Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Einspritzventil, insbesondere zum Einspritzen
von Brennstoff in einen Brennraum.
[0002] Vorbekannte Einspritzventile, insbesondere Magneteinspritzventile, für Brennkraftmaschinen
weisen eine linear bewegbare Ventilnadel auf, die je nach ihrer Stellung eine Spritzöffnung
öffnet oder schließt. Dabei ist für die Ventilnadel ein Anschlag vorhanden, der den
Öffnungsweg der Ventilnadel begrenzt. Figur 1 zeigt ein Diagramm, indem auf der vertikalen
Achse eine Masse 1 des eingespritzten Brennstoffs aufgetragen ist. Auf der horizontalen
Achse ist eine Ansteuerdauer 2 der Ventilnadel aufgetragen. Das Diagramm zeigt einen
Massenverlauf 3 der eingespritzten Masse 1 an Brennstoff über der Ansteuerdauer 2.
Des Weiteren sind ein Teilhubbereich 4, ein Übergangsbereich 5 und ein Vollhubbereich
6 gekennzeichnet. Bei sehr kurzen Öffnungszeiten im Teilhubbereich 4 wird der Anschlag
der Ventilnadel nicht erreicht. Bei längeren Öffnungszeiten im Vollhubbereich 6 liegt
die Ventilnadel, nachdem sie den Anschlag erreicht hat und solange Spannung am entsprechenden
Aktuator für die Ventilnadel anliegt, am Anschlag an. Zwischen dem Teilhubbereich
4 und dem Vollhubbereich 6 befindet sich der Übergangsbereich 5. In diesem Übergangsbereich
5 wird die Ventilnadel vom Anschlag zurückgeprellt und bewegt sich somit mit erhöhter
Geschwindigkeit in Schließrichtung. Dies führt im Übergangsbereich bei vorbekannten
Einspritzventilen zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Abnahme im Masseverlauf
3.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Das erfindungsgemäße Einspritzventil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 ermöglicht
es nun, insbesondere bei einer über den tatsächlichen Öffnungs- und/oder Schließzeitpunkt
geregelten Ansteuerung der Ventilnadel, im Übergangsbereich ein Abfallen des Masseverlaufs
zu vermeiden. Durch das erfindungsgemäße Einspritzventil ohne den axialen Ventilnadelanschlag
erhöht sich die Menge an eingespritztem Brennstoff stetig im Verlauf der Ansteuerungsdauer.
Dies führt zu einem günstigen Regelverhalten. Die Störungen im Übergangsbereich entfallen
dabei. Diese Vorteile werden erreicht durch ein Einspritzventil, insbesondere zum
Einspritzen von Brennstoff in einen Brennraum, umfassend ein Gehäuse mit zumindest
einer Spritzöffnung. Über diese zumindest eine Spritzöffnung wird der Brennstoff vom
Einspritzventil in den entsprechenden Brennraum eingespritzt. Insbesondere handelt
es sich hierbei um einen Brennraum einer Brennkraftmaschine. In dem Gehäuse ist eine
linear bewegliche Ventilnadel vorgesehen, wobei die Ventilnadel in einer ersten Endposition
die zumindest eine Spritzöffnung verschließt und in der zweiten Endposition einen
maximalen Durchfluss des Brennstoffs durch die zumindest eine Spritzöffnung ermöglicht.
Des Weiteren ist ein Aktor zum Bewegen der Ventilnadel zwischen den beiden Endpositionen
vorgesehen. Das Einspritzventil ist dabei so ausgebildet, dass die Ventilnadel zur
zweiten Endposition hin anschlagsfrei abbremsbar ist und in der zweiten Endposition
an keinem, gegenüber dem Gehäuse ortsfesten Anschlag anliegt. Insbesondere entfällt
erfindungsgemäß der vorbekannte axiale Endanschlag in der zweiten Endposition für
die Ventilnadel. Dadurch wird vermieden, dass in einem Übergangsbereich zwischen einem
Teilhubbereich und einem Vollhubbereich die Ventilnadel an dem axialen Anschlag abprallt.
[0004] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
[0005] Bevorzugt ist eine Bremseinrichtung zum anschlagsfreien Abbremsen der Ventilnadel
an der zweiten Endposition vorgesehen. Mittels dieser Bremseinrichtung wird die Ventilnadel
kurz vor Erreichen der zweiten Endposition über eine gewisse Nietstrecke hinweg abgebremst,
so dass die Ventilnadel in der zweiten Endposition zum Stillstand kommt, ohne an einem
axialen Anschlag anzuschlagen.
[0006] Bevorzugt umfasst diese Bremseinrichtung eine Feder. Die Feder wird besonders bevorzugt
als Spiralfeder ausgebildet und befindet sich auf einer der Spritzöffnung abgewandten
Seite der Ventilnadel im Gehäuse. Kurz vor Erreichen der zweiten Endposition läuft
die Ventilnadel auf diese Feder auf und wird somit abgebremst. Des Weiteren ist bevorzugt
vorgesehen, dass die Feder als progressive Feder ausgebildet ist. Dies ist beispielsweise
durch eine variable Gestaltung der einzelnen Steigungen der Spiralfeder möglich.
[0007] Alternativ oder zusätzlich umfasst die Bremseinrichtung bevorzugt ein hydraulisches
Polster. Dieses hydraulische Polster ist bevorzugt als eine mit Brennstoff gefüllte
Kammer im Gehäuse des Einspritzventils ausgebildet. Bei einer Bewegung der Ventilnadel
in Richtung der zweiten Endposition wird mittels der Bewegung der Ventilnadel das
hydraulische Fluid, insbesondere der Brennstoff, im hydraulischen Polster verdrängt
und somit die Ventilnadel abgebremst. Insbesondere ist dabei vorgesehen, dass beim
Verdrängen des Brennstoffes aus dem hydraulischen Polster der Brennstoff über ein
Drosselventil aus der Kammer ausgeleitet wird.
[0008] Bei Verwendung der Bremseinrichtung, ausgebildet als Feder und/oder ausgebildet als
hydraulisches Polster, läuft die Ventilnadel bei Bewegung in Richtung der zweiten
Endposition auf die Feder bzw. auf das hydraulische Polster auf. Hierbei wird erfindungsgemäß
nicht von einem axialen Anschlag gesprochen, da die Feder bzw. das hydraulische Polster,
auf das die Ventilnadel aufläuft, in Axialrichtung beweglich und flexibel ist. Insbesondere
weist die verwendete Feder oder das hydraulische Polster auch nach Erreichen der zweiten
Endposition noch eine gewisse Beweglichkeit bzw. Flexibilität in axialer Richtung
auf.
[0009] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass die Bremseinrichtung zum Ansteuern des
Aktors ausgebildet ist und somit die Ventilnadel in der zweiten Endposition abbremsen
kann.
[0010] Besonders bevorzugt ist das Einspritzventil als Magneteinspritzventil ausgebildet.
Dementsprechend umfasst der Aktor eine Magnetspule zum Bewegen der Ventilnadel. Besonders
bevorzugt ist vorgesehen, dass die Bremseinrichtung die Magnetspule derart ansteuert,
so dass eine Bremskraft auf die Ventilnadel wirkt. Dabei wird mittels einer speziellen
Ansteuerkurve für die Magnetspule die Ventilnadel zur zweiten Endposition hin abgebremst.
[0011] Bevorzugt ist es auch vorgesehen, die verschiedenen Ausbildungen der Bremseinrichtung,
beispielsweise die Feder, das hydraulische Polster und/oder das Ansteuern des Aktuators,
miteinander zu kombinieren.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0012] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitende
Zeichnung im Detail beschrieben. Dabei zeigt:
- Figur 1
- ein Diagramm mit einem Masseverlauf für ein Einspritzventil nach dem Stand der Technik,
- Figur 2
- ein Diagramm mit einem Masseverlauf für ein erfindungsgemäßes Einspritzventil gemäß
dem Ausführungsbeispiel, und
- Figur 3
- ein erfindungsgemäßes Einspritzventil gemäß dem Ausführungsbeispiel.
Ausführungsformen der Erfindung
[0013] Figur 2 zeigt für ein erfindungsgemäßes Einspritzventil 100, wie es in Figur 3 dargestellt
ist, ein Diagramm mit dem Masseverlauf 3. Auf der vertikalen Achse ist die Masse 1
des eingespritzten Brennstoffes aufgezeichnet. Auf der horizontalen Achse ist die
Ansteuerdauer 2 der Ventilnadel aufgezeichnet. Der Masseverlauf 3 zeigt den jeweiligen
Massedurchfluss an Brennstoff durch die zumindest eine Spritzöffnung des Einspritzventils.
Des Weiteren sind ein Teilhubbereich 4, ein Übergangsbereich 5 und ein Vollhubbereich
6 gekennzeichnet.
[0014] Wie einleitend beschrieben, schlagen die Ventilnadeln bei Einspritzventilen nach
dem Stand der Technik in der zweiten Endposition gegen einen axialen, gegenüber dem
Gehäuse ortsfesten Anschlag. Dadurch prallen die vorbekannten Ventilnadeln zurück
und es entsteht der Knick im Masseverlauf 3 im Übergangsbereich 5 (siehe Figur 1).
[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Einspritzventil entfällt der gegenüber dem Gehäuse ortsfeste
axiale Anschlag in der zweiten Endposition der Ventilnadel. Dadurch wird das Rückprallen
der Ventilnadel vermieden und es entsteht, wie in Figur 2 gezeigt, ein kontinuierlicher
Anstieg des Masseverlaufs 3 über die gesamte Ansteuerdauer 2.
1. Einspritzventil, insbesondere zum Einspritzen von Brennstoff in einen Brennraum, umfassend
- ein Gehäuse mit zumindest einer Spritzöffnung,
- eine im Gehäuse linearbewegliche Ventilnadel, wobei die Ventilnadel in einer ersten
Endposition die zumindest eine Spritzöffnung verschließt und in der zweiten Endposition
einen maximalen Durchfluss des Brennstoffs durch die zumindest eine Spritzöffnung
ermöglicht, und
- einen Aktor zum Bewegen der Ventilnadel zwischen den beiden Endpositionen,
- wobei die Ventilnadel zur zweiten Endposition hin anschlagsfrei abbremsbar ist und
in der zweiten Endposition an keinem Anschlag anliegt.
2. Einspritzventil nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Bremseinrichtung zum anschlagsfreien Abbremsen der Ventilnadel an der zweiten
Endposition.
3. Einspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung eine Feder umfasst.
4. Einspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder als Spiralfeder ausgebildet ist und sich auf einer der Spritzöffnung abgewandten
Seite der Ventilnadel im Gehäuse befindet.
5. Einspritzventil nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder als progressive Feder ausgebildet ist.
6. Einspritzventil nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung ein hydraulisches Polster umfasst.
7. Einspritzventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das hydraulische Polster als mit Brennstoff gefüllte Kammer im Gehäuse ausgebildet
ist.
8. Einspritzventil nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung zum Ansteuern der Aktors ausgebildet ist.
9. Einspritzventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor eine Magnetspule zum Bewegen der Ventilnadel umfasst.
10. Einspritzventil nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung die Magnetspule derart ansteuert, sodass eine Bremskraft auf
die Ventilnadel wirkt.