweise auch bei einer Durchfahrt ohne Halt am betreffenden
Betriebspunkt BP. Insbesondere bei diesem Fall ist jedoch darauf zu achten, dass keine
grössere Differenz zwischen dem Zeitpunkt der Durchfahrt und der Abfrage der Positionsdaten
vorliegt.
[0085] Anhand der ermittelten Funkzellen LAx-Zx wird in der Folge festgestellt, ob sich
die in der Kandidatenliste K eingetragenen Ressourcen L01, ..., L99 am Betriebspunkt
BP-9 der Ankunft oder Durchfahrt des Zuges T01 befinden. Ressourcen L01, ..., L99,
die keiner Funkzelle LA7-Z1 dieses Betriebspunkts BP-9 zugehören, werden aus der Kandidatenliste
K entfernt.
[0086] In die Kandidatenliste K des Zuges T01 werden vorzugsweise alle Ressourcen L01, ...,
L99 aufgenommen,
- a) die für diesen Zug T01 geplant sind; und/oder
- b) die funktional für diesen Zug T01 angemeldet sind; und/oder
- c) die sich gemäss der vorliegenden Historie, insbesondere gemäss den früher erfolgten
Meldungen am Betriebspunkt BP-1 dieses Zuges T01 befinden.
[0087] Bei Lokomotiven L02, ..., L52, die am betreffenden Betriebspunkt BP-1 stehen, wird
vorzugsweise deren Kompatibilität mit der zugführenden Lokomotive L01 des Zuges T01
geprüft, wonach nur kompatible, insbesondere mehrfachtraktionsfähige Lokomotiven L02,
..., L99 in die Kandidatenliste K des Zuges aufgenommen werden. Dabei wird davon ausgegangen,
dass eine nicht mehrfachtraktionsfähige Lokomotive nicht mit dem Zug T01 gekoppelt
wird, wenn nur der Funktionscode FC01 der entsprechenden Zugnummer angemeldet wurde.
Lokomotiven, die nicht mit dem Stromnetz verbunden und deren Mobilendgeräte ausgeschaltet
sind, werden vorzugsweise auch nicht in die Kandidatenliste K aufgenommen bzw. Daraus
entfernt.
[0088] Ressourcen L21, L22 und L51, L52, welche für andere Züge T02, T03 funktional angemeldet
sind, werden bei Bedarf in die Kandidatenliste K aufgenommen, um die registrierte
Zuordnung zu überprüfen.
[0089] In Figur 4 ist gezeigt, dass die Lokomotiven L01, L21, L22, L03, L04, L51 und L52
in eine erste Kandidatenliste K1 für den Zug T01 aufgenommen wurden.
[0090] Zu einem späteren Zeitpunkt wurde eine Aktualisierung der Netzwerkdaten durch Kontaktierung
der in der Kandidatenliste K1 aufgeführten Mobilendgeräte MS01, ..., MS52 vorgenommen.
Dabei wurde festgestellt, dass der Parameter "AGE", welcher den Zeitpunkt der letzten
Aktualisierung anzeigt, unverändert geblieben ist, weshalb erkannt wird, dass das
Mobilendgerät M04 nicht eingeschaltet ist. Wie dies symbolisch gezeigt ist, ist die
Lokomotive L04 4 denn auch nicht mit der Stromleitung verbunden. Bei der Prüfung der
historischen Daten wurde ferner festgestellt, dass die Lokomotive L52 mit der funktional
für den Zug T01 angemeldeten zugführenden Lokomotive L01 nicht kompatibel ist. In
der aktualisierten Kandidatenliste K2 sind die Lokomotiven L04 und L52 daher gestrichen.
[0091] Sofern die Lokomotive L04 an einem anderen Betriebspunkt BP erscheinen würde, so
wird sie auch aus der Kandidatenliste K1 entfernt. Ferner könnte die neu ermittelte
Position dem IST-Rechner V1 gemeldet werden. Mit der Überprüfung und Lokalisierung
der Ressourcen können die beim IST-Rechner V1 registrierten Positionsdaten somit jeweils
aktualisiert werden.
[0092] Vom Zuglauf-Rechner Rechner V2 wird in der Folge gemeldet, dass die beiden Züge T01
und T02 den Betriebspunkt BP-1 zeitgleich verlassen und den nächsten Betriebspunkt
BP-5 zeitgleich erreichen. Es ist gezeigt, dass der Zug T01 die Lokomotiven L01 und
L03 und der Zug T02 die Lokomotiven L21 und L22 mitführt.
[0093] Sofern beim Betriebspunkt BP-5 die erfindungsgemässe Prüfung durchgeführt würde,
würde festgestellt, dass sich nur die Ressourcen bzw. Lokomotiven L01, L03 und L21,
L22 an diesem Betriebspunkt BP-5 befinden, weshalb die weitere Lokomotive L51 aus
der Kandidatenliste K gelöscht werden könnte. Die Positionen der Lokomotiven L01,
L03 und L21, L22 am Betriebspunkt BP-5, nicht aber deren Zugehörigkeit zu den Zügen
T01, T02, können dem IST-Rechner V1 bereits gemeldet werden.
[0094] An diesem Betriebspunkt BP-5 können nun drei verschiedene Situationen auftreten.
[0095] Die Züge T01, T02 können durchfahren, weshalb deren Zusammensetzung nicht ändern
kann. In diesem Fall sind keine zusätzlichen Ressourcen in die Kandidatenliste K aufzunehmen.
Hingegen werden Kandidaten aus der Kandidatenliste K gelöscht, welche am Betriebspunkt
BP-5 nicht erschienen sind. In die Tabelle des Ist-Rechners V1 können die ermittelten
Positionsdaten eingetragen werden.
[0096] Weiterhin kann der Zug T01 normal anhalten und die erfindungsgemässe Prüfung durchgeführt
werden, um festzustellen, ob Einträge in der Kandidatenliste K gelöscht werden können,
wie die Lokomotive L51.
[0097] Sofern der Zug T01 jedoch länger als eine Zeitdauer anhält, innerhalb der der Zug
T01 mit weiteren Ressourcen, beispielsweise der beim Betriebspunkt BP-5 stationierten
Lokomotive L77, gekoppelt werden kann, so ist diese Lokomotive L77 in die Kandidatenliste
K aufzunehmen. Die Kandidatenliste K wird vorzugsweise zu dem Zeitpunkt ergänzt, wenn
gemeldet wird, dass der Zug T01 den Betriebspunkt BP-5 verlassen hat.
[0098] Aus Figur 4 ist erkennbar, dass die Züge T01 und T02 am Betriebspunkt BP-5 länger
angehalten haben, weshalb die Lokomotiven L77 zusätzlich in die revidierte Kandidatenliste
K3 aufgenommen, die Lokomotive L52 hingegen gelöscht wurde.
[0099] Es ist weiter ersichtlich, dass nur der Zug T01 weiter zum nächsten Betriebspunkt
BP-9 geführt wird. An diesem Betriebspunkt BP-9 wird festgestellt, dass die Lokomotiven
L21, L22 des Zuges T02 und die Lokomotive L77 nicht anwesend sind, weshalb diese aus
der revidierten Kandidatenliste K4 gelöscht werden. Die Parallelfahrt der Züge T01,
T02 hat somit am letzten Betriebspunkt BP-5 geendet.
[0100] Dem IST-Rechner V1, welcher das tatsächliche Abbild des Schienennetzes zeigt, kann
daher mitgeteilt werden, dass der Zug T01 mit den Lokomotiven L01 und L03 tatsächlich
vom Betriebspunkt BP-1 zum Betriebspunkt BP-9 überführt wurde und dass die Ressourcen
bzw. Lokomotiven L01 und L03 dort für den weiteren Einsatz zur Verfügung stehen. Am
Betriebspunkt BP-9 kann daher nicht nur die Position der Lokomotiven L01 und L03,
sondern auch deren Zugehörigkeit zum Zug T01 gemeldet werden.
[0101] Auf diese Weise können Fehler eliminiert werden, die insbesondere dann entstehen
können, wenn der Zugverkehr und der Einsatz der Ressourcen nicht nach Plan verlaufen.
Falls beispielsweise geplant war, dass der Zug T01 nur mit der Lokomotive L01 vom
Betriebspunkt BP-1 zum Betriebspunkt BP-9 hätte überführt werden sollen, und kurzfristig
entschieden wurde, die Lokomotive L03 aufgrund eines Defekts der Lokomotive L01 als
Schiebelokomotive einzusetzen, so wird diese ausserplanmässige Änderung mittels des
erfindungsgemässen Verfahrens automatisch erfasst. Gesonderte Meldungen über den Einsatz
der Schiebelokomotive L03 könnten grundsätzlich entfallen.
[0102] In Figur 4 ist weiter gezeigt, dass die Schiebelokomotive L03 am Betriebspunkt BP-9
vom Zug T01 abgekoppelt, auf eine Nebengeleise überführt und vom Stromnetz genommen
wurde. Bei der Weiterfahrt des Zuges T01 wird die inaktive Schiebelokomotive L03 somit
automatisch aus der demnächst revidierten Kandidatenliste K entfernt.
[0103] Figur 4 zeigt ferner ein Beispiel einer für den Zug T02 erstellten Kandidatenliste
K11. Aus der Tabelle TB3 wurden die funktional angemeldeten Lokomotiven L21, L22 und
L99 in die Kandidatenliste K11 aufgenommen. Die Lokomotive L99 wurde aufgenommen,
obwohl sie noch an einem entfernten Betriebspunkt BP-22 stationiert ist und erst beim
Betriebspunkt BP-17 auf den Zug T02 treffen wird. Ferner wurden die weiteren Lokomotiven
L01 (obwohl funktional beim Zug T01 angemeldet) und L03 in die Kandidatenliste K11
aufgenommen. Nach der Aktualisierung der Netzwerkdaten des Mobilendgeräts MS04 der
Lokomotive L04 wurde festgestellt, dass diese inaktiv ist. Für die Lokomotiven L51
und L52 wurde festgestellt, dass diese mit den Lokomotiven L21 und L22 nicht kompatibel
sind.
[0104] Figur 4 zeigt weiter die beim Betriebspunkt BP-17 für den Zug T02 erstellte Kandidatenliste
K12, in der nun der aktuelle Zustand des Zuges T02 nach der Ankopplung der Lokomotive
L99 gezeigt ist. Dem IST-Rechner V1, welcher das tatsächliche Abbild des Schienennetzes
zeigt, kann daher mitgeteilt werden, dass der Zug T02 mit den Lokomotiven L21 und
L23 tatsächlich vom Betriebspunkt BP-1 zum Betriebspunkt BP-17 überführt und dort
mit der Schiebelokomotive L99 gekoppelt wurde.
[0105] Der Begriff »Betriebspunkt« ist breit auszulegen. Ein Betriebspunkt liegt grundsätzlich
dort vor, wo einem Teil des Schienennetzes eine Funkzelle oder eine Gruppe von Funkzellen
zugeordnet werden kann. D.h., durch die Abfrage der Zellinformation soll der Standort
der betreffenden Ressourcen einem Teil des Schienennetzes zugeordnet werden können.
Betriebspunkte können somit grössere und kleinere Bahnhöfe, aber auch Schienenabschnitte
sein, die zu einer Funkzelle eines Mobilfunknetzes korrespondieren, von dem Zellinformationen
abgefragt werden können. In Figur 4 ist daher für den Streckenabschnitt zwischen den
Betriebspunkten BP-17 und BP-22 ein Betriebspunkt BP-S eingezeichnet, an dem die Position
beispielsweise der Lokomotive L99 abgefragt werden kann.
[0106] Für die Ermittlung der Zuordnung der Funkzellen zu den Betriebspunkten können beispielsweise
Lernfahrten durchgeführt werden. Ferner können von einer führenden Lokomotive während
des normalen Betriebs die Daten der Funkzellen an den durchlaufenen Betriebspunkten
erfasst und zentral registriert werden.
[0107] Für die Inbetriebnahme kann eine vollständige oder partielle Initialisierung des
Systems durchgeführt werden, indem die Daten aller relevanten Ressourcen abgefragt
werden.
[0108] Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubte es somit, das tatsächliche Abbild der Ressourcen
im Schienennetz mit geringem Aufwand zu erstellen. Um Mehrdeutigkeiten der Zugehörigkeit
von Ressourcen zu einem Zug auszuschliessen, erfolgt vorzugsweise eine Prüfung über
zwei oder mehrere Betriebspunkte, bevor die Daten dem IST-Rechner V1 gemeldet werden.
Beim Auftreten von Parallelfahrten wird die Prüfung vorzugsweise über weitere Betriebspunkte
durchgeführt. Aufgrund der Dichte des Schienennetzes erfolgt die gesicherte Ermittlung
der Position und der Zugehörigkeit der Ressourcen zu einem Zug innerhalb kurzer Zeit,
durchschnittlich etwa innerhalb von 5-15 Minuten, was hinsichtlich der langfristigen
Disposition der Ressourcen mehr als genügend ist.
[0109] Das erfindungsgemässe Verfahren kann auch beliebig erweitert werden. Beispielsweise
können auch Rangierfahrten von Lokomotiven und Zügen überwacht werden.
[0110] Figur 5 zeigt eine erfindungsgemässe Vorrichtung in einer vorzugsweisen Konfiguration,
mittels der die in Figur 4 illustrierten Verfahrensabläufe durchführbar sind. Symbolisch
sind mehrere Rechner, der Planungs-Rechner V0, der IST-Rechner V1, der Zuglauf-Rechner
V2, der Mobilfunk-Rechner V3 und der Kontroll-Rechner V5 gezeigt, welche die oben
beschriebenen Funktionen zur Verfügung stellen. Diese Funktionen können als Module
auch in eine andere Rechnerkonfiguration integriert werden. Es ist gezeigt, dass der
ETCS-Rechner V4 von Figur 2 für das erfindungsgemässe Verfahren nicht benötigt wird.
Insgesamt resultiert somit eine vereinfachte Ausgestaltung des Verwaltungssystems
des Schienennetzes.
[0111] Der Mobilfunk-Rechner V3 kann Zell-Identifikationsdaten aus dem GSM-R-Mobilfunknetz
oder auch aus weiteren Mobilfunknetzen von beliebigen inländischen oder ausländischen
Netzbetreibern abfragen.
[0112] Ebenso kann der Kontroll-Rechner V5 Zuglaufdaten von Partnerunternehmen im Ausland
verwenden, so dass Ressourcen des Unternehmens auch auf ausländischen Schienennetzen
überwacht werden können. In Figur 5 ist gezeigt, dass der Kontroll-Rechner V5 Zuglaufdaten
von einem Rechner V2-INT abfragen kann, der von einem Unternehmen im Ausland betrieben
wird.
[0113] Das erfindungsgemässe Verfahren kann somit auch grenzüberschreitend mit Nutzung aller
zur Verfügung stehenden nationalen und internationalen Informationsquellen durchgeführt
werden.
[0114] In Figur 5 ist gezeigt, dass der Kontroll-Rechner V5 die vom Mobilfunk-Rechner V3
und die vom Zuglauf-Rechner V2 gelieferten Daten miteinander verknüpft. Eine teilweise
Verknüpfung dieser Daten kann jedoch bereits vom Zuglauf-Rechner V2 vorgenommen werden.
In die Zuglauftabelle T2A werden vorzugsweise die funktionalen Anmeldungen insbesondere
der Lokomotiven mit aufgenommen. Nachstehend wird ein Beispiel einer solchen Zuglauftabelle
T2A beschrieben. Wie erwähnt, werden neue Einträge in dieser Tabelle T2A jeweils an
den Kontroll-Rechner V5 gemeldet, welcher die Änderungsmeldungen prüft und bedarfsweise
die Kandidatenliste K des betreffenden Zuges überarbeitet.
[0115] Die vom Zuglauf-Rechner V2 abgegebenen Mitteilungen sind beispielsweise gemäss den
Richtlinien der European Association for Railway Interoperability zusammengesetzt,
die im Dokument [5], The Trans-European Conventional Rail System, "TELEMATIC APPLICATIONS",
subsystem for Freight Services, DATA DEFINITIONS AND MESSAGES, AEIF_TAF_MesData_V11_041021-EN.doc
angegeben sind.
[0116] In [5], Seite 17, sind für das vorliegende Verfahren besonders wichtige Codes wie
folgt definiert:
"01" = Ankunft des Zuges an seinem Ziel-Betriebspunkt
"02" = Abfahrt des Zuges seinem Start-Betriebspunkt
"03" = Ankunft des Zuges an Melde-Betriebspunkt
"04" = Abfahrt des Zuges an Melde-Betriebspunkt
"05" = Zugdurchfahrt an Melde-Betriebspunkt
[0117] In der Zuglauf-Tabelle T2A des Zulauf-Rechners V2 könnte ein Zuglauf von einem Betriebspunkt
BP-A zu einem Betriebspunkt BP-F für einen von der Lokomotive L51 geführten und der
Lokomotive L52 geschobenen Güterzug T03 daher wie folgt auftreten:
| # |
Code |
BP |
Ankunft |
Abfahrt |
Quelle |
| |
|
|
Soll |
Ist |
Abw |
Soll |
Ist |
Abw |
|
| 10. |
-FC 05 L52 / T03 |
|
|
|
|
10:36 |
|
V3 |
| 9. |
-FC 01 L51 / T03 |
|
|
|
|
10:35 |
|
V3 |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 8. |
"01" |
BP-F |
10:30 |
10:30 |
00 |
--:-- |
--:-- |
XXX |
V2 |
| 7. |
"05/05" |
BP-E |
10:20 |
10:21 |
+01 |
10:20 |
10:21 |
+01 |
V2 |
| 6. |
"35/45" |
BP-D |
10:05 |
10:12 |
+07 |
10:10 |
10:12 |
+02 |
V2 |
| 5. |
"05/05" |
BP-C |
09:50 |
09:55 |
+05 |
09:50 |
09:55 |
+05 |
V2 |
| 4. |
"03/04" |
BP-B |
09:40 |
09:35 |
-05 |
09:42 |
09:42 |
00 |
V2 |
| 3. |
"02" |
BP-A |
--:-- |
--:-- |
XXX |
09:30 |
09:25 |
-05 |
V2 |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2. |
+FC 05 L52 / T03 |
|
|
|
|
09:10 |
|
V3 |
| 1. |
+FC 01 L51 / T03 |
|
|
|
|
09:12 |
|
V3 |
Zuglauf-Tabelle T2A
[0118] Die Zuglauf-Tabelle T2A umfasst zehn Zeilen. Die Zeilen 1 und 2 sowie die Zeilen
9 und 10 zeigen, dass sich die Lokomotiven L51 (zugführende Lokomotive mit Code FC01)
und L52 (Schiebelokomotive mit Code FC05) um 09:10 bzw. 09:12 für den Güterzug T03
funktional angemeldet und um 10:35 bzw. 10:36 funktional wieder abgemeldet haben.
Die entsprechenden Daten in der Tabelle T2A stammen aus der Quelle V3 bzw. vom Mobilfunk-Rechner
V3.
[0119] Die Zeilen 3 bis 8 zeigen den Zuglauf vom Betriebspunkt BP-A (Start-Betriebspunkt)
bis zum Betriebspunkt BP-F (Ziel-Betriebspunkt). Für die Betriebspunkte BP-A, BP-B,
..., BP-F werden die in der Tabelle eingetragenen Meldungen generiert, welche die
geplanten sowie die tatsächlich eintretenden Zeiten für die Abfahrt und Ankunft, die
entsprechenden Abweichungen sowie eine Quellangabe enthalten.
[0120] Gemäss Zeile 3 war die Abfahrt des Güterzuges T03 vom Start-Betriebspunkt BP-A für
09:30 geplant. Die mit Code "02" gekennzeichnete Abfahrt vom Start-Betriebspunkt BP-A
erfolgte jedoch bereits um 09:25. Für die Abfahrt vom Start-Betriebspunkt BP-A wird
eine Kandidatenliste K erstellt.
[0121] Gemäss Zeile 4 erfolgte die mit Code "03" gekennzeichnete Ankunft beim Betriebspunkt
BP-B um 09:35 und somit 5 min vor dem geplanten Zeitpunkt. Die mit Code "04" gekennzeichnete
Abfahrt beim Betriebspunkt BP-B erfolgte hingegen planmässig um 09:42.
[0122] Der beim Betriebspunkt BP-B resultierende Aufenthalt lag somit bei 7 Minuten anstatt
bei den geplanten 2 Minuten. Nach dem erfindungsgemässen Verfahren wird vorzugsweise
der tatsächliche und nicht nur der geplante Zuglauf berücksichtigt. Nach dem geplanten
Zuglauf wäre am Betriebspunkt BP-B lediglich ein Aufenthalt von 2 Minuten erfolgt,
weshalb die Kandidatenliste K nicht aktualisiert worden wäre. Nachdem jedoch festgestellt
wurde, dass der Güterzug T03 7 Minuten angehalten hatte, wird die Kandidatenliste
K überprüft. Dadurch wird der Tatsache Rechnung getragen, dass innerhalb dieser 7
Minuten zum Beispiel eine Lokomotive hätte angekoppelt oder abgekoppelt werden können.
Ohne dass durch das Personal des Betriebspunkts BP-B nun eine Meldung abgesetzt wird,
erfolgt mit dem erfindungsgemässen Verfahren automatisch eine Überprüfung des Ist-Zustandes
des Zuges T03.
[0123] Gemäss Zeile 5 erfolgte die mit Code "05" gekennzeichnete Durchfahrt ohne Halt beim
Betriebspunkt BP-C um 09:55.
[0124] Gemäss Zeile 6 erfolgt beim Betriebspunkt BP-D ausserplanmässig eine mit proprietären
Codes "35" und "45" gekennzeichnete Durchfahrt um 10:12, weshalb keine Aktualisierung
der Kandidatenliste K erfolgt. Aufgrund der Orientierung an den Ist- und nicht an
den Soll-Daten wird der Aufenthalt nach Plan von 5 Minuten, der nicht erfolgt ist,
nicht berücksichtigt. Auf diese Weise wird nicht nur unnötiger Aufwand eingespart,
sondern es wird auch die Aufnahme von Kandidaten vermieden, welche die Kandidatenliste
temporärer belasten würden.
[0125] Gemäss Zeile 7 erfolgte die mit Code "05" gekennzeichnete Durchfahrt ohne Halt beim
Betriebspunkt BP-E um 10:21.
[0126] Gemäss Zeile 8 erfolgte die mit Code "01" gekennzeichnete planmässige Ankunft beim
Betriebspunkt BP-F um 10:30.
[0127] Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich somit in verschiedenartig ausgestalteten
Systemen implementieren. Ferner können Informationen von weiteren Quellen berücksichtigt
werden. Sofern für einen bestimmten Betriebspunkt eine Änderung der Zugskomposition
gemeldet wird, kann dies bei der nächsten Überarbeitung der Kandidatenliste entsprechend
berücksichtigt werden.
[0128] Grundsätzlich können alle beschriebenen Systemmodule V1, ..., V5 in einem einzigen
Rechner integriert werden. Wie dies in Figur 5 dargestellt ist, ist es beispielsweise
möglich, dass der Kontroll-Rechner V5 selbst die Aktualisierung und die Abfrage der
Positionsdaten der Mobilendgeräte MS durchführt. Wie erwähnt, können die Aktualisierung
und die Abfrage einerseits durch Kurzmeldungen SM und anderseits durch die Kommunikation
mit dem betreffenden Mobilfunknetz durchgeführt werden.
[0129] Figur 5 zeigt ferner zwei Dispositions-Rechner V100, V101 von zwei Eisenbahnverkehrsunternehmens,
von denen das erste den Personenverkehr und das zweite den Güterverkehr bedient, wobei
auch ein Mischbetrieb der Ressourcen dieser Eisenbahnverkehrsunternehmens möglich
ist.
[0130] Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt es nun, Informationen für die Ressourcen
dieser Unternehmen zu ermitteln und diesen Unternehmen selektiv zur Verfügung zu stellen.
Von primärem Interesse ist die Verwaltung von Lokomotiven. Alternativ oder zusätzlich
können Informationen zu weiteren Ressourcen, für die ein Mobilendgerät MS vorgesehen
ist, ermittelt und selektiv an die Dispositions-Rechner V100, V101 weitergeleitet
werden. Die Dispositions-Rechner V100, V101 verfügen somit über aktuelle und zuverlässige
Daten und können den weiteren Einsatz der Ressourcen optimal planen.
Literaturverzeichnis
1. Verfahren für die Verwaltung von mit Mobilendgeräten (MS01, ..., MS52) versehenen
Ressourcen (L01, ..., L99), insbesondere von Lokomotiven, die in einem Schienennetz
verkehren und je mittels eines Mobilendgeräts (MS01, ..., MS52) funktional bei einem
zellularen Mobilfunknetz (GSM-R) registrierbar sind, welches für den Betrieb des Schienennetzes
vorgesehene Funktionen, wie die funktionale Anmeldung der Teilnehmer, zur Verfügung
stellt,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass zu verwaltende Ressourcen (L01, ..., L99) selektiert werden;
b) dass, vorzugsweise bei einer Änderung der zugehörigen Zuglaufdaten, eine Kontaktaufnahme
über das zellulare Mobilfunknetz (GSM-R) mit den gegebenenfalls funktional registrierten
Mobilendgeräten (MS01, ..., MS52) der selektierten Ressourcen (L01, ..., L99) erfolgt;
c) dass anschliessend im Mobilfunknetz (GSM-R) oder in den Mobilendgeräten (MS01, ..., MS52)
die Funkzellen (LAx-Zx) ermittelt werden, denen die selektierten Ressourcen (L01,
..., L99) zugeordnet sind; und
d) dass abschliessend die Position der selektierten Ressourcen (L01, ..., L99) durch Zuordnung
der ermittelten Funkzellen (LAx-Zx) zu einem Betriebspunkt (BP-x) des Schienennetzes
ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die Kontaktaufnahme mit den Ressourcen (L01, ..., L99) der Kandidatenliste (K)
eine Kurzmeldung (SM) oder eine entsprechendes Kommando (MOB_PAG_ADV) an die Mobilendgeräte
(MS01, ..., MS52) oder dessen SIM (Subscriber Identification Module) gesandt wird,
mittels denen eine Location Update im Idle-Mode durchführbar ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurzmeldung (SM) derart gewählt wird, dass sie keine für den Anwender erkennbaren
Aktion bei den Mobilendgeräten (MS01, ..., MS52) auslöst und lediglich zu einer Aktualisierung
des Mobilfunknetzes (GSM-R) führt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass die Zuglaufdaten von Zügen (T01, ..., T03) überwacht und für Statusänderungen der
Züge (T01, ..., T03) Änderungsmeldungen erzeugt werden;
b) dass für Änderungsmeldungen, welche die Abfahrt eines Zuges (T01) von einem Betriebspunkt
(BP-1) signalisieren, für diesen Zug (T01) eine Kandidatenliste (K) mit verwalteten
Ressourcen (L01, ..., L99) erstellt wird, die möglicherweise mit diesem Zug (T01)
mitgeführt werden;
c) dass für Änderungsmeldungen, welche die Ankunft und/oder die Durchfahrt des Zuges (T01)
an einem Betriebspunkt (BP-9) betreffen, die Funkzellen (LAx-Zx) mittels Anfragen
an das Mobilfunknetz (GSM-R) oder Anfragen an die entsprechenden Mobilendgeräte (MS01,
..., MS52) ermittelt werden, an denen sich die in der Kandidatenliste (K) eingetragenen
Ressourcen (L01, ..., L99) befinden; und
d) dass anhand der ermittelten Funkzellen (LAx-Zx) festgestellt wird, ob sich die Ressourcen
(L01, ..., L99) am Betriebspunkt der Ankunft (BP-9) befinden und Ressourcen (L01,
..., L99), die keiner Funkzelle (LA7-Z1) dieses Betriebspunkts (BP-9) zugehören, aus
der Kandidatenliste (K) entfernt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass in die Kandidatenliste (K) des Zuges (T01) alle Ressourcen (L01, ..., L99) aufgenommen
werden,
a) die für diesen Zug (T01) geplant sind; und/oder
b) die funktional für diesen Zug (T01) angemeldet sind; und/oder
c) die sich gemäss der vorliegenden Historie, insbesondere gemäss den früher erfolgten
Meldungen am Betriebspunkt (BP) dieses Zuges (T01) befinden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompatibilität der am Betriebspunkt (BP) stehenden Ressourcen, insbesondere der
Lokomotiven (L02, ..., L99) mit den bereits mit dem Zug (T01) verbundenen Ressourcen,
insbesondere der Lokomotiven (L02, ..., L99), geprüft wird, wonach nur kompatible
Ressourcen, insbesondere mehrfachtraktionsfähige, Lokomotiven (L02, ..., L99) in die
Kandidatenliste (K) aufgenommen werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Ressourcen (L01, ..., L99) bzw. der zugehörigen Mobilendgeräte
(MS01, ..., MS52) mit dem Mobilfunknetz (GSM-R) geprüft wird und Ressourcen (L01,
..., L99), für die keine Verbindung festgestellt wird, nicht in die Kandidatenliste
(K) aufgenommen bzw. daraus entfernt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-7, dadurch gekennzeichnet, dass Ressourcen (L01, ..., L99), welche für andere Züge (T02, T03) funktional angemeldet
sind, in die Kandidatenliste (K) aufgenommen werden, um die registrierte Zuordnung
zu überprüfen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ressourcen (L01, ..., L99), die keiner Funkzelle (LA7-Z1) des erreichten Betriebspunkts
(BP-9) zugehören, nur dann aus der Kandidatenliste (K) entfernt werden, wenn sie nicht
funktional bei dem Zug (T01) angemeldet sind, für den die Kandidatenliste (K) geprüft
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kandidatenliste (K) an den Betriebspunkten (BP) neu erstellt wird, an denen der
Zug (T01) eine Fahrt beginnt oder beendet oder während einer Zeitdauer anhält, innerhalb
der eine Änderung der Ressourcen, insbesondere der Zugskomposition möglich ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-10, dadurch gekennzeichnet, dass gesicherten Informationen, die ermittelte Position der Ressourcen (L01, ..., L99)
und/oder die ermittelte Zugehörigkeit der Ressourcen (L01, ..., L99) zu einem Zug
(T01) wird in der Folge einer Verwaltungseinheit (V1) gemeldet, mittels der der Ist-Zustand
der Ressourcen (L01, ..., L99) im Schienennetz abgebildet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuglaufdaten von Zügen (T01, ..., T03) von einem Zuglauf-Rechner (V2) geliefert
werden, der von den Stellwerken (STW) die Einfahrt und/oder die Ausfahrt von Zügen
(T01, ..., T03) in einen bzw. aus einem Streckenblock der Betriebspunkte (BP) gemeldet
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 4-12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuglaufdaten von weiteren Zügen (T02, T03) berücksichtigt werden, um die Fahrt
eines in kurzem Abstand, gegebenenfalls parallel fahrenden Zuges (T02) zu ermitteln.
14. Vorrichtung zur Verwaltung von Ressourcen (L01, ..., L99), insbesondere von Lokomotiven,
die in einem Schienennetz verkehren und über ein zellulares Mobilfunknetz (GSM-R)
kommunizieren, welches für den Betrieb des Schienennetzes vorgesehene Funktionen,
wie die funktionale Anmeldung der Teilnehmer, zur Verfügung stellt, mit einem Kontroll-Rechner
(V5), welche ein Lokalisierungsprogramm (LP) aufweist, mittels dessen das Verfahren
gemäss einem der Ansprüche 1-13 durchführbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass der Kontroll-Rechner (V5) mit dem Zuglauf-Rechner (V2) verbunden ist, welcher Zuglaufdaten
von Zügen (T01, ..., T03) überwacht und für Statusänderungen von Zügen (T01, ...,
T03) Änderungsmeldungen erzeugt,
b) dass den Ressourcen (L01, ..., L99) Mobilendgeräte (MS01, ..., MS52) zugeordnet sind,
c) dass das Lokalisierungsprogramm (LP) dazu ausgelegt ist, für Änderungsmeldungen, welche
die Abfahrt eines Zuges (T01) von bzw. an einem Betriebspunkt (BP-1) signalisieren,
für diesen Zug (T01) eine Kandidatenliste (K) mit verwalteten und potenziell mit diesem
Zug (T01) mitgeführten Ressourcen (L01, ..., L99) zu erstellen; und
d) dass der Kontroll-Rechner (V5) zur Kommunikation mit dem Mobilfunknetz (GSM-R) mit einem
Rechner (V3) des Mobilfunknetzes (GSM-R) verbunden ist; und
e) dass das Lokalisierungsprogramm (LP) dazu ausgelegt ist, für Änderungsmeldungen, welche
die Ankunft des Zuges (T01) an einem Betriebspunkt (BP-9) betreffen, die Zugehörigkeit
der Ressourcen (L01, ..., L99) der Kandidatenliste (K) zu einer Funkzelle (LA7-Z1)
dieses Betriebspunkts (BP-9) aus dem Mobilfunknetz (GSM-R) abzufragen und Ressourcen
(L01, ..., L99), die keiner Funkzelle (LA7-Z1) dieses Betriebspunkts (BP-9) zugehören,
aus der Kandidatenliste (K) zu entfernen.