[0001] Die Erfindung betrifft ein fernsteuerbares Unterwasserfahrzeug gemäß Anspruch 1 und
ein Unterwassersystem mit einem solchen Unterwasserfahrzeug sowie einer Systemplattform
gemäß Anspruch 12.
[0002] Auf dem Grund von Gewässern liegen eine Vielzahl von Objekten, bei denen ein Interesse
daran besteht, sie aufzuspüren und entweder zu bergen oder zu räumen. Insbesondere
stellen in Gewässern befindliche Kampfmittel wie Seeminen oder versenkte Munition
eine potentielle Gefahr für die Schifffahrt und die Umwelt dar. Es besteht daher ein
Bedürfnis zur effizienten, kostengünstigen und ungefährlichen Räumung derartiger Kampfmittel.
Zum Aufspüren und identifizieren von Objekten einerseits sowie andererseits auch zur
Bergung bzw. Räumung werden regelmäßig Unterwasserfahrzeuge, zumeist unbemannte Unterwasserfahrzeuge,
eingesetzt. Der Einsatz unbemannter Unterwasserfahrzeuge ermöglicht zum einen Missionen
in Tiefen, welche für Taucher nicht mehr erreichbar sind. Zum anderen sind insbesondere
bei Missionen im Zusammenhang mit Kampfmittelräumung regelmäßig die Gefahren für Taucher
nicht mehr vertretbar.
[0003] Es hat sich gezeigt, dass oftmals Objekte an Grund eines Gewässers, welche entweder
geborgen oder im Fall von Kampfmitteln geräumt werden sollen, so schwer zugänglich
sind, dass bekannte Unterwassersysteme eine Bergung bzw. Räumung nicht mehr gewährleisten
können. Der Einsatz von Tauchern unter diesen schwierigen Bedingungen ist jedoch aufgrund
der erhöhten Risiken möglichst zu vermeiden.
[0004] US 2002 0129 694 A1 offenbart eine Einrichtung zur Minenräumung am Meeresgrund mit einem Wasser durchströmten
Pflug, der mit beweglichen Armen am Bug eines Überwasserschiffs angeordnet ist und
durch Absenken der beweglichen Arme in seine Arbeitsstellung am Meeresgrund abgesenkt
wird. Der Wasserpflug enthält einen Kanal, in den Wasser aus der Umgebung des Wasserpflugs
aufgenommen und vor dem Überwasserfahrzeug abwärts in Richtung auf den Meeresgrund
abgegeben wird. Der Wasserstrahl des Wasserpflugs soll aus einem Pfad des Überwasserfahrzeugs
vergrabene Sprengkörper oder andere Hindernisse entfernen.
[0005] US 7 363 844 B2 offenbart ein ferngesteuertes Unterwassersystem zur Bergung von Sprengkörpern, wobei
auf dem Meeresgrund ein fernsteuerbares Greifwerkzeug zur Bergung der Munition abgestellt
wird. Das Greifwerkzeug ist über ein Signalkabel mit einer Sende-/Empfangseinrichtung
verbunden, welche an der Wasseroberfläche schwimmt und per Funk mit einer Basisstation
verbunden ist. Dieses Dokument ist die Basis des Oberbegriffes des Anspruchs 1.
[0006] Des Weiteren sind Unterwasserfahrzeuge mit Einrichtungen zum Freilegen eingesunkener
Objekte bekannt, welche jedoch nicht für die gefahrlose Entfernung von Kampfmitteln
geeignet sind.
[0007] US 3 354 658 offenbart ein Unterwasserfahrzeug mit einer Torpedo ähnlichen Gestalt, welche über
ein Kabel fernsteuerbar ist und über eine Druckluftleitung mit Druckluft versorgt
wird. Das bekannte Unterwasserfahrzeug verfügt über einen magnetischen Kopf, mit dem
es an der Schiffswand eines Schiffswracks befestigt werden kann, wobei mittels einer
Sprengladung ein Loch in die Schiffswand gesprengt wird, um anschließend Luft durch
die Schiffswand zu pumpen. An die Druckluftleitung kann ein Adapter eingeschlossen
werden, welcher mittels der Druckluft über eine flexible Röhre loses Material von
den Decks eines Schiffswracks oder von dem Meeresgrund absaugen kann. Mit einem weiteren
Adapter kann Druckluft aus der Druckluftleitung über eine Düse abgegeben werden.
[0008] US 7 765 725 B2 offenbart eine Einrichtung zur Entfernung des Aushubs von einem Bohrloch mittels
eines Ejektors, einer Pumpe und einer in das Bohrloch einzuführenden Saugröhre. Die
Pumpe ist Teil eines fernsteuerbaren Unterwasserfahrzeugs und wird zur Entfernung
von Aushub an den Ejektor angeschlossen.
[0010] Aus
DE 346 857 A ist ein bemanntes Unterwasserfahrzeug mit vom Inneren aus zu handhabenden Werkzeugen
bekannt, welches mittels Raupenketten fortbewegbar ist. Das bekannte Unterwasserfahrzeug
ist zu Baggerzwecken mit einer Saugpumpe und anschließenden gelenkigen Bagger- oder
Saugrohren ausgerüstet.
[0011] WO 01/32503 A2 offenbart eine Einrichtung zur Entfernung von Gestein und Sedimenten im Unterwasserbereich,
welche außerhalb eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs (ROV) an dem Unterwasserfahrzeug
befestigt ist. Die bekannte Einrichtung umfasst eine Saugleitung, durch die Sedimente
transportiert werden, und ein eine auf die Saugleitung wirkende Ejektordüse, an die
eine Wasserpumpe angeschlossen ist und welche am Arbeitsende der Saugleitung einen
Saugdruck erzeugt.
[0013] JP 62008895A offenbart einen funkgesteuerten Unterwasserroboter mit einer als Greifarm ausgestalten
Manipulationseinrichtung. Der Unterwasserroboter ist über Kabelverbindung mit einer
Funkboje verbunden, welche mit einer Basisstation an Bord eines Seeschiffs per Funk
verbunden ist.
[0014] WO 91/13800 offenbart ein System zur Unterwassererkundung mit zwei identischen Unterwasserfahrzeugen
und einem Überwasserschiff, wobei sich jeweils eines der Unterwasserfahrzeuge zur
Unterwassererkundung eingesetzt wird und abgetaucht ist, während sich das andere Unterwasserfahrzeug
an der Wasseroberfläche befindet und Funkkontakt mit der Basisstation an Bord eines
Überwasserschiffs hält. Die beiden Unterwasserfahrzeugen kommunizieren miteinander,
so dass über die Funkverbindung zu dem an der Oberfläche schwimmenden Unterwasserfahrzeug
letztlich eine Kommunikation mit dem abgetauchten Unterwasserfahrzeug möglich ist.
[0015] Der Erfindung liegt nach alledem das Problem zugrunde, ein fernsteuerbares Unterwasserfahrzeug
und ein Unterwassersystem zu schaffen, welche eine kostengünstige und gefahrlose Entfernung
von schwer zugänglichen Objekten, insbesondere von Kampfmitteln, vom Grund eines Gewässers
ermöglichen.
[0016] Dieses Problem wird erfindungsgemäß mit einem Unterwasserfahrzeug mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 sowie einem Unterwassersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
[0017] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die erschwerte Zugänglichkeit von
Objekten auf dem Grund von Gewässern oft die Folge von Sedimentablagerungen an dem
Objekt ist bzw. das Objekt nach einer oft jahrzehntelangen Verweildauer am Gewässergrund
schon so weit eingesunken ist, dass herkömmliche Unterwasserfahrzeuge eine Bergung
oder Räumung nicht mehr durchführen können. Die Erfindung hat erkannt, dass in den
meisten Fällen eine Bergung oder Räumung möglich wäre, wenn das Sediment in der Umgebung
des eingesunkenen Objekts entfernt werden könnte und dadurch das eingesunkene Objekt
so weit freigelegt werden kann, dass es anschließend geborgen oder geräumt werden
kann. Das erfindungsgemäße Unterwasserfahrzeug kann mit seiner Einrichtung zum Freilegen
eingesunkener Objekte in den meisten Fällen so viel Sediment, Sand bzw. kleinere Objekte
entfernen, dass das Objekt für eine anschließende Bergung oder Räumung schonend freigelegt
wird. Die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte umfasst dabei ein oder mehrere
Werkzeuge, um auf das Sediment einzuwirken.
[0018] Das Unterwasserfahrzeug weist eine Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte
mittels einer Wasserströmung auf, welche eine die Wasserströmung führende Arbeitsdüse
umfasst. Mit der Wasserströmung können Sedimente, welche das freizulegende Objekt
einschließend, schonend und berührungsfrei abgesaugt werden.
[0019] Das Freilegen der eingesunkenen Objekte mittels einer Wasserströmung kann sowohl
durch Spülen als auch durch Absaugen der Sedimente im Umfeld des eingesunkenen Objekts,
bspw. einer Mine, erfolgen. Bei einer auf Spülen ausgelegten Einrichtung wird die
Wasserströmung über die Arbeitsdüse auf das freizulegende Objekt gerichtet und dadurch
die Sedimente fortgespült. Bei einer Saugeinrichtung wird Wasser und damit das Sediment
aus der Umgebung des freizulegenden Objektes abgesaugt und über eine Saugleitung,
bspw. eine Schlauchleitung, abgeführt.
[0020] Um während der Mission die von der Wasserströmung an der Arbeitsdüse generierten
Kräfte zu kompensieren, insbesondere teilweise oder vollständig zu kompensieren, ist
eine der Arbeitsdüse entgegenwirkende Gegendruckdüse vorgesehen. In der Gegendruckdüse
wird dabei ebenso wie in der Arbeitsdüse eine Wasserströmung generiert, allerdings
in der entgegen gesetzten Strömungsrichtung. Die Wasserströmung durch die Gegenstromdüse
erzeugt dabei Impulskräfte, welche den an der Arbeitsdüse auftretenden Impulskräften
entgegen stehen, so dass auf das Unterwasserfahrzeug eine betragsmäßig kleinere resultierende
Kraft wirkt als ohne Kompensation durch die Gegendruckdüse. Dadurch kann das Unterwasserfahrzeug
stabil in seiner Arbeitsposition am Grund des Gewässers gehalten werden, so dass ungewollten
Annäherungen des Unterwasserfahrzeugs an das freizulegende Objekt entgegen gewirkt
wird. Insbesondere bei gefährlichen Arbeiten an Objekten mit Explosivstoffen ist daher
die Gefahr einer spontanen Detonation reduziert.
[0021] Die Anordnung einer Gegendruckdüse ist insbesondere bei einem Spülbetrieb der Arbeitsdüse
vorteilhaft, um die auf die Arbeitsdüse wirkenden Impulse infolge des Auftreffens
der Wasserströmung auf das freizulegende Objekt bzw. dessen Umgebung wenigstens teilweise
auszugleichen und möglichst vollständig zu kompensieren.
[0022] Das Unterwasserfahrzeug ist über kabellose Kommunikationsmittel, beispielsweise über
Schall oder (im Falle kurzer Übertragungsstrecken) über Funk oder vergleichbare Weise,
und/oder über ein Verbindungskabel fernsteuerbar. In der Regel gibt eine menschliche
Bedienperson von einem Leitstand einer Systemplattform Steuerbefehle für das Unterwasserfahrzeug
vor. Das Unterwasserfahrzeug wird mit entsprechender Fernsteuerung seiner Antriebs-
bzw. Manövriereinrichtungen an das freizulegende Objekt herangefahren. Durch die übermittelten
Steuerbefehle werden die Betriebseinrichtungen des Unterwasserfahrzeugs gesteuert,
beispielsweise die Einrichtungen zur Navigation, zur Steuerung des Antriebs und zur
Manövrierung des Unterwasserfahrzeugs. Über die Steuerbefehle wird auch die Freilegung
des Objekts über die Positionierung der Arbeitsdüse ferngesteuert. Darüber hinaus
übermittelt das Unterwasserfahrzeug über die Kommunikation mit der Systemplattform
Messdaten, so dass der Bedienperson eine Steuerung des Unterwasserfahrzeugs in Echtzeit
ermöglicht ist.
[0023] Unter einem Unterwasserfahrzeug ist jedes mobile Mittel zu verstehen, welches zum
Transport der Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte mittels einer Wasserströmung
und der Arbeitsdüse im Unterwasserraum geeignet ist. Dies kann ein im dreidimensionalen
Raum bewegbares Unterwasserfahrzeug sein, jedoch auch jede Art von Unterwasserfahrzeug,
welches auf dem Grund des Gewässers bewegbar ist, bspw. mittels eines Ketten- oder
Räderwerks oder auf sonstige Art und Weise.
[0024] Alternativ oder zusätzlich zu der Arbeitsdüse weist die Einrichtung zum Freilegen
eingesunkener Objekte ein oder mehrere, insbesondere drehbeweglich antreibbare, Werkzeuge
wie Bürsten und dergl. auf. Mit Werkzeugen wie Bürsten können außen Sedimente auch
Beläge des freizulegenden Objekts entfernt werden und dadurch weitere Arbeitsschritte
erheblich erleichtert werden. Die Werkzeuge sind vorteilhaft derart ausgebildet und
angeordnet, dass bei ihrem Betrieb möglichst geringe Rückstoßkräfte bzw. -momente
auf das Unterwasserfahrzeug wirken. Dabei entstehen geringere Rückstoßkräfte als bei
einer Spüleinrichtung mittels Wasserströmung. Durch eine vorteilhafte Anordnung der
Werkzeuge werden die auf das Unterwasserfahrzeug wirkenden Impulse verringert, so
dass wenig Energie für Korrekturmanöver des Unterwasserfahrzeugs zur Erhaltung seiner
Position erforderlich ist. Vorteilhaft werden mehrere drehbewegliche Werkzeuge wie
Bürsten derart angeordnet, dass sich die jeweils erzeugten Kräfte kompensieren, beispielsweise
durch gegenläufige Drehrichtungen.
[0025] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Unterwasserfahrzeug auftriebsneutral
getrimmt und weist derartig ausgebildete und angeordnete Manövriereinrichtungen auf,
dass das Unterwasserfahrzeug in die Richtungen seiner Raumachsen, nämlich der Längsachse,
der Querachse und der Vertikalachse, sowie in Richtung einer Rotation um wenigstens
eine der Raumachsen steuerbar ist. Die Manövriereinrichtungen werden derartig koordiniert,
dass präzise Manöver in jede beliebige Richtung möglich sind. Das Unterwasserfahrzeug
kann durch die neutrale Trimmung am Einsatzort schweben und ist präzise manövrierbar,
um auch in gefährlichen Missionen wie Arbeiten an Minen Positionskorrekturen zu ermöglichen
und das Werkzeug zum Freilegen des eingesunkenen Objekts, insbesondere die Arbeitsdüse,
präzise der Kontur des freizulegenden Unterwasserobjekts nachzuführen.
[0026] Das Unterwasserfahrzeug weist vorteilhaft Mittel zur Einstellung der Trimmung auf.
Dadurch kann jederzeit eine neutrale Trimmung eingestellt werden und das Schweben
des Fahrzeugs auch bei Veränderungen der Unterwasserumgebung aufrecht erhalten werden,
beispielsweise bei Strömungen oder thermischen oder chemischen Veränderungen. Die
Trimmungsmittel und die Manövriereinrichtungen werden koordiniert eingesetzt, um ein
Schweben des Unterwasserfahrzeugs mit möglichst geringem Energieaufwand sicherzustellen.
[0027] Vorteilhaft sind die Manövriereinrichtungen des fernsteuerbaren Unterwasserfahrzeugs
so angeordnet und aufeinander abgestimmt, dass Bewegungen in Rotationsrichtungen um
mehrere oder sämtliche Raumachsen des Unterwasserfahrzeugs möglich sind. Dabei hat
sich Manövrierbarkeit des Unterwasserfahrzeugs mit Gierbewegung (Rotation um die Vertikalachse)
und mit Stampfbewegung (Rotation um die Querachse) als besonders vorteilhaft erwiesen.
Die Manövriereinrichtungen des Unterwasserfahrzeugs sind aufeinander abgestimmt fernsteuerbar,
um das vorgesehene Manöver des Unterwasserfahrzeugs auszuführen. Gleichfalls erlauben
die Manövriereinrichtungen dynamische Korrekturmaßnahmen zur Stabilisierung des Unterwasserfahrzeugs
in der gewünschten Arbeitsposition über koordinierte Ansteuerung der Manövriereinrichtungen.
[0028] Die Manövriereinrichtungen des Unterwasserfahrzeugs sind durch einen Heckantrieb
sowie mindestens einen Seitenschubantrieb gebildet, welcher im Bereich des Bugs des
Unterwasserfahrzeugs angeordnet ist. Vorzugsweise sind dabei Seitenschubantriebe paarweise
mit jeweils unterschiedlichen Wirkrichtungen angeordnet. In einer bevorzugten Ausführungsform
des ferngelenkten Unterwasserfahrzeugs sind zwei oder mehrere Paare von Seitenschubantrieben
in Längsrichtung des Unterwasserfahrzeugs beabstandet angeordnet, um präzise Manöver
des Unterwasserfahrzeugs ausschließlich in den vorgesehenen Richtungen sicherzustellen.
[0029] Die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte mittels einer Wasserströmung
umfasst ein auf die Arbeitsdüse und die Gegendruckdüse wirkendes Pumpaggregat, wobei
die Arbeitsdüse in einem Spülbetrieb die Wasserströmung auf das freizulegende Objekt
lenkt und Sedimente fortspült. Alternativ ist die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener
Objekte mittels einer Wasserströmung als Saugeinrichtung ausgebildet. Dabei ist die
Arbeitsdüse an die Saugseite des Pumpaggregats angeschlossen. Durch Absaugen der Sedimente
aus dem Bereich des eingesunkenen Objekts wird Sichtbehinderungen im Arbeitsbereich
durch aufgewirbeltes Sediment entgegengewirkt. Dadurch können optimale Sichtverhältnisse
im Arbeitsbereich der Arbeitsdüse geschaffen werden. An der Arbeitsdüse ist vorteilhaft
ein Abstandhalter angeordnet, der während des Absaugens von Sediment ein Festsaugen
der Arbeitsdüse an dem freizulegenden Objekt verhindert.
[0030] Im Umgang mit eingesunkenen Kampfmitteln ist ein Spülbetrieb vorteilhaft, um zu vermieden,
dass explosive Stoffe eingesaugt werden und dadurch die Mission gefährdet wird. Für
Arbeiten unter optimalen Sichtverhältnissen ist hingegen der Saugbetrieb vorteilhaft.
Um ein Einsaugen explosiver Stoffe zu vermeiden, ist die Einrichtung zur Freilegung
eingesunkener Objekte in einer vorteilhaften Ausführungsform mit einem Sprengstoffdetektor
ausgestattet. Ein insbesondere als Unterwassersprengstoffschnüffler ausgebildeter
Sprengstoffdetektor ist in der Lage, das Vorhandensein von Sprengstoffen in seiner
Umgebung zu detektieren. Im Fall der Aufspürung explosiver Stoffe wird ein Signal
des Sprengstoffdetektors herangezogen, um die Saugleistung herabzusetzen oder den
Saugbetrieb zu stoppen. Der Sprengstoffdetektor und eine an den Sprengstoffdetektor
angeschlossene Auswertungseinrichtung an Bord des Unterwasserfahrzeugs ermöglichen
ein Erkennen jeglicher Gefahr für das Unterwasserfahrzeug, welche von dem aufgespürten
Objekt ausgehen könnte. Ein Eingriff in den laufenden Saugbetrieb aufgrund Erkennen
von Gefahren kann autonom von dem Unterwasserfahrzeug vorgenommen werden oder durch
Fernsteuerung.
[0031] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener
Objekte mittels einer Wasserströmung bzgl. der Arbeitsrichtung der Wasserströmung
umschaltbar ausgebildet und je nach Einstellung der Arbeitsrichtung in einem Saugbetrieb
oder einem Spülbetrieb betreibbar. Im Spülbetrieb kann mit hoher Leistung die Umgebung
des eingesunkenen Objekts freigelegt werden. Besonders vorteilhaft ist dabei das Pumpaggregat
in seiner Leistung einstellbar, wobei die Leistung auf der Grundlage von Sensormessungen
gesteuert oder geregelt wird oder manuell angepasst wird. Dabei kann beispielsweise
der Druck in der Arbeitsdüse als Steuer- bzw. Regelgröße herangezogen werden.
[0032] Die Einstellbarkeit der Leistung des Pumpaggregats ist vorteilhaft bei einer Kombination
von Arbeitsdüse und zusätzlichen drehbeweglichen Werkzeugen wie Bürsten und dergl.
Dabei kann die Pumpleistung entsprechend der aktuellen Wirksamkeit der anderen Werkzeuge
eingestellt werden. Zur Anpassung der Pumpleistung an die Wirksamkeit der Bürsten
ist vorteilhaft an dem Unterwasserfahrzeug bzw. dessen Manipulationseinrichtung ein
Bewegungssensor oder andere Messeinrichtungen vorgesehen.
[0033] Das Unterwasserfahrzeug weist vorteilhaft eine oder mehrere Einrichtungen zur Erfassung
seiner Umgebung auf, dessen Messungen bzw. Aufnahmen einer menschlichen Bedienperson
angezeigt werden können, so dass eine Fernsteuerung des Freilegens des eingesunkenen
Objekts unter Echtzeitbedingungen möglich ist. Das Unterwasserfahrzeug umfasst als
Einrichtung zur Erfassung seiner Umgebung bspw. eine Sonareinrichtung und/oder eine
Kamera. Mit einer Kamera, welche auf den Arbeitsbereich der Arbeitsdüse ausgerichtet
ist, kann der Arbeitsbereich der Arbeitsdüse erfasst werden und die Arbeitsdüse effizient
gesteuert werden. Ein Sonar ermöglicht eine sichere Navigation bei der Annäherung
an das Objekt und erlaubt zudem eine Erfassung des Arbeitsbereichs der Arbeitsdüse
bei schlechten optischen Verhältnissen, beispielsweise trübem Wasser. Akustische Signale
aus einzelnen Positionsbestimmungen können dabei ausgewertet werden, um das Unterwasserfahrzeug
zum detektierten Objekt zu führen (akustisches Tracken). Zu diesem Zweck weist das
Unterwasserfahrzeug einen akustischen Signalgeber, z.B. einen Pinger, auf. Ein derartiger
akustischer Signalgeber kann aber auch abseits des Unterwasserfahrzeugs angeordnet
werden, um das freizulegende Objekt zu orten und das Unterwasserfahrzeug zu führen.
Möglich ist auch die Anordnung eines derartigen akustischen Signalgebers am freizulegenden
Objekt, um das Unterwasserfahrzeug nachzuführen.
[0034] Die Bedienperson steuert das Unterwasserfahrzeug über die zur Verfügung stehenden
Antriebe unter Berücksichtigung von Sonar und/oder Kamera an das freizulegende Objekt
heran und steuert anschließend das Freilegen des Objekts mittels der Arbeitsdüse.
[0035] Um bei sensiblen oder gefährlichen Arbeiten, wie bspw. bei der Kampfmittelräumung,
eine Fixierung des Unterwasserfahrzeugs am oder im Bereich des freizulegenden Objekts
sicherzustellen, umfasst das Unterwasserfahrzeug eine Verankerungseinrichtung. Die
Verankerungseinrichtung bietet eine weitere Möglichkeit zur Stabilisierung der Arbeitsposition
des Unterwasserfahrzeugs zusätzlich zu dynamischen Eingriffen über Ansteuerung der
Manövrierantriebe des Unterwasserfahrzeugs. Das Unterwasserfahrzeug kann somit durch
bordeigene Mittel stabil in seiner Arbeitsposition gehalten werden, nämlich über die
Verankerungseinrichtung, durch kontrollierte Antriebsimpulse seiner Antriebe oder
eine Kombination der Mittel.
[0036] Die Verankerungseinrichtung umfasst vorteilhaft einen Anker mit einer Vielzahl von
Ankerzinken nach Art einer Egge, welche bei den meisten möglichen Bodenverhältnissen
sicheren Halt für die Freilegungsarbeiten gibt. Der Anker wird von der Verankerungseinrichtung
abgeworfen, beispielsweise auf einen entsprechenden Steuerbefehl der Bedienperson
des Unterwasserfahrzeugs.
[0037] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Verankerungseinrichtung einen Elektromagneten
und/oder ein Unterdruckgerät, um das Unterwasserfahrzeug beim Freilegen des eingesunkenen
Objekts an dem Objekt selbst oder einem Objekt in seiner Umgebung festzulegen. Die
Verankerungseinrichtung kann auch eine Klammereinrichtung zum Umklammern des freizulegenden
Objekts bzw. dessen Teilen und/oder von Gegenständen in der Umgebung des Objekts bzw.
des Unterwasserfahrzeugs aufweisen.
[0038] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Unterwasserfahrzeugs ist ein
Nagelschussgerät als Verankerungseinrichtung vorgesehen, mit dem das Unterwasserfahrzeug
über abzugebende Nägel bzw. Bolzen befestigt wird. Die Nägel werden über eine Zündeinrichtung
in dem Nagelschussgerät abgegeben und befestigen das Unterwasserfahrzeug beispielsweise
über Seile am Gewässerboden. Die Befestigungsnägel können aber auch in das zu räumende
Objekt oder in jedes andere geeignete Objekt in der Umgebung des freizulegenden Objekts
oder des Unterwasserfahrzeugs eingetrieben werden, um das Unterwasserfahrzeug direkt
oder über Seile zu fixieren.
[0039] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Unterwasserfahrzeug
eine steuerbare Manipulationseinrichtung auf, welche die Arbeitsdüse trägt. Auf diese
Weise kann die Arbeitsdüse über die Manipulationseinrichtung, bspw. einem Roboterarm,
besonders präzise in der Umgebung des freizulegenden Objekts positioniert werden.
Außerdem kann die Arbeitsposition der Arbeitsdüse verändert werden, ohne dass energieaufwändige
Manöver des Unterwasserfahrzeugs erforderlich werden.
[0040] In einer vorteilhaften Ausführungsform eines zur Kampfmittelräumung vorgesehenen
Unterwasserfahrzeugs trägt das Unterwasserfahrzeug eine Sprengladung zur Kampfmittelräumung.
Auf diese Weise kann auf das Nachsenden eines weiteren, zur Kampfmittelräumung ausgestatteten
Unterwasserfahrzeugs verzichtet werden. Im Unterschied zu herkömmlichen Unterwasserfahrzeugen
mit Sprengladungen zur Kampfmittelräumung kann mit dem erfindungsgemäßen Unterwasserfahrzeug,
welches zusätzlich eine Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte aufweist,
die Effektivität der Räumung wesentlich erhöht werden. Bei jedem eingesunkenen Kampfmittel,
bspw. einer eingesunkenen Grundmine, kann nach dem Freilegen der Grundmine die Sprengladung
in optimaler Position angebracht werden, so dass eine Räumung der Mine auf jeden Fall
sichergestellt ist.
[0041] In einer vorteilhaften Ausführungsform trägt das Unterwasserfahrzeug ein oder mehrere
Sprengladungen mit Richtwirkung, insbesondere Hohlladungen. Die Verwendung von Hohlladungen
erhöht die Effizienz der eingesetzten Sprengladung und trägt dazu bei, die Menge des
an Bord des Mutterschiffs zu transportierenden Sprengstoffs gering zu halten. Dies
fördert die Sicherheit des Transports und der Lagerung des/der Unterwasserfahrzeugs/-fahrzeuge
an Bord des Mutterschiffs.
[0042] Die Hohlladung kann optimal an dem zu räumenden Objekt platziert werden, wenn das
Unterwasserfahrzeug durch seine Verankerungseinrichtung fixiert ist.
[0043] Zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs der Arbeitsdüse sind Scheinwerfer an dem Unterwasserfahrzeug
vorgesehen, wobei in einer vorteilhaften Ausführungsform das Unterwasserfahrzeug zwei
oder mehr beabstandet angeordnete und auf den Arbeitsbereich der Arbeitsdüse ausgerichtete
Scheinwerfer umfasst. Auf diese Weise wird der Arbeitsbereich ohne Schatten ausgeleuchtet,
so dass die Umgebung des freizulegenden Objekts und insbesondere dessen Oberfläche
sicher identifiziert werden kann.
[0044] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform einer Saugeinrichtung zum Freilegen
eingesunkener Objekte umfasst die Saugeinrichtung einen an die Arbeitsdüse angeschlossenen
Saugschlauch, welcher abseits des Arbeitsbereichs der Arbeitsdüse vom Unterwasserfahrzeug
weggeführt ist und eine derartige Länge bis zu einem Austritt der Wasserströmung aufweist,
dass keine am Austritt austretende Partikelfracht in den Arbeitsbereich der Arbeitsdüse
zurückkehrt und dort die Sichtverhältnisse beeinträchtigt. Die Dimensionierung der
Länge des Saugschlauches erfolgt unter Berücksichtigung der Saugleistung und gegebenenfalls
der Strömungsverhältnisse am Einsatzort. Bei einer Anordnung der Arbeitsdüse im Bugbereich
des Unterwasserfahrzeugs wird die abgesaugte Sedimentemulsion vorzugsweise in Richtung
des Hecks abgegeben und der Austritt der Saugleitung entsprechend positioniert.
[0045] Ein Abstand des Austritts der Wasserströmung vom Arbeitsbereich der Arbeitsdüse mit
entsprechender Länge des Saugschlauchs ist sichergestellt, wenn der Austritt des Saugschlauchs
abseits des Unterwasserfahrzeugs am Boden des Gewässers fixiert ist. Eine derartige
Fixierung des Saugschlauchs am Boden des Gewässers kann auf einfache Weise dadurch
erreicht werden, dass der Austritt des Saugschlauchs mit einem vom Unterwasserfahrzeug
ablegbaren Gewicht verbunden ist. Alternativ kann auch ein Pumpaggregat mit dem Saugschlauch
von einer entsprechenden Halteeinrichtung an dem Unterwasserfahrzeug gelöst werden
und auf dem Gewässergrund abgestellt werden. Der Austritt der Wasserströmung liegt
vorzugsweise auf der gegenüber dem Arbeitsbereich der Arbeitsdüse liegenden Seite
des Unterwasserfahrzeugs, so dass eine möglichst geringe Behinderung der Sicht im
Arbeitsbereich durch aufgewirbelte Sedimente eintreten kann.
[0046] Eine menschliche Bedienperson steuert das Unterwasserfahrzeug von einer Systemplattform,
welche signalübertragend mit dem Unterwasserfahrzeug verbunden ist. Die Systemplattform
kann dabei ein Seeschiff oder auch ein Unterwasserfahrzeug sein. Die Systemplattform
kann jedoch auch ortsgebunden ausgebildet sein. Das erfindungsgemäße Unterwassersystem
umfasst neben einer Systemplattform und dem Unterwasserfahrzeug mit der Einrichtung
zum Freilegen eingesunkener Objekte zusätzlich ein Mittlerfahrzeug, mit dem das Unterwasserfahrzeug
signalübertragend verbunden ist, beispielsweise über ein Verbindungskabel. Zur Verbindung
können auch kabellose Kommunikationsmittel vorgesehen ein. Die kabellose Kommunikation
kann dabei durch Schall oder Funk erfolgen, insbesondere bei kurzen Entfernungen zwischen
Mittlerfahrzeug und dem zu steuernden Unterwasserfahrzeug. In einer vorteilhaften
Ausführungsform ist das Unterwasserfahrzeug wahlweise über ein Verbindungskabel oder
über kabellose Kommunikationsmittel fernsteuerbar.
[0047] Das Mittlerfahrzeug ist seinerseits mit der Systemplattform signalübertragend verbunden,
insbesondere durch Funkverbindung. Durch den Einsatz eines Mittlerfahrzeugs wird die
Reichweite des zum Freilegen eingesunkener Objekte vorgesehenen Unterwasserfahrzeugs
erhöht und/oder mehr Energie für verlängerte Missionszeiten zur Verfügung gestellt.
Das Mittlerfahrzeug ist vorteilhaft ein an der Oberfläche schwimmfähiges Fahrzeug,
so dass eine kabellose Kommunikation durch Schall oder Funk zwischen dem Mittlerfahrzeug
und der Systemplattform auch über größere Entfernungen gewährleistet ist.
[0048] Die Erfindung setzt das Mittlerfahrzeug als Relais-Station ein, wobei das Mittlerfahrzeug
Informationen von dem Unterwasserfahrzeug und für das Unterwasserfahrzeug von dem
ggf. in weiter Entfernung liegenden Mutterschiff per Funkübertragung übermittelt.
Während das Unterwasserfahrzeug zum Freilegen eingesunkener Objekte über das Mittlerfahrzeug
über eine geringe Entfernung über ein entsprechendes Kommunikationsmittel gesteuert
wird, ermöglicht die Funkverbindung zwischen Mutterschiff und Mittlerfahrzeug eine
Kommunikation über große Entfernungen, so dass große Reichweiten des Unterwassersystems
ausgehend vom Standort der Systemplattform erreicht werden. Durch die große Entfernung
des Mutterschiffs vom Einsatzort des Unterwasserfahrzeugs wird darüber hinaus das
Mutterschiff bzw. dessen Besatzung im Umgang mit Sprengstoffen am Gewässergrund vor
den Wirkungen von Detonationen geschützt. Die geringe Entfernung zwischen Mittlerfahrzeug
und Unterwasserfahrzeug ermöglicht eine optimale Kommunikation auf kabellosen Nachrichtenkanälen,
beispielsweise per Schall oder per Funk.
[0049] Eine störungsfreie Kommunikation zwischen Mittlerfahrzeug und Unterwasserfahrzeug
ist durch ein Verbindungskabel gewährleistet. Zur leistungsfähigen Kommunikation mit
dem Unterwasserfahrzeug zum Freilegen eingesunkener Objekte und Arbeiten unter Echtzeitbedingungen
umfasst das Verbindungskabel vorteilhaft eine Glasfaserleitung (Fiberoptik).
[0050] Das Mittlerfahrzeug wird darüber hinaus zum Transport des Unterwasserfahrzeugs zum
Freilegen eingesunkener Objekte zum Einsatzort verwendet. Dabei wird das Mittlerfahrzeug
in die Nähe des Einsatzortes gesteuert, so dass das Unterwasserfahrzeug weniger Energie
für seine Mission benötigt. Die bordeigene Energieversorgung des Unterwasserfahrzeugs
kann somit klein und damit kostengünstig dimensioniert werden. Vorzugsweise werden
an Bord des ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs leistungsfähige Lithium-Polymerbatterien
angeordnet.
[0051] Das Mittlerfahrzeug kann ein Überwasserschiff sein, welches an der Oberfläche des
Gewässers schwimmt und mit der Systemplattform in Funkverbindung steht. Möglich ist
es aber auch, ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug als Mittlerfahrzeug einzusetzen,
insbesondere ein autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV). Das Mittlerfahrzeug kann als
Verbringerfahrzeug eingesetzt werden, welches das Unterwasserfahrzeug zum Freilegen
eingesunkener Objekte zum Einsatzort zu bringt und über das Verbindungskabel die Kommunikation
mit dem Mutterschiff vermittelt. Sobald das Mittlerfahrzeug das Unterwasserfahrzeug
zum Freilegen eingesunkener Objekte im Einsatzbereich abgesetzt hat, entfernt sich
das Mittlerfahrzeug vom Einsatzort und kann zur Gewässeroberfläche zurückkehren, um
dort Funkverbindung zur Systemplattform aufzunehmen.
[0052] In einer alternativen Ausführungsform steuert das Mittlerfahrzeug das Unterwasserfahrzeug
kabellos. Es ist daher möglich, ein selbstständig operierendes Unterwasserfahrzeug
zur Steuerung des Unterwasserfahrzeugs mit der Einrichtung zum Freilegen eingesunkener
Objekte heranzuziehen.
[0053] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Unterwassersystems
umfasst das Verbindungskabel zwischen dem Mittlerfahrzeug und dem Unterwasserfahrzeug
zum Freilegen eingesunkener Objekte neben der Glasfaser-Signalleitung auch eine Energieleitung.
Dabei trägt das Mittlerfahrzeug eine Energiequelle, bspw. einen Generator oder eine
Batterie mit entsprechend großer Kapazität, zur Versorgung des Unterwasserfahrzeugs
zum Freilegen eingesunkener Objekte über das Verbindungskabel. Auf diese Weise kann
das Unterwasserfahrzeug über einen längeren Missionszeitraum auch bei Missionen mit
erhöhtem Energiebedarf eingesetzt werden, beispielsweise zur Freilegung mehrerer Objekte.
[0054] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie
aus den Ausführungsbeispielen, welche nachstehend anhand der Zeichnung erläutert sind.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines fernsteuerbaren Unterwasserfahrzeugs mit einer Einrichtung
zum Freilegen eingesunkener Objekte,
- Fig. 2
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Unterwassersystems mit einem Unterwasserfahrzeug
zum Freilegen eingesunkener Objekte und
- Fig. 3
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Unterwassersystems mit einem Unterwasserfahrzeug
zum Freilegen eingesunkener Objekte.
[0055] Fig. 1 zeigt die Seitenansicht eines Unterwasserfahrzeugs 1, welches über ein Verbindungskabel
2 von einer Systemplattform, insbesondere von einer menschlichen Bedienperson in einem
Leitstand der Systemplattform, fernsteuerbar ist. Das Unterwasserfahrzeug weist eine
nachstehend näher erläuterte Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte mittels
einer Wasserströmung auf.
[0056] Am Meeresgrund 3 befinden sich eine Vielzahl verschiedener Objekte, welche nach einer
mehr oder weniger langen Verweilzeit am Meeresgrund 3 oftmals so tief eingesunken
sind, dass eine Bergung bzw. eine Räumung oder andere Handhabungsvorgänge nicht möglich
sind oder zumindest stark erschwert sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird das
Unterwasserfahrzeug 1 zum Räumen einer am Meeresgrund 3 eingesunkenen Grundmine 4
eingesetzt. Das Unterwasserfahrzeug 1 ist ein im dreidimensionalen Unterwasserraum
steuerbares unbemanntes Unterwasserfahrzeug, welches einen Heckantrieb 5 aufweist
und mittels Höhenrudern 6 und Seitenrudern 7 manövrierbar ist. Das Unterwasserfahrzeug
1 ist über das Verbindungskabel 2 fernsteuerbar. Das Verbindungskabel 2 ist im Bereich
des Hecks des Unterwasserfahrzeugs 1 angeschlossen und achtem abgeführt, um ein Verfangen
des Verbindungskabels 2 an dem Unterwasserfahrzeug und damit Beschädigungen zu vermeiden.
[0057] Zum Freilegen der eingesunkenen Grundmine 4 wird das Sediment in der direkten Umgebung
der Grundmine 4 mittels einer Wasserströmung entfernt. Die Wasserströmung wird von
einer Pumpe des Unterwasserfahrzeugs erzeugt und mittels einer die Wasserströmung
führenden Arbeitsdüse 8 im vorgesehenen Arbeitsbereich in der Umgebung der Grundmine
4 zur Wirkung gebracht. Die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte mittels
einer Wasserströmung ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Saugeinrichtung ausgebildet,
wobei die Arbeitsdüse 8 Wasser aus dem Arbeitsbereich absaugt und dabei entsprechend
dem Saugdruck Sedimente mitreißt. In einem alternativen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel
ist die Arbeitsdüse 8 als Spüldüse ausgebildet, wobei die Wasserströmung durch die
Arbeitsdüse in den Arbeitsbereich abgegeben wird. Der von der Spüldüse abgegebene
Wasserstrahl reißt Sedimente im Bereich des eingesunkenen Objekts mit und spült das
Objekt frei.
[0058] In einem weiteren nicht gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Einrichtung zum Freilegen
eingesunkener Objekte bzgl. der Arbeitsrichtung der Wasserströmung umschaltbar ausgebildet
und ist je nach Einstellung der Arbeitsrichtung in einem Saugbetrieb oder einem Spülbetrieb
betreibbar.
[0059] Die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte mittels einer Wasserströmung
umfasst neben der Arbeitsdüse eine an die Arbeitsdüse 8 angeschlossene Saugleitung
9 sowie ein Pumpaggregat 10, welches einen Unterdruck an der Arbeitdüse 8 erzeugt.
Das Pumpaggregat 10 erzeugt eine Wasserströmung, wobei die Arbeitsdüse 8 über die
Saugleitung 9 an die Saugseite des Pumpaggregats 10 angeschlossen ist. Das Pumpaggregat
10 kann derart ausgebildet sein, dass es unmittelbar durch die Arbeitsdüse 8 ansaugt.
In einer vorteilhaften Ausbildung saugt das Pumpaggregat 10 Wasser aus der Umgebung
des Unterwasserfahrzeugs 1 ab, wobei die Saugleitung 9 der Arbeitdüse 8 in Pumprichtung
hinter dem Pumpaggregat 10 derart angeschlossen ist, dass unter Ausnutzung des Bernoulli-Effekts
ein Unterdruck in der Saugleitung 9 erzeugt wird. Auf diese Art und Weise wird verhindert,
dass die abgesaugten Sedimente das Pumpaggregat 10 durchströmen. Vielmehr wird die
abgesaugte Emulsion aus dem Arbeitsbereich der Arbeitsdüse 8 direkt durch einen Austritt
11 wieder in die Umgebung des Unterwasserfahrzeugs 1 abgegeben.
[0060] Das Pumpaggregat 10 ist in seiner Pumpleistung einstellbar ausgebildet, wobei die
Pumpleistung geregelt oder gesteuert wird. Als Regel- oder Steuergröße wird im gezeigten
Ausführungsbeispiel der Druck in der Arbeitsdüse mittels eines nicht gezeigten Sensors
gemessen und einer Regel- oder Steuereinheit des Unterwasserfahrzeugs eingegeben.
Durch die Einstellung des optimalen Arbeitsdrucks wird ein Festsaugen der Arbeitsdüse
8 verhindert. Alternativ oder zusätzlich ist zur Vermeidung eines Festsaugens der
Arbeitsdüse 8 in einem nicht gezeigten Ausführungsbeispiel an der Arbeitsdüse 8 ein
Abstandhalter angeordnet.
[0061] Die Arbeitsdüse 8 ist im Bereich eines Bugs 12 des Unterwasserfahrzeugs 1 angeordnet.
Zur Erfassung des Arbeitsbereichs ist im Bereich des Bugs 12 eine Kamera 13 angeordnet,
deren Signale über die Verbindungsleitung 12 zur Systemplattform übertragen werden,
so dass eine menschliche Bedienperson unter Echtzeitbedingungen den Arbeitsbereich
der Arbeitsdüse 8 erfassen und das Unterwasserfahrzeug 1 steuern kann. Für Orientierungszwecke
umfasst das Unterwasserfahrzeug 1 ferner ein Sonar 14, welches gleichfalls Informationen
über das Verbindungskabel 2 zur Systemplattform überträgt. Bei einer Mission des Unterwasserfahrzeugs
kann auf der Grundlage der Informationen des Sonars 14 das Unterwasserfahrzeug in
den vorgesehenen Arbeitsbereich gesteuert werden. Die Annäherung an die Grundmine
4 zum Freilegen der Grundmine 4 erfolgt vorteilhaft unter Heranziehung der Informationen
der Kamera 13.
[0062] Um den Arbeitsbereich optimal auszuleuchten, umfasst das Unterwasserfahrzeug zwei
voneinander beabstandet angeordnete und auf den Arbeitsbereich der Arbeitsdüse 8 ausgerichtete
Scheinwerfer 15. Die Scheinwerfer 15 sind vorteilhaft als LEDs ausgebildet und ermöglichen
durch ihre beabstandete Anordnung die Erfassung des Arbeitsbereichs ohne Schattenwurf.
Der Arbeitsbereich der Arbeitsdüse 8 wird dadurch optimal ausgeleuchtet, wobei einer
irrtümlichen Detektion von Schatten als Gegenstände entgegen gewirkt ist. Um die Erfassung
des Arbeitsbereichs weiter zu verbessern, können auch mehrere Kameras 13 vorgesehen
sein.
[0063] Um das Unterwasserfahrzeug 1 im Arbeitsbereich genau zu positionieren, ist das Unterwasserfahrzeug
1 neutral getrimmt und weist derartig ausgebildete und angeordnete Manövriereinrichtungen
auf, dass das Unterwasserfahrzeug in die Richtungen seiner Raumachsen, nämlich der
Längsachse L, der Querachse Q und der Vertikalachse V, sowie in Richtungen von Rotationen
um die Raumachsen L, Q, V steuerbar ist. Hierzu umfassen die Manövriereinrichtungen
des Unterwasserfahrzeugs den Heckantrieb 5 sowie paarweise mit jeweils unterschiedlichen
Wirkrichtungen angeordnete Seitenschubantriebe 16, 16'. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
sind ein Paar Seitenschubantriebe 16, 16' im Bereich des Bugs 12 angeordnet und ein
weiteres Paar Seitenschubantriebe 16", 16"' in Richtung der Längsachse L beabstandet
angeordnet. Durch diese Anordnung der Manövriereinrichtungen ist das Unterwasserfahrzeug
in Richtung jeder der Raumachsen L, Q, V manövrierbar, wobei zudem präzise Gierbewegungen
G (Rotation um die Vertikalachse V) und Stampfbewegungen S (Rotation um die Querachse
Q) sowie bei Bedarf auch Rollbewegungen R möglich sind.
[0064] Durch die neutrale Trimmung schwebt das Unterwasserfahrzeug 1 an seiner Arbeitsposition.
Entstehen Auf- oder Abtriebskräfte, beispielsweise durch veränderte Umgebungsbedingungen,
wird die Trimmung nachjustiert. Bei Einwirkung seitlicher Kräfte wird das Unterwasserfahrzeug
1 in seiner Schwebelage über koordinierte Ansteuerung der Manövriereinrichtungen positioniert
und bedarfsweise in seiner Ausrichtung angepasst. Dabei werden die Seitenschubantriebe
16, 16', 16", 16'" koordiniert angesteuert und durch Inbetriebnahme der Seitenschubantriebe
die Wirkung der Umgebung auf das Unterwasserfahrzeug kompensiert. Zur dynamischen
Stabilisierung der Arbeitsposition des Unterwasserfahrzeugs während der Mission über
die Ansteuerung der Manövrierantriebe ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, welche
anhand von Sensorwerten die entsprechenden Korrekturmaßnahmen ermittelt. Die Steuereinrichtung
erfasst dabei Sensorwerte, beispielsweise Sensorwerte mit Aussage über die Position
und die Ausrichtung des Unterwasserfahrzeugs 1.
[0065] Die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Objekte mittels einer Wasserströmung
weist eine der Arbeitsdüse 8 entgegenwirkende Gegendruckdüse 17 auf. Im Betrieb der
Arbeitsdüse 8 erzeugt die durchgehende Wasserströmung eine Kraft, welche durch die
entgegenwirkende Gegendruckdüse 17 aufgehoben oder wenigstens abgeschwächt wird. Die
Gegendruckdüse wird dabei zugleich mit der Arbeitsdüse 8 von dem Pumpaggregat 10 beaufschlagt.
Die Kräfte aufgrund der Saugwirkung an der Arbeitsdüse 8 werden durch die Gegendruckdüse
17 kompensiert oder wenigstens teilweise aufgehoben, so dass eine geringe resultierende
Kraft auf das Unterwasserfahrzeug 1 wirkt. Das Wasserfahrzeug kann daher mit geringen
oder bei voller Kompensation durch die Gegendruckdüse 17 ohne zusätzliche Steuermaßnahmen
stabil in der Arbeitsposition gehalten werden, so dass die Explosionsgefahr bei Arbeiten
an einer Grundmine 4 reduziert ist.
[0066] Die Arbeitsdüse 8 ist an einer Manipulationseinrichtung 18 angeordnet, welche im
gezeigten Ausführungsbeispiel aus anlenkbaren Roboterarmen besteht. Durch Gelenke
19 kann die Manipulationseinrichtung 18 vom Unterwasserfahrzeug 1 aus in den Arbeitsbereich
nahe der freizulegenden Grundmine 4 verschwenkt werden. Durch die Manipulationseinrichtung
18 kann der Energiebedarf des Unterwasserfahrzeugs 1 erheblich reduziert werden, da
für eine Bewegung der Arbeitsdüse in dem Arbeitsbereich nicht das Unterwasserfahrzeug
selbst manövriert werden muss, sondern die Arbeitsdüse 8 mit der Manipulationseinrichtung
18 in geeignete Position gebracht wird.
[0067] Die Manipulationseinrichtung 18 ist im Bereich des Bugs 12 des Unterwasserfahrzeugs
1 angeordnet und ermöglicht freie Bewegungen der Arbeitsdüse 8 im vorgesehenen Arbeitsbereich
vor den Scheinwerfern 15. Die verschwenkbaren Roboterarme der Manipulationseinrichtung
18 sind vorteilhaft derart angeordnet, dass in einer eingeschwenkten Grundstellung
(Fig. 2) der Manipulationseinrichtung 18 eine der beiden Düsen (Arbeitsdüse 8 oder
Gegendruckdüse 17) zum Bug 12 bzw. zum Arbeitsbereich weist. Da an beiden Düsen die
Wasserströmung wirkt, um die entstehenden Kräfte zu kompensieren, wirkt die zum Bug
12 gerichtete Düse als Arbeitsdüse und legt die Grundmine 4 frei. Wird die Manipulationseinrichtung
18 in Pfeilrichtung 20 ausgeschwenkt, kann die zunächst abseits liegende Düse in den
Arbeitsbereich gebracht werden und dort als Arbeitsdüse wirken.
[0068] Vorteilhafterweise weist das Unterwasserfahrzeug 1 einen Metalldetektor oder einen
anderen Hilfssensor zur Lokalisierung des Objekts, insbesondere der Grundmine 4, auf.
Vorteilhafterweise ist dieser Metalldetektor beabstandet vom Rumpf des Unterwasserfahrzeugs
1 angeordnet. Bevorzugt ist dieser Metalldetektor an der Arbeitsdüse 8 vorgesehen.
Dies ist vorteilhaft, wenn der Rumpf des Unterwasserfahrzeugs 1 aus Metall gebildet
ist, um großen Drücken standzuhalten. Durch eine beabstandete Anordnung des Metalldetektors
zum Rumpf ist das vom Metalldetektor abgegebene Signal, welches das Vorhandensein
von Metall anzeigt, weniger gestört bzw. weniger störanfällig. Die Arbeitsdüse 8 ist
daher vorteilhafterweise aus einem nicht metallischen Werkstoff, insbesondere Kunststoff,
ausgebildet. Vorzugsweise gilt dies auch für eine etwaige Gegendruckdüse 17 und/oder
Manipulationseinrichtung 18.
[0069] Die Saugleitung 9 mündet in einen Saugschlauch 21, an dessen Ende der Austritt 11
für die Wasserströmung liegt. Der Saugschlauch 21 ist derart lang bemessen, dass der
Austritt 11 in einer derartigen Entfernung vom Unterwasserfahrzeug 1 liegt, dass die
abgesaugten und am Austritt 11 abgegebenen Sedimente nicht mehr in den Arbeitsbereich
der Arbeitsdüse 8 zurückkehren können. Hierzu kann der Saugschlauch 21 derart ausgebildet
sein, dass er von dem Unterwasserfahrzeug 1 in der Umgebung der freizulegenden Grundmine
4 am Boden fixiert wird und anschließend das Unterwasserfahrzeug 1 an die Grundmine
4 herangefahren wird.
[0070] Das Unterwasserfahrzeug 1 weist eine Verankerungseinrichtung 22 auf, mit der das
Unterwasserfahrzeug 1 in seiner Arbeitsposition fixiert werden kann. Die Verankerungseinrichtung
22 ist in einer vorteilhaften Ausgestaltung ein Anker mit einer Vielzahl von Ankerzinken
nach Art einer Egge. Ein solcher Anker wird bei Erreichen der ausgewählten Ankerposition
vom Unterwasserfahrzeug 1 abgelegt. Das Lösen des Ankers vom Unterwasserfahrzeug erfolgt
dabei auf entsprechenden Steuerbefehl über das Verbindungskabel 2 oder wird von dem
Unterwasserfahrzeug 1 selbsttätig nach Vorgabe eines im Voraus bestimmten Missionsprogramms
durchgeführt.
[0071] Die Ausbildung des Ankers mit einer Vielzahl von Ankerzinken nach Art einer Egge
ermöglicht die feste Verankerung des Unterwasserfahrzeugs 1 auch bei schwierigen Meeresbodenverhältnissen.
[0072] In einer alternativen Ausgestaltung ist die Verankerungseinrichtung 22 als Elektromagnet
und/oder als Unterdruckgerät ausgebildet, wobei das Unterwasserfahrzeug 1 an der Grundmine
4 fixiert wird oder an einem anderen Gegenstand in der Umgebung des freizulegenden
Objekts. Zur Fixierung des Unterwasserfahrzeugs kann die Verankerungseinrichtung 22
auch als Klammereinrichtung zum Umklammern des freizulegenden Objekts oder von Gegenständen
in der Umgebung des Objekts bzw. des Unterwasserfahrzeugs 1 ausgebildet sein.
[0073] In einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die Verankerungseinrichtung
22 ein Nagelschussgerät auf, wobei auf entsprechenden Steuerbefehl Befestigungsnägel-
oder bolzen abgegeben werden. Mit Hilfe der Befestigungsnägel können Seile oder andere
Haltemittel am Meeresgrund 3 festgemacht werden und das Unterwasserfahrzeug 1 fixiert
werden. Darüber hinaus ist auch eine Fixierung des Unterwasserfahrzeugs 1 an dem freizulegenden
Objekt oder einem anderen Objekt in der Umgebung des freizulegenden Objekts möglich.
[0074] Das Unterwasserfahrzeug 1 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel mit einer Sprengladung
23 ausgerüstet, welche am Rumpf des Unterwasserfahrzeugs 1 lösbar angeordnet ist.
Auf einen entsprechenden Steuerbefehl über das Verbindungskabel 2 kann die Sprengladung
23 zum Zweck der Minenräumung abgelegt werden oder an der Grundmine 4 angebracht werden.
Die Sprengladung 23 ist dabei eine Hohlladung, welche an der zu räumenden Grundmine
4 nach deren Freilegung angebracht wird. Für die geeignete Positionierung der Sprengladung
23 kann vorteilhaft die Verankerungseinrichtung eingesetzt werden, bspw. die Sprengladung
23 mittels eines Nagelschussgeräts an einer Grundmine 4 befestigt werden.
[0075] Die Sprengladung 23 ist in einem nicht gezeigten Ausführungsbeispiel im Inneren des
Unterwasserfahrzeugs 1 angeordnet. Dabei wird das Unterwasserfahrzeug 1 während der
Durchführung der Mission im Bereich oder am zu räumenden Objekt befestigt und nach
dem Freispülen des Objekts 4 in eine optimale Ausrichtung für eine Sprengung manövriert.
Auf diese Weise ist eine effiziente Minenjagddrohne gegeben, welche auch bei schwierig
zu räumenden Minen wirksam ist.
[0076] Fig. 2 zeigt ein Unterwassersystem mit einem Unterwasserfahrzeug 1 gemäß Fig. 1,
welches über ein Verbindungskabel 2 von einer Systemplattform gesteuert wird. Die
Systemplattform ist im gezeigten Ausführungsbeispiel ein Überwasserschiff 24. Das
Verbindungskabel 2 ist bei dem gezeigten Unterwassersystem mit einem insbesondere
unbemannten Mittlerfahrzeug 25 verbunden, welches seinerseits mit dem Überwasserschiff
24 signalübertragend verbunden ist. Das Mittlerfahrzeug 25 ist im Ausführungsbeispiel
ebenfalls ein Überwasserfahrzeug, so dass eine Signalübertragung zwischen dem Mittlerfahrzeug
25 und der menschlichen Bedienperson an Bord des Überwasserschiffs 24 über Funk mit
hoher Reichweite möglich ist. Das Mittlerfahrzeug 25 und mit dem Mittlerfahrzeug 25
das Unterwasserfahrzeug 1 können daher auch in größerer Entfernung zum Mutterschiff
operieren, ohne dass das Mutterschiff durch unvorhergesehene Detonationen gefährdet
werden kann. Zur Übertragung von Informationen zwischen dem Überwasserschiff 24 und
dem Mittlerfahrzeug 25 ist sowohl auf dem Überwasserschiff 24 als auch auf dem Mittlerfahrzeug
25 eine Sende-/Empfangs-Einrichtung 26, 26' für Funksignale vorgesehen.
[0077] Das Verbindungskabel 2 zwischen dem Mittlerfahrzeug 25 und dem Unterwasserfahrzeug
1 enthält eine Signalleitung 27, durch die Informationen zwischen dem Mittlerfahrzeug
25 und dem Unterwasserfahrzeug 1 übertragen werden. Die Signalleitung 27 ist damit
Teil der Signalstrecke zwischen dem Überwasserschiff 24 mit der menschlichen Bedienperson
und dem Unterwasserfahrzeug 1. Die Signalleitung 27 ist als Glasfaserkabel (Fiberoptik)
ausgebildet. Das Mittlerfahrzeug 25 trägt ein Steuergerät 28, mit dem die Kommunikation
mit dem Mutterschiff in optische Signale übersetzt wird.
[0078] In diesem Ausführungsbeispiel umfasst das Unterwasserfahrzeug 1 eine eigene Energiequelle,
und empfängt bzw. sendet über das Verbindungskabel 2 ausschließlich Informationen.
Da durch die Manipulationseinrichtung 18 (Fig. 1), ein Freilegen eingesunkener Objekte
durch Nachführen der Arbeitsdüse ohne Energieaufwand für eine Positionsänderung des
Unterwasserfahrzeugs durchgeführt wird, kann die Energiequelle des Unterwasserfahrzeugs
1 klein und platzsparend ausgeführt sein.
[0079] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel mit einem Verbindungskabel 2, welches eine Signalleitung
27 zur Datenübertragung aufweist, bildet das Mittlerfahrzeug 25 eine Relaisstation,
welches die Datenkommunikation zwischen dem Mutterschiff und dem Unterwasserfahrzeug
1 mittelt. Vorteilhaft wird das Unterwasserfahrzeug 1, mit dem eingesunkene Objekte
am Meeresboden freigelegt werden sollen, von dem Mittlerfahrzeug 25 zum Einsatzort
transportiert. Auf diese Weise kann der Energiebedarf des Unterwasserfahrzeugs 1 weiter
reduziert werden. Es ist lediglich die Energiemenge an Bord des Unterwasserfahrzeugs
1 vorzuhalten, welche tatsächlich für den Einsatz vor Ort gebraucht wird.
[0080] Fig. 3 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel eines Unterwassersystems mit einem
Unterwasserfahrzeug 1, einem Überwasserschiff 24, welches die Trägerplattform darstellt,
und einem Mittlerfahrzeug 25. Wie bereits zu Fig. 2 dargestellt ist, steht das Mittlerfahrzeug
25 mit dem Überwasserschiff 24 in Funkverbindung. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 2 enthält das Verbindungskabel 2 bei dem Ausführungsbeispiel des Unterwassersystems
gemäß Fig. 3 neben einer Signalleitung 27 eine Energieleitung 29. Über die Energieleitung
29 wird das Unterwasserfahrzeug 1 von dem Mittlerfahrzeug 25 versorgt. Zur Versorgung
des Unterwasserfahrzeugs 1 mit Energie ist an Bord des Mittlerfahrzeugs 25 eine Energiequelle
30 untergebracht. Die Energiequelle 30 kann ein Generator oder eine Batterie mit entsprechend
hoher Kapazität zur Versorgung des Unterwasserfahrzeugs 1 sein, so dass Missionen
mit erhöhtem Energiebedarf durchgeführt werden können und insbesondere auch verlängerte
Missionszeiten erreicht werden.
[0081] Sämtliche in der vorstehenden Beschreibung und in den Ansprüchen genannten Merkmale
sind sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander einsetzbar. Die
Offenbarung der Erfindung ist somit nicht auf die beschriebenen bzw. beanspruchten
Merkmalskombinationen beschränkt. Vielmehr sind sämtliche Merkmalskombinationen als
offenbart zu betrachten.
1. Fernsteuerbares und manövrierbares Unterwasserfahrzeug mit einer Einrichtung zum Freilegen
eingesunkener Kampfmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Kampfmittel eine Arbeitsdüse (8) umfasst,
welche eine Wasserströmung führt, und eine der Arbeitsdüse (8) entgegenwirkende Gegendruckdüse
(17) aufweist, wobei durch die Anordnung der Gegendruckdüse die auf die Arbeitsdüse
wirkenden Impulse zumindest teilweise ausgeglichen werden.
2. Unterwasserfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Kampfmittel ein oder mehrere, insbesondere
drehbeweglich antreibbare, Werkzeuge wie Bürsten aufweist.
3. Unterwasserfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (1) neutral getrimmt ist und derartig ausgebildete und angeordnete
Manövriereinrichtungen (5, 16, 16', 16", 16"') aufweist, dass das Unterwasserfahrzeug
in die Richtungen seiner Raumachsen, nämlich der Längsachse (L), der Querachse (Q)
und der Vertikalachse (V), sowie in Richtung einer Rotation um wenigstens eine der
Raumachsen (L, Q, V) steuerbar ist.
4. Unterwasserfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Manövriereinrichtungen des Unterwasserfahrzeugs (1) einen Heckantrieb (5) sowie
mindestens einen Seitenschubantrieb (16, 16', 16", 16"') umfassen, welcher im Bereich
des Bugs (12) des Unterwasserfahrzeugs (1) angeordnet ist, insbesondere paarweise
mit jeweils unterschiedlichen Wirkrichtungen angeordnete Seitenschubantriebe (16,
16', 16", 16"') umfassen.
5. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Freilegen eingesunkener Kampfmittel mittels einer Wasserströmung
ein auf die Arbeitsdüse (8) wirkendes Pumpaggregat (10) umfasst, wobei die Einrichtung
zum Freilegen eingesunkener Kampfmittel (4) mittels einer Wasserströmung bezgl. der
Arbeitsrichtung der Wasserströmung umschaltbar ausgebildet ist und in einem Saugbetrieb
oder einem Spülbetrieb betreibbar ist, wobei das Pumpaggregat (10) bezüglich der Pumpleistung
einstellbar ist.
6. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Verankerungseinrichtung (22) zum Fixieren des Unterwasserfahrzeugs (1) am oder
im Bereich des freizulegenden Kampfmittel wobei die Verankerungseinrichtung (22) aufweist:
- einen Anker mit einer Vielzahl von Ankerzinken nach Art einer Egge und/oder
- ein Nagelschussgerät und/oder
- einen Elektromagneten und/oder
- ein Unterdruckgerät und/oder
- eine Klammereinrichtung zum Umklammern des freizulegenden Kampfmittel oder dessen
Teilen und/oder von Gegenständen in der Umgebung des objekts oder des Unterwasserfahrzeugs
(1).
7. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (1) Einrichtungen zur Erfassung seiner Umgebung umfasst,
nämlich akustische Einrichtungen wie ein Sonar (14) oder optische Einrichtungen wie
eine Kamera (13).
8. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (1) eine steuerbare Manipulationseinrichtung (18) aufweist,
welche die Arbeitsdüse (8) trägt.
9. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (1) eine Sprengladung (23) trägt, wobei die Sprengladung
(23) eine Hohlladung ist.
10. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (1) zwei oder mehr beabstandet angeordnete und auf den Arbeitsbereich
der Arbeitsdüse (8) ausgerichtete Scheinwerfer (15) umfasst.
11. Unterwasserfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das eine an die Arbeitsdüse (8) angeschlossene Saugleitung (9) abseits des Arbeitsbereichs
der Arbeitsdüse (8) vom Unterwasserfahrzeug (1) weggeführt ist und eine derartige
Länge bis zu einem Austritt (11) der Wasserströmung aufweist, dass keine am Austritt
(11) austretende Partikelfracht in den Arbeitsbereich der Arbeitsdüse (8) zurückströmt.
12. Unterwassersystem mit einem Unterwasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11
und einer Systemplattform, welche signalübertragend mit dem Unterwasserfahrzeug (1)
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwasserfahrzeug (1) über kabellose Kommunikationsmittel und/oder wenigstens
ein Verbindungskabel (2) mit einem Mittlerfahrzeug (25) verbunden ist, welches seinerseits
mit der Systemplattform verbunden ist, insbesondere mittels einer Funkverbindung.
13. Unterwassersystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungskabel (2) eine Signalleitung (27) umfasst.
14. Unterwassersystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalleitung (27) eine Glasfaserleitung ist.
15. Unterwassersystem nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittlerfahrzeug (25) eine Energiequelle (30) trägt, welche über eine Energieleitung
(29) in dem Verbindungskabel (2) mit dem Unterwasserfahrzeug (1) verbunden ist.
1. Remote-controllable and manoeuvrable underwater vehicle with a device for freeing
sunken combat materiel,
characterized by that
the device comprises a working nozzle (8) for freeing sunken combat materiel that
guides a water flow, and comprises a counterpressure nozzle (17) opposing the working
nozzle (8), wherein the impulses acting on the working nozzle are at least partially
compensated by the disposition of the counterpresssure nozzle.
2. The underwater vehicle according to Claim 1, characterized in that the device for freeing sunken combat materiel comprises one or more tools such as
brushes, in particular that can be driven with a rotary motion.
3. The underwater vehicle according to Claim 1 or 2, characterized by that the underwater vehicle (1) is neutrally trimmed and comprises manoeuvring devices
(5, 16, 16', 16", 16"') that are constructed and disposed in such a manner that the
underwater vehicle can be controlled in the directions of its spatial axes, namely,
the longitudinal axis (L), the transverse axis (Q) and the vertical axis (V) and in
the direction of a rotation about at least one of the spatial axes (L, Q, V).
4. The underwater vehicle according to Claim 3, characterized by that the manoeuvring devices of the underwater vehicle (1) comprise a stern drive (5)
and at least one side thrust drive (16, 16', 16", 16"') that is disposed in the area
of the bow (12) of the underwater vehicle (1), in particular side thrust drives (16,
16', 16", 16"') disposed in pairs with different directions of action.
5. The underwater vehicle according to one of the previous claims , characterized by that the device for freeing sunken combat materiel comprises a pump unit (10) that acts
on the working nozzle (8) by means of a flow of water, wherein the device for freeing
sunken combat materiel is constructed so that it can be switched as regards the working
direction of the flow of water by a flow of water and can be operated in a suction
operation or in a washing operation, wherein the pump unit (10) is adjustable as regards
the pump output.
6. The underwater vehicle according to one of the previous claims,
characterized by an anchoring device (22) for fixing the underwater vehicle (1) on or in the area
of the combat materiel to be freed, wherein the anchoring device (22) comprises:
- an anchor with a plurality of prongs in the manner of a harrow and/or
- a nail shooting device and/or
- an electromagnet and/or
- a vacuum device and/or
- a clamping device for clamping the combat materiel to be freed or its parts and/or
objects in the vicinity of the combat materiel or of the underwater vehicle (1).
7. The underwater vehicle according to one of the previous claims , characterized by that the underwater vehicle (1) comprises devices for detecting its environment, namely,
acoustical devices such as a sonar (14) or optical devices such as a camera (13).
8. The underwater vehicle according to one of the previous claims , characterized by that the underwater vehicle (1) comprises a controllable manipulation device (18) that
carries the working nozzle (8).
9. The underwater vehicle according to one of the previous claims , characterized by that the underwater vehicle (1) carries an explosive charge (23), wherein the explosive
charge (23) is a hollow charge.
10. The underwater vehicle according to one of the previous claims, characterized by that the underwater vehicle (1) comprises two or more searchlights (15) disposed at a
distance from each other and directed onto the working area of the working nozzle
(8).
11. The underwater vehicle according to one of the previous claims, characterized by that the one suction line (9) connected to the working nozzle (8) is run away from the
working area of the working nozzle (8) of the underwater vehicle (1) and comprises
such a length up to a discharge (11) of the flow of water that no particle load exiting
at the discharge (11) flows back into the working area of the working nozzle (8).
12. Underwater system with an underwater vehicle according to one of Claims 1 to 11 and
with a system platform that is connected to the underwater vehicle (1) in such a manner
that it can transmit signals, characterized by that the underwater vehicle (1) is connected by cableless communication means and/or by
at least one connection cable (2) to an intermediate vehicle (25) that is connected
for its part to the system platform, in particular by a radio connection.
13. The underwater vehicle according to Claim 12, characterized by that the connection cable (2) comprises a signal line (27).
14. The underwater vehicle according to Claim 13, characterized by that the signal line (27) is a fibreglass line.
15. The underwater vehicle according to one of Claims 12 to 14, characterized by that the intermediate vehicle (25) carries an energy source (30) that is connected to
the underwater vehicle (1) by an energy line (29) in the connection cable (2).
1. Véhicule sous-marin pouvant être commandé à distance et manoeuvré comprenant un dispositif
destiné à dégager des moyens de combat enfouis,
caractérisé en ce que
le dispositif destiné à dégager des moyens de combat enfouis comprend une buse de
travail (8) qui guide un courant d'eau, et comporte une buse de contre-pression (17)
agissant en sens contraire de la buse de travail (8), les impulsions agissant sur
la buse de travail étant au moins en partie compensées par l'agencement de la buse
de contre-pression.
2. Véhicule sous-marin selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif destiné à dégager des moyens de combat enfouis comporte un ou plusieurs
outils, pouvant en particulier être entraînés en rotation, tels que des brosses.
3. Véhicule sous-marin selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (1) est en assiette neutre et comporte des dispositifs de
manoeuvre (5, 16, 16', 16", 16"') réalisés et disposés de telle manière que le sous-marin
peut être commandé dans les directions de ses axes spatiaux, à savoir l'axe longitudinal
(L), l'axe transversal (Q) et l'axe vertical (V), ainsi que dans la direction d'une
rotation autour d'au moins l'un des axes spatiaux (L, Q, V).
4. Véhicule sous-marin selon la revendication 3, caractérisé en ce que les dispositifs de manoeuvre du véhicule sous-marin (1) comprennent une propulsion
à l'arrière (5) ainsi qu'au moins un entraînement de poussée latérale (16, 16', 16",
16"'), qui est disposé dans la zone de l'avant (12) du véhicule sous-marin (1), comprennent
en particulier des entraînements de poussée latérale (16, 16', 16", 16"') disposés
par paires avec des directions d'action respectives différentes.
5. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif destiné à dégager des moyens de combat enfouis au moyen d'un courant
d'eau comprend un groupe de pompage (10) agissant sur la buse de travail (8), le dispositif
destiné à dégager des moyens de combat enfouis (4) au moyen d'un courant d'eau étant
réalisé de manière commutable en ce qui concerne la direction de travail du courant
d'eau et pouvant être exploité dans un mode d'aspiration ou un mode de lavage, le
groupe de pompage (10) pouvant être réglé en ce qui concerne le débit de pompage.
6. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par un dispositif d'ancrage (22) destiné à fixer le véhicule sous-marin (1) sur ou dans
la zone du moyen de combat à dégager, le dispositif d'ancrage (22) comportant :
- une ancre comprenant une pluralité de pointes d'ancrage à la manière d'une herse
et/ou
- un appareil de clouage et/ou
- un électroaimant et/ou
- un appareil à dépression et/ou
- un dispositif de serrage destiné à encercler le moyen de combat à dégager ou des
parties de celui-ci et/ou des objets aux alentours de l'objet ou du véhicule sous-marin
(1).
7. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (1) comprend des dispositifs destinés à capter son environnement,
à savoir des dispositifs acoustiques tels qu'un sonar (14) ou des dispositifs optiques
tels qu'une caméra (13).
8. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (1) comporte un dispositif de manipulation (18) pouvant être
commandé, qui porte la buse de travail (8).
9. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (1) porte une charge explosive (23), la charge explosive (23)
étant une charge creuse.
10. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (1) comprend deux projecteurs (15) ou plus disposés espacés
l'un de l'autre et dirigés vers la zone de travail de la buse de travail (8).
11. Véhicule sous-marin selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une conduite d'aspiration (9) raccordée à la buse de travail (8) est guidée à l'écart
du véhicule sous-marin (1) hors de la zone de travail de la buse de travail (8) et
comporte une telle longueur jusqu'à une sortie (11) du courant d'eau qu'aucun chargement
de particules s'échappant de la sortie (11) ne reflue dans la zone de travail de la
buse de travail (8).
12. Système sous-marin comprenant un véhicule sous-marin selon l'une des revendications
1 à 11 et une plate-forme système, qui est reliée au véhicule sous-marin (1) de manière
permettant la transmission de signaux, caractérisé en ce que le véhicule sous-marin (1) est relié à un véhicule intermédiaire (25) par des moyens
de communication sans fil et/ou au moins un câble de liaison (2), le véhicule intermédiaire
étant de son côté relié à la plate-forme système, notamment au moyen d'une liaison
radio.
13. Système sous-marin selon la revendication 12, caractérisé en ce que le câble de liaison (2) comprend une ligne de signalisation (27).
14. Système sous-marin selon la revendication 13, caractérisé en ce que la ligne de signalisation (27) est une ligne à fibres optiques.
15. Système sous-marin selon l'une des revendications 12 à 14, caractérisé en ce que le véhicule intermédiaire (25) porte une source d'énergie (30) qui est reliée au
véhicule sous-marin (1) par une ligne d'alimentation (29) dans le câble de liaison
(2).