[0001] Die Erfindung betrifft eine Plasma-Elektrode für einen Plasma-Lichtbogenbrenner und
ein Verfahren zu deren Herstellung.
[0002] Bei der Verwendung von Plasma-Elektroden für Plasma-Lichtbogenbrenner besteht das
Problem, dass der hierfür verwendete Elektrodenkern eine nur geringe Standzeit aufweist.
In der Regel wird ein derartiger Elektrodenkern aus Hafnium gefertigt oder aus einer
Zusammensetzung von Hafnium (Hf) und Zirkonium (Zr).
[0003] Der Schmelz- und Siedepunkt des Hafniums liegt bei 2227 Grad Celsius und von Zirkonium
bei 1857 Grad Celsius.
[0004] Die Verwendung der Materialien Hafnium und Zirkonium als Material für den Elektrodenkern
ist weit verbreitet. Es handelt sich um ein elektrisch leitfähiges Material mit hohem
Emissionsvermögen. Das Hf- und Zr-Material ist relativ weich und gut verformbar und
lässt sich deshalb bei der Montage der Elektrode in die stirnseitige Aufnahme ohne
Gefahr des Bruchs oder Beschädigung einpressen.
[0005] Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Standzeit des aus Hafnium bestehenden Elektrodenkerns
wesentlich verbessert werden kann, wenn statt des reinen Hafniums eine Hafnium-Zusammensetzung
verwendet wird, nämlich Hafniumcarbid (HfC).
[0006] Hafniumcarbid (HfC) ist ein dunkelgrauer kristalliner Stoff mit einem Schmelzpunkt
bei ca. 3890 Grad Celsius. Hafniumcarbid zählt zu den Substanzen mit dem höchsten
Schmelzpunkt überhaupt. Zusammen mit Hafniumnitrid und Hafniumborid gehört es zu den
Hartstoffen.
[0007] Wegen der Zugehörigkeit zu den Hartstoffen ist es glashart und kann praktisch nicht
zu dünnen, z.B. 1,5 bis 2 mm im Durchmesser betragenden Stangen verarbeitet werden.
Es ist weder eine spanabhebende Bearbeitung noch ein Verpressen möglich.
[0008] Die japanische Druckschrift
JP 2011-014295 A schlägt deshalb vor, eine Elektrode aus Hafniumcarbid in einer gesinterten Form zu
verwenden, um somit die Standzeit und Lebensdauer der hieraus hergestellten Plasma-Elektrode
zu verbessern. Wegen der schwierigen Montage soll dort der HfC-Kern in der Ausnehmung
einer Cu-Elektrode mittels eines Silberlotes eingelötet werden. Das Löten von derartigen
Elektrodenkernen ist jedoch schwierig und aufwendig.
[0009] Wird statt einer Cu-Elektrode eine Elektrode aus Ag verwendet, ist eine Silberlötung
nicht möglich, weil sich bei der Lötung das Ag-Material der Elektrode mit verformen
würde. Daher ist der Einsatzbereich einer Lötbefestigung eingeschränkt.
[0010] Die
JP 06036890 A verwendet ein ungesintertes Hafniumcarbid, mit dem Nachteil dass die Befestigung
eines solchen Kerns in dem Kernhalter der Plasmaelektrode nicht oder nur unter hohem
Aufwand möglich ist.
[0011] Die
EP 1 765 046 B1 schlägt verschiedene Halterungsmethoden für den Elektrodenkern einer Plasma-Elektrode
in einem Elektrodenhalter vor, wobei der etwa rundzylindrisch ausgebildete Elektrodenkern
in einer mehrfach profilierte Bohrung im Elektrodenhalter stirnseitig eingepresst
werden soll. Auf den Offenbarungsinhalt dieser Druckschrift wird hiermit Bezug genommen.
Dieser Offenbarungsinhalt soll vollinhaltlich von dem Offenbarungsinhalt der vorliegenden
Erfindung umfasst sein. Bei dieser Druckschrift wird als Material des Elektrodenkerns
das gut verarbeitbare Hafnium angegeben. Die Montage eines glasharten, sofort unter
mechanischem Druck zerspringenden Hafniumkarbid ist aus dieser Druckschrift jedoch
nicht zu entnehmen.
[0012] Nachteil des Einspressens eines Elektrodenkerns in eine mehrfache Absätze aufweisende
Bohrung ist demnach, dass eine solche Montage bei einem glasharten Material wie Hafniumcarbid
nicht möglich ist, weil das Hafniumcarbid zerspringt.
[0013] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Plasma-Elektrode mit einem
Elektrodenhalter und eine Halterung für einen insbesondere aus Hafniumcarbid bestehenden
Elektrodenkern so weiterzubilden, dass diese zuverlässig und unter wirtschaftlichem
Aufwand in der Ausnehmung gehalten werden kann.
[0014] Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung einer
Plasmaelektrode der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass mit geringem Aufwand
ein glasharter Elektrodenkern, insbesondere ein Elektrodenkern aus Hafniumcarbid in
die stirnseitige Bohrung des Elektrodenhalters unter geringem Aufwand betriebssicher
eingesetzt werden kann.
[0015] Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung durch die Merkmale der unabhängigen
Ansprüche 1 bis 4 gekennzeichnet.
[0016] Ein Verfahren zur Herstellung und Montage eines aus glashartem Material bestehenden
Elektrodenkerns ist Gegenstand der unabhängigen Ansprüche 5 bis 7.
[0017] Gerade bei der Verwendung von Elektroden aus einem Silbermaterial oder einer Silberlegierung
ist es bekannterweise nicht möglich, den Kern mittels einer Silberlötung in der aus
Ag bestehenden Elektrode zu befestigen. Hier zeigt die Erfindung ihren Vorteil, indem
statt einer Lötung nun ein Kälteschrumpfen oder ein - durch mechanische Verformung
der Elektrode erfolgendes - Einpressen des Elektrodenkerns in die zugeordnete Ausnehmung
an der vorderen Seite der Elektrode vorgesehen ist.
[0018] Es wird auch eine Kombination beider Verfahren (Kälteschrumpfen und mechanisches
Verpressen der Elektrode) als erfindungswesentlich beansprucht. Das aufwendige und
fehleranfällige Löten kann demnach mit dem erfindungsgemäßen Verfahren vermieden werden.
geringem Aufwand betriebssicher gehalten werden kann, wenn vor dem Einsetzen das aus
HfC bestehende Material kältegeschrumpft wird und in diesem geschrumpften Zustand
in die Bohrung des Kernhalters eingesetzt wird, wo sich der vorher kältegeschrumpfte
Hafniumcarbid-Elektrodenkern unter Raumtemperatur ausdehnt und unter Pressspannung
an die Innenseiten der Bohrung in der Plasmaelektrode anlegt.
[0019] Von besonderem Vorteil ist, dass sich mit zunehmender Temperaturerhöhung auch der
Hafniumcarbid-Elektrodenkern ausdehnt und mit zunehmender Temperatur seinen Sitz sogar
in der Bohrung des Kernhalters verfestigt. Bei den hohen Arbeitstemperaturen von 1000
bis 2000 Grad Celsius wird dadurch stets ein sicherer Halt gewährleistet.
[0020] Statt der Verwendung eines Elektrodenkerns aus einem Hafniumcarbid, bevorzugt einem
gesinterten Hafniumcarbid, ist in einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass
stattdessen ein gesintertes Hafniumborid oder ein gesintertes Hafniumnitrid als Material
für den Elektrodenkern verwendet wird und die genannten Materialien ebenfalls kältegeschrumpft
in die - bezüglich des kältegeschrumpften Durchmessers des Elektrodenkerns - ein Übermaß
aufweisende Bohrung eingesetzt werden, wonach sich dann der Elektrodenkern unter Raumtemperatur
ausdehnt und form- und kraftschlüssig an die Innenwände der Bohrung anlegt.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren der Kälteschrumpfung wird im Übrigen für alle bekannten
Materialien von Elektrodenkernen als erfindungswesentlich beansprucht. Hierzu gehören
nicht nur die vorgenannten Materialien, wie HfC, Hafnium-Borid oder Hafnium-Nitrid,
sondern auch Materialien des Elektrodenkerns, wie Hf und Zr (Zirkonium).
[0022] Bei der Anwendung des Verfahrens der Kälteschrumpfung ist es in einer ersten Ausgestaltung
vorgesehen, dass sich die Bohrung rundzylindrisch mit geraden Bohrungswänden bis zum
Bohrungsgrund erstreckt.
[0023] In einer Weiterbildung ist es vorgesehen, dass die Bohrung hinterschnitten ist, was
bedeutet, dass sich die Bohrungswände in Richtung zum Bohrungsgrund konisch erweitern.
[0024] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass sich die Bohrungswände
in Richtung zum Bohrungsgrund verjüngen. Ebenso ist in einer anderen Ausgestaltung
vorgesehen, dass im Bereich der Bohrungswand Vorsprünge, Nuten oder Rillen vorgesehen
sind, die sich kraft- und formschlüssig an den sich unter Raumtemperatur ausdehnenden
kälte-geschrumpften Elektrodenkern anlegen.
[0025] Sofern der auf die Schrumpf-Temperatur abgekühlte Elektrodenkern in die Bohrung eingesetzt
wird, weist diese Bohrung stets ein Übermaß auf, d. h., die Bohrung bildet eine Spielpassung
zum Außendurchmesser des kältegeschrumpften Elektrodenkerns, so dass dieser ohne Weiteres
- ohne an den Bohrungsseiten ohne den dort angeordneten Vorsprüngen, Rillen oder Nuten
anzustoßen, in die Bohrung eingesetzt werden kann. Ein Einpressen ist dann nicht erforderlich,
weil dies zu einer Beschädigung des glasartigen Elektrodenkerns führen könnte.
[0026] Ein besonders einfaches Verfahren zur Kälteschrumpfung derartiger Elektrodenkerne
(aus allen vorher genannten Materialien) besteht darin, dass der Elektrodenkern kurzzeitig
in ein Isoliergefäß eingetaucht wird, welches bevorzugt mit flüssigem Stickstoff gefüllt
ist. Statt der Verwendung von flüssigem Stickstoff kann auch flüssige Luft oder flüssiger
Sauerstoff verwendet werden.
[0027] Bei der Verwendung von flüssigem Sauerstoff ergibt sich noch der weitere Vorteil,
dass der (unter anderem aus Hf oder HfC oder Hf-Nitrid oder Hf-Borid bestehende) Elektrodenkern
- der jedoch bevorzugt aus einem gesinterten Hafniumcarbid besteht -, an seinem Außenumfang
beim Einlegen in flüssigen Sauerstoff einem Oxidationsprozess unterworfen wird, was
die Mantelfestigkeit eines solchen, einem Oxidationsprozess unterworfenen Hafniumcarbid-Materials
noch weiter steigert.
[0028] Die Erfindung ist nicht darauf beschränkt, dass der "nackte" Elektrodenkern, bevorzugt
aus einem gesinterten Hafniumcarbid-Material (oder allen anderen vorgenannten Materialien)
in die Bohrung des Kernhalters der Plasma-Elektrode kältegeschrumpft eingesetzt wird.
[0029] In einer anderen Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Bohrung mit einer Büchse
ausgekleidet ist, die bevorzugt aus einer Kupferlegierung oder einer Silber-Legierung
oder Reinsilber besteht.
[0030] In den meisten Fällen besteht die Elektrode aus einer Kupferlegierung, so dass es
ohne Weiteres möglich ist, in die aus einer Kupferlegierung bestehende Elektrode und
den aus Kupfer bestehenden, werkstoffeinstückig mit der Elektrode verbundenen und
ein Teil der Elektrode bildenden Kernhalter eine aus Silber bestehende Büchse einzupassen,
in die dann bei der Montage Elektrodenkerns, der bevorzugt aus dem glasharten Hafniumcarbid
besteht, der Elektrodenkern in kältegeschrumpftem Zustand eingesetzt wird.
[0031] Die Einpassung der Büchse in die Bohrung des Elektrodenhalters kann ebenfalls dadurch
erfolgen, dass die Büchse in kältegeschrumpften Zustand in die ein Übermass aufweisende
Bohrung eingesetzt wird und sich unter Raumtemperatur ausdehnt und sich in der Art
einer Presspassung an die Bohrungswand anlegt.
[0032] Eine dritte Ausführungsart der Erfindung bezieht sich darauf, dass die Montage des
Elektrodenkerns, der bevorzugt aus dem glasharten Hartstoff, wie z. B. gesintertem
Hafniumcarbid, Hafniumborid oder Hafniumnitrit besteht, über ein Quetschwerkzeug erfolgt.
[0033] In diesem Fall ist vorgesehen, dass der aus dem glasharten Material bestehende Elektrodenkern
gegenüber der Bohrung, in der er eingesetzt werden soll, eine Spielpassung ausbildet,
d. h. die Bohrung ist geringfügig größer als der Außendurchmesser des in die Bohrung
unter Raumtemperatur einzusetzenden Hafniumkerns.
[0034] Damit eine sichere mechanische Befestigung des Elektrodenkerns in der Bohrung stattfinden
kann, ist es nach dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche 2 und 6 vorgesehen, dass
der Elektrodenkern unter Raumtemperatur in die an Übermaß aufweisende Bohrung im Elektrodenhalter
eingesetzt wird und dann nachfolgend die gesamte Spitze der Elektrode mit dem mittig
und zentrisch angeordneten Elektrodenhalter von einem Quetschwerkzeug zusammengequetscht
wird, um so eine bleibende Verformung der Bohrung im Elektrodenhalter zu gewährleisten.
[0035] Damit wird die Bohrung geringfügig unter der Wirkung des Quetschwerkzeuges bleibend
verformt und die Bohrungsinnenwände legen sich kraft- und formschlüssig an den Außenumfang
des Elektrodenkerns an und halten diesen sicher in der Bohrung.
[0036] Auch in diesem Fall kann es vorgesehen sein, dass die Bohrung nicht rundzylindrisch
ausgebildet ist, sondern als konische Hinterschneidung ausgeformt ist. Dies bedeutet,
dass der stirnseitige Bohrungsrand am Elektrodenhalter einen kleineren Durchmesser
hat als vergleichsweise der Durchmesser der Bohrung am Bohrungsgrund. Die Bohrung
erweitert sich demnach konisch in Richtung zum Bohrungsgrund, so dass der mit Übermaß
in die Bohrung unter Raumtemperatur eingesetzte Elektrodenkern beim Zusammenquetschen
der vorderen Spitze der Elektrode in der Bohrung gehalten wird.
[0037] Der Elektrodenkern kann jedoch in einer abgewandelten Ausführungsform des Profils
der Bohrung auch nur im oberen Bereich der Bohrung durch die besagte Quetschpressung
gehalten sein, oder er kann auch über seine gesamte Länge elektrisch leitfähig in
der Bohrung eingequetscht sein.
[0038] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass in der
Bohrung selbst - die bevorzugt dann rundzylindrisch ausgebildet ist - ringsseitig
umlaufende Nuten, Rillen oder Vorsprünge angeformt sind.
[0039] Ebenso kann es in einer anderen Ausgestaltung vorgesehen sein, dass in die Bohrung
ein Gewinde eingeschnitten ist und die Gewindegänge sich dann kraft- und formschlüssig
beim Zusammenquetschen der gesamten Elektrodenspitze an die Umfangsseiten des Elektrodenkerns
anlegen und diesen sicher in der Bohrung verankern.
[0040] Die Erfindung ist nicht auf eine hohlzylindrische Elektrode beschränkt. Derartige,
hohlzylindrische Elektroden werden nur dann verwendet, wenn die Elektroden wassergekühlt
sind. Im Falle der Wasserkühlung ist dann in die hohlzylindrische Elektrode ein Kühlröhrchen
eingesetzt, welches ein Kühlmedium in den Innenraum der Elektrode einleitet und an
seinem vorderen Ende umlenkt.
[0041] In anderen Ausgestaltungen, die ebenfalls von der Erfindung umfasst sind, ist es
vorgesehen, dass die Elektrode ungekühlt ist und z. B. auch massiv ausgebildet sein
kann. Sie ist deshalb dann nicht zwangsläufig als Hohlkörper ausgebildet.
[0042] Die Profilform der Elektrode - unabhängig davon, ob sie als Hohlkörper oder als Massivkörper
ausgebildet ist, kann auch verschiedenartig profiliert sein.
[0043] Die Elektrode kann z. B. rundzylindrisch, dreieckig, sechseckig, oval profiliert
sein oder in jeder beliebigen anderen Profilierung vorliegen.
[0044] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem
Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander.
[0045] Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und
Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
[0046] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von mehrere Ausführungswege darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0047] Es zeigen:
- Figur 1:
- schematisiert einen Schnitt durch eine Plasmaelektrode nach dem Stand der Technik
- Figur 2:
- schematisiert einen Verfahrensschritt zum Kälteschrumpfen des Elektrodenkerns
- Figur 3:
- die Montage eines Elektrodenkerns in der Bohrung eines Kernhalters mit einem Verformungswerkzeug
- Figur 4:
- das Einsetzen eines kältegeschrumpften Elektrodenkerns in eine Bohrung des Kernhalters
- Figur 5:
- die nach Figur 4 sich anschließende Montagelage des Elektrodenkerns
- Figur 6:
- eine andere Ausgestaltung des Verfahrens, bei dem ein kältegeschrumpfter Elektrodenkern
in eine mit einer Büchse ausgekleideten Bohrung des Elektrodenhalters eingepresst
wird
- Figur 7:
- die sich an Figur 6 anschließende Montagelage des Elektrodenkerns, der sich unter
Raumtemperatur ausdehnt
[0048] Der in Figur 1 dargestellte Plasma-Lichtbogenbrenner besteht insgesamt aus einem
Elektrodenkörper 1, in dem zentrisch eine Elektrode 2 eingesetzt ist, die innenseitig
von einem Kühlwasserstrom durchflossen ist, wobei an der Spitze der Elektrode 2 ein
Elektrodenkern 3, bestehend aus einem hoch emissiven Material, insbesondere aus Hafnium,
eingepasst ist.
[0049] Vor der Elektrode 2 ist an sich bekannter Weise eine Düse 4 angeordnet, die in ebenfalls
an sich bekannter Weise stirnseitig von einem Düsenschild 5 abgedeckt ist.
[0050] Die Funktion eines derartigen Plasma-Lichtbogenbrenners ist beispielsweise aus der
EP 1 633 172 A2 oder der
EP 1 765 045 B1 zu entnehmen, wobei der Offenbarungsinhalt der beiden Druckschriften vollinhaltlich
von der Offenbarung der vorliegenden Erfindung eingeschlossen sein soll.
[0051] Nach einem ersten Verfahrensmerkmal ist es vorgesehen, dass der Elektrodenkern, der
in den folgenden Ausführungsbeispielen als HfC-Elektrodenkern 10 bezeichnet wird,
zunächst einer Kälteschrumpfung ausgesetzt wird. Bevorzugt besteht der HfC-Elektrodenkern
aus einem gesinterten HfC-Material und wird mit einem geeigneten Werkzeug 9, z. B.
einer Zange, in Pfeilrichtung 8 in ein Isoliergefäß 6 eingetaucht, welches mit flüssigem
Stickstoff 7 gefüllt ist. Auf diese Weise kann der aus glashartem Material bestehende
Elektrodenkern 10 auf eine Temperatur von z. B. - 196 Grad Celsius abgekühlt werden,
und in diesem abgekühlten Zustand wird er gemäß Figur 4 als vorerst noch gekühlter
Elektrodenkern 10 in die Bohrung 14 eines Kernhalters 12 eingesetzt, welcher die vordere
Spitze der auf Raumtemperatur temperierten Elektrode 2 bildet.
[0052] Die Bohrung 14 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel rundzylindrisch mit zueinander
parallelen Bohrungswänden ausgebildet und hat einen geraden Bohrungsgrund 13. Hierauf
ist die Erfindung jedoch nicht beschränkt. In der allgemeinen Beschreibung wurde darauf
hingewiesen, dass die Bohrung 14 auch andere Profilierungen aufweisen kann.
[0053] Wird jedenfalls der auf eine Temperatur von ca. - 196 Grad Celsius abgekühlte HfC-Elektrodenkern
10 in Pfeilrichtung 15 in die Bohrung 14 eingeführt (oder gegebenenfalls unter leichtem
Druck eingepresst), dann nimmt er seine endgültige Montagelage gemäß Figur 5 an. Unter
Einwirkung der Raumtemperatur dehnt sich der Elektrodenkern 10 in den Pfeilrichtungen
22 aus und nimmt daher die Formgestaltung des in Figur 5 dargestellten Elektrodenkerns
11 ein.
[0054] Er passt sich deshalb auch an eine innenseitig profilierte Bohrung 14 stufenlos an,
selbst wenn diese innenseitig profilierte Bohrung 14 mit einem Gewindegang, Vorsprüngen
oder Rillen versehen ist. Damit ist ein besonders guter Halt gegeben. Die Figuren
6 und 7 zeigen, dass derselbe Elektrodenkern 10 in kältegeschrumpftem Zustand in eine
Bohrung 14 eingesetzt werden kann, die vorher mit einer Einsatzbüchse 21 ausgekleidet
ist.
[0055] Die Einsatzbüchse kann hier bevorzugt aus Reinsilber oder einer Silberlegierung bestehen.
[0056] Für das Einbringen der Einsatzbüchse 21 in die Bohrung gibt es verschiedene Montagearten:
In einer ersten Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Einsatzbüchse bei Raumtemperatur
in die Bohrung eingeschlagen wird oder eingepresst wird oder eingedreht wird.
[0057] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Einsatzbüchse
kältegeschrumpft in die Bohrung eingesetzt wird, wodurch dann ein Einschlagen oder
Einpressen entfallen kann.
[0058] Für die Einbringung des Hf-Kernes, des HfC-Kernes oder des Kernes aus Hf-Nitrid oder
Hf-Borid gibt es dann verschiedene Möglichkeiten:
- 1. In die auf Raumtemperatur temperierte Einsatzbüchse, die in die Bohrung bereits
schon vorher eingeschlagen, eingepresst oder kältegeschrumpft eingesetzt wurde, wird
der Elektrodenkern, bestehend aus einem der oben genannten Materialien, kältegeschrumpft
eingesetzt.
[0059] Auch hier passt sich gemäß Figur 7 der sich auf Raumtemperatur erwärmende Elektrodenkern
11 zwanglos und formschlüssig der inneren Profilgebung der Einsatzbüchse 21 an, selbst
wenn diese mit einem Innengewinde, mit Rillen, Vorsprüngen oder Noppen versehen ist.
Auf diese Weise wird eine günstige Befestigung des aus Hartstoff bestehenden Elektrodenkerns
10, 11 in der Bohrung 14 erreicht, wobei sich diese Befestigung unter Arbeitstemperatur
der Plasmaelektrode noch verbessert.
[0060] Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist gemäß Figur 3 vorgesehen,
dass ein - wahlweise kältegeschrumpfter oder auch unter Raumtemperatur stehender HfC-Elektrodenkern
11 - in eine ein Übermaß aufweisende Bohrung 14 eingesetzt wird, d. h. es bedarf keiner
Einpressung eines entweder unter Raumtemperatur stehenden Elektrodenkerns 11 oder
wahlweise eines kältegeschrumpften Elektrodenkerns 10.
[0061] Wichtig hierbei ist, dass das Einsetzen des aus Hartstoff bestehenden Elektrodenkerns
10, 11 in die an Übermaß aufweisende Bohrung 14 leicht und ohne Beschädigung des Elektrodenkerns
10, 11 erfolgen kann.
[0062] Nach dem Einsetzen des Elektrodenkerns 10 oder 11 in die Bohrung 14 wird an die Außenseite
der Elektrode, d. h. also in Höhe des Kernhalters 12 ein Verformungswerkzeug 16 angesetzt,
welches bevorzugt aus mehreren einander gegenüberliegenden Klemmbacken 17 besteht,
die einen Verformungsdruck in den Pfeilrichtungen 18 radial einwärts gerichtet auf
die Bohrung 14 ausüben. Dieser Verformungsdruck wird in Pfeilrichtung 19 auf die Bohrung
14 ausgeübt, und zwar möglichst gleichmäßig am Umfang der Bohrung 14 verteilt, so
dass sich die Bohrung in Form der in gestrichelten Linien angedeuteten Klemmkurve
20 verformt und der so eingesetzte Elektrodenkern 10, 11 mechanisch festgespannt wird.
[0063] Auch hier wurde bereits schon in der allgemeinen Beschreibungseinleitung darauf hingewiesen,
dass die Bohrung 14 nicht notwendigerweise gerade profiliert sein muss. Sie kann als
hinterschnittene Bohrung ausgebildet sein, sie kann ein Innengewinde aufweisen und
sie kann sich über die Bohrungsinnenwand erstreckende Rillen, Nuten oder Vorsprünge
aufweisen, die sich nach einer mechanischen Verformung der Bohrungsinnenwände im Sinne
der eingezeichneten Klemmkurve 20 lastübertragend an den Außenumfang des Elektrodenkerns
10, 11 anlegen, ohne diesen zu zerquetschen oder zu zerbrechen.
[0064] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist es bei allen oben beschriebenen
Ausführungsformen und Materialpaarungen vorgesehen, dass der aus einem glasartigen
Hartstoff bestehende Elektrodenkern 3, 10, 11 kältegeschrumpft wird, aber zusätzlich
die Elektrode 2 (mit der eingearbeiteten Bohrung 14) einer Wärmebehandlung unterworfen
wird, wodurch sich die Bohrung 14 aufweitet. In diesem Fall wird der kältegeschrumpfte
Elektrodenkern 3, 10, 11 in die wärmeerweiterte Bohrung 14 der Elektrode 2 mit leichtem
Spiel eingesetzt. Unter Raumtemperatur zieht sich dann die Bohrung 14 zusammen, während
sich gleichzeitig der kältegeschrumpfte Elektrodenkern ausdehnt.
[0065] Für alle Ausführungsbeispiele gilt, dass die Bohrung 14 nicht zwangsläufig nur als
Sackbohrung ausgeführt werden muss. In einer anderen Ausgestaltung kann sie als Durchgangsbohrung
ausgebildet sein, was bedeutet, dass das hintere Ende des Elektrodenkerns in den Innenraum
der Elektrode 2 hinein reicht und dort von der Kühlflüssigkeit berührt und umspült
ist.
Zeichnungslegende
[0066]
- 1
- Elektrodenkörper
- 2
- Elektrode
- 3
- Elektrodenkern
- 4
- Düse
- 5
- Düsenschild (Düsenkappe)
- 6
- Isoliergefäß
- 7
- flüssiger Stickstoff
- 8
- Pfeilrichtung
- 9
- Werkzeug
- 10
- HfC-Elektrodenkern (gekühlt)
- 11
- HfC-Elektrodenkern (aufgewärmt)
- 12
- Kernhalter
- 13
- Bohrungsgrund
- 14
- Bohrung (in 12)
- 15
- Pfeilrichtung
- 16
- Verformungswerkzeug
- 17
- Klemmbacke
- 18
- Pfeilrichtung
- 19
- Pfeilrichtung
- 20
- Klemmkurve
- 21
- Einsatzbüchse
- 22
- Pfeilrichtung
1. Plasma-Elektrode (2) für einen Plasma-Lichtbogenbrenner bestehend aus einem Elektrodenkörper
(1), an dessen vorderen Ende ein Elektrodenkern (3, 10, 11) in eine Bohrung (14) eingepasst
ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrodenkern (10, 11) aus einem gesinterten Hafniumcarbid oder einem Hafniumborid
oder -nitrid oder einer Legierung aus den genannten Materialien besteht, der im kälte-geschrumpften
Zustand in die Bohrung (14) eingesetzt ist.
2. Plasma-Elektrode (2) für einen Plasma-Lichtbogenbrenner bestehend aus einem Elektrodenkörper
(1), an dessen vorderen Ende ein Elektrodenkern (3, 10, 11) in einer Bohrung (14)
eingepasst ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrodenkern (10, 11) aus einem gesinterten Hafniumcarbid oder einem Hafniumborid
oder -nitrid oder aus einer Legierung aus den genannten Materialien besteht, und in
einer als Presspassung ausgebildeten, mechanisch bleibend verformten Bohrung (14)
im Kernhalter (12) befestigt ist.
3. Plasma-Elektrode (2) für einen Plasma-Lichtbogenbrenner bestehend aus einem Elektrodenkörper
(1), an dessen vorderen Ende ein Elektrodenkern (3, 10, 11) in einer Bohrung (14)
eingepasst ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrodenkern (10, 11) aus einem gesinterten Hafniumcarbid oder einem Hafniumborid
oder -nitrid oder einer Legierung aus den genannten Materialien besteht, und in einer
aus Ag oder Ag-Legierung bestehenden Einsatzbüchse (21) aufgenommen ist, die ihrerseits
in der Bohrung (14) des Elektrodenkörpers (1) eingepasst ist.
4. Verfahren zur Montage eines aus Hafniumcarbid (HfC) oder einem aus Hafniumborid oder
-nitrid oder aus einer Legierung aus den vorgeannten Materialien bestehenden Elektrodenkerns
(3, 10, 11) in einer Bohrung (14) eines Elektrodenkörpers (1), wobei in
einem ersten Verfahrensschritt der Elektrodenkern (3, 10, 11) auf die Kältetemperatur
von flüssiger Luft oder flüssigem Sauerstoff oder flüssigen Stickstoff abgekühlt wird
und in
einem zweiten Verfahrensschritt in gekühltem Zustand in die Bohrung (14) des Elektrodenkörpers
eingesetzt wird, wo er sich unter Ausdehnung auf Raumtemperatur erwärmt.
5. Verfahren zur Montage eines aus Hafniumcarbid (HfC) oder Hafniumborid oder -nitrid
oder einer Legierung aus den genannten Materialien bestehenden Elektrodenkerns (3,
10, 11) in der Bohrung (14) einer Elektrode (2), wobei in
einem ersten Verfahrensschritt der Elektrodenkern (3, 10, 11) in die als Spielpassung
für den Durchmesser des Elektrodenkerns (3, 10, 11) dimensionierte Bohrung (14) im
Kernhalter (12) der Elektrode (2) eingesetzt wird und in
einem zweiten Verfahrensschritt der Kernhalter (12) mit einem Verformungswerkzeug
(16) bleibend verformt wird, wobei die Passung zwischen dem Elektrodenkern (3, 10,
11) und der elektrodenseitigen Bohrung (14) in eine Presspassung übergeht.
6. Verfahren zur Montage eines aus Hafniumcarbid (HfC) oder einem Hafniumborid oder -nitrid
oder einer Legierung aus den genannten Materialien bestehenden Elektrodenkerns (3,
10, 11) in der Bohrung (14) einer Elektrode (2), wobei in
einem ersten Verfahrensschritt eine Einsatzbüchse (21) kältegeschrumpft wird und in
diesem Zustand in die Bohrung (14) des Kernhalters (12) eingesetzt wird und sich dann
bis auf Raumtemperatur erwärmt und ausdehnt,
und dass in einem zweiten Verfahrensschritt der Elektrodenkern (3, 10, 11) auf die
Kältetemperatur von flüssiger Luft oder flüssigem Sauerstoff oder flüssigen Stickstoff
abgekühlt wird
und dass in einem dritten Verfahrensschritt in gekühltem Zustand in die Einsatzbüchse
(21) des Kernhalters (12) eingesetzt wird, wo er sich unter Ausdehnung auf Raumtemperatur
erwärmt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zur Montage eines Elektrodenkerns (3, 10, 11) in einer Plasma-Elektrode
(2) nach mindestens einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 verwendet wird.