[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung zum Antreiben eines Bohrgestänges,
welches ein Außengestänge und ein Innengestänge aufweist, gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Antreiben eines Bohrgestänges
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
[0002] Die Antriebsvorrichtung umfasst eine erste Drehantriebseinheit, mit welcher über
eine äußere Antriebswelle das Außengestänge drehend antreibbar ist, eine zweite Drehantriebseinheit,
mit welcher über eine innere Antriebswelle das Innengestänge unabhängig vom Außengestänge
drehend antreibbar ist, und eine Vibrationseinheit zum Erzeugen einer Vibration, welche
ein vibrierend antreibbares Vibrationselement aufweist.
[0003] Bei dem Verfahren ist vorgesehen, dass das Außengestänge mittels einer ersten Drehantriebseinheit
über eine äußere Antriebswelle drehend angetrieben wird, dass das Innengestänge mittels
einer zweiten Drehantriebseinheit über eine innere Antriebswelle unabhängig vom Außengestänge
drehend angetrieben wird und dass mittels einer Vibrationseinheit eine Vibration erzeugt
wird.
[0004] Die Antriebsvorrichtung ist insbesondere für das sogenannte Doppelkopfbohren, bei
welchem ein Außengestänge und ein darin aufgenommenes Innengestänge durch zwei unabhängige
Drehantriebseinheiten angetrieben werden, vorgesehen.
[0005] Zum Antreiben des Außengestänges umfasst die Antriebsvorrichtung eine äußere Antriebswelle,
welche mit dem Außengestänge koppelbar ist. Zum Antreiben des Innengestänges umfasst
die Antriebsvorrichtung eine innere Antriebswelle, welche mit dem Innengestänge koppelbar
ist.
[0006] Bei dem Außengestänge kann es sich insbesondere um ein Bohrrohr handeln, welches
als Verrohrung den das Bohrloch umgebenden Boden abstützt. Das Innengestänge verläuft
innerhalb der Außenverrohrung und kann Bodenbearbeitungswerkzeuge zum Abtragen von
Bodenmaterial und/oder eine Förderwendel zum Fördern von Bodenmaterial aufweisen.
[0007] Zur Verbesserung des Bohrfortschritts ist es bekannt, zusätzlich zu den Drehantrieben
einen Vibrationsantrieb vorzusehen, mit welchem eine Vibration oder Schwingung auf
das Außengestänge oder das Innengestänge übertragen werden kann.
[0008] In der
DE 20 2010 014 478 U1 ist eine Antriebsvorrichtung für ein Bohrgestänge beschrieben, welche eine Vibrationseinheit
zum Übertragen einer Schwingung auf das Bohrgestänge aufweist.
[0009] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Antriebsvorrichtung und ein Verfahren zum Antreiben eines Bohrgestänges
anzugeben, welche eine besonders wirtschaftliche Erstellung eines Bohrloches ermöglichen.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Antriebsvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
[0011] Bei der Antriebsvorrichtung ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Vibrationselement
zum Übertragen der Vibration auf die äußere Antriebswelle über eine erste Übertragungseinheit
mit der äußeren Antriebswelle verbunden ist und dass das Vibrationselement zum Übertragen
der Vibration auf die innere Antriebswelle über eine zweite Übertragungseinheit mit
der inneren Antriebswelle verbunden ist.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die an der Vibrationseinheit
erzeugte Vibration über eine erste Übertragungseinheit auf die äußere Antriebswelle
und über eine zweite Übertragungseinheit auf die innere Antriebswelle übertragen wird.
[0013] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, bei einer Antriebsvorrichtung mit voneinander
unabhängigen Drehbohrantrieben für das Außengestänge und das Innengestänge eine gemeinsame
Vibrationseinheit vorzusehen, welche eine Vibration oder Schwingung erzeugt, die sowohl
auf das Außengestänge als auch auf das Innengestänge übertragen wird. Erfindungsgemäß
wird also ein und dieselbe Vibration beziehungsweise Schwingung einerseits auf das
Außengestänge und andererseits auf das Innengestänge übertragen.
[0014] Durch die Erfindung wird eine zweite Vibrationseinheit eingespart. Dadurch wird die
Antriebsvorrichtung kompakt und hat einen geringen Leistungsbedarf. Das vibrierende
Bohren ist zudem im Vergleich zu einem schlagenden Bohren leiser und die Mantelreibung
wird einfacher überwunden.
[0015] Die Vibrationseinheit umfasst ein Vibrationselement oder einen Vibrationskörper,
welcher in Längsrichtung des Bohrgestänges auf- und abbewegt wird, also schwingt oder
vibriert. Mittels Übertragungseinheiten, die die Schwingung oder Vibration des Vibrationselements
übertragen, ist der Vibrationskörper wirkmäßig mit beiden Gestängen beziehungsweise
beiden Antriebswellen verbunden.
[0016] Die Antriebswellen der Antriebsvorrichtung sind vorzugsweise mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten und/oder in unterschiedliche Richtungen antreibbar. Die erste Drehantriebseinheit
treibt ausschließlich das Außengestänge und die zweite Drehantriebseinheit ausschließlich
das Innengestänge an.
[0017] Vorzugsweise umfasst die Vibrationseinheit ein nicht-rotierendes Vibrationselement,
dessen axiale Schwingung über die Übertragungseinheiten auf die rotierenden Antriebswellen
übertragen wird. Zur Übertragung der Schwingung des Vibrationselements auf das Außengestänge
und das Innengestänge ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass die erste Übertragungseinheit
mindestens ein erstes Drehlager aufweist, über welches die äußere Antriebswelle gegenüber
dem Vibrationselement drehbar gelagert ist, und dass die zweite Übertragungseinheit
mindestens ein zweites Drehlager aufweist, über welches die innere Antriebswelle gegenüber
dem Vibrationselement drehbar gelagert ist. Die als Drehlager ausgestalteten Übertragungseinheiten
ermöglichen es, dass das Vibrationselement nicht-rotierend in einem Gehäuse der Antriebsvorrichtung
vorgesehen sein kann. Zur Übertragung der Vibration sind die Drehlager vorzugsweise
als Axiallager ausgeführt, welche die Übertragung von Axialkräften gewährleisten.
[0018] Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, dass die äußere Antriebswelle und/oder die innere
Antriebswelle über ein Mitnehmerelement, insbesondere eine Mitnehmerverzahnung, axial
verschiebbar an einem Antriebselement gelagert ist, welches die Antriebswelle drehend
antreibt. Die äußere Antriebswelle und/oder die innere Antriebswelle weist beispielsweise
eine Außenverzahnung auf, welche mit einer Verzahnung des Antriebselements in Eingriff
ist. Das Antriebselement kann insbesondere als Hohlwelle mit einer Innenverzahnung
ausgestaltet sein. Über die Mitnehmerverzahnung ist die äußere Antriebswelle und/oder
die innere Antriebswelle gegenüber dem Antriebselement axial verschiebbar gelagert.
Die Mitnehmerverzahnung gewährleistet somit einerseits die Übertragung eines Drehmoments
auf die Antriebswelle und andererseits eine Entkopplung der Antriebswelle in axialer
Richtung gegenüber dem Antriebselement, so dass die Vibration der Antriebswelle nicht
auf das Antriebselement beziehungsweise die Drehantriebseinheit übertragen wird.
[0019] Eine besonders kompakte und stabile Antriebsvorrichtung wird dadurch erzielt, dass
zumindest eine der Drehantriebseinheiten und die Vibrationseinheit an einer gemeinsamen
Aufnahme oder Stütze angeordnet sind und dass die Vibrationseinheit an der gemeinsamen
Aufnahme oder Stütze axial bewegbar gelagert ist. Die Drehantriebseinheit umfasst
vorzugsweise einen Rahmen oder ein Gehäuse, welches fest mit der Aufnahme verbunden
ist. Zwischen der Vibrationseinheit, insbesondere dem Vibrationselement, und der Aufnahme
kann beispielsweise ein elastisches Element, zum Beispiel ein Gummilager, angeordnet
sein. Durch diese Entkoppelung der Vibrationseinheit von der Aufnahme wird eine Übertragung
der Vibration auf die Drehantriebseinheit über die Aufnahme weitgehend unterbunden.
[0020] Eine vorteilhafte Koppelung der Vibrationseinheit mit beiden Antriebswellen lässt
sich dadurch erzielen, dass die Vibrationseinheit zwischen der ersten Drehantriebseinheit
und der zweiten Drehantriebseinheit angeordnet ist.
[0021] Des Weiteren ist es bevorzugt, dass die erste Übertragungseinheit an einer ersten
axialen Seite des Vibrationselements angeordnet ist, und dass die zweite Übertragungseinheit
an einer zweiten axialen Seite des Vibrationselements angeordnet ist. Hierdurch werden
eine gleichmäßige Belastung der Vibrationseinheit und eine gute Übertragung der Vibration
auf die Antriebswellen erreicht.
[0022] Vorzugsweise ist die innere Antriebswelle durch das Vibrationselement hindurchgeführt.
Dies ermöglicht die Anordnung der zweiten Übertragungseinheit und/oder der zweiten
Drehantriebseinheit an einer dem Bohrgestänge abgewandten Seite der Vibrationseinheit.
[0023] Zur Übertragung der Axialkräfte auf die innere und/oder die äußere Antriebswelle
ist es bevorzugt, dass das Vibrationselement einen, beispielsweise zylinderförmigen,
Lagersitz umfasst, an dessen Außenumfang die erste Übertragungseinheit und/oder die
zweite Übertragungseinheit angeordnet ist. Die innere Antriebswelle beziehungsweise
die äußere Antriebswelle weisen dementsprechend vorzugsweise einen Lagersitz auf,
an dessen Innenumfang die entsprechende Übertragungseinheit angeordnet ist.
[0024] Zur Verstellung einer axialen Relativposition zwischen Innengestänge und Außengestänge
und/oder zur Veränderung einer Vibrationscharakteristik ist es bevorzugt, dass ein
Aktuator vorgesehen ist, mit welchem die äußere Antriebswelle gegenüber der inneren
Antriebswelle axial verstellbar ist. Der Aktuator ist vorzugsweise zwischen einer
der Übertragungseinheiten und dem Vibrationskörper angeordnet. Mit dem Aktuator lässt
sich die Position der Übertragungseinheit gegenüber dem Vibrationskörper verstellen.
Hierdurch wird die entsprechende Antriebswelle gegenüber dem Vibrationskörper axial
verfahren beziehungsweise verstellt.
[0025] Eine präzise und wirtschaftliche Einstellung der Relativposition zwischen äußerer
und innerer Antriebswelle lässt sich dadurch erreichen, dass der Aktuator einen Stellzylinder
und/oder eine Zahnstange aufweist. Der Stellzylinder kann insbesondere hydraulisch
und/oder elektrisch betätigbar sein. Es können auch mehrere Aktuatoren in Umfangsrichtung
um die Antriebswelle herum verteilt angeordnet sein.
[0026] Eine kompakte Antriebsvorrichtung kann dadurch bereitgestellt werden, dass die erste
Übertragungseinheit und/oder die zweite Übertragungseinheit zum Übertragen sowohl
der Vibration als auch eines Drehmomentes ausgestaltet ist. Insbesondere ist es bevorzugt,
dass die Vibration des Vibrationselements über die erste Drehantriebseinheit und/oder
die zweite Drehantriebseinheit auf die äußere beziehungsweise die innere Antriebswelle
übertragbar ist. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Vibration des Vibrationselements
über eine gemeinsame Aufnahme auf die Drehantriebseinheit und von dort über ein Drehantriebselement
als Übertragungseinheit auf die entsprechende Antriebswelle übertragen wird. Das Antriebselement
als Übertragungseinheit überträgt demnach sowohl das Drehmoment als auch die Vibration
auf die Antriebswelle.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen weiter
beschrieben. Hierin zeigt:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung; und
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung.
[0028] Gleiche oder einander entsprechende Komponenten sind in sämtlichen Figuren mit denselben
Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0029] Fig. 1 zeigt eine Antriebsvorrichtung 10 zum Antreiben eines nicht dargestellten
Bohrgestänges, welches ein Außengestänge und ein darin aufgenommenes Innengestänge
umfasst.
[0030] Die Antriebsvorrichtung 10 weist eine erste Drehantriebseinheit 20 für das Außengestänge
und eine zweite Drehantriebseinheit 30 für das Innengestänge auf. Die erste Drehantriebseinheit
20 umfasst eine äußere Antriebswelle 22, die mit dem Außengestänge drehfest gekoppelt
werden kann. Hierzu ist in grundsätzlich bekannter Weise eine Kopplungseinrichtung
vorgesehen. Die äußere Antriebswelle 22 wird über ein Antriebselement 24 von einem
Antriebsmotor 28 angetrieben. Das Antriebselement 24 ist als eine Hohlwelle mit einer
Innenverzahnung 25 ausgeführt. Die äußere Antriebswelle 22 ist in der Hohlwelle aufgenommen
und umfasst eine als Außenverzahnung ausgestaltete Mitnehmerverzahnung 23, welche
mit der Innenverzahnung 25 des Antriebselements 24 kämmt, so dass ein Drehmoment auf
die äußere Antriebswelle 22 übertragbar ist. Die Mitnehmerverzahnung 23 gewährleistet
eine axiale Verschiebung der äußeren Antriebswelle 22 gegenüber dem Antriebselement
24.
[0031] Das Antriebselement 24 ist mittels einem oder mehrerer Drehlager 29 in einem Gehäuse
21 der ersten Drehantriebseinheit 20 gelagert. Zwischen dem Antriebsmotor 28 und dem
Antriebselement 24 ist ein Antriebsritzel 26 angeordnet, welches mit einer Außenverzahnung
des Antriebselements 24 kämmt.
[0032] In entsprechender Weise wird mittels der zweiten Drehantriebseinheit 30 eine innere
Antriebswelle 32 drehend angetrieben, die mit dem Innengestänge drehfest gekoppelt
werden kann. Ein Antriebsmotor 38 treibt über ein Antriebsritzel 36 ein als Hohlwelle
ausgeführtes Antriebselement 34 an. Das Antriebselement 34 ist mittels einem oder
mehrerer Drehlager 39 in einem Gehäuse 31 der zweiten Drehantriebseinheit 30 gelagert
und umfasst eine Verzahnung 35, über die ein Drehmoment auf die innere Antriebswelle
32 übertragbar ist. Die innere Antriebswelle 32 weist eine Mitnehmerverzahnung 33
auf, die mit der Verzahnung 35 in Eingriff ist. Die Mitnehmerverzahnung 33 und die
Verzahnung 35 ermöglichen eine axiale Verschiebung der inneren Antriebswelle 32 gegenüber
dem Antriebselement 34.
[0033] In axialer Richtung zwischen der ersten Drehantriebseinheit 20 und der zweiten Drehantriebseinheit
30 ist eine Vibrationseinheit 40 angeordnet. Die Vibrationseinheit 40 umfasst mindestens
zwei gegenläufig antreibbare Rotationsmassen 41, welche ein Vibrationselement 42 in
eine axial zur Bohr- beziehungsweise Längsachse 12 schwingende Bewegung versetzen.
Die Rotationsmassen 41 weisen jeweils eine Welle 43 mit einem Exzentergewicht 44 auf.
Die Wellen 43 mit den Exzentergewichten 44 werden in eine synchronisierte Drehbewegung
gebracht, so dass radial zur Längsachse 12 wirkende Unwuchtanteile gegenseitig kompensiert
werden und eine axial gerichtete Auf- und Abbewegung des Vibrationselements 42 erzeugt
wird.
[0034] Zur Übertragung der von der Vibrationseinheit 40 erzeugten Schwingung auf die äußere
Antriebswelle 22 ist zwischen der Vibrationseinheit 40 und der äußeren Antriebswelle
22 ein Drehlager 52 als eine erste Übertragungseinheit 50 angeordnet. Die innere Antriebswelle
32 ist über eine zweite Übertragungseinheit 60, welche als Drehlager 62 ausgeführt
ist, mit dem Vibrationselement 42 verbunden. Die Drehlager 52, 62 sind zur Übertragung
von Axialkräften ausgelegt. Die Vibrationseinheit 40 ist also mit beiden Antriebswellen
22, 32 axial fest verbunden, so dass beide Antriebswellen 22, 32 gleichzeitig durch
das Vibrationselement 42 in Schwingung versetzt werden.
[0035] Das erste Drehlager 52 befindet sich auf einer dem Bohrgestänge zugewandten ersten
axialen Seite des Vibrationselements 42 und das zweite Drehlager 62 auf einer dem
Bohrgestänge abgewandten zweiten axialen Seite des Vibrationselements 42. Die äußere
Antriebswelle 22 weist einen endseitigen Lagerflansch 54 mit einem Lagersitz 56 auf,
der durch eine zylinderförmige Innenmantelfläche gebildet wird. Die innere Antriebswelle
32 ist durch eine zylinderförmige Durchgangsöffnung des Vibrationselements 42 hindurchgeführt
und umfasst zwischen seiner Mitnehmerverzahnung 33 und dem Vibrationselement 42 einen
Lagerflansch 64 mit einem Lagersitz 66 für das Drehlager 62.
[0036] Die Drehlager 52, 62 sind in Längsrichtung der Antriebswellen 22, 32 zwischen den
Mitnehmerverzahnungen 23, 33 angeordnet und jeweils an einem Lagersitz 46 des Vibrationselements
42 befestigt. Der Lagersitz 46 wird durch einen Zylinderaußenmantel gebildet.
[0037] Die Drehantriebseinheiten 20, 30 sowie die Vibrationseinheit 40 sind über eine gemeinsame
Aufnahme 70, welche auch als Rahmen, Stütze oder Gehäuse bezeichnet werden kann, miteinander
verbunden. Die Vibrationseinheit 40 ist über ein elastisches Element 72 an der Aufnahme
70 gelagert.
[0038] Fig. 2 zeigt eine alternative Ausgestaltung einer Antriebsvorrichtung 10. Im Unterschied
zu der Ausgestaltung gemäß Fig. 1 sind die äußere Antriebswelle 22 und die innere
Antriebswelle 32 zueinander axial verstellbar. Hierzu ist zwischen der inneren Antriebswelle
32 und dem Vibrationselement 42 eine Verstelleinheit mit einem Aktuator 48 vorgesehen.
Der Lagersitz 46 für die Übertragungseinheit 60 ist hierbei an einem gegenüber dem
Vibrationselement 42 bewegbaren Lagerring 47 angeordnet. Mittels des Aktuators 48
lässt sich der Lagerring 47 beziehungsweise die Übertragungseinheit 60 axial relativ
zu dem vibrierend angetriebenen Vibrationselement 42 verstellen. Somit kann die innere
Antriebswelle 32 in axialer Richtung gegenüber dem Vibrationselement 42 verfahren
werden. Der Aktuator 48, welcher beispielhaft als Stellzylinder ausgeführt ist, kann
einen vorbestimmten Abstand der zweiten Übertragungseinheit 60 gegenüber dem Vibrationselement
42 einstellen. In gleicher Weise wäre es möglich, die äußere Antriebswelle 22 an dem
Vibrationselement 42 über einen Aktuator 48 zu verstellen.
[0039] In den in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsformen der Antriebsvorrichtung
10 wird die Auf- und Abbewegung des Vibrationselementes 42 unabhängig von den beiden
Drehantriebseinheiten 20, 30 auf die äußere Antriebswelle 22 und die innere Antriebswelle
32 übertragen. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass die komplette Antriebsvorrichtung 10 mit Drehantriebseinheiten 20, 30 und
Vibrationseinheit 40 gemeinschaftlich schwingt und die Vibrationsbewegung über die
Drehantriebseinheiten 20, 30 auf die äußere Antriebswelle 22 beziehungsweise die innere
Antriebswelle 32 übertragen wird. Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden,
dass die Antriebselemente 24, 34 nicht nur ein Drehmoment auf die äußere Antriebswelle
22 beziehungsweise die innere Antriebswelle 32 übertragen, sondern zusätzlich auch
die Vibrationsbewegung.
1. Antriebsvorrichtung (10) zum Antreiben eines Bohrgestänges, welches ein Außengestänge
und ein Innengestänge aufweist, mit
- einer ersten Drehantriebseinheit (20), mit welcher über eine äußere Antriebswelle
(22) das Außengestänge drehend antreibbar ist,
- einer zweiten Drehantriebseinheit (30), mit welcher über eine innere Antriebswelle
(32) das Innengestänge unabhängig vom Außengestänge drehend antreibbar ist, und
- einer Vibrationseinheit (40) zum Erzeugen einer Vibration, welche ein vibrierend
antreibbares Vibrationselement (42) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Vibrationselement (42) zum Übertragen der Vibration auf die äußere Antriebswelle
(22) über eine erste Übertragungseinheit (50) mit der äußeren Antriebswelle (22) verbunden
ist und
- dass das Vibrationselement (42) zum Übertragen der Vibration auf die innere Antriebswelle
(32) über eine zweite Übertragungseinheit (60) mit der inneren Antriebswelle (32)
verbunden ist.
2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Übertragungseinheit (50) mindestens ein erstes Drehlager (52) aufweist,
über welches die äußere Antriebswelle (22) gegenüber dem Vibrationselement (42) drehbar
gelagert ist, und
dass die zweite Übertragungseinheit (60) mindestens ein zweites Drehlager (62) aufweist,
über welches die innere Antriebswelle (32) gegenüber dem Vibrationselement (42) drehbar
gelagert ist.
3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die äußere Antriebswelle (22) und/oder die innere Antriebswelle (32) über eine Mitnehmerverzahnung
(23, 33) axial verschiebbar an einem Antriebselement (24, 34) gelagert ist.
4. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine der Drehantriebseinheiten (20, 30) und die Vibrationseinheit (40)
an einer gemeinsamen Aufnahme (70) angeordnet sind und dass die Vibrationseinheit
(40) an der gemeinsamen Aufnahme (70) axial bewegbar gelagert ist.
5. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vibrationseinheit (40) zwischen der ersten Drehantriebseinheit (20) und der zweiten
Drehantriebseinheit (30) angeordnet ist.
6. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Übertragungseinheit (50) an einer ersten axialen Seite des Vibrationselements
(42) angeordnet ist und
dass die zweite Übertragungseinheit (60) an einer zweiten axialen Seite des Vibrationselements
(42) angeordnet ist.
7. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die innere Antriebswelle (32) durch das Vibrationselement (42) hindurchgeführt ist.
8. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Vibrationselement (42) einen Lagersitz (46) umfasst, an dessen Außenumfang die
erste Übertragungseinheit (50) und/oder die zweite Übertragungseinheit (60) angeordnet
ist.
9. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Aktuator (48) vorgesehen ist, mit welchem die äußere Antriebswelle (22) gegenüber
der inneren Antriebswelle (32) axial verstellbar ist.
10. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aktuator (48) einen Stellzylinder und/oder eine Zahnstange aufweist.
11. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Übertragungseinheit (50) und/oder die zweite Übertragungseinheit (60) zum
Übertragen sowohl der Vibration als auch eines Drehmomentes ausgestaltet ist.
12. Verfahren zum Antreiben eines Bohrgestänges, welches ein Außengestänge und ein Innengestänge
aufweist, insbesondere mittels einer Antriebsvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 11, bei welchem
- das Außengestänge mittels einer ersten Drehantriebseinheit (20) über eine äußere
Antriebswelle (22) drehend angetrieben wird,
- das Innengestänge mittels einer zweiten Drehantriebseinheit (30) über eine innere
Antriebswelle (32) unabhängig vom Außengestänge drehend angetrieben wird, und
- mittels einer Vibrationseinheit (40) eine Vibration erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die an der Vibrationseinheit (40) erzeugte Vibration über eine erste Übertragungseinheit
(50) auf die äußere Antriebswelle (22) und über eine zweite Übertragungseinheit (60)
auf die innere Antriebswelle (32) übertragen wird.