[0001] Die Anmeldung betrifft ein weichmagnetisches Metallband für elektromechanische Bauelemente,
insbesondere Wechselstromfehlstromschalter.
[0002] Die
EP 2 015 321 A1 offenbart einen Magnetkern für einen Stromtransformator, der aus einer amorphen Legierung
zusammensetzt ist, wobei die Zusammensetzung durch die allgemeinen Formel Fe
100-x-zNi
xX'
z dargestellt wird, wobei X' aus Si und B zusammensetzt ist.
[0003] Ein Verfahren zum Herstellen eines Magnetkerns für Wechselstromfehlstromschalter
aus weichmagnetischen Legierungen ist in der
US 5,922,143 offenbart. Ein amorphes Band aus einer Eisen-basierten Legierung wird mit einer Rascherstarrungstechnologie
hergestellt, gewickelt zu einem Magnetkern und anschließend wärmebehandelt, um ein
nanokristallines Gefüge zu erzeugen.
[0004] Dieser Magnetkern ist weniger beeinträchtigt von mechanischen Spannungen, so dass
der gewünschte Permeabilitätswert zuverlässiger erreicht wird. Es besteht jedoch noch
Bedarf für weitere Verbesserungen.
[0005] Aufgabe der Anmeldung ist es, ein weichmagnetisches Metallband für elektromechanische
Bauelemente, das insbesondere für Anwendungen bei 50 Hz, wie AC Fehlstromschaltern
geeignet ist, zu schaffen, das sich reproduzierbar herstellen lässt.
[0006] Erfindungsgemäß wird ein weichmagnetisches Metallband für elektromechanische Bauelemente
geschaffen. Das weichmagnetische Metallband weist eine nanokristalline oder eine amorphe
Struktur und Verhältnisse von Banddicken zu Rauigkeiten d/Ra von ≤ 5 d/Ra ≤ 25 auf,
wobei Ra der Mittenrauheitswert ist. Das Metallband weist ein Fischschuppenmuster
mit einer quer und schräg zur Bandlängsrichtung angeordneten Struktur auf.
[0007] Magnetisierungseigenschaften dieses weichmagnetischen Metallbands sind von einer
Banddicke d und einer Rauigkeit Ra abhängig. Ein Verhältnis von Banddicken zu Rauigkeiten
d/Ra von ≤ 5 d/Ra ≤ 25 ermöglicht die Verbesserung der Permeabilität bei Wechselstromanwendungen
sowie das zuverlässige Erzeugen dieser verbesserten Permeabilität.
[0008] Die Rauigkeit Ra dieses Verhältnisses ist die gemessene Rauigkeit der Unterseite
des weichmagnetischen Metallbands, wobei die Unterseite die Seite des weichmagnetischen
Metallbands ist, die bei der Erstarrung einer Schmelze auf einem Gießrad liegt.
[0009] Dieses weichmagnetische Metallband hat den Vorteil, dass elektromechanische Bauelemente
mit kurzen Ansprechzeiten wie Fehlerstromschalter oder Drehzahlsensoren mit einem
Ringbandkern realisiert werden können, die bei geringer Koerzitivfeldstärke von wenigen
10 Milliampere pro Zentimeter einen Schaltvorgang auslösen können bzw. das Vorbeidrehen
eines Permanentmagneten signalisieren können, um Drehzahlmessungen anstelle von Hallgeneratoren
zu ermöglichen.
[0010] Das weichmagnetische Metallband weist eine nanokristalline oder amorphe Struktur
auf. Das weichmagnetische Metallband zeichnet sich durch eine nahezu rechteckige Hystereseschleife
und niedrige Wirbelstromverluste aus, was beides für schnellreagierende elektromechanische
Bauelemente, wie Fehlstromschalter, die bei 50 Hz verwendet werden, genutzt werden
kann.
[0011] In einer Ausführungsform weist das weichmagnetische Metallband einen Maximalwert
der magnetischen Induktionswerte bei Bei einer mittleren Rauigkeit von etwa 1 µm bedeutet
dies eine Banddicke d des weichmagnetischen Metallbands zwischen 10 µm ≤ d ≤ 20 µm.
[0012] Das Metallband kann ein Verhältnis Br/Bm > 80% aufweisen, wobei Bm bei 200 mA/cm
gemessen ist.
[0013] Das Metallband weist ein Fischschuppenmuster mit einer quer und schräg zur Bandlängsrichtung
angeordneten Struktur auf. Solch ein Muster kann zum Beispiel durch Reduktion des
Gießdruckes und/oder Erhöhung der Gießradgeschwindigkeit gezielt eingestellt werden.
Weitere Möglichkeiten, die Oberflächentopologie des Bandes gezielt zu beeinflussen,
bieten zum Beispiel eine Oberflächenstrukturierung der Gießwalze oder nachträgliches
Laser-Scribing des weichmagnetischen Metallbands.
[0014] Durch entsprechende Vergleichsversuche konnte ermittelt werden, dass der Einfluss
dieser geometrischen Parameter stärker ist, als der Einfluss der Legierungszusammensetzung
des Metallbands mit Legierungsbestandteilen von Silizium, Bor, Niob und Kupfer in
über 73 Atomgew.% Eisen.
[0015] Somit ergeben sich für ein Metallband einer Legierung, die Fe
75,5Cu
1Nb
3Si
12,5B
8 aufweist, und ein Metallband, das eine Legierung mit Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13,5B
9 aufweist, keine gravierenden Unterschiede, sodass beide Legierungen in den oben angegebenen
Dicken zum Rauigkeitsverhältnis maximale Induktionswerte aufweisen. Vergleichsweise
weisen Bandqualitäten von dünnerem und rauerem Metallband bessere Wechselstrommagnetwerte
auf, gierung mit Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9 aufweist, keine gravierenden Unterschiede, so dass beide Legierungen in dem oben
angegebenen Dicken zu Rauigkeitsverhältnis maximale Induktionswerte aufweisen. Vergleichsweise
weisen Bandqualitäten von dünnerem und rauerem Metallband bessere Wechselstrommagnetwerte
auf, als ein glattes mit einer gegen Null gehenden Rauigkeit und ein mehr als 50 µm
dickes Metallband.
[0016] Dazu ist es von Vorteil, das Metallband thermisch bei einer Temperatur zwischen 500°C
und 600°C für eine Dauer von 0,5 Std. bis 2 Std. in einem Längsfeld von 5 A/cm bis
15 A/cm zu glühen. Nach der Glühbehandlung weist das Metallband eine quasistationäre
Koerzitivfeldstärke unabhängig von einer Bandqualität in Bezug auf Banddicke und Rauigkeit
auf, wobei eine wechselstrombestimmte Koerzitivfeldstärke des Metallbands mit einem
Verhältnis von Banddicke zu Rauigkeit d/Ra linear zunimmt.
[0017] Das Metallband nach einem der vorhergehenden Ausführungsbespiele kann gewickelt werden,
um einen Magnetkern anzugeben. Dieser Magnetkern kann bei verschiedenen Anwendungen
verwendet werden, beispielsweise bei Anwendungen bei Frequenzen von kleiner als 1000Hz,
wie bei einem Wechselstromfehlstromschalter, da der Magnetkern auch bei 50 Hz eine
gute Permeabilität aufweist, oder bei Verteilertransformatoren.
[0018] Es ist vorgesehen, dass dieses weichmagnetische Metallband für wechselstromsensitive
elektromechanische Bauelemente mit einem weichmagnetischen Ringbandkern verwendet
wird. Das weichmagnetische Metallband kann wie oben bereits ausgeführt für Fehlerstromschalter
mit einem Fehlerstromgrenzwert I
max ≤ 30 mA verwendet werden. Ferner ist auch eine Verwendung des weichmagnetischen Metallbands
für einen Drehzahlsensor in Zusammenwirken mit einer segmentierten Permanentmagnetenscheibe
möglich.
[0019] Ein wechselstromsensitiver Fehlstromschutzschalter wird auch angegeben, der einen
Magnetkern aus einem gewickelten weichmagnetischen Band nach einem der vorherstehenden
Ausführungsbeispiele aufweist.
[0020] In einem Ausführungsbeispiel weist bei einer Frequenz von kleiner als 1000Hz, insbesondere
bei 50 Hz, der Magnetkern des wechselstromsensitiven Fehlstromschutzschalters ein
Verhältnis Br/Bm > 80% auf.
[0021] Ein Verteilertransformator wird auch angegeben, der einen Magnetkern aus einem gewickelten
weichmagnetischen Band nach einem der vorherstehenden Ausführungsbeispiele aufweist.
[0022] Der Magnetkern des Verteilertransformators kann bei einer Frequenz von kleiner als
1000Hz, insbesondere bei 50 Hz, ein Verhältnis Br/Bm > 80% aufweisen.
[0023] Der Erfindung liegen Diagramme nachfolgender Figuren zugrunde, die im einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- zeigt ein Diagramm zur Definition einer dynamischen Koerzitivfeldstärke;
- Fig. 2
- zeigt ein Diagramm mit Werten von Banddicke und Rautiefe an verschiedenen Stellen
eines untersuchten Metallbands;
- Fig. 3
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden (Figur 3a) und Amplitudenpermeabilitäten
(Figur 3b) als Funktion der erregenden Feldamplitude bei sinusförmiger Erregung mit
1 Hz für unterschiedliche Metallbandqualitäten;
- Fig. 4
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden (Figur 4a) und Amplitudenpermeabilitäten
(Figur 4b) als Funktion der erregenden Feldamplitude bei sinusförmiger Erregung mit
50 Hz für die Metallbandqualitäten aus Figur 3;
- Fig. 5
- zeigt ein Diagramm der dynamischen Koerzitivfeldstärke als Funktion des Verhältnisses
von Banddicke und Rautiefe einer einzelnen Charge;
- Fig. 6
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden bei einer erregenden Feldstärke von 10
mA/cm als Funktion des Verhältnisses von Banddicke und Rautiefe einer ersten Metallbandlegierung;
- Fig. 7
- zeigt ein Diagramm mit Werten von Banddicke und Rautiefe unterschiedlicher Chargen
von Metallband;
- Fig. 8
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden und Amplitudenpermeabilitäten als Funktion
der erregenden Feldamplitude bei sinusförmiger Erregung mit 50 Hz für unterschiedliche
Metallbandqualitäten im Vergleich einer nanokristallinen Legierung zu einer grobkristallinen
NiFe-Legierung Ultraperm 10 mit der Kennlinie 020;
- Fig. 9
- zeigt ein Diagramm der dynamischen (50 Hz) und statischen (dc) Koerzitivfeldstärke
als Funktion des Verhältnisses von Banddicke und Rautiefe unterschiedlicher Chargen;
- Fig. 10
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden bei einer erregenden Feldstärke von 10
mA/cm als Funktion des Verhältnisses von Banddicke und Rautiefe einer zweiten Metallbandlegierung;
- Fig. 11a
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden bei 50 Hz von drei nanokristallinen Metallbandqualitäten
im Vergleich zu einem grobkristallinen Ultraperm 200 Metallband der NiFe-Legierung;
- Fig. 11b
- zeigt ein Diagramm der Änderungen der Induktionsamplituden nach einem Gleichfeldstoß
und nach Klopfbelastung;
- Fig. 12
- zeigt ein Diagramm der dynamischen Koerzitivfeldstärke als Funktion des Verhältnisses
von Banddicke und Rautiefe eines amorphen VITROVAC 6030 Z Bandmaterials;
- Fig. 13
- zeigt ein Diagramm mit Induktionsamplituden bei einer erregenden Feldstärke von 10
mA/cm als Funktion des Verhältnisses von Banddicke und Rautiefe eines amorphen VITROVAC
6030 Z Bandmaterials.
[0024] Im Rahmen der Fertigungsüberleitung der nanokristallinen Legierung Fe
75,5Cu
1Nb
3Si
12.5B
8 wurde ein Stichversuch zum Einfluss von Banddicke und Bandrauigkeit auf die nach
Wärmebehandlung erzielbare Magnetqualität durchgeführt. Hierzu wurde bei einer Bandcharge
(KA 1283, Einsatz 7 kg, Bandbreite 15 mm) durch Erniedrigung der Walzengeschwindigkeit
während des Schussverlaufes die Banddicke von ca. 16 µm (Mikrometer) auf ca. 35 µm
variiert. Durch Absenkung des Gießdruckes gegen Schussende wurde schließlich versucht,
die Bandrauigkeit bei gleichbleibender Dicke (um 35 µm) zu erhöhen. Aus dieser Charge
wurden über den Schussverlauf hinweg Bandproben verschiedener Dicke und Rauigkeit
entnommen und hieraus Ringbandkerne (RBK) mit der Abmessung 22 mm x 16 mm x Bandbreite
für weitere magnetische Untersuchungen gewickelt.
[0025] In die Untersuchungen mit einbezogen waren auch eine Reihe von verschiedenen KA-Chargen
der Legierung Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9, bei denen die Herstellparameter im Hinblick auf eine Verbesserung der Duktilität
im Herstellzustand variiert wurden. Aus diesen Chargen wurden ebenfalls Ringbandkerne
der Abmessung 22 mm x 16 mm x Bandbreite für die magnetischen Untersuchungen hergestellt.
[0026] Die Ringbandkerne wurden in einem Fertigungsofen unter Wasserstoff-Atmosphäre im
Längsfeld angelassen. Die genauen Anlassbedingungen waren: 1h Haltezeit bei 540°C
im Längsfeld (Wechselfeld von ca. 10 A/cm), Abkühlung mit 1 K/min.
[0027] Gemessen wurden die quasistatischen Hystereseschleifen, sowie die 50Hz-Kommutierungskurven.
Die 50Hz-Kennlinien wurden im "abnehmenden erregenden Feld gemessen", was einer Messung
des entmagnetisierten Kernes entspricht. Aus den Kommutierungskurven wurde entsprechend
Figur 1 die dynamische Koerzitivfeldstärke H
c ausgewertet, d.h. in den nachfolgenden Diagrammen der Figuren bezeichnet H
c(dyn) diejenige erregende Feldstärke, bei welcher gerade in etwa die Sättigung bzw.
die Maximalpermeabilität erreicht wird.
[0028] Zur Charakterisierung der Bandgeometrie wurde die mittlere Banddicke aus dem Metergewicht
bestimmt sowie die Rauigkeit an der Bandunterseite (quer zur Bandrichtung) gemessen.
Beispiel 1
[0029] Dem Beispiel 1 liegen Untersuchungen in Bezug auf Rauigkeit und Banddicke mit der
Legierung Fe
75,5Cu
1Nb
3Si
12.5B
8 als Charge KA 1283 zugrunde
[0030] Das Verhältnis von Banddicke zu Rautiefe d/R
a reicht von etwa 10 bis 60. Die
Figur 2 zeigt die zugehörige Variation von Banddicke d und Rautiefe Ra. Es ist in Figur 2
erkennbar, dass die dünneren Bänder in der Regel auch eine absolut größere Rauigkeit
aufweisen.
[0031] Die mittlere, quasistatisch gemessene Koerzitivfeldstärke beträgt

[0032] Das mittlere, quasistatisch gemessene Remanenzverhältnis liegt bei

[0033] Figur 3 zeigt die bei 1 Hz (sinusförmige Feldstärke) gemessene Kommutierungskurve (B
max über H), sowie die zugehörige Amplitudenpermeabilität µ.
[0034] Bei den dickeren und glatteren Bändern sind andeutungsweise etwas bessere Magnetwerte
zu erkennen. Insgesamt ist der hier festgestellte Einfluss von Banddicke und Bandrauigkeit
auf die quasistatischen und 1Hz-Meßwerte jedoch nur gering und geht fast in der Messgenauigkeit
unter. Im Gegensatz hierzu wurde in Vergleichsuntersuchungen an amorphen Werkstoffen
wie VC 6150 Z und VC 6030 Z eine deutliche Verschlechterung von H
c und B
r mit zunehmendem Verhältnis von R
a/d festgestellt.
[0035] Bei höheren Messfrequenzen sieht die Situation deutlich anders aus. Schon bei 50
Hz ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Bandqualitäten.
Figur 4 zeigt hierzu die bei 50 Hz (sinusförmige Feldstärke) gemessene Kommutierungskurve
(B
max über H), sowie die zugehörige Amplitudenpermeabilität µ. Der Vergleich der 1Hz- und
50Hz-Kennlinien zeigt, dass die 50Hz-Kennlinie praktisch vollständig durch anomale
Wirbelströme bestimmt ist. Wie bereits oben erläutert wurde, sind die klassischen
Wirbelstrombeiträge zu vernachlässigen. Es fällt auf, dass insbesondere die dünnen
und rauen Bänder mit Abstand deutlich bessere 50Hz-Magnetwerte liefern als die dickeren
glatten Bänder.
[0036] Figur 5 zeigt die dynamische Koerzitivfeldstärke H
c (gemäß Definition in Figur 1) in Abhängigkeit des Verhältnisses d/R
a. Die Werte für f = 1 Hz fallen mit den quasistatisch gemessenen Werten zusammen und
zeigen, wie schon erwähnt, praktisch keine Abhängigkeit von d/R
a. Die wirbelstrombestimmten 50 Hz-Werte hingegen nehmen linear mit d/R
a zu, was den oben dargelegten theoretischen Erwartungen entspricht. Die Extrapolation
der 50Hz-Werte für d/R
a ≥ 0 führt auf einen Wert, der in etwa der quasistatischen Koerzitivfeldstärke entspricht.
[0037] Für die mögliche Anwendung in 30mA-Fehlerstromschaltern ist die Induktionsamplitude
B
10 bei einer erregenden Feldamplitude von 10 mA/cm relevant. Die Konsequenzen des Verhältnisses
d/R
a für diese Größe sind in
Figur 6 dargestellt. B
10 nimmt mit abnehmender Banddicke und zunehmender Rauigkeit deutlich zu. Der maximale
Wert von B
10, d.h. B
10 ungefähr gleich B
s, ist zu erwarten, wenn die dynamische Koerzitivfeldstärke H
c kleiner als 10 mA/cm wird. Dies ist z.B. für kleinere Frequenzen realisiert.
Beispiel 2
[0038] Dem Beispiel 2 liegen Untersuchungen in Bezug auf Rauigkeit und Banddicke mit der
Legierung Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9 aus verschiedenen Chargen, sowie Untersuchungen weiterer Einflussparameter zugrunde.
[0039] Die an verschiedenen Chargen der Legierung Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9 gewonnenen Ergebnisse sind in den
Figuren 7-11 dargestellt. Es ergibt sich auch hier die eben diskutierte Abhängigkeit der Magnetwerte
von Bandrauigkeit und Banddicke. Im Unterschied zum oben diskutierten Fall kommt hier
der Einfluss der Rauigkeit etwas expliziter zum Ausdruck, da die mittlere Banddicke
nicht so stark wie in Beispiel 1 variiert (
Figur 7).
[0040] Die Werte der statischen Koerzitivfeldstärke liegen bei etwa 3,5 mA/cm. Dieser im
Vergleich zur Legierung des Beispiels 1 Fe
75,5Cu
1Nb
3Si
12.5B
8 deutlich niedrigere Werte ist zum Teil dadurch bedingt, dass die statische Schleife
nur mit etwa 20 mA/cm ausgesteuert wurde. Bei einer vergleichbaren Aussteuerung von
H
max = 50 mA/cm ergeben sich etwas höhere H
c-Werte um H
c = 5 mA/cm.
[0041] Die 50Hz-Magnetwerte liegen im vorliegenden Fall (Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9) etwas günstiger als diejenigen der Legierung Fe
75,5Cu
1Nb
3Si
12.5B
8. Dies kommt am deutlichsten beim Vergleich der B
10-Werte bei demselben d/R
a-Verhältnis zum Ausdruck (vgl.
Figur 8 und 10). Hierzu ist anzumerken, dass die Legierung mit 13,5 Atomgew.% Si und mit λ
s = 2x10
-6 und K
u = 20 J/m
3, sowohl eine um den Faktor zwei kleinere Magnetostriktionskonstante λ
s, als auch eine kleinere magnetfeldinduzierte Anisotropie K
u aufweist (die entsprechenden Werte für die Legierung mit 12,5 Atomgew.% Si sind:
λ
s = 3,5x10
-6 und K
u = 40 J/m
3). Damit besitzt die Legierung mit Si 13,5 Atomgew.% sowohl für die reinen weichmagnetischen
Eigenschaften wie auch für die dynamischen Eigenschaften günstigere Grundvorausetzungen.
[0042] Bei genauerer Betrachtung der
Figuren 9 und 10 fällt ein Ausreißer auf (gekennzeichnet durch ein Ausrufungszeichen); es handelt
sich hierbei um ein Band aus einer Charge KA 1114. Auffällig sind die, trotz relativ
kleinem d/R
a-Verhältnis, relativ schlechten dynamischen Eigenschaften, wie auch die im Vergleich
zu den anderen Chargen mehr als doppelt so hohe statische Koerzitivfeldstärke. Ferner
wies dieses Band auch eine bezüglich des Feldnullpunktes stark verschobene Hystereseschleife
auf. Auffällig an der Bandgeometrie war eine mehr als 5 µm tiefe Längsriefe, die im
Ra-Wert nicht enthalten war, d.h. es wurde bei der Messung nicht über diese Riefe
hinweg gemessen. Diese Riefe rührt von Schlacketeilchen in der Düse her, was schließlich
zu einer Spaltung des Bandes und letztlich zum vorzeitigen Schussabbruch führte.
[0043] Bei Werkstoffen mit rechteckförmiger Hystereseschleife ist die Magnetisierungskennlinie
relativ empfindlich von den genauen Messbedingungen und dem Zustand des Kernes vor
der Messung abhängig. Die bislang diskutierten Kennlinien wurden im abnehmenden Magnetfeld
gemessen (entspricht einer Messung des entmagnetisierten Kernes) an Kernen im Zustand
"wie getempert, einige Tage danach". Im Vergleich zu einer derartigen Referenzkurve
ergibt sich:
- 1. Eine Reduzierung der Induktionswerte um bis zu 50-100 mT nach Gleichfeldvorbelastung
(im vorliegenden Fall ca. 1A/cm).
- 2. Eine Anhebung der Induktionswerte bis zu 100-200 mT nach Klopfen des Kernes.
[0044] Figur 11 zeigt diese Änderungen als Funktion des erregenden Feldes zusammen mit der B-H-Kommutierungskurve
im Vergleich mit Ultraperm 200. Es ist erkennbar, dass die Änderungen des weichmagnetischen
nanokristallinen Metallbands deutlich größer als bei dem grobkristallinen Ultraperm
200 Metallband einer NiFe-Legierung sind.
[0045] Bemerkenswert sind die Änderungen der Magnetwerte nach einem Klopfen des Metallbands.
Während die hier untersuchten Chargen der Legierungszusammensetzung Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9 eine deutliche Änderung der Magnetwerte zeigten, war bei der Legierung Fe
75,5Cu
1Nb
3Si
12.5B
8 (trotz höherer Magnetostriktion) wie auch bei Ultraperm 200 praktisch keine Änderung
zu beobachten. Momentan kann das Phänomen nur als Hinweis verstanden werden, dass
das Handling der Kerne die Magnetwerte fallweise beeinflussen kann.
[0046] Der Einfluss eines Gleichfeldstoßes hingegen war wesentlich reproduzierbarer und
bei allen untersuchten Kernen zu beobachten. Das Phänomen spiegelt den irreversiblen
Charakter der zugrunde liegenden Magnetisierungsprozesse wieder (Pinning von Domänen-Wänden,
Nachwirkungseffekte). Dieser Effekt kann beim Messen unter Umständen unkontrolliert
auftreten, nämlich beim Ein- und Ausschalten des Stromes in einem bestimmten Arbeitspunkt,
abhängig von der ohmschen Last im Primär- und Sekundärkreis. Ursächlich hierfür sind
durch induktive Rückwirkung bedingte Stromstöße, die das Material kurzzeitig in die
Sättigung fahren können.
[0047] Praktisch gesehen bedeuten diese Effekte, dass die Induktionswerte bei nanokristallinen
Werkstoffen mit rechteckförmiger Hystereseschleife in einem gegebenen Arbeitspunkt
für ein- und denselben Kern momentan nur mit einer Toleranz von ca. ± 100 mT angegeben
werden können.
Beispiel 3
[0048] Dem Beispiel 3 liegen Untersuchungen an einem amorphen Vergleichswerkstoff VITROVAC
6030 Z (Z steht für Werkstoff mit rechteckförmiger Hystereseschleife) in Bezug auf
Rauigkeit und Banddicke zugrunde.
[0049] Zum Vergleich mit dem nanokristallinen Material zeigen die
Figuren 12 und 13 eine entsprechende Auswertung bei 50 Hz an VITROVAC 6030 Z gemessener Daten. Für
d/R
a > 15 ergibt sich ein analoges Bild. Für d/R
a < 15 {d = 15 µm, R
a = 1,5 µm bis 3 µm) ist jedoch hier wieder eine Verschlechterung der Magnetwerte im
Gegensatz zu dem linearen Anstieg bei nanokristallinen Metallbändern festzustellen.
Dies ist im wesentlichen durch den Einfluss der Rauigkeit auf die quasistatische Koerzitivfeldstärke
und die Remanenzmagnetisierung bedingt.
[0050] Die Ergebnisse für VITROVAC 6030 Z machen deutlich, dass der Verbesserung der dynamischen
Eigenschaften durch Reduktion der Banddicke und im Falle von amorphen Metallbändern
mit rechteckförmigen Hystereseschleifen durch Anhebung der Bandrauigkeit Grenzen gesetzt
sind.
[0051] Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass die 50Hz-Eigenschaften von amorphen
und nanokristallinen Werkstoffen mit rechteckförmiger Hystereseschleife entscheidend
vom Verhältnis Banddicke d zu Rautiefe R
a bestimmt werden. Dabei fällt dem Einfluss von d/R
a mindestens eine genauso wichtige Rolle zu wie dem früher festgestellten Einfluss
der in Bandrichtung induzierten uniaxialen Anisotropie K
u. Im Hinblick auf die Fertigungssicherheit erlangt d/R
a fast eine entscheidende Rolle, da dieser Parameter wesentlich schwieriger zu beherrschen
ist, als die durch die Legierungszusammensetzung und Anlassbehandlung wohl definierte
induzierte Anisotropie K
u.
[0052] Die besten Magnetwerte wurden bislang an dünnen (15 bis 20 µm) und rauen Bändern
(R
a = 1 bis 1.5 µm) mit d/R
a-Verhältnissen zwischen 10 und 20 beobachtet. Dabei weisen frühere Untersuchungen
an VITROVAC 6030 Z jedoch auch darauf hin, dass bei zu kleinen d/R
a-Verhältnissen die Magnetwerte aufgrund anwachsender Hystereseverluste wieder verschlechtert
werden. Die kritische Grenze für nanokristalline Legierungen wurde noch nicht erreicht.
[0053] Die physikalische Ursache für die Verbesserung der Magnetwerte mit zunehmender Rauigkeit
und abnehmender Banddicke könnte auf dynamische Domänenverfeinerung in dem nanokristallinen
Metallband zurückzuführen sein. Letzteres resultiert vermutlich aus den um Oberflächendefekten
herum (wie Lufttaschen an der Bandunterseite, gröbere kristalline Ausscheidungen u.a.)
vorhandenen Abschlussdomänenstrukturen und vergleichbaren Magnetisierungsinhomogenitäten.
[0054] Für gute Magnetwerte sollte nach möglichst dünnem Band (möglichst unter 20 µm mittlere
Banddicke) mit "definierter" Rauigkeit (um oder über R
a = 1 µm) gestrebt werden.
[0055] Die Forderung nach rauerem Band führt zu einer Verbesserung der dynamischen Magnetwerte,
wenn der Magnetisierungsprozess maßgeblich durch Wandverschiebungen getragen wird.
Dies trifft voll für Werkstoffe mit rechteckförmiger Hystereseschleife und bedingt
für runde Hystereseschleifen zu.
[0056] Eine mögliche Magnetisierungsprozess bei rechteckförmigen Hystereseschleifen besteht
darin, dass die Magnetisierung über die Bewegung von 180°-Domänenwänden quer zur Bandlängsrichtung
abläuft. Aufgrund der hiermit verbundenen starken räumlichen Lokalisierung der Magnetisierungsänderungen
ergeben sich überhöhte, sogenannte anomale Wirbelstromverluste. Dabei ist die Überhöhung
der Verluste umso größer, je weniger Domänen am Magnetisierungsprozess beteiligt sind.
[0057] Die Untersuchung der Frequenzabhängigkeit zeigt, dass die Magnetisierungskennlinie
von nanokristallinen ferromagnetischen Werkstoffen mit rechteckförmiger Hystereseschleife
sehr gut im Rahmen der schon für amorphe Legierungen erfolgreich eingesetzten Theorie
von
Bertotti aus Bertolli, J. Magn. Mat., 1556, 1986, Seiten 54 bis 57, beschrieben werden kann. Hiernach ergibt sich der Beitrag der anomalen Wirbelstromverluste
als

Dabei bezeichnen
- ρel den spezifischen elektrischen Widerstand,
- no die Zahl der Domänen pro Flächeneinheit beim quasi - statischen Durchlaufen der Hystereseschleife,
- Vo einen Mindestwert, um den das äußere Feld erhöht werden muss, um eine neue Domäne
zu bilden, bzw. eine gepinnte Wand in Bewegung zu setzen, Vo ist damit letztlich eng verknüpft mit der statischen Koerzitivfeldstärke,
- f die Ummagnetisierungsfrequenz und
- B̂ die Induktionsamplitude.
[0058] Die Verlustleistung ist allgemein durch H dB/dt gegeben, wobei die Ummagnetisierungsgeschwindigkeit
dB/dt proportional zu f·B ist. H ist das äußere Feld, das nötig ist um die lokal erzeugten
Wirbelstromfelder zu kompensieren. Aus Gleichung (1) folgt hierfür:

[0059] Dabei bezeichnet H
cstat(B) den Verlauf der quasistatischen Hystereseschleife, der hauptsächlich durch Koerzitivfeldmechanismen
bestimmt wird. Der Beitrag der sogenannten klassischen Wirbelströme wird hierbei vernachlässigt,
was für nicht zu große Frequenzen (f < 1000 Hz) gerechtfertigt ist. Zum Beispiel liefert
eine Abschätzung für f = 50 Hz und B = 1 T für das aus klassischen Wirbelströmen resultierende
Wirbelstromfeld nur Bruchteile von mA/cm.
[0060] Die letztlich entscheidenden Parameter in Gleichung (1) und (2) sind die Domänendichte
n
o, wie auch die Keimbildungsfeldstärke V
o. Zu klären ist im Nachfolgenden, wie beide Größen mit der Oberflächenrauigkeit und
der Banddicke in Verbindung stehen.
[0061] Bei in Bandebene liegender Magnetisierung bilden sich an geometrischen Abweichungen
von einer ideal planen Oberfläche magnetische Oberflächenpole aus, was zu lokalen
Streufeldern führt. Zur Reduktion der hiermit verbundenen Streufeldenergie bilden
sich an den Oberflächendefekten Magnetisierungsinhomogenitäten, im Extremfall sind
dies zipfelartige Abschlussdomänen z.B. an den Lufttaschen der Bandunterseite. Damit
ist die Konsequenz einer langsameren Einmündung in die ferromagnetische Sättigung
und insbesondere eine Reduktion des Remanenzverhältnisses gemäß

verbunden, wobei

ein mittlerer durch die Oberflächenrauigkeit bedingter Entmagnetisierungsfaktor ist.
Es bezeichnen ferner d die Banddicke, K die Anisotropie in Bandlängsrichtung und λ
eine effektive Wellenlänge, die ein Maß für die Ausdehnung und den Abstand der Oberflächendefekte
darstellt.
[0062] In diesem Fall sollte eine erhöhte Bandrauigkeit auch eine erhöhte Keimbildungswahrscheinlichkeit
für neue Domänen mit sich ziehen. Untersuchungen der dynamischen Domänen-Struktur
an FeSi-Blech und amorphen Metallen geben auch Hinweise darauf, dass mit steigender
Frequenz neue Domänen vorzugsweise an Oberflächenunregelmäßigkeiten entstehen.
[0063] Zur Abschätzung des Einflusses von R
a auf die Domänendichte n
o kann z.B. von folgender stark vereinfachten Modellvorstellung ausgegangen werden:
Domänen, welche die Ummagnetisierung einleiten, bilden sich vorzugsweise an den Oberflächenunregelmäßigkeiten
und besitzen somit in etwa deren effektive Ausdehnung λ. Für N
o Domänen ergibt sich damit ein Querschnittsanteil
N0·λ/
b =
ηο·λ
d (b = Bandbreite,
n0 =
N0/(
b·d))
. Dieser Querschnittsanteil reduziert andererseits die Remanenzmagnetisierung und ist
damit proportional zu 1 - J
r/J
s. Damit folgt:

[0064] Zu einem hinsichtlich der R
a, d und K-Abhängigkeit ähnlichen Ausdruck gelangt man, wenn man von der mittleren Streufeldenergie
1/2 N
eff J
s2 ausgeht und diese gleich der Domänenwandenergie setzt, die notwendig ist, um n
o Domänen pro Querschnitt zu erzeugen.
[0065] Außerdem sind für den Einfluss auf die Wirbelstromverluste noch die maßgeblichen
Koerzitivfeldmechanismen zu berücksichtigen. Hier ist im wesentlichen zwischen zwei
Fällen zu unterscheiden:
a) Hc ist durch Pinning an Oberflächendefekten bestimmt
[0066] Dabei ist die Koerzitivfeldstärke im Wesentlichen durch Pinning an den Oberflächendefekten
bestimmt. Die Mindestfeldstärke V
o um eine neue, bislang gepinnte Domäne am Magnetisierungsprozess zu beteiligen, ist
dann anlog zu H
c durch

gegeben. Dann folgt aus Gl. (2) für das Wirbelstromfeld

[0067] Hierbei ist zu beachten, dass H
cstat entsprechend Gleichung (5a) proportional zu R
a/d ist, also letztlich stärker von R
a/d abhängig ist als die anomalen Wirbelstromverluste. Damit ergeben sich für zu raue
Bänder, aufgrund der zunehmenden Hystereseverluste wieder schlechtere Magnetwerte.
b) Hc ist von Oberflächendefekten unabhängig
[0068] In diesem Fall ist H
c durch Keimbildung bzw. durch Pinning an intrinsischen Anisotropiefluktuationen bestimmt.
Dann ist

womit das Wirbelstromfeld als

folgt. Dieser Fall ist insbesondere für nanokristalline Werkstoffe wichtig, bei denen
auf Grund der endlichen Korngröße die mittlere Kristallanisotropie (K
1) einen entscheidenden Beitrag zu H
c liefern kann, im Gegensatz etwa zu amorphen Systemen. Bei konsequenter Rechnung wäre
hier entsprechend der Term K
3/2 durch K
u1/2 <K
1> zu ersetzen.
[0069] In diesem Grenzfall ist die Koerzitivfeldstärke und somit sind auch die Hystereseverluste
unabhängig von der Rauigkeit. Entsprechend ergibt sich eine effizientere Reduktion
der Gesamtverluste mit zunehmender Rauigkeit, als im oben diskutierten Fall der amorphen
Werkstoffe.
[0070] Insgesamt scheinen sich die generellen Aussagen der obigen Modellrechnung mit dem
nachfolgenden Experiment übereinzustimmen. Man muss sich aber dennoch der stark vereinfachenden
Annahmen, die in obige Formeln eingehen, bewusst sein.
[0071] Zusammenfassend ist festzustellen, dass die 50Hz-Kennlinie nanokristalliner (wie
auch amorpher) Werkstoffe mit rechteckförmiger Hystereseschleife entscheidend von
anomalen Wirbelstromverlusten geprägt ist. Die obigen Untersuchungen lassen es feststellen,
dass hierbei das Verhältnis von Banddicke d zu Oberflächenrauigkeit R
a einen wesentlichen Einflussparameter bildet, der weit über den Einfluss der Legierungszusammensetzung
hinausgehen kann. Die besten Magnetwerte wurden für Verhältnisse d/R
a < 20 gefunden, d.h. für dünne Bänder (um 20 µm und kleiner) mit relativ rauer Oberfläche
(R
a um 1 µm oder etwas größer). Mit der Legierungszusammensetzung Fe
73,5Cu
1Nb
3Si
13.5B
9 können so in dem für wechselstromsensitive 30 mA Fehlerstromschalter relevanten Arbeitspunkt
bei Hc = 10 mA/cm etwa doppelt so hohe Induktionswerte wie bei grobkristallinen NiFe-Legierungen
(wie Ultraperm 10, 200) erreicht werden. Die Möglichkeit, derartige Spitzenwerte zu
erreichen und entscheidende Ansatzpunkte für ihre reproduzierbare Herstellung zu schaffen,
kann somit erreicht werden.
1. Weichmagnetisches Metallband, wobei das weichmagnetische Metallband eine nanokristalline
oder amorphe Struktur aufweist, wobei das Metallband Verhältnisse von Banddicken zu
Rauigkeiten d/Ra von 5 ≤ d/Ra ≤ 25, vorzugsweise zwischen 10 ≤ d/Ra ≤ 20 aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Metallband ein Fischschuppenmuster mit einer quer und schräg zur Bandlängsrichtung
angeordneten Struktur aufweist.
2. Metallband nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei das Metallband Legierungsbestandteile
von Silizium, Bor, Niob und Kupfer in über 73 Atomgew.% Eisen aufweist.
3. Metallband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Metallband eine Legierung mit
Fe75,5Cu1Nb3Si12,5B8 oder Fe73,5Cu1Nb3Si13,5B9 aufweist.
4. Metallband nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Banddicke zwischen 5
µm < d < 30 µm, vorzugsweise zwischen 5 µm < d ≤ 20 µm liegt und/oder die Rauigkeit
Ra zwischen 0,6 µm < d < 2,5 µm, vorzugsweise zwischen 1 µm < d < 2 µm liegt.
5. Metallband nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Br/Bm > 80% ist.
6. Metallband nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Oberfläche des Metallbands
eine Oberflächentopologie einer Oberflächenstrukturierung einer Gießwalze aufweist.
7. Magnetkern, umfassend ein gewickeltes weichmagnetisches Metallband, nach einem der
Ansprüche 1 bis 6.
8. Verwendung des weichmagnetischen Metallbands gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für
Fehlerstromschalter mit einem Fehlerstromgrenzwert Imax ≤ 30 mA.
9. Verwendung des weichmagnetischen Metallbands gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für
einen Drehzahlsensor in Zusammenwirken mit einer segmentierten Permanentmagnetenscheibe.
10. Verwendung des weichmagnetischen Metallbands gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für
wechselstromsensitive elektromechanische Bauelemente mit einem weichmagnetischen Ringbandkern.
11. Wechselstromsensitiver Fehlstromschutzschalter, der einen Magnetkern nach Anspruch
7 aufweist.
12. Wechselstromsensitiver Fehlstromschutzschalter nach Ansprüche 11, wobei bei einer
Frequenz von kleiner als 1000Hz der Magnetkern ein Verhältnis Br/Bm > 80% aufweist.
13. Verteilertransformator, der einen Magnetkern nach Anspruch 7 aufweist.
14. Verteilertransformator nach Anspruch 13, wobei bei einer Frequenz von kleiner als
1000Hz der Magnetkern ein Verhältnis Br/Bm > 80% aufweist.
1. Ruban métallique magnétique doux, le ruban métallique magnétique doux présentant une
structure nanocristalline ou amorphe, le ruban métallique présentant des rapports
d'épaisseur de ruban par rapport à la rugosité d/Ra compris entre 5 ≤ d/Ra ≤ 25, de
préférence entre 10 ≤ d/Ra ≤ 20, caractérisé en ce que le ruban métallique présente un motif d'écailles de poisson ayant une structure disposée
obliquement et transversalement par rapport à la direction longitudinale du ruban.
2. Ruban métallique selon la revendication 1 ou la revendication 2, le ruban métallique
présentant des composants d'alliage de silicium, bore, niobium et cuivre dans plus
de 73 % de fer en poids atomique.
3. Ruban métallique selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, le ruban métallique
présentant un alliage de Fe75,5Cu1Nb3Si12,5B6 ou Fe73,5CuNb3Si13,5B9.
4. Ruban métallique selon l'une quelconque des revendications précédentes, l'épaisseur
de ruban se situe entre 5 µm < d < 30 µm, de préférence entre 5 µm < d < 20 µm et/ou
la rugosité Ra se situe entre 0,6 µm < d < 2,5 µm, de préférence entre 1 µm < d <
2 µm.
5. Ruban métallique selon l'une quelconque des revendications précédentes, Br / Bm >
80%.
6. Ruban métallique selon l'une quelconque des revendications précédentes, une surface
de la bande de métal présentant une topologie de surface d'une structuration de surface
d'un cylindre de coulée.
7. Noyau magnétique, comprenant un ruban métallique magnétique doux, selon l'une quelconque
des revendications 1 à 6.
8. Utilisation du Ruban métallique magnétique doux selon l'une quelconque des revendications
1 à 6 pour un interrupteur à courant de défaut ayant une valeur limite de courant
de défaut Imax ≤ 30 mA.
9. Utilisation du Ruban métallique magnétique doux selon l'une quelconque des revendications
1 à 6 pour un capteur de vitesse en coopération avec un disque d'aimant permanent
segmenté.
10. Utilisation du ruban métallique magnétique doux selon l'une quelconque des revendications
1 à 6 pour des composants électromagnétiques sensibles au courant alternatif ayant
un tore bobiné magnétique doux.
11. Interrupteur à courant de défaut sensible au courant alternatif présentant un noyau
magnétique selon la revendication 7.
12. Interrupteur à courant de défaut sensible au courant alternatif selon la revendication
11, à une fréquence inférieure à 1 000 Hz, le noyau magnétique présente un rapport
Br / Bm > 80 %.
13. Transformateur de distribution présentant un noyau magnétique selon la revendication
7.
14. Transformateur de distribution selon la revendication 13, à une fréquence inférieure
à 1 000 HZ, le noyau magnétique présente un rapport Br/Bm > 80 %.