[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung im Boden
zum Abschirmen von Erschütterungen sowie eine entsprechende Vorrichtung zum Herstellen
einer solchen Abschirmanordnung im Boden.
[0002] Von Schienen- und Straßenfahrzeugen, die überirdisch oder auch unterirdisch geführt
sind, gehen Erschütterungen bzw. Schwingungen aus, die sich durch den Boden ausbreiten.
Um derartige Schwingungen und den hiervon ausgehenden Einfluss auf im Schwingungsbereich
befindliche Bauwerke abzumindern, sind bereits verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen
worden.
[0003] Aus der
DE 195 04 363 C2 ist eine Wandkonstruktion zum Schutz von Gebäuden vor Erschütterungen bekannt, die
durch das Erdreich übertragen werden. Die Wandkonstruktion umfasst einen im Erdreich
angeordneten und gegen das Erdreich von gegenüberliegenden Wänden begrenzten Luftschlitz,
der zwischen der Erschütterungsquelle und dem Gebäude angeordnet ist. Der Fußpunkt
des Luftschlitzes ist gegen eindringendes Grundwasser bzw. Erdreich abgesperrt. Der
Luftschlitz wird durch zwei Spundwände begrenzt.
[0004] Im Artikel "
Erschütterungsabschirmung im Boden" von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Haupt, abgedruckt
in VDI-Berichte Nr. 2063, 2009, Seiten 299 bis 311 werden weitere bekannte Lösungen zur Abschirmung von Erschütterungen beschrieben.
Danach wird als ein praktisch erprobtes Verfahren zur Herstellung eines quasi offenen
vertikalen Schlitzes das Einbringen einer Gasmatte in einen mit Betonitsuspension
gestützten Bodenschlitz beschrieben. Die Gasmatte besteht aus horizontalen, röhrenförmigen
Zellen aus Plastik/Aluminiumlaminat, welche übereinander, sich zum Teil überlappend,
angeordnet sind. Die röhrenförmigen Zellen sind mit Gas gefüllt, dessen Druck an den
Druckzustand im Boden angepasst ist. Als weitere Möglichkeit wird die Verwendung von
Abschirmkörpern in Form von Betonkörpern beschrieben. Die Abschirmkörper werden an
oder nahe der Oberfläche eingebracht. Eine weitere Möglichkeit zur Abschirmung von
Erschütterungen stellt die Verwendung von Bohrloch-und Pfahlreihen dar.
[0005] Insbesondere bei nicht oder nur wenig standfesten Böden, wie z. B. Sanden oder Kiesen,
ist die Herstellung und Offenhaltung eines Bodenschlitzes mit erheblichem Aufwand
verbunden. Hierfür ist beispielsweise eine seitliche Stützung mit einer temporären
Verbauwand oder mit Stützflüssigkeit erforderlich. Beim Einsatz von Stützflüssigkeit
besteht das Risiko des Versagens des offenen Schlitzes, was zu Bodenverformungen führen
und Schäden an nahegelegenen Gleis- oder Verkehrsanlagen verursachen kann. Die Herstellung
einer temporären Verbauwand hingegen ist sehr geräte- und arbeitsintensiv und somit
verhältnismäßig aufwendig.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung von Abschirmanordnungen im Boden vorzuschlagen, das sich einfach,
sicher und schnell durchführen lässt. Eine weitergehende Aufgabe besteht darin, eine
Vorrichtung zum Einbringen von Abschirmmittel in Boden vorzuschlagen, die eine einfache,
sichere und schnelle Installation, insbesondere ohne aufwendige Herstellung und Offenhaltung
eines Schlitzes, ermöglicht.
[0007] Die Lösung besteht in einem Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung zum
Abschirmen von Erschütterungen im Boden, mit den Verfahrensschritten: Einbringen eines
Absenkkörpers in den Boden mittels eines Einbringgeräts; Einbringen von Abschirmmittel
in den Absenkkörper, wobei der Absenkkörper an seinem unteren Ende zumindest eine
Öffnung aufweist, durch die das Abschirmmittel nach unten austreten kann; und Ziehen
des Absenkkörpers aus dem Boden, wobei das Abschirmmittel im Boden verbleibt.
[0008] Der Vorteil besteht darin, dass der Absenkkörper durch Verdrängung in den Boden eingebracht
werden kann. Es ist demnach kein separates bzw. vorheriges Herstellen eines Bodenschlitzes
erforderlich, so dass das vorgeschlagene Verfahren zeit- und kosteneffizient ist.
Das Abschirmmittel kann vor oder nach dem Absenken des Absenkkörpers in diesen eingebracht
werden. Beim erneuten Ziehen des Absenkkörpers tritt das Abschirmmittel nach unten
aus diesem heraus, und zwar in den verdrängten Hohlraum, den der Absenkkörper beim
Einbringen in den Boden geschaffen hat. Während des ganzen Vorgangs bilden die Seitenwände
des Absenkkörpers eine sichere Abstützung für umliegendes Erdreich, so dass sich dieses
Verfahren insbesondere für lockere Böden gut eignet. Der Absenkkörper bildet zumindest
eine innere Kammer, in welcher das Abschirmmittel aufgenommen bzw. durch diese hindurchgeführt
werden kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, aufgrund der Verdrängung des Absenkkörpers, kein zu entsorgendes Bohrgut,
wie Boden, beziehungsweise kein zu entsorgendes Rücklaufmaterial, wie Spülmittel,
anfällt. Dies führt zu einem geringeren technischen Aufwand bei der Herstellung einer
Abschirmanordnung im Boden und damit verringerten Kosten.
[0009] Das Abschirmmittel kann mehrere Ausgestaltungen haben. Nach einer ersten Möglichkeit
kann das Abschirmmittel ein oder mehrere vorgefertigte Abschirmelement aufweisen.
Diese Abschirmelemente sind insbesondere als starre Elemente gestaltet, die vor dem
Einsetzen in den Rahmen vorgefertigt werden. Dabei ist die Form des Absenkkörpers
an die Form des Abschirmelements angepasst. Vorzugsweise umfassen die Abschirmelemente
ein Trägermaterial, das beispielsweise eine oder mehrere Stahlmatten aufweisen kann,
sowie ein Dämmmaterial, das beispielsweise in Form von Dämmplatten, wie Styroporplatten,
gestaltet sein kann, die mit dem Trägermaterial fest verbunden sind. Es versteht sich,
dass die vorgefertigten Abschirmelemente auch als selbsttragende Elemente gestaltet
sein können, beispielsweise aus Kunststoff, welche sowohl Trage- als auch Dämmfunktion
beinhalten. Als vorgefertigte Abschirmelemente sind auch Gasmatten mit schützender
Geotextilummantelung geeignet.
[0010] Nach einer weiteren Möglichkeit kann das Abschirmmittel ein aushärtbares Injektionsmaterial
sein, dass während des Ziehens des Absenkkörpers in den dabei gebildeten Erdschlitz
injiziert wird. In diesem Fall weist der Absenkkörper vorzugsweise mehrere Injektionsrohre
auf, durch die das flüssige oder schaumförmige Abschirmmittel beim Ziehen des Absenkkörpers
injiziert werden kann. Als erhärtbares Injektionsmaterial können beispielsweise Kunststoffschäume,
wie Polyurethanschäume, oder Harze verwendet werden. Es ist ferner die Verwendung
von schüttfähigem Material als Abschirmmittel denkbar, beispielsweise ein Granulat,
das Kunststoff und/oder ein anderes schwingungsdämpfendes schüttfähiges Material umfassen
kann.
[0011] Der Absenkkörper kann bei dieser Ausführungsform mit injizierbarem oder schüttbarem
Abschirmmittel in Form einer Bohle gestaltet sein. Die Düsöffnung der Injektionsrohre
befinden sich vorzugsweise an der Unterkante des Absenkkörpers bzw. der Bohle.
[0012] Hinsichtlich der Verfahrensführung sind ebenfalls mehrere Möglichkeiten denkbar.
Nach einer ersten Verfahrensführung kann das Abschirmelement gemeinsam mit dem Absenkkörper,
in darin eingesetztem Zustand, in den Boden eingebracht werden. Nach einer alternativen
zweiten Verfahrensführung wird das bzw. die Abschirmelemente erst in den Absenkkörper
eingesetzt, nachdem letzterer in den Boden eingebracht worden ist.
[0013] Die erste Verfahrensführung eignet sich besonders für robuste Abschirmelemente, wie
mit Styroporplatten versehene Baustahlmatten. Dabei kann nach einer ersten Ausgestaltung
am unteren Ende des Abschirmelements eine Verdrängungsspitze angebracht werden, welche
den Boden beim Einbringen verdrängt. Die Verbindung der Verdrängungsspitze mit dem
Abschirmelement kann beispielsweise mittels versenkten Bolzen oder Schweißen erfolgen.
Der Absenkkörper wird auf das mit Verdrängungsspitze versehene Abschirmelement aufgesetzt,
wobei insbesondere vorgesehen ist, dass die Verdrängungsspitze einen Krafteinleitungsabschnitt
aufweist, der seitlich über das Abschirmelement vorsteht und an dem sich der Absenkkörper
in aufgesetztem Zustand vertikal abgestützen kann. So ist gewährleistet, dass auf
den Absenkkörper einwirkende Kräfte über die zwischen Absenkkörper und Abstützabschnitt
gebildete Flächenpaarung in die Verdrängungsspitze übertragen werden können.
[0014] Alternativ zur Befestigung an dem Abschirmelement kann die Verdrängungsspitze nach
einer zweiten Ausgestaltung auch an einem unteren Ende des Absenkkörpers angebracht
werden. Dabei stützt sich die Verdrängungsspitze an dem Absenkkörper ab, so dass in
den Absenkkörper eingeleitete Kräfte auf die Verdrängungsspitze übertragen werden.
Diese Ausführungsform eignet sich sowohl für die erste, als auch für die zweite obengenannte
Verfahrensführung. Nach beiden Ausgestaltungen mit Verdrängungsspitze verbleibt diese
nach dem Ziehen des Absenkkörpers gemeinsam mit dem Abschirmelement im Boden. Dabei
kann die Verdrängungsspitze nach einer günstigen Weiterbildung so ausgelegt werden,
dass sie als Auftriebssicherung für gegebenenfalls anstehendes Grundwasser dient.
Auf diese Weise wird verhindert, dass das darüberliegende Abschirmelement durch steigendes
Grundwasser aufschwimmen kann.
[0015] Nach einer alternativen Ausgestaltung kann der Absenkkörper, anstelle einer verlorenen
Verdrängungsspitze, an seinem unteren Ende einen Klappenmechanismus aufweisen. Hierfür
können ein oder mehrere Klappen vorgesehen sein, welche die Öffnung des Absenkkörpers
freigeben oder verschließen können. Die zumindest eine Klappe ist zunächst geschlossen,
wenn der Absenkkörper mittels des Einbringgeräts unter Verdrängung in den Boden eingebracht
wird, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Das zumindest eine Abschirmelement kann
dabei nach der ersten oder zweiten Verfahrensführung vor oder nach dem Absenken des
Rahmenkörpers in diesen eingesetzt werden. Anschließend wird der Rahmenkörper wieder
nach oben gezogen, wobei sich die Klappe an dem unteren Ende aufgrund des Eigengewichts
öffnet. Beim weiteren Ziehen des Rahmenkörpers tritt das Abschirmelement aus diesem
nach unten heraus und verbleibt im Boden.
[0016] Unabhängig davon, ob die Abschirmmittel vor oder nach dem Absenken des Absenkkörpers
in diesen eingesetzt werden, wird die lichte Breite des Absenkkörpers so gewählt,
dass zwischen der Innenwand und dem Abschirmelement genügend Spiel vorhanden ist,
um den Absenkkörper nach Einbringen ziehen zu können, ohne das Abschirmelement mitzuziehen
oder zu beschädigen. Dabei wird die lichte Breite und die Materialdicke des Absenkkörpers
so gewählt, dass durch den beim Ziehen entstehenden verbleibenden Ringspalt im Boden
lediglich geringe horizontale Bodenspannungen und daraus resultierende Bodenbewegungen
auftreten.
[0017] Die Lösung der obengenannten Aufgabe besteht weiter in einer Vorrichtung zum Einbringen
von Abschirmmittel in Boden zur Abschirmung von Erschütterungen, umfassend einen Absenkkörper,
der an seinem unteren Ende eine Öffnung aufweist, durch die ein in den Absenkkörper
einbringbares Abschirmmittel nach unten austreten kann; eine Traverse zum Einleiten
von Kräften in den Absenkkörper, wobei die Traverse auf den Absenkkörper lösbar aufsetzbar
ist; und ein Einbringgerät zum Einleiten von Kräften in die Traverse, wobei das Einbringgerät
mit der Traverse zur Krafteinleitung lösbar verbindbar ist.
[0018] Die Vorrichtung eignet sich insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Hiermit ergeben sich die obengenannten Vorteile, auf die hiermit Bezug genommen wird.
Insbesondere ist hervorzuheben, dass der Rahmenkörper durch Verdrängung in den Boden
eingebracht wird. Es ist demnach kein separates bzw. vorheriges Herstellen eines Bodenschlitzes
erforderlich, was Zeit und Kosten spart. Gleichzeitig bilden die Seitenwände des Rahmenkörpers
eine Abstützung für das umliegende Erdreich. Es fällt weder Aushub durch Graben eines
Bodenschlitzes noch Rücklaufmaterial durch Spülen von Erdreich an. Das Abschirmmittel
kann vor oder nach dem Einbringen des Rahmenkörpers in den Boden, auf einfache Weise
in den Hohlraum des Rahmenkörpers eingebracht werden. Das Abschirmmittel tritt beim
erneuten Ziehen des Rahmenkörpers aus dem Boden aus der zumindest einen Öffnung am
unteren Ende aus dem Rahmenkörper heraus.
[0019] Der Absenkkörper ist wiederverwendbar, das heißt nach dem Einbringen eines ersten
Abschirmmittels in den Boden und Ziehen des Absenkkörpers, wird dieser benachbart
zum ersten Abschirmmittel wieder in den Boden eingebracht, so dass hier - an das erste
Abschirmmittel angrenzend - ein weiteres Abschirmmittel in den Boden eingebracht werden
kann. Gemeinsam bilden die in den Boden eingebrachten Abschirmmittel dann eine Anordnung
aus Abschirmmitteln, die auch als Abschirmwandung bezeichnet werden kann. Zwischen
zwei benachbarten Abschirmmitteln kann ein Spalt gebildet sein; eine feste Verbindung
ist nicht zwingend notwendig.
[0020] Das Abschirmmittel kann mehrere Ausgestaltungen haben. Nach einer ersten Möglichkeit
umfasst das Abschirmmittel zumindest ein vorgefertigtes Abschirmelement, das in den
Absenkkörper einsetzbar ist. Nach einer zweiten Möglichkeit kann das Abschirmmittel
ein aushärtbares Injektionsmaterial sein, wobei der Absenkkörper zumindest einen Injektionskanal
aufweist, durch den das aushärtbare Injektionsmaterial beim Ziehen des Absenkkörpers
aus dem Boden injizierbar ist.
[0021] Bei Verwendung vorgefertigter Abschirmelemente sind generell zwei Verfahrensführungen
denkbar. Und zwar kann das zumindest eine Abschirmelement vor dem Einbringen des Absenkkörpers
in den Boden, oder erst danach in den Absenkkörper eingesetzt werden. Erstere Vorgehensweise
ist besonders bei Einsatz von robusten Abschirmelementen geeignet, die derart gestaltet
sind, dass sie beim Einbringen des Rahmens in den Boden aufgrund der eingeleiteten
Kräfte keinen Schaden nehmen. Als Beispiel für einen solches Abschirmelement sei hier
eine vorgefertigte Anordnung aus einer oder mehrerer mit Styroporplatten versehene
Baustahlmatten genannt. Hier kann nach einer bevorzugten Weiterbildung vorgesehen
sein, dass das zumindest eine Abschirmelement an einem unteren Ende eine Verdrängungsspitze
mit einer Druckfläche aufweist, die mit einer entsprechenden Gegenfläche des Absenkkörpers
zusammenwirkt, so dass in den Absenkkörper eingeleitete Kräfte auf die Verdrängungsspitze
übertragen werden.
[0022] Bei Verwendung empfindlicherer Abschirmelemente sollten diese vorzugsweise nach dem
Einbringen des Rahmens in den Boden eingesetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist eine
Anordnung aus Gasmatten mit schützender Geotextilummantelung als Abschirmelement.
Unabhängig von der Ausgestaltung des Abschirmelements ist in jedem Fall vorgesehen,
dass dieses derart gestaltet ist, dass es beim Ziehen des Absenkkörpers aus dessen
Öffnung nach unten heraustreten kann, so dass es den Bodenschlitz ausfüllt.
[0023] Vorzugsweise hat der Absenkkörper, im Querschnitt betrachtet, eine zumindest etwa
rechteckige bzw. längliche Grundform. Für ein effektives Herstellen langer Erschütterungsabschirmungen,
beispielsweise entlang von Verkehrswegen, ist es besonders günstig, wenn eine Länge
des Absenkkörpers um ein Vielfaches größer ist, als eine Breite des Absenkkörpers;
insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Verhältnis von Länge zu Breite des Abschirmmittels
bzw. Abschirmelements größer als 5:1, oder sogar größer als 10:1 ist.
[0024] Zwischen zwei benachbarten in den Boden eingebrachten Abschirmmitteln kann ein Abstand
vorgesehen sein. Es ist auch denkbar, dass die Abschirmmittel in Draufsicht betrachtet
jeweils versetzt zum jeweils benachbarten Abschirmmittel angeordnet sind. Zwischen
zwei einander gegenüberliegenden langen Seitenwänden des Absenkkörpers können ein
oder mehrere Aussteifungselemente vorgesehen sein. Die Aussteifungselemente können
parallel zu den kurzen Seitenwänden über die Höhe des Absenkkörpers verlaufen, so
dass sie zwei Kammern des Absenkkörpers voneinander trennen. In diesem Fall können
zwei Abschirmelemente in den Absenkkörper eingesetzt werden. Die langen und die kurzen
Seitenwände des Absenkkörpers bilden in Draufsicht gemeinsam einen geschlossenen Rahmen;
insofern kann der Absenkkörper auch als Rahmenkörper oder Hohlkörper bezeichnet werden.
[0025] Die Installation der Abschirmmittel bzw. Abschirmelemente erfolgt mit einem oder
mehreren Einbringgeräten. Als Einbringgerät eignen sich vorzugsweise Aufsatzrüttler,
wobei auch andere Geräte, wie Fallhämmer oder Spundbohlenpressen, welche im Tiefbau
zum Einbringen und Ziehen von Spundwandelementen oder Fertigteilpfählen zum Einsatz
kommen, verwendet werden können. Das obere Ende des Absenkkörpers ist so ausgebildet,
dass das Einbringgerät angebracht werden kann, beispielsweise durch Mittel zur Fixierung
von hydraulischen Spannzangen bei Verwendung eines Aufsatzrüttlers oder Aufsetzen
einer Rammhaube bei Verwendung eines Fallhammers. Die Verbindung zwischen dem Einbringgerät
und dem Absenkkörper erfolgt kraftschlüssig, um ein späteres Ziehen des Absenkkörpers
zu ermöglichen. Um zu gewährleisten, dass der Absenkkörper in vertikaler Ausrichtung
in den Boden eingebracht wird, wird das Einbringgerät vorzugsweise mäklergeführt.
Alternativ kann der Absenkkörper durch eine versetz- oder verfahrbare Gerüstkonstruktion
geführt werden
[0026] Die von dem Einbringgerät erzeugten Kräfte bzw. Vibrationen werden über die Traverse
in den Absenkkörper eingeleitet. Dabei hat die Traverse vorzugsweise eine an den Absenkkörper
angepasste Form. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Traverse einen Zentrierabschnitt
zum Zentrieren gegenüber dem Absenkkörper aufweist, sowie einen Wirkabschnitt zum
Einbringen von Kräften in den Absenkkörper. Der Absenkkörper hat entsprechend an seinem
oberen Ende eine Aufnahme für die Traverse und einen Krafteinleitungsabschnitt, über
den Kräfte vom Wirkabschnitt der Traverse eingeleitet werden. Für eine Erhöhung der
Stabilität im Krafteinleitungsabschnitt kann eine Armierung des Absenkkörpers vorgesehen
werden. Die Traverse erfüllt mehrere Funktionen. Erstens bildet sie einen Adapter
zwischen dem Einbringgerät und dem Absenkkörper; zweitens verteilt die Traverse die
eingeleiteten Kräfte gleichmäßig über die gesamte Einleitungsfläche des Absenkkörpers.
Auf diese Weise wird ein gleichmäßiges Einbringen des Absenkkörpers in den Boden ermöglicht,
bzw. ein ungewünschtes Verkippen verhindert. Der Einwirkabschnitt der Traverse hat
eine vorzugsweise umlaufende Druckfläche, welche zumindest mit dem größten Teil, vorzugsweise
mit der gesamten Stirnseite des Absenkkörpers in Kontakt tritt. Auf diese Weise ist
eine besonders gleichmäßige Krafteinleitung von der Traverse in den Absenkkörper gewährleistet.
[0027] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Absenkkörper durchgängig offen, das
heißt mit Durchgangsöffnung zwischen dem oberen und unteren Ende gestaltet; insofern
kann der Absenkkörper auch als Mantelrohr bezeichnet werden. Beim Einbringen des Absenkkörpers
in den Boden ist das untere Ende des Absenkkörpers vorzugsweise geschlossen.
[0028] Hierfür kann nach einer ersten Möglichkeit vorgesehen sein, dass der Absenkkörper
an seinem unteren Ende eine oder mehrere öffenbare Klappen aufweisen, wobei das Abschirmmittel
bzw. Abschirmelement nach dem Öffnen der zumindest einen Klappe und beim Ziehen des
Absenkkörpers aus diesem nach unten hindurchtreten kann. Dabei füllt das Abschirmmittel
den durch den Absenkkörper verdrängten Raum aus und bildet so eine Abschirmwand bzw.
einen Abschirmwandabschnitt im Boden. Nach einer zweiten Möglichkeit hat der Absenkkörper
an seinem unteren Ende eine Verdrängungsspitze, die nch dem erneuten Ziehen des Absenkkörpers
im Boden verbleibt.
[0029] Das bevorzugte Material für den Absenkkörper und die Verdrängungsspitze bzw. die
Klappe ist Stahl, welcher bei ausreichender Dimensionierung für die Einbauspannungen
eine geringer Wandungsdicke ermöglicht und eine hohe Formstabilität aufweist. Der
Kopfbereich des Absenkkörpers kann verstärkt ausgeführt werden, um auch bei wiederholtem
Einsatz den dabei eingeleiteten Installationsspannungen standzuhalten.
[0030] Bevorzugte Ausführungsformen werden nachstehend anhand der Zeichnungsfiguren erläutert.
Hierin zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung zum Abschirmen
von Erschütterungen im Boden in einer ersten Ausführungsform mit den Verfahrensschritten:
- a)
- Einsetzen eines Abschirmmittels in einen Absenkkörper,
- b)
- Einbringen des Absenkkörpers in den Boden unter Verdrängung des Bodens bis zum Erreichen
einer gewünschten Tiefe,
- c)
- Ziehen des Absenkkörpers, wobei das Abschirmmittel im Boden verbleibt,
- d)
- bis der Absenkkörper vollständig aus dem Boden gezogen ist;
- Figur 2
- das Abschirmelement gemäß Figur 1 a) schematisch
- a)
- in einer Vorderansicht;
- b)
- in einer Seitenansicht;
- Figur 3
- ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung zum Abschirmen
von Erschütterungen im Boden in einer zweiten Ausführungsform mit den Verfahrensschritten:
- a), b)
- Einbringen eines Absenkkörpers in den Boden unter Verdrängung des Bodens bis zum Erreichen
einer gewünschten Tiefe,
- c)
- Einsetzen eines Abschirmmittels in den Absenkkörper,
- d)
- Ziehen des Absenkkörpers aus dem Boden,
- e)
- wobei das Abschirmmittel im Boden verbleibt;
- Figur 4
- das Abschirmelement gemäß Figur 3a) schematisch
- a)
- in einer Vorderansicht;
- b)
- in einer Seitenansicht;
- Figur 5
- ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung zum Abschirmen
von Erschütterungen im Boden in einer dritten Ausführungsform mit den Verfahrensschritten:
- a), b)
- Einbringen eines Absenkkörpers in den Boden unter Verdrängung des Bodens bis zum Erreichen
einer gewünschten Tiefe,
- c)
- Ziehen des Absenkkörpers unter gleichzeitigem Injizieren von Abschirmmittel durch
den Absenkkörper,
- d)
- bis der Absenkkörper vollständig aus dem Boden gezogen ist;
- Figur 6
- den Absenkkörper gemäß Figur 5a) schematisch
- a)
- in einer Vorderansicht;
- b)
- in einer Seitenansicht;
- Figur 7
- ein Abschirmelement zur Durchführung des Verfahrens gemäß Figur 1 oder 3 in einer
weiteren Ausführungsform
- a)
- in Seitenansicht,
- b)
- in Draufsicht auf die Traverse,
- c)
- im Schnitt gemäß Schnittlinie A-A aus Figur 7a,
- d)
- in Vorderansicht,
- e)
- im Schnitt gemäß Schnittlinie B-B aus Figur 7a;
- Figur 8
- ein Abschirmelement zur Durchführung des Verfahrens gemäß Figur 1 oder 3 in einer
weiteren Ausführungsform
- a)
- in Seitenansicht,
- b)
- in Draufsicht auf die Traverse,
- c)
- im Schnitt gemäß Schnittlinie A-A aus Figur 8a,
- d)
- in Vorderansicht,
- e)
- im Schnitt gemäß Schnittlinie B-B aus Figur 8a;
[0031] Die Figuren 1 und 2, welche im Folgenden gemeinsam beschrieben werden, zeigen ein
erfindungsgemäßes Verfahren bzw. Vorrichtung zum Herstellen einer Abschirmanordnung
zum Abschirmen von Erschütterungen im Boden in einer ersten Ausführungsform.
[0032] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 2 zur Durchführung des Verfahrens umfasst ein Einbringgerät
3 sowie einen länglichen Absenkkörper 4, der mittels des Einbringgeräts in den Boden
11 einbringbar ist. Das Einbringgerät 3 ist in Form eines Aufsatzrüttlers gestaltet,
der auf den Absenkkörper 4 aufgesetzt wird. Der Aufsatzrüttler erzeugt Schwingungen,
die in den Absenkkörper 4 eingeleitet werden. Gleichzeitig werden Kräfte nach vertikal
unten ausgeübt, welche den Absenkkörper nach unten in den Boden bewegen. Die von dem
Einbringgerät 3 erzeugten Kräfte bzw. Vibrationen können direkt oder über eine hier
nicht dargestellte Traverse in den Absenkkörper 4 eingeleitet werden. Es versteht
sich, dass anstelle des her gezeigten Aufsatzrüttlers auch andere Einbringgeräte verwendet
werden können, beispielsweise Fallhämmer oder Spundbohlenpressen.
[0033] Der Absenkkörper 4 hat, im Querschnitt betrachtet, eine etwa rechteckige Grundform,
wobei das Verhältnis von Länge zu Breite des Absenkkörpers insbesondere größer als
5:1, und vorzugsweise sogar größer als 10:1 ist. Durch diese Ausgestaltung lassen
sich lange Erschütterungsabschirmungen, beispielsweise entlang von Verkehrswegen,
besonders günstig und effektiv herstellen. Der Absenkkörper 4 ist durchgehend offen
gestaltet, das heißt zwischen dem oberen und dem unteren Ende des Rohrkörpers ist
eine Durchgangsöffnung 5 gebildet. Die Durchgangsöffnung 5 ermöglicht, dass der Absenkkörper
4 auf ein Abschirmmittel 6 aufgesetzt werden kann, beziehungsweise das Abschirmmittel
6, nach dem Einbringen in den Boden, nach unten aus der Öffnung des Absenkkörpers
4 austreten kann.
[0034] Das Abschirmmittel 6 ist bei der vorliegenden Ausführungsform als vorgefertigtes
Abschirmelement gestaltet, welches insbesondere in den Figuren 2a) und 2b) erkennbar
ist. Das Abschirmelement 6 ist ein festes Bauteil, das vor dem Einsetzen in den Absenkkörper
4 hergestellt werden kann. Es umfasst vorliegend ein Trägermaterial 7, beispielsweise
in Form einer oder mehrerer Stahlmatten, sowie ein Dämmmaterial 8, beispielsweise
in Form von Styroporplatten. Das Dämmmaterial 8 ist mit dem Trägermaterial 7 fest
verbunden. Es ist weiter erkennbar, dass am unteren Ende des Abschirmelements 6 eine
Verdrängungsspitze 9 angebracht ist. Die Verdrängungsspitze 9 kann durch dem Fachmann
geläufige Verbindungsarten mit dem Abschirmelement 6 verbunden werden, beispielsweise
durch kraftschlüssige, formschlüssige oder stoffschlüssige Verbindung. Die Verdrängungsspitze
9 hat eine bzw. mehrere Krafteinleitungsabschnitte 10, die seitlich über das Abschirmelement
6 vorstehen und auf denen sich der Absenkkörper 6 nach vertikal unten abstützen kann.
Auf diese Weise werden die auf den Absenkkörper 6 eingeleiteten Kräfte auf die Verdrängungsspitze
9 übertragen. Die Verdrängungsspitze 9 ist hinsichtlich ihrer Form und Festigkeit
derart gestaltet, dass sie den Boden beim Einbringen gut verdrängen kann. Nach dem
Ziehen des Absenkkörpers 4 verbleibt die Verdrängungsspitze 9 gemeinsam mit dem Abschirmelement
6 im Boden. Dabei kann die Verdrängungsspitze 9 nach einer günstigen Ausgestaltung
so ausgelegt werden, dass sie als Auftriebssicherung für gegebenenfalls anstehendes
Grundwasser dient.
[0035] Im Folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren in einer ersten Ausführungsform
anhand der Figuren 1a) bis 1d) erläutert. Zunächst werden ein oder mehrere Abschirmelemente
6 in den kastenförmigen Absenkkörper 4 eingesetzt, beziehungsweise der Absenkkörper
wird auf das oder die Abschirmelemente 6 aufgesetzt. Dabei stützt sich ein unteres
Ende des Absenkkörpers 4 auf der mit dem Abschirmelement 6 verbundenen Verdrängungsspitze
9 ab. Anschließend wird das Einbringgerät 3 auf den Absenkkörper 4 aufgesetzt, wobei
zwischen Einbringgerät und Absenkkörper 4 noch ein Kraftübertragungs und -verteilungselement
zwischengeschaltet werden kann. Die aus Absenkkörper 4, Abschirmelement 6 mit Verdrängungsspitze
9 und Einbringgerät 3 gebildete erfindungsgemäße Vorrichtung 2 ist in Figur 1a) bei
beginnenden Einbringen in den Boden gezeigt. Durch Erzeugung von vertikal nach unten
wirkenden Kräften bzw. Schwingungen mittels des Einbringgeräts 3 wird der Absenkkörper
4 mit darin aufgenommenem Abschirmelement 6 nach unten bewegt, bis zum Erreichen einer
gewünschten Tiefe. Dabei erfolgt das Einbringen durch seitliches Verdrängung des Bodens.
Während des Einbringens wird die Ausrichtung des Absenkkörpers 4 bzw. des Einbringgeräts
3 überwacht und gegebenenfalls nachgeführt. So wird gewährleistet, dass der Absenkkörper
4 nicht verkippt.
[0036] Figur 1b) zeigt die Vorrichtung 2 in vollständig in den Boden eingebrachtem Zustand.
Es ist erkennbar, dass die Seitenwände 16, 17 des Absenkkörpers 4 das umliegende Erdreich
11 abstützen. Im nächsten Verfahrensschritt, welcher in Figur 1c) dargestellt ist,
wird der Absenkkörper 4 wieder aus dem Boden gezogen, wobei das bzw. die Abschirmelemente
6 mit Verdrängungsspitze 9 im Boden verbleiben und den durch den Absenkkörper 4 gebildeten
Hohlraum größtenteils ausfüllen. Der Endzustand, nach dem vollständigen Ziehen des
Hohlkörpers 4, ist in Figur 1d) gezeigt. Es ist das im Boden befindliche Abschirmelement
6 in Seitenansicht erkennbar, dessen Länge sich in die Zeichenebene hinein erstreckt.
Benachbart zum seitlichen Ende des bereits eingebrachten Abschirmelements 6 kann dann
das nächste Abschirmelement in den Boden eingebracht werden.
[0037] Die Figuren 3 und 4, welche im Folgenden gemeinsam beschrieben werden, zeigen ein
erfindungsgemäßes Verfahren bzw. Vorrichtung zum Herstellen einer Abschirmanordnung
zum Abschirmen von Erschütterungen im Boden in einer zweiten Ausführungsform. Die
vorliegende Ausführungsform entspricht weitestgehend derjenigen gemäß den Figuren
1 bzw. 2, so dass hinsichtlich der Gemeinsamkeiten auf die obige Beschreibung Bezug
genommen wird. Dabei sind gleiche bzw. einander entsprechende Bauteile mit gleichen
Bezugszeichen versehen, wie in den Figuren 1 und 2.
[0038] Im Folgenden wird insbesondere auf die Unterschiede eingegangen. Die Besonderheit
der Verfahrensführung gemäß Figur 3 besteht darin, dass der Absenkkörper 4 ohne darin
aufgenommenes Abschirmelement in den Boden eingebracht wird, wie in den Figuren 2a)
und 2b) erkennbar. Erst nach dem vollständigen Einbringen des Absenkkörpers 4 bis
zur gewünschten Tiefe und nach dem Abnehmen des Einbringgeräts 3 wird das bzw. die
Abschirmelemente 6 in den Innenraum des Absenkkörpers von oben eingesetzt, wie in
Figur 2c) gezeigt. Anschließend wird der Absenkkörper 4 aus dem Boden gezogen, Figur
2d). Das fertiggestellte, im Boden befindliche Abschirmelement 6 ist in Figur 2e)
gezeigt.
[0039] Eine weitere Besonderheit der vorliegenden Ausführungsform ist in der Ausgestaltung
des Abschirmelements 6 zu sehen. Dieses umfasst eine Mehrzahl von etwa horizontal
verlaufender Zylinderkörpern, die in Form von Gasmatten mit schützender Textilummantelung
gestaltet sein können. Figur 4a) zeigt ein solches aus mehreren Gasmatten bestehendes
Abschirmelement 6 in Vorderansicht und Figur 4b) in Seitenansicht.
[0040] Die Verfahrensführungen nach Figur 1 einerseits, oder nach Figur 3 andererseits,
können abhängig vom Aufbau und Gestalt des bzw. der Abschirmelemente 6 ausgewählt
werden. Wenn die Abschirmelemente eine hohe Festigkeit bzw. Stabilität haben, kann
bevorzugt das Verfahren gemäß Figur 1 zum Einsatz kommen, bei dem die Abschirmelemente
bei bereits in den Absenkkörper 4 eingesetztem Zustand gemeinsam mit diesem in den
Boden eingebracht werden. Bei vom Aufbau her empfindlicheren Abschirmelementen ist
das Verfahren gemäß Figur 3 zu bevorzugen, bei dem der Absenkkörper 4 separat in den
Boden eingebracht und das Abschirmelement erst nachträglich in den Absenkkörper 4
eingesetzt wird.
[0041] Die Figuren 5 und 6, welche im Folgenden gemeinsam beschrieben werden, zeigen ein
erfindungsgemäßes Verfahren bzw. Vorrichtung zum Herstellen einer Abschirmanordnung
zum Abschirmen von Erschütterungen im Boden in einer dritten Ausführungsform. Die
vorliegende Ausführungsform entspricht in weiten Teilen derjenigen gemäß den Figuren
3 bzw. 4, so dass hinsichtlich der Gemeinsamkeiten auf die obige Beschreibung Bezug
genommen wird. Dabei sind gleiche bzw. einander entsprechende Bauteile mit gleichen
Bezugszeichen versehen, wie in den Figuren 3 und 4.
[0042] Im Folgenden wird insbesondere auf die Unterschiede eingegangen. Die Besonderheit
der Verfahrensführung gemäß Figur 5 besteht in der Art des Einbringens und die Ausgestaltung
des Abschirmmittels 6. Das Abschirmmittel 6 ist bei der Ausführung gemäß den Figuren
5 und 6 als in flüssiger Form oder als Schaum in den Boden einbringbares und aushärtbares
Injektionsmittel gestaltet. Als erhärtbares Injektionsmittel können beispielsweise
Polyurethanschäume oder Harze verwendet werden. Die Verfahrensführung ist ähnlich,
wie in Figur 3 gezeigt. Zunächst wird der Absenkkörper 4 in den Boden eingebracht,
wie in den Figuren 5a) bzw. 5b) gezeigt. Nach dem vollständigen Einbringen des Absenkkörpers
4 unter gleichzeitigem Verdrängen des Bodens und Erreichen der gewünschten Tiefe,
wird der Absenkkörper 4 wieder gezogen. Dabei wird gleichzeitig, während des Ziehens,
flüssiges Injektionsmittel durch Injektionskanäle 12 eingepresst, das an einem unteren
Ende des Absenkkörpers 4 austritt und den vom Absenkkörper 4 beim Einbringen im Boden
gebildeten Hohlraum ausfüllt. Das Ziehen unter gleichzeitigem Ausbringen des Injektionsmittels
ist in Figur 5c) gezeigt. Das Ausbringen des Injektionsmittels erfolgt mit entsprechendem
Druck, welcher beispielsweise unter Berücksichtigung der Viskosität des Injektionsmittels
und der Bodenbeschaffenheit eingestellt werden kann. Nach und nach härtet das Injektionsmittel
aus und bildet so, nach dem vollständigen Erhärten ein Abschirmelement 6 im Boden,
wie in Figur 5d) gezeigt. Anschließend kann benachbart zum seitlichen Ende des bereits
eingebrachten Abschirmelements 6 der Absenkkörper 4 wieder in den Boden eingebracht
werden, um hier das nächste Abschirmelement durch Einspritzen des Injektionsmittels
zu erzeugen.
[0043] Es ist insbesondere in Figur 6b) erkennbar, dass der Absenkkörper 4 über seine Länge
mehrere Injektionsrohre bzw. -kanäle 12 aufweist, die sich von einem oberen Ende des
Absenkkörpers bis zu einem unteren Ende erstrecken. Diese Injektionskanäle 12 werden
oben über entsprechende Anschlussmittel mit einer Versorgungsleitung 13 verbunden,
über die das Injektionsmittel eingepresst werden kann. Die Injektionskanäle 12 sind
bei der gezeigten Ausführungsform an einer Außenseite des Absenkkörpers 4 entlang
geführt. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass die Injektionskanäle 12 innerhalb des
Absenkkörpers 4, beispielsweise an dessen Innenwandung, entlanggeführt sind. Diese
Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Kanäle vor Beschädigung beim Einbringen
des Absenkkörpers 4 in den Boden besser geschützt sind.
[0044] In den Figuren 7a) bis 7e), welche im Folgenden gemeinsam beschrieben werden, ist
eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer weiteren Ausführungsform gezeigt. Die vorliegende
Ausführungsform entspricht in weiten Teilen derjenigen gemäß Figur 2, so dass hinsichtlich
der Gemeinsamkeiten auf die obige Beschreibung Bezug genommen wird. Dabei sind gleiche
bzw. einander entsprechende Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen, wie in den
obigen Figuren. Nachstehend wird im Wesentlichen auf die Besonderheiten der vorliegenden
Ausführungsform eingegangen.
[0045] Der Absenkkörper 4 hat ein relativ großes Verhältnis von Länge L zu Breite B, so
dass sich hiermit relativ lange Abschirmabschnitte durch einen einzigen Einbringvorgang
im Boden erzeugen lassen. Insbesondere in Figur 7c) ist die rechteckige Grundform
des Absenkkörpers erkennbar, wobei das Verhältnis von Länge zu Breite des Absenkkörpers
größer als 10:1 ist und etwa 14:1 beträgt. Der Absenkkörper 4 hat eine Aussteifung
15, welche die beiden einander gegenüberliegenden Seitenwandungen 16, 17 miteinander
verbindet und somit zu einer erhöhten Steifigkeit des Absenkkörpers 4 führt. Die Aussteifung
15 ist in Form eines Balkenelements gestaltet, das sich über die Höhe des Absenkkörpers
erstreckt und mit den Seitenwandungen 16, 17 verbunden ist, beispielsweise mittels
Schweißen. Durch die Aussteifung 15 sind in dem Absenkkörper zwei Kammern 27, 28 gebildet,
in die jeweils ein Abschirmelement 6 einzusetzen ist.
[0046] Die Vorrichtung 2 gemäß Figur 7 weist ferner eine Traverse 21 auf, die auf den Absenkkörper
4 aufgesetzt wird und zur Kraftübertragung bzw. -verteilung von dem hier nicht dargestellten
Einbringgerät auf den Absenkkörper 4 dient. Die Traverse 21, welche insofern auch
als Kraftverteilungselement bezeichnet werden kann, hat eine an den Absenkkörper 4
angepasste Form. Zum Einführen und Zentrieren hat die Traverse 21 einen Zentrierabschnitt
22, mit dem die Traverse 21 in eine obere Öffnung des Absenkkörpers 4 eingeführt und
gegenüber diesem ausgerichtet wird. Oberhalb des Zentrierabschnitts 22 schließt ein
Wirkabschnitt 23 an, welcher zum Einbringen von Kräften in den Absenkkörper 4 dient.
Dabei hat der Wirkabschnitt 23 eine Druckfläche 24, welche in eingesetztem Zustand
auf eine Stützfläche 25 des Absenkkörpers zusammenwirkt. An dem Wirkabschnitt 23 sind
zwei Halterungen 26 befestigt, an denen das Einbringgerät mittels Klemmzangen befestigt
werden kann. Vorliegend ist der Zentrierabschnitt 22 aufgrund der Aussteifung 15 des
Absenkkörpers 4 zweigeteilt. Das hier nicht dargestellte Einbringgerät wird zum Einbringen
des Absenkkörpers in den Boden auf die Traverse aufgesetzt und leitet eine Kraft bzw.
Schwingungen in diese ein. Mittels der Traverse 21 werden die eingeleiteten Kräfte
bzw. Schwingungen über die gesamte Länge des Absenkkörpers 4 verteilt in diesen eingeleitet.
Für eine Erhöhung der Stabilität im Krafteinleitungsabschnitt kann der Absenkkörper
mit einer Armierung versehen werden.
[0047] Am unteren Ende 20 des Absenkkörpers 4 ist eine Verdrängungsspitze 9 eingesetzt,
die als sogenannte verlorene Spitze gestaltet ist. Die Verdrängungsspitze 9 ist als
Balkenelement gestaltet, das an seinen Enden mehrere nach oben weisende Positionierelemente
14 aufweist. Das Balkenelement 9 wird auf die Öffnung des Absenkkörpers aufgesetzt,
wobei die Positionierelemente 14 eine Ausrichte- bzw. Führungsfunktion gegenüber der
Innenwand des Absenkkörpers 4 haben, und damit eine Ausrichtung des Balkenelements
9 relativ zum Absenkkörper 4 bewirken. Das Balkenelement 9 steht über die Seitenwände
16, 17 und Stirnwände 18, 19 seitlich vor, so dass die Reibkräfte an der Wandung des
Absenkkörpers beim Einbringen in den Boden verringert sind. Beim Ziehen des Absenkkörpers
4 verbleibt das Balkenelement 9 aufgrund seines Eigengewichts und der darauf abgestützten
Abschirmelemente im Boden. Damit wird die Öffnung freigegeben und die beiden Abschirmelemente
6 können nach unten aus der Öffnung des Absenkkörpers 4 austreten.
[0048] Die vorliegende Vorrichtung gemäß Figur 7 kann sowohl für Abschirmelemente zum Einsatz
kommen, wie sie in den Figuren 1 und 2 gezeigt sind, das heißt, welche bereits vor
dem Einbringen in den Boden in den Absenkkörper eingesetzt werden, als auch für Abschirmelemente,
wie sie in den Figuren 3 und 4 gezeigt sind, das heißt, solche, die erst nach dem
Einbringen des Absenkkörpers in den Boden eingesetzt werden.
[0049] In den Figuren 8a) bis 8e), welche im Folgenden gemeinsam beschrieben werden, ist
eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer weiteren Ausführungsform gezeigt. Die vorliegende
Ausführungsform entspricht weitestgehend derjenigen gemäß den Figuren 7a) bis 7e),
so dass hinsichtlich der Gemeinsamkeiten auf die obige Beschreibung Bezug genommen
wird. Dabei sind gleiche bzw. einander entsprechende Bauteile mit gleichen Bezugszeichen
versehen, wie in den obigen Figuren. Nachstehend wird im Wesentlichen auf die Besonderheiten
der vorliegenden Ausführungsform eingegangen.
[0050] Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Figur 7 ist bei der vorliegenden Ausführungsform
gemäß Figur 8 ein Klappmechanismus anstelle der verlorenen Spitze vorgesehen. Hierfür
sind am unteren Ende des Absenkkörpers 4 zwei Klappen 29 befestigt, die auf- und zu
schwenkbar sind, so dass sie die Öffnung schließen oder freigeben können. Die Funktionsweise
der Klappen 29 ist insofern ähnlich, wie die verlorene Spitze, als das die Klappen
29 beim Ziehen des Absenkkörpers die Öffnung nach unten hin freigeben. Beim Einbringen
des Absenkkörpers 4 in den Boden sind die Klappen 29 zunächst geschlossen. Nach dem
Einsetzen der Abschirmelemente 6, was vor oder nach dem Einbringen des Absenkkörpers
in den Boden erfolgen kann, wird der Absenkkörper 4 wieder nach oben gezogen, wobei
sich die Klappen 29 an dem unteren Ende aufgrund ihres Eigengewichts öffnen. Beim
weiteren Ziehen des Absenkkörpers treten die Abschirmelemente 6 aus dem Absenkkörper
4 unten in den vom Absenkkörper gebildeten Hohlraum hinaus. Die vorliegende Ausführungsform
hat zwei Klappen 29; es versteht sich jedoch, dass auch Ausführungsformen mit nur
einer oder auch mehr als zwei Klappen denkbar sind.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 2
- Vorrichtung
- 3
- Einbringgerät
- 4
- Absenkkörper
- 5
- Öffnung
- 6
- Abschirmmittel
- 7
- Trägermaterial
- 8
- Dämmmaterial
- 9
- Verdrängungsspitze
- 10
- Krafteinleitungsabschnitte
- 11
- Boden
- 12
- Injektionskanal
- 13
- Versorgungsleitung
- 14
- Positionierelement
- 15
- Aussteifung
- 16
- Seitenwand
- 17
- Seitenwand
- 18
- Stirnwand
- 19
- Stirnwand
- 21
- Traverse
- 22
- Zentrierabschnitt
- 23
- Wirkabschnitt
- 24
- Druckfläche
- 25
- Stützfläche
- 26
- Halterung
- 27
- Kammer
- 28
- Kammer
- 29
- Klappe
- B
- Breite
- L
- Länge
1. Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung zum Abschirmen von Erschütterungen
im Boden, mit den Verfahrensschritten:
Einbringen eines Absenkkörpers (4) in den Boden mittels eines Einbringgeräts (3) bis
zum Erreichen einer gewünschten Tiefe, wobei der Absenkkörper (4) den Boden beim Eindringen
verdrängt und abstützt,
Einbringen von Abschirmmittel (6) in den Absenkkörper (4), wobei der Absenkkörper
an seinem unteren Ende zumindest eine Öffnung (5) aufweist, durch die das Abschirmmittel
(6) nach unten austreten kann,
Ziehen des Absenkkörpers (4) aus dem Boden, wobei das Abschirmmittel (6) im Boden
verbleibt und einen vom Absenkkörper (4) gebildeten Hohlraum zumindest teilweise ausfüllt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Abschirmmittel (6) ein aushärtbares oder schüttfähiges Injektionsmaterial verwendet
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
das als Abschirmmittel (6) zumindest ein vorgefertigtes Abschirmelement verwendet
wird, das insbesondere ein Trägermaterial (7) und ein Dämmmaterial (8) aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an ein unteres Ende des Abschirmelements (6) eine Verdrängungsspitze (9) angebracht
wird,
dass das Abschirmelement (6) gemeinsam mit dem Absenkkörper (4), in darin eingesetztem
Zustand, in den Boden eingebracht wird,
wobei sich die mit dem Abschirmelement (6) verbundene Verdrängungsspitze (9) an einem
unteren Ende des Absenkkörpers (4) abstützt, so dass in den Absenkkörper (4) eingeleitete
Einbringkräfte auf die Verdrängungsspitze (9) übertragen werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an ein unteres Ende des Absenkkörpers (4) eine Verdrängungsspitze (9) angebracht
wird, wobei sich die Verdrängungsspitze (9) an dem Absenkkörper (4) abstützt, so dass
in den Absenkkörper (4) eingeleitete Kräfte auf die Verdrängungsspitze (9) übertragen
werden, wobei der Absenkkörper (4) mit Verdrängungsspitze (9) in den Boden eingebracht
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verdrängungsspitze (9) nach dem Ziehen des Absenkkörpers (4) gemeinsam mit dem
Abschirmelement (6) im Boden verbleibt, wobei die Verdrängungsspitze insbesondere
so ausgelegt wird, dass sie als Auftriebssicherung für gegebenenfalls anstehendes
Grundwasser dient.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Absenkkörper (4) zumindest eine öffenbare Klappe (29) aufweist, welche die Öffnung
(5) freigeben oder verschließen kann,
wobei die zumindest eine Klappe (29) geschlossen ist, wenn der Absenkkörper (4) in
den Boden eingebracht wird, und
wobei die zumindest eine Klappe (29) geöffnet wird, wenn die gewünschte Tiefe erreicht
ist, so dass das Abschirmmittel (6) nach unten aus dem Absenkkörper (4) hindurchtreten
kann.
8. Vorrichtung zum Einbringen von Abschirmmittel in Boden zur Abschirmung von Erschütterungen,
umfassend
einen Absenkkörper (4), der an seinem unteren Ende eine Öffnung (5) aufweist, durch
die ein in den Absenkkörper (4) einbringbares Abschirmmittel (6) nach unten austreten
kann,
eine Traverse (21) zum Einleiten von Kräften in den Absenkkörper (4), wobei die Traverse
(21) auf den Absenkkörper (4) lösbar aufsetzbar ist, und
ein Einbringgerät (3) zum Einleiten von Kräften in die Traverse (21), wobei das Einbringgerät
mit der Traverse zur Krafteinleitung lösbar verbindbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Absenkkörper (4), im Querschnitt betrachtet, derart gestaltet ist, dass eine
Länge (L) des Absenkkörpers (4) um ein Vielfaches größer ist, als eine Breite (B)
des Absenkkörpers (4).
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Absenkkörper (4) an seinem unteren Ende zumindest eine Klappe (29) aufweist,
welche öffenbar ist, so dass das Abschirmelement (6) durch die Öffnung (5) des Absenkkörpers
(4) nach unten hindurchtreten kann.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Absenkkörper (4) an seinem oberen Ende eine Aufnahme für die Traverse (21) bildet
und eine Stützfläche (25) aufweist, über die Kräfte von der Traverse (21) in den Absenkkörper
(4) einleitbar sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Traverse (21) einen Zentrierabschnitt (22) zum Zentrieren gegenüber dem Absenkkörper
(4) sowie einen Wirkabschnitt (23) zum Einbringen von Kräften in den Absenkkörper
(4) aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abschirmmittel (6) zumindest ein Abschirmelement (6) umfasst, das in den Absenkkörper
(4) einsetzbar ist, wobei das Abschirmelement (6) derart gestaltet ist, dass es beim
Ziehen des Absenkkörpers (4) aus dessen Öffnung (5) nach unten heraustreten kann
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zumindest eine Abschirmelement (6) oder der Absenkkörper (4) an einem unteren
Ende eine Verdrängungsspitze (9) mit einer Wirkfläche aufweist, wobei die Wirkfläche
derart gestaltet ist, dass in den Absenkkörper (4) eingeleitete Kräfte auf die Verdrängungsspitze
(9) übertragen werden.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abschirmmittel (6) ein aushärtbares Injektionsmaterial ist, wobei der Absenkkörper
(4) zumindest einen Injektionskanal (12) aufweist, durch den das aushärtbare Injektionsmaterial
beim Ziehen des Absenkkörpers (4) injizierbar ist.