[0001] Die Erfindung betrifft eine motorgetriebene Wiedereinschaltvorrichtung für drehbetätigbare
Schaltgeräte.
Technisches Gebiet und Stand der Technik
[0002] Es sind diverse motorgetriebene Ein- und Umschalteinrichtungen bekannt. Beispielsweise
zeigt die
DE 9203532 U1 einen mechanischen Umschalt- oder Fernantrieb für elektrische Schaltgeräte mit Dreh-
oder Kipphebelantrieb für das Schaltschloss, wobei mindestens ein zusätzlicher mechanischer
Drehantrieb vorgesehen ist, der mit dem Drehantrieb an einem benachbarten Schaltgerät
durch Zugelemente in Form zweier Bowdenzüge mechanisch verbunden ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wiedereinschaltvorrichtung anzugeben,
die einfach arbeitet und die leicht an oder auf der Bedienseite eines oder mehrerer
Schaltgeräte anbaubar ist.
[0004] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung im wesentlichen durch die Merkmale des Anspruches
1 gelöst, während in den Unteransprüchen besonders vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung gekennzeichnet sind. Die Verwendung der Erfindung wird ebenfalls beansprucht.
[0005] Der Kern der Erfindung betrifft einen Motorantrieb zum Anbau an mindestens ein elektrisches
Schaltgerät, insbesondere an einen Niederspannungsschutzschalter oder dergleichen,
wobei das Schaltgerät über einen Handdrehknopf und eine Betätigungswelle in EIN- und
AUS-Position drehbetätigbar ist. Mit der Drehbetätigung, welche vorzugsweise auf 90°
ausgelegt ist, kann das mindestens eine Schaltgerät manuell oder mittels Motorantrieb
aus einer AUS-Position in eine EIN-Position geschaltet werden.
[0006] Mindestens sind weitere Elemente und Einzelheiten der erfindungsgemäßen Anordnung
vorhanden:
● der Motorantrieb umfasst einen Elektromotor mit Motorwelle,
● die Motorwelle ist über ein Schaltgestänge mit der Betätigungswelle mindestens eines
Schaltgeräts in Wirkverbindung bringbar,
● der Elektromotor ist über einen (entfernt angeordneten) Schalter in Drehbewegung
setzbar.
[0007] Die erfindungsgemäße Anordnung dient der Wiedereinschaltung von Schaltgeräten von
Ferne nach gewollter oder ungewollter Abschaltung durch einfache Kontaktgabe.
[0008] Besonderheiten und Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung:
● das oder die Schaltgeräte bleiben zusätzlich handschaltbar;
● Parallelantrieb für mehr als ein Schaltgerät;
● sofortige Wiedereinschaltmöglichkeit;
● einfache Versorgung über Netzspannung;
● die Einschaltzeit ist kürzer als 1 sec.;
● Ausschaltvorgang ohne Fremdspannung;
● anbaubar an unterschiedliche Schaltgeräte, beispielsweise für Motorschutzschalter
im industriellen Umfeld oder an Schutzschalter für PV-Anlagen.
[0009] Der Motorantrieb ist an ein oder mehrere Schaltgeräte anbaubar, wobei mit einer Drehbetätigung
von 90° das oder die Schaltgeräte aus einer AUS-Position in eine EIN-Position umschaltbar
sind. Das Schaltgestänge umfasst ein oder zwei parallel geführte Koppelelemente, die
zwischen an den Betätigungswellen eines oder zweier Schaltgeräte angeordneten doppelarmigen
Hebeln anlenkbar sind.
[0010] Der Motorantrieb ist derart neben einem oder mehreren Schaltgeräten nebeneinander
anordbar, dass Betätigungswelle und Motorwelle parallel liegen.
[0011] Die Betätigungsmechanik besteht aus einem Schaltgestänge mit ein oder zwei Koppelelementen.
Das erste Koppelelement ist an der Betätigungswelle über einen einarmigen Hebel angelenkt.
Zwei Koppelelemente liegen parallel und greifen an den Enden von an den Betätigungswellen
der Schaltgeräte befestigten Doppelarmhebel an.
[0012] Das Schaltgestänge umfasst eine an der Motorwelle angeordnete Kurbel, welche über
eine Zugstange an einen an dem ersten Koppelelement angebrachten Mitnehmer angreift.
[0013] Parallel zu dem mindestens einen Schaltgerät befindet sich ein Elektromotor, dessen
Motorwelle parallel zu den Betätigungswellen angeordnet ist. Der Elektromotor kann
mit Kleinspannung, beispielsweise mit 12 V gespeist und über einen entfernt angeordneten
Schalter bestromt werden. Das Einschaltsignal kann durch einen potentialfreien Kontakt
an den Motorantrieb von außen gegeben werden. An der Motorwelle ist eine Kurbel befestigt.
Die Kurbel des Elektromotors und die Einarm- oder Doppelarmhebel bewegen sich in zwei
zueinander parallel liegenden Ebenen. Im EIN-Schaltvorgang vollführt die Motorgetriebewelle
eine Umdrehung. Eine Abschaltung des Elektromotors erfolgt über eine Betätigung eines
von der Motorwelle mitbewegten Schaltnockens über einen Mikroschalter.
[0014] Die Zugstange ist einerends am Kurbelende gelagert. Andernends ist die Zugstange
über ein Lager mit einem auf dem ersten Koppelelement laufenden Gleitstein verbunden.
Die Zugstange ist einerends am Ende der Kurbel angeordnet und andernends über einen
auf dem ersten Koppelelement bewegbaren Gleitstein gelagert. In der AUS-Stellung des
oder der Schaltgeräte befindet sich der auf dem ersten Koppelelement angeordnete Mitnehmer
in einer Lage mit größter Entfernung zur Motorwelle. Der Gleitstein greift über an
dem Koppelelement befestigten Mitnehmer.
[0015] Bei einer Umdrehung der Kurbel vollführt die Zugstange eine Linearbewegung und der
Gleitstein gleitet über einen Weg auf dem ersten Koppelelement vor und zurück.
[0016] Die als Schaltgestänge ausgebildete Betätigungsmechanik kann in einem anbaubaren
prismatischen Gehäuse untergebracht sein, welches mit seiner Gehäuseunterseite der
Fronseite/Bedienseite des mindestens einen Schaltgeräts zugewandt angebracht werden
kann.
[0017] Vorzugsweise kann die Verwendung der erfindungsgemäßen Wiedereinschaltvorrichtung
für mindestens einen Schutzschalter vorgesehen sein, der über Arbeitsstrom- oder Unterspannungsauslöser
abschaltbar ist. Jedes Schaltgerät ist über Anschlüsse mit einer Strombahn verbunden.
Jede Strombahn versorgt zum Beispiel einen Verbraucher. Wenn nicht Sicherheitsanwendungen
Vorrang haben, wo eine Nullspannungssicherheit gefordert ist, kann ein Schutzschalter
mit Arbeitsstromauslöser eingesetzt werden.
[0018] Erfolgt die Ausschaltung fehlersicher durch einen Unterspannungsauslöser, reicht
es vollkommen aus, die motorgetriebene Wiedereinschaltvorrichtung mit Netzspannung
zu verbinden. Bei der elektrischen Verschaltung kann eine einfache Selbsthaltung mit
einem Relais eingesetzt werden, das den Elektromotor ansteuert.
[0019] Der Einsatz und Verwendung der erfindungsgemäßen Anordnung kann besonders von Vorteil
sein, wenn sie für Anlagen verwendet wird, die schwer zugänglich sind. Beispielsweise
im industriellen Umfeld im Bereich von Motorschutzschalter. So können bei unbesetzten
Pumpstationen in Abwasserstationen irgendwo im Gelände, die nicht ständig besetzt
sind, Schäden durch längeren Stillstand der Pumpen entstehen.
[0020] Der Einschaltbefehl kann über einen entfernt liegenden, externen Taster gegeben werden.
Die Zuschaltung erfolgt dann durch Schließen eines Kontaktes. Die Übermittlung des
Wiedereinschaltbefehls kann auch drahtlos erfolgen. Dies kann z.B. mit Hilfe eines
Funk-Systems erfolgen.
[0021] Eine bevorzugte Verwendung der Wiedereinschaltvorrichtung wird für einen DC-Lasttrennschalter
vorgeschlagen, der bei Photovoltaikanlagen zwischen Photovoltaikmodulen und Wechselrichter
geschaltet ist.
[0022] Ein solcher DC-Lasttrennschalter (für bis zu 32 A Nennstrom) ist als sogenannter
Feuerwehrschalter bekannt (
DE 10 2008014129 B4). Mit diesem Schutzschalter kann bei Photovoltaikanlagen der Gleichspannungs-Leitungsweg
zum Wechselrichter (durch einen Unterspannungsauslöser) abgeschaltet werden. Der Schutzschalter
wird bevorzugt in unmittelbarer Nähe von PV-Module montiert, um Leitungslängen zwischen
PV-Modulen und Schutzschalter so kurz wie möglich zu gestalten. Häufig ist jedoch
die räumliche Erreichbarkeit des Schutzschalters dadurch erschwert.
[0023] Wird im Notfall (z.B. bei Brand durch die Feuerwehr) das komplette Haus vom Stromnetz
getrennt, so führt dies automatisch zur Auslösung des Schutzschalters und somit zur
Spannungsfreischaltung der PV-Gleichstromleitungen. Eine Gefährdung der Einsatz- und
Löschkräfte durch spannungsführende Gleichstromleitungen ist somit ausgeschlossen.
[0024] Der Nachteil ist, dass Unterspannungsauslöser auch auf Spannungsausfälle reagieren,
wie sie häufig vorkommen, z.B. bei Gewittern oder Netzfehler. Der Schutzschalter öffnet
auch dann die Kontakte und bleibt offen. Nach gewollter oder ungewollter Ausschaltung
war es bisher umständlich, die PV-Anlage aus der Ferne wieder einzuschalten. Folge
davon ist, dass der Wechselrichter keine DC-Spannung bekommt und keine Energie ins
Netz liefert. Ausfälle der Einspeisevergütung sind die Folge. Bisher muss der Schutzschalter
am Installationsort von Hand wieder eingeschaltet werden.
[0025] Nach Entschärfung der Gefahr und nach Rückkehr der Netzspannung kann ein Einschaltsignal
(manuell oder automatisch) an die Wiedereinschaltvorrichtung gegeben werden. Die Kontakte
werden geschlossen, die Versorgung des Wechselrichters mit DC-Spannung ist wiederhergestellt
und die Energielieferung ins Netz wird wieder aufgenommen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Die Figuren zeigen Ausführungen von bevorzugten erfindungsgemäßen Anordnungen.
[0027] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden, anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen
Figur 1: eine Aufsicht auf das Schaltgestänge bei Schalterstellung AUS;
Figur 2: eine perspektivische Aufsicht auf das Schaltgestänge bei Schalterstellung
EIN;
Figur 3A: Detail Schaltgestänge bei Schalterstellung AUS und
Figur 3B: Bewegung des Schaltgestänges in Richtung EIN.
[0028] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform schematisch gezeigt, welche folgende Elemente
und Einzelheiten umfasst, wobei die Wiedereinschaltvorrichtung an mindestens ein elektrisches
Schaltgerät 10.1 anbaubar ist, an dessen Betätigungswelle 12 ein einarmiger Hebel
15 angeordnet ist.
[0029] Die erste Ausführungsform umfasst mindestens:
- einen Motorantrieb mit einem Elektromotor 40 und dessen Motorwelle 41,
- der Elektromotor 40 ist gegenüber dem Schaltgerät 10. 1 derart anordbar, dass die
Betätigungswelle 12 und die Motorwelle 41 parallel liegen;
- über ein Schaltgestänge lässt sich die Motorwelle 41 mit der Betätigungswelle 12 des
Schaltgeräts 10.1 in Wirkverbindung bringen,
- wobei das Schaltgestänge ein (erstes) Koppelelement 30 umfasst, das die Motorwelle
41 mit der Betätigungswelle 12 verbindet.
[0030] Das mindestens eine Schaltgerät 10.1 (10.2) wird über einen Handdrehknopf 80 (siehe
Fig. 2) zum Öffnen und Schließen von Leitungsbahnen manuell EIN und AUS geschaltet.
Der Handdrehknopf 80 ist der Betätigungswelle 12 aufgesetzt. Die Betätigungswelle
ist senkrecht zur Bedienfront der Schaltgeräte angeordnet. Die Befestigungsfläche
der Schaltgeräte liegt auf der Rückseite des mindestens einen Schaltgeräts und dient
dort vornehmlich zur Befestigung auf einer Tragschiene. Der Elektromotor 40 wird vorzugsweise
ebenfalls mit seiner Rückseite auf derselben Tragschiene befestigt.
[0031] Die Wirkungsweise der Erfindung ist darauf ausgelegt, dass der Elektromotor 40 über
einen entfernt angeordneten Schalter in Drehbewegung gesetzt wird, um ein (oder mehrere)
Schaltgerät(e) aus der Aus-Position in EIN-Position zu schalten. Die Situation der
Fig. 1 zeigt das Schaltgerät 10.1 in AUS-Position. Die Schaltgestänge ist derart ausgebildet,
dass mittels einer Umdrehung der Motorwelle 41 das eine Schaltgerät 10.1 aus seiner
AUS-Position in seine EIN-Position umschaltbar ist.
[0032] An der Motorwelle 41 ist eine Kurbel 42 befestigt, an deren Ende ein Stift 44 ausgebildetes
ist, der parallel zur Motorwelle gerichtet ist. Der Stift 44 greift über einen Weg
S während einer Umdrehung der Motorwelle 41 an einen als Zapfen ausgebildeten Mitnehmer
51, der an dem ersten Koppelelement 30 angebracht ist. Der Mitnehmer am ersten Koppelelement
ist senkrecht von dem ersten Koppelelement 30 weg und auf die Motorwelle hin gerichtet.
[0033] Das erste Koppelelement 30 ist an der Betätigungswelle 12 über einen einarmigen Hebel
15 angelenkt und hat über einen zweiten einarmigen Hebel 11, 15 eine Parallelführung.
Das Koppelelement 30 ist an beiden Enden 22 an den Hebeln 11, 15 gelagert. Die Drehachsen
der beiden Hebel 15 und die Motorwelle 41 sind mechanisch parallel nebeneinander angeordnet.
Während einer Umdrehung der Motorwelle 41 greift der an der Motorwelle 41 angeordnete
Mitnehmer 44 mindestens in einem Winkelbereich W von 90° (oder größer) an den am Koppelelement
30 angebrachten Mitnehmer 51 an. Über die Mitnahme in dem Winkelbereich W wird das
Koppelelement über einen Koppelweg S mitgenommen und das Schaltgerät 10.1 in einem
Winkelbereich W von 90° (oder größer) betätigt. Am Ende der Betätigung rastet das
Schaltgerät 10.1 in seine EIN-Position.
[0034] Die Drehbewegung Dr des Elektromotors 40 wird nach einer Umdrehung des Elektromotors
40 abgeschaltet. Die Abschaltung des Elektromotors 40 erfolgt über die Betätigung
eines von der Motorwelle 41 mitbewegten Schaltnockens 45 über einen Mikroschalter
48. Letzteres ist detaillierter in Fig. 2 dargestellt.
[0035] Das Schaltgestänge ist in einem - nicht in den Figuren dargestellten - Gehäuse untergebracht.
Das Gehäuse kann prismatisch ausgebildet sein. Das Gehäuse ist anbaubar gestaltet,
wobei es mit seiner Gehäuseunterseite der Fronseite/Bedienseite des mindestens einen
Schaltgeräts 10.1 zugewandt und dort befestigbar ist. Die Gehäuseoberseite liegt der
Gehäuseunterseite parallel und allein die Betätigungswelle 12 ist durch die Gehäuseoberseite
hindurchgeführt. Die Gehäuseoberseite kann als abnehmbarer Deckel gestaltet sein.
Bei einem geschlossenen Gehäuse ist somit nur die Betätigungswelle 12 nach außen sichtbar
und ein auf der Betätigungswelle 12 aufgesetzter Handdrehknopf 80 (siehe Fig. 2).
Der zweite einarmige Hebel 11 (15) kann in dem beschriebenen Gehäuse frei drehbar
angeordnet sein.
[0036] Als bevorzugte weitere erfindungsgemäße Anordnung kann jedoch auch vorgesehen sein,
dass der zweite einarmige Hebel 11 (15) sich auf der Betätigungswelle 12 eines zweiten
Schaltgeräts 10.2 befindet. Beide Situationen sind in Fig. 1 dadurch wiedergegeben,
dass die Bezugszeichen 10.2 und 12 in Klammern eingetragen sind. In beiden Fällen
arbeitet das Schaltgestänge identisch. Bei Vorhandensein zweier Schaltgeräte sind
beide Schaltgeräte aus ihren AUS-Positionen in ihre EIN-Positionen umschaltbar.
[0037] In der Fig. 2 ist leicht perspektivisch eine zweite erfindungsgemäße Anordnung dargestellt.
[0038] Das Schaltgestänge umfasst das erste Koppelelement 30 und ein zweites Koppelelement
31, die beide zwischen Motorwelle 41 und Betätigungswelle(n) 12 parallel geführt sind.
Erstes 30 und zweites Koppelelement 31 sind an der Betätigungswelle 12 über einen
doppelarmigen Hebel 16 angelenkt.
[0039] Der Elektromotor 40 und die beiden Schaltgeräte 10.1, 10.2 sind wiederum derart nebeneinander
angeordnet, dass die Betätigungswellen 12 der Schaltgeräte und Motorwelle 41 parallel
liegen. Die beiden Schaltgeräte 10.1, 10.2 sind beiderseits der Motorwelle 41 angeordnet.
[0040] Das Schaltgestänge umfasst wiederum eine an der Motorwelle 41 angeordnete Kurbel
42. Die Kurbel greift über eine Zugstange 50 an einen an dem ersten Koppelelement
30 angebrachten als Zylinder ausgebildeten Mitnehmer 51' an. Die Zugstange 50 ist
einerends am Ende 46 der Kurbel 42 gelagert und ist andernends 53 über einen auf dem
ersten Koppelelement bewegbaren Gleitstein 52 gelagert.
[0041] Über die Zugstange 50 wird die Drehbewegung Dr der Motorwelle 41 in eine Linearbewegung
umgesetzt, wobei die Zugstange 50 über den Gleitstein hinter den am ersten Koppelelement
befestigten Mitnehmer 51' hakt. Das Lager 46 an der Kurbel ist mit einem Abstand (Radius)
vom Drehmittelpunkt der Motorwelle 41 abgeordnet, dass mit einer Umdrehung der Motorwelle
41 die Zugstange 50 eine ausreichende Linearbewegung ausführen kann zur Bewegung und
zur vollen Mitnahme des Mitnehmers 51' auf dem ersten Koppelelement.
[0042] Die Enden der Koppelelemente 30, 31 sind in Einhängeöffnungen, bzw. an drehbaren
Haltezapfen an den Hebeln 15 (Version nach Fig. 1) oder an den Hebeln 16 (Version
nach Fig. 2) eingehängt. Die Koppelelemente können in Form zweier Koppelstangen starr
ausgebildet sein. Alternativ können sie auch durch straff gespannte Seile gebildet
sein.
[0043] Die Figuren 3A und 3B zeigen zwei Positionen des Schaltgestänges und der Motorwelle.
Die Fig. 3A zeigt die Situation der Motorwelle 41 in Ausgangslage und das (oder die)
Schaltgerät(e) in AUS-Position. Die Fig. 3B zeigt die Aktion des Schaltgestänges während
des EIN-Schaltvorgangs.
[0044] An der Motorwelle 41 ist ein Schaltnocken 45 angeschraubt, der mit einem Mikroschalter
48 zusammenwirkt. Der Elektromotor bleibt solange angesteuert, bis die Motorwelle
eine komplette Umdrehung gemacht hat, wonach dann der Schaltnocken 45 jeweils den
Mikroschalter 48 betätigt. Nach einer Umdrehung fällt das Relais der Selbsthaltung
durch einen Endschalter ab. Während der Umdrehung werden Mechanik des Schaltgestänges
und die Betätigungswellen der beiden Schaltgeräte gedreht. Nach einer Viertel-Umdrehung
im Uhrzeigersinn ist das oder sind die Schaltgeräte in die EIN-Position bewegt. Der
Motorantrieb gelangt in die Ausgangsstellung und ist an dieser Position für den nächsten
Einschaltbefehl sofort wieder einschaltbereit.
[0045] In der Ausgangsstellung gemäß Fig. 3A (Schaltgerät in AUS) befindet sich der eine
Arm des doppelarmigen Hebels 16, an den das erste Koppelelement angelenkt ist, in
einer Lage nach rechts gedreht. Die Lage des einen Arms des doppelarmigen Hebels 16
hat etwa einen Winkel von 135° gegenüber der Verbindungslinie beider Betätigungswellen
der Schaltgeräte. Ebenso befindet sich das erste Koppelelement 30 in einer extremen
Lage nach rechts verschoben. Der eine Arm des doppelarmigen Hebels und das erste Koppelelement
30 nehmen also eine extreme nach rechts verlagerte Lage ein. Die Kurbel 42 an der
Motorwelle 41 liegt in dieser Stellung etwa parallel zum doppelarmigen Hebel 16 und
hat ebenso eine Lage mit einem Winkel von etwa 135° gegenüber der Verbindungslinie
beider Betätigungswellen der Schaltgeräte.
[0046] In Fig. 3B vollzieht nach einem EIN-Schaltimpuls an den Motor die Motorwelle 41 eine
Drehung. Hierbei nimmt die Zugstange 50 über den Gleitstein 52 an ihrem Ende den Mitnehmer
51' mit. Das erste Koppelelement 30 bewegt den doppelarmigen Hebel 16 im Uhrzeigersinn.
Nach Einnahme der EIN-Schaltstellung stehen die auf das erste Koppelement gerichteten
Arme der doppelarmigen Hebel 16 der Schaltgeräte in einer Lage mit einem Winkel von
etwa 45° gegenüber der Verbindungslinie beider Betätigungswellen der Schaltgeräte.
Die Betätigungswellen haben jeweils eine Drehung um 90° vollzogen.
[0047] In Fig. 3A ist angedeutet, dass über den doppelarmigen Hebel 16 hinaus, zwei weitere
Koppelelemente 30' und 31' angeordnet sein können. Diese Koppelelemente 30', 31' führen
zu einem dritten, nicht dargestellten Schaltgerät. Das dritte, bzw. weitere Schaltgerät
liegt mit seiner Frontseite parallel zu den Frontseiten der ersten beiden Schaltgeräte;
ebenso liegt die Betätigungswelle des weiteren Schaltgeräts parallel zur Motorwelle
und den Betätigungswellen der ersten beiden Schaltgeräte. An der Betätigungswelle
des weiteren Schaltgeräts ist ebenfalls ein doppelarmiger Hebel vorhanden, an dessen
Enden die Koppelelemente 30', 31' dann angreifen. Wiederum sind die Koppelelemente
30', 31' parallel geführt. Der Elektromotor sollte in diesem Fall in seiner Leistung
so stark ausgelegt sein, dass er die mechanische Arbeit zur Betätigung von mehr als
zwei Schaltgeräten aufbringen kann.
Bezugszeichen
[0048]
- Dr
- Drehrichtung
- S
- Koppelweg
- W
- Winkel
- 10.1 10.2
- elektr. Schaltgerät
- 11
- freidrehbarer Einarmhebel
- 15
- einarmiger Hebel
- 16
- zweiarmiger Hebel
- 22
- Lager an Hebel 15, 16
- 30 30' 31 31'
- Koppelelemente
- 40
- Motor
- 41
- Motorwelle
- 42
- Kurbel
- 44
- Mitnehmernocken
- 45
- Schaltnocken
- 46
- Lager an Kurbel für Zugstange
- 48
- Mikroschalter
- 50
- Zugstange
- 51 51'
- Mitnehmer (Zapfen, Zylinder)
- 52
- Gleitstein
- 53
- Lager am Gleitstein
- 80
- Handdrehknopf
- 100
- Schaltsignal
1. Motorgetriebene Wiedereinschaltvorrichtung zum Anbau an mindestens ein elektrisches
Schaltgerät, insbesondere an einen Niederspannungsschutzschalter oder dergleichen,
wobei das Schaltgerät über einen Handdrehknopf und eine Betätigungswelle in EIN- und
AUS-Position drehbetätigbar ist,
● wobei die Wiedereinschaltvorrichtung einen Elektromotor (40) mit Motorwelle (41)
umfasst,
● wobei die Motorwelle (41) über ein Schaltgestänge (30, 42, 50) mit der Betätigungswelle
(12) mindestens eines Schaltgeräts (10.1) in Wirkverbindung bringbar ist,
● wobei das Schaltgestänge (30, 42, 50) ein erstes Koppelelement (30) umfasst, mit
dem die Motorwelle (42) mit der Betätigungswelle (12) verbindbar ist und das Schaltgestänge
derart ausgebildet ist, dass mittels einer Umdrehung der Motorwelle (41) mindestens
ein Schaltgerät (10.1) aus einer AUS-Position in eine EIN-Position umschaltbar ist.
2. Wiedereinschaltvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Koppelelement (30) an der Betätigungswelle (12) über einen einarmigen Hebel
(15) anlenkbar ist.
3. Wiedereinschaltvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltgestänge (30, 42, 50) eine an der Motorwelle (41) angeordnete Kurbel (42)
umfasst, welche über eine Zugstange (50) an einen an dem ersten Koppelelement (30)
angebrachten Mitnehmer (51') angreift.
4. Wiedereinschaltvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugstange (50) einerends am Ende (46) der Kurbel (42) angeordnet ist und andernends
(53) über einen auf dem ersten Koppelelement (50) bewegbaren Gleitstein (52) gelagert
ist.
5. Wiedereinschaltvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Motorantrieb an ein oder mehrere Schaltgeräte (10.1, 10.2) anbaubar ist, wobei
mit einer Drehbetätigung von 90° das oder die Schaltgeräte aus einer AUS-Position
in eine EIN-Position umschaltbar sind.
6. Wiedereinschaltvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltgestänge zwei parallel geführte Koppelelemente (30, 31) umfasst, die zwischen
an den Betätigungswellen (12) zweier Schaltgeräte (10.1, 10.2) angeordneten doppelarmigen
Hebeln (16) anlenkbar sind.
7. Wiedereinschaltvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Motorantrieb derart neben einem oder mehreren Schaltgeräten (10.1, 10.2) nebeneinander
anordbar ist, dass Betätigungswelle(n) (12) und Motorwelle (41) parallel liegen.
8. Wiedereinschaltvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abschaltung des Elektromotors (40) über eine Betätigung eines von der Motorwelle
(41) mitbewegten Schaltnockens (45) über einen Mikroschalter (48) erfolgt.
9. Wiedereinschaltvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltgestänge in einem anbaubaren prismatischen Gehäuse untergebracht ist, welches
mit seiner Gehäuseunterseite einer Fronseite des mindestens einen Schaltgeräts (10.1,
10.2) zugewandt anbaubar ist.
10. Verwendung einer Wiedereinschaltvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wiedereinschaltvorrichtung für mindestens einen Schutzschalter (10.1, 10.2) vorgesehen
ist, der über Arbeitsstrom- oder Unterspannungsauslöser abschaltbar ist.
11. Verwendung einer Wiedereinschaltvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wiedereinschaltvorrichtung für mindestens einen DC-Lasttrennschalter vorgesehen
ist, der bei Photovoltaikanlagen zwischen Photovoltaikmodulen und Wechselrichter geschaltet
ist.