[0001] Die Erfindung betrifft eine Führungsschiene für eine in einer Gebäudeöffnung eines
Gebäudes anzubringende Senkrechtmarkise mit seitlicher Zwangsführung eines Markisentuchs
entlang einer Längsrichtung der Führungsschiene. Die Führungsschiene weist ein Führungsnutprofil
auf, welches eine Rückwand und einen ersten und einen zweiten von der Rückwand abstehenden
Schenkel aufweist, wobei von dem ersten Schenkel ein erster Vorsprung absteht und
von von dem zweiten Schenkel ein zweiter Vorsprung absteht, so dass zwischen der Rückwand,
dem ersten Schenkel, dem zweiten Schenkel, dem ersten Vorsprung und dem zweiten Vorsprung
eine Führungsnut definiert wird. Die Führungsnut weist eine zwischen dem ersten Vorsprung
und dem zweiten Vorsprung ausgebildete Öffnung auf, so dass der erste Vorsprung und
der zweite Vorsprung jeweilige Anlagen für einen Fallstab bilden, wobei ferner an
dem ersten Vorsprung eine erste Hinterschneidung und an dem zweiten Vorsprung eine
zweite Hinterschneidung vorgesehen ist, wobei die Hinterschneidungen ausgebildet sind,
einen in die Führungsnut aufnehmbaren Tuchführungseinsatz entgegen einer Kraft, die
in einer quer zur Öffnung und zur Längsrichtung nach außen weisenden Zugrichtung wirkt,
formschlüssig zu halten. Das Führungsnutprofil ist einstückig ausgebildet. Die Führungsschiene
weist ferner ein an einer Mauerlaibung oder an einem Fensterrahmen befestigbares Trägerprofil
auf, mit dem das Führüngsnutprofil in einem montierten Zustand lösbar verbunden ist.
[0002] Derartige Führungsschienen werden zur Führung von Senkrechtmarkisen eingesetzt. Derartige
Senkrechtmarkisen können beispielsweise verwendet werden, um eine Gebäudeöffnung zu
verschließen. Bei einer solchen Gebäudeöffnung kann es sich beispielsweise um eine
Öffnung für ein Fenster handeln. Mittels der Senkrechtmarkise kann die Gebäudeöffnung
geschützt werden, beispielsweise gegen das Eindringen von Windstößen, von Sonneneinstrahlung
oder von Insekten. Hierzu kann das Markisentuch über die Gebäudeöffnung gespannt werden.
Zur seitlichen Führung des Markisentuchs sind typischerweise zwei Führungsschienen
in einer Gebäudeöffnung angebracht, welche sich so gegenüberliegen, dass die Öffnungen
ihrer jeweiligen Führungsnuten einander zugewandt sind.
[0003] In den jeweiligen Führungsnuten sind jeweilige Tuchführungseinsätze beinhaltet, welche
über geeignete Mittel zum Aufnehmen und zum seitlichen Führen des Markisentuchs verfügen.
Beispielsweise kann seitlich an dem Markisentuch der Senkrechtmarkise ein Halbreißverschluss
mit einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten, seitlich abstehenden Krampen vorgesehen
sein, welche in eine Nut des Tuchführungseinsatzes aufgenommen sind. Eine solche Anordnung
wird auch als Halbreißverschluss bezeichnet. Auf diese Weise kann auch eine seitliche
Spannung des Markisentuchs erreicht werden.
[0004] Des weiteren betrifft die Erfindung eine Senkrechtmarkise, welche unter Verwendung
von zumindest einer erfindungsgemäßen Führungsschiene aufgebaut ist.
[0005] Eine beispielhafte Führungsschiene gemäß dem Stand der Technik ist in dem Dokument
EP 1 669 537 A2 gezeigt. Da verwendete Führungseinsätze typischerweise eine kürzere Nutzungsdauer
aufweisen als die Führungsschiene und dementsprechend auch nach einer Montage der
Führungsschiene an einer Gebäudeöffnung oder an einem Fensterrahmen auswechselbar
sein müssen, ist die Führungsschiene gemäß dem Stand der Technik zweiteilig ausgebildet,
so dass ein Teil des Materials, welches die Führungsnut begrenzt, abnehmbar ist. Hierzu
ist ein Profil, in welchem die Führungsnut ausgebildet ist, zweiteilig ausgebildet.
Durch Abnehmen eines dieser Teile kann ein in der Führungsnut enthaltener Tuchführungseinsatz
seitlich aus der Führungsnut entnommen und ein neuer Tuchführungseinsatz eingesetzt
werden.
[0006] Es hat sich jedoch herausgestellt, dass Führungsschienen gemäß dem Stand der Technik
an derjenigen Stelle, an welcher das Profil geteilt ist, eine erhöhte Bruchanfälligkeit
zeigen. Dies bedeutet, dass beispielsweise beim Auftreten einer seitlichen Belastung
unter Einwirkung von Wind die Führungsschiene auseinanderbrechen kann, was häufig
unter einem Abbrechen von Material erfolgt. Die Führungsschiene kann dabei irreparabel
beschädigt werden.
[0007] Das Dokument
DE 600 31 500 T2 zeigt eine Führungsschiene mit einem einstückig ausgebildeten Führungsnutprofil.
Dieses muss jedoch zum Auswechseln in Längsrichtung verschoben werden, was bei üblichen
Installationen nicht möglich ist. Somit muss zum Auswechseln das Trägerprofil abmontiert
werden.
[0008] Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Führungsschiene für
eine Senkrechtmarkise vorzusehen, welche eine erhöhte Bruchstabilität hat und trotzdem
ein einfaches Auswechseln des Tuchführungseinsatzes ermöglicht. Des weiteren ist es
eine Aufgabe der Erfindung, eine Senkrechtmarkise mit einer erfindungsgemäßen Führungsschiene
vorzusehen.
[0009] Hinsichtlich der Führungsschiene wird diese Aufgabe durch eine Führungsschiene gemäß
Anspruch 1 gelöst. Hinsichtlich der Senkrechtmarkise wird die Aufgabe durch eine Senkrechtmarkise
gemäß Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen können beispielsweise von den
abhängigen Ansprüchen erhalten werden.
[0010] Hinsichtlich der Führungsschiene betrifft die Erfindung eine Führungsschiene für
eine in einer Gebäudeöffnung eines Gebäudes anzubringende Senkrechtmarkise mit seitlicher
Zwangsführung eines Markisentuchs entlang einer Längsrichtung der Führungsschiene.
Die Führungsschiene weist ein Führungsnutprofil auf, welches eine Rückwand und einen
ersten und einen zweiten von der Rückwand abstehenden Schenkel aufweist, wobei von
dem ersten Schenkel ein erster Vorsprung absteht und von dem zweiten Schenkel ein
zweiter Vorsprung absteht, so dass zwischen der Rückwand, dem ersten Schenkel, dem
zweiten Schenkel, dem ersten Vorsprung und dem zweiten Vorsprung eine Führungsnut
definiert wird, welche eine zwischen dem ersten Vorsprung und dem zweiten Vorsprung
ausgebildete Öffnung aufweist, so dass der erste Vorsprung und der zweite Vorsprung
jeweilige Anlagen für einen Fallstab bilden, und wobei an dem ersten Vorsprung eine
erste Hinterschneidung und an dem zweiten Vorsprung eine zweite Hinterschneidung vorgesehen
sind, wobei die Hinterschneidungen ausgebildet sind, um einen in die Führungsnut aufnehmbaren
Tuchführungseinsatz entgegen einer Kraft, die in einer quer zur Öffnung und zur Längsrichtung
nach außen weisenden Zugrichtung wirkt, formschlüssig zu halten.
[0011] Das Führungsnutprofil ist einstückig ausgebildet, und die Führungsschiene weist ferner
ein an einer Mauerlaibung oder an einem Fensterrahmen befestigbares Trägerprofil auf,
mit dem das Führungsnutprofil in einem montierten Zustand lösbar verbunden ist.
[0012] Das Trägerprofil weist erfindungsgemäß eine erste Gleitfläche auf, und das Führungsnutprofil
weist weiter erfindungegemäß eine zweite Gleitfläche auf, wobei die erste Gleitfläche
und die zweite Gleitfläche im montierten Zustand parallel aneinander anliegen, und
wobei das Führungsnutprofil unter Gleiten der zweiten Gleitfläche an der ersten Gleitfläche
zwischen einem losen Zustand in welchem das Führungsnutprofil in Zugrichtung von dem
Trägerprofil entfernbar ist, in den montierten Zustand verschiebbar ist.
[0013] Durch die erfindungsgemäße Führungsschiene wird erreicht, dass das Führungsnutprofil,
in welchem die Führungsnut ausgebildet ist, keine bruchgefährdete Stelle mehr aufweist.
Vielmehr ist es einstückig ausgebildet. Bei der erfindungsgemäßen Führungsschiene
wird lediglich das Trägerprofil an einer Mauerlaibung und/oder einem Fensterrahmen
befestigt. Das Führungsnutprofil ist von dem Trägerprofil abnehmbar. Da das Führungsnutprofil
typischerweise an zumindest einem Längsende eine Öffnung aufweist, kann der Tuchführungseinsatz
nach dem Abnehmen des Führungsnutprofils an diesem Längsende entnommen werden. Ebenso
kann ein neuer Tuchführungseinsatz eingesetzt werden, und das Führungsnutprofil kann
anschließend wieder mit dem Trägerprofil verbunden werden.
[0014] Die erste und die zweite Gleitfläche dienen dazu, die Bewegung, welche das Führungsnutprofil
bei der Überführung zwischen montiertem Zustand und losem Zustand ausführt, relativ
zum Trägerprofil zu definieren. Beispielsweise kann es sich sowohl bei der ersten
Gleitfläche wie auch bei der zweiten Gleitfläche um eine ausgedehnte Fläche handeln.
Es sei jedoch verstanden, dass zumindest eine der Gleitflächen auch durch zwei Kufen
definiert werden kann, wobei die jeweilige Gleitfläche durch eine Ebene definiert
ist, welche an den beiden Kufen anliegt. Ein Verschieben des Führungsnutprofils relativ
zum Trägerprofil ist bei einer solchen Ausführung dergestalt möglich, dass die erwähnte
Ebene an den Kufen desjenigen Elements, welches die Kufen aufweist, parallel zur Gleitfläche
des anderen Elements liegt und auch parallel zur dieser Ebene verschoben wird.
[0015] Mit der erfindungsgemäßen Führungsschiene ist es möglich, das Trägerprofil dauerhaft
an einer Mauer montiert zu belassen, während das Führungsnutprofil einfach ausgewechselt
werden kann. Dies erleichtert erheblich notwendige Reparaturarbeiten.
[0016] Die Rückwand, der erste Schenkel, der zweite Schenkel, der erste Vorsprung und der
zweite Vorsprung sind so angeordnet, dass sie eine Führungsnut umschließen. Dies impliziert
gewisse Einschränkungen bei deren Anordnung. Bevorzugt stehen dabei der erste und
der zweite Schenkel in gleicher Richtung und parallel zueinander von der Rückwand
ab, wobei weiter bevorzugt jeder der beiden Schenkel quer zur Rückwand steht.
[0017] Der erste und der zweite Vorsprung sind bevorzugt so ausgebildet, dass ihre jeweiligen
Anlagen aufeinander zu weisen. Anders ausgedrückt liegen sich der erste und der zweite
Vorsprung bevorzugt unmittelbar gegenüber so dass sie abgesehen von der zwischen ihnen
ausgebildeten Öffnung eine gemeinsame ebene Außenoberfläche aufweisen.
[0018] Der erste Vorsprung ist bevorzugt quer zum ersten Schenkel angeordnet. Weiter ist
bevorzugt auch der zweite Schenkel quer zum zweiten Vorsprung angeordnet.
[0019] Insgesamt kann, wenn der erste Schenkel und der zweite Schenkel jeweils quer zur
Rückwand angeordnet sind, der erste Vorsprung quer zum ersten Schenkel steht und gleichzeitig
der zweite Vorsprung quer zum zweiten Schenkel steht und die jeweiligen Abstände der
Vorsprünge von der Rückwand gleich groß sind, erreicht werden, dass die Führungsnut
einen zumindest in Wesentlichen rechteckigen Querschnitt hat.
[0020] Die erste und die zweite Hinterschneidung dienen dazu, den Tuchführungseinsatz entgegen
einer Kraft, die in Zugrichtung wirkt, formschlüssig zu halten. Die Zugrichtung steht
dabei quer zur Öffnung und quer zur Längsrichtung. Mit anderen Worten ist die Zugrichtung
diejenige Richtung, in welcher typischerweise in etwa eine Zugbelastung von dem Markisentuch
auf den Tuchführungseinsatz und damit auf die Führungsschiene ausgeübt wird, beispielsweise
wenn das Markisentuch von einem Windstoß erfasst wird oder eine Person das Markisentuch
zu einer Außenseite oder Innenseite des Gebäudes drückt. Unter einer formschlüssigen
Haltung in einer bestimmten Richtung wird im Rahmen dieser Anmeldung verstanden, dass
sich ein gehaltenes Teil in die entsprechende Richtung nicht bewegen kann, weil es
von geeignet ausgebildetem Material eines anderen Teils gehalten wird.
[0021] Das Trägerprofil ist bevorzugt mit geeigneten Mitteln versehen, mit welchen es an
einer Mauerlaibung und/oder an einem Fensterrahmen befestigbar ist. Beispielsweise
können hierzu Bohrungen in dem Trägerprofil vorgesehen sein, durch welche jeweils
eine Schraube zur Befestigung gesteckt werden kann. Das Trägerprofil kann dabei so
ausgebildet sein, dass es direkt an einen Fensterrahmen angrenzt und an diesem befestigt
wird.
[0022] Eine lösbare Verbindung zwischen dem Führungsnutprofil und dem Trägerprofil kann
auf verschiedene Arten erreicht werden. Bevorzugt weist hierzu das Trägerprofil zumindest
einen ersten und einen zweiten Haltevorsprung auf, welche im montierten Zustand das
Führungsnutprofil in Zugrichtung formschlüssige am Trägerprofil halten. Bei einem
solchen Haltevorsprung kann es sich beispielsweise um ein flächiges Materialstück
handeln, welches von einer Wand absteht. Ein solches hat in Zugrichtung typischerweise
nur eine geringe Ausdehnung. Alternativ kann ein solcher Haltevorsprung jedoch auch
eine höhere Ausdehnung in Zugrichtung haben.
[0023] Weiter bevorzugt weist das Führungsnutprofil zumindest einen ersten Gegenhaltevorsprung
und einen zweiten Gegenhaltevorsprung auf, wobei der erste Gegenhaltevorsprung ausgebildet
ist, um im montierten Zustand zu dem ersten Haltevorsprung des Trägerprofils eine
zumindest entgegen einer in Zugrichtung wirkenden Kraft haltende, formschlüssige Verbindung
auszubilden, und wobei der zweite Gegenhaltevorsprung ausgebildet ist um im montierten
Zustand mit dem zweiten Haltevorsprung des Trägerprofils eine zumindest entgegen einer
in Zugrichtung wirkenden Kraft haltende, formschlüssige Verbindung auszubilden. Durch
die Verwendung derartiger Gegenhaltevorsprünge wird erreicht, dass das Führungsnutprofil
im montierten Zustand nicht mehr in Zugrichtung von dem Trägerprofil entfernbar ist.
Bei entsprechender Ausführung kann man beispielsweise davon sprechen, dass das Führungsnutprofil
in das Trägerprofil eingehakt ist.
[0024] Bevorzugt ist zumindest einer der Gegenhaltevorsprünge Bestandteil eines U-förmigen
Hakens. Ein solcher U-förmiger Haken kann dabei einen der Haltevorsprünge des Trägerprofils
umschließen.
[0025] Bevorzugt sind der erste Haltevorsprung und der zweite Haltevorsprung ausgebildet,
um zu einer Außenseite des Gebäudes zu weisen, so dass das Führungsnutprofil durch
Bewegung in Richtung einer Innenseite des Gebäudes hin in den montierten Zustand überführt
werden kann. Das Trägerprofil, an dem der erste und der zweite Haltevorspruch ausgebildet
sind, weist dabei typischerweise eine erkennbare Orientierung auf, so dass dem Fachmann
klar ist, welche Seite des Trägerprofils bei der Montage zu einer Innenseite bzw.
zu einer Außenseite des Gebäudes weisen soll. Vorzugsweise ist das Trägerprofil so
ausgebildet, dass es Mittel zur Befestigung des Trägerprofils an einem Fensterkasten
aufweist, beispielsweise entsprechende Bohrungen. Diejenige Seite, welche dann nach
einer entsprechenden Montage zum Fensterrahmen zeigt, zeigt gleichzeitig zur Innenseite
des Gebäudes, sofern die Führungsschiene bezügliche des Fensterrahmens außenseitig
angebracht ist. Diejenige Seite, welche der zum Fensterrahmen weisenden Seite gegenüberliegt,
weist dann zur Außenseite.
[0026] Die Ausbildung der Haltevorsprünge, so dass sie zu einer Außenseite des Gebäudes
weisen, kann einen Platzbedarf zwischen dem Trägerprofil und dem Fensterrahmen verringern.
Dies gilt insbesondere dann, wenn das Führungsnutprofil eine Abdeckung aufweist, welche
einen Teil des Trägerprofils, welcher benachbart zum Fensterrahmen angeordnet sein
soll, überdecken kann, wodurch beispielsweise eine bessere Ästhetik erreicht wird.
Würden die beiden Haltevorsprünge in die entgegengesetzte Richtung, also zur Innenseite
des Gebäudes weisen, so müsste ein Abstand zwischen Trägerprofil und dem Fensterrahmen
vorgesehen sein, so dass der Abstand einen Teil des Führungsnutprofils aufnehmen kann,
bevor das Führungsnutprofil in den montierten Zustand verschoben wird. Dieser Platz
zwischen dem Fensterrahmen und dem Trägerprofil würde nach Abschluss der Montage frei
bleiben, was sowohl der Ästhetik wie auch der Stabilität schaden kann.
[0027] Eine allgemeinere Bedingung für die gewünschte Funktionalität kann auch so ausgedrückt
werden, dass der erste Haltevorsprung und der zweite Haltevorsprung bevorzugt ausgebildet
sind, um von einer Seitenfläche des Trägerprofils, welche dazu ausgebildet ist, an
einen Fensterrahmen anzugrenzen, weg zu weisen, so dass das Führungsnutprofil durch
Bewegung in Richtung zu dem Fensterrahmen hin in den montierten Zustand überführt
werden kann. Diese Bedingung ist unabhängig davon, auf welcher Seite eines Fensterrahmens
die Führungsschiene montiert werden soll.
[0028] In weiter verallgemeinerter Form kann die erwähnte bevorzugte Ausbildung der beiden
Haltevorsprünge auch so verstanden werden, dass das Führungsnutprofil bevorzugt in
Richtung auf eine Seite des Trägerprofils, welche dazu ausgebildet ist, an einen Fensterrahmen
anzulegen, in den montierten Zustand verschoben wird.
[0029] Bevorzugt weist das Trägerprofil eine Anzahl erster Bohrungen auf, und das Führungsnutprofil
weist weiter bevorzugt eine Anzahl zweiter Bohrungen auf, wobei im montierten Zustand
jeweils eine der ersten Bohrungen eine jeweilige der zweiten Bohrungen überdeckt,
so dass eine jeweilige Schraube hindurchgesteckt werden kann. Dies ermöglicht es,
das Führungsnutprofil relativ zum Trägerprofil mittels der Schraube gegen Verschieben
zu sichern. Es wurde bereits ausgeführt, dass das Trägerprofil und das Führungsnutprofil
erfindungsgemäß derart ausgebildet sind, dass sie durch Verschieben relativ zueinander
vom losen Zustand in den montierten Zustand überführt werden können. Im montieren
Zustand wird dabei das Führungsnutprofil in Zugrichtung formschlüssig am Trägerprofil
gehalten. Die eben erwähnten Schrauben, mit welchen das Führungsnutprofil relativ
zum Trägerprofil gehalten werden kann, können ein solches Verschieben verhindern.
Insbesondere kann damit verhindert werden, dass sich das Führungsnutprofil von dem
montierten Zustand in den losen Zustand verschiebt. Eine solche Schraube muss dabei
keine hohen Kräfte aufnehmen, da die Verschiebung, gegen welche sie sichert, quer
zur Zugrichtung stattfinden würde, wobei in solchen Richtungen üblicherweise keine
hohen Kräfte wirken. Eine in Zugrichtung wirkende Kraft, beispielsweise aufgrund eines
Windstoßes, muss nicht von der Schraube aufgenommen werden, sondern vielmehr von der
formschlüssigen Verbindung. Deshalb können schwächere, beispielsweise kleinere und/öder
weniger Schrauben verwendet werden als wenn die Schrauben eine in Zugrichtung wirkende
Kraft aufnehmen müssten.
[0030] Es sei erwähnt, dass unter einer Anzahl von Elementen im Rahmen dieser Anmeldung
grundsätzlich entweder ein solches Element oder eine beliebige Vielzahl solcher Elemente
verstanden wird.
[0031] Besonders bevorzugt sind die ersten Bohrungen parallel zur ersten Gleitfläche ausgebildet
und die zweiten Bohrungen parallel zur zweiten Gleitfläche ausgebildet. Dies wird
beispielsweise dadurch erreicht, dass die jeweiligen Bohrungen in flächigem Material
ausgebildet sind, und dieses Material jeweils parallel zu der jeweiligen Gleitfläche
ist. Damit steht die Schraube, welche durch zwei sich überdeckende Bohrungen hindurch
gesteckt wird, quer zu den beiden Gleitflächen und kann in besonders vorteilhafter
Weise ein Gleiten des Führungsnutprofils relativ zu dem Trägerprofil verhindern.
[0032] Im montierten Zustand wird dabei die Führungsschiene bevorzugt durch eine Anzahl
von Schrauben, welche durch eine erste Bohrung und eine zweite Bohrung hindurch gesteckt
sind, so gehalten, dass ein Verschieben des Führungsnutprofils relativ zum Trägerprofil
in einer quer zur Längsrichtung und quer zur Zugrichtung weisenden Richtung verhindert
wird.
[0033] Im losen Zustand kann das Führungsnutprofil in Zugrichtung von dem Trägerprofil entfernt
werden. Dies ermöglicht eine einfache Entfernung, da das Führungsnutprofil nicht entlang
der Längsrichtung der Führungsschiene verschoben werden muss. Es genügt eine Bewegung
in Zugrichtung, in welcher bei üblichen Montagebedingungen genügend Platz zur Verfügung
steht. Bei der Montage des Führungsnutprofils an dem Trägerprofil wird dieses zunächst
in einer Richtung entgegengesetzt zur Zugrichtung in den losen Zustand überführt,
um anschließend in den montierten Zustand verschoben zu werden. Dies ist ebenso einfach
möglich wie das Entfernen, weil keine Bewegung in Längsrichtung nötig ist.
[0034] Bevorzugt ist in dem Trägerprofil oder in dem Führungsnutprofil ein entlang der Längsrichtung
verlaufender Kabelkanal ausgebildet, welcher beispielsweise zum Führen elektrischer
Leitungen dienen kann. Zusätzlich oder alternativ ist bevorzugt ein Kanal zur Aufnahme
eines von einem oberhalb der Führungsschiene angeordneten Markisenkasten nach unten
abstehenden Zapfens ausgebildet, welcher dazu dienen kann, die Führungsschiene relativ
zum Markisenkasten zu fixieren. Es sei verstanden, dass ein Kanal auch beide erwähnten
Funktionen haben kann.
[0035] Bevorzugt weist das Trägerprofil eine Rückseite auf, mit welcher es im montierten
Zustand an einer Mauerlaibung anliegen kann, und weist ferner bevorzugt eine Putzkante
auf, welche eine das Trägerprofil an einer quer zur Rückseite stehenden Seite zumindest
teilweise flächig begrenzende Außenwand des Trägerprofils bildet. Mit Hilfe einer
solchen Putzkante kann das Trägerprofil zumindest teilweise unter Putz montiert werden.
Die Putzkante dient dabei als Abschluss zu einer Seite, an welcher das Trägerprofil
zu dem Putz, beispielsweise einem normalen Mauerputz, benachbart ist. Besonders bevorzugt
ist die Putzkante an einer Seite ausgebildet, welche einer Seite, die zum Angrenzen
an einen Fensterrahmen ausgebildet ist, gegenüberliegt. Somit kann das Trägerprofil
zwischen einem auf die Mauerlaibung aufgebrachten Putz und dem Fensterrahmen angebracht
werden.
[0036] Bevorzugt weist das Führungsnutprofil ferner eine Abfräsung der Führungsnut zumindest
an einem seiner Längsenden auf. Eine solche Abfräsung bedeutet typischerweise, dass
an einem Längsende entlang eines Abschnitts ein Teil des Materials des Führungsnutprofils,
welches an die Seite des Führungsnutprofils, an welchem die Öffnung ausgebildet ist
angrenzt, entfernt wird. Damit kann das Entfernen und Anbringen des Führungsnutprofils
am Trägerprofil, insbesondere wenn das Trägerprofil an einer Mauerlaibung, beispielsweise
unterhalb eines Markisenkastens montiert ist, erleichtert werden. Dies geschieht dadurch,
dass auf Grund der Abfräsung mehr Platz zum Einbringen des Führungsnutprofils zur
Verfügung steht. Die geforderte Funktionalität zum Halten und Auswechseln des Tuchführungselements
wird hierdurch nicht beeinträchtigt.
[0037] Hinsichtlich der Senkrechtmarkise betrifft die Erfindung eine Senkrechtmarkise, welche
einen Markisenkasten, zumindest eine erste und eine zweite Führungsschiene, einen
ersten und einen zweiten Tuchführungseinsatz sowie ein Markisentuch mit einem Fallstab
aufweist, wobei die erste und die zweite Führungsschiene im montierten Zustand sind,
parallel zueinander mit jeweils aufeinander zu gewandten Öffnungen montiert sind,
und jeweils einen Tuchführungseinsätze in der jeweiligen Führungsnut aufgenommen haben,
wobei der Markisenkasten über den Führungsschienen montiert ist und das Markisentuch
von dem Markisenkasten so herabhängt, dass der Fallstab von den jeweiligen Anlagen
an den Vorsprüngen der Führungsschienen gehalten wird und sich an einem dem Markisenkasten
gegenüberliegenden Längsende des Markisentuchs befindet, und wobei ferner das Markisentuch
an zwei gegenüberliegenden, den Führungsschienen zugewandten Längsseiten mittels jeweiliger
Führungsmittel, beispielsweise Halbreißverschlüsse, in den jeweiligen Tuchführungseinsätzen
geführt wird.
[0038] Bei den Führungsschienen handelt es sich dabei um solche, wie sie weiter oben mit
Bezug auf eine erfindungsgemäße Führungsschiene beschrieben wurden. Die Führungsschienen
können dabei entsprechend der erwähnten möglichen Weiterbildungen und Ausführungen
ausgebildet sein, wobei sie sich die jeweils erwähnten Vorteile zu Nutze machen. Die
mit Bezug auf eine Führungsschiene erwähnten Vorteile kommen dabei der erfindungsgemäßen
Senkrechtmarkise zu Gute.
[0039] Bevorzugt weisen der erste und der zweite Tuchführungseinsatz Tuchführungsmittel
auf. Hierbei kann es sich beispielsweise um jeweils eine Nut handeln, in welche nebeneinander
angeordnete, seitlich vom Markisentuch abstehende Krampen aufgenommen werden können.
Die Krampen weisen dabei einen veränderlichen Querschnitt auf, wobei im Wesentlichen
der Querschnitt vom Markisentuch aus betrachtet zur Außenseite hin ansteigt. Damit
weisen die Krampen sowohl einen Abschnitt auf, welcher in eine Öffnung der Nut passt,
wie auch einen weiteren Abschnitt, welcher in die Nut aufgenommen wird und nicht mehr
durch die Öffnung passt. Alternativ kann auch das Markisentuch in die Öffnung aufgenommen
werden, und die jeweiligen Krampen weisen einen Querschnitt auf, so dass sie nicht
mehr durch die Öffnung passen. Ebenso kann das Markisentuch alternativ einen Keder
an der jeweiligen Seite aufweisen, welcher ebenfalls in die Nut des Tuchführungseinsatzes
aufgenommen werden kann. Auf diese Weise kann ein Tuchführungsmittel zum einen das
Tuch führen, zum anderen auch eine Zugkraft in eine Richtung entgegen der Zugrichtung
auf das Markisentuch ausüben. Es sei erwähnt dass eine Anordnung benachbarter Krampen
seitlich am Markisentuch auch als Halbreißverschluss bezeichnet werden kann. Sofern
das Markisentuch, wie dies typischerweise der Fall ist, auwickelbar sein soll, werden
ein Halbreißverschluss oder ein Keder danach ausgewählt werden, dass sie die nötige
Flexibilität beim Aufwickeln zeigen.
[0040] Bevorzugt weisen der erste und der zweite Tuchführungseinsatz jeweils Spannmittel
auf, welche das Markisentuch an den Längsseiten spannen. Die Spannmittel weisen bevorzugt
jeweils ein elastisch deformierbares Material auf, welches an den jeweiligen Hinterscheidungen
der jeweiligen Führungsschiene deformiert anliegt. Ein derartig elastisch deformierbares
Material hat typischerweise die Eigenschaft, dass es bei Deformation eine Kraft auf
seine Umgebung ausübt, welche versucht, die Deformation rückgängig zu machen. Im Fall
der erfindungsgemäßen Senkrechtmarkise kann diese Eigenschaft dazu dienen, das Markisentuch
zu spannen. Die Kraft, welche die Spannmittel auf den restlichen Teil des jeweiligen
Tuchführungseinsatzes ausüben, weist dabei typischerweise in eine Richtung, welche
der Zugrichtung entgegengesetzt ist. Damit wird, wenn das Markisentuch wie eben beschrieben
mit dem Tuchführungseinsatz verbunden ist, das Markisentuch in Richtung entgegen der
Zugrichtung gespannt. Dies kann beispielsweise gewünscht sein, um ein Flattern des
Markisentuchs zu verhindern und um eine gute Ästhetik durch Straffung des Markisentuchs
sicher zu stellen.
[0041] Der erwähnte Fallstab der Senkrechtmarkise dient dazu, das Markisentuch in senkrechter
Richtung zu spannen. Anders ausgedrückt führt der Fallstab dazu, dass ein dem Markisenkasten
gegenüberliegendes Ende des Markisentuchs nach unten gezogen wird. Auch damit kann
ein Flattern verhindert werden und das Markisentuch kann formschön glatt gespannt
werden.
[0042] Weitere Merkmale und Vorteile werden dem Fachmann an Hand der nachfolgend mit Bezug
auf die Figuren beschriebenen Ausführungsbeispiele ersichtlich werden. Es sei verstanden,
dass die nachstehen wie auch die vorstehend beschriebenen Merkmale beliebig kombiniert
werden können, ohne von dem Grundgedanken der Erfindung abzuweichen.
- Figur 1
- zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Trägerprofils.
- Figur 2
- zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Führungsnutprofils mit einem
darin enthaltenen Tuchführungseinsatz.
- Figur 3
- zeigt ein erfindunsgemäßes Ausführungsbeispiel einer Führungsschiene in einem nicht
montierten Zustand.
- Figur 4
- zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel einer Führungsschiene im montierten
Zustand.
- Figur 5
- zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel einer Senkrechtmarkise.
[0043] Es sei erwähnt, dass die Figuren 1 bis 4 Querschnittsansichten sind, welche so zu
verstehen sind, dass die jeweiligen Profile entlang einer senkrecht zur Papierebene
stehenden Längsrichtung einen im Wesentlichen unveränderlichen, nämlich den gezeigten
Querschnitt aufweisen. In der nachfolgenden Beschreibung beziehen sich Angaben wie
oben, unten, rechts und links grundsätzlich auf die dargestellte Querschnittsansicht
der jeweiligen Figur, unabhängig davon, wie eine Führungsschiene tatsächlich eingebaut
werden würde.
[0044] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Trägerprofils 100.
Das Trägerprofil 100 weist eine Seitenwand 110 auf, welche eine Seitenfläche bildet,
die dazu ausgebildet ist, nach einer Montage an einen benachbarten Fensterrahmen anzugrenzen.
Des weiteren weist das Trägerprofil 100 eine Rückseite 120 auf, welche dazu ausgebildet
ist, nach einer Montage an eine Mauerlaibung einer Gebäudeöffnung anzugrenzen. Die
Seitenwand 110 und die Rückseite 120 stehen rechtwinklig zueinander.
[0045] In der Seitenwand 110 ist eine erste Befestigungsbohrung 115 ausgebildet, durch welche
eine erste Befestigungsschraube 20 hindurchgesteckt werden kann. Die erste Befestigungsschraube
20 kann dazu dienen, das Trägerprofil 100 an einem benachbarten Fensterrahmen zu befestigen.
Außerdem ist in der Rückseite 120 eine zweite Befestigungsbohrung 125 ausgebildet,
durch welche eine zweite Befestigungsschraube 30 hindurchgesteckt werden kann. Die
zweite Befestigungsschraube 30 kann dazu dienen, das Trägerprofil 100 an einer Mauerlaibung
zu befestigen.
[0046] Das Trägerprofil 100 weist ferner einen ersten Befestigungsvorsprung 130 mit einer
ersten Haltefläche 135 sowie einen zweiten Befestigungsvorsprung 140 mit einer zweiten
Haltefläche 145 auf. Die erste Haltefläche 135 und die zweite Haltefläche 145 weisen
dabei in Richtung auf die Rückseite 120 zu. Somit können der erste Haltevorsprung
130 und der zweite Haltevorsprung 140 dazu dienen, mittels ihrer jeweiligen Halteflächen
135, 145 ein Führungsnutprofil zumindest in einer Richtung quer zu den Halteflächen
135, 145 formschlüssig zu halten.
[0047] Des weiteren weist das Trägerprofil 100 eine erste Gleitfläche 150 auf. Die erste
Gleitfläche 150 ist parallel zu den Halteflächen 135, 145 ausgebildet und ermöglicht
es, dass ein mit dem Trägerprofil 100 zu verbindendes Führungsnutprofil entlang der
ersten Gleitfläche 150 verschoben wird.
[0048] Außerdem weist das Trägerprofil 100 eine Putzkante 160 auf, welche eine das Trägerprofil
teilweise flächig begrenzende Außenwand des Trägerprofils bildet. Die Putzkante 160
ist dabei an einer zur Seitenwand 110 gegenüberliegenden Seite des Trägerprofils 100
ausgebildet. Die Putzkante 160 ist, wie in Fig. 1 zu sehen ist, kürzer als die Seitenwand
110. Sie kann nach Montage des Trägerprofils 100 angrenzend an eine Mauerlaibung und
einen Festerrahmen dazu dienen, eine Außenwand vorzusehen, welche eingeputzt werden
kann. Beispielsweise kann benachbart zur Putzkante 160 so viel Putz auf die Mauerlaibung
aufgetragen werden, dass die Putzkante 160 von dieser Seite aus nicht mehr sichtbar
ist. Dies ermöglicht einen formschönen Einbau des Trägerprofils 100.
[0049] In dem Trägerprofil 100 sind mehrere erste Bohrungen ausgebildet, wovon beispielhaft
eine erste Bohrung 170 in Figur 1 dargestellt ist und beschrieben wird. Die erste
Bohrung 170 ist in der Rückseite 120 ausgebildet. Die erste Bohrung 170 kann dazu
verwendet werden, ein mit dem Trägerprofil 100 zu verbindenes Führungsnutprofil gegen
Verschieben entlang der ersten Gleitfläche 150 zu sichern. Dies wird weiter unten
beschrieben werden.
[0050] Das Trägerprofil 100 weist auch einen Kanal 190 auf, welcher als Kabelkanal oder
zur Fixierung des Trägerprofils an einem oberhalb einer Führungsschiene angebrachten
Markisenkasten mittels eines von diesem Kasten nach unten abstehenden Zapfens dienen
kann.
[0051] Figur 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Führungsnutprofils
200.
[0052] Das Führungsnutprofil 200 weist eine Abdeckung 210 auf, welche einen Teil eines Trägerprofils
abdeckt, wenn das Führungsnutprofil 200 mit einem Trägerprofil verbunden ist.
[0053] Weiter weist das Führungsnutprofil 200 eine zur Abdeckung 210 parallele Bodenplatte
220 auf. Die Bodenplatte 220 bildet an einer Seite einen ersten Gegenhaltevorsprung
230. Der erste Gegenhaltevorsprung ist flächig ausgebildet und weist an seiner in
Figur 2 nach oben weisenden Seite eine erste Gegenhaltefläche 235 auf. Die erste Gegenhaltefläche
235 ist dazu geeignet, im montierten Zustand an eine Haltefläche eines Trägerprofils
anzugrenzen und damit eine formschlüssige Verbindung auszubilden, welche das Führungsnutprofil
200 zumindest in einer Richtung quer zur ersten Gegenhaltefläche 235 hält. Wie weiter
unten gezeigt wird, grenzt die erste Gegenhaltefläche 235, wenn das Führungsnutprofil
200 mit einem Trägerprofil 100 gemäß Figur 1 verbunden ist, an die erste Haltefläche
135 des Trägerprofils 100 an.
[0054] Das Führungsnutprofil weist ferner einen zweiten Gegenhaltevorsprung 240 auf. Dieser
ist Teil eines U-förmigen Hakens, welcher an der Bodenplatte 220 ausgebildet ist.
Damit ist der zweite Gegenhaltevorsprung 240 von der Bodenplatte 220 beabstandet.
Der zweite Gegenhaltevorsprung weist eine zweite Gegenhaltefläche 245 auf, welche
zur Bodenplatte 220 hin und in die gleiche Richtung wie die erste Gegenhaltefläche
235 weist. Die zweite Gegenhaltefläche 245 ist auch parallel zur ersten Gegenhaltefläche
235 ausgebildet.
[0055] Die zweite Gegenhaltefläche 245 ist dazu geeignet, im montierten Zustand an eine
Haltefläche eines Trägerprofils anzugrenzen und damit eine formschlüssige Verbindung
auszubilden, welche das Führungsnutprofil 200 zumindest entgegen einer Kraft, die
in einer Richtung quer zur zweiten Gegenhaltefläche 245 wirkt, hält. Wie weiter unten
gezeigt wird, grenzt die zweite Gegenhaltefläche 245, wenn das Führungsnutprofil 200
mit einem Trägerprofil 100 gemäß Figur 1 verbunden ist, an die zweite Haltefläche
145 des Trägerprofils 100 an.
[0056] Durch den ersten Gegenhaltevorsprung 230 und den zweiten Gegenhaltevorsprung 240
mit ihren jeweiligen Gegenhalteflächen 235, 245 kann das Führungsnutprofil 200 an
zwei Stellen formschlüssig mit einem Trägerprofil verbunden werden. An beiden Gegenhaltevorsprüngen
230, 240 verhindert die formschlüssige Verbindung zumindest eine Bewegung in einer
Richtung, die quer zu den Gegenhalteflächen 235, 245 und weg von dem Trägerprofil
weist. Damit wird ein Entfernen des Führungsnutprofils 200 von dem Trägerprofil verhindert,
solange das Führungsnutprofil 200 nicht parallel zu den Gegenhalteflächen 235, 245
relativ zum Trägerprofil verschoben werden kann. Eine solche Verschiebung wiederum
kann in geeigneter Weise durch eine Schraube verhindert werden, wie weiter unten noch
beschrieben werden wird.
[0057] Das Führungsnutprofil 200 weist ferner eine zweite Gleitfläche 250 auf, welche an
der Bodenplatte 220 ausgebildet ist und in der Darstellung von Figur 2 nach unten
weist. Die zweite Gleitfläche 250 ist dazu geeignet, bei Montage des Führungsnutprofils
200 an ein Trägerprofil an eine entsprechenden Gleitfläche des Trägerprofils anzugrenzen,
so dass die beiden Gleitflächen parallel zueinander sind und gegeneinander verschoben
werden können. Wenn das Führungsnutprofil 200 beispielsweise mit einem Trägerprofil
100 gemäß Figur 1 verbunden werden soll, kann die zweite Gleitfläche 250 des Führungsnutprofils
200 an die erste Gleitfläche 150 des Trägerprofils 100 angrenzen. Entlang der beiden
Gleitflächen 150, 250 können dann das Führungsnutprofil 200 und das Trägerprofil 100
relativ zueinander verschoben werden. Mittels einer solchen Verschiebung können das
Führungsnutprofil 200 und das Trägerprofil 100 von einem nicht montierten, auch als
lose bezeichneten Zustand in den montierten Zustand und umgekehrt verschoben werden,
wobei im montierten Zustand die Haltevorsprünge 130, 140, 230, 240 in bereits beschriebener
Weise formschlüssige Verbindungen ausbilden.
[0058] In dem Führungsnutprofil 200 sind mehrere zweite Bohrungen ausgebildet, wovon beispielhaft
eine zweite Bohrung 270 in Figur 2 dargestellt ist und beschrieben wird. Durch die
zweite Bohrung 270 kann eine Schraube hindurchgesteckt werden. Die zweite Bohrung
270 ist so ausgebildet, dass sie die erste Bohrung 170 eines Trägerprofils 100 überdeckt,
wenn sie mit dem Trägerprofil 100 verbunden ist. Die durch die zweite Bohrung 270
hindurchgesteckte Schraube kann somit auch durch die erste Bohrung 170 des Trägerprofils
100 gesteckt werden. Damit kann eine Bewegung des Führungsnutprofils 200 relativ zum
Trägerprofil 100 parallel zu den beiden Gleitflächen 150, 250 verhindert werden. Dies
führt, wie bereits weiter oben beschrieben wurde, zu einer Befestigung des Führungsnutprofils
200 an dem Trägerprofil 100.
[0059] In dem Führungsnutprofil 200 ist eine Führungsnut 300 ausgebildet, welche auf nun
zu beschreibende Weise von Teilen des Führungsnutprofils 200 umschlossen wird.
[0060] An der Bodenplatte 220 ist auf einer der zweiten Gleitoberfläche 250 gegenüberliegenden
Seite eine Rückwand 305 ausgebildet. Die Rückwand 305 begrenzt die Führungsnut 300
an einer Seite.
[0061] Von der Rückwand 305 stehen ein erster Schenkel 310 und ein zweiter Schenkel 340
ab. Die Schenkel 310, 340 sind parallel zueinander und jeweils rechtwinklig zur Rückwand
305 ausgebildet. Außerdem stehen sie in gleicher Richtung von der Rückwand 305 ab.
Damit begrenzen sie die Führungsnut 305 an zwei gegenüberliegenden Seiten.
[0062] Von dem ersten Schenkel 310 steht wiederum ein erster Vorsprung 320 ab, und zwar
in der Darstellung von Figur 2 nach rechts. Der erste Vorsprung 320 steht rechtwinklig
zu dem ersten Schenkel 310 und damit auch parallel zur Rückwand 305. Ebenso steht
von dem zweiten Schenkel 340 ein zweiter Vorsprung 350 ab. Dieser steht rechtwinklig
zu dem zweiten Schenkel 340 und damit auch parallel zur Rückwand 305. Der erste Vorsprung
320 und der zweite Vorsprung 350 sind so ausgebildet, dass sie die Führungsnut 300
an einer zur Rückwand 305 gegenüberliegenden Seite begrenzen, wobei jedoch zwischen
dem ersten Vorsprung 320 und dem zweiten Vorsprung 350 eine Öffnung 370 gelassen wird.
Die Öffnung 370 kann beispielsweise dazu dienen, ein Markisentuch, welches üblicherweise
lediglich eine geringe Dicke aufweist, in die Führungsnut 300 eintreten zu lassen.
Außerdem kann ein an dem Markisentuch angebrachter Fallstab in die Öffnung 370 aufgenommen
werden. Hierzu bildet der erste Vorsprung 320 eine erste Anlage 325 und der zweite
Vorsprung 350 bildet eine zweite Anlage 355. Die Anlagen 325, 355 können dazu dienen,
einen dazwischen aufgenommenen Fallstab zu führen, so dass er sich nur noch entlang
der senkrecht auf der Papierebene der Figur 2 stehenden Längsrichtung bewegen kann.
Ein unerwünschtes Schlackern oder Wegschwingen des Fallstabs kann so verhindert werden.
[0063] An dem ersten Vorsprung 320 ist eine erste Hinterschneidung 330 ausgebildet, welche
zum Inneren der Führungsnut 300 hin weist. Ebenso ist an dem zweiten Vorsprung 350
eine zweite Hinterschneidung 360 ausgebildet, welche ebenfalls zum Inneren der Führungsnut
300 hin weist. Damit können die Hinterschneidungen 330, 360 dazu verwendet werden,
einen in die Führungsnut 300 einsetzbaren Tuchführungseinsatz 400 formschlüssig in
einer Zugrichtung 380 zu halten. Hierzu können geeignet ausgebildete Teile des Tuchführungseinsatzes
400 an die Hinterschneidungen 330, 360 angrenzen, wie weiter unten noch detaillierter
beschrieben werden wird.
[0064] Zwischen der ersten Hinterschneidung 330 und der Öffnung 370 ist eine erste Begrenzung
335 ausgebildet, welche zur ersten Hinterschneidung rechtwinklig steht und auf die
Rückwand 305 weist. Ebenso ist zwischen der zweiten Hinterschneidung 360 und der Öffnung
370 eine zweite Begrenzung 365 ausgebildet, welche zur zweiten Hinterschneidung 360
rechtwinklig steht und auf die Rückwand 305 weist. Die beiden Begrenzungen 335, 365
begrenzen die Öffnung 370 seitlich und bilden eine zusätzliche Führung für einen in
die Führungsnut 300 aufzunehmenden Tuchführungseinsatz 400. Außerdem können die Begrenzungen
das Eindringen von Wasser in die Führungsnut 300 verringern.
[0065] An dem zweiten Schenkel 340 und dem zweiten Vorsprung 350 ist ein Kabelkanal 390
ausgebildet, welcher dazu verwendet werden kann, ein elektrisches Kabel in Längsrichtung
durch das Führungsnutprofil 200 zu führen. Alternativ oder zusätzlich kann der Kabelkanal
390 auch verwendet werden, um einen Zapfen, welchen von einem oberhalb des Führungsnutprofils
200 angeordneten Markisenkasten nach unten absteht, aufzunehmen. Damit kann das Führungsnutprofil
relativ zum Markisenkasten fixiert werden.
[0066] In Figur 2 ist ferner ein Tuchführungseinsatz 400 dargestellt, welcher in die Führungsnut
300 des Führungsnutprofils 200 aufgenommen ist. Der Tuchführungseinsatz 400 weist
ein erstes Spannmittel 410 und ein zweites Spannmittel 420 auf, welche beide aus elastischem
Material ausgebildet sind. Das erste Spannmittel 410 grenzt an die erste Hinterschneidung
330 an. Ebenso grenzt das zweite Spannmittel 420 an die zweite Hinterschneidung 360
an. Somit wird der Tuchführungseinsatz 400 in der Zugrichtung 380 durch die Hinterschneidungen
330, 360 formschlüssig gehalten. Der Tuchführungseinsatz 400 kann nicht durch die
Öffnung 370 hindurchtreten und somit auch nicht durch die Öffnung 370 entnommen werden.
Vielmehr kann der Tuchführungseinsatz 400 durch ein offenes Längsende des Führungsnutprofils
400 entnommen werden, durch welches er auch eingesetzt werden kann.
[0067] Der Tuchführungseinsatz 400 weist ferner ein Tuchführungsmittel 430 auf, welches
als eine im Inneren des Tuchführungseinsatzes 400 vorgesehene Nut ausgebildet ist.
Durch das Tuchführungsmittel kann ein Markisentuch gehalten werden, welches zwischen
zwei an gegenüberliegenden Mauerlaibungen einer Maueröffnung angebrachten Führungsschienen
gespannt werden soll. Das Markisentuch kann hierzu an einer Seite, an welcher es von
dem Tuchführungsmittel 430 gehalten werden soll, aneinandergereihte Krampen aufweisen,
welche einen Halbreißverschluss bilden können. Alternativ kann das Markisentuch an
der zu haltenden Seite auch einen Keder aufweisen. Durch eine damit auszubildende
formschlüssige Verbindung kann eine Kraft entgegen der Zugrichtung 380 auf das Markisentuch
ausgeübt werden, wodurch es gespannt werden kann.
[0068] Eine in Zugrichtung 380 wirkende Kraft auf den Tuchführungseinsatz 400 führt dazu,
dass die Spannmittel 410, 420 sich elastisch deformieren. Da das elastische Material
der Spannmittel 410, 420 einer solchen Deformation entgegenwirkt, wird eine entgegen
der Zugrichtung 380 gerichtete Kraft auf das Markisentuch ausgeübt. Auf diese Weise
kann einer Verformung des Markisentuchs aus einem glatten Zustand entgegengewirkt
werden. Ebenso kann eine Vorspannung des Markisentuchs erreicht werden, wenn sich
die Spannmittel 410, 420 bereits bei der Montage einer Senkrechtmarkise in einem deformierten
Zustand befinden. Dann wird selbst dann, wenn keine externe Kraft auf das Markisentuch
wirkt, eine spannende Kraft auf das Markisentuch ausgeübt. Damit kann es formschön
glatt gehalten werden.
[0069] Wie anhand der obigen Beschreibung klar wurde übt der Tuchführungseinsatz 400 Kräfte
auf die Hinterschneidungen 330, 360 in Zugrichtung 380 aus. Wenn das Markisentuch
wie eben beschrieben vorgespannt wird wirken diese Kräfte sogar dauerhaft. Wenn das
Markisentuch beispielsweise von einem Windstoß erfasst wird und sich verformt, werden
die auf die Hinterschneidungen 330, 360 wirkenden Kräfte noch erhöht. Hier kommt ein
Vorteil der erfindungsgemäßen Ausbildung einer Führungsschiene zum Tragen, nämlich
dass das Führungsnutprofil 200 einstückig ausgebildet ist. Im Gegensatz zum Stand
der Technik gibt es keine Verbindungsstelle, an welchem das Führungsnutprofil 200
in zwei Teile zerlegbar wäre, und welche eine erhöhte Bruchgefahr aufweisen würde.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Führungsnutprofils 200 wird somit eine erhöhte
Zuverlässigkeit und Nutzungsdauer erreicht.
[0070] Figur 3 zeigt das Trägerprofil 100 und das Führungsnutprofil 200 mit dem enthaltenen
Tuchführungseinsatz 400 in einem voneinander getrennten Zustand. Das Führungsnutprofil
200 ist dabei bereits teilweise in das Trägerprofil 100 eingeführt, jedoch noch nicht
mit ihm verbunden. Das Trägerprofil ist bei der Montage typischerweise bereits mittels
der ersten Befestigungsschaube 20 an einem Fensterrahmen und mittels der zweiten Befestigungsschraube
30 an einer Mauerlaibung befestigt, so dass es mit der Seitenwand 110 an den Fensterrahmen
angrenzt und mit der Rückseite 120 an die Mauerlaibung angrenzt.
[0071] In der Darstellung von Figur 3 sind die erste Gleitfläche 150 und die zweite Gleitfläche
250 parallel zueinander ausgerichtet. Es kann bereits erkannt werden, dass wenn das
Führungsnutprofil 200 nach unten auf das Trägerprofil 100 zu bewegt wird, die zweite
Gleitfläche 250 die erste Gleitfläche 150 berühren wird. Weiter kann dann das Führungsnutprofil
200 nicht mehr nach unten bewegt werden.
[0072] Es sei verstanden, dass eine Bewegung nach unten in Figur 3 einer Bewegung entgegen
der Zugrichtung entspricht. Eine Bewegung nach oben entspricht einer Bewegung in Zugrichtung.
Dies sind auch die Richtungen, in welchen das Führungsnutprofil 200 an das Trägerprofil
100 herangeführt bzw. von diesem entfernt wird.
[0073] Der erste Gegenhaltevorsprung 230 und der zweite Gegenhaltevorsprung 240 kommen bei
einer nach unten gerichteten Bewegung des Führungsnutprofils 200 an dem ersten Haltevorsprung
130 beziehungsweise an dem zweiten Haltevorsprung 140 vorbei. Die Bewegungsfreiheit
des Führungsnutprofils 200 reicht aus, um den ersten Gegenhaltevorsprung 230 unter
den ersten Haltevorsprung 130 und entsprechend den zweiten Gegenhaltevorsprung 240
unter den zweiten Haltevorsprung 140 zu bringen. Anschließend wird zum Übergang in
den montierten Zustand nur noch das Führungsnutprofil 200 relativ zum Trägerprofil
100 nach links geschoben, wodurch sich der in Figur 4 dargestellte Zustand ergibt.
[0074] Figur 4 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel einer Führungsschiene 10
im montierten Zustand, welche aus einem Trägerprofil 100 gemäß Figur 1 und einem Führungsnutprofil
gemäß Figur 2 zusammengesetzt ist. Wie gezeigt bilden dabei der erste Haltevorsprung
130 und der erste Gegenhaltevorsprung 230 eine formschlüssige Verbindung aus, welche
das Führungsnutprofil 200 in Zugrichtung 380 hält. Ebenso bilden der zweite Haltevorsprung
140 und der zweite Gegenhaltevorsprung 240 eine formschlüssige Verbindung aus, welche
das Führungsnutprofil 200 ebenfalls in Zugrichtung 380 hält. Ein Entfernen des Führungsnutprofils
200 von dem Trägerprofil 100 in Zugrichtung wäre nur dann möglich, wenn das Führungsnutprofil
200 relativ zum Trägerprofil 100 nach rechts verschoben wird. Dies wird jedoch durch
eine Schraube 205, welche durch die erste Bohrung 170 und die zweite Bohrung 270 gesteckt
ist, verhindert. Anders ausgedrückt verhindert die Schraube 205, dass die erste Gleitfläche
150 und die zweite Gleitfläche 250 gegeneinander gleiten. Durch die formschlüssigen
Verbindungen zwischen den Haltevorsprüngen 130, 140 und den jeweiligen Gegenhaltevorsprüngen
230, 240 genügt diese Haltewirkung der Schraube 205, um das Führungsnutprofil 200
sicher an dem Trägerprofil 100 zu halten. Durch Entfernen der Schraube 205 wiederum
kann das Führungsnutprofil 200 nach rechts in einen losen Zustand geschoben werden,
was ein Abnehmen des Führungsnutprofils 200 von dem Trägerprofil 100 ermöglicht.
[0075] Im Zustand von Figur 4 überdeckt die Abdeckung 210 des Führungsnutprofils 200 einen
Teil des Trägerprofils 100. Hierdurch wird eine formschöne Ausführung der Führungsschiene
10 erreicht. Es ist auch erkennbar, welchen Vorteil es hat, dass der erste und der
zweite Haltevorsprung 130, 140 in eine Richtung weg von der Seitenwand 110, welche
an einen Fensterrahmen angrenzen soll, weisen. Das Führungsnutprofil 200 kann von
der rechten Seite aus in den montierten Zustand geschoben werden. Somit befindet sich
die Abdeckung 210 gundsätzlich rechts, also auf einer dem Fensterrahmen abgewandten
Seite der Seitenwand 110. Der beschriebene Montagevorgang kann somit auch dann stattfinden,
wenn an die Seitenwand 110 unmittelbar ein Fensterrahmen angrenzt. Würden die Haltevorsprünge
130, 140 in die entgegengesetzte Richtung weisen, müsste ein Platz zwischen dem Fensterrahmen
und der Seitenwand 110 frei gelassen werden, welcher den optischen Eindruck stören
und eventuell das Eindringen von Regen ermöglichen würde.
[0076] Figur 5 zeigt eine in einen insgesamt mit 50 bezeichneten Einbauschacht eingebaute
Senkrechtmarkise gemäß einem erfindungsgemäßem Ausführungsbeispiel. Der Einbauschacht
50 befindet sich dabei an der Außenseite eines in eine Gebäudeöffnung eingesetzten
Fensters (nicht dargestellt).
[0077] Die der Figur 5 zugrunde liegende Senkrechtmarkise weist dabei unterhalb des Einbauschachts
50 zu beiden Seiten des Fensters eine Führungsschiene 10 auf, auf der ein Markisenkasten
500 mit seinen Seitenteilen bzw. Blendkappen aufgesetzt ist. Der Markisenkasten 500
enthält dazu an seinen Stirnseiten zwei zweckmäßig als Gußformlinge hergestellte Blendkappen,
die mit nach unten abstehenden Steckzapfen zum Anschluss an die Führungsschienen 10
versehen sein können. Auf den Blendkappen ist ein mehrseitig umlaufender Mantel aufgebaut,
der im gezeigten Beispiel ein Außenwandteil 510, ein Oberteil 520 und ein Innenwandteil
530 aufweist. Das Innenwandteil 530 ist dabei als Trägertraverse 530 für ein Breitseitenprofil
540 ausgebildet.
[0078] An der dem Breitseitenprofil 540 bzw. der Trägertraverse 530 gegenüberliegenden Außenwand
510 ist dagegen ein von unten abnehmbarer Zusatzrevisionsdeckel 550 eingehängt, welcher
zusammen mit dem Breitseitenprofil 540 die Breitseiten einer Tuchauslassöffnung 560
definiert, welche auf ihren Schmalseiten von den Führungsschienen 10 begrenzt wird.
Das Breitseitenprofil 540 ist dabei zu Revisionszwecken von unten abnehmbar und bildet
somit einen Revisionsdeckel bzw. einen Teil einer aus dem Breitseitenprofil 540 und
dem Zusatzrevisionsdeckel 550 gebildeten Revisionsdeckelanordnung, über welche das
Innere des Markisenkastens 500 zugänglich ist, welches gleichzeitig einen Einbauraum
570 für eine mit 580 bezeichnete Wickelwelle und ein daran befestigtes und darauf
aufgewickeltes Markisentuch 600 bildet.
[0079] Die Wickelwelle 580 ist dabei auf den beiden Blendkappen des Markisenkastens 500
gelagert. Am unteren Ende des Markisentuchs 600 ist - beispielsweise über die gezeigte,
nicht näher bezeichnete Kederanordnung - ein mit einem relativ großen Gewicht beschwerter
Fallstab 610 befestigt, welcher in den Führungsschienen 10 durch die jeweiligen Anlagen
325, 355 geführt ist und dafür sorgt, dass das Markisentuch 600 in abgewickelter Stellung
straff durch die Tuchauslassöffnung 560 und im weiteren Verlauf entlang der Führungsschienen
10 auf Spannung gehalten wird. Die Unterseite des Fallstabs 610 ist dabei im gezeigten,
vollständig aufgewickelten Zustand des Markisentuchs 600 bündig mit einer unteren
Oberfläche des Zusatzrevisionsdeckels 550 und einer unteren Oberfläche des Breitseitenprofils
540, so dass sich bis auf zwei relativ kleine Schlitze zu beiden Seiten des Fallstabs
610 eine geschlossene Oberfläche an der Unterseite des Markisenkastens 500 und damit
eine sehr hochwertige optische Anmutung ergibt.
1. Führungsschiene (10) für eine in einer Gebäudeöffnung eines Gebäudes anzubringende
Senkrechtmarkise mit seitlicher Zwangsführung eines Markisentuchs (600) entlang einer
Längsrichtung der Führungsschiene (10), mit einem Führungsnutprofil (200), welches
eine Rückwand (305) und einen ersten und einen zweiten von der Rückwand (305) abstehenden
Schenkel (310, 340) aufweist, wobei von dem ersten Schenkel (310) ein erster Vorsprung
(320) absteht und von dem zweiten Schenkel (340) ein zweiter Vorsprung (350) absteht,
so dass zwischen der Rückwand (305), dem ersten Schenkel (310), dem zweiten Schenkel
(340), dem ersten Vorsprung (320) und dem zweiten Vorsprung (350) eine Führungsnut
(300) definiert wird, welche eine zwischen dem ersten Vorsprung (320) und dem zweiten
Vorsprung (350) ausgebildete Öffnung (370) aufweist, so dass der erste Vorsprung (320)
und der zweite Vorsprung (350) jeweilige Anlagen (325, 355) für einen Fallstab (610)
bilden, und wobei an dem ersten Vorsprung (320) eine erste Hinterschneidung (330)
und an dem zweiten Vorsprung (350) eine zweite Hinterschneidung (360) vorgesehen ist,
wobei die Hinterschneidungen (330, 360) ausgebildet sind, um einen in die Führungsnut
(300) aufnehmbaren Tuchführungseinsatz (400) entgegen einer Kraft, die in einer quer
zur Öffnung (370) und zur Längsrichtung nach außen weisenden Zugrichtung (380) wirkt,
formschlüssig zu halten, wobei das Führungsnutprofil (200) einstückig ausgebildet
ist, und wobei die Führungsschiene (10) ferner ein an einer Mauerlaibung oder an einem
Fensterrahmen befestigbares Trägerprofil (100) aufweist, mit dem das Führungsnutprofil
(200) in einem montierten Zustand lösbar verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass
das Trägerprofil (100) eine erste Gleitfläche (150) aufweist und das Führungsnutprofil
(200) eine zweite Gleitfläche (250) aufweist, wobei die erste Gleitfläche (150) und
die zweite Gleitfläche (250) im montierten Zustand parallel aneinander anliegen, und
wobei das Führungsnutprofil (200) unter Gleiten der zweiten Gleitfläche (250) an der
ersten Gleitfläche (150) zwischen einem losen Zustand, in welchem das Führungsnutprofil
(200) in Zugrichtung (380) von dem Trägerprofil (100) entfernbar ist, in den montierten
Zustand verschiebbar ist.
2. Führungsschiene (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerprofil (100) zumindest einen ersten und einen zweiten Haltevorsprung (130,
140) aufweist, welche im montierten Zustand das Führungsnutprofil (200) entgegen einer
in Zugrichtung (380) wirkenden Kraft formschlüssig am Trägerprofil (100) halten.
3. Führungsschiene (10) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsnutprofil (200) zumindest einen ersten und einen zweiten Gegenhaltevorsprung
(230, 240) aufweist, wobei der erste Gegenhaltevorsprung (230) ausgebildet ist, um
im montierten Zustand mit dem ersten Haltevorsprung (130) des Trägerprofils (100)
eine zumindest entgegen einer in Zugrichtung (380) wirkenden Kraft haltende, formschlüssige
Verbindung auszubilden, und wobei der zweite Gegenhaltevorsprung (240) ausgebildet
ist, um im montierten Zustand mit dem zweiten Haltevorsprung (140) des Trägerprofils
(100) eine zumindest entgegen einer in Zugrichtung (380) wirkenden Kraft haltende,
formschlüssige Verbindung auszubilden, wobei bevorzugt zumindest der erste Gegenhaltevorsprung
(230) oder der zweite Gegenhaltevorsprung (240) Bestandteil eines U-förmigen Hakens
ist.
4. Führungsschiene (10) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Haltevorsprung (130) und der zweite Haltevorsprung (140) ausgebildet sind,
um von einer Seitenfläche (110) des Trägerprofils, welche dazu ausgebildet ist, an
einen Fensterrahmen anzugrenzen, weg zu weisen, so dass das Führungsnutprofil (200)
durch Bewegung in Richtung zu dem Fensterrahmen hin in den montierten Zustand überführt
werden kann.
5. Führungsschiene (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerprofil (100) eine Anzahl erster Bohrungen (170) aufweist und das Führungsnutprofil
(200) eine Anzahl zweiter Bohrungen (270) aufweist, wobei im montierten Zustand jeweils
eine der ersten Bohrungen (170) eine jeweilige der zweiten Bohrungen (270) überdeckt,
so dass eine jeweilige Schraube (205) hindurchgesteckt werden kann.
6. Führungsschiene (10) gemäß den Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Bohrungen (170) parallel zur ersten Gleitfläche (150) ausgebildet sind
und die zweiten Bohrungen (270) parallel zur zweiten Gleitfläche (250) ausgebildet
sind.
7. Führungsschiene (10) gemäß einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (10) im montierten Zustand durch eine Anzahl von Schrauben (205),
welche durch jeweils eine erste Bohrung (170) und eine zweite Bohrung (270) hindurchgesteckt
sind, so gehalten wird, dass ein Verschieben des Führungsnutprofils (200) relativ
zum Trägerprofil (100) in einer quer zur Längsrichtung und quer zur Zugrichtung (380)
weisenden Richtung verhindert wird.
8. Führungsschiene (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Trägerprofil (100) oder in dem Führungsnutprofil (200) ein entlang der Längsrichtung
verlaufender Kabelkanal (190, 290) oder ein Kanal (190, 290) zur Aufnahme eines von
einem oberhalb der Führungsschiene (10) angeordneten Markisenkasten (500) nach unten
abstehenden Zapfens ausgebildet ist.
9. Führungsschiene (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerprofil (100) eine Rückseite (120) aufweist, mit welcher es im montierten
Zustand an einer Mauerlaibung anliegen kann, und ferner eine Putzkante (160) aufweist,
welche eine das Trägerprofil (100) an einer quer zur Rückseite stehenden Seite zumindest
teilweise flächig begrenzende Außenwand des Trägerprofils (100) bildet.
10. Führungsschiene (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsnutprofil (200) ferner eine Abfräsung der Führungsnut (300) an zumindest
einem seiner Längsenden aufweist.
11. Senkrechtmarkise, welche einen Markisenkasten (500), zumindest eine erste und eine
zweite Führungsschiene (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, einen ersten
und einen zweiten Tuchführungseinsatz (400) sowie ein Markisentuch (600) mit einem
Fallstab (610) aufweist, wobei die erste und die zweite Führungsschiene (10) im montierten
Zustand sind, parallel zueinander mit jeweils aufeinander zugewandten Öffnungen (370)
montiert sind, und jeweils einen der Tuchführungseinsätze (400) in der jeweiligen
Führungsnut (300) aufgenommen haben, wobei der Markisenkasten (500) über den Führungsschienen
(10) montiert ist und das Markisentuch (600) von dem Markisenkasten (500) so herabhängt,
dass der Fallstab (610) von den jeweiligen Anlagen (325, 355) an den Vorsprüngen der
Führungsschienen (10) gehalten wird und sich an einem dem Markisenkasten (500) gegenüberliegenden
Längsende des Markisentuchs (600) befindet, und wobei ferner das Markisentuch (600)
an zwei gegenüberliegenden, den Führungsschienen (10) zugewandten Längsseiten mittels
jeweiliger Führungsmittel, bevorzugt Halbreißverschlüsse, in den jeweiligen Tuchführungseinsätzen
(400) geführt wird.