[0001] Die Erfindung betrifft ein Veredelungsverfahren für Holz, bei dem das zu veredelnde
Holz thermomechanisch verdichtet wird.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Holzveredelung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Veredelungsverfahrens, mit einer Druckeinrichtung zur Ausübung
eines hohen Pressdruckes auf das Holz, wobei die Druckeinrichtung eine mechanische,
pneumatische, bevorzugt hydraulische Presse für Pressdrucke größer gleich 200 bar
ist.
[0003] Das Verdichten von Holz ist bereits seit fast 100 Jahren bekannt. In der
AT 76053 ist ein Verfahren zum Verdichten von Holz beschrieben, bei dem das zu verdichtende
Holz bei Temperaturen von 90 bis 150 °C einem allseitig auf das Holzstück wirkenden,
hohen hydraulischen oder Gasdruck von mindestens 20 MPa ausgesetzt ist. Bei der so
durchgeführten Verdichtung von Holz wird das Lignin plastisch (fließfähig), wobei
es unter dem hohen Druck deutlich um beispielsweise 50% in seiner Dimension verringert
und somit verdichtet wird. So verdichtetes Holz zeigt deutlich verbesserte mechanische
und physikalische Eigenschaften, wie zum Beispiel Biegefestigkeit, Druckfestigkeit
und Brinellhärte. Die Erwärmung des Holzes auf bevorzugt 130 bis 150 °C ist erforderlich,
um das Holz quasi zu verflüssigen und dann überhaupt komprimieren zu können. Dabei
ist es in der Fachwelt anerkannt, dass eine Erhitzung des Holzes über 150 °C zu vermeiden
ist, da sich sonst Zellveränderungen und damit einhergehende Strukturveränderungen
im Holz ergeben würden. Verdichtetes Holz weist jedoch den Nachteil auf, dass es bei
Kontakt mit Feuchtigkeit, insbesondere beim Benetzen oder gar Eintauchen in Wasser
relativ rasch wieder annähernd seine Dimensionen vor der Verdichtung durch ein Rückquellen
(Rückverformen) einnimmt. Verdichtetes Holz ist somit in feuchter/nasser Umgebung
nicht dimensionsstabil.
[0004] Aus der
EP 0 760 930 B1 ist ein Vakuumtrockner für Schnitthölzer und Verfahren zum Trocknen von Holz bekannt,
bei dem übereinander liegende Holzschichten mit zwischen den Holzschichten angeordneten
Heizelementen und mit einer Druckvorrichtung zur Ausübung eines Drucks auf die Holzschichten
ausgestattet sind, wobei der Prozess in einem Vakuumbehälter ausgeführt wird und die
Druckvorrichtung ein im Vakuumbehälter angeordneter, eine Seite des Trockengutes großflächig
abdeckender, expandierender Sack ist, der mit einem einstellbaren Druck beaufschlagbar
ist. Dabei handelt es sich in der Regel um den Atmosphärendruck, wobei das Vakuum
im Vakuumbehälter 80 bis 90 %, also 100 bis 200 mbar beträgt. In Ausnahmefällen kann
der Druck im expandierenden Sack auch größer als der Atmosphärendruck sein. Dieser
geringe Differenzdruck von ungefähr 1 bar soll einen "Bügeleffekt" bewirken, damit
sich die Holzschichten während der Thermobehandlung nicht verziehen. Dieses Verfahren
wird von der Anmelderin im so genannten Vaku
3-Verfahren, einem Press-Trocknungs-Verfahren angewandt, wobei das Holz dabei auf über
160 °C erhitzt wird, um ein thermisch modifiziertes, mit Zellveränderungen einhergehendes
Thermoholz zu erzeugen.
[0005] Zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit von Holz ist es nämlich bekannt eine thermische
Vergütung durchzuführen. Die thermische Vergütung bewirkt nachweislich eine hohe Steigerung
der biologischen Resistenz, geht jedoch mit einer Abnahme der Festigkeit, insbesondere
der Bruch-, Schlag-, Zug- und Biegefestigkeit, einher, was bisher einem Einsatz für
tragende Anwendungen widerspricht.
[0006] Aus der
EP 0 922 918 B1 ist ein Verfahren zur Wärmebehandlung von Holz bekannt, bei dem das Holz auf einen
Feuchtigkeitsgehalt von unter 15 % getrocknet wird. Danach wird die Temperatur des
Holzes zur Wärmebehandlung erhöht, das Holz auf dieser erforderlichen Temperatur für
die gewünschte Behandlung gehalten und anschließend die Temperatur wieder abgesenkt.
Dabei wird beispielsweise eine Temperatur von 250 °C bei der Wärmebehandlung erreicht
und allenfalls ein geringer Überdruck von maximal 0,1 bar während der Behandlung ausgeübt.
Meist werden für die Wärmeübertragung Wasserdampf oder andere Heizgase verwendet.
In einigen Verfahren sind auch Überdrücke bis zu 10 bar während der Wärmebehandlung
bekannt.
[0007] Alternativ ist aus der
EP 1 002 630 B1 eine Wärmebehandlung in einem Ölbad bekannt, bei dem das erhitzte Öl als Wärmeträgermedium
dient. Diese Öl-Hitze-Behandlung oder auch OHT-Verfahren genanntes Thermoholzverfahren
verhindert ein Verbrennen des erhitzten Holzes durch den durchs Öl bewirkten Sauerstoffabschluss.
[0008] Ferner haben sich
Welzbacher et al in dem Artikel "Biologische und mechanische Eigenschaften von verdichteter
und thermisch behandelter Fichte (Picea abies)" in Holztechnologie 47, 2006, Seite
13 bis 18 wissenschaftlich zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität bei gleichzeitiger
Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Holz durch die Kombination von zwei
Prozessen, nämlich der thermomechanischen Verdichtung und der Öl-Hitze-Behandlung
geäußert. Zwar kann eine deutlich verbesserte biologische Resistenz des verdichteten
und nachfolgend thermisch behandelten Holzes erreicht werden, jedoch wird die mit
der Verdichtung erhöhte Biegefestigkeit des Holzes durch die Öl-Hitze-Behandlung wieder
vollständig aufgezehrt und zusätzlich eine deutliche Verringerung der Zähigkeit um
ca. 40% erreicht. Darüber hinaus ist die Dimensionsstabilität nicht ausreichend. Insbesondere
hat sich bei vielen Proben gezeigt, dass während der Öl-Hitze-Behandlung deutliche
örtlich begrenzte, unregelmäßig auftretende, erhebliche Aufquellungen vorkommen, so
dass das Verfahren für eine industrielle Anwendung nicht geeignet ist.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Holzveredelungsverfahren anzugeben, mit dem ein
mechanisch verdichtetes Holz resistent und dimensionsstabil gemacht wird und dabei
gute mechanische Eigenschaften behält.
[0010] Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Verfahren gemäß Anspruch 1, mit einer Veredelungsvorrichtung
gemäß Anspruch 9 und einem Holzprodukt nach Anspruch 13 oder 14.
[0011] Wenn nach der thermomechanischen Verdichtung des zu veredelnden Holzes nachfolgend
eine Thermobehandlung unter Vakuum mit Kontaktbeheizung des zu veredelnden Holzes
ausgeführt wird, bei dem das zu veredelnde Holz auf über 160°C erhitzt wird, wird
eine Rückverformung des verdichteten Holzes verhindert. Durch die Vakuumatmosphäre
bei der Thermobehandlung wird jegliche Feuchtigkeit, die während der Thermobehandlung
aus dem Holz freigesetzt wird, sofort abgezogen. Die Strukturveränderung des Holzes
durch die Thermobehandlung oberhalb von 160°C verhindert danach ein erneutes Wiederaufnehmen
von Feuchtigkeit. Folglich ist das veredelte Holz nach der Thermobehandlung unempfindlich
gegen Feuchtigkeit. Auch beim Eintauchen des veredelten Holzes in Wasser findet keine
nennenswerte Feuchtigkeitsaufnahme und somit keine Rückverformung des verdichteten
Holzes zum ursprünglichen Holz statt. Durch die durch die Thermobehandlung bewirkte
äußerst geringe Feuchtigkeitsaufnahme des Holzes ist das so veredelte Holz biologisch
resistent und, wie vorangehend beschrieben, dimensionsstabil. Dabei konnten mit diesem
Veredelungsverfahren auch die guten mechanischen Eigenschaften in der Summe beider
Verfahren erhalten oder gar verbessert werden, da die Holzverdichtung der bei Thermoholz
üblichen Abnahme der Festigkeit entgegenwirkt.
[0012] Durch die Verdichtung mit einem Pressdruck > 200 bar und die nachfolgende Thermobehandlung
auf über 160 °C wird neben den Eigenschaftsverbesserungen hinsichtlich biologischer
Resistenz und Festigkeit überraschenderweise auch die Formstabilität nach der Veredelung
auch unter Feuchtigkeitseinwirkung deutlich verbessert. Zudem wird durch die Anwendung
der Holzverdichtung und der Thermoholzbehandlung eine unerwünschte Rissbildung beim
Schwinden und Pressen des Holzes vermieden.
[0013] Wenn das Vakuum auf 200 mbar bis 800 mbar während der Thermobehandlung gehalten wird
und gleichzeitig ein geringer Pressdruck von beispielsweise 10 bar auf das zu veredelnde
Holz ausgeübt wird, werden jegliche Ausgasungen aus dem erhitzten, verdichteten Holz
über die Vakuumpumpe abgezogen und durch den geringen Pressdruck ein Bügeleffekt erzielt,
der ein Verziehen des zu veredelnden Holzes verhindert. Durch das Abziehen der beim
Erhitzen entstehenden Gase durch das Vakuum kann das veredelte Holzprodukt als schadstofffrei
auch in Innenräumen verwendet werden.
[0014] Dadurch, dass das zu veredelnde Holz während der Thermobehandlung mindestens eine
Temperatur von 200°C, bevorzugt von 230°C erreicht und diese Temperatur für einen
Zeitraum von 1 h bis 48 h, insbesondere 6 h bis 24 h aufrechterhalten wird, werden
Zellveränderungen in dem Thermoholz erzeugt, die zu einer sehr starken Feuchtigkeitsresistenz
und zu einem nach den Nutzerwünschen einstellbaren Bräunungsgrad des Holzes führen.
[0015] Um im Holz eingeschlossene gasförmige Stoffe bzw. ausgasende Stoffe leichter abgeben
zu können, kann es vorteilhaft sein, dass der Pressdruck zyklisch entlastet und wieder
aufgebracht wird.
[0016] Wenn die thermomechanische Verdichtung und die Thermobehandlung in einem Behälter
erfolgt, wobei bereits beim Verdichtungsvorgang die im Behälter befindliche Luft evakuiert
wird, entfällt ein Umladen des zu veredelnden Holzes von einer Verdichtungsvorrichtung
zur einer Vakuum-Thermovorrichtung. Dabei wird bereits beim Verdichtungsvorgang die
im Behälter befindliche Luft evakuiert, damit beim leichten Erwärmen des zu veredelnden
Holzes bei der thermomechanischen Verdichtung auf 90°C bis 150°C etwaige auftretende
Ausgasungen aus dem Holz bereits abgezogen werden.
[0017] In weiterer Ausgestaltung wird bereits während der thermomechanischen Verdichtung
die Temperatur des zu veredelnden Holzes zur Thermobehandlung erhöht. Damit wird die
Thermobehandlung quasi zeitlich mit der thermomechanischen Verdichtung durchgeführt.
Dies verkürzt einerseits den Zeitaufwand für das Holzveredelungsverfahren, womit die
Wirtschaftlichkeit steigt und führt andererseits zu einer überraschenden Steigerung
der Festigkeit des veredelten Holzes gegenüber zweischrittig veredeltem Holz.
[0018] Dadurch, dass der hohe Pressdruck und die Temperatur zeitgleich oder zeitversetzt
linear ansteigen und nach einer vorbestimmten Haltezeit zeitgleich oder zeitversetzt
linear abfallen, wird das bei Erhöhung der Temperatur eintretende Schwinden des Holzes
durch den ebenfalls ansteigenden Pressdruck überprägt, so dass Rissbildungen vermieden
werden. Ebenso werden beim Entspannen des Holzes Rissbildungen durch den linearen
Abfall vermieden.
[0019] Für die Durchführung des Verfahrens in einem Behälter zeichnet sich die Vorrichtung
zur Holzveredelung dadurch aus, dass ein Behälter zur Aufnahme des zu veredelnden
Holzes in Form von übereinanderliegenden Holzschichten, mit zwischen den Holzschichten
angeordneten Heizelementen vorgesehen ist, wobei die Druckeinrichtung innerhalb des
Behälters wirkend angeordnet ist, womit die Wärme zur Thermoholzbehandlung konduktiv
von zwischen den Holzschichten angeordneten Heizelementen übertragen wird. Die Heizelemente,
beheizen das Holz schonend und bewirken eine schnelle Erwärmung der von den Heizelementen
zweiseitig umschlossenen Holzschichten. Durch die unmittelbare konduktive Wärmeübertragung
wird der energetische Wirkungsgrad erhöht.
[0020] Wenn die Heizelemente elektrisch oder mit einem fluiden Heizmedium beheizbar ausgebildet
und senkrecht zu ihrer Flächenerstreckung druckfest für den hohen Pressdruck ausgestattet
sind, erfolgt eine gut regelbare Beheizung der in wärmeleitenden Kontakt mit den Heizelementen
stehenden Holzschichten. Da der Verdichtungsdruck insbesondere senkrecht zur Flächenerstreckung
der Heizelemente aufgewendet wird, müssen die Heizelemente in dieser Richtung den
hohen Pressdruck widerstehen können. Dies kann durch eine entsprechende wabenartige
Versteifung und/oder einen entsprechenden fluiden Gegendruck durch das Heizmedium
erreicht werden.
[0021] Ergänzend können zwei Pressen im Behälter vorgesehen sein, deren Wirkrichtungen senkrecht
zueinander angeordnet sind. Somit ist eine zweiachsige Verdichtung des zu veredelnden
Holzes möglich. Dabei können die beiden Pressrichtungen auch mit unterschiedlich starken
Pressdrucken beaufschlagt werden, um die strukturellen Besonderheiten des zu veredelnden
Holzes zu berücksichtigen. Bei einigen Holzarten ist es vorteilhaft, wenn der Pressdruck
nur in einer Richtung, beispielsweise auf die flachen Seiten von Vollholztafeln senkrecht
zur vorherrschenden Faserrichtung ausgeübt wird. In anderen Fällen ist es vorteilhaft,
wenn der Pressdruck in zwei zueinander senkrechten Richtungen jeweils senkrecht zur
vorherrschenden Faserrichtung ausgeübt wird. Alternativ kann auch ein Pressdruck über
eine Trägerflüssigkeit oder Trägergas auf das in der Vorrichtung zur Veredelung eingestellte
Holzpaket ausgeübt werden.
[0022] Wenn die hydraulische(n) Presse(n) druckdicht durch den Behälter geführt sind und
im Behälter auf einen Druckstempel wirken, kann die Druckeinrichtung mit ihren technischen
Bauteilen außerhalb des Behälters angeordnet sein, wobei die Übertragung des Pressdrucks
auf den im Behälter befindlichen Holzschicht-/Heizelementstapel über durch den Behälter
druckdicht geführte Druckstempel erfolgt. Vorteilhaft können so die technischen Elemente
der hydraulischen Presse jederzeit überwacht und gewartet werden.
[0023] Bei der Anwendung des Veredelungsverfahrens für einheimisches Holz, beispielsweise
Fichtenholz, Pappelholz oder dergleichen, wird aus einem kostengünstigen Rohstoff
ein Holzprodukt erzeugt, das neben hoher Festigkeit, insbesondere hoher Oberflächenhärte
eine überragende biologische Resistenz und eine hervorragende Dimensionsstabilität
aufweist. Die mechanischen Eigenschaften des so veredelten Holzproduktes werden noch
weiter verbessert, wenn das Holz in einer Veredelungsvorrichtung in einem einschrittigen
Verfahren bearbeitet wird. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Holzprodukt mit Eigenschaften,
die diejenigen von Tropenholz übertreffen, aber aus einheimischer Forstwirtschaft
stammen.
[0024] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen
detailliert beschrieben.
[0025] Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine Vorderansicht einer Holzveredelungsvorrichtung und
- Fig. 2
- die in Fig. 1 dargestellte Holzveredelungsvorrichtung in einem Längsschnitt entlang
der in Fig. 1 dargestellten Schnittlinie II-II.
[0026] Fig. 1 zeigt die Vorderansicht eines Behälters 1, der eine langgestreckte Quaderform
aufweist. Eine Tür 10, die in Fig. 1 entfernt ist, schließt den Behälter druckdicht
an seiner Vorderseite ab (siehe Fig. 2). Der Behälter 1 weist einen Boden 11, zwei
Seitenwände 12, 13 und eine Decke 14 auf. Am Ende ist der Behälter 1 mit einer Rückwand
15 abgeschlossen.
[0027] Innerhalb des Behälters 1 ist zu veredelndes Holz 2 in Form von übereinanderliegenden
Holzschichten 21 aufgeschichtet. Zwischen den jeweiligen Holzschichten 21 sind plattenförmige
Heizelemente 31 angeordnet. Bevorzugt liegt das zu veredelnde Holz auf einem in dem
Behälter 1 ein- und ausfahrbaren Wagen 4, der auf dem Boden 11 des Behälters 1 geführt
und abgestützt ist.
[0028] An der Decke 14 ist eine Druckeinrichtung 5 in Form eines Druckstempels 51 mit zugeordneten
hydraulischen Pressen 52 angeordnet. Der Druckstempel 51 befindet sich auf der Innenseite
der Decke 14 direkt gegenüber der Oberseite des aus abwechselnd einer Holzschicht
21 und einem plattenförmigen Heizelement 31 bestehenden Stapels des zu veredelnden
Holzes 2. Die hydraulischen Pressen 52 sind außenseitig an der Decke 14 angeordnet,
wobei deren Schubstangen druckdicht durch die Decke 14 auf den Druckstempel 51 wirken.
[0029] Jedes plattenförmige Heizelement 31, das beispielsweise als plattenförmiger Aluminiumhohlkörper
mit einer wabenförmigen 1 nnenversteifung ausgebildet ist, ist an einer Heizeinrichtung
3 über geeignete lösbare Anschlüsse für den Vorund Rücklauf (hier nicht gezeigt) angeschlossen.
Alternativ kann die Beheizung auch elektrisch erfolgen.
[0030] Ferner ist an den Innenraum des Behälters 1 eine Vakuumpumpe 6 angeschlossen, die
bei geschlossener Tür 10 den Innenraum des Behälters 1 evakuieren kann.
[0031] Nachfolgend wird das in der Holzveredelungsvorrichtung ablaufende Holzveredelungsverfahren
anhand der in den Figuren dargestellten Vorrichtung erläutert.
[0032] Zur Vorbereitung für die Holzveredelung wird das zu veredelnde Holz 2 in die gewünschten
Formate geschnitten und auf einem Wagen 4 in einer ersten Holzschicht 21 aufgelegt.
Auf diese erste Holzschicht 21 wird ein plattenförmiges Heizelement 31 abgelegt. Darauf
wird wiederum eine Holzschicht 21 aus dem zu veredelnen Holz aufgelegt und anschließend
ein plattenförmiges Heizelement 31 abgelegt. Dieser Vorgang wird bis zur maximalen
Stapelhöhe fortgeführt bis oben als letztes wiederum eine Holzschicht 21 abgelegt
wird.
[0033] Der so vorbereitete Wagen 4 mit dem Holzstapel wird dann in den Behälter 1 eingefahren.
Die jeweiligen plattenförmigen Heizelemente 31 werden an die Versorgung der Heizeinrichtung
3 angeschlossen und die Tür 10 verschlossen. Nunmehr wird die Heizeinrichtung 3 aktiviert
und gleichzeitig die Druckeinrichtung 5 so angesteuert, dass der Druckstempel 51 mittels
der hydraulischen Pressen 52 auf den Holzstapel mit geringem Druck (1 bis 10 bar)
auflastet. Ferner kann dann bereits die Vakuumpumpe 6 den Innenraum des Behälters
1 evakuieren.
[0034] Bei sich langsam steigernder Temperatur in dem Behälter 1 durch die direkte Kontaktbeheizung
der Holzschichten 21 durch die plattenförmigen Heizelemente 31 wird dann bei einer
erreichten Temperatur von 90°C bis 150°C die Holzverdichtung durch Steigerung des
hydraulischen Drucks an den hydraulischen Pressen 52 auf einen hohen Pressdruck größer
gleich 200 bar, beispielsweise 250 bar erhöht und dabei das zu veredelnde Holz verdichtet.
Dabei kann eine Dimensionsverringerung in Richtung der Druckwirkung um beispielsweise
50 % erreicht werden.
[0035] Nachfolgend wird der hohe Pressdruck langsam reduziert und unter weiterer Zuheizung
der Heizeinrichtung 3 die Temperatur der plattenförmigen Heizelemente 31 und damit
der dazwischenliegenden Holzschichten 21 auf über 160°C, beispielsweise 230°C unter
gleichzeitiger Wirkung des Vakuums durch die Vakuumpumpe 6 von beispielsweise 200
bis 800 mbar die Thermobehandlung durchgeführt. Bei Erreichen der gewünschten Temperatur
in den jeweiligen Holzschichten 21 wird dann die gewünschte Prozesseinwirkdauer von
beispielsweise 6 h bei dieser Temperatur aufrechterhalten.
[0036] Danach wird der Holzstapel über die Heizelemente 31 gekühlt und schließlich sowohl
der Pressdruck durch den Druckstempel 51 wie auch der Unterdruck reduziert. Dann wird
bei Druckfreiheit die Tür 10 geöffnet und der fertig veredelte Holzstapel mit dem
Wagen 4 herausgefahren.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Behälter
- 10
- Tür
- 11
- Boden
- 12
- Seitenwand
- 13
- Seitenwand
- 14
- Decke
- 15
- Rückwand
- 2
- zu veredelndes Holz
- 21
- Holzschicht
- 3
- Heizeinrichtung
- 31
- plattenförmiges Heizelement
- 4
- Wagen
- 5
- Druckeinrichtung
- 51
- Druckstempel
- 52
- hydraulische Presse
- 6
- Vakuumpumpe
1. Veredelungsverfahren für Holz, bei dem das zu veredelnde Holz (2) bei Temperaturen
von 90°C bis 150°C und einem hohen Pressdruck größer gleich 200 bar thermomechanisch
verdichtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass nachfolgend eine Thermobehandlung unter Vakuum mit Kontaktbeheizung des zu veredelnden
Holzes (2) ausgeführt wird, bei dem das zu veredelnde Holz (2) auf über 160°C erhitzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuum auf 200 mbar bis 800 mbar während der Thermobehandlung gehalten wird und
gleichzeitig ein geringer Pressdruck auf das zu veredelnde Holz (2) ausgeübt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zu veredelnde Holz (2) während der Thermobehandlung mindestens eine Temperatur
von 200°C, bevorzugt von 230°C erreicht und diese Temperatur für einen Zeitraum von
1 h bis 48 h, insbesondere 6 h bis 24 h aufrechterhalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der hohe und/oder der geringe Pressdruck zyklisch entlastet und wieder aufgebracht
werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die thermomechanische Verdichtung und die Thermobehandlung in einem Behälter (1)
erfolgt, wobei bereits beim Verdichtungsvorgang die im Behälter (1) befindliche Luft
evakuiert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des zu veredelnden Holzes (2) direkt nach erfolgter Verdichtung des
Holzes auf die Temperatur für die Thermobehandlung erhöht wird und der hohe Pressdruck
für die thermomechanische Verdichtung langsam während der Thermobehandlung verringert
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bereits während der thermomechanischen Verdichtung die Temperatur des zu veredelnden
Holzes (2) zur Thermobehandlung erhöht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der hohe Pressdruck und die Temperatur zeitgleich oder zeitversetzt linear ansteigen
und nach einer vorbestimmten Haltezeit zeitgleich oder zeitversetzt linear abfallen.
9. Vorrichtung zur Holzveredelung, insbesondere zur Durchführung des Veredelungsverfahrens
nach einem der Ansprüche 5 bis 8, mit einer Druckeinrichtung (5) zur Ausübung eines
hohen Pressdruckes auf das Holz, wobei die Druckeinrichtung (5) eine mechanische,
pneumatische, bevorzugt hydraulische Presse (52) für Pressdrucke größer gleich 200
bar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Behälter (1) zur Aufnahme des zu veredelnden Holzes (2) in Form von übereinanderliegenden
Holzschichten (21), mit zwischen den Holzschichten (21) angeordneten Heizelementen
(31) vorgesehen ist, wobei die Druckeinrichtung (5) innerhalb des Behälters (1) wirkend
angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizelemente (31) elektrisch oder mit einem fluiden Heizmedium beheizbar ausgebildet
und senkrecht zu ihrer Flächenerstreckung druckfest für den hohen Pressdruck ausgestattet
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Pressen (52) im Behälter (1) vorgesehen sind, deren Wirkrichtungen senkrecht
zueinander angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die hydraulische(n) Presse(n) (52) druckdicht durch den Behälter (1) geführt sind
und im Behälter (1) auf einen Druckstempel (51) wirkt.
13. Veredeltes Holzprodukt aus einheimischem Holz, dadurch gekennzeichnet, dass das Holz in einem Veredelungsverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis
8 verdichtet und thermobehandelt ist.
14. Veredeltes Holzprodukt aus einheimischem Holz, dadurch gekennzeichnet, dass das Holz in einer Veredelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12 veredelt
ist.