[0001] Die Erfindung betrifft ein Speisegeschirrteil gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] In Speisegeschirrteilen, beispielsweise in Servierschüsseln oder -platten, auf Speisetellern
sowie in Suppenschalen und Tassen werden häufig warme oder heiße Speisen bzw. Getränke
serviert. Ein Problem beim Transport und Servieren warmer bzw. heißer Speisen ist
die häufig schnelle Abkühlung der Speisen auf den Speisegeschirrteilen. Vor allem
in Großküchen beispielsweise in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, in Kantinen, in
Cafeterien und im Hotel- und Gaststättengewerbe kann der Zeitaufwand zur Verteilung
und zum Servieren der Speisen erheblich sein, so dass die warm bzw. heiß zubereiteten
Speisen und Mahlzeiten nicht mehr die gewünschte Temperatur aufweisen, wenn sie schließlich
einer speisenden Person zum Verzehr gereicht werden.
[0003] Der Wärmeverlust erfolgt dabei einerseits über Wärmeabstrahlung an den umgebenden
Luftraum und andererseits über Wärmekontaktübertragung vom Speisegeschirrteil auf
die Abstellfläche auf der das Speisegeschirrteil abgestellt ist, z. B. auf ein Tablett,
einen Transportwagen oder einen Tisch. Zur Verminderung oder Vermeidung der Wärmeabstrahlung
an die Luft kann das Speisegeschirrteil beispielsweise mit einem Deckel verschlossen
werden. Zur Verminderung oder Vermeidung der Wärmekontaktübertragung auf die Abstellfläche
wird häufig versucht, die Kontaktfläche des Speisegeschirrteiles mit der Abstellfläche
zu verringern, beispielsweise durch Anformen von Stellrippen, -ringen oder dergleichen
an den Auflageflächen bzw. an den Bodenabschnitten der Speisegeschirrteile.
[0004] Um angerichtete warme Speisen länger warm zu halten sind aus dem Stand der Technik
bereits Speisegeschirrteile bekannt, welche Wärme speichern können. Die
DE 200 21 753 U1 beschreibt beispielsweise ein Geschirrteil zur Aufnahme von Speisen, mit einem Boden
und einer Seitenwand, bei dem in dem Boden mindestens ein Hohlraum vorgesehen ist.
Der Hohlraum weist mindestens ein Medium zur Speicherung von Wärme und/oder zur Isolation
gegen eine Abgabe von Wärme auf. Durch den beschriebenen Gegenstand wird insbesondere
die Wärmekontaktübertragung im Bodenbereich des Geschirrteiles verringert.
[0005] Die von einem Geschirrteil aufgenommenen Speisen oder Getränke sollen dadurch besser
warm gehalten werden.
[0006] Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Speisegeschirrteilen ist jedoch,
dass beispielsweise die Wärmespeicherkapazitäten der verwendeten Medien zur Speicherung
von Wärme nicht ausreichend sind, um angerichtete warme Speisen über einen ausreichend
langen Zeitraum effizient warm zu halten.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Speisegeschirrteil bereit zu stellen,
das eine verbesserte und effizientere Warmhaltung auf dem Speisegeschirrteil angerichteter
warmer Speisen ermöglicht. Die Aufgabe wird ausgehend von den Merkmalen des Oberbegriffes
des Patentanspruches 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst.
[0008] Die Erfindung bezieht sich auf ein Speisegeschirrteil bestehend aus wenigstens einem
Bodenabschnitt und einem Seitenwandabschnitt, wobei der Bodenabschnitt und/oder der
Seitenwandabschnitt wenigstens einen Aufnahmeraum zur Aufnahme eines Wärmespeichermaterials
aufweist. Der wesentliche Aspekt des erfindungsgemäßen Speisegeschirrteils ist darin
zu sehen, dass in dem zumindest einen Aufnahmeraum ein auf einer granulären Trägerstruktur
gebundenes Wärmespeichermaterial aufgenommen ist.
[0009] Besonders vorteilhaft liegt das von dem Aufnahmeraum des Speisegeschirrteils aufgenommene,
auf einer granulären Trägerstruktur gebundene Wärmespeichermaterial in einem sehr
breiten Temperaturbereich in einer gewünschten, leicht schüttbaren Form, nämlich als
granulärer oder körniger Feststoff, insbesondere als pulverförmiger Feststoff in Form
eines Pulvers oder Puders vor. Das Wärmespeichermaterial tritt auch bei Temperaturwechsel
nicht aus der Trägerstruktur aus und verbleibt daher bei sachgerechter Behandlung
dauerhaft in der gebundenen granulären bzw. pulverigen Form. Aufgrund der granulären
Beschaffenheit des an die Trägerstruktur gebundenen Wärmespeichermaterials verteilt
sich das Wärmespeichermaterial auch in sehr kleinen und engen Aufnahmeräumen eines
Speisegeschirrteils gleichmäßig und gelangt beispielsweise sehr einfach in schwer
zugängliche Bereiche eines unregelmäßig geformten Aufnahmeraumes. Vorteilhaft kann
somit eine gleichmäßige Wärmespeicherung über den gesamten Bereich eines Aufnahmeraumes
und somit über einen vorgesehenen Bereich des Speisegeschirrteils erreicht werden.
[0010] Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass der Aufnahmeraum eines Speisegeschirrteils
vollständig mit dem gebundenen Wärmespeichermaterial befüllt sein kann, da das granuläre,
gebundene Wärmespeichermaterial bei Temperaturänderungen eine kaum merkliche oder
gar keine Volumenausdehnung erfährt. So können größere Wärmemengen auch bei geringem
Raum ausreichend effektiv gespeichert werden. Vorteilhaft kann das erfindungsgemäße
Speisegeschirrteil daher auch mit einem entsprechend kleinen Aufnahmeraum versehen
sein und muss daher nicht unnötig vergrößert oder im Design beschränkt werden.
[0011] Besonders bevorzugt besteht die granuläre Trägerstruktur aus einem anorganischen
Material, insbesondere aus Siliziumdioxid. Siliziumdioxid eignet sich insbesondere
als Trägerstruktur, da es eine pulverförmige Substanz ist, die chemisch sehr reaktionsträge
und vor allem ungiftig ist. Aufgrund seiner ökologischen und toxikologischen Unbedenklichkeit
wird Siliziumdioxid auch im Lebensmittelbereich eingesetzt und kann daher zur Verwendung
im Aufnahmeraum eines Speisegeschirrteiles völlig bedenkenlos benutzt werden. Synthetisches
Siliziumdioxid kann großtechnisch in großen Mengen hergestellt werden.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Wärmespeichermaterial
ein Phasenwechselmaterial, welches bei Änderung des Aggregatszustandes, nämlich bei
einer Phasenumwandlung von flüssig nach fest bzw. von fest nach flüssig Wärmeenergie
speichern bzw. bei Bedarf wieder abgeben kann. Das Phasenwechselmaterial wirkt dabei
als Latentwärmespeichermaterial. Insbesondere bevorzugt ist das Wärmespeichermaterial
der vorliegenden Erfindung Paraffin. Paraffin ist ein geruch- und geschmackloses,
ungiftiges Phasenwechselmaterial und kann daher in der vorliegenden Erfindung besonders
vorteilhaft als Wärmespeichermaterial zur Befüllung des dafür vorgesehenen Aufnahmeraumes
in dem Speisegeschirrteil verwendet werden.
[0013] Insbesondere bevorzugt besteht das auf einer granulären Trägerstruktur gebundene
Wärmespeichermaterial im Aufnahmeraum des Speisegeschirrteiles der vorliegenden Erfindung
aus Siliziumdioxid und Paraffin, wobei beispielweise 40 % des Materialgewichts das
Siliziumdioxid und 60 % des Materialgewichts das Paraffin ausmachen. Die mittlere
Partikelgröße des auf Siliziumdioxid gebundenen Paraffins ist relativ klein, liegt
bevorzugt in einem Bereich von 100
µm bis 500
µm und beträgt insbesondere bevorzugt rund 250
µm. Besonders vorteilhaft liegt der Schmelzbereich für das auf Siliziumdioxid gebundene
Paraffin zwischen rund 70°C und 85°C, besonders bevorzugt bei rund 80°C bis 82°C.
Durch Vorwärmen der Speisegeschirrteile beispielsweise in einem Wärmeofen oder mittels
Bedampfung können die Speisegeschirrteile auf eine Temperatur von etwa 80°C bis 90°C
gebracht werden, wobei das auf Siliziumdioxid gebundene Paraffin in dem wenigstens
einen Aufnahmeraum des Speisegeschirrteiles von der festen in die flüssige Phase übergeht.
In diesem flüssigen Zustand ist das Paraffin in der Lage, thermische Energie zu speichern,
welche beim Erstarren wieder abgegeben wird.
[0014] In einem beobachteten Abkühlungszeitraum vorgewärmter Speisegeschirrteile führt die
Speicherung thermischer Energie durch das auf Siliziumdioxid gebundene Paraffin zu
einer messbar höheren Temperatur eines erfindungsgemäßen Speisegeschirrteils verglichen
mit einem gleichartigen herkömmlichen Speisegeschirrteil. Nach einer Abkühlungszeit
von rund 20 Minuten kann beispielsweise bei einem erfindungsgemäßen Teller, bezogen
auf einen herkömmlichen Teller eine um bis zu rund 56% höhere Teller-Temperatur erzielt
werden. Nach 40 Minuten ist die Temperatur des erfindungsgemäßen Tellers immer noch
um rund 46% höher als die Temperatur eines herkömmlichen Tellers.
[0015] Ebenso positiv wirkt sich die gespeicherte thermische Energie auf die Speisen-Temperatur
servierter Speisen aus, wobei verschiedene auf erfindungsgemäßen Tellern servierte
Speisen innerhalb eines beobachteten Zeitraumes mess- und für den Benutzer spürbar
wärmer gehalten werden. Wird beispielsweise 20 Minuten nach dem Anrichten einer Speise
auf einem vorgewärmten Teller die Temperatur für ein Nudelgericht, eine Suppe, Pizza
oder ein Fleischgericht gemessen, so kann in neuartigen Tellern eine zwischen 20%
bis über 30% höhere Speisen-Temperatur ermittelt werden als in herkömmlichen Tellern.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der zumindest
eine Aufnahmeraum zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials als Hohlzylinder mit kreisförmigem
Querschnitt ausgebildet und ist im Bodenabschnitt angeordnet. Ein derartiger, hohlzylinderförmiger
Aufnahmeraum kann sich über nahezu den gesamten Bodenabschnitt eines Speisegeschirrteiles
erstrecken, wobei der Aufnahmeraum einen nur geringfügig kleineren Durchmesser aufweist
als der Bodenabschnitt selbst. Der Durchmesser des Aufnahmeraumes ist lediglich um
die Materialstärke des umgebenden Materials geringer als der Bodenabschnitt des Speisegeschirrteiles.
[0017] Das Speisegeschirrteil kann beispielsweise ein runder, flacher Speiseteller sein,
wobei der Durchmesser des Bodenabschnittes eines Speisetellers zum Beispiel zwischen
10 % und 90 % des Teller-Durchmessers beträgt. Der Seitenwandabschnitt eines flachen
Tellers ist nur sehr klein und kann im Extremfall lediglich als Übergangsbereich zwischen
Bodenabschnitt und Tellerrand bzw. als Ansatzbereich für den Tellerrand ausgebildet
sein. Der Durchmesser eines hohlzylinderförmigen Aufnahmeraumes kann daher im Falle
eines angegebenen flachen Tellers näherungsweise zwischen 10 % und 90 % des Teller-Durchmessers
betragen.
[0018] Ebenso bevorzugt sind Ausführungsformen, in denen der zumindest eine Aufnahmeraum
zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials ringförmig ausgebildet ist. Ein ringförmiger
Aufnahmeraum kann beispielsweise im Bodenabschnitt und/oder im Seitenwandabschnitt
angeordnet sein. Besonders bevorzugt ist beispielsweise ein spiralförmiger Aufnahmeraum
im Bodenabschnitt. In alternativen Ausführungsformen kann sich ein Aufnahmeraum auch
durchgehend vom Bodenabschnitt in den Seitenwandabschnitt hinein erstrecken.
[0019] Besondere Vorteile ergeben sich dadurch, dass zwei oder drei oder mehrere räumlich
voneinander getrennte Aufnahmeräume zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials ausgebildet
sind. Beispielsweise können mehrere ringförmige Aufnahmeräume mit unterschiedlichen
Ringgrößen konzentrisch im Bodenabschnitt eines Speisegeschirrteiles angeordnet sein.
Ebenso können sich mehrere ringförmige Aufnahmeräume über den Seitenwandabschnitt
erstrecken, auch zusätzlich zu im Bodenabschnitt angeordneten Aufnahmeräumen. Kreisförmige,
eckige oder sonstig geformte Aufnahmeräume können alternativ über den Bodenabschnitt
und/oder den Seitenwandabschnitt verteilt angeordnet sein.
[0020] Bevorzugt weist der Aufnahmeraum eine Höhe zwischen 5 mm und 15 mm, insbesondere
bevorzugt zwischen 10 mm und 15 mm auf. Dieser Höhenbereich des Aufnahmeraumes garantiert
einerseits, dass eine zur effektiven Wärmespeicherung ausreichende Menge des Wärmespeichermaterials
in dem Aufnahmeraum aufgenommen werden kann und andererseits bestimmte Wunsch- und/oder
Normmasse für Teller nicht überschritten werden. Letzteres ist vor allem wichtig im
Gaststättengewerbe oder in Großküchen, da hier auf einen reibungslosen Ablauf der
Routineprozesse geachtet werden muss und die Teller daher einen vorgesehenen Platzbedarf
in Spülmaschinen, Schränken und dergleichen nicht überschreiten sollten. Ebenso sollte
das Gewicht eines Tellers einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten, da die Handhabung
im Routinebetrieb sonst zu stark beeinträchtigt ist. Mit dem erfindungsgemäßen Teller
ist es jedoch möglich, eine effiziente Wärmespeicherung bei kaum erhöhtem Tellergewicht
zu erzielen. Ein in Großküchen verwendeter herkömmlicher Teller weist ein Gewicht
von rund 500 g bis 1000 g auf. Ein erfindungsgemäßer Teller kann in diesem Gewichtsbereich
hergestellt werden.
[0021] Zur zusätzlichen Vermeidung einer Kontaktwärmeleitung zwischen Teller und der Abstellfläche
ist im Aufnahmeraum besonders bevorzugt zusätzlich eine Isolierschicht vorgesehen.
Die Isolierschicht kann zum Beispiel den Aufnahmeraum seitlich und unten auskleiden.
Besonders geeignet sind dazu Folien, wobei für die Herstellung der Folien Edelmetalle
bevorzugt werden, da diese Materialien Wärme besonders gut reflektieren. Die Isolierschicht
kann jedoch beispielsweise auch durch eine Silikonmatte, eine dünne Polystyrolschaumstoff-Schicht
oder dergleichen gebildet sein.
[0022] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Figuren näher erläutert werden. Zudem ergeben sich Weiterbildungen, Vorteile und
Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung auch aus der nachfolgenden Beschreibung der
Ausführungsbeispiele und aus den Figuren. Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich
dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand
der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Auch wird der Inhalt der Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung gemacht.
[0023] Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Erfindung keinesfalls auf
die angegebenen Beispiele beschränkt sein soll. Es zeigen
- Fig. 1
- schematisch dargestellt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Speisegeschirrteiles
in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 2
- schematisch dargestellt einen Schnitt durch das Speisegeschirrteil der Figur 1 ,
- Fig. 3
- schematisch dargestellt einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Speisegeschirrteiles,
- Fig. 4a
- einen Querschnitt durch den Bodenabschnitt einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Speisegeschirrteiles in Draufsicht,
- Fig. 4b
- einen Querschnitt durch den Bodenabschnitt einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Speisegeschirrteiles in Draufsicht,
- Fig. 4c
- einen Querschnitt durch den Bodenabschnitt einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Speisegeschirrteiles in Draufsicht.
[0024] Die Figur 1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Speisegeschirrteiles
1 in perspektivischer Ansicht. Das Speisegeschirrteil 1 des dargestellten Beispieles
ist in Form eines Tellers ausgebildet und besteht aus einem Bodenabschnitt 2 und einem
Seitenwandabschnitt 3, wobei sich in der speziellen Ausführungsform dem Seitenwandabschnitt
3 an dessen Oberseite zusätzlich ein Tellerrand 8 anschließt. Die in einer Ebene E
liegende untere Seite des Bodenabschnittes 2 dient als Stellfläche für den Teller
und kommt beim Abstellen des Tellers in direkten Kontakt mit der Abstellfläche, beispielsweise
mit einem Tablett, mit einem Servierwagen oder mit einer Tischplatte. Der Teller des
dargestellten Beispieles ist aus Porzellan hergestellt, alternativ eignen sich jedoch
auch alle gängigen Materialien zur Geschirrherstellung, wie z. B. Steingut, Glas,
Melamin oder andere hitzebeständige Hartmaterialien.
[0025] Der Bodenabschnitt 2 des Tellers weist einen Aufnahmeraum 4 zur Aufnahme eines Wärmespeichermaterials
5 (in der Figur 1 aus Übersichtsgründen nicht dargestellt; siehe Figuren 2 bis 4)
auf. Der Aufnahmeraum 4 im Bodenabschnitt 2 des Tellers ist vollständig verschlossen,
über seinen gesamten Bereich durch eine Porzellanschicht bzw. eine Porzellanwand begrenzt
und wird bereits während der Herstellung im Bodenabschnitt 2 ausgebildet und mit Wärmespeichermaterial
5 bestückt.
[0026] Aufgrund des im Aufnahmeraum 4 aufgenommenen Wärmespeichermaterials 5 kann eine auf
dem erfindungsgemäßen Teller angerichtete warme Speise effektiv warm gehalten werden.
Beispielsweise kann der Temperaturverlauf einer angerichteten Portion Spaghetti in
Abhängigkeit der Steh- bzw. Abkühlzeit auf einem erfindungsgemäßen und einem herkömmlichen
Teller verglichen werden. Beide Teller werden dazu zunächst durch Vorwärmen auf die
gleiche Ausgangstemperatur von ca. 88°C gebracht. Bereits 10 Minuten nach dem Anrichten
beträgt die Temperatur der Spaghetti auf dem erfindungsgemäßen Teller 50°C auf dem
herkömmlichen Teller 44°C. 20 Minuten nach dem Anrichten beträgt die Temperatur der
Spaghetti auf dem erfindungsgemäßen Teller 39°C und auf dem herkömmlichen Teller 29°C.
Nach 20-minütiger Stehzeit bewirkt der erfindungsgemäße Teller somit eine um rund
33 % höhere Spaghetti-Temperatur verglichen mit einem herkömmlichen Teller.
[0027] Die Figur 2 zeigt schematisch dargestellt einen im Wesentlichen senkrecht zur Ebene
E verlaufenden Schnitt durch den in der Figur 1 beschriebenen erfindungsgemäßen Teller.
Der Bodenabschnitt 2 des Tellers verfügt über einen einzigen Aufnahmeraum 4 zur Aufnahme
des Wärmespeichermaterials 5, wobei der Aufnahmeraum 4 im dargestellten Beispiel im
Wesentlichen als Hohlzylinder mit kreisförmigem Querschnitt ausgebildet ist. Der Aufnahmeraum
4 erstreckt sich nahezu über den gesamten Bereich des Bodenabschnittes 2, so dass
der Durchmesser D
A des Aufnahmeraumes 4 nur geringfügig kleiner ist als der Durchmesser D des Bodenabschnittes
2 des Tellers. Die Höhe h des Aufnahmeraumes 4 liegt bevorzugt in einem Bereich zwischen
5 mm bis 15 mm, besonders bevorzugt in einem Bereich zwischen 10 mm bis 15 mm und
beträgt im dargestellten Beispiel rund 10 mm. Bei einem beispielhaften Teller mit
einem Durchmesser D des Bodenabschnittes 2 von rund 20 cm ergibt sich damit ein Füllvolumen
des Aufnahmeraumes 4 von ungefähr 30 cm
3 oder 30 ml.
[0028] Erfindungsgemäßen ist das im Aufnahmeraum 4 aufgenommene Wärmespeichermaterial 5
ein auf einer granulären Trägerstruktur gebundenes Wärmespeichermaterial 5, wobei
es sich im dargestellten Beispiel um ein auf Siliziumdioxid gebundenes Paraffin, insbesondere
um ein unter dem Namen "Rubitherm PX" vertriebenes Material der Firma Rubitherm Technologies
GmbH handelt. Das Wärmespeichermaterial 5 liegt in einem sehr breiten Temperaturbereich
in einer gewünschten, leicht schüttbaren und pulverigen Form vor. Das an das Siliziumdioxid
gebundene Paraffin tritt auch bei Temperaturwechsel nicht aus dem Siliziumdioxid aus
und liegt daher bei sachgerechter Behandlung dauerhaft in der gebundenen granulären
bzw. pulverigen Form vor.
[0029] Das Wärmespeichermaterial 5 "Rubitherm PX" weist eine Schüttdichte von 0,694 kg/l
auf. Für oben genanntes Beispiel eines 30 ml fassenden Aufnahmeraumes 4 ergibt sich
damit ein Füllgewicht des Wärmespeichermaterials von rund 21 g.
[0030] Die Figur 3 zeigt schematisch dargestellt einen im Wesentlichen senkrecht zur Ebene
E verlaufenden Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Speisegeschirrteiles 1 in Form eines tiefen Tellers. Der Bodenabschnitt 2 des Tellers
verfügt wiederum über einen einzigen im Wesentlichen hohlzylinderförmigen Aufnahmeraum
4 zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials 5, wobei sich der Aufnahmeraum 4 nahezu
über den gesamten Bereich des Bodenabschnittes 2 erstreckt. Zusätzlich zu dem Aufnahmeraum
4 im Bodenabschnitt 2 des Tellers sind im dargestellten Beispiel weitere Aufnahmeräume
4' im Seitenwandabschnitt 3 des Tellers vorgesehen. Die räumlich voneinander getrennten
Aufnahmeräume 4' im Seitenwandabschnitt 3 des Tellers sind näherungsweise ringförmig
ausgebildet und umlaufen den Seitenwandabschnitt 3 des Tellers.
[0031] Zur zusätzlichen Vermeidung einer Kontaktwärmeleitung zwischen Teller und der Abstellfläche
über die Unterseite des Bodenabschnittes 2 ist im Aufnahmeraum 4 eine Isolierschicht
6 vorgesehen. Die Isolierschicht 6 kleidet im dargestellten Beispiel den Aufnahmeraum
seitlich und unten aus und ist in Form einer Folie ausgebildet. Besonders geeignet
zur Herstellung der Folie sind dabei Edelmetalle, da diese Materialien Wärme besonders
gut reflektieren. Die Isolierschicht 6 kann jedoch beispielsweise auch durch eine
Silikonmatte, eine dünne Polystyrolschaumstoff-Schicht oder dergleichen gebildet sein.
[0032] Eine weitere Möglichkeit, die Kontaktwärmeleitung zwischen Teller und der Abstellfläche
einzuschränken, ist, die Kontaktfläche zwischen Bodenabschnitt 2 des Tellers und der
Abstellfläche zu verringern. Zu diesem Zweck ist ein Stellring 7 an der Unterseite
des Bodenabschnittes 2 ausgebildet, wobei der Stellring aus der Ebene E herausragt
und so die Kontaktfläche zwischen Teller und Abstellfläche auf ein Minimum reduziert.
[0033] In den Figuren 4a bis 4c sind in Draufsicht die Querschnitte durch den Bodenabschnitt
2 verschiedener Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Speisegeschirrteiles 1 dargestellt,
wobei die Bodenabschnitte 2 jeweils in einer parallel zur Ebene E verlaufenden Richtung
geschnitten sind. Die Figur 4a zeigt einen Bodenabschnitt mit einem einzigen, im Wesentlichen
als Hohlzylinder ausgebildeten Aufnahmeraum 4, welcher sich über nahezu den gesamten
Bereich des Bodenabschnittes 2 erstreckt. Die Figur 4b zeigt den Bodenabschnitt 2
einer Ausführungsform mit drei räumlich voneinander getrennten, ringförmigen Aufnahmeräumen
4, wobei die einzelnen ringförmigen Aufnahmeräume 4 unterschiedliche Ringgrößen aufweisen
und konzentrisch zueinander angeordnet sind. Die Figur 4c zeigt den Bodenabschnitt
2 einer Ausführungsform mit drei räumlich voneinander getrennten, eckigen Aufnahmeräumen
4, welche über den Bodenabschnitt verteilt angeordnet sind.
[0034] Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht
sich, dass zahlreiche Modifikationen und Änderungen der Erfindung möglich sind, ohne
dass hierdurch der Erfindungsgedanke verlassen wird.
Bezugszeichenliste
[0035]
| 1 |
Speisegeschirrteil |
| 2 |
Bodenabschnitt |
| 3 |
Seitenwandabschnitt |
| 4, 4' |
Aufnahmeraum |
| 5 |
Wärmespeichermaterial |
| 6 |
Isolierschicht |
| 7 |
Stellring |
| 8 |
Tellerrand |
| |
|
| D |
Durchmesser des Bodenabschnittes |
| DA |
Durchmesser des Aufnahmeraumes |
| E |
Ebene |
| h |
Höhe |
1. Speisegeschirrteil (1) bestehend aus wenigstens einem Bodenabschnitt (2) und einem
Seitenwandabschnitt (3), wobei der Bodenabschnitt (2) und/oder der Seitenwandabschnitt
(3) wenigstens einen Aufnahmeraum (4) zur Aufnahme eines Wärmespeichermaterials (5)
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem wenigstens einen Aufnahmeraum (4) ein auf einer granulären Trägerstruktur
gebundenes Wärmespeichermaterial (5) aufgenommen ist.
2. Speisegeschirrteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die granuläre Trägerstruktur aus einem anorganischen Material, insbesondere aus Siliziumdioxid
besteht.
3. Speisegeschirrteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmespeichermaterial (5) ein Phasenwechselmaterial, insbesondere Paraffin ist.
4. Speisegeschirrteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Aufnahmeraum (4) zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials (5) näherungsweise
in Form eines Hohlzylinders mit kreisförmigem Querschnitt ausgebildet ist.
5. Speisegeschirrteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Aufnahmeraum (4) zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials (5) ringförmig
ausgebildet ist.
6. Speisegeschirrteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder drei oder mehrere räumlich voneinander getrennte Aufnahmeräume (4, 4')
zur Aufnahme des Wärmespeichermaterials (5) ausgebildet sind.
7. Speisegeschirrteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Aufnahmeraum eine Höhe (h) von 5 mm bis 15 mm, bevorzugt von 10
mm bis 15 mm aufweist.
8. Speisegeschirrteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zumindest einen Aufnahmeraum (4) zusätzlich eine Isolierschicht (6) vorhanden
ist.