[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Warnsystems mit einem Meldungsgeber,
einer Warnzentrale und einer Vielzahl von Meldungsempfängern. Die Erfindung betrifft
außerdem ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Warnsystems.
[0002] Solche Warnsysteme können dazu dienen, die Bevölkerung vor Gefahren zu warnen. Ein
Beispiel ist das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betriebene
satellitengestützte Warnsystem SatWaS. Ein Meldungsgeber, in dessen Verantwortungsbereich
eine Gefahrsituation eintritt, erzeugt eine Warnnachricht und übermittelt diese an
eine Warnzentrale. Von der Warnzentrale wird die Warnnachricht an Meldungsempfänger
übermittelt, die die Bevölkerung warnen können. Meldungsempfänger im Sinne des Warnsystems
können beispielsweise sein Rundfunkanstalten, Sirenen und ähnliche Mittel, mit denen
die Bevölkerung erreicht werden kann.
[0003] Die bekannten Systeme haben den Nachteil einer geringen Flexibilität. Die Warnnachrichten
werden entweder an Meldungsempfänger gesendet, die zuvor festgelegt wurden, oder aber
es muss aufwändig von Hand eingegeben werden, welche Meldungsempfänger die Warnnachricht
erhalten sollen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Warnsystem und ein Verfahren zum Betreiben
eines Warnsystems vorzustellen, mit denen mehr Flexibilität bei der Übermittlung der
Warnnachrichten besteht. Ausgehend vom eingangs genannten Stand der Technik wird die
Aufgabe gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Ausführungsformen
finden sich in den Unteransprüchen.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Warnnachricht erzeugt, in der eine
geographische Information codiert ist. Die Warnnachricht wird von dem Meldungsgeber
über eine Übermittlungsstelle an die Warnzentrale gesendet. In der Warnzentrale wird
anhand der geographischen Informationen eine Auswahl aus einer Vielzahl von vorgegebenen
Meldungsempfängern getroffen. Anschließend wird die Warnnachricht von der Warnzentrale
an die ausgewählten Meldungsempfänger gesendet.
[0006] Die Warnnachricht wird regelmäßig in einer Leitstelle erzeugt, in deren Verantwortungsbereich
die Gefahrsituation aufgetreten ist. In der Leitstelle muss entschieden werden, welchen
Inhalt die Warnnachricht haben soll und für wen die Warnnachricht relevant ist. Letzteres
kann regelmäßig nicht unabhängig von der konkreten Gefahrensituation beantwortet werden,
weil es beispielsweise bei einem Störfall in einem Kernkraftwerk von der Windrichtung
abhängt, in welchem Gebiet die Bevölkerung gewarnt werden muss.
[0007] Die Adressaten der Warnnachricht ergeben sich daraus, dass in der Leitstelle ein
bestimmtes geographisches Gebiet bestimmt wird, für das die Warnnachricht relevant
ist. Das geographische Gebiet kann beispielsweise anhand von organisatorischen Einheiten
wie etwa Landkreisen oder Bundesländern definiert werden. Möglich ist auch eine Definition
anhand von geographischen Referenzpunkten. Wenn ein geographisches Gebiet zur Definition
des Adressatenkreises herangezogen wird, hat dies den Vorteil einer hohen Anschaulichkeit.
Die Warnnachricht kann auch dann zuverlässig erstellt werden kann, wenn das zuständige
Personal unter Druck steht.
[0008] Die Warnnachricht wird von der Leitstelle, die in diesem Fall als Meldungsgeber im
Sinne der Erfindung wirkt, über eine Übermittlungsstelle an die Warnzentrale gesendet.
In der Warnzentrale wird die geographische Information, die in der Warnnachricht codiert
ist, ausgewertet, um aus einer Vielzahl von vorgegebenen Meldungsempfängern eine Auswahl
zu treffen. Ausgewählt werden die Meldungsempfänger, die dem angesprochenen geographischen
Gebiet zugehörig sind. Die Meldungsempfänger können beispielsweise die Rundfunkanstalten
oder andere Warnmittel des geographischen Gebiets sein, über die die Warnnachricht
an die Bevölkerung verbreitet werden kann. Damit hat die Erfindung den Vorteil, dass
die allgemeine Bestimmung des Adressatenkreises der Warnnachricht von der Ermittlung
der konkreten Meldungsempfänger getrennt ist. Die Warnnachricht kann in der Leitstelle
also einfach erzeugt werden, indem lediglich ein geographisches Gebiet angegeben werden
muss. Die Information, wer in diesem geographischen Gebiet die Meldungsempfänger sind,
wird erst in der Warnzentrale hinzugefügt. Das erfindungsgemäße System bietet damit
eine hohe Flexibilität, ohne dass an den Ersteller der Warnnachricht zu hohe Anforderungen
gestellt werden.
[0009] Für die Übertragung der Warnnachrichten kommen sowohl öffentliche als auch nicht-öffentliche
Netze in Betracht. Allerdings ist es im Rahmen der Erfindung von erheblicher Bedeutung,
dass die Warnnachrichten auch in Krisensituationen mit hoher Sicherheit übertragen
werden können. Bei öffentlichen Netzen ist dies nicht immer gewährleistet, weil in
Krisensituationen erfahrungsgemäß ein erhöhter Kommunikationsbedarf besteht und die
öffentlichen Netze deswegen häufig überlastet sind. Bei der Übermittlungsstelle handelt
es sich deswegen vorzugsweise um eine Übermittlungsstelle eines nicht-öffentlichen
Netzes. In dem nicht-öffentlichen Netz ist vorzugsweise ein Kommunikationskanal vorgesehen,
der ausschließlich für die Zwecke des erfindungsgemäßen Warnsystems bestimmt ist.
[0010] Für die Sicherheit der Datenübertragung ist es von Vorteil, wenn die Übermittlungsstelle
ein Satellit ist. Bereits ein einzelner Satellit kann ausreichen, um als Übermittlungsstelle
für alle an der Übertragung der Warnnachrichten beteiligten Stellen zu dienen. Der
Satellit kann auf einer geostationären Umlaufbahn positioniert sein. Nicht ausgeschlossen
ist, dass zur Verbesserung der Übertragungssicherheit weitere Übertragungswege vorgesehen
sind, wie etwa das Internet oder terrestrische Funknetze. Auf diese kann zurückgegriffen
werden, wenn die Verbindung zum Satelliten gestört ist.
[0011] Für die Übertragung der Warnnachrichten von der Warnzentrale zu den Meldungsempfängern
kann erneut der Übertragungsweg über die Übermittlungsstelle gewählt werden. Mit einer
einheitlichen Übermittlungsstelle für beide Übertragungen der Warnnachricht wird das
System übersichtlich gehalten.
[0012] Die Warnzentrale hat regelmäßig ein bestimmtes Zuständigkeitsgebiet, das beispielsweise
einem Staat oder einer Gemeinschaft von Staaten entsprechen kann. Für die Warnzentrale
ist vorzugsweise eine Liste vorgesehen, in der alle Meldungsempfänger aus dem Zuständigkeitsgebiet
aufgeführt sind. Aus diesen vorgegebenen Meldungsempfängern werden anhand der geographischen
Information in der Warnnachricht diejenigen Meldungsempfänger ausgewählt, für die
die betreffende Warnnachricht bestimmt ist.
[0013] Durch eine solche Liste wird es erleichtert, die Zuordnung zwischen der geographischen
Information in der Warnnachricht und den vorgegebenen Meldungsempfängern automatisch
durchzuführen. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass jedem Meldungsempfänger
in der Liste ebenfalls eine geographische Information zugeordnet ist. Es kann dann
ein logischer Vergleich zwischen der geographischen Information in der Warnnachricht
und den zu den Meldungsempfängern gehörigen geographischen Informationen in der Liste
durchgeführt werden. Bei einem positiven Ergebnis des Vergleichs wird der Meldungsempfänger
zu den ausgewählten Meldungsempfängern hinzugefügt. Wenn die Liste vollständig abgearbeitet
ist, kann die Warnnachricht an alle ausgewählten Meldungsempfänger gesendet werden.
[0014] Durch einen solchen automatisierten Ablauf wird eine sehr zügige Übermittlung der
Warnnachrichten möglich. Vorzugsweise liegt die Zeitdauer zwischen dem Senden der
Warnnachricht durch den Meldungsgeber und dem Eingang der Nachricht bei den ausgewählten
Meldungsempfängern unterhalb von 5 min, weiter vorzugsweise unterhalb von 1 min, weiter
vorzugsweise unterhalb von 30 s.
[0015] Die Codierung der geographischen Information kann manuell erfolgen, beispielsweise
indem beim Erstellen der Warnnachricht ein Code eingegeben wird, der dem geographischen
Gebiet zugeordnet ist. Dies könnte etwa eine Kennzahl eines Landkreises sein. In einer
vorteilhaften Ausführungsform ist der Meldungsgeber dazu ausgelegt, die Codierung
anhand einer grafisch zur Verfügung gestellten Information automatisch zu erstellen.
Dies kann beispielsweise geschehen, indem ein geographisches Gebiet auf einem Bildschirm
markiert wird und die betreffende Information ausgelesen und codiert wird. Die grafische
Darstellung auf dem Bildschirm kann so gestaltet sein, dass bestimmte geographische
Gebiete zum Anklicken voreingestellt sind. Alternativ oder zusätzlich dazu kann vorgesehen
sein, dass der Nutzer in einer Landkarte auf einem Bildschirm in freier Gestaltung
eine Fläche markiert und diese Information codiert wird. Beispielsweise kann der Nutzer
das Gebiet markieren, indem er eine Linie um das Gebiet herumzieht. Eine solche grafische
Auswahl ist für den Nutzer einfacher zu treffen als eine manuelle Eingabe eines Codes,
so dass sich die Fehleranfälligkeit reduziert.
[0016] Als Meldungsempfänger im Sinne der Erfindung kommen alle Warneinrichtungen in Betracht,
die geeignet sind, die Warnung an einzelne oder eine Mehrzahl von Adressaten aus der
Bevölkerung zu übermitteln. Eine klassische Warneinrichtung in diesem Sinne sind die
Rundfunkanstalten, die die Warnnachricht über Radio und/oder Fernsehen weiter verbreiten
können. Als Meldungsempfänger kommt auch eine lokale Mobilfunkzelle in Betracht, über
die alle Mobiltelefone benachrichtigt werden können, die in das lokale Mobilfunknetz
eingewählt sind.
[0017] Für die erste Alarmierung kann es ausreichen, dass lediglich ein Warnsignal übermittelt
wird ohne den Inhalt der Warnnachricht. Zu den Meldungsempfängern können deswegen
auch reine Signalgeber, wie etwa Sirenen, gehören. Möglich ist es ferner, dass unter
den Meldungsempfängern solche sind, über die lediglich eine einzelne Person gewarnt
wird. Dazu können beispielsweise Mobiltelefone, Funkwecker, Rauchmelder und Ähnliches
gehören.
[0018] In dem erfindungsgemäßen Warnsystem können Kommunikationsstellen vorgesehen sein,
die Warnnachrichten sowohl erzeugen als auch empfangen können, die also im Sinne der
Erfindung Meldungsgeber und Meldungsempfänger sind. Dies können beispielsweise Lagezentren
sein, die allgemein für Gefahrenlagen zuständig sind. Es kann vorgesehen sein, dass
die Warnnachricht an solche Kommunikationsstellen unabhängig von der geographischen
Informationen gesendet wird, so dass die Kommunikationsstelle die Warnnachricht auch
dann erhält, wenn sie nicht in dem geographischen Gebiet liegt, für das die Warnnachricht
bestimmt ist. Eine entsprechende Information kann in der Warnnachricht zusätzlich
zu der geographischen Information codiert sein. In der Kommunikationsstelle können
nach dem Empfang der Warnnachricht eigene Warnnachrichten erzeugt werden und an die
Meldungsempfänger gesendet werden, um den weiteren Gang der Dinge zu beeinflussen.
Vorzugsweise werden auch die für die Kommunikationsstelle bestimmten bzw. die von
der Kombinationsstelle ausgehenden Warnnachrichten über die Vermittlungsstelle und
die Warnzentrale geleitet. Gegebenenfalls kann auch die Warnzentrale selbst Warnnachrichten
erzeugen und senden.
[0019] Durch seine einfache Struktur hat das erfindungsgemäße Warnsystem den Vorteil, dass
Bereiche miteinander verknüpft werden können, die bislang vollständig getrennt voneinander
sind. Die Meldungsgeber und die Meldungsempfänger können beispielsweise stammen aus
dem staatlichen Bereich, nichtstaatlichen Bereich, militärischen Bereich, nichtmilitärischen
Bereich, öffentlichen Bereich, privaten Bereich.
[0020] Die Erfindung betrifft außerdem ein Warnsystem mit einem Meldungsgeber, einer Warnzentrale
und einer Mehrzahl von Meldungsempfängern. Der Meldungsgeber ist dazu ausgelegt, eine
Warnnachricht zu erzeugen, in der eine geographische Information codiert ist. Der
Meldungsgeber ist dazu ausgelegt, die Warnnachricht über eine Übermittlungsstelle
an die Warnzentrale zu senden. Die Warnzentrale ist dazu ausgelegt, anhand der geographischen
Information eine Mehrzahl von Meldungsempfängern auszuwählen. Die Warnzentrale ist
dazu ausgelegt, die Warnnachricht an die Mehrzahl von Meldungsempfängern zu senden.
Das Warnsystem kann mit weiteren Merkmalen fortgebildet werden, die mit Bezug auf
das erfindungsgemäße Verfahren beschrieben sind.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand
vorteilhafter Ausführungsform beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Warnsystems;
- Fig. 2:
- eine Eingabemaske eines erfindungsgemäßen Meldungsgebers;
- Fig. 3:
- die Ansicht aus Fig. 2 bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 4:
- eine schematische Darstellung eines Meldungsgebers;
- Fig. 5:
- eine schematische Darstellung einer Warnzentrale; und
- Fig. 6:
- eine schematische Darstellung einer Warnnachricht.
[0022] Ein erfindungsgemäßes Warnsystem in Fig. 1 umfasst eine Mehrzahl von Kommunikationsstellen
14, die dazu ausgelegt sind, Warnnachrichten sowohl zu erstellen und zu senden (Meldungsgeber)
als auch zu empfangen (Meldungsempfänger). Die Kommunikationsstellen 14 können beispielsweise
Leitstellen einer Kommune, Lagezentren der Länder, Lagezentren des Bundes, Lagezentren
überstaatlicher ziviler Organisationen, Lagezentren des nationalen Militärs, Lagezentren
überstaatlicher Militärorganisationen umfassen. Für jede der Kommunikationsstellen
14 steht eine bidirektionale Datenverbindung 16 zu einem geostationären Satelliten
15 zur Verfügung. Eine weitere bidirektionale Datenverbindung 17 ist zwischen dem
Satelliten 15 und einer Warnzentrale 18 vorgesehen. Der Satellit 15 bildet eine Übermittlungsstelle
für Daten, die von den Kommunikationsstellen 14 zu der Warnzentrale 18 und umgekehrt
übertragen werden.
[0023] Das Warnsystem umfasst außerdem eine Mehrzahl von schematisch angedeuteten Meldungsempfängern
19. Zwischen dem Satelliten 15 und den Meldungsempfängern 19 besteht eine unidirektionale
Datenverbindung 20, die es ermöglicht, Warnnachrichten von dem Satelliten 15 zu den
Meldungsempfängern 19 zu senden. Die Meldungsempfänger 19 können verschiedene Einrichtungen
umfassen, über die die Warnnachricht an die Bevölkerung weitergeleitet werden kann.
Beispielsweise können zu den Meldungsempfängern 19 gehören Radio- und Fernsehsender,
Sirenen, Rauchmelder, Pager, Wetterstationen (DCF77), Mobiltelefone, BOS-Digitalfunk
usw. Die Datenübertragung findet über eine nicht-öffentliche Datenverbindung statt,
in der die erforderliche Anzahl von Kommunikationskanälen ausschließlich für die Zwecke
des erfindungsgemäßen Warnsystems reserviert ist.
[0024] Wenn im Zuständigkeitsbereich einer Kommunikationsstelle 14 eine Gefahrenlage auftritt,
die eine Warnung der Bevölkerung erforderlich macht, wird in der Kommunikationsstelle
14 eine Warnnachricht erstellt. Eine Warnnachricht 21, wie sie in Fig. 6 schematisch
dargestellt ist, ist eine Datenstruktur, die mehrere Informationsblöcke 22, 23, 24,
25 umfasst. In dem Informationsblock 22 ist der eigentliche Inhalt der Warnnachricht
21 enthalten, den die Bedienperson in der Kommunikationsstelle 14 zum Beispiel über
eine Tastatur eingegeben hat. Möglich ist es auch, dass für bestimmte Notfälle der
Text der Warnnachricht 21 bereits gespeichert ist und von der Bedienperson lediglich
ausgewählt werden muss. In dem zweiten Informationsblock 23 ist eine Information über
die Kategorie der Warnnachricht 21 abgelegt, von der es abhängt, mit welcher Priorität
beispielsweise die Rundfunksender die Warnnachricht 21 zu behandeln haben.
[0025] Jeder Kommunikationsstelle 14, die Warnnachrichten 21 erstellt, sind eine oder mehrere
Stellen zugeordnet, an die immer berichtet werden muss, die also alle Warnnachrichten
erhalten müssen. Zu diesen Stellen kann beispielsweise ein übergeordnetes Lagezentrum
gehören. Mit 24 ist ein Adressblock der Warnnachricht 21 bezeichnet, in dem diese
Stellen fest als Meldungsempfänger eingegeben sind.
[0026] Im Übrigen werden die Meldungsempfänger anhand einer geographischen Informationen
ermittelt. Dazu wird beim Erzeugen der Warnnachricht 21 ein bestimmtes geographisches
Gebiet festgelegt, für das die Warnnachricht 21 relevant ist. Bei einem Störfall in
einem Kernkraftwerk wäre dies beispielsweise das Gebiet, das vom Kernkraftwerk ausgesehen
in Windrichtung liegt. Die geographische Information wird beim Erstellen der Warnnachricht
21 von der Bedienperson eingegeben. In der Warnnachricht 21 ist die geographische
Information in dem Feld 25 in codierter Form hinterlegt.
[0027] Wenn die Warnnachricht 21 fertig erstellt ist, gibt die Bedienperson einen Sendebefehl.
Die Warnnachricht 21 wird dann von der Kommunikationsstelle 14 zu dem Satelliten 15
und von dort zu der Warnzentrale 18 geleitet. In der Warnzentrale 18 wird die Warnnachricht
21 über eine Satellitenantenne 26 empfangen und zu einem Rechenbaustein 27 geleitet,
in dem die geographische Information aus der Warnnachricht 21 extrahiert wird. Die
geographische Information wird dann an ein Logikmodul 28 übergeben. Das Logikmodul
28 greift auf einen Speicher 29 zu, in dem alle Meldungsempfänger 19 gespeichert sind,
die sich in dem Zuständigkeitsgebiet der Warnzentrale 18 befinden. Jedem Meldungsempfänger
19 ist eine geographische Information zugeordnet, aus der sich ergibt, in welchem
Gebiet über diesen Meldungsempfänger 19 die Bevölkerung gewarnt werden kann. Bei einer
Rundfunkanstalt beispielsweise wäre das geographische Gebiet gleich dem Sendegebiet.
[0028] Das Logikmodul 28 führt für jeden Meldungsempfänger 19, der in dem Speicher 29 gespeichert
ist, einen Vergleich zwischen der geographischen Information der Warnnachricht 21
und der geographischen Information des Meldungsempfängers 19 durch. Führt der Vergleich
zu einem positiven Ergebnis, bedeutet dies, dass der betreffende Meldungsempfänger
19 ein Adressat der Warnnachricht 21 ist. Mit dem Logikmodul 28 wird also anhand der
geographischen Information aus der Gesamtheit der Meldungsempfänger 19 eine Auswahl
getroffen. Die ausgewählten Meldungsempfänger 19 werden schließlich anstatt der geographischen
Information in dem Informationsblock 25 der Warnnachricht 21 hinterlegt.
[0029] Gegebenenfalls wird zusätzlich die Prioritätsinformation aus dem Informationsblock
23 ausgewertet und bei der Ermittlung der Meldungsempfänger berücksichtigt. Dies kann
beispielsweise dazu führen, dass bei einer Warnnachricht 21 mit niedrigerer Priorität
nur die Rundfunkanstalten als Meldungsempfänger 19 ausgewählt werden, während bei
einer Warnnachricht mit höherer Priorität auch Sirenen zu den Meldungsempfängern 19
gehören.
[0030] Die Warnnachricht 21 mit der hinzugefügten Adressateninformation wird dann von dem
Logikmodul 28 an die Satellitenantenne 26 geleitet und von dort zu dem Satelliten
15 gesendet. In dem Satellit 15 wird die Adressateninformation aus den Informationsblöcken
24, 25 ausgelesen und die Nachricht zum einen an die fest voreingestellten Meldungsempfänger
19 aus dem Informationsblock 24 gesendet und zum anderen an die Meldungsempfänger
19 aus dem Informationsblock 25, die anhand der geographischen Informationen ausgewählt
wurden.
[0031] In dem Meldungsempfänger 19 wird die Warnnachricht 21 anhand der Prioritätsinformation
aus dem Informationsblock 23 weiterbehandelt. Handelt es sich bei dem Meldungsempfänger
19 beispielsweise um eine Rundfunkanstalt, wird bei einer Warnnachricht 21 hoher Priorität
sofort das Programm für die Durchsage der Warnnachricht unterbrochen. Bei einer Warnnachricht
21 mit niedrigerer Priorität kann die Nachricht noch redaktionell bearbeitet werden
und zu einem geeigneten Zeitpunkt in das Rundfunkprogramm eingearbeitet werden. Ist
der Meldungsempfänger eine lokale Mobilfunkzelle, so kann die Mobilfunkzelle die Warnnachricht
an alle in der Mobilfunkzelle angemeldeten Mobiltelefone gesendet werden.
[0032] Für das zuverlässige Funktionieren des Warnsystems ist es von Vorteil, wenn die Warnnachrichten
21 über eine möglichst intuitive Schnittstelle eingegeben werden können. Ein Beispiel
für eine Bildschirmdarstellung zur Eingabe einer Warnnachricht in einen Computer 29
einer Kommunikationsstelle 14 ist in Fig. 2 dargestellt. Die Eingabemaske umfasst
ein Feld 30, in das ein Titel der Warnnachricht 21 eingegeben werden kann, und ein
Feld 31 für den eigentlichen Inhalt der Warnnachricht 21. In einem Auswahlfeld 32
kann die Priorität der Warnnachricht 21 eingestellt werden, ein weiteres Auswahlfeld
33 bietet die Möglichkeit, einzelne Warnmittel gezielt als Meldungsempfänger 19 auszuwählen.
[0033] Für die Eingabe der geographischen Information ist ein Fenster 34 mit einer Landkartendarstellung
vorgesehen. In der Landkartendarstellung sind die Gebiete vorgegeben, die durch Anklicken
ausgewählt werden können. In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 betrifft die Auswahl
die beiden schraffiert dargestellten geographischen Gebiete. Ist die Warnnachricht
21 vollständig eingegeben, wird über einen Button 35 der Befehl zum Senden der Warnnachricht
21 gegeben.
[0034] Noch innerhalb der Kommunikationsstelle 14 wird die Warnnachricht 21 dann gemäß Fig.
4 von dem Computer 29 zu einer Recheneinheit 36 geleitet. Dort wird in der bislang
nur grafisch angegebenen Definition des geographischen Gebiets eine Codierung erstellt
wird, die in den Informationsblock 25 der Warnnachricht 21 geschrieben wird. Anschließend
wird die Warnnachricht 21 über einen Sender 37 und eine Satellitenantenne 38 zu dem
Satelliten 15 gesendet.
[0035] In Fig. 3 ist ein alternatives Beispiel einer Eingabemaske des Computers 29 dargestellt.
In der Landkartendarstellung in dem Fenster 34 kann das gewünschte geographische Gebiet
frei markiert werden, indem mit einem Mauszeiger eine Linie um das Gebiet herumgezogen
wird. Auch aus dieser Information in grafischer Darstellung kann die Recheneinheit
36 eine Codierung für den Informationsblock 25 der Warnnachricht 21 erstellen.
[0036] Auf diese Weise können die Warnnachrichten 21 weitgehend intuitiv und damit auch
in Stresssituationen zuverlässig eingegeben werden. Die weitere Verarbeitung der Warnnachrichten
21 erfolgt vollständig automatisch, so dass eine schnelle Übermittlung der Warnnachrichten
21 bis zu den Meldungsempfängern 19 möglich ist.
1. Verfahren zum Betreiben eines Warnsystems mit einem Meldungsgeber (14), einer Warnzentrale
(18) und einer Vielzahl von Meldungsempfängern (19), mit folgenden Schritten:
a. Erzeugen einer Warnnachricht (21), in der eine geographische Information codiert
ist;
b. Senden der Warnnachricht (21) von dem Meldungsgeber (19) über eine Übermittlungsstelle
(15) an die Warnzentrale (18);
c. Auswerten der geographischen Information, um eine Auswahl aus einer Vielzahl von
vorgegebenen Meldungsempfängern (19) zu treffen;
d. Senden der Warnnachricht (21) von der Warnzentrale (18) an die ausgewählten Meldungsempfänger
(19).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Übermittlungsstelle (15) einem nicht-öffentlichen Netz zugehörig ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Übermittlungsstelle ein Satellit (15) ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Warnnachricht (21) über die Übermittlungsstelle (15) von der Warnzentrale (18)
an die ausgewählten Meldungsempfänger (19) gesendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Warnzentrale (18) ein Zuständigkeitsgebiet zugeordnet ist und dass alle Meldungsempfänger
(19) des Zuständigkeitsgebiets in der Warnzentrale (18) gespeichert sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitdauer zwischen dem Senden der Warnnachricht (21) durch den Meldungsgeber
(14) und dem Eingang der Warnnachricht (21) bei den ausgewählten Meldungsempfängern
(19) unterhalb von 5 min, weiter vorzugsweise unterhalb von 1 min, weiter vorzugsweise
unterhalb von 30 s liegt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die geographische Information automatisch codiert wird auf der Basis einer grafischen
Information, die auf einem Bildschirm eingegeben wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Kommunikationsstellen (14) vorgesehen sind, die einen Meldungsgeber und einen Meldungsempfänger
umfassen.
9. Warnsystem mit einem Meldungsgeber (14), einer Warnzentrale (18) und einer Mehrzahl
von Meldungsempfängern (19), mit folgenden Merkmalen:
a. der Meldungsgeber (14) ist dazu ausgelegt, eine Warnnachricht (21) zu erzeugen,
in der eine geographische Information codiert ist;
b. der Meldungsgeber (14) ist dazu ausgelegt, die Warnnachricht (21) über eine Übermittlungsstelle
(15) an die Warnzentrale (18) zu senden;
c. die Warnzentrale (18) ist dazu ausgelegt, anhand der geographischen Information
eine Mehrzahl von Meldungsempfängern (19) auszuwählen;
d. die Warnzentrale (18) ist dazu ausgelegt, die Warnnachricht (21) an die Mehrzahl
von Meldungsempfängern (19) zu senden.