[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Umformmaschine, insbesondere Biegemaschine,
mit wenigstens einem Umformaggregat, vorzugsweise jedoch mit mehreren Umformaggregaten,
die mittels Halterungseinrichtungen außen an einer Außenwand eines Montagerahmens
in ihrer jeweiligen Soll-Arbeitsposition montiert sind und die zur Ausführung von
Umformbewegungen antreibbare Umformwerkzeuge aufweisen, welche auf ein üblicherweise
blechförmiges oder drahtförmiges und an einem Dorn, Gesenk oder dgl. abgestütztes
Halbzeug umformend einwirken, um ein Werkstück der jeweils gewünschten Form herzustellen.
Der Begriff Umformwerkzeug kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Bearbeitungswerkzeuge
wie z. B. Bohraggregate, Gewindeschneidaggregate, Materialauftragsaggregate u. dgl.
umfassen.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind solche Umformmaschinen, z. B. als Biegeautomaten für
die Serienfertigung von Biegeteilen, in diversen Ausgestaltungen bekannt.
[0003] So sind z. B. konventionelle Biegeautomaten in der
DE 22 29 288 A1 oder in der
DE 196 05 647 A1 beschrieben, die außenseitig auf einer Außenwand seines Montagerahmens auf einem
Kreis angeordnete Biegeaggregate mit Biegeschlitten und daran vorgesehenen Biegewerkzeugen
aufweisen, welche auf einen Zentralbereich des Anordnungskreises ausgerichtet sind,
um ein dort an einem Mittelstempel oder Biegedorn abgestütztes Halbzeug in eine gewünschte
Form zu biegen. Die Biegeaggregate sind mit der Außenwand des Montagerahmens verschraubt,
wobei ein Lochraster in der Außenwand des Montagerahmens vorgesehen ist, um die Biegeaggregate
in entsprechenden Arbeitspositionen festlegen zu können. Die Umformbewegungen des
Biegewerkzeuges werden bei den konventionellen Biegeautomaten von einem zentralen
Großzahnrad abgeleitet, welches innenseitig der Außenwand des Montagerahmens drehbar
gelagert und zur Drehung antreibbar ist. Durchstecköffnungen sind in der Außenwand
des Montagerahmens über die Projektion des Außenumfangs des zentralen Großzahnrads
verteilt. Durch diese Durchstecköffnungen sind Antriebswellen der Biegeaggregate durchgesteckt,
so dass an diesen Antriebswellen vorgesehene Ritzel mit der Zahnung des zentralen
Großzahnrades kämmen, um Drehmoment vom zentralen Großzahnrad aufzunehmen. Die Antriebswellen
der Biegeaggregate treiben Kurvenscheiben an, welche wiederum die Biegestempel beaufschlagen
und somit vorbestimmte Bewegungsabläufe der Biegewerkzeuge steuern. Der durch eine
Biegedornanordnung, Gesenkanordnung oder dgl. definierten Biegestelle der Biegeaggregate
werden von einem Materialeinzug die zu biegenden Halbzeuge zugeführt. Das Einrüsten
und Umrüsten solcher konventioneller Biegeautomaten, um ein gewünschtes Biegeteil
in Serie herstellen zu können, ist ein sehr aufwendiger Prozess, der die exakte Positionierung
der Biegeaggregate in jeweils vorbestimmten Soll-Arbeitspositionen umfasst, wobei
das Antriebskonzept des Drehmomentabgriffs von einem zentralen Großzahnrad diesbezüglich
Beschränkungen in den Wahlfreiheitsgraden bei der Positionierung der Biegeaggregate
beinhaltet. Zu den Einrüst- und ggf. Umrüstvorgängen gehört auch die Bereitstellung
der betreffenden Kurvenscheiben für die Biegeschlitten.
[0004] Es sind auch bereits Biegeautomaten bekannt geworden, bei denen das Antriebskonzept
des Drehmomentabgriffs von einem zentralen Großzahnrad für die Biegaggregate aufgegeben
wurde zugunsten von Biegeaggregaten, die eigene nummerisch gesteuerte Antriebe in
Form von Elektromotoren aufweisen. Die Bewegungsabläufe bei den Umformbewegungen solcher
Biegeaggregate laufen dabei programmgesteuert ab. Auf die herkömmlichen Kurvenscheiben
kann dabei verzichtet werden, so dass das Einrüsten und Umrüsten des Biegeautomaten
nicht mehr die Bereitstellung und Montage von Kurvenscheiben beinhaltet, sondern eine
entsprechende Änderung des Steuerprogramms für das jeweilige NC-Antriebsaggregat erfordert.
NC-Biegeaggregate können überdies in vielfältigeren Soll-Arbeitspositionen an der
Außenwand des Montagerahmens positioniert werden, da die Anbindung an ein zentrales
Großzahnrad nicht mehr erforderlich ist. Ein Beispiel für einen solchen Biegeautomaten
mit nummerisch gesteuerten NC-Biegeaggregaten wird von der Otto Bihler Maschinenfabrik
GmbH & Co. KG, D-87642 Halblech, unter der Produktbezeichnung BIMERIC BM 306 vertrieben.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Umformmaschine, insbesondere einen
Biegeautomaten, bereitzustellen, die eine weitgehende Vereinfachung der Einrüstung
bzw. Umrüstung der Maschine, d.h. der Positionierung der Umformaggregate in ihren
Soll-Arbeitspositionen im Hinblick auf eine bestimmte Umformaufgabe erlaubt.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Umformmaschine, insbesondere Biegeautomat gemäß
Anspruch 1 vorgeschlagen. Die erfindungsgemäße Umformmaschine umfasst wenigstens ein
Umformaggregat mit einer Halterungseinrichtung und mit einem zur Ausführung von Umformbewegungen
gesteuert antreibbaren Umformwerkzeug, ein Maschinengestell mit einem eine Außenwand
aufweisenden Montagerahmen zur Aufnahme des wenigstens einen Umformaggregates in einer
jeweiligen Soll-Arbeitsposition außenseitig an der Außenwand des Montagerahmens, eine
Steuereinrichtung und eine Positionierungseinrichtung zur Positionierung des wenigstens
einen Umformaggregates in einer betreffenden Soll-Arbeitsposition an der Außenwand
des Montagerahmens, wobei die Positionierungseinrichtung folgende Merkmale aufweist:
- ein kreisringförmiges Durchgangsloch in der Außenwand des Montagerahmens mit einer
zur Kreisringebene des Durchgangsloches orthogonalen Kreiszentrumsachse, wobei das
wenigstens eine Umformaggregat mit seiner Halterungseinrichtung entlang dem kreisringförmigen
Durchgangsloch verschiebbar an dem Montagerahmen geführt ist, um es in eine jeweiliges
Soll-Arbeitsposition zu bewegen,
- ein um die Kreiszentrumsachse drehbar gelagertes Verstellelement innenseitig der Außenwand
des Montagerahmens, wobei das Verstellelement eine mittels der Steuereinrichtung steuerbare
Drehantriebseinrichtung aufweist, mittels welcher das Verstellelement relativ zu dem
kreisringförmigen Durchgangsloch in eine jeweils gewünschte Position verdreht werden
kann,
- eine an dem Verstellelement angeordnete und von diesem mitgeführte Kopplungseinheit,
die mittels der Steuereinrichtung steuerbar ist zur wahlweisen Kopplung des Verstellelementes
mit der Halterungseinrichtung des wenigstens einen Umformaggregates durch das kreisringförmige
Durchgangsloch hindurch, so dass das Verstellelement bei seiner Drehbewegung die Halterungseinrichtung
und damit das Umformaggregat entlang dem kreisringförmigen Durchgangsloch mitbewegen
kann, um das Umformaggregat zu einer gewünschten Soll-Arbeitsposition zu verlagern,
wobei die Halterungseinrichtung zur Festlegung der Soll-Arbeitsposition an dem Montagerahmen
fixierbar ist.
[0007] Die so ausgestaltete Umformmaschine nach der Erfindung erlaubt eine rechnergesteuerte
und somit automatische Positionierung der für den jeweiligen Umformprozess erforderlichen
Umformwerkzeuge in deren Soll-Arbeitspositionen außenseitig an der Außenwand des Montagerahmens.
Es können dabei mehrere Umformaggregate entlang dem kreisringförmigen Durchgangsloch
in der Außenwand des Montagerahmens verteilt angeordnet und in ihrer Soll-Arbeitsposition
justiert und fixiert werden. Die Umformaggregate sind individuell steuerbar, so dass
ihre Umformwerkzeuge die gewünschten vorgegebenen Umformbewegungsabläufe durchführen.
Vorzugsweise handelt es sich bei den Umformaggregaten um NC-Aggregate mit elektromotorischem
Antrieb der Umformwerkzeuge. Die Kreisringebene des Durchgangsloches entspricht normalerweise
der Anbaufläche (Außenfläche) der Außenwand des Montagerahmens. Vorzugsweise erstreckt
sie sich vertikal.
[0008] Die Vorgabe der Anordnung der Umformaggregate auf einem Kreisring ist aus zweierlei
Gründen vorteilhaft. Der erste Grund ist die Möglichkeit, das Verstellelement relativ
einfach zu gestalten und auf einfache Weise zu einer Drehbewegung (Winkeländerungsbewegung)
anzutreiben. Der zweite Grund besteht in der geometrischen Ähnlichkeit dieser Anordnung
zu der Kreisanordnung von Umformaggregaten bei konventionellen Biegeautomaten gemäß
der oben erwähnten
DE 22 29 288 A1,
DE 196 05 647 A1 oder z. B. der
DE 20 2006 016 203 U1, wodurch für den Nutzer einer bisherigen konventionellen Maschine bei Wechsel zu
einer moderenen Umformmaschine nach der Erfindung die Möglichkeit gegeben ist, die
neue Umformmaschine schnell, mit geringem Aufwand und unter Verwendung seiner bisherigen
Werkzeuge zu rüsten, wobei die Werkzeuge an betreffenden Werkzeugaufnahmeadaptern
oder dgl. der Umformaggregate anzubringen sind.
[0009] Die Übernahme der Anordnungsgeometrie der Umformaggregate von konventionellen Umformmaschinen
auf eine Umformmaschine bietet ferner den Vorteil, dass als drehbares Verstellelement
der Positionierungseinrichtung ein dem zentralen Großzahnrad in Form und Lagerung
am Montagerahmen entsprechendes Zahnrad verwendet werden kann, um damit die Kopplungseinheit
innenseitig der Außenwand des Montagerahmens längs dem kreisringförmigen Durchgangsloch
zu bewegen, um ein jeweiliges Umformaggregat anzukoppeln und ggf. an eine neue Position
auf dem kreisringförmigen Durchgangsloch zu versetzen.
[0010] Es können somit Konstruktionsmerkmale konventioneller Umformmaschinen vorteilhaft
übernommen werden.
[0011] Die Steuerung der Positionierungseinrichtung erfolgt mittels einer Steuereinrichtung
nach entsprechenden Programmen, wobei bei der Programmerstellung Optimierungsstrategien
zur Positionierung der betreffenden Umformaggregate in Soll-Arbeitspositionen unter
Berücksichtigung der Geometrie des herzustellenden Werkstückes verfolgt werden können.
[0012] Die Positionierungseinrichtung kann bei der Ersteinrüstung der Umformmaschine mit
Umformaggregaten und auch bei weiteren Umrüstungen der Umformmaschine genutzt werden,
um den jeweiligen Rüstvorgang auf vergleichsweise einfache und insbesondere schnelle
Weise durchzuführen. Der typische Ablauf bei der Verlagerung eines Umformaggregates
an der Außenwand des Montagerahmens beginnt mit der Drehbewegung des Verstellelementes
um die Kreiszentrumsachse des kreisringförmigen Durchgangsloches, bis die von dem
Verstellelement mitgeführte Kopplungseinheit in axiale Ausrichtung zu dem auf der
anderen Seite der Außenwand des Montagerahmens angeordneten Umformaggregat kommt.
Sodann tritt die Kopplungseinheit mit der Halterungseinrichtung des Umformaggregates
durch das kreisringförmige Durchgangsloch hindurch in Kopplungseingriff, um das Umformaggregat
für die folgende Umsetzbewegung anzukoppeln. Gegebenenfalls sind nun noch Fixierelemente,
die das Umformaggregat in der bisherigen Position an der Außenwand des Montagerahmens
fixiert haben, zu lösen, so dass das Umformaggregat nebst Halterungseinrichtung zur
Bewegung mit der Kopplungseinheit längs dem kreisringförmigen Durchgangsloch freigegeben
ist. Sodann erfolgt eine weitere Drehbewegung des Verstellelementes, bis das Umformaggregat
seine neue Winkelposition auf dem kreisringförmigen Durchgangsloch erreicht hat. Nach
Justierung und Fixierung des Umformaggregats in der gewünschten neuen Soll-Arbeitsposition
erfolgt dann die Abkopplung der Kopplungseinheit von der Halterungseinrichtung des
Umformaggregates, so dass die Positionierungseinrichtung nun zur Aufnahme eines nächsten
Umformaggregates bereitsteht.
[0013] Das kreisringförmige Durchgangsloch kann einen insgesamt geschlossenen Kreisring
beschreiben. Unter dem Begriff "kreisringförmiges Durchgangsloch" soll im Rahmen der
vorliegenden Erfindung jedoch ggf. auch ein kreisringförmiges Durchgangsloch fallen,
welches keinen vollständig geschlossenen Kreisring sondern einen Kreisbogen beschreibt.
Außerdem kann unter den Begriff auch ein kreisförmiges Loch fallen, wobei ein Teil
des Inneren des Lochs durch ein Element der Umformmaschine verschlossen ist, sodass
sich ein kreisförmiges Loch oder eine kreisförmige Nut ergibt. Dieses Element der
Umformmaschine kann an dem Verstellelement befestigt sein und dreht sich dann mit
dem Verstellelement. Alternativ kann das Element der Umformmaschine mit dem Montagerahmen
verbunden sein, wobei die Verbindung durch ein Loch in dem Verstellelement verläuft.
[0014] Wie schon erwähnt, kommt als Verstellelement gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ein Zahnrad in Frage, wobei der Verstellantrieb ein mit dem Zahnrad
kämmendes Antriebsritzel aufweist. Das Antriebsritzel wird von einem steuerbaren Elektromotor,
also vorzugsweise NC-Antriebsaggregat nach Maßgabe von Steuerbefehlen der Steuereinrichtung
angetrieben.
[0015] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die Halterungseinrichtung
des Umformaggregats ein Basisteil zur Festlegung an der Außenwand des Montagerahmens
und ein an dem Basisteil drehbar gelagertes Drehhalterungsteil, an dem das Umformaggregat
im Übrigen befestigbar oder befestigt ist, so dass es relativ zum Basisteil in verschiedene
Winkelstellungen einstellbar ist, wobei die Positionierungseinrichtung einen mittels
der Steuereinrichtung steuerbaren Drehhalterungsantrieb für das Drehhalterungsteil
aufweist. Die so gestaltete Halterungseinrichtung erlaubt somit einen weiteren Positionierungsfreiheitsgrad
des Umformaggregates, welches somit zunächst mittels der Kopplungseinheit des Verstellelementes
an eine bestimmte Positionierungsstelle auf dem kreisringförmigen Durchgangsloch platziert
und dann unter Verbleib an dieser Stelle verdreht werden kann, um das Umformwerkzeug
in der gewünschten Weise auszurichten, so dass es die gewünschte Umformoperation an
dem im Umformbereich nahe der Zentralachse des kreisringförmigen Durchgangslochs präparierten
Umformstelle durchführen kann. Nach der so erfolgten Positionierung des Umformaggregates
in seiner neuen Soll-Arbeitsposition sind ggf. Fixiermittel zur Fixierung des Umformaggregates
zu betätigen, solange letzteres noch von der Positionierungseinrichtung in Position
gehalten wird. Nach der Fixierung kann dann die Abkopplung der Kopplungseinheit und
des Drehhalterungsantriebs von dem Umformaggregat bzw. dessen Halterungseinrichtung
erfolgen. Es kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch vorgesehen sein, dass
automatische Fixiermittel greifen, um das Umformaggregat mit seiner Halterungseinrichtung
in einer neu besetzten Soll-Arbeitsposition zu fixieren.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung hat der Drehhalterungsantrieb eine mit ihrer
Längsachse parallel zur Kreiszentrumsachse und in Flucht mit dem kreisringförmigen
Durchgangsloch orientierte, zur Drehung um ihre Längsachse antreibbare Drehbetätigungswelle,
die zwischen einer Passivstellung und einer Dreheingriffsstellung zur Herstellung
eines Dreheingriffs mit dem Drehhalterungsteil der Halterungseinrichtung eines betreffendes
Umformaggregates axial bewegbar ist, wobei sie in der Passivstellung zurückgezogen
positioniert ist und wobei sie aus dieser Passivstellung heraus das kreisringförmige
Durchgangsloch durchsetzend in die Dreheingriffsstellung vorschiebbar ist, um das
Drehhalterungsteil der Halterungseinrichtung eines betreffenden Umformaggregates in
Dreheingriff zu nehmen. Hierzu kann es gemäß einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen
sein, dass die Drehbetätigungswelle einen axial vorderen Einsteckabschnitt mit einem
Polygonquerschnitt aufweist, der in eine komplementär geformte Einstecköffnung des
Drehhalterungsteils der Halterungseinrichtung eines betreffenden Umformaggregates
einführbar ist, um in Dreheingriff mit dem Drehhalterungsteil zu gelangen. Mit einer
Umformmaschine gemäß dieser Ausführungsform ist es u. a. möglich, die Umformaggregate
an verschiedenen Positionen anzuordnen und zugleich zu bewirken, dass ein paralleler
Vorschub von Werkzeugen stattfinden kann.
[0017] Als Drehhalterungsantrieb kommt vorzugsweise ein an dem Verstellelement angeordneter
NC-Elektromotor zum Drehen der Drehbetätigungswelle in Frage, wobei die Drehbetätigungswelle
axial verschiebbar relativ zu dem NC-Elektromotor gelagert ist.
[0018] Es hat sich als eine besonders vorteilhafte Variante herausgestellt, wenn das Drehhalterungsteil
der Halterungseinrichtung ein vorgeschaltetes Untersetzungsgetriebe, insbesondere
Zykloidgetriebe oder Gleitkeilgetriebe, z. B. ein Harmonic-Drive-Getriebe, aufweist,
welches zur Drehmomentaufnahme eingangsseitig die Drehbetätigungswelle in ihrer Dreheingriffsstellung
aufnehmen kann. Das Untersetzungsgetriebe untersetzt den Drehwinkel der Drehbetätigungswelle,
z. B. mit einer Übersetzung in der Größenordnung 1 : 100, vorzugsweise über 1 : 100,
besonders bevorzugt 1 : 160, so dass auf diese Weise eine sehr große Winkelauflösung
bei der Winkelpositionierung des Drehhalterungsteils und des damit verbundenen Umformaggregates
möglich ist. Die Winkelpositionierung der Umformaggregate und deren Umformwerkzeug
kann auf diese Weise automatisiert mit einer Genauigkeit von wenigen Bogenminuten
vorgenommen werden.
[0019] Die Kopplungseinheit weist vorzugsweise einen mittels der Steuereinrichtung steuerbaren
Kopplungsantrieb und ein mit seiner Längsachse parallel zur Kreiszentrumsachse und
in Flucht mit dem kreisringförmigen Durchgangsloch orientiertes, längliches Kopplungselement
auf, das von dem Kopplungsantrieb zwischen einer Passivstellung und einer Kopplungsstellung
axial bewegbar ist, wobei es in der Passivstellung innenseitig der Außenwand des Montagerahmens
zurückgezogen positioniert ist und wobei es aus dieser Passivstellung heraus das kreisringförmige
Durchgangsloch durchsetzend in die Kopplungsstellung vorschiebbar ist, um die Halterungseinrichtung
des betreffenden Umformaggregates koppelnd in Eingriff zu nehmen. Als Kopplungsantrieb
kommt ebenfalls ein mittels der Steuereinrichtung steuerbarer NC-Elektromotor in Frage,
welcher über ein Planetengetriebe oder ein entsprechendes Umlenkgetriebe das Kopplungselement
in die Kopplungsstellung vorschiebt bzw. in die Passivstellung zurückzieht.
[0020] Insbesondere zur Bauraumminimierung kann es gemäß einer Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen sein, dass das Kopplungselement eine Hülse ist, in der die Drehbetätigungswelle
drehbar aufgenommen ist und die zusammen mit der Drehbetätigungswelle von dem Kopplungsantrieb
zwischen der Passivstellung und der Kopplungsstellung axial bewegbar ist. Dieses hülsenförmige
Kopplungselement kann somit ein Drehlager für die Drehbetätigungswelle sein, wobei
die Drehbetätigungswelle jedoch in Bezug auf axiale Bewegungen mit dem Kopplungselement
gekoppelt ist. Auf diese Weise kann der Kopplungsantrieb sowohl für die Axialverschiebung
des Kopplungselementes als auch für die Axialverschiebung der Drehbetätigungswelle
simultan genutzt werden, was ebenfalls einen erheblichen Vorteil bedeutet.
[0021] Die Außenwand des Montagerahmens kann an ihrer Außenseite Rastausnehmungen aufweisen,
die entlang der kreisringförmigen Durchgangsöffnung verteilt sind, wobei die Halterungseinrichtung
ein axial bewegbar geführtes und mittels Federkraft zu einer Rastvorsprungsstellung
vorgespanntes Rastelement an ihrer der Außenwand des Montagerahmens zugewandt gegenüberliegenden
Seite aufweist, welches zu den Rastausnehmungen komplementär geformt und in einer
der Rastausnehmungen aufgenommen ist, wenn das Umformaggregat in einer betreffenden
Soll-Arbeitsposition an dem Montagerahmen positioniert ist. Diese Maßnahmen dienen
dazu, ein definiertes Anordnungsraster für die Umformaggregate entlang dem kreisringförmigen
Durchgangsloch bereitzustellen und ggf. eine Sicherung eines betreffenden Umformaggregates
an der Außenwand des Montagerahmens zu ermöglichen. Das Basisteil der Halterungseinrichtung
kann zu diesem Zweck auch Gegenhalteelemente z.B. in Form von Gleitelementen aufweisen,
die an einem die kreisringförmige Durchgangsöffnung durchsetzenden Träger angeordnet
sind und die Außenwand des Montagerahmens an deren Innenseite hintergreifen, so dass
sie der mit ihrem Rastelement in einer Rastausnehmung aufgenommenen Halterungseinrichtung
des Umformaggregates definierten Halt an der Außenwand des Montagerahmens geben können,
bis eine stabile Fixierung der Halterungseinrichtung an der Außenwand des Montagerahmens
mittels entsprechender Fixiermittel erfolgt ist.
[0022] Gemäß einer besonders bevorzugten Variante der Erfindung ist das Rastelement von
dem Kopplungselement gegen die Federvorspannung aus der Rastvorsprungsstellung und
somit aus der jeweiligen Rastausnehmung der Außenwand des Montagerahmens verdrängbar,
wenn das Kopplungselement in Ausrichtung zu dem Rastelement in die Kopplungsstellung
bewegt wird. Der Rastvorsprung und die Rastausnehmungen können dann keine gegenseitigen
Störkonturen mehr in Bezug auf die Verlagerung des betreffenden Umformaggregates längs
dem kreisringförmigen Durchgangsloch bilden.
[0023] Das Kopplungselement greift dabei so weit in die Halterungseinrichtung, insbesondere
in deren Basisteil ein, dass es letzteres zur Bewegung entlang dem kreisringförmigen
Durchgangsloch in der Außenwand des Montagerahmens mitnehmen kann. Dabei stützt sich
die Halterungseinrichtung mit Gegenhalteelementen, z. B. in Form der vorstehend genannten
Gleitelemente, innenseitig der Außenwand ab, so dass die Halterungseinrichtung auch
dann an der Außenwand verbleibt, wenn die Verrastung zwischen dem oben erläuterten
Rastvorsprung und einer betreffenden Rastausnehmung durch das Kopplungselement aufgehoben
worden ist.
[0024] Es sei an dieser Stelle noch betont, dass die Halterungseinrichtungen der ggf. im
Übrigen unterschiedlichen Umformaggregate hinsichtlich der oben beschriebenen Funktionen
gleich aufgebaut sind.
[0025] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist außenseitig an der Außenwand des Montagerahmens
radial außerhalb und radial innerhalb des kreisringförmigen Durchgangsloches jeweils
eine hinterschnittene Kreisnut vorgesehen, in welcher Nutsteine von Klemmbefestigungselementen
zur Fixierung der Halterungseinrichtung aufgenommen sind. Diese Kreisnuten verlaufen
konzentrisch zu dem kreisringförmigen Durchgangsloch. Die Klemmbefestigungsteile weisen
vorzugsweise Schrauben auf, mittels denen die Nutsteine angezogen werden können, um
die Halterungseinrichtung stabil an der Außenwand des Montagerahmens in einer jeweiligen
Soll-Arbeitsposition zu fixieren.
[0026] Hinzuweisen ist noch darauf, dass das jeweilige Positionieren mittels der Positionierungseinrichtung
auch an den Halterungseinrichtungen vorgenommen werden kann, bevor die Umformaggregate
im Übrigen daran angebracht werden. Andererseits kann die Positionierung jedoch auch
an den mit Umformaggregaten bereits bestückten Halterungseinrichtungen erfolgen. Mit
der bekannten Winkelstellung des Umformaggregats kann dessen Positionierung vereinfacht
oder vollständig automatisiert werden.
[0027] In einer Weiterbildung weist die Umformmaschine einen Aggregatwinkelsensor auf, der
mit einem Umformaggregat verdrehfest verbunden oder verbindbar ist, so dass der Aggregatwinkelsensor
eine Winkelstellung des Umformaggregats erfasst. Alternativ oder zusätzlich ist es
möglich, die Winkelstellung des Umformaggregats mittels der Winkelstellung des Verstellelements
gegenüber dem Montagerahmen zu erfassen. Zusätzlich kann das Umformaggregat jedoch
über den Drehantrieb und eine Drehung des Drehhalterungsteils gegenüber dem Verstellelement
verdreht sein. Dieser Winkel kann u. U. aus dem Drehantrieb oder dessen Ansteuerung
abgegriffen werden, insbesondere wenn es sich dabei um einen Schrittmotor oder Servomotor
handelt. Gleiches gilt auch für den Antrieb des Verstellelements. Alternativ oder
zusätzlich kann ein Winkelsensor mit dem Verstellelement in Wirkverbindung stehen.
Die Winkel von Verstellelement und Drehantrieb können rechnerisch kombiniert werden,
um zu der Winkelstellung des Umformaggregats zu kommen. Ein Aggregatwinkelsensor hat
demgegenüber jedoch den Vorteil, dass er die Winkelstellung des Umformaggregats unmittelbar
erfasst, beispielsweise gegenüber dem Montagerahmen oder der Schwerkraft. Im letztgenannten
Fall kann ein Neigungssensor eingesetzt werden, besonders bevorzugt ein kapazitiver
Neigungssensor.
[0028] In einer Weiterbildung der Umformmaschine mit einer Winkelerfassung für ein Umformaggregat
weist die Umformmaschine eine Führung für ein Werkzeug auf, das von einem Umformaggregat
antreibbar ist, sowie zusätzlich einen Führungswinkelsensor, der an die Führung angelegt
oder anlegbar ist und der eine Winkelstellung der Führung erfasst. Vorzugsweise wird
zur Messung gegenüber der Schwerkraft ein Neigungssensor, besonders bevorzugt ein
kapazitiver Neigungssensor eingesetzt. Vorzugsweise wird die Winkelstellung gegenüber
dem Montagerahmen, besonders bevorzugt gegenüber der Schwerkraft erfasst. Mit Hilfe
der Bestimmung der Winkelstellung der Führung kann das Umformaggregat so ausgerichtet
werden, dass eine Vorschubrichtung des Umformaggregats mit der Führungsrichtung der
Führung übereinstimmt. Dazu kann ein manueller Vergleich zwischen den beiden Winkeln
vorgenommen werden, besonders bevorzugt wird jedoch eine Winkelvergleichseinrichtung
eingesetzt, die einen Vergleich zwischen der Winkelstellung des Umformaggregats und
der Winkelstellung der Führung durchführt. Insbesondere kann die Winkelvergleichseinrichtung
eine Differenz zwischen den beiden Winkeln ermitteln und besonders bevorzugt die Winkellage
des Umformaggregats automatisiert ändern. Die Ausrichtung des Umformaggregats zu der
Führung kann beendet werden, wenn die Differenz der Winkelstellung der Führung und
der Winkelstellung des Umformaggregats null ist. Alternativ dazu kann die Ausrichtung
beendet werden, wenn eine vorgegebene Winkeldifferenz erreicht ist, die einen Winkel
zwischen dem Aggregatwinkelsensor und der Vorschubrichtung des Aggregats und/oder
zwischen dem Führungswinkelsensor und der Führungsrichtung darstellt. Um die Ausrichtung
zu erreichen, können bekannte Steuer- oder Regelverfahren zum Einsatz kommen. Der
Führungswinkelsensor ist vorzugsweise temporär an der Führung befestigbar, beispielsweise
durch Anschrauben, Festklemmen, reversibles Ankleben, Magnetkräfte oder dergleichen.
Vorzugsweise wird im Falle der Messung gegenüber der Schwerkraft der Führungswinkelsensor
dabei an einer Führungsfläche der Führung befestigt.
[0029] In einem Ausführungsbeispiel wird zur Einstellung der Winkelstellung des Umformaggregats
ein Führungswinkelsensor an der Führungsbahn befestigt, das Umformaggregat im Winkel
verstellt, bis ein geeigneter Winkel eingestellt ist, besonders bevorzugt, bis eine
Vorschubrichtung des Umformaggregats mit einer Richtung der Führung übereinstimmt,
und nach der Ausrichtung des Umformaggregats der Führungswinkelsensor wieder von der
Führung entfernt. In einer Variante ist der Aggregatwinkelsensor dauerhaft an dem
Umformaggregat befestigt; in einer alternativen Variante ist auch der Aggregatwinkelsensor
temporär an einem Umformaggregat befestigbar. In einer Ausführungsform, in der kein
Drehantrieb für das Umformaggregat vorgesehen oder ein solcher drehfest fixiert ist,
kann ein Aggregatwinkelsensor an einer Halterungseinrichtung eines Umformaggregats
angeordnet sein. In einer Weiterbildung sind mehrere Umformaggregate, besonders bevorzugt
alle Umformaggregate, jeweils mit einem Aggregatwinkelsensor ausgestattet. In noch
einer weiteren Ausführungsform ist ein Führungswinkelsensor mit der Umformstelle,
die wenigstens eine Führung umfasst, verbunden, wobei der Winkel zwischen dem Führungswinkelsensor
und einer oder mehreren Führungen bekannt ist und in einer Winkelvergleichseinrichtung
berücksichtigt wird, um eine vorgesehene Winkelstellung des Umformaggregats zu erreichen.
Vorzugsweise ist ein solcher Führungswinkelsensor fest mit der Umformstelle verbunden.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind in der Umformmaschine ein Aggregatwinkelsensor
und ein Führungswinkelsensor vorgesehen, die jeweils reversibel mit einem Umformaggregat
oder mit einer Führung verbindbar sind. Dies hat den Vorteil, dass nur zwei Winkelsensoren
erforderlich sind, mit denen Umformaggregate zu Führungen ausgerichtet werden können.
[0030] In einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Ausrichten
einer Umformmaschine vorgeschlagen, bei dem ein Aggregatwinkelsensor mit einem Umformaggregat
verbunden ist oder verbunden wird, die Winkellage des Aggregats in einem Messergebnis
erfasst wird, und die Winkellage des Umformaggregats durch Verdrehen eines Verstellelements
mit einem Verstellantrieb und/oder Verdrehen einer Drehbetätigungswelle mit einem
Drehhalterungsantrieb verändert wird, bis eine vorgegebene Winkellage des Umformaggregats
erreicht ist.
[0031] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die Figuren
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Umformmaschine nach der Erfindung in einer Perspektivdarstellung.
- Fig. 2
- zeigt die Umformmaschine aus Fig. 1 in einer Vorderansicht.
- Fig. 3
- zeigt ein zentrales Montagerahmenelement aus Fig. 1 in einer isolierten, perspektivischen
Darstellung, wobei die Bestückung der Umformmaschine in Fig. 3 mit Umformaggregaten
von der Bestückung in Fig. 1 abweicht.
- Fig. 4
- zeigt eine perspektivische Ansicht auf die Innenseite der mit Umformaggregaten bestückten
Außenwand des Montagerahmenelementes aus Fig. 3.
- Fig. 5
- zeigt in perspektivischer Ansicht eine kombinierte Antriebsbaugruppe aus einem Kopplungsantrieb
und einem Drehhalterungsantrieb, die auch in Fig. 4 erkennbar ist.
- Fig. 6
- zeigt den unteren Bereich der kombinierten Antriebsbaugruppe aus Fig. 5 in perspektivischer
Darstellung, jedoch aus einer anderen Blickrichtung, die in Fig. 5 mit dem Pfeil VI
angedeutet ist.
- Fig. 7 und 8
- zeigen eine Halterungseinrichtung der Umformaggregate in einer Vorderansicht und in
einer Rückansicht.
- Fig. 9
- zeigt eine Schnittdarstellung der Halterungseinrichtung mit der in Fig. 7 mit B-B
gekennzeichneten Schnittebene.
- Fig. 10
- zeigt die Halterungseinrichtung aus Fig. 7 in einer Schnittdarstellung mit dem in
Fig. 7 durch A-A angedeuteten Schnittverlauf, wobei der vordere Bereich des Kopplungselementes
und einer Drehbetätigungswelle in Kopplungsstellung und in Dreheingriffsstellung eingezeichnet
ist.
- Fig. 11
- zeigt die Halterungseinrichtung in einer perspektivischen Rückansicht, wobei zusätzlich
strichpunktiert das Kopplungselement und die darin aufgenommene Drehbetätigungswelle
eingezeichnet sind.
- Fig. 12
- zeigt eine Halterungseinrichtung mit integriertem Untersetzungsgetriebe, hier ein
Zykloidgetriebe, und mit einem zugehörigen Adapterelement zum Anbau eines speziellen
Umformaggregates.
- Fig. 13
- zeigt ein Ausführungsbeispiel der Umformmaschine nach der Erfindung in einer Perspektivdarstellung.
- Fig. 14
- zeigt eine Schnittdarstellung durch die Drehachse einer Halterungseinrichtung mit
einem Drehhalterungsteil und einem Zykloidgetriebe.
- Fig. 14a
- zeigt einen Ausschnitt aus dem in Fig. 14 gezeigten Querschnitt, der sich davon darin
unterscheidet, dass ein Kopplungselement 63 und eine Drehbetätigungswelle 75 mit der
Halterungseinrichtung 23 in Eingriff stehen.
- Fig. 15
- zeigt eine Ansicht von Teilen von drei Umformaggregaten mit Halterungseinrichtungen,
der Umformstelle sowie des Montagerahmens.
- Fig. 16
- zeigt die Ansicht aus Fig. 15, wobei jedoch die Umformaggregate von den Halterungseinrichtungen
abgenommen sind.
[0032] Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Umformmaschine handelt es sich um einen
Stanz-Biegeautomaten 1, der ein Maschinengestell 3 mit einem Montagerahmen 5 sowie
an dem Montagerahmen 5 anmontierte Umformaggregate 7a - 7e aufweist, die an dem Montagerahmen
5 in einer Anordnung auf einem Kreis montiert sind. Bei den Umformaggregaten 7a -
7e handelt es sich im Beispielsfall um Biegeaggregate, deren jedes einen eigenen nummerisch
gesteuerten Elektromotor (NC-Elektromotor) mit einem Spindeltrieb oder dgl. sowie
einen damit zu Umformbewegungen antreibbaren Werkzeugschlitten mit einem daran befestigten
Werkzeug 9a - 9e aufweist. Die an sich aus dem Stand der Technik bekannten NC-Umformaggregate
7a - 7e sind mit ihren Werkzeugschlitten und den daran befestigten Werkzeugen 9a -
9e auf eine zentrale Umformstelle 11 ausgerichtet, an der ein sog. Mittelstempel in
Gestalt eines Biegedorns oder Gesenkelementes positioniert ist, an dem das umzuformende
Halbzeug mittels der Umformaggregate 7a - 7e in die gewünschte Form gebracht wird.
Das Halbzeug wird zunächst als Bandmaterial zugeführt, das z. B. von einem Coil abgewickelt
wird. Die Umformmaschine 1 hat für die Materialzuführung einen NC-gesteuerten Materialeinzug
13, dem eine Stanz- und/oder Schneidpresse 15 in Materialflussrichtung vorgeschaltet
ist. Die Presse 15 kann somit Löcher, Ausnehmungen und Konturen in das zugeführte
Bandmaterial stanzen. Das so vorbereitete Bandmaterial gelangt dann als Halbzeug zu
der Umformstelle 11, in der es in aufeinander folgenden Abschnitten umgeformt wird,
so dass Werkstücke mit der gewünschten Form erzeugt werden. Insoweit funktioniert
der in den Fig. 1 und 2 gezeigte Stanz- und Biegeautomat 1 ähnlich dem aus dem Stand
der Technik bekannten BIMERIC-System der Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH & Co. KG,
D-87642 Halblech.
[0033] Neue Besonderheit der Umformmaschine nach der Erfindung ist die Möglichkeit des erleichterten
(teil-) automatischen Einrüstens und Umrüstens mit Umformaggregaten 7, um ein spezifisches
Werkstück herstellen zu können. Diesbezügliche Erläuterungen folgen nachstehend unter
Bezugnahme auf die Figuren 3 - 12.
[0034] Fig. 3 zeigt in isolierter Darstellung ein Montagerahmenelement 17 des Stanz- und
Biegeautomaten aus Fig. 1 und Fig. 2 in perspektivischer Darstellung mit daran vorgesehenen
Umformaggregaten 7f - 7j (es könnten auch die Umformaggregate 7a - 7e aus Fig. 1 und
Fig. 2 sein) in ihrer Anordnung auf einem Kreis, der durch ein kreisringförmiges Durchgangsloch
19 in der Außenwand 21 des zentralen Montagerahmenelementes 17 definiert ist. Die
Umformaggregate 7a - 7j sind mittels Halterungseinrichtungen 23 vorzugsweise gleicher
Bauart an dem zentralen Montagerahmenelement 17 fixiert. Zur Sicherung der Umformaggregate
7a - 7j in ihrer jeweiligen Arbeitsposition sind Klemmelemente 25 vorgesehen, die
mit Nutensteinen 27 in konzentrisch zu dem kreisringförmigen Durchgangsloch 19 radial
beiderseits davon in der Außenwand 21 vorgesehenen, hinterschnittenen Kreisringnuten
29, 31 eingreifen. Die Klemmelemente 25 haben ein Schraubengetriebe, welches ein Anziehen
der Nutsteine gegen die Hinterschneidungen der sie aufnehmenden Kreisringnuten 29,
31 ermöglicht, so dass die betreffende Halterungseinrichtung 23 sicher an der Außenwand
21 des zentralen Montagerahmenelementes 17 klemmend fixiert werden kann. Die Klemmelemente
25 übergreifen mit einer jeweiligen Anschlagstufe 33 eine dazu komplementäre Flanschstufe
35 der Halterungseinrichtung 23 an deren Vorderseite, um die Halterungseinrichtung
23 klemmend an der Außenwand 21 festlegen zu können (vgl. Fig. 7, 8, 11 u. 12). Im
Beispielsfall sind jeder Halterungseinrichtung 23 vier Klemmelemente 25 zugeordnet,
von denen jeweils zwei in einer betreffenden Kreisringnut 29 bzw. 31 mit ihren Nutsteinen
aufgenommen sind.
[0035] Die Halterungseinrichtung 23 umfasst zwei Grundkomponenten, nämlich ein im Beispielsfall
kreisförmiges Basisteil 37 und ein daran drehbar gelagertes Drehhalterungsteil 39,
an welchem das eigentliche Umformaggregat zu befestigen ist. Eine solche Konstruktion
der Halterungseinrichtung 23 ermöglicht eine präzise Winkeleinstellung des daran fixierten
Umformaggregats 7 relativ zu der Umformstelle 11 (vgl. Fig. 1 u. Fig. 2). In Fig.
1 und Fig. 2 ist diese Möglichkeit der Winkeleinstellung am Beispiel der Umformaggregate
7c und 7e durch ein strichpunktiertes und winkelmäßig etwas versetztes Abbild des
betreffenden Umformaggregats angedeutet.
[0036] Die Halterungseinrichtungen 23 weisen jeweils an der der Außenwand 21 des Montagerahmenelements
17 zugewandten Rückseite an dem Basisteil 37 einen kreisbogenförmigen Vorsprung 41
auf, der mittig unterbrochen ist und an seinen außen liegenden Enden jeweils ein Gegenhalteelement
in Form eines Gleitelementes trägt, wobei der kreisbogenförmige Vorsprung 41 die Krümmung
des kreisringförmigen Durchgangslochs 19 aufweist und darin aufgenommen ist, so dass
die Gleitelemente 43 auf der Innenseite 22 der Außenwand 21 des Montagerahmenelements
17 liegen und die Außenwand 21 an deren Innenseite 22 hintergreifen. Die länglich
gestalteten Gleitelemente 43 können zum Anbau der Halterungseinrichtung 23 an der
Außenwand 21 des Montagerahmenelements 17 so verdreht werden, dass sie längs mit dem
kreisbogenförmigen Vorsprung 41 fluchten und somit von außen her durch das kreisringförmige
Durchgangsloch 19 durchgeführt werden können. Danach können sie durch Verdrehen mittels
eines Schraubwerkzeugs oder dgl. quergestellt werden, so dass sie die in den Figuren
8 und 11 erkennbare Position einnehmen, in der sie nicht mehr durch das Durchgangsloch
19 passen. Dabei handelt es sich um eine stabile Anschlagposition.
[0037] Mittig im Bereich der Unterbrechung des kreisringförmigen Vorsprungs 41 weist das
Basisteil 37 der Halterungseinrichtung 23 eine Bohrung 45 und einen darin aufgenommenen
Ankopplungsmechanismus 47 für eine nachfolgend noch erläuterte Positionierungseinrichtung
49 zur Positionierung von Umformaggregaten 7 in einer jeweiligen Soll-Arbeitsposition
an der Außenwand 21 des Montagerahmenelements 17 auf.
[0038] Diese in Fig. 4 gezeigte Positionierungseinrichtung 49 umfasst ein an der Innenseite
22 der Außenwand 21 des Montagerahmenelementes 17 drehbar gelagertes, zentrales Großzahnrad
51 (Verstellelement), welches in Fig. 4 ohne Details der Umfangsverzahnung gezeigt
ist. Das Zahnrad 51 ist mit seiner Drehachse koaxial zu der Kreismittelpunktachse
53 des kreisringförmigen Durchgangslochs 19 ausgerichtet. Eine NC-Antriebseinheit
55 ist an der Innenseite 22 der Außenwand 21 befestigt, so dass es mit einem zugehörigen
Antriebsritzel (bei 57) das damit kämmende Großzahnrad 51 drehen kann.
[0039] An der der Außenwand 21 abgewandten Stirnseite des Großzahnrads 51 ist eine Kopplungseinheit
59 anmontiert, die bei Drehung des Großzahnrads 51 von diesem mitgeführt wird. Die
Kopplungseinheit 59 umfasst einen Kopplungsantrieb 61 mit einem NC-Elektromotor 62
und ein mit seiner Längsachse parallel zur Kreiszentrumsachse 53 und in Flucht mit
dem kreisringförmigen Durchgangsloch 19 orientiertes, längliches Kopplungselement
63, welches ein Loch bei 64 in dem Großzahnrad 51 durchsetzt und von dem Kopplungsantrieb
61 zwischen einer Passivstellung und einer Kopplungsstellung axial bewegbar ist. Im
Beispielsfall handelt es sich bei dem Kopplungselement 63 um eine längliche Hülse
mit einer in Fig. 6 erkennbaren seitlichen Zahnstange 65, die mit einem Antriebsritzel
des NC-Elektromotors 62 kämmt, so dass durch entsprechende Steuerung des Elektromotors
62 das hülsenförmige Kopplungselement 63 axial vorgeschoben oder zurückgezogen werden
kann. Der Kopplungsantrieb 61 ist Teil einer kombinierten Antriebsbaugruppe 67, die
ferner einen steuerbaren Drehhalterungsantrieb 69 für das Drehhalterungsteil 39 der
Halterungseinrichtung 23 umfasst. Der Drehhalterungsantrieb 69 kann zum Ausrichten
des Vorschubwinkels eines Aggregates 7 relativ zur Arbeitsrichtung eines betreffenden
Werkzeuges dienen.
[0040] Der Drehhalterungsantrieb 69 hat einen NC-Elektromotor 71, welcher über ein Winkelgetriebe,
z. B. Kegelradgetriebe, eine in Fig. 5 erkennbare Hohlwelle 73 zur Drehung antreibt,
in der eine Drehbetätigungswelle 75 drehfest zur Zwangsmitdrehung, jedoch axial verlagerbar
aufgenommen ist. Diese Drehbetätigungswelle 75 ist durch das hülsenförmige Kopplungselement
63 durchgeführt, so dass sie ebenfalls parallel zu der Kreiszentrumsachse 53 und in
Flucht mit dem kreisringförmigen Durchgangsloch 19 ausgerichtet ist. Mit dem hülsenförmigen
Kopplungselement 63 ist die Drehbetätigungswelle 75 zur gemeinsamen axialen Verschiebung
gekoppelt, wobei sie jedoch relativ zu dem nicht verdrehbaren Kopplungselement 63
verdrehbar ist.
[0041] Das Kopplungselement 63 ist so dimensioniert, dass es von der Innenseite 22 der Außenwand
21 des Montagerahmenelementes 17 her das kreisringförmige Durchgangsloch 19 durchsetzen
kann, um bei entsprechender Positionierung relativ zu einer außenseitig an dieser
Außenwand 21 angeordneten Halterungseinrichtung 23 eines Umformaggregates 7 mit dem
Kopplungsmechanismus 47 der Halterungseinrichtung 23 gekoppelt in Eingriff treten
kann, wie dies in den Fig. 10 und 11 angedeutet ist. Dabei kommt das Kopplungselement
63 in die Unterbrechung des kreisringförmigen Vorsprungs 41 und trifft auf ein Rastelement
77 des Kopplungsmechanismus 47 der Halterungseinrichtung 23. Dieses Rastelement 77
ist zunächst mittels der Druckfeder 79 in die in Fig. 9 gezeigte Rastvorsprungsstellung
vorgespannt, in der es an dem Basisteil 37 der Halterungseinrichtung 23 nach außen
vorsteht. Bei weiterer axialer Verlagerung des hülsenförmigen Kopplungselementes 63
in seine Kopplungsstellung verdrängt das Kopplungselement 63 das Rastelement 77 aus
der Rastvorsprungsstellung heraus nach innen in die Halterungseinrichtung, wie dies
in Fig. 10 erkennbar ist. In diesem Zustand ist die Kopplungseinheit 59 der Positionierungseinrichtung
49 mit der betreffenden Halterungseinrichtung 23 so gekoppelt, dass das Großzahnrad
51 bei seiner Drehung die angekoppelte Halterungseinrichtung 23 entlang dem kreisringförmigen
Durchgangsloch 19 mitnehmen kann. Voraussetzung ist jedoch noch, dass vorher die Klemmelemente
25 gelöst werden, damit die Halterungseinrichtung 23 für eine solche Bewegung freigegeben
ist. Der von dem hülsenförmigen Kopplungselement 63 dabei über das Rastelement 77
und die Feder 79 auf die Halterungseinrichtung 23 ausgeübte axiale Druck wird von
den Gleitelementen 43 aufgenommen, die sich an der Innenseite der Außenwand 21 abstützen,
so dass die Halterungseinrichtung 23 während ihrer Mitnahme entlang dem kreisringförmigen
Durchgangsloch 19 geführt an der Außenwand 21 und an dem Kopplungselement 63 verbleibt.
[0042] Parallel zum Einrücken des Kopplungselements 63 in die vorstehend erläuterte Kopplungsstellung
kommt die Drehbetätigungswelle 75 in Dreheingriffsstellung mit dem Drehhalterungsteil
39 der Halterungseinrichtung 23, wobei ein vorderer Einsteckabschnitt 81 der Drehbetätigungswelle
75 mit seinem Polygonprofil in eine komplementär geformte Einstecköffnung 83 des Drehhalterungsteils
39 der Halterungseinrichtung 23 in Dreheingriff kommt, so dass sie das Drehhalterungsteil
39 relativ zu dem Basisteil 37 verdrehen kann.
[0043] Fig. 7 und Fig. 9 zeigen zwei in bogenförmigen Langlöchern 85 geführte Verbindungselemente
87 in Form von Flanschhülsen 87, die von Schrauben 89 durchsetzt sind und mit ihrem
verbreiterten Flansch 91 in verbreiterten Ausnehmungen entlang der Langlöcher 85 geführt
aufgenommen sind. Die Schrauben 89 verbinden vermittels der Flanschhülsen 87 das Drehhalterungsteil
39 mit dem Basisteil 37 der Halterungseinrichtung 23, so dass eine Verdrehung des
Drehhalterungsteils 39 relativ zu dem Basisteil 37 um einen Drehwinkel möglich ist,
der durch die bogenförmigen Langlöcher 85 begrenzt ist. Die Verschraubung der Teile
37, 39 vermittels der Schrauben 89 und der Flanschhülsen 87 belässt ein Spiel zwischen
den Teilen 37, 39 der Halterungseinrichtung 23, so dass die Relativdrehung zwischen
diesen beiden Teilen 37, 39 ohne übermäßigen Kraftaufwand möglich ist. Um jedoch eine
gewisse Drehbremse vorzusehen, können die Halterungsteile 37, 39 z.B. mittels Federn
92 spannend beaufschlagt sein.
[0044] Ein ursprünglicher Einrüstvorgang der Umformmaschine 1 mit einem ersten Umformaggregat
7 kann z. B. folgendermaßen erfolgen:
[0045] Die Halterungseinrichtung 23 dieses Umformaggregates wird zunächst z.B. an der untersten
Stelle des kreisringförmigen Durchgangslochs 19 angebaut, so dass die Gleitelemente
43 durch das Durchgangsloch 19 hindurchgeführt und dann in die in Fig. 8 und Fig.
11 erkennbare Verriegelungsposition verdreht werden, so dass sie die Außenwand 21
des Montagerahmenelementes 17 innenseitig hintergreifen. Ferner wird die Halterungseinrichtung
zumindest mit einem Klemmelement 25 provisorisch in dieser unteren Stellung am Montagerahmen
fixiert, so dass sie mit ihrem verjüngten Ende 93 nach oben weist. Diese Anbauschritte
werden vom Monteur durchgeführt. Sodann wird eine Routine des Positionierungsprogramms
einer das NC-Antriebsaggregat 55 des Zahnrades 51 und auch den Kopplungsantrieb 61
sowie den Drehhalterungsantrieb 69 steuernden Steuereinrichtung gestartet. Die programmierte
Steuereinrichtung steuert nun das NC-Antriebsaggregat 55 so an, dass das Großzahnrad
51 (Stellelement) so weit verdreht wird, dass die Kopplungseinheit 59 mit ihrem hülsenförmigen
Kopplungselement 63 axial in Flucht mit der Bohrung 45 in dem Basisteil 37 der Halterungseinrichtung
23 kommt. Sodann wird unter Kontrolle der Steuereinrichtung der Kopplungsantrieb 61
aktiviert, um das Kopplungselement 63 von seiner zurückgezogenen Passivstellung in
die Kopplungsstellung axial vorzuschieben, wobei es das kreisringförmige Durchgangsloch
19 in der Außenwand 21 des Montagerahmenelementes 17 durchsetzt und den Rastvorsprung
77 in die Halterungseinrichtung 23 verdrängt, um in Kopplungseingriff mit dem Basisteil
37 der Halterungseinrichtung 23 zu gelangen.
[0046] Die Drehbetätigungswelle 75 kommt dabei mit der komplementären Einstecköffnung 83
des Drehhalterungsteils 39 der Halterungseinrichtung 23 in Dreheingriff. In dieser
Situation kann der Monteur nun die Klemmelemente 25 lösen, um die Halterungseinrichtung
23 für die automatische Positionierung in ihre gewünschte Soll-Arbeitsposition freizugeben.
Die Steuereinrichtung steuert dann das NC-Antriebsaggregat 55 erneut an, um das Großzahnrad
51 nun in eine Position zu verdrehen, in der die angekoppelte Halterungseinrichtung
23 auf dem kreisringförmigen Durchgangsloch 19 abgesetzt werden und verbleiben soll.
Sodann kann bei Bedarf der Drehhalterungsantrieb 69 aktiviert werden, um das Drehhalterungsteil
39 der Halterungseinrichtung in eine Soll-Winkelposition relativ zu dem Basisteil
37 einzustellen. Ist dies geschehen, so kann der Monteur nun die Halterungseinrichtung
23 mittels der Klemmelemente 25 an der Außenwand 21 des Montagerahmenelementes 17
fixieren. Sofern nicht von Anfang an bereits das Umformaggregat 7 an seiner Halterungseinrichtung
angeordnet war, kann dies nun erfolgen. Ein Raster von Befestigungsstellen auf dem
Drehhalterungsteil ermöglicht eine definierte Positionierung des Umformaggregates
an der Halterungseinrichtung 23. Die Steuerung kann nun dafür sorgen, dass das Kopplungselement
63 und die Drehbetätigungswelle 75 mittels der Antriebseinheiten 61 und 69 wieder
in ihre zurückgezogenen Passivstellungen bewegt werden, so dass das Großzahnrad 51
(Stellelement) die Kopplungseinheit 59 wieder zur Aufnahmeposition vorzugsweise an
der untersten Stelle des kreisringförmigen Durchgangslochs 19 bewegen kann, um ggf.
eine dort nun angebrachte zweite Halterungseinrichtung 23 zu deren Positionierung
in eine vorbestimmte Soll-Arbeitsposition koppelnd in Eingriff zu nehmen. Die bereits
in Bezug auf die schon in Soll-Arbeitsposition verbrachte erste Halterungseinrichtung
23 beschriebenen Schritte werden nun auch mit der zweiten Halterungseinrichtung durchgeführt.
Diese Vorgehensweise wird wiederholt, bis sämtliche Halterungseinrichtungen 23 in
ihren Soll-Positionen fixiert und die zugehörigen Umformaggregate 7 oder Bearbeitungsaggregate
daran festgemacht worden sind, sofern dies nicht bereits ursprünglich der Fall war.
[0047] Auf diese Weise kann somit eine sehr schnelle und präzise Positionierung der Umformaggregate
7 (oder sonstiger auf den Halterungseinrichtungen 23 befestigbarer Bearbeitungsaggregate)
in Soll-Arbeitspositionen in einem teilautomatisierten Betrieb erfolgen. Aber nicht
nur der ursprüngliche Einrüstbetrieb kann so vereinfacht werden, sondern auch ein
Umrüstbetrieb, wo bereits an dem Montagerahmenelement 17 befestigte Umformaggregate
7 lediglich in neue Positionen umzusetzen sind.
[0048] In diesem Zusammenhang ist auch noch darauf hinzuweisen, dass die Außenwand 21 des
Montagerahmenelementes 17 an ihrer Außenseite Rastausnehmungen 93 hat, die entlang
dem kreisringförmigen Durchgangsloch 19 verteilt sind, wobei diese Rastausnehmungen
komplementär zu den Rastelementen 77 der Halterungseinrichtungen 23 ausgebildet sind,
so dass eine betreffende Rastausnehmung 93 ein in seiner Rastvorsprungsstellung vorgespanntes
Rastelement 77 aufnehmen kann. Auf diese Weise sind definierte Aufnahmepunkte für
die Halterungseinrichtungen 23 vorgesehen, was den Steuerungsbetrieb beim Ankoppeln
der Kopplungseinrichtung und der Drehbetätigungsmittel erleichtert. Ferner befinden
sich vorzugsweise zumindest einige der Rastausnehmungen 93 an Stellen entlang dem
kreisringförmigen Durchgangsloch 19, die Befestigungspunkten von etwaigen konventionellen
Vorgängermaschinen entsprechen. Dies erleichtert dem Benutzer den Umstieg von einer
konventionellen Vorgängermaschine auf die erfindungsgemäße Umformmaschine, wenn er
damit die Serienproduktion eines bestimmten Werkstücks fortsetzen möchte, das er auch
schon auf der Vorgängermaschine hergestellt hat.
[0049] Im Zentrum der Außenwand 21 des Montagerahmenelementes 17 befindet sich eine Öffnung
94, durch die hindurch ein Mittelstempel, also etwa ein Biegedorn, ein Gesenk oder
dgl. von innen her zur Außenseite der Außenwand 21 bewegbar ist, um in Sollposition
an der betreffenden Umformstelle 11 zu gelangen. Auch dieser Mittelstempeltransport
erfolgt vorzugsweise mit einem NC-Antriebsaggregat unter Kontrolle der Steuereinrichtung.
[0050] Eine in den Figuren nicht dargestellte Weiterentwicklung der Halterungselemente 23
sieht vor, dass das Drehhalterungsteil 39 der Halterungseinrichtung 23 ein integriertes
Untersetzungsgetriebe, vorzugsweise Zykloidgetriebe oder Gleitkeilgetriebe, aufweist,
welches zur Drehmomentaufnahme eingangsseitig die Drehbetätigungswelle 75 in ihrer
Dreheingriffsstellung aufnehmen kann. Ein solches Untersetzungsgetriebe ermöglicht
ein besonders fein aufgelöstes Verdrehen des Drehhalterungsteils 39 und damit eines
daran befestigten Umformaggregates oder Arbeitsaggregates relativ zu dem Basisteil
37.
[0051] In Fig. 12 ist in einer Perspektivdarstellung eine Halterungseinrichtung 23 mit integriertem
Untersetzungsgetriebe (Zyklongetriebe) und mit Klemmelementen 25 gezeigt, und zwar
deren nach außen gewandte Montageseite. Sie trägt eine Adapterplatte 95 zur Anbringung
eines speziellen Umformaggregates oder Arbeitsaggregates, wie etwa eines Bohraggregates,
Gewindeschneidaggregates oder dgl. Diese Adapterplatte 95 ist Bestandteil der Halterungseinrichung
23 und dient auch der Zentrierung des Untersetzungsgetriebes sowie der Momentübertragung.
[0052] Unter Nutzung sämtlicher Freiheitsgrade solcher Halterungseinrichtungen 23 ist es
möglich, mehrere solcher Halterungseinrichtungen 23 nebeneinander liegend und parallel
ausgerichtet auf dem kreisringförmigen Durchgangsloch 19 so zu platzieren, dass eine
Linearanordnung von Umformaggregaten anstelle der bisher erörterten Radialkonfiguration
simuliert werden kann.
[0053] Fig. 13 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Umformmaschine nach der Erfindung.
Es handelt sich um den in den Fig. 1 und 2 gezeigten Stanz-Biegeautomaten 1, der im
Vergleich zu dem in den Fig. 1 und 2 gezeigten Stanz-Biegeautomaten ein zusätzliches
Umformaggregat 7f und eine zweite Stanz- und/oder Schneidpresse 15 aufweist. Insbesondere
ist in der Fig. 13 gezeigt, dass sich die Vorschubrichtung, die in Längsrichtung der
Umformaggregate 7a bis 7f liegt, für alle Umformaggregate 7a bis 7f parallel ausrichten
lässt. Die Vorschubrichtungen der Umformaggregate 7a bis 7f sind dabei vertikal ausgerichtet.
In alternativen Anordnungsbeispielen, insbesondere wenn nur eine Stanz- und/oder Schneidpresse
15 vorgesehen ist, können die Umformaggregate 7a bis 7f einander auch in beliebigen
anderen Winkeln zur Schwerkraft gegenüberstehen. Insbesondere können von den Umformaggregaten
zur Bearbeitung vorgeschobene Werkzeugträger z.B. für einen gegenseitigen Werkzeugeingriff
miteinander fluchten, wie etwa bei den Umformaggregaten 7a und 7f, 7b und 7e sowie
7c und 7d. Insbesondere kann sich ein Paar von Umformaggregaten außerhalb des Mittelpunkts
des kreisringförmigen Durchgangslochs 19 gegenüberstehen. In nicht dargestellten Beispielen
der Anordnung der Umformaggregate können auch nur einzelne Paare von Umformaggregaten
einander fluchtend gegenüberstehen. In der Mitte des kreisringförmigen Durchgangslochs
19 ist die Umformstelle 11 angeordnet. An der Umformstelle 11 ist eine Aufnahme gezeigt,
an die ein Haltewerkzeug für herzustellende Werkstücke angeschlossen werden kann.
Das Haltewerkzeug kann Führungsbahnen aufweisen, in denen sich Werkzeuge bewegen,
die mit einem Umformaggregat vorschiebbar sind. Die Umformaggregate sind vorzugsweise
von der Umgebung der Maschine aus frei zugänglich. Auch die Umformstelle 11 ist vorzugsweise
von der Umgebung der Umformmaschine aus frei zugänglich.
[0054] Fig. 14 zeigt schematisch eine Halterungseinrichtung 23 mit einem Basisteil 37 und
einem Drehhalterungsteil 39 in einem Schnitt durch eine Drehachse 100 einer Adapterplatte
109. In die Halterungseinrichtung 23 ist ein Gleitkeilgetriebe integriert. Das Gleitkeilgetriebe
umfasst einen Antriebsadapter 101, der in Wälzlagern 102 und 103 in dem Basisteil
37 um die Achse 100 drehbar gelagert ist. An dem Antriebsadapter 101 ist eine elliptische
Scheibe 104 befestigt, vorzugsweise verschraubt. In einem alternativen Ausführungsbeispiel
kann die elliptische Scheibe 104 einstückig mit dem Antriebsadapter 101 ausgeführt
sein. Am elliptischen Außenumfang der elliptischen Scheibe 104 ist ein Wälzlager 105
mit einer elliptischen Wälzlagerbahn angeordnet. Das Wälzlager 105 lagert einen außen
verzahnten Ringabschnitt 106 einer Büchse 108 drehbar gegenüber der elliptischen Scheibe
104. Die Außenverzahnung des Ringabschnitts 106 greift an den Umfangsabschnitten der
elliptischen Scheibe 104 mit dem größten Radius in eine Innenverzahnung eines Hohlrads
107 ein. Das Hohlrad 107 ist mit dem Basisteil 37 verdrehfest verbunden oder alternativ
einstückig mit diesem ausgeführt. Die Mittelachse des Hohlrads 107 fällt mit der Drehachse
100 zusammen. Der verzahnte Ringabschnitt 106 ist über die Büchse 108 mit dem Drehtisch
109 verbunden, der den Abtrieb des Getriebes bildet. Wird das Getriebe angetrieben,
indem der Antriebsadapter 101 um die Drehachse 100 gedreht wird, so laufen die beiden
Verzahnungseingriffspunkte zwischen dem außen verzahnten Ringabschnitt 106 und dem
innen verzahnten Hohlrad 107 mit der Drehung des Antriebsadapters 101 in dem Hohlrad
107 um. Da die Außenverzahnung des Ringabschnitts 106 mit weniger Zähnen als das Hohlrad
107 versehen ist, bewegt sich durch die Zahndifferenz der außen verzahnte Ringabschnitt
relativ zu dem Hohlrad 107. Die Relativbewegung wird über die Büchse 108 an den Drehtisch
109 weitergeleitet, der sich somit mit einer erheblichen Untersetzung gegenüber der
Drehzahl des Antriebsadapters 101 dreht. Auf diese Weise ist das Prinzip eines Gleitkeilgetriebes
für den Antrieb der Adapterplatte 109 umgesetzt. Alternativ zu der beschriebenen Ausführungsform
mit einer elliptischen Scheibe 104 kann auch eine ovale Scheibe mit nur einem Berührungspunkt
zwischen dem Hohlrad und der Scheibe oder eine dreieckige oder mehreckige Scheibe
mit entsprechend mehr Berührungspunkten eingesetzt werden.
[0055] In dem Basisteil 37 und in dem Drehhalterungsteil 39 kann jeweils eine Bohrung vorgesehen
sein, mit denen ein auf die Halterungseinrichtung 23 aufgesetztes Umformaggregat 7
auf eine Maschinenmitte ausrichtbar ist, wenn die Bohrung in dem Basisteil und die
Bohrung in dem Drehhalterungsteil in Fluchtung gebracht werden. Dazu kann beispielsweise
ein Stift in beide Bohrungen gesteckt werden. Dies gilt auch für die in den Fig. 7
bis 11 beschriebenen Ausführungsformen. In den Ausführungsformen der Figuren 14 und
14a kann eine Bohrung statt in dem Drehhalterungsteil 39 auch in der Adapterplatte
109 angeordnet sein.
[0056] Fig. 14a zeigt einen Ausschnitt aus dem in Fig. 14 gezeigten Querschnitt, der sich
außerdem dadurch unterscheidet, dass ein Kopplungselement 63 und eine Drehbetätigungswelle
75 mit der Halterungseinrichtung 23 in Eingriff stehen. Die Drehbetätigungswelle 75
ist ins Innere des Antriebsadapters 101 eingesteckt. Das Innere des Antriebsadapters
101 weist einen Polygonquerschnitt auf, der zu einem Querschnitt des Außenumfangs
der Drehbetätigungswelle 75 kompatibel ist, so dass die Drehbetätigungswelle 75 in
den Antriebsadapter 101 verdrehfest einsteckbar ist. Vorzugsweise weist der Außenumfang
der Drehbetätigungswelle 75 einen Vierkant auf, bevorzugt mit angefasten oder abgerundeten
Ecken. Die Drehbetätigungswelle 75 durchtritt auch das Innere des Rastelements 77.
An der der Halterungseinrichtung 23 abgewandten Stirnfläche des Rastelements 77 liegt
eine Stirnfläche des Kopplungselements 63 an. Wird das Kopplungselement 63 in Richtung
der Halterungseinrichtung 23 vorgeschoben, so taucht das Rastelement 77 in das Innere
der Halterungseinrichtung 23 ein. Dabei werden Druckfedern 79 komprimiert. Die Druckfedern
79 sind vorzugsweise wenigstens teilweise in Aussparungen in dem Rastelement 77 und
vorzugsweise in dessen Axialrichtung angeordnet. Das Rastelement 77 ist so weit in
das Basisteil 37 einschiebbar, dass die Außenoberfläche des Basisteils 37 mit der
der Halterungseinrichtung 23 abgewandten Stirnfläche des Rastelements 77 wenigstens
fluchtet oder weiter ins Innere des Basisteils 37 eintaucht. In dieser Stellung kann
die Halterungseinrichtung 23 in Bezug auf den Montagerahmen 5 bewegt werden.
[0057] Weiter weist die Halterungseinrichtung 23 eine Vorspanneinrichtung für das Drehhalterungsteil
39 auf. Eine hier als Druckfederelement ausgeführte Feder 92 stützt sich an dem Basisteil
37 ab. Vorzugsweise ist das Druckfederelement 92 in einer Aussparung in dem Basisteil
37 angeordnet, wobei die Aussparung durch einen Stopfen, an dem sich das Druckfederelement
92 abstützt, verschlossen ist. Der Stopfen kann beispielsweise als Madenschraube oder
eingepresster Stift oder dgl. ausgeführt sein. Das Druckfederelement 92 wirkt auf
das Drehhalterungssteil 39 ein, indem das Druckfederelement 92 das Drehhalterungsteil
39 in Richtung der Adapterplatte 109 von dem Basisteil 37 wegdrückt. Bevorzugt sitzt
dabei das Druckfederelement 92 auf einem Anlageelement 112 auf, das die Druckkräfte
auf das Drehhalterungsteil 39 weiterleitet. Auf diese Weise werden das Basisteil 37
und das Drehhalterungsteil 39 gegeneinander vorgespannt. Vorzugsweise sind um die
Drehachse 100 herum mehrere Druckfederelemente 92 mit demselben Radius in Bezug auf
die Drehachse 100 angeordnet. Die in Fig. 14 gezeigten Schrauben 89 begrenzen in Verbindung
mit den Flanschhülsen 87 die axiale Beweglichkeit zwischen dem Basisteil 37 und dem
Drehhalterungsteil 39. Durch die Vorspannung aus dem Druckfederelement 92 wird das
Drehhalterungsteil 39 gegen die Flanschhülsen 87 gepresst, sofern das Drehhalterungsteil
39 nicht mit den Nutsteinen 27 an den Montagerahmen 5 gezogen wird. Das Drehhalterungsteil
39 berührt in diesem Fall nicht die Außenwand 21 des Montagerahmenelements 17, sondern
es bleibt ein kleiner Abstand, beispielsweise 0,2 mm, zwischen der Außenwand 21 und
dem Drehhalterungsteil 39 gewahrt. Auf diese Weise kann das Drehhalterungsteil 39
unabhängig von der Position des Basisteils 23 verdreht werden. An dem Drehhalterungsteil
39 sind in einem Ausführungsbeispiel wenigstens zwei Nutensteine 27 vorgesehen, von
denen jeweils eine für den Eingriff in die Nut 29 bzw. 31 bestimmt ist. Vorzugsweise
ist dabei der Abstand der Nutensteine 27 von der Drehachse 100 variabel. Dazu kann
beispielsweise eine Längsnut oder ein Längsabsatz vorgesehen sein, in der oder an
dem eine Befestigung eines Nutensteins 27 verschieblich ist. Dadurch ist es möglich,
das Drehhalterungsteil 39 unter variablen Winkeln an dem Verstellelement 51 bzw. an
dem Motagerahmen 5 mit den Nutensteinen 27 jeweils in den Kreisringnuten 29 bzw. 31
zu befestigen. Die Vorspannung mittels des Druckfederelements 92 bewirkt in dem Zustand,
in dem die Befestigung mittels der Nutensteine 27 gelöst ist, eine Reibung zwischen
dem Drehhalterungsteil 39 und dem Basisteil 37. Dadurch bleibt auch im gelösten Zustand
der Nutensteine 27 eine Winkelstellung des Drehhalterungsteils 39 erhalten.
[0058] Fig. 15 zeigt einen Ausschnitt einer Ansicht der Umformmaschine mit mehreren Umformaggregaten
7, die auf dem Montagerahmen 5 befestigt sind. Jedes der Umformaggregate 7 trägt ein
Werkzeug 120, mit dem ein Werkstück bearbeitet werden kann, das an einer zentralen
Umformstelle 11 befestigt ist. An der Umformstelle 11 ist ein Werkstückhalter 122
angeordnet. Jedes der Umformaggregate 7 weist eine Vorschubrichtung 121 auf, in der
die Werkzeuge 120 vorgeschoben und zurückgezogen werden können. Der Werkstückhalter
122 weist Führungen 123 auf, in denen Werkzeuge 120 bewegbar sind. Die Führung des
in Figur 15 gezeigten Werkzeugs 120 ist durch dieses verdeckt. In Figur 15 ist dargestellt,
wie die Neigungssensoren 124 an eine Führung 123 angelegt werden können, um deren
Winkelausrichtung zu bestimmen. Vorzugsweise handelt es sich bei den Sensoren um kapazitive
Neigungssensoren, die den Winkel der Führungsbahn gegenüber der Schwerkraft messen
können. Dies dient dazu, eine Winkelvorgabe für die Ausrichtung der Umformaggregate
7 zu schaffen, so dass deren Vorschubrichtung 121 mit der Führungsrichtung der Führungen
123 übereinstimmt. Zum Messen der Winkellage der Führungen 123 sind die für die Führung
in den Führungen 123 vorgesehenen Werkzeuge demontiert. Die Führungswinkelsensoren
124 sind reversibel an den Führungen 123 befestigbar. Alternativ zu der Ausführungsform
mit zwei Führungswinkelsensoren 124 in der Figur 15 kann auch nur ein einziger Führungswinkelsensor
124 vorgesehen sein. Ein Führungswinkelsensor 124 wird vorzugsweise an einer Führungsfläche
einer Führung 123 angelegt, die wenigstens näherungsweise radial zu der Zentrumsachse
53 verläuft.
[0059] Figur 16 zeigt die Ansicht aus Figur 15 mit dem Unterschied, dass die Umformaggregate
7 nicht dargestellt sind. Der Blick des Betrachters fällt daher auf die für die Umformaggregate
7 vorgesehenen Drehhalterungsteile 39. An den Drehhalterungsteilen 39 ist jeweils
ein Aggregatwinkelsensor 125 verdrehfest befestigt. Mit einem Aggregatwinkelsensor
125 kann somit eine Vorschubrichtung 121 eines Umformaggregats 7 bestimmt werden.
Dazu wird das von dem Aggregatwinkelsensor 125 gemessene Signal mit der Vorschubrichtung
121 in Beziehung gesetzt, wobei unter Umständen ein Offset zu addieren oder zu subtrahieren
ist. Der Offset kann sich aus Winkelabweichungen zu einer Nulllage eines Aggegatwinkeisensors
125 ergeben. Die Winkellage der Vorschubrichtung 121 kann so eingestellt werden, dass
sie mit der Führungsrichtung einer Führung 123 übereinstimmt. Dadurch ist ein reibungs-
und verschleißarmes Bewegen eines Werkzeugs 120 in einer Führung 123 möglich. Das
Signal eines Aggregatwinkelsensors 125 kann mit einem Signal eines Führungswinkelsensors
124 verglichen werden, und das Ändern der Winkellage des Aggregats 7 fortgesetzt werden,
bis die Winkellage der Vorschubeinrichtung 121 mit der Führungsrichtung einer Führung
123 übereinstimmt. Unter Umständen muss dabei ein Offset zwischen dem Messwert eines
Führungswinkelsensors 124 und der tatsächlichen Lage einer Führungsrichtung einer
Führung 123 berücksichtigt werden. Zur Veränderung der Winkellage eines Umformaggregats
7 kann das Verstellelement 51 verstellt werden, wodurch sich die Winkelposition eines
Umformaggregats 7 ändert. Außerdem kann die Winkellage durch Verdrehen des Drehhalterungsteils
39 bewirkt werden. Da sich somit das gemessene Signal eines Aggregatwinkelsensors
125 aus zwei Einstellmöglichkeiten ergibt, wird bevorzugt, wenigstens einen der Einstellwinkel
des Verstellelements 51 oder des Drehwinkels des Drehhalterungsteils 39 zusätzlich
separat zu erfassen, um auch einen Abstand der in Figur 15 mit der Vorschubrichtung
121 zusammenfallenden Längsmittelachse eines Umformaggregats 7 von der Zentrumsachse
53 bestimmen zu können.
[0060] Bei einer Verdrehung des Drehhalterungsteils 39 ist es möglich, dass die Längsachse
eines Umformaggregats 7 nicht durch die Zentrumsachse 53 verläuft. Damit geht auch
einher, dass die ursprüngliche Position der Klemmelemente 25 aus dem Verlauf der Kreisringnuten
29 und 31 geraten. Dies ist für das Drehhalterungsteil 39, das in der Figur 16 rechts
dargestellt ist, zu erkennen. Vorzugsweise sind deshalb die Klemmelemente 25 für die
Nutensteine 27, die in den Kreisringnuten 29 bzw. 31 angeordnet sind, verschieblich
ausgeführt, so dass eine Fluchtung mit den Kreisringnuten 29 und 31 aufrechterhalten
werden kann. Eine Verschieblichkeit der Klemmelemente 25 kann mit Hilfe eines Vorsprungs
35 an einem Drehhalterungsteil 39 realisiert sein, wobei sich ein Klemmelement 25
an dem Vorsprung 35 abstützt, um den Vorsprung 35 herunterzuziehen und somit das Drehhalterungsteil
39 und zugleich das Basisteil festzuziehen. In einer weiteren Ausführungsvariante
sind die Klemmelemente 25 nicht mit dem Drehhalterungsteil 39, sondern mit dem Basisteil
37 verbunden. Da sich das Basisteil 37 gegenüber den Kreisringnuten 29 und 31 nicht
verdreht, bleibt somit eine Fluchtung für alle Drehwinkel des Drehhalterungsteils
39 gewahrt. Das Drehhalterungsteil 39 kann mit einem zusätzlichen Fixiermechanismus
an dem Basisteil 37 fixiert werden. Die letztgenannten Ausführungsbeispiele lassen
sich auf alle Ausführungsformen der Umformmaschine anwenden.
[0061] Das Verdrehen der Winkellage des Aggregates 7 auf einer Halterungseinrichtung 23
kann auch erfolgen, wenn die Halterungseinrichtung 23 kein integriertes Untersetzungsgetriebe
beinhaltet. Dazu ist es zweckmäßig, den Drehhalterungsantrieb 69 mit einem stärkeren
NC-Elektromotor 71 sowie einem größeren Schneckenradgetriebe mit größerer Untersetzung
auszurüsten.
1. Umformmaschine, insbesondere Biegeautomat,
umfassend
wenigstens ein Umformaggregat (7) mit einer Halterungseinrichtung (23) und mit einem
zur Ausführung von Umformbewegungen antreibbaren Umformwerkzeug (9),
ein Maschinengestell (3) mit einem eine Außenwand (21) aufweisenden Montagerahmen
(5) zur Aufnahme des wenigstens einen Umformaggregates (7) in einer jeweiligen Soll-Arbeitsposition
außenseitig an der Außenwand (21) des Montagerahmens (5),
eine Steuereinrichtung und
eine Positionierungseinrichtung (49) zur Positionierung des wenigstens einen Umformaggregates
(7) in einer betreffenden Soll-Arbeitsposition an der Außenwand (21) des Montagerahmens
(5), wobei die Positionierungseinrichtung (49) folgende Merkmale aufweist:
- ein kreisringförmiges Durchgangsloch (19) in der Außenwand (21) des Montagerahmens
(5) mit einer zur Kreisringebene des Durchgangsloches (19) orthogonalen Kreiszentrumsachse
(53), wobei das wenigstens eine Umformaggregat (7) mit seiner Halterungseinrichtung
(23) entlang dem kreisringförmigen Durchgangloch (19) verschiebbar an dem Montagerahmen
(5) angeordnet ist, um es in eine jeweilige Soll-Arbeitsposition zu bewegen,
- ein um die Kreiszentrumsachse (53) drehbar gelagertes Verstellelement (51) innenseitig
der Außenwand (21) des Montagerahmens (5), wobei das Verstellelement (51) eine mittels
der Steuereinrichtung steuerbare Drehantriebseinrichtung (55) aufweist, mittels welcher
das Verstellelement (51) relativ zu dem kreisringförmigen Durchgangsloch (19) in eine
jeweils gewünschte Position verdreht werden kann,
- eine an dem Verstellelement (51) angeordnete und von diesem mitgeführte Kopplungseinheit
(59), die mittels der Steuereinrichtung steuerbar ist zur wahlweisen Kopplung des
Verstellelementes (51) mit der Halterungseinrichtung (23) des wenigstens einen Umformaggregates
(7) durch das kreisringförmige Durchgangsloch (19) hindurch, so dass das Verstellelement
(51) bei seiner Drehbewegung die Halterungseinrichtung (23) und damit das Umformaggregat
(7) entlang dem kreisringförmigen Durchgangsloch (19) mitbewegen kann, um das Umformaggregat
(7) zu einer gewünschten Soll-Arbeitsposition zu verlagern, wobei die Halterungseinrichtung
(23) zur Festlegung der Soll-Arbeitsposition an dem Montagerahmen (5) fixierbar ist.
2. Umformmaschine nach Anspruch 1, wobei das Verstellelement (51) ein Zahnrad ist und
der Verstellantrieb ein mit dem Zahnrad kämmendes Antriebsritzel (bei 57) aufweist.
3. Umformmaschine nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Halterungseinrichtung (23) ein Basisteil
(37) und ein daran drehbar gelagertes Drehhalterungsteil (39) aufweist, an dem das
Umformaggregat (7) befestigbar oder befestigt ist, so dass es relativ zum Basisteil
(37) in verschiedene Winkelstellungen einstellbar ist, wobei die Positionierungseinrichtung
(49) einen mittels der Steuereinrichtung steuerbaren Drehhalterungsantrieb (69) für
das Drehhalterungsteil (39) aufweist.
4. Umformmaschine nach Anspruch 3, wobei der Drehhalterungsantrieb (69) eine mit ihrer
Längsachse parallel zur Kreiszentrumsachse (53) und in Flucht mit dem kreisringförmigen
Durchgangsloch (19) orientierte, zur Drehung um ihre Längsachse antreibbare Drehbetätigungswelle
(75) aufweist, die zwischen einer Passivstellung und einer Dreheingriffsstellung zur
Herstellung eines Dreheingiffs mit dem Drehhalterungsteil (39) der Halterungseinrichtung
(23) eines betreffenden Umformaggregates (7) axial bewegbar ist, wobei sie in der
Passivstellung innenseitig der Außenwand (21) des Montagerahmens (5) zurückgezogen
positioniert ist und wobei sie aus dieser Passivstellung heraus das kreisringförmige
Durchgangsloch (19) durchsetzend in die Dreheingriffsstellung vorschiebbar ist, um
das Drehhalterungsteil (39) der Halterungseinrichtung (23) eines betreffenden Umformaggregates
(7) in Dreheingriff zu nehmen.
5. Umformmaschine nach Anspruch 4, wobei der Drehhalterungsantrieb (69) einen an dem
Verstellelement (51) angeordneten Elektromotor (71), insbesondere NC-Elektromotor,
zum Drehen der Drehbetätigungswelle (75) aufweist, wobei die Drehbetätigungswelle
(75) axial verschiebbar relativ zu dem Elektromotor (71) gelagert ist.
6. Umformmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kopplungseinheit
(59) einen mittels der Steuereinrichtung steuerbaren Kopplungsantrieb (61) und ein
mit seiner Längsachse parallel zur Kreiszentrumsachse (53) und in Flucht mit dem kreisringförmigen
Durchgangsloch (19) orientiertes längliches Kopplungselement (63) aufweist, das von
dem Kopplungsantrieb (59) zwischen einer Passivstellung und einer Kopplungsstellung
axial bewegbar ist, wobei es in der Passivstellung innenseitig der Außenwand (21)
des Montagerahmens (5) zurückgezogen positioniert ist und wobei es aus dieser Passivstellung
heraus das kreisringförmige Durchgangsloch (19) durchsetzend in die Kopplungsstellung
vorschiebbar ist, um die Halterungseinrichtung (23) des betreffenden Umformaggregates
(7) koppelnd in Eingriff zu nehmen.
7. Umformmaschine nach den Ansprüchen 5 und 6, wobei das Kopplungselement (63) eine Hülse
ist, in der die Drehbetätigungswelle (75) drehbar aufgenommen ist und die zusammen
mit der Drehbetätigungswelle (75) von dem Kopplungsantrieb (61) zwischen der Passivstellung
und der Kopplungsstellung axial bewegbar ist.
8. Umformmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenwand (21) des
Montagerahmens (5) an ihrer Außenseite Rastausnehmungen (93) aufweist, die entlang
dem kreisringförmigen Durchgangsloch (19) verteilt sind, und wobei die Halterungseinrichtung
(23) eine axial bewegbar geführte und mittels Federkraft zu einer Rastvorsprungsstellung
an der der Außenwand (21) des Montagerahmens (5) zugewandt gegenüberliegenden Seite
der Halterungseinrichtung (23) vorgespannte, zu den Rastausnehmungen (93) komplementäres
Rastelement (77) aufweist, das in einer der Rastausnehmungen (93) aufgenommen ist,
wenn das Umformaggregat (7) mit seiner Halterungseinrichtung (23) in einer betreffenden
Soll-Arbeitsposition an dem Montagerahmen (5) positioniert ist.
9. Umformmaschine nach Anspruch 6 oder einem darauf rückbezogenen Anspruch und nach Anspruch
8, wobei das Rastelement (77) von dem Kopplungselement (63) gegen die Federvorspannung
aus der Rastvorsprungsstellung und somit aus der jeweiligen Rastausnehmung (93) der
Außenwand (21) des Montagerahmens (5) verdrängbar ist, wenn das Kopplungselement (63)
in Ausrichtung zu dem Rastelement (77) in die Kopplungsstellung bewegt wird.
10. Umformmaschine nach Anspruch 4 oder nach einem darauf rückbezogenen Anspruch und nach
einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei das Rastelement (77) eine Rasthülse ist, durch
die hindurch die Drehbetätigungswelle (75) in die Dreheingriffsposition bewegbar ist.
11. Umformmaschine nach Anspruch 4 oder nach einem darauf rückbezogenen Anspruch, wobei
das Basisteil (37) der Halterungseinrichtung (23) ein integriertes Untersetzungsgetriebe,
insbesondere Zykloidgetriebe oder ein Gleitkeilgetriebe, aufweist, welches zur Drehmomentaufnahme
eingangsseitig die Drehbetätigungswelle (75) in ihrer Dreheingriffsstellung aufnehmen
kann.
12. Umformmaschine nach Anspruch 3 oder einem darauf rückbezogenen Anspruch, wobei das
Basisteil (37) der Halterungseinrichtung (23) des Umformaggregates (7) Gleitelemente
(43) aufweist, die an einem das kreisringförmige Durchgangsloch (19) durchsetzenden
Träger (41) angeordnet sind und die Außenwand (21) des Montagerahmens (5) an deren
Innenseite (22) hintergreifen.
13. Umformmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in der Außenwand (21)
des Montagerahmens (5) radial außerhalb und radial innerhalb des kreisringförmigen
Durchgangsloches (19) jeweils eine hinterschnittene Kreisnut (29, 31) vorgesehen ist,
in welcher Nutsteine (27) von Klemmbefestigungsteilen (25) zur Fixierung der Halterungseinrichtung
(23) aufgenommen sind.
14. Umformmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Umformmaschine (1)
einen Aggregatwinkelsensor (125) aufweist, der mit einer Halterungseinrichtung (23)
verdrehfest verbunden oder verbindbar ist, so dass der Aggregatwinkelsensor (125)
eine Winkelstellung der Halterungseinrichtung (23) erfasst.
15. Umformmaschine nach Anspruch 14, wobei die Umformmaschine einen Führungswinkelsensor
(123) aufweist, der eine Winkelstellung einer Führung (120) aufnimmt, und wobei die
Umformmaschine eine Ausrichteinrichtung aufweist, die dazu eingerichtet ist, ein Messergebnis
des Aggregatwinkelsensors mit einem Messergebnis des Führungswinkelsensors in Beziehung
zu setzen, und als Ergebnis dieses Vorgangs die Vorschubrichtung (121) des Umformaggregats
(7) mit der Führungsrichtung in Übereinstimmung zu bringen.
16. Verfahren zum Ausrichten einer Umformmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei in dem Verfahren ein Aggregatwinkelsensor (125) mit einer Halterungseinrichtung
(23) verbunden ist oder verbunden wird, die Winkellage der Halterungseinrichtung (23)
und somit die Lage eines damit fest verbundenen Aggregates (7) in einem Messergebnis
erfasst wird, und die Winkellage des Umformaggregats (7) durch Verdrehen eines Verstellelements
(51) mit einem Verstellantrieb und/oder Verdrehen einer Drehbetätigungswelle (75)
mit einem Drehhalterungsantrieb (69) verändert wird, bis eine vorgegebene Winkellage
des Umformaggregats (7) erreicht ist.