[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Applikator zum Aufbringen von Etiketten
auf Waren, mit einem ausfahrbaren, an dem ausfahrbaren Ende mit einem Applizierkopf
versehenen Manipulatorarm.
[0002] Etiketten werden zur Warenkennzeichnung verwendet und können beispielsweise aufgedruckte
Produktinformationen wie Angaben über den Inhalt, den Preis und den Hersteller oder
Werbeinformationen und dergleichen beinhalten. Um die Etiketten auf einer Verpackung
eines jeweiligen Produkts oder dem Produkt selbst anzubringen, werden Applikatoren
eingesetzt. Hierzu ist der Manipulatorarm zwischen einer Übernahmeposition zur Übernahme
des jeweiligen Etiketts von einer Zuführeinrichtung und einer Aufbringposition zum
Aufbringen des jeweiligen Etiketts auf die jeweilige Ware verstellbar. Applikatoren
holen das jeweilige Etikett also beispielsweise von einem Drucker, der das jeweilige
Etikett bedruckt, oder von einer sonstigen Zuführeinrichtung ab, transportieren das
jeweilige Etikett zu der jeweiligen Ware, beispielsweise einem gegebenenfalls verpackten
Einzelhandelsartikel, und etikettieren damit die Ware.
[0003] Aus dem Dokument
DE 10 2008 032 019 A1 ist ein Applikator bekannt, der einen Applizierkopf in Form eines federnden Bechers
aufweist. Der federnde Becher kann beim Aufbringen eines Etiketts beim Aufsetzen auf
einer Ware federbelastet entgegen der Ausfahrrichtung des Manipulatorarms ausweichen,
um ein möglichst sanftes Aufsetzen zu gewährleisten. Mittels eines Beschleunigungssensors
kann das federbelastete Zurückweichen beim Aufsetzen des Applizierkopfs auf der Ware
detektiert werden, so dass anschließend der Applizierkopf von der Ware zurückgezogen
werden kann.
[0004] Nach dem Hook'schen Gesetz steigt die Federkraft einer Feder, wie sie in dem Dokument
DE 10 2008 032 019 A1 offenbart ist, linear mit dem Federweg an. Da bei einem Erkennen eines Aufsetzens
des sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Ausfahrbewegung befindenden Applizierkopfs
auf einer Ware das Zurückziehen des Applizierkopfs von der Ware erst mit Zeitverzögerung
stattfindet, kann es unter Umständen vorkommen, dass der Applizierkopf trotz des Vorsehens
einer zurückweichenden Feder nach wie vor mit einer relativ großen Kraft auf die jeweilige
Ware drückt. Dies ist insbesondere bei einer Ware mit einer Folienverpackung zu vermeiden.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Applikator der eingangs
genannten Art anzugeben, der ein zuverlässiges Applizieren, insbesondere auch in den
Fällen, in denen der Applizierkopf mit hoher Geschwindigkeit auf die jeweilige Ware
aufgesetzt wird, ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Applikator mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst,
und insbesondere dadurch, dass der Applizierkopf über wenigstens ein Schnappfederelement
an dem Manipulatorarm gehaltert ist.
[0007] Anstelle der aus dem Stand der Technik bekannten Hook'schen Feder wird erfindungsgemäß
also ein Schnappfederelement eingesetzt. Die Federkennlinie eines derartigen Federelements
steigt zunächst monoton bis zu einem Maximalwert an und weist dann aber einen daran
anschließenden Bereich mit negativem Federkennlinienverlauf auf, in dem die Federkraft
mit steigendem Federweg abfällt. Wird das Schnappfederelement mit einer Kraft beaufschlagt,
die den vorgenannten Maximalwert überschreitet, wird der vorgenannte Bereich von dem
Schnappfederelement schlagartig durchlaufen. Derartige umschnappende Schnappfederelemente
sind, für den Fall, dass auch noch ein automatisches Rückschnappen erfolgt, auch als
Knackfrosch-Federelemente bekannt.
[0008] Das Umschnappen des jeweiligen Schnappfederelements kann zur Erkennung des Auftreffens
des Applizierkopfs auf einer Ware verwendet werden, woraufhin das ausfahrbare Ende
des Manipulatorarms und damit der Applizierkopf entgegen der Ausfahrrichtung von der
Waage zurückgezogen werden kann. Der Bremsweg bis zur Reversierung des Antriebs des
ausfahrbaren Endes des Manipulatorarms, während dem der Applizierkopf weiter in Ausfahrrichtung,
d.h. auf die Ware hin, bewegt wird, wird durch den vorgenannten negativen Bereich
der Federkennlinie jedoch kompensiert, insbesondere überkompensiert, so dass trotz
der mit dem Bremsweg verbundenen weiteren Annäherung des Applizierkopfs an die Ware
die auf die Ware wirkende Federkraft zumindest nicht weiter ansteigt.
[0009] Hierdurch wird gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Federn ein sanfteres
Aufsetzen des Applizierkopfs auf das jeweilige Produkt erreicht. Eine mögliche Beschädigung
des Produkts bzw. dessen Verpackung kann daher noch besser als aus dem Stand der Technik
bekannt vermieden werden. Dies gilt insbesondere bei Applikatoren, bei denen der Applizierkopf
mit vergleichsweise hoher Geschwindigkeit auf die jeweilige Ware aufgesetzt wird.
[0010] Insbesondere ist das jeweilige Schnappfederelement also derart ausgelegt, dass es
bei Beaufschlagung mit einer einen vorbestimmten Wert überschreitenden, entgegen der
Ausfahrrichtung wirkenden Kraft aus einer stabilen Grundstellung, insbesondere temporär
bzw. vorübergehend, in eine umgeschnappte Stellung bzw. Umschnappstellung umschnappt.
Bevorzugt ist das Schnappfederelement zumindest teilweise aus Stahlblech gefertigt.
[0011] Das oder die Schnappfederelemente müssen im Betrieb des Applikators jedoch nicht
zwangsläufig umschnappen. Die Betriebsparameter des Applikators können grundsätzlich
auch derart eingestellt werden, dass im Normalbetrieb ohne besondere Vorkommnisse
kein Umschnappen stattfindet, sondern das Umschnappen lediglich eine Sicherheitsfunktion
darstellt, d.h. nur in Ausnahmefällen ein Umschnappen erfolgt, insbesondere wenn der
Applizierkopf unerwartet auf ein vor dem jeweiligen Produkt befindliches Hindernis,
beispielsweise eine Hand eine Bedieners, trifft.
[0012] Bei der umgeschnappten Stellung kann es sich um eine stabile Stellung oder um eine
instabile Stellung handeln. Das jeweilige Schnappfederelement kann also als ein bistabiles
Schnappfederelement oder als ein monostabiles Schnappfederelement ausgebildet sein.
Ein bistabiles Schnappfederelement ist derart ausgelegt, dass es lediglich bei Beaufschlagung
mit einer einen vorbestimmten Wert überschreitenden, in Ausfahrrichtung wirkenden
Kraft aus seiner umgeschnappten Stellung in die Ausgangsstellung rückschnappt. Ein
monostabiles Schnappfederelement hingegen ist derart ausgelegt, dass es, wenn eine
Rückstellkraft des Schnappfederelements in der umgeschnappten Stellung größer als
die entgegen der Ausfahrrichtung wirkende beaufschlagende Kraft ist, aus der umgeschnappten
Stellung automatisch in die Grundstellung rückschnappt.
[0013] Nach einer Ausbildung der Erfindung ist der Applikator derart ausgelegt, dass das
Rückschnappen des jeweiligen Schnappfederelements aus einer stabilen umgeschnappten
Stellung in eine stabile Grundstellung durch Einfahren des Applizierkopfs gegen einen
am Manipulierarm vorgesehenen Anschlag erfolgt. Hierdurch kann das Rückschnappen des
jeweiligen Schnappfederelements bzw. das Zurückstellen des jeweiligen Schnappfederelements
in die Grundstellung auf einfache Weise erreicht werden.
[0014] Bevorzugt ist das jeweilige Schnappfederelement als eine in einer stabilen Grundstellung
in Ausfahrrichtung des Manipulatorarms gebogene, insbesondere bogenförmig gespannte,
Blattfeder ausgebildet. Mit derartigen Federn ist eine Schnappfunktion besonderes
gut realisierbar. Darüber hinaus sind derartige Federn einfach und kostengünstig herstellbar.
Insbesondere ist die jeweilige Blattfeder länglich bzw. streifenförmig ausgebildet.
[0015] Das jeweilige Schnappfederelement kann mit seinen beiden Enden am Manipulatorarm
gelagert sein. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, dass das oder die Schnappfederelemente
mit den jeweiligen beiden Enden an dem Applizierkopf gelagert sind.
[0016] Nach einer anderen Ausbildung der Erfindung weist der Manipulatorarm an seinem ausfahrbaren
Ende eine Trägerplattform, insbesondere mit einem Aufnahmeraum, für das wenigstens
eine Schnappfederelement auf. Die Trägerplattform kann einen Bodenabschnitt und zwei
von dem Bodenabschnitt in Ausfahrrichtung ragende bzw. abstehende, einander gegenüberliegende
Seitenabschnitte, insbesondere Fortsätze umfassen, zwischen denen das jeweilige Schnappfederelement
gelagert ist. In dem Aufnahmeraum kann das wenigstens eine Schnappfederelement, insbesondere
auch in der umgeschnappten Stellung, aufgenommen werden. Durch den Aufnahmeraum ist
gewährleistet, dass genügend Platz für das Um- und Rückschnappen des oder der Schnappfederelemente
zur Verfügung steht.
[0017] Das jeweilige Schnappfederelement kann dann mit seinen beiden Enden in entsprechende
Ausnehmungen bzw. Aussparungen der beiden Seitenabschnitte lose und/oder verliersicher
eingreifen. Das jeweilige Schnappfederelement kann also ohne Reib- oder Kraftschluss
und ohne weitere Verbindungselemente gehalten werden. Die Ausnehmungen sind insbesondere
an den Innenseiten der beiden Seitenabschnitte ausgebildet.
[0018] Zusätzlich kann der jeweilige Seitenabschnitt auf Höhe der wenigstens einen Ausnehmung
entlang einer Teilungslinie in zwei lösbar fest miteinander verbundene Teile geteilt
sein. Dies ermöglicht, dass das oder die Schnappfederelemente ohne übermäßige Deformation
in die Ausnehmungen eingesetzt werden können, und erst danach die beiden jeweiligen
Teile miteinander verbunden werden.
[0019] Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann das jeweilige Schnappfederelement
an seinen beiden Enden in Ausfahrrichtung schwimmend gelagert sein. Eine schwimmende
Lagerung kann beispielsweise durch das vorgenannte lose Eingreifen der beiden Enden
des jeweiligen Schappfederelements in die entsprechenden Ausnehmungen der beiden Seitenabschnitte
erreicht werden. In lateraler Richtung sind die beiden Enden des jeweiligen Schnappfederelements
bevorzugt fixiert. Durch die schwimmende Lagerung kann die Lebensdauer des jeweiligen
Schnappfederelements erhöht werden. Unter einer schwimmenden Lagerung ist dabei auch
der Fall zu verstehen, dass die beiden Enden des jeweiligen Schnappfederelements in
der jeweiligen Stellung, d.h. in der Ausgangsstellung und in der umgeschnappten Stellung,
unbeweglich sind, aufgrund des Umschnappens oder Rückschnappens aber eine Bewegung
stattfindet.
[0020] Eine insbesondere schwimmende Lagerung des jeweiligen Schnappfederelements kann sich
an beiden Enden des jeweiligen Schnappfederelements, insbesondere innerhalb der vorgenannten
Ausnehmungen, in Ausfahrrichtung erstreckende Führungselemente, insbesondere Stifte,
umfassen, die insbesondere beidseitig als lateraler Anschlag für die beiden Enden
des jeweiligen Schnappfederelements wirken und/oder gegen die das jeweilige Schnappfederelement
in lateraler Richtung abgestützt ist. Das jeweilige Schnappfederelement ist dann zwischen,
bezüglich des jeweiligen Schnappfederelements, einander gegenüberliegenden Führungselementen
angeordnet, insbesondere eingespannt.
[0021] Zur Beaufschlagung des jeweiligen Schnappfederelements mit einer entgegen der Ausfahrrichtung
wirkenden Kraft ist es bevorzugt, wenn das jeweilige Schnappfederelement zwischen
zwei mit dem Applizierkopf fest verbundenen Traversen bzw. Querverbindern gehalten
ist. Vorzugsweise sind die beiden Traversen parallel zueinander und/oder auf der einer
Applizierplatte gegenüberliegenden Seite des Applizierkopfs und beabstandet von dieser
angeordnet.
[0022] Vorzugsweise sind zwei insbesondere identische Schnappfederelemente vorgesehen, die
insbesondere parallel zueinander angeordnet sind. Dies ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn die Schnappfederelemente als Blattfedern ausgebildet sind.
[0023] Das jeweilige Schnappfederelement kann reversibel austauschbar sein. Es können mehrere
Schnappfederelemente oder Gruppen von Schnappfederelementen vorgesehen sein, die sich
in ihrer Federkennlinie voneinander unterscheiden und die selektiv zur Halterung des
Applizierkopfs an dem Manipulatorarm verwendet werden. Hierdurch kann der Applikator
an das jeweils zu etikettierende Produkt angepasst werden. Beispielsweise können bei
einem Produkt, bei dem ein besonders weiches Aufsetzen des Applizierkopfs gewünscht
ist, Schnappfederelemente mit kleinen Federhärten bzw. Federsteifigkeiten, flachen
Federkennlinien und/oder vergleichsweise kleinen Maximalwerten der Federkraft, bei
der die Schnappfederelemente umschnappen, eingesetzt werden. Bei Produkten, bei denen
ein härteres Aufsetzen gewünscht ist, können Schnappfederelemente mit größeren Federhärten
bzw. Federsteifigkeiten, steileren Federkennlinien und/oder vergleichsweise großen
Maximalwerten eingesetzt werden.
[0024] Es kann - neben dem wenigstens einen Schnappfederelement - eine elastische Lagerung
und/oder zusätzliche Federlagerung für eine Applizierplatte des Applizierkopfs vorgesehen
sein. In diesem Fall liegt eine zweistufige Dämpfung bzw. Federung der Applizierplatte
vor.
[0025] Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist eine Zwangsführung vorgesehen, die
dazu ausgebildet ist, ein Kippen des Applizierkopfs gegenüber der Ausfahrrichtung
in einer stabilen Grundstellung und/oder bei einem Aus- und/oder Einfahren des Applizierkopfs
zu unterbinden. Hierdurch kann eine hohe Positioniergenauigkeit der Etiketten auf
den Waren erreicht werden. Insbesondere kann ein Kippen des Applizierkopfs auch unterbunden
werden, wenn der Applizierkopf auf eine Ware auftritt, d.h. die Ware dem Applizierkopf
einen Widerstand entgegensetzt. Die Zwangsführung kann wenigstens einen Stab umfassen,
der in eine jeweilige gegenförmig ausgebildete Öffnung bzw. Stabaufnahme eingreift.
[0026] Bevorzugt ist eine Umschnapperkennungseinrichtung vorgesehen, um ein Umschnappen
des Schnappfederelements, insbesondere aus einer stabilen Grundstellung, zu erkennen.
Vorzugsweise ist der Applikator dazu ausgelegt, bei Erkennen eines Umschnappens das
ausfahrbare Ende des Manipulatorarms und damit den Applizierkopf entgegen der Ausfahrrichtung
zurückzuziehen. Bei der Umschnapperkennungseinrichtung kann es sich beispielsweise
um einen Hall-Sensor oder einen Schalter handeln.
[0027] Das ausfahrbare Ende des Applikators kann beispielsweise mittels eines Spindelantriebs
oder eines Pneumatikzylinders verfahrbar sein. Darüber hinaus kann eine Einrichtung
vorgesehen sein, um den Applizierkopf um die Längsachse des Manipulatorarms zu drehen.
[0028] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der
Figurenbeschreibung und der Zeichnung beschrieben.
[0029] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Applikator mit einem Applizierkopf, der über zwei bistabile
Blattfedern an einem Manipulatorarm gehaltert ist, wobei die Blattfedern in einer
stabilen Grundstellung dargestellt sind,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des Applizierkopfs aus Fig. 1 in einer anderen Perspektive,
- Fig. 3
- den Applikator aus Fig. 1, wobei die Blattfedern in einer stabilen umgeschnappten
Stellung dargestellt sind,
- Fig. 4
- eine Trägerplattform, in der die aus Fig. 1 bekannten Blattfedern aufgenommen sind,
wobei die Blattfedern in einer stabilen Grundstellung dargestellt sind, und
- Fig. 5
- die Trägerplattform aus Fig. 4, wobei die Blattfedern in einer stabilen umgeschnappten
Stellung dargestellt sind.
[0030] Der erfindungsgemäße Applikator 11 zum Aufbringen von nicht gezeigten Etiketten auf
Waren umfasst einen Manipulatorarm 13, an dessen einem Ende ein Applizierkopf oder
Stempel 15 vorgesehen ist. Dieses Ende des Manipulatorarms 13 ist axial, d.h. längs
der Längserstreckung des Manipulatorarms 13, und teleskopisch aus- und einfahrbar.
Die Ausfahrrichtung 17 des Manipulatorarms 13 entspricht also der Richtung der Längserstreckung
des Manipulatorarms 13. Um das Ausfahren des Applizierkopfs 15 zu ermöglichen, ist
der Manipulatorarm 13 als Spindelantrieb ausgebildet, der eine nicht erkennbare Gewindestange
umfasst, an deren freiem Ende der Applizierkopf 15 befestigt ist und die über ein
Riemengetriebe, insbesondere ein Zahnriemengetriebe, von dem lediglich die beiden
Riemenscheiben 19 und 21 dargestellt sind, von einem Motor 23 antreibbar ist. In Fig.
1 ist der Applizierkopf 15 in einer geringfügig ausgefahrenen Position dargestellt,
insbesondere bevor ein Etikett auf eine Produkt aufgebracht wird. In vollständig ausgefahrenem
Zustand kann der Manipulatorarm 13 annährend die doppelte Länge aufweisen.
[0031] Wie insbesondere aus der vergrößerten Darstellung des Applizierkopfs 15 in Fig. 1
erkennbar ist, umfasst der Applizierkopf 15 eine Lochplatte 59 und einen Lüfter 61,
der ermöglicht, dass ein jeweilige Etikett angesaugt und an der Lochplatte 59 gehalten
wird. Zum Anbringen des jeweiligen Etiketts an einer Ware wird der Manipulatorarm
13 dann in Richtung der Ware ausgefahren, wobei das jeweilige Etikett bei Kontakt
mit der Ware aufgrund einer an der Unterseite des Etiketts angebrachten Klebeschicht
an der Ware haften bleibt. Die Lochplatte 59 ist über insbesondere vier Rahmenstäbe
63 auf einer Bodenplatte 65 des Applizierkopfs 15 abgestützt. Der Lüfter 61 ist innerhalb
des durch die Bodenplatte 65, die Rahmenstäbe 63 und die Lochplatte 59 gebildeten
Rahmens angeordnet.
[0032] Erfindungsgemäß ist der Applizierkopf 15 über zwei bistabile Schnapp-Blattfedern
25, 27 an dem ausfahrbaren Ende des Manipulatorarms 13 befestigt. Die beiden Blattfedern
25, 27 sind in ihrer stabilen Grundstellung in Ausfahrrichtung des Manipulatorarms
13 gebogen. Die beiden identischen, parallel zueinander verlaufenden Blattfedern 25,
27 sind mit ihren jeweiligen beiden Enden durch eine Trägerplattform 29 abgestützt,
die an dem ausfahrbaren Ende des Manipulatorarms 13 angebracht ist. Zumindest in etwa
mittig sind die beiden Blattfedern 25, 27 zwischen zwei mit dem Applizierkopf 15 fest
verbundenen Traversen 31, 33 gehalten. Die beiden Traversen 31, 33 sind fest mit der
Bodenplatte 65 des Applizierkopfs 15 verbunden.
[0033] Wird der Applizierkopf 15 beim Ausfahren des Manipulatorarms 13 gegen ein Produkt
gedrückt, um dort ein Etikett zu applizieren, schnappen die beiden Blattfedern bei
Überschreiten eines bestimmten Anpressdrucks aus ihrer jeweiligen stabilen Grundstellung,
wie sie in Fig. 1 gezeigt ist, in eine umgeschnappte Stellung um, wie sie in Fig.
3 dargestellt ist. Die Federkennlinie der beiden Blattfedern 25, 27 ist aufgrund ihrer
Ausbildung als Schnappfedern dabei derart, dass beim Umschnappen die Federkraft und
damit der auf das jeweilige Produkt aufgebrachte Druck gegenüber dem Anpressdruck,
der unmittelbar vor dem Umschnappen auf das Produkt wirkt, reduziert ist. Hierdurch
ist ein sanftes Aufsetzen des Applizierkopfs auf dem Produkt möglich. Beschädigungen
des Produkts bzw. der Verpackung des Produkts können vermieden werden.
[0034] Ferner ist ein Hall-Sensor 67 vorgesehen, mit dem die Umschnappbewegung der beiden
Blattfedern 25, 27 detektiert werden kann. Hierzu ist der Applizierkopf 15 mit einem
nicht dargestellten, seitlich an den beiden Traversen 31, 33 angebrachten Magneten
versehen, der sich beim Umschnappen der beiden Blattfedern 25, 27 schlagartig dem
Hall-Sensor 67 annähert. Sobald ein derartiges Umschnappen detektiert wird, wird der
Applizierkopf 15 von dem jeweiligen Produkt zurückgezogen.
[0035] Die Zeitverzögerung vom Erkennen des Umschnappens bis zum Reversieren des Antriebs,
d.h. die Zeit, in der der Applizierkopf 15 durch den Manipulatorarm 13 weiterhin in
Richtung des jeweiligen Produkts ausgefahren wird, stellt hierbei kein Problem dar,
da der in dieser Zeit von dem ausfahrbaren Ende des Manipulatorarms 13 zurückgelegte
Weg durch ein durch das Umschnappen der beiden Blattfedern 25, 27 bewirktes Zurückziehen
des Applizierkopfs 15 von dem Produkt bei entsprechend gewählter Ausfahrgeschwindigkeit
und Verarbeitungsgeschwindigkeit des Umschnapp-Erkennungssignals kompensiert bzw.
überkompensiert werden kann.
[0036] Die Fig. 3 zeigt die stabile umgeschnappte Stellung der beiden Blattfedern 25, 27,
nachdem der Applizierkopf 15 auf ein Produkt oder eine Verpackung aufgetroffen ist.
Die Blattfedern 25, 27 sind umgeschnappt und bleiben in der umgeschnappten Stellung,
bis der Applizierkopf 15 aus seiner ausgefahrenen Position wieder annährend vollständig
in seine eingezogene Position zurückgefahren ist, wie es in Fig. 3 dargestellt ist.
[0037] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, taucht beim Zurückfahren des Applizierkopfs 15 ein
an dem Manipulatorarm 13 angebrachter Stift 73, insbesondere Metallstift, durch den
Bodenabschnitt 43 der Trägerplattform 29 hindurch und drückt auf die Traverse 31 und
damit die beiden Blattfedern 25, 27 wieder in die stabile Grundstellung zurück, d.h.
es erfolgt ein Rückschnappen. Der Stift 73 ist nicht starr mit dem Manipulatorarm
13 verbunden, sondern dort federgedämpft gelagert. Hierdurch wird ein hartes Auftreffen
des Applizierkopfs 15 auf den Stift 73 verhindert.
[0038] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass Blattfedern verwendet werden, die - sobald
der Applizierkopf von dem jeweiligen Produkt reversiert wird, d.h. sobald von dem
jeweiligen Produkt dem Applizierkopf keine Kraft mehr entgegengesetzt wird - aus der
in Fig. 3 gezeigten Stellung aufgrund ihrer Rückstellkraft automatisch wieder in die
in Fig. 1 gezeigte Stellung zurückschnappen.
[0039] Gemäß einer nicht gezeigten Weiterbildung sind um die Rahmenstäbe 63 Spiralfedern
angeordnet, und die Rahmenstäbe 63 können in die Bodenplatte 65 eintauchen. Hierdurch
kann eine zusätzliche Dämpfung der Lochplatte 59 beim Aufsetzen auf ein Produkt erreicht
werden.
[0040] Der Applizierkopf 15 weist an zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils einen in Ausfahrrichtung
17 gerichteten Führungsstab 35, 37 auf, der in eine jeweilige, an einer jeweiligen
Seite der Trägerplattform 29 angebrachte ringförmig ausgebildete Öse 39, 41 eingreift.
Hierdurch wird eine Führung des Applizierkopfs 15 relativ zu der Trägerplattform erreicht.
Ein Kippen des Applizierkopfs 15 gegenüber der Ausfahrrichtung 17 des Manipulierarms
13 beim Aus- und Einfahren des Applizierkopfs 15 und insbesondere auch beim Aufsetzen
des Applizierkopfs 15 auf das jeweilige Produkt kann dadurch zuverlässig vermieden
werden.
[0041] In den Fig. 4 und 5 ist die Lagerung der beiden Blattfedern 25, 27 in einer Trägerplattform
29, die sich von der Trägerplattform gemäß den Fig. 1-3 in Gestalt der Ösen 39, 41
geringfügig unterscheidet, näher dargestellt. Wie aus den Fig. 4 und 5 erkennbar ist,
umfasst die Trägerplattform 29 einen Bodenabschnitt 43, der an zwei gegenüberliegenden
Seiten jeweils einen in Ausfahrrichtung 17 weisenden Wandabschnitt 45, 47 aufweist,
wobei die beiden Blattfedern 25, 27 zwischen diesen beiden Wandabschnitten 45, 47
gelagert und eingespannt sind. Hierzu greifen die beiden Blattfedern 25, 27 mit ihren
jeweiligen beiden Enden in jeweilige Ausnehmungen 49 der beiden Wandabschnitte 45,
47 ein. Im nicht eingebauten Zustand sind die beiden Blattfedern 25, 27 jeweils flach
bzw. nicht gebogen. Die Länge der Blattfedern 25, 27 ist geringfügig größer als die
zur Verfügung stehende Einspannlänge zwischen den beiden jeweiligen Ausnehmungen 49,
und beim Einsetzen werden die Blattfedern 25, 27 gespannt. Der zwischen den beiden
Wandabschnitten 45, 47 gebildete Raum kann als Aufnahmeraum für die beiden Blattfedern
25, 27 bezeichnet werden.
[0042] Das jeweilige Ende der jeweiligen Blattfeder 25, 27 steht dabei an zwei, in der jeweiligen
zugeordneten Ausnehmung 49 angeordneten, in Ausfahrrichtung 17 gerichteten Stifte
51, 53 an (die jedoch nur zu der Blattfeder 27 dargestellt sind) und ist gegen diese
abgestützt. Die beiden Blattfedern 25, 27 und die Trägerplattform 29 sind damit nicht
fest miteinander verbunden, sondern die beiden Blattfedern 25, 27 greifen lediglich
lose in die Trägerplattform 29 ein. Die Ausnehmungen 49 sind dabei höher als die Dicke
der Blattfedern 25, 27. Dadurch sind die Blattfedern 25, 27 nur an den Stiften 51,
53 geführt und können frei innerhalb der Ausnehmungen 49 umschnappen. Damit ist eine
schwimmende Lagerung der beiden Blattfedern 25, 27 in der Trägerplattform 29 realisiert.
In der jeweiligen stabilen Stellung, d.h. wenn kein Umschnappen oder Rückschnappen
stattfindet, sind die Blattfedern 25, 27 jedoch unbeweglich.
[0043] Um die beiden Blattfedern 25, 27 verliersicher in der Trägerplattform 29 zu halten,
sind die beiden Randabschnitte 45, 47 jeweils derart zweiteilig ausgebildet, dass
die in Fig. 4 in Ausfahrrichtung 17 noch offenen Ausnehmungen 49 jeweils durch eine
entsprechende Abdeckung 55 und 57 abgedeckt sind, wobei in den Fig. 4 und 5 entsprechende
Teilungslinien 69, 71 erkennbar sind. Grundsätzlich sind aber auch andere, insbesondere
nicht zweiteilige Ausbildungen möglich.
[0044] Wie aus den vorstehenden Erläuterungen deutlich geworden ist, kann aufgrund der Verwendung
von Schnapp-Federelementen ein besonders sanftes und damit schonendes Aufbringen von
Etiketten auf Waren erreicht werden.
Bezugszeichenliste
[0045]
| 11 |
Applikator |
| 13 |
Manipulatorarm |
| 15 |
Applizierkopf |
| 17 |
Ausfahrrichtung |
| 19 |
Riemenscheibe |
| 21 |
Riemenscheibe |
| 23 |
Motor |
| 25 |
Schnapp-Blattfeder |
| 27 |
Schnapp--Blattfeder |
| 29 |
Trägerplattform |
| 31 |
Traverse |
| 33 |
Traverse |
| 35 |
Führungsstab |
| 37 |
Führungsstab |
| 39 |
Öse |
| 41 |
Öse |
| 43 |
Bodenabschnitt |
| 45 |
Wandabschnitt |
| 47 |
Wandabschnitt |
| 49 |
Ausnehmung |
| 51 |
Stift |
| 53 |
Stift |
| 55 |
Abdeckung |
| 57 |
Abdeckung |
| 59 |
Lochplatte |
| 61 |
Lüfter |
| 63 |
Rahmenstab |
| 65 |
Bodenplatte |
| 67 |
Hall-Sensor |
| 69 |
Teilungslinie |
| 71 |
Teilungslinie |
| 73 |
Stift |
1. Applikator zum Aufbringen von Etiketten auf Waren, mit einem ausfahrbaren, an dem
ausfahrbaren Ende mit einem Applizierkopf (15) versehenen Manipulatorarm (13),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Applizierkopf (15) über wenigstens ein Schnappfederelement (25, 27) an dem Manipulatorarm
(13) gehaltert ist.
2. Applikator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Schnappfederelement (25, 27) als ein bistabiles Schnappfederelement
ausgebildet ist.
3. Applikator nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Applikator (11) derart ausgelegt ist, dass das Rückschnappen des jeweiligen Schnappfederelements
(25, 27) aus einer stabilen umgeschnappten Stellung in eine stabile Grundstellung
durch Einfahren des Applizierkopfs (15) gegen einen am Manipulierarm (13) vorgesehenen
Anschlag (73) erfolgt.
4. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Schnappfederelement (25, 27) als eine in einer stabilen Grundstellung
in Ausfahrrichtung (17) des Manipulatorarms (13) gebogene, insbesondere bogenförmig
gespannte, Blattfeder ausgebildet ist.
5. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Schnappfederelement (25, 27) mit seinen beiden Enden am Manipulatorarm
(13) gelagert ist.
6. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Manipulatorarm (13) an seinem ausfahrbaren Ende eine Trägerplattform (29) aufweist,
wobei bevorzugt die Trägerplattform (29) einen Bodenabschnitt (43) und zwei von dem
Bodenabschnitt (43) in Ausfahrrichtung (17) ragende, einander gegenüberliegende Seitenabschnitte
(45, 47), insbesondere Fortsätze, umfasst, zwischen denen das jeweilige Schnappfederelement
(25, 27) gelagert ist.
7. Applikator nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Schnappfederelement (25, 27) mit seinen beiden Enden in entsprechende
Ausnehmungen (49) der beiden Seitenabschnitte (45, 47) lose eingreift.
8. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Schnappfederelement (25, 27) an seinen beiden Enden in Ausfahrrichtung
(17) schwimmend gelagert ist.
9. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass eine Lagerung des jeweiligen Schnappfederelements (25, 27) sich an beiden Enden des
jeweiligen Schnappfederelements (25, 27) in Ausfahrrichtung erstreckende Führungselemente
(51, 53), insbesondere Stifte, umfasst, die als lateraler Anschlag für die beiden
Enden des jeweiligen Schnappfederelements (25, 27) wirken.
10. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zur Beaufschlagung des jeweiligen Schnappfederelements (25, 27) mit einer entgegen
der Ausfahrrichtung (17) wirkenden Kraft das jeweilige Schnappfederelement (25, 27)
zwischen zwei mit dem Applizierkopf (15) fest verbundenen Traversen (31, 33) gehalten
ist.
11. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zwei insbesondere identische Schnappfederelemente (25, 27) vorgesehen sind, die insbesondere
parallel zueinander angeordnet sind.
12. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass das jeweilige Schnappfederelement (25, 27) reversibel austauschbar ist und/oder mehrere
Schnappfederelemente (25, 27) oder Gruppen von Schnappfederelementen (25, 27) vorgesehen
sind, die sich in ihrer Federkennlinie voneinander unterscheiden und die selektiv
zur Halterung des Applizierkopfs (15) an dem Manipulatorarm (13) verwendet werden.
13. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass eine elastische Lagerung und/oder eine zusätzliche Federlagerung für eine Applizierplatte
(59) des Applizierkopfs (15) vorgesehen ist.
14. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass eine Zwangsführung (35, 37, 39, 41) vorgesehen ist, die dazu ausgebildet ist, ein
Kippen des Applizierkopfs (15) gegenüber der Ausfahrrichtung (17) in einer stabilen
Grundstellung und/ oder bei einem Aus- und/oder Einfahren des Applizierkopfs (13)
zu unterbinden.
15. Applikator nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass eine Umschnapperkennungseinrichtung vorgesehen ist, um ein Umschnappen des Schnappfederelements
(25, 27) zu erkennen, wobei insbesondere der Applikator (11) dazu ausgelegt ist, bei
Erkennen eines Umschnappens das ausfahrbare Ende des Manipulatorarms (13) entgegen
der Ausfahrrichtung (17) zurückzuziehen.