[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochdruckeinrichtung für flüssige Medien.
[0002] Im Speziellen bezieht sich die Erfindung auf eine Zylindereinheit einer Hochdruckpumpe
für ein Fluid mit einem Druck von größer 2000 bar, umfassend einen durch Schrumpfverbindung
aus mindestens zwei konzentrischen, rohrförmigen Komponenten gebildeten Zylinder,
welche einerseits mit einem Flanschteil mit einem Dichtsystem, in welchem ein Plunger
axial hin- und her-bewegbar und andererseits mit einem Ventilkörper lösbar verbunden
ist.
[0003] Komponenten von Hochdruckeinrichtungen, insbesondere eine Wandung eines Zylinders
von Hochdruckpumpen, sind im Betrieb aufgrund eines Innendruckes von über 2000 bar
beträchtlichen Zugspannungen, die gegebenenfalls instationärer Natur bzw. pulsierend
wirksam sind, ausgesetzt.
[0004] Die Zugspannungen können sich dabei in Abschnitten der Zylinderwandung der Dehngrenze
der Werkstoffe annähern, allenfalls jedoch ein Langzeitfließen des Materials bewirken,
welches sich bei gegebener Spannung in logarithmischen Zeitmaße konstant verringert.
[0005] Es ist dem Fachmann bekannt, rohrförmige Bauteile für hohe Innendrücke mit konzentrischen,
thermisch aufgeschrumpften Teilen zu versehen oder Fluid führende Rohre mit aufgeschrumpften
Außenkomponenten bzw. Außenrohren zu verstärken.
[0006] Mittels eines derartigen, aus mehreren konzentrischen, durch ein Schrumpfverfahren
gebildeten Rohrkörpers, ist es möglich, die Spannungen in den Teilen der Rohrwand
für einen Hochdruckbetrieb derart auszubilden, dass über den Querschnitt möglichst
gleiche Materialbelastungen auftreten bzw. dass die Zugspannungsspitzen im Teil, die
eine plastische Verformung des Werkstoffes bewirken könnten, vermieden werden.
[0007] Zylindereinheiten bzw. Rohrkörper, hergestellt aus mindestens zwei, durch eine Aufschrumpfung
eines Außenteiles gebildeten Verbundes, haben jedoch unter anderem einen Nachteil
und zwar, dass die innere Komponente im Rohrverbund bei schwellender oder gegebenenfalls
wechselnder Belastung axial verschoben und/oder gedehnt werden kann. Dies kann im
Flanschbereich der Plungereinrichtung und/oder im Ventilkörper-Anschlussbereich zu
Problemen im System einer Abdichtung des Hochdruckfluids führen.
[0008] Hier will die Erfindung den Mangel im Stand der Technik beseitigen und setzt sich
zum Ziel, eine gattungsgemäße Zylindereinheit einer Hochdruckpumpe der eingangs genannten
Art zu schaffen, welche im schweren Dauerbetrieb eine Dichtheit der Verbindung einer
Zylindereinheit mit einem Flanschteil im Plungerbereich und einem solchen im Bereich
des Ventilkörpers sicherstellt.
[0009] Dieses Ziel wird erfindungsgemäß bei einer Zylindereinheit im Wesentlichen umfassend
einen, durch eine Schrumpfverbindung aus mindestens zwei konzentrischen, rohrförmigen
Komponenten gebildeten Zylinder, welcher einerseits mit einem Flanschteil mit einem
Dichtsystem, in welchem ein Plunger axial hin- und her-bewegbar und andererseits mit
einem Ventilkörper lösbar verbunden ist,
dadurch erreicht, dass an der Verbindungsfläche von Komponenten Rilllen ausgeformt
sind und bei der Zylindereinheit die Lagerbüchse des Dichtsystems und die radial äußerste
Komponente des Zylinders am Flanschteil anliegen und zwischenliegend einen Spalt bilden,
in welchem ein gespanntes, tellerförmiges Federmittel distal an der Außenkomponente
des Zylinders und proximal an der Außenseite der Lagerbüchse zum Flanschteil hingerichtet,
abgestützt ist und axial gegenüberliegend die rohrförmigen Komponenten des Zylinders
im Bereich der Anliegefläche an den Ventilkörper eine metallische Verbindung, insbesondere
eine Schweißverbindung, aufweisen, erreicht.
[0010] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Rillen an der Verbindungsfläche
der rohrförmigen Komponenten im Querschnitt im Wesentlichen halbkreisförmig mit einer
Tiefe bis zu 2 mm ausgeformt.
[0011] Im Folgenden soll die Innovation anhand einer Zeichnung, die allenfalls nur einen
Ausführungsweg der Erfindung darstellt, näher erläutert werden.
[0012] Es zeigt in Fig. 1 eine Zylindereinheit in einer Hochdruckpumpe.
[0013] Zur leichteren Zuordnung der Teile und Komponenten in der Zeichnung einer erfindungsgemäßen
Zylindereinheit soll die nachfolgende Bezugszeichenliste dienen:
- Z
- Zylindereinheit
- 1
- Zylinder
- 11
- Außenkomponente des Zylinders
- 12
- Innenkomponente des Zylinders
- 14
- Anliegefläche an den Ventilkörper
- 15
- Rillen an der Verbindungsfläche der Zylinderkomponente
- 2
- Flanschteil
- 3
- Dichtsystem für Plunger
- 31
- Lagerbüchse
- 4
- Spalt
- 5
- Federmittel
- 6
- Ventilkörper
- 7
- Metallische (Schweiß-)Verbindung
[0014] Aus
Fig.1 ist prinzipiell eine Zylindereinheit
Z einer Hochdruckpumpe zu entnehmen, welche in Axrichtung einerseits mit einem Dichtsystem
3 für einen Plungerkolben
P gemäß
EP 0 505 352 B1 und/oder
EP 1 845 290 B1 und andererseits mit einem Ventilkörper
6 lösbar verbunden ist.
[0015] Eine Zylindereinheit
1 nach der Erfindung ist mit einer Innenkomponente
12 und mindestens einer, auf dieser aufgeschrumpften, Außenkomponente
11 gebildet, wobei an der (den) Verbindungsfläche(n) der rohrförmigen Komponenten
12, 11 durch Ausnehmungen aus einer der Komponenten Rillen
15 gebildet sind.
[0016] Ein Dichtsystem
3 für einen Plungerkolben
P weist in an sich bekannter Weise eine Lagerbüchse
31 auf, welche in Axrichtung von einem Flanschteil
2 abgestützt ist. Die äußerste Komponente
11 des Zylinders
1 stützt sich ebenfalls im Außenbereich am Flanschteil
2 ab und weist in radialer Richtung bis zur Lagerbüchse
31 hin eine Ausnehmung auf.
[0017] Ein Federmittel
5 in der Ausnehmung, in der Darstellung gemäß
Fig. 1 eine Tellerfeder
5, stützt sich distal an der Außenkomponente
11 des Zylinders
1 ab und beaufschlagt proximal durch deren Vorspannung die Außenseite der Lagerbuchse
31, welche ihrerseits vom Flanschteil
2 axial gehalten ist.
[0018] Zwischen Federmittel
5 und der (den) innenliegenden Komponente(n)
12 des Zylinders
1 ist ein Spalt
4 zum Ventilkörper
6 hin gerichtet ausgebildet, welcher eine axiale Verschiebung derselben bis zu 0.95
mm ermöglicht und derart eine Dichtheit der Verbindung allenfalls sicherstellt.
[0019] Axial gegenüberliegend zum Dichtsystem
3 eines Plungers
P, und zwar im Bereich eines Ventilkörpers
6 des Zylinders
1, sind dessen Komponenten
11, 12 miteinander metallisch verbunden bzw. verschweißt und liegen mit deren bearbeiteten
Stirnflächen
14 dichtend an einer Gegenfläche am Ventilkörper
6 an.
[0020] Zur Behinderung bzw. Verhinderung einer Verschiebung der Komponenten
11, 12 eines Zylinders
1 einer Hochdruckpumpe ist, wie gefunden wurde, von Vorteil, wenn die Rillen
15 im Bereich der Verbindungsfläche im Querschnitt im Wesentlichen halbkreisförmig mit
einer Tiefe von bis zu 2 mm ausgeformt sind und gegebenenfalls in Axrichtung spiralig
verlaufen.
1. Zylindereinheit (Z) einer Hochdruckpumpe für ein Fluid, insbesondere für Wasser mit
einem max. Druck von größer 2000 bar, im Wesentlichen umfassend einen, durch eine
Schrumpfverbindung aus mindestens zwei konzentrischen, rohrförmigen Komponenten (11,
12) gebildeten Zylinder (1), welcher einerseits mit einem Flanschteil (2) mit einem
Dichtsystem (3), in welchem ein Plunger (P) axial hin- und her-bewegbar und andererseits
mit einem Ventilkörper (6) lösbar verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Verbindungsfläche von Komponenten Rillen ausgeformt sind und bei Zylindereinheit (Z) die Lagerbüchse (31) des Dichtsystems (3) und die radial äußerste
Komponente (11) des Zylinders (1) am Flanschteil (2) anliegen und zwischenliegend
einen Spalt (4) bilden, in welchem ein gespanntes, tellerförmiges Federmittel (5)
distal an der Außenkomponente (11) des Zylinders (1) und proximal an der Außenseite
der Lagerbüchse (31) zum Flanschteil (2) hingerichtet, abgestützt ist und axial gegenüberliegend
die rohrförmigen Komponenten (11, 12) des Zylinders (1) im Bereich der Anliegefläche
(14) an den Ventilkörper (6) eine metallische Verbindung (7), insbesondere eine Schweißverbindung,
aufweisen.
2. Zylindereinheit (Z) nach Anspruch 1, bei welcher die Rillen (15) an der (den) Verbindungsfläche(n)
der rohrförmigen Komponenten (11, 12) im Querschnitt im Wesentlichen halbkreisförmig
mit einer Tiefe bis zu 2 mm ausgeformt sind.