[0001] Die Erfindung betrifft einen Straßenfertiger gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Straßenfertiger dienen zur Herstellung von Straßenbelägen aus Asphalt, aber auch
anderen Straßenbaumaterialien, wie zum Beispiel Beton. Solche Straßenfertiger sind
selbstfahrend ausgebildet. Dazu verfügen Sie über ein Fahrwerk, bei dem es sich um
ein Kettenfahrwerk oder ein Radfahrwerk handeln kann.
[0003] Straßenfertiger weisen in Einbaurichtung gesehen mindestens einen vorderen Vorratsbehälter
zur Aufnahme des Straßenbaumaterials, insbesondere heißen bituminösen Asphaltmaterials,
auf. Das Asphaltmaterial wird vom Vorratsbehälter mittels eines Förderers unter einer
Plattform mit einem Bedienstand zu einer hinteren Verteilerschnecke transportiert,
die das noch heiße bituminöse Straßenbaumaterial über die Arbeitsbreite des Straßenfertigers
vor mindestens einer hinteren Einbaubohle verteilt.
[0004] Im Bereich der Verteilerschnecke entstehen vom heißen bituminösen Straßenbaumaterial
abgesonderte gesundheitsgefährdende Dämpfe. Diese Dämpfe können aus dem Bereich der
Verteilerschnecke zum Bedienstand gelangen und dadurch die Bedienungsperson des Straßenfertigers
gefährden. Um dieses zu verhindern, ist es bekannt, Straßenfertiger mit einer Absaugeinrichtung
für die vom Straßenbaumaterial abgesonderten heißen Bitumendämpfe vorzusehen.
[0005] Die bekannten Absaugeinrichtungen sind recht aufwendig und erfordern eine Anpassung
des Straßenfertigers, insbesondere im Raum zwischen dem Förderer und dem mit Abstand
darüber liegenden Bedienstand bzw. die diesen tragende Plattform.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Straßenfertiger zu schaffen, der
über eine einfach aufgebaute und problemlos in das Grundkonzept des Straßenfertigers
zu integrierende Absaugeinrichtung aufweist.
[0007] Ein Straßenfertiger zur Lösung dieser Aufgabe weist die Merkmale des Anspruchs 1
auf. Bei diesem Straßenfertiger ist die Absaugeinrichtung als ein Absaugmodul ausgebildet,
das mit Abstand über dem Förderer unter dem Bedienstand bzw. der diesen tragenden
Plattform befestigt ist. Ein solches Absaugmodul ist als eigenständige Baugruppe herstellbar
und lässt sich einfach dem Straßenfertiger zuordnen, insbesondere auch nachrüsten.
Der Absaugmodul lässt sich platzsparend im Raum über dem Förderer unterbringen und
dort unter dem Bedienstand bzw. der diesen und gegebenenfalls mindestens einen Verbrennungsmotor
tragenden Plattform befestigen.
[0008] Bevorzugt ist der Absaugmodul so ausgebildet, dass er die Dämpfe vom Straßenbaumaterial
aus dem Bereich der Verteilerschnecke ansaugt oder absaugt und die Dämpfe im Bereich
des Vorratsbehälters und/oder eines Auspuffs des Verbrennungsmotors ausbläst oder
ableitet. Dadurch sind die Dämpfe gezielt aus dem die Bedienungsperson gefährdenden
Bereich eines Schneckenraums um die Verteilerschnecke entfernbar, so dass sie nicht
zum Bedienstand gelangen können. Die aus dem Schneckenraum abgesaugten Dämpfe werden
in den Bereich des Vorratsbehälters vor dem Bedienstand transportiert und dort ins
Freie geblasen. Hier können die Dämpfe die Bedienungsperson des Straßenfertigers nicht
beeinträchtigen. Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, die Dämpfe einem Auspuff
des Verbrennungsmotors zuzuführen. Die Dämpfe vom insbesondere bituminösen Straßenbaumaterial
werden dann zusammen mit den Abgasen des Verbrennungsmotors durch den über dem Bedienstand
endenden Auspuff ins Freie geleitet. Hier treten die Dämpfe zusammen mit den Abgasen
sozusagen über dem Kopf der Bedienungsperson des Straßenfertigers aus, ohne diese
gefährden zu können.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung verfügt der Absaugmodul über
zwei beabstandete Wandungen zur Bildung mindestens eines von den Wandungen eingeschlossenen,
vorzugsweise flachen, Hohlraums. Der Hohlraum kann zum Transport der angesaugten schädlichen
Dämpfe von zum Beispiel bituminösem Straßenbaumaterial dienen. Durch die beiden beabstandeten
Wandungen lässt sich ein luftdichter Hohlraum bilden, der an der Unterseite zum tieferliegenden
Förderer begrenzt wird und an der Oberseite zum Bedienstand bzw. der diesen tragenden
Plattform begrenzt ist. Dadurch braucht die Plattform selbst nicht luftdicht ausgebildet
zu sein.
[0010] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung des Straßenfertigers sieht es vor, den Absaugmodul
an seiner zur Verteilerschnecke weisenden hinteren Stirnseite mit einer Ansaugöffnung
für die vom heißen Straßenbaumaterial im Bereich der Verteilerschnecke, insbesondere
des Schneckenraums, abgesonderten, gesundheitsbedenklichen Dämpfe zu versehen. Die
Ansaugöffnung ist bevorzugt als ein schmaler Schlitz ausgebildet, der sich über die
gesamte Breite des Ansaugmoduls erstreckt. Dadurch entsteht eine Art Schlitzdüse zur
wirksamen Absaugung der Dämpfe aus dem Schneckenraum. Um die Wirksamkeit der Absaugung
von Dämpfen aus dem Schneckenraum zu verbessern, ist es bevorzugt vorgesehen, den
Schneckenraum mindestens teilweise durch Wandungen abzuschirmen. Der Schneckenraum
braucht nicht vollständig luftdicht abgeschlossen zu sein. Es reicht, wenn er größtenteils
abgedeckt oder umschlossen ist, so dass der durch die Ansaugöffnung erzeugte Luftstrom
im Schneckenraum die Dämpfe zumindest größtenteils in den Absaugmodul hineinsaugen
kann. Dadurch ist eine wirksame Absaugung schädlicher Dämpfe des heißen Straßenbaumaterials
gewährleistet und es wird verhindert, dass an anderen Stellen des Schneckenraums Dämpfe
in einem solchen Ausmaß austreten, dass sie die Bedienungsperson auf dem Bedienstand
beeinträchtigen können.
[0011] Es ist weiterhin bevorzugt vorgesehen, den Absaugmodul an seiner zum Vorratsbehälter
weisenden Stirnseite mit mindestens einer Auslassöffnung für die vom heißen Straßenbaumaterial
abgesonderten und abgesaugten Dämpfe zu versehen. Dadurch werden die schädlichen Dämpfe
quasi an der Rückseite des Bedienstands zur Vorderseite desselben (in Einbaurichtung
gesehen) transportiert. Es hat sich gezeigte, dass hier die Dämpfe die Bedienungsperson
auf dem Bedienstand nicht oder zumindest nicht nennenswert beeinträchtigen.
[0012] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung mündet die Auslassöffnung
im Bereich des Vorratsbehälters. Zusätzlich oder alternativ kann die Auslassöffnung
vorzugsweise über einen Auslasskanal mit dem Auspuff des Verbrennungsmotors verbunden
sein. Dadurch werden die Dämpfe zusammen mit den Abgasen des Verbrennungsmotors ins
Freie geleitet, und zwar typischerweise an einer Stelle, die dazu führt, dass weder
die Abgase noch die Dämpfe den Bereich des Bedienstands erreichen können. Eine Gefährdung
der Bedienungsperson durch die schadhaften Dämpfe, die vom heißen Straßenbaumaterial
ausgehen, wird dadurch besonders zuverlässig vermieden.
[0013] Die Erfindung sieht es bevorzugt vor, den Hohlraum des Absaugmoduls zu unterteilen.
Vorzugsweise geschieht die Unterteilung des Absaugmoduls derart, dass ein Ansaugabschnitt
und ein Auslassabschnitt entstehen. Bevorzugt liegen beide Abschnitte in Einbaurichtung
gesehen hintereinander im Hohlraum. Dabei sind dem Ansaugabschnitt die mindestens
eine Ansaugöffnung und dem Auslassabschnitt mindestens eine Auslassöffnung zugeordnet.
Durch die Unterteilung des Hohlraums ist es möglich, im Absaugmodul eine gerichtete
Luftströmung aufzubauen, indem nur in einem Teil des Hohlraums angesaugt wird und
über einen anderen Teil des Hohlraums die angesaugten Dämpfe ausgeblasen werden. Dadurch
entsteht ein besonders kompakter Absaugmodul, der kaum zusätzlich Platz bzw. Raum
zwischen dem Förderer und dem mit Abstand darüber angeordneten Bedienstand bzw. der
Plattform des Bedienstands benötigt.
[0014] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausbildung des Straßenfertigers ist im Hohlraum
mindestens ein Luftströmungserzeuger vorgesehen. Dieser transportiert die angesaugten
Dämpfe durch den Hohlraum des Absaugmoduls, um sie am zum Vorratsbehälter weisenden
(vorderen) Ende des Absaugmoduls abzuführen. Bevorzugt ist der mindestens eine Luftströmungserzeuger
dem Ansaugabschnitt und dem Auslassabschnitt zugeordnet. Dadurch kann der Luftströmungserzeuger
im Ansaugabschnitt einen Saug-Luftstrom erzeugen und im Auslassabschnitt einen Druck
zum Abtransportieren der angesaugten Gase aufbauen. Insbesondere ist der mindestens
eine Luftströmungserzeuger zwischen dem Ansaugabschnitt und dem Auslassabschnitt angeordnet.
Dadurch bildet der mindestens eine Luftströmungserzeuger eine Verbindung oder eine
Art Brücke zwischen beiden in Einbaurichtung gesehen aufeinanderfolgenden Abschnitten.
[0015] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung des Absaugmoduls ist ein der Ansaugöffnung
gegenüberliegender Endbereich des Ansaugabschnitts mit einer Ansaugseite des mindestens
einen Luftströmungserzeugers verbunden, während ein der Auslassöffnung gegenüberliegender
Endbereich des Auslassabschnitts einer Druckseite des mindestens einen Luftströmungserzeugers
zugeordnet ist. Dadurch ist vom mindestens einen Luftströmungserzeuger ein kontinuierlicher,
über die gesamte Länge des Hohlraums des Absaugmoduls durchgehender Gasstrom bzw.
Dampfstrom erzeugbar, und zwar bevorzugt kontinuierlich. Längs des Hohlraum im Absaugmodul
werden die Dämpfe aus dem Schneckenraum zunächst durch Saugen bis zum mindestens einen
Strömungserzeuger transportiert und anschließend unter Druck weitertransportiert zur
Auslassöffnung des Hohlraums.
[0016] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Straßenfertigers,
- Fig. 2
- einen Vorderansicht des Straßenfertigers der Fig. 1 in teilweise geschnittenem Zustand,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Absaugmoduls des Straßenfertigers der Fig. 1 und
2,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Absaugmoduls der Fig. 3,
- Fig. 5
- einen Querschnitt V-V durch den in der Fig. 4 gezeigten Absaugmodul, und
- Fi g. 6
- eine schematische Seitenansicht eines Straßenfertigers gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0017] Der in den Fig. 1, 2 und 6 schematisch dargestellte Straßenfertiger dient zur Herstellung
von Straßenbelägen. Bei den Straßenbelägen handelt es sich um solche aus bituminösem
Straßenbaumaterial wie zum Beispiel Asphalt. Der Straßenfertiger kann aber auch zur
Herstellung von Straßenbelägen aus anderen Materialien, beispielsweise Beton, eingesetzt
werden.
[0018] Der Straßenfertiger ist selbstfahrend ausgebildet. Dazu verfügt er über eine zentrale
Antriebseinheit 10, die mindestens einen Verbrennungsmotor aufweist, der Hydraulikpumpen
zur Versorgung von Hydraulikmotoren und gegebenenfalls mindestens einen Generator
zur Erzeugung von Energie für elektrische Antriebe und/oder Heizungen aufweist. Abgase
des Verbrennungsmotors werden durch einen Auspuff 11 ins Freie geleitet. Die Antriebseinheit
10 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel zusammen mit einem Bedienstand 12 auf einer
Plattform 13 angeordnet.
[0019] Der Straßenfertiger verfügt im Übrigen über ein Fahrwerk 14. Dieses Fahrwerk 14 ist
im gezeigten Ausführungsbeispiel als ein Raupenfahrwerk ausgebildet. Das Fahrwerk
14 des Straßenfertigers kann aber auch ein Radfahrwerk sein. Das Fahrwerk 14 wird
von der Antriebseinheit 11 derart angetrieben, dass der Straßenfertiger 10 in Einbaurichtung
15 des herzustellenden Straßenbelags vorwärtsbewegbar ist.
[0020] In Einbaurichtung 15 gesehen ist vor der Antriebseinheit 11 ein wannen- bzw. muldenartig
ausgebildeter Vorratsbehälter 19 angeordnet. Der Vorratsbehälter 19 nimmt einen Vorrat
des zur Herstellung des Straßenbelags dienenden Materials, und zwar insbesondere eines
heißen, bituminösen Materials, beispielsweise Asphalt, auf.
[0021] In Einbaurichtung 15 gesehen ist hinter dem Fahrwerk 14 und der Plattform 13 mit
dem Bedienstand 12 eine sich quer über die Arbeitsbreite des Straßenfertigers erstreckende
Verteilerschnecke 16 angeordnet. In Einbaurichtung 15 hinter der Verteilerschnecke
16 ist eine sich auch über die gesamte Arbeitsbreite des Straßenfertigers erstreckende,
quergerichtete Einbaubohle 17 vorgesehen. Die Einbaubohle 17 und gegebenenfalls auch
die Verteilerschnecke 16 sind durch hydraulisch verschwenkbare nicht gezeigte Tragarme
auf- und abbewegbar hinten am Straßenfertiger angelenkt, und zwar vorzugsweise am
Fahrwerk 14 und/oder der Antriebseinheit 10. Die Einbaubohle 17 und die Verteilerschnecke
16 können sowohl breitenunveränderlich als auch breitenveränderlich sein. Im letztgenannten
Falle verfügt der Straßenfertiger über eine variable Arbeitsbreite, die über die Breite
des Fahrwerks 10 hinausgehen kann, und zwar vorzugsweise zu beiden Seiten.
[0022] Die Verteilerschnecke 16 dient dazu, dass heiße Straßenbaumaterial vor der Einbaubohle
17, also über die gesamten Arbeitsbreite des Straßenfertigers, möglichst gleichmäßig
zu verteilen. Das führt zu einer Vermischung des Straßenbaumaterials, wodurch aus
dem heißen Straßenbaumaterial Dämpfe entweichen.
[0023] Durch einen im gezeigten Ausführungsbeispiel als Kratzerförderer 18 ausgebildeten
Förderer wird das heiße Straßenbaumaterial vom Vorratsbehälter 19 entgegen der Einbaurichtung
15 in den Bereich der Verteilerschnecke 16 hinter der Antriebseinheit 10 und dem Fahrwerk
14 transportiert. Der horizontale Kratzerförderer 18 befindet sich am Boden eines
Verbindungskanals 20 unter der Plattform 13 für die Antriebseinheit 10 mit dem Bedienstand
12. Der Verbindungskanal 20 erstreckt sich vom Vorratsbehälter 19 zum hinter der Antriebseinheit
10 angeordneten Schneckenraum 21 mit der Verteilerschnecke 16. Der Schneckenraum 21
ist beim gezeigten Straßenfertiger eingehaust durch eine Abdeckung 22. Diese Abdeckung
22 schließt den Schneckenraum 21 zumindest größtenteils ab. Die Abdeckung 22 kann
den Schneckenraum 21 allerdings nicht vollständig luft- oder gasdicht abschließen.
[0024] Die trotz der Abdeckung 22 aus dem Schneckenraum 21 austretenden Dämpfe, die vom
noch heißen bituminösen Straßenmaterial abgesondert werden, könnten zum Bedienstand
12 gelangen. Da diese Dämpfe gesundheitsschädlich sind, gefährden sie die Bedienungsperson
auf dem Bedienstand 12. Um das zu vermeiden, verfügt der Straßenfertiger über eine
Absaugeinrichtung. Diese Absaugeinrichtung ist erfindungsgemäß als ein Absaugmodul
23 ausgebildet. Der Absaugmodul 23 ist im oberen Deckenbereich des Verbindungskanals
20 angeordnet. Dabei erstreckt sich der Absaugmodul 23 zwischen der Verteilerschnecke
16 im Schneckenraum 21 und dem Vorratsbehälter 19. Der Absaugmodul 23 ist mit Abstand
über dem Kratzerförderer 18 unter der Plattform 13 der Antriebseinheit 10, insbesondere
des Bedienstands 12, angeordnet, insbesondere befestigt. Bei der Plattform 13 oder
einem Teil derselben kann es sich auch gleichzeitig um einen Boden des Bedienstands
12 handeln.
[0025] Der in den Fig. 3 bis 5 ausführlich dargestellte Absaugmodul 23 weist zwei größtenteils
voneinander beabstandete Wandungen 24, 25 auf, zwischen denen ein flacher Hohlraum
26 im Deckenbereich des Verbindungskanals 20 gebildet wird. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
ist eine obere Wandung 24 gewölbt und die untere Wandung 25 ebenflächig. Die Wölbung
der oberen Wandung 24 ist derart gerichtet, dass durch die Wölbung der oberen Wandung
24 der Hohlraum 26 zwischen den Wandungen 24 und 25 im Inneren des Absaugmoduls 23
entsteht.
[0026] Der längliche, flache Hohlraum 26 erstreckt sich in Einbaurichtung 15 zwischen dem
Schneckenraum 21 und dem Vorratsbehälter 19. Quer zur Einbaurichtung 15 verlaufende
gegenüberliegende Stirnseiten an den Enden des Absaugmoduls 23 sind teilweise offen.
Dadurch entsteht an der zum Schneckenraum 21 mit der Verteilerschnecke 16 weisenden
Rückseite des Hohlraums 26 eine Ansaugöffnung 27 und an der gegenüberliegenden vorderen
Stirnseite eine Auslassöffnung 18. Die Ansaugöffnung 27 erstreckt sich über nahezu
die gesamte Stirnseite des Hohlraums 26, so dass diese fast vollständig offen ist.
Die Ansaugöffnung 27 ist dadurch als ein relativ breiter, schmaler Schlitz nach Art
einer Schlitzdüse ausgebildet. Die Auslassöffnung 28 erstreckt sich nur über einen
mittleren Teil, vorzugsweise etwa die mittlere Hälfte der Stirnseite des Hohlraums
26, so dass die Stirnseite nur zum Teil offen ist zur Bildung der ebenfalls schlitzartigen
Auslassöffnung 28, die im Vergleich zur Ansaugöffnung 27 allerdings schmaler ist.
[0027] Der Hohlraum 26 ist quer zur Längsrichtung des Straßenfertigers unterteilt in einen
Ansaugabschnitt 29 und einen Auslassabschnitt 30. Der Ansaugabschnitt 29 geht von
der Ansaugöffnung 27 aus. Der Auslassabschnitt 30 endet an der Auslassöffnung 28.
In Einbaurichtung 15 gesehen ist vor dem Ansaugabschnitt 29 der Auslassabschnitt 30
angeordnet. Etwa in der Mitte des Hohlraums 26 sind der Ansaugabschnitt 29 und der
Auslassabschnitt 30 durch mindestens eine Trennwand voneinander getrennt. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel sind zwei voneinander beabstandete Trennwände 31, 32 vorgesehen,
so dass zwischen ihnen der Hohlraum 26 unterbrochen ist (Fig. 3).
[0028] Der Absaugmodul 23 weist einen Luftströmungserzeuger auf, der im gezeigten Ausführungsbeispiel
von einem Ventilator 33 gebildet ist. Der Ventilator 33 wird von einem Hydraulikmotor
angetrieben. Es kann aber auch ein Elektromotor zum Antrieb des Ventilators 33 vorgesehen
sein. Der Ventilator 33 arbeitet vorzugsweise mit einer Konstanten, so dass er stets
einen etwa gleichen, insbesondere maximalen, Luftdurchsatz erzeugt. Die Drehzahl des
Verbrennungsmotors kann sich dabei ändern, beispielsweise im Bereich von 1.600 U/min
bis 2.200 U/min liegen. Die Betriebsdrehzahl des Ventilators 33 wird so in der Regel
etwa konstant gehalten, und zwar unabhängig von der Drehzahl des Verbrennungsmotors
zum Betrieb und Antrieb des Straßenfertigers. Dadurch erzeugt der Ventilator 33 einen
kontinuierlichen und unter allen Betriebsbedingungen des Straßenfertigers etwa gleichen
bzw. gleichbleibenden Luftstrom im Hohlraum 26 des Absaugmoduls 23.
[0029] Der Ventilator 33 ist etwa mittig der oberen Wandung 24 des Absaugmoduls 23 zugeordnet
und hiermit fest verbunden. Eine Saugseite des Ventilators 33 ist über eine entsprechende
Öffnung in der oberen Wandung 24 des Absaugmoduls 23 mit dem der Ansaugöffnung 27
gegenüberliegenden Ende des Ansaugabschnitts 29 verbunden. Die Druckseite des Ventilators
33 ist über einen Verbindungsschacht 35 an den der Auslassöffnung 28 gegenüberliegenden
Endbereich des Auslassabschnitts 30 angeschlossen. Auf diese Weise werden vom Ventilator
33 Dämpfe aus dem Schneckenraum 21 durch die Ansaugöffnung 27 über den Ansaugabschnitt
29 angesaugt und durch den Auslassabschnitt 30 hindurch an der Auslassöffnung 28 ausgeblasen.
[0030] Beim Straßenfertiger der Fig. 1 bis 5 ist der Auslassöffnung 28 ein schmaler, vertikaler
Auslasskanal 36 zugeordnet. Der Auslasskanal 36 erstreckt sich zwischen der Antriebseinheit
10 und dem Vorratsbehälter 19 senkrecht nach oben zu einem Auslassrohr 37, das im
Auspuff 11 des Verbrennungsmotors des Straßenfertigers mündet. Das Auslassrohr 37
ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als ein flexibles, hitzebeständiges Rohr oder
ein flexibler, hitzebeständiger Schlauch ausgebildet. Dadurch stört das Auslassrohr
37 nicht, wenn der Auspuff 11 beim Öffnen einer Abdeckhaube 38 der Antriebseinheit
10 und/oder beim Absenken des Dachs 41 des Bedienstands 12 zum Tiefladertransport
des Straßenfertigers verschwenkt wird.
[0031] Außerdem ist an der Mündungsstelle des Auslassrohrs 37 im Auspuff 11 ein Absperrschieber
39 vorgesehen. Durch Schließen des Absperrschiebers 39 kann beispielsweise verhindert
werden, dass bei sich nicht in Betrieb befindlichem Absaugmodul 23, also beim stillstehenden
Ventilator 33, Abgase vom Verbrennungsmotor durch den Absaugmodul 23 in den Schneckenraum
21 gelangen. An der Stelle des Absperrschiebers 39 kann auch ein Rückschlagventil
vorgesehen sein, dass nur zum Auspuff 11 strömende Dämpfe durchlässt, aber keine in
entgegengesetzter Richtung zurückströmenden Abgase des Verbrennungsmotors. Alternativ
ist es auch denkbar, die Mündungsstelle des Auslassrohrs im Auspuff 11 so auszubilden,
dass von den Abgasen des Verbrennungsmotors im Auspuff 11 die vom Absaugmodul 23 abgesaugten
Dämpfe aus dem Auslassrohr 37 durch einen Sog angesaugt werden. Dann ist bevorzugt
die Mündungsstelle, insbesondere das im Auspuff 11 mündende Ende des Auslassrohrs
37, also eine Düse, zum Beispiel eine Venturidüse, ausgebildet.
[0032] Bei der zuvor beschriebenen Verbindung der Auslassöffnung 28 des Absaugmoduls 23
mit dem Auspuff 11 gelangen die vom Absaugmodul 23 aus dem Schneckenraum 21 abgesaugten
Dämpfe des heißen, bituminösen Straßenbaumaterials im Bereich der Verteilerschnecke
16 und vor der Einbaubohle 17 zusammen mit den Abgasen des Verbrennungsmotors des
Straßenfertigers über den Auspuff 11 ins Freie. Eine in Einbaurichtung 15 weisende
Ausblasöffnung 40 am oberen Ende des Auspuffs 11 befindet sich oberhalb des Bedienstands
12, insbesondere oberhalb seines Dachs 41 desselben, wodurch die aus dem Auspuff 11
austretenden Abgase und die aus dem Schneckenraum 21 abgesaugten Dämpfe vom heißen
Straßenbaumaterial nicht in den Bereich des Bedienstands 12 gelangen können und dadurch
den Fahrer der Straßenbaumaschine nicht beeinträchtigen.
[0033] Die Fig. 6 zeigt einen Straßenfertiger gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Dieser Straßenfertiger verfügt über den gleichen Absaugmodul 23, der
beim zuvor beschriebenen Straßenfertiger der Fig. 1 bis 5 vorgesehen ist. Insoweit
werden für gleiche Teile gleiche Bezugsziffern verwendet.
[0034] Der Straßenfertiger der Fig. 6 unterscheidet sich von demjenigen der Fig. 1 bis 5
nur dadurch, dass der an die Auslassöffnung 28 des Absaugmoduls 23 anschließende vertikale
Verbindungsschacht 35 hinter dem Vorratsbehälter 19 nicht im Auspuff 11 mündet, sondern
oberhalb des Vorratsbehälters 19 endet mit einer in Einbaurichtung 11 weisenden Ausblasöffnung
42. Die etwa vertikale oder leicht geneigte Ausblasöffnung 42 erstreckt sich über
die gesamte Breite am oberen Ende des Verbindungsschachts 35. Durch die Ausblasöffnung
42 werden die durch den Absaugmodul 23 im Schneckenraum 21 angesaugten Dämpfe vom
heißen Straßenbaumaterial vor dem Bedienstand 12 etwas oberhalb des Vorratsbehälters
19 in Einbaurichtung 19 ausgeblasen. Die oberhalb des Vorratsbehälters 19 aus der
Ausblasöffnung 42 ausströmenden Dämpfe können infolge des Ausströmens in Einbaurichtung
15 oberhalb des Vorratsbehälters 19 nicht zum Bedienstand 12 gelangen. Die aus dem
Schneckenraum 21 vom Absaugmodul 23 abgesaugten Dämpfe vereinigen sich vielmehr mit
den vom heißen Straßenbaumaterial im Vorratsbehälter 19 abgesonderten Dämpfen. Dabei
bilden die mit Druck die Ausblasöffnung 42 verlassenden Dämpfe aus dem Schneckenraum
21 eine Art Luftschleier über dem Vorratsbehälter 19, der verhindert, dass Dämpfe,
die das heiße bituminöse Straßenbaumaterial im Vorratsbehälter 19 absondert, beim
Vorwärtsfahren des Straßenfertigers in Einbraurichtung 15 in den Bedienstand 12 gelangen
können. Vielmehr sorgt der Luftschleier der horizontal aus der Ausblasöffnung 42 austretenden
Dämpfe vom Schneckenraum 21 dafür, dass die Dämpfe aus dem Schneckenraum 21 und aus
dem Vorratsbehälter 19 nach vorn unter den Straßenfertiger und/oder seitlich neben
den Straßenfertiger abströmen, ohne in den Bereich des Bedienstands 12 zu gelangen
und dort den Fahrer zu beeinträchtigen.
Bezugszeichenliste:
[0035]
- 10
- Antriebseinheit
- 11
- Auspuff
- 12
- Bedienstand
- 13
- Plattform
- 14
- Fahrwerk
- 15
- Einbaurichtung
- 16
- Verteilerschnecke
- 17
- Einbaubohle
- 18
- Kratzerförderer
- 19
- Vorratsbehälter
- 20
- Verbindungskanal
- 21
- Schneckenraum
- 22
- Abdeckung
- 23
- Absaugmodul
- 24
- Wandung (oben)
- 25
- Wandung (unten)
- 26
- Hohlraum
- 27
- Ansaugöffnung
- 28
- Auslassöffnung
- 29
- Ansaugabschnitt
- 30
- Auslassabschnitt
- 31
- Trennwand
- 32
- Trennwand
- 33
- Ventilator
- 34
- Hydraulikmotor
- 35
- Verbindungsschacht
- 36
- Auslasskanal
- 37
- Auslassrohr
- 38
- Abdeckhaube
- 39
- Absperrschieber
- 40
- Ausblasöffnung
- 41
- Dach
- 42
- Ausblasöffnung
1. Straßenfertiger mit einem antreibbaren Fahrwerk (14), mindestens einer in Einbaurichtung
(15) hinten am Fahrwerk (14) auf- und abbewegbar angehängten Einbaubohle (17), einer
vor der Einbaubohle (17) angeordneten Verteilerschnecke (16), einem über dem Fahrwerk
(14) angeordneten Bedienstand (12) und mindestens einem Verbrennungsmotor, wenigstens
einem vor dem Bedienstand (12) auf dem Fahrwerk (14) angeordneten Vorratsbehälter
(19) für heißes Straßenbaumaterial, einem sich unter dem Bedienstand (12) vom Vorratsbehälter
(19) zur Verteilerschnecke (16) erstreckenden Förderer, und einer Absaugeinrichtung
für Dämpfe vom heißen Straßenbaumaterial, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung als ein Absaugmodul (23) ausgebildet ist und der Absaugmodul
(23) mit Abstand über dem Förderer unter dem Bedienstand (12) befestigt ist.
2. Straßenfertiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfe vom Straßenbaumaterial vom Absaugmodul (23) aus dem Bereich der Verteilerschnecke
(16) absaugbar und im Bereich des Vorratsbehälters (19) und/oder eines Auspuffs (11)
des Verbrennungsmotors ausblasbar sind.
3. Straßenfertiger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Absaugmodul (23) zwei beabstandete Wandungen (24, 25) zur Bildung mindestens
eines von den Wandung (24, 25) eingeschlossenen Hohlraums (26), vorzugsweise eines
flachen Hohlraums (26), aufweist.
4. Straßenfertiger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Absaugmodul (23) an seiner zur Verteilerschnecke (16) weisenden (hinteren) Stirnseite
eine Ansaugöffnung (27) für Dämpfe vom heißen Straßenbaumaterial aus dem Bereich der
Verteilerschnecke (16) aufweist.
5. Straßenfertiger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Absaugmodul (23) an seiner zum Vorratsbehälter (19) weisenden (vorderen) Stirnseite
eine Auslassöffnung (28) für die abgesaugten Dämpfe aufweist.
6. Straßenfertiger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslassöffnung (28) in den Vorratsbehälter (19) mündet und/oder die Auslassöffnung
(28) mit dem Auspuff (11) des Verbrennungsmotors verbunden ist.
7. Straßenfertiger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (26) des Absaugmoduls (23) unterteilt ist, vorzugsweise in einen Ansaugabschnitt
(29) und einen Auslassabschnitt (30), wobei der Ansaugabschnitt (29) und der Auslassabschnitt
(30) in Einbaurichtung (15) gesehen hintereinanderliegend im Hohlraum (26) angeordnet
sind und vorzugsweise dem Ansaugabschnitt (29) die Ansaugöffnung (27) sowie dem Auslassabschnitt
(30) die Auslassöffnung (28) zugeordnet sind.
8. Straßenfertiger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Hohlraum (26) des Absaugmoduls (23) mindestens ein Strömungserzeuger angeordnet
ist, vorzugsweise dem Ansaugabschnitt (29) und dem Auslassabschnitt (30) mindestens
ein gemeinsamer Strömungserzeuger zugeordnet ist, der insbesondere zwischen dem Ansaugabschnitt
(29) und dem Auslassabschnitt (30) angeordnet ist und/oder den Ansaugabschnitt (29)
und den Auslassabschnitt (30) miteinander strömungstechnisch verbindet.
9. Straßenfertiger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein der Ansaugöffnung (27) gegenüberliegender Endbereich des Ansaugabschnitts (29)
mit einer Ansaugseite des mindestens einen Luftströmungserzeugers und ein der Auslassöffnung
(28) gegenüberliegender Endbereich des Auslassabschnitts (30) mit einer Druckseite
des mindestens einen Luftströmungserzeugers verbunden ist.
10. Straßenfertiger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaugöffnung (27) als ein schmaler Schlitz ausgebildet ist, der sich mindestens
über einen Großteil der Breite des Absaugmoduls (23) und/oder Breite des Förderers
bzw. der Breite der Verteilerschnecke (16) erstreckt.