[0001] Die Erfindung betrifft eine Orientierungshilfevorrichtung für sehbehinderte Menschen
sowie ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen Orientierungshilfevorrichtung.
[0002] Die
DE 20 2004 002 075 Ui offenbart einen Blindenstab mit einem Handgriffteil und einem Sensorende. Das Sensorende
weist einen berührungslos arbeitenden Kollisionssensor auf, der als Ultraschallsensor,
optischer Sensor oder Infrarotsensor ausgebildet ist. Es können auch mehrere gleichartige
Sensoren vorgesehen sein.
[0003] Vorrichtungen der genannten Art eignen sich insbesondere dafür, den konventionellen
Blindenstock zu ersetzen. Dabei können derartige Vorrichtungen einer sehbehinderten
Person helfen, das Vorhandensein von Gegenständen in der Umgebung zu erfassen und
allenfalls dabei eine Entfernung von den Gegenständen zu ermitteln.
[0004] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, derartige Vorrichtungen
zu verbessern, um insbesondere auch den Informationsgehalt, der durch solche Vorrichtungen
an den Nutzer übermittelt werden kann, zu erhöhen. Optimal, auch wenn nicht zwangsläufig
mit Mitteln der vorliegenden Erfindung zu erreichen, wäre eine Vorrichtung oder ein
Verfahren, bei dem dem Nutzer möglichst umfassende Informationen über die Umgebung
durch nicht-visuelle Mittel zur Verfügung gestellt werden könnte.
[0005] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird gelöst durch eine Orientierungshilfevorrichtung
für sehbehinderte Menschen, insbesondere blinde Menschen, umfassend ein Gehäuse zur
Aufnahme oder zum Tragen von Komponenten der Orientierungshilfevorrichtung, einen
Griff, eine Sensoranordnung mit einer Anzahl von Sensoren zur Ermittlung von Umgebungsdaten,
eine Informationsverarbeitungseinheit zur Erzeugung von Umgebungsinformationen basierend
auf den ermittelten Umgebungsdaten, eine Ausgabeeinheit zur Ausgabe, insbesondere
zur nicht visuellen Ausgabe, von Umgebungsinformationen an einen Nutzer. Die erfindungsgemäße
Orientierungshilfevorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung
zumindest zwei, vorzugsweise drei oder mehr unterschiedliche Sensoren umfasst, wobei
die Sensoren ausgewählt aus folgender Gruppe sind:
- ein Lichtsensor zur Erfassung von sichtbarem Licht, Infrarot- oder Ultraviolettstrahlung;
- ein Schallsensor zur Erfassung von Schallwellen, insbesondere Ultraschallwellen;
- einen Metalldetektor zur Ermittlung der Anwesenheit von metallischen Gegenständen.
[0006] Sensoren werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung als zueinander unterschiedlich
angesehen, wenn sich diese grundsätzlich in der Art der zu erfassenden physilcalischen
oder chemischen Eigenschaften, Effekte oder stoffliche Beschaffenheiten in der Umgebung
voneinander unterscheiden. Unterschiedliche Sensoren können dabei baulich zu einer
Sensoreinheit zusammengefasst sein. Ein Sensor kann grundsätzlich auch integral mit
einer Sendeeinrichtung verbunden sein. So kann ein Ultraschallsensor auch einen Sender
für Ultraschallwellen aufweisen, wobei der eigentliche Sensor dann die selbst ausgestrahlten
und von einem Gegenstand reflektierten Ultraschallwellen wieder aufnehmen wird. Umgebungsdaten,
sind dabei von Sensoren erfassbare physikalische oder chemische Eigenschaften, Effekte
oder stoffliche Beschaffenheiten, die von einem Nutzer nicht erfassbar sein können.
Umgebungsinformationen enthalten für einen Nutzer verständliche Angaben über die Umgebung
und können einer sehbehinderten Person bei der Orientierung unmittelbar dienlich sein.
Die im Rahmen der Erfindung verwendeten Sensoren sind insbesondere solche, die aufgrund
der Grobkörnigkeit der erzeugten Umgebungsdaten nicht zur Erzeugung von bildlichen
Darstellungen geeignet sind.
[0007] Grundsätzlich kann das Gehäuse stabförmig ausgebildet sein und damit einem Blindenstock
nachgeahmt sein. Es sind aber auch andere Formen des Gehäuses denkbar. Der Griff ist
dabei vorzugsweise derart gestaltet, dass das Gehäuse von einem Nutzer in einer definierten
Ausrichtung gehalten werden kann.
[0008] Durch das Vorsehen von mehreren unterschiedlichen Sensoren können Umgebungsdaten
unterschiedlicher Art zur Erzeugung der Umgebungsinformationen herangezogen werden.
So lassen sich umfassende Umgebungsinformationen erzeugen, die über Angaben über die
pure Anwesenheit oder haptische Eigenschaften von Gegenständen hinausgehen. So kann
es insbesondere ermöglicht sein, Informationen über die Art der Gegenstände zu ermitteln,
nämlich insbesondere die Materialeigenschaften und/oder Oberflächeneigenschaften.
So weist beispielsweise Glas bezüglich Ultraschallwellen ein ähnliches Reflexionsverhalten
wie metallische Oberflächen auf; Licht wird jedoch von Glas deutlich schlechter reflektiert
als von metallischen Oberflächen. Durch das Vorsehen von einem Metalldetektor können
aber auch metallische Gegenstände ermittelt werden, deren Oberfläche jedoch nichtmetallisch
ist. Insgesamt können durch das Vorsehen von unterschiedlichen Sensoren Rückschlüsse
auf die Art der Gegenstände ermöglicht werden. Die Lage des Gegenstandes, insbesondere
die relative Lage des Gegenstands zum zur Orientierungshilfevorrichtung, kann bereits
durch einzelne Schallsensoren oder Lichtsensoren allein ermittelt werden.
[0009] Alternativ oder in Kombination mit zumindest einem Sensor oder zwei Sensoren der
zuvor beschriebenen Vorrichtung kann die Sensoranordnung eine Bildaufnahmeeinheit
aufweisen, die insbesondere eine photographische Abbildung eines Teils der Umgebung
erzeugen kann. Dies kann eine Fotokamera und/oder eine Filmkamera sein. Aufgenommene
Bilder können können mit hinterlegten Bildern verglichen werden, um so Umgebungsinformationen
über Lage und Art des Standorts oder von Gegenständen in der Umgebung zu erzeugen.
[0010] Vorzugsweise sind an einem dem Griff abgewandten Ende des Gehäuses ein frontseitiger
Schallsensor und/oder ein Lichtsensor und/oder ein Metalldetektor angebracht. Durch
die frontseitige Anordnung von vorzugsweise zwei oder mehreren unterschiedlichen Sensoren
kann nicht nur die Lage, sondern auch die Art von Gegenständen erfasst werden, die
in Bewegungsrichtung vor dem Nutzer befindlich sind. Im Wesentlichen können frontseitige
Sensoren die Stockspitze des herkömmlichen Blindenstocks ersetzen.
[0011] Vorzugsweise ist ein oberer Sensor, insbesondere ein Schallsensor und/oder ein Lichtsensor,
winklig zu einem der frontseitigen Sensoren angebracht. Der obere Sensor weist dabei
vorzugsweise ein zum frontseitigen Sensor um in etwa 45° nach oben verschwenktes Sensorfeld
auf. Die Verschwenkung ist dabei insbesondere um eine Achse, die quer zu einer Laufrichtung
des Nutzers liegt. Der obere Sensor ist vorzugsweise gleichartig zu zumindest einem
der frontseitigen Sensoren. Durch den oberen Sensor können Gegenstände erfasst werden,
die sich zwar in Laufrichtung des Nutzers befinden, von einem etwas nach unten gerichteten
frontseitigen Sensor aber nicht erkannt werden. Insbesondere betrifft dies solche
Gegenstände, die nicht bis zum Boden reichen. Durch das Vorsehen des oberen Sensors
können somit die Umgebungsinformationen wesentlich ergänzt werden.
[0012] Vorzugsweise weist die Orientierungshilfevorrichtung seitliche Sensoren, nämlich
zumindest einen linken Sensor an der linken Seite und einen rechten Sensor an der
rechten Seite auf. Der linke Sensor ist dabei vorzugsweise zur Erfassung von Gegenständen
auf der linken Seite des Nutzers vorgesehen, während der rechte Sensor vorzugsweise
zur Erfassung von Gegenständen auf der rechten Seite des Nutzers vorgesehen ist. Die
linken und die rechten Sensoren weisen dabei vorzugsweise einen fächerartigen Erkennungsbereich
auf, der sich in etwa +/- 45° von exakt rechts bzw. links erstreckt.
[0013] Vorzugsweise ist die Informationsverarbeitungseinheit derart ausgebildet, um sprachliche
Umgebungsinformationen zu erzeugen, die durch die Ausgabeeinheit akustisch ausgegeben
werden kann. Durch die akustische sprachliche Ausgabe von Umgebungsinformationen kann
dem Nutzer weitgehende Informationen über die Umgebung übermittelt werden, die sehr
detailgenau sein kann und vom Nutzer leicht verstanden werden kann. Hierzu sind spezifische
Algorithmen vorgesehen, die zur Verarbeitung der Umgebungsdaten in die Umgebungsinformationen
herangezogen werden.
[0014] Vorzugsweise ist die Informationsverarbeitungseinheit derart ausgebildet, dass diese
Umgebungsinformationen erzeugen kann, die Angaben über sowohl der Art und auch der
Lage von Gegenständen in der Umgebung umfasst. Auf beschriebene Vorteile wird verwiesen.
[0015] Vorzugsweise weist die Orientierungshilfevorrichtung einen Beschleunigungssensor
auf, der zum Ermitteln von Beschleunigungsdaten vorgesehen ist. Unter einem Beschleunigungssensor
wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Einrichtung verstanden, die eine Beschleunigung
in einer oder mehrere Richtungen messen kann. Dabei wird vorzugsweise eine auf eine
Testmasse wirkende Trägheitskraft bestimmt, sodass ermittelt werden kann, ob eine
Geschwindigkeitszunahme oder -abnahme stattfindet. Der Beschleunigungssensor kann
mehrere Teilsensoren umfassen, die jeweils Beschleunigungen in unterschiedlichen Richtungen
oder um unterschiedliche Achsen aufnehmen können. Mit einem Beschleunigungssensor
können daher insbesondere räumliche Bewegungsmuster erstellt werden. Vorzugsweise
kann der Beschleunigungssensor dabei Beschleunigungen des Gehäuses aufnehmen, die
durch ein manuelles Führen des Gehäuses durch einen Nutzer erzeugt werden. Die Beschleunigungsdaten
können zur Ermittlung von temporären räumlichen Ausrichtungen der Orientierungshilfevorrichtung
herangezogen werden. Diese räumlichen Daten können dann in Korrelation mit temporären
Umgebungsdaten der Sensoren gebracht werden. Durch diese Korrelation sind zusätzlich
zu Abstandswerten auch verbesserte Rückschlüsse auf räumliche Anordnungen oder Ausgestaltungen
von Gegenständen in der Umgebung möglich. Ferner kann eine Uhr zur Ermittlung der
Uhrzeit vorgesehen sein. Umgebungsdaten, können dadurch in Zusammenhang mit der Uhrzeit
gesetzt werden. Ferner können Umgebungsdaten in Abhängigkeit der Uhrzeit verarbeitet
werden. Dabei können beispielsweise die bei Tag und Nacht unterschiedlichen Lichtverhältnisse
bei der Erzeugung der Umgebungsinformation berücksichtigt werden.
[0016] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betreiben einer Orientierungshilfevorrichtung
für sehbehinderte Menschen, wobei die Orientierungshilfevorrichtung umfasst: ein Gehäuse
zur Aufnahme oder zum Tragen von Komponenten der Orientierungshilfevorrichtung und
einen Griff. Das Verfahren weist folgende Verfahrensschritte auf: Ermitteln von Umgebungsdaten
mittels einer Anzahl von Sensoren oder einer Bildaufnahmeeinheit, Erzeugen von Umgebungsinformation
basierend auf den Umgebungsdaten, Ausgeben der Umgebungsinformationen an einen Nutzer.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Umgebungsdaten
zu Umgebungsinformationen verarbeitet werden, die Angaben über Art und Lage von Gegenständen
in der Umgebung umfassen.
[0017] Vorzugsweise wird zur Ermittlung der Art des Gegenstandes in der Umgebung Umgebungsdaten
von zumindest zwei, vorzugsweise drei unterschiedlichen Sensoren, ausgewählt aus folgender
Gruppe, herangezogen:
- ein Lichtsensor zur Erfassung von sichtbarem Licht, Infrarot- oder Ultraviolettstrahlung,
- ein Schallsensor zur Erfassung von Schallwellen, insbesondere Ultraschallwellen, ein
Metalldetektor zur Ermittlung der Anwesenheit von metallischen Gegenständen.
[0018] Vorzugsweise werden Umgebungsdaten der Sensoren zu Umgebungsinformationen verarbeitet,
die Informationen über das Material eines Gegenstandes in der Umgebung umfassen.
[0019] Vorzugsweise werden Umgebungsdaten der Sensoren zu Umgebungsinformationen verarbeitet,
die Angaben über die Oberflächenbeschaffenheit, insbesondere über
[0020] Lichtbrechungseingenschaften und / Schallabsorptionseigenschaften, eines Gegenstandes
in der Umgebung umfassen. Derartige Angaben können für eine verbesserte Orientierung
einer sehbehinderten Person dienlich sein.
[0021] Vorzugsweise werden Umgebungsinformationen sprachlich ausgegeben. Vorzugsweise werden
die Umgebungsdaten unter Berücksichtigung von Beschleunigungsdaten zu Umgebungsinformationen
verarbeitet, wobei die Beschleunigungsdaten von einem am Gehäuse angebrachten Beschleunigungssensor
ermittelt werden.
[0022] Vorzugsweise werden die Umgebungsdaten unter Berücksichtigung der Uhrzeit zu Umgebungsinformationen
verarbeitet. Bezüglich des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich, soweit möglich,
die selben Vorteile und weiteren Merkmale, die bezüglich der Orientierungshilfevorrichtung
bereits genannt beschrieben wurden.
[0023] Vorzugsweise kann durch einen Ultraschallsensor ein Gewässer erkannt und dessen Tiefe
ermittelt werden. Dazu ist der Sesor schräg nach vorne/unten ausgerichtet und sendet
Ultraschallimpulse aus. Ein erster Teil des Schalls wird durch die Oberfläche reflektiert
und wird vom Sensor erkannt. Ein zweiter Teil des Schalls tritt durch die Wasseroberfläche
hindurch und trifft auf den Grund des Gewässers. Von dort wird der Schall wiederum
reflektiert und trifft mit einem zum ersten Teil des Schalls abweichenden Frequenzspektrum
und nach einer anderen Laufzeit auf den Sensor auf. Aus den Abweichungen können Rückschlüsse
auf die Tiefe des Gewässers gezogen werden. So kann eine geringe Tiefe lediglich als
ungefährliche Pfütze erkannt werden; ein große Tiefe kann als ernst zunehmender Teich,
Bach oder weit größeres Gewässer interpretiert werden. Entsprechende Warnungen können
dann ausgegeben werden.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Hierin zeigt:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Orientierungshilfevorrichtung in Seitenansicht;
- Figur 2
- den schematischen Schaltungsaufbau der erfindungsgemäßen Orientierungshilfevorrichtung.
[0025] Die Orientierungshilfevorrichtung 1 umfasst ein stabförmiges Gehäuse 2, das an einem
Ende einen Griff 3 aufweist. An einem Ende des Gehäuses 2, das dem Griff 3 abgewandt
ist, sind frontseitige Sensoren 4', 4" angebracht, die Infrarotstrahlen sowie Ultraschallwellen
aussenden können. Diese Strahlen bzw. Wellen werden von einem Gegenstand reflektiert
und treffen wieder auf die frontseitigen Sensoren 4. Je nach Art des Gegenstandes
werden die Infrarotstrahlen sowie die Ultraschallwellen unterschiedlich reflektiert.
Dabei spielt auch ein Lichtbrechungsindex und/oder schallabsorbierende Eigenschaften
der Oberfläche des Gegenstandes eine Rolle. Ferner ist eine Kamera 15 frontseitig
angeordnet, die Bildundloder Filmaufnahmen als Umgebungsinformation erzeugen kann.
Ein schräg angeordneter Sesonr kann je nach Drehstellung des Sensors wahlweise nach
schräg oben oder schräg unten ausgerichtet werden. Dieser kann dann beispielsweise
auf den Boden vor der Person ausgerichtet werden. Er kann insbesondere zur Erkennung
von Gewässern und dessen Tiefe herangezogen werden.
[0026] Es sind an einer rechten Seite des Gehäuses mehrere rechte Sensoren 8 angeordnet,
wobei die rechten Sensoren 8 einen Ultraschallsensor sowie einen Infrarotsensor umfassen.
Entsprechend sind auf der linken Seite durch das Gehäuse verdeckte Sensoren in derselben
Anordnung angebracht. An der dem Griff abgewandten Ende des Gehäuses 2 ist ferner
ein Metalldetektor 9 innerhalb des Gehäuses 2 angebracht. Der Metalldetektor 9 kann
ein Magnetfeld und/oder ein elektrisches Feld erzeugen. Bei Bewegungen des Metalldetektors
9 über einen metallischen Gegenstand wird das Magnetfeld oder das elektrische Feld
für den Metalldetektor merklich verändert. Hierdurch können Rückschlüsse auf metallische
Eigenschaften des Gegenstandes gezogen werden.
[0027] Figur 2 zeigt den schematischen den Schaftungsaufbau der erfindungsgemäßen Orientierungshilfevorrichtung
1. Dabei ist die Informationsverarbeitungseinheit 10 zuerkennen, die Daten von den
einzelnen Sensoren 4, 8, 9, 13 und/oder der Kamera 15 erhalten kann. Beispielhaft
ist ein frontseitiger Ultraschallsensor 4' gezeigt, der Ultraschallwellen 6 erzeugt
und vom Gegenstand 14 reflektierte Ultraschallwellen empfangen kann. Ferner ist ein
frontseitiger Lichtsensor 4' gezeigt, der Infrarotstrahlen 5 erzeugt und vom Gegenstand
14 reflektierte Infrarotstrahlen empfangen kann. Der Metalldetektor 9 erzeugt ein
elektromagnetisches Feld, das je nach Beschaffenheit des Gegenstandes 14 durch diesen
verändert werden kann, was durch den Metalldetektor erkannt werden kann.
[0028] Ferner kann die Informationsverarbeitungseinheit 10 Beschleunigungsdaten eines Beschleunigungssensors
12 erhalten, der fest mit dem Gehäuse 2 verbunden ist. Werden die Beschleunigungsdaten
des Beschleunigungssensors 12 in Korrelation zu den Umgebungsdaten der Sensoren 4,
8, 9, 13 und/oder der Kamera 15 gesetzt, können räumliche Informationen über den Gegenstand
14 erzeugt werden. Von Einer Uhr 16 werden Zeitinformationen bereitgestellt, die bei
der Erzeugung von Umgebungsinformationen berücksichtigt werden können. Die Informationsverarbeitungseinheit
10 gibt die erzeugten Umgebungsinformationen an die Ausgabeeinheit 11 weiter. Die
Ausgabeeinheit 11 umfasst einen Lautsprecher, der die Umgebungsinformationen akustisch
an den Nutzer übertragen kann. Die Ausgabeeinheit 11 kann separat zum Gehäuse 2 angeordnet
sein und über eine Funkverbindung mit der Informationsverarbeitungseinheit 10 verbunden
sein.
Bezugszeichenliste:
[0029]
- 1
- Orientierungshilfevorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Griff
- 4
- frontseitige Sensoren
- 5
- Infrarotstrahlen
- 6
- Ultraschallwellen
- 7
- elektromagnetisches Feld
- 8
- seitlicher Sensor
- 9
- Metalldetektor
- 10
- Informationsverarbeitungseinheit
- 11
- Ausgabeeinheit
- 12
- Beschleunigungssensor
- 13
- oberer Sensor
- 14
- Gegenstand
- 15
- Kamera
- 16
- Uhr
1. Orientierungshilfevorrichtung (1) für sehbehinderte Menschen, insbesondere elektronischer
Blindenstock,
umfassend Gehäuse (2) zur Aufnahme oder zum Tragen von Komponenten (3, 4, 8, 9, 10,
12,13) der Orientierungshilfevorrichtung,
einen Griff (3),
eine Sensoranordnung mit einer Anzahl (4, 8, 9) von Sensoren zur Ermittlung von Umgebungsdaten,
eine informationsverarbeitungseinheit (10) zur Erzeugung von Umgebungsinformationen
basierend auf den ermittelten Umgebungsdaten,
eine Ausgabeeinheit (11) zur Ausgabe von Umgebungsinformationen an einen Nutzer,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoranordnung zumindest zwei, vorzugsweise drei, unterschiedliche Sensoren
(4, 8, 9) ausgewählt aus folgender Gruppe aufweist:
- ein Lichtsensor zur Erfassung von sichtbarem Licht, Infrarot- oder Ultraviolettstrahlung;
- ein Schallsensor zur Erfassung von Schallwellen, insbesondere Ultraschallwellen;
- ein Metalldetektor zur Ermittlung der Anwesenheit von metallischen Gegenständen.
2. Orientierungshilfevorrichtung (1) für sehbehinderte Menschen, insbesondere elektronischer
Blindenstock,
umfassend Gehäuse (2) zur Aufnahme oder zum Tragen von Komponenten (3, 4, 8, 9, 10,
12, 13) der Orientierungshilfevorrichtung,
einen Griff (3),
eine Sensoranordnung mit einer Anzahl (4, 8, 9) von Sensoren zur Ermittlung von Umgebungsdaten,
eine Informationsverarbeitungseinheit (10) zur Erzeugung von Umgebungsinformationen
basierend auf den ermittelten Umgebungsdaten,
eine Ausgabeeinheit (11) zur Ausgabe von Umgebungsinformationen an einen Nutzer,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoranordnung eine Bildaufnahmeeinheit (15) aufweist.
3. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein frontseitiger Schallsensor (4) an einem dem Griff (3) abgewandten Ende des Gehäuses
(2) angeordnet ist.
4. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein frontseitiger Lichtsensor (4) an einem dem Griff (3) abgewandten Ende des Gehäuses
(2) angeordnet ist.
5. Orientierungshitfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Metalldetektor (9) an einem dem Griff (3) abgewandten Ende des Gehäuses (2) angeordnet
ist.
6. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein oberer Sensor (13), insbesondere ein Schallsensor und/oder ein Lichtsensor,
winklig zu einem der frontseitigen Sensoren angebracht ist, wobei der obere Sensor
(13) ein um in etwa 45° nach oben verschwenktes Sensorfeld gegenüber einem der frontseitigen
Sensoren (4) aufweist.
7. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein linker Sensor (8') an einer linken Seite und ein rechter Sensor (8") an einer
rechten Seite angebracht ist.
8. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Informationsverarbeitungseinheit (10) sprachliche Umgebungsinformation
erzeugt werden kann, die durch die Ausgabeeinheit (11) akustisch ausgegeben werden
kann.
9. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsverarbeitungseinheit (10) Umgebungsinformation erzeugen kann, die
Angaben über Art und Lage von Gegenständen in der Umgebung umfasst.
10. Orientierungshilfevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Orientierungshilfevorrichtung (1) einen Beschleunigungssensor (12) zum Ermitteln
von Beschleunigungsdaten umfasst und/oder eine Uhr (16) zur Ermittlung der Uhrzeit.
11. Verfahren zum Betreiben einer Orientierungshilfevorrichtung (10) für sehbehinderte
Menschen, wobei die Orientierungshilfevorrichtung (10) umfasst:
ein Gehäuse (2) zur Aufnahme oder zum Tragen von Komponenten (3, 4, 8, 9, 10, 12,
13) der Orientierungshilfevorrichtung,
einen Griff (3),
umfassend die Verfahrensschritte:
Ermitteln von Umgebungsdaten mittels einer Anzahl von Sensoren (4, 8, 9, 13) oder
zumindest einer Bildaufnahmeeinheit (15),
Erzeugen von Umgebungsinformation basierend auf den Umgebungsdaten,
Ausgeben der Umgebungsinformationen an einen Nutzer,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umgebungsdaten zu Umgebungsinformationen verarbeitet werden, die Angaben über
Art und Lage von Gegenständen in der Umgebung umfassen.
12. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Ermittlung der Art des Gegenstandes in der Umgebung Umgebungsdaten von zumindest
zwei, vorzugsweise drei, unterschiedlichen Sensoren (3, 8, 9, 13), ausgewählt aus
folgender Gruppe, herangezogen werden:
- ein Lichtsensor (4, 8, 13) zur Erfassung von sichtbarem Licht, Infrarot- oder Ultraviolettstrahlung,
- ein Schallsensor (4, 8, 13) zur Erfassung von Schallwellen, insbesondere Ultraschallwellen,
- ein Metalldetektor (9) zur Ermittlung der Anwesenheit von metallischen Gegenständen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass Umgebungsdaten der Sensoren zu Umgebungsinformationen verarbeitet werden, die Angaben
über die Oberflächenbeschaffenheit, insbesondere über Lichtbrechungseigenschaften
und / Schallabsorptionseigenschaften, eines Gegenstandes in der Umgebung umfassen.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umgebungsdaten unter Berücksichtigung von Beschleunigungsdaten zu Umgebungsinformationen
verarbeitet werden, wobei die Beschleunigungsdaten von einem am Gehäuse (2) angebrachten
Beschleunigungssensor (12) ermittelt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
das durch einen Ultraschallsensor ein Gewässer erkannt und dessen Tiefe ermittelt
wird.