[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum im Wesentlichen kontaminationsfreien
Entleeren von nachgiebigen Gebinden, insbesondere in Form von Big-Bags, mit einer
Kammer, in welche das Gebinde entleerbar ist, einer an einem oberen Ende der Kammer
angeordneten Aufnahmeöffnung und einer an der Aufnahmeöffnung angeordneten Befestigungseinrichtung,
mittels welcher das Gebinde lösbar an der Aufnahmeöffnung festlegbar ist.
[0002] Zur Bevorratung von fließfähigen Materialien, wie pulver-oder partikelförmigen Substanzen,
kommen neben vornehmlich starren Behältern insbesondere nachgiebige Gebinde zum Einsatz,
welche auch als "Big-Bags" oder sogenannte "FIBC" ("flexible intermediate bulk containers")
bezeichnet werden. Derartige Gebinde sind üblicherweise aus einem nachgiebigen Material,
z.B. Bandgewebe, gefertigt und weisen häufig ein Fassungsvermögen im Bereich von etwa
100 1 bis etwa 3 m
3, insbesondere im Bereich von etwa 400 l bis etwa 2 m
3, auf. Insbesondere die genannten Big-Bags besitzen dabei häufig einen an der Oberseite
angeordneten Befüllstutzen sowie einen an der Unterseite angeordneten Entleerstutzen,
welcher zum Entleeren des Füllgutes mit seiner offenen Unterseite über den Rohrstutzen
der Aufnahmeöffnung einer Entleervorrichtung gestülpt werden kann. Sodann kann eine
Abbindestelle des nachgiebigen Gebindematerials, z.B. manuell, gelöst werden, damit
das Füllgut ausfließen kann. Zu diesem Zweck muss der Auslaufrüssel des Gebindes jedoch
eine Länge besitzen, welche mindestens etwa 10 cm größer ist als sein Durchmesser,
um ihn über den Rohrstutzen ziehen und hieran festklemmen zu können. Weist das Gebinde
hingegen einen kürzeren Auslaufrüssel auf, so vermag dieser nicht an den Rohrstutzen
angeschlossen zu werden und verbleibt nur die Möglichkeit, den nachgiebigen Auslaufrüssel
in die Aufnahmeöffnung der Entleervorrichtung einzuhängen, um so entleert zu werden.
Indes führt dies insbesondere bei relativ feinpartikulärem Füllgut zu einer erheblichen
Staubentwicklung, die es insbesondere dann, wenn es sich um gesundheitsschädliche
oder gar toxische Substanzen handelt, vermieden werden muss. Darüber hinaus sine Big-Bags
bekannt, die gar keinen Entleerstutzen aufweisen und deren Unterseite folglich aus
mehr oder minder ebenem, nachgiebigem Material besteht und bei welchen eine möglichst
kontaminationsfreie Entleerung problematisch ist. Schließlich können die genannten
Arten von Gebinden überdies mit wenigstens einem innenseitigen Liner versehen sein,
welcher üblicherweise in Form eines aus einem Folienmaterial, wie Kunststofffolie,
gefertigten Innensackes oder -schlauches gebildet ist und das Füllgut unmittelbar
aufnimmt.
[0003] Derartige Gebinde vornehmlich dienen einerseits zur Lagerung des jeweiligen Füllgutes,
andererseits insbesondere zu dessen Transport, wobei ihnen ihr relativ geringes Gewicht
zugute kommt.
[0004] Wie bereits angedeutet, ist in handhabungstechnischer Hinsicht insbesondere das Entleeren
solcher nachgiebiger Gebinde problematisch, wobei übliche Einrichtungen, wie Ventilklappen,
miteinander koppelbare Einfüll- und Auslaufstutzen etc., wie sie bei starren Behältern
verwendet werden, aufgrund der Flexibilität der Gebinde nicht eingesetzt werden können.
Ein dahingehendes Problem besteht um so mehr, als das Füllgut häufig eine sehr hohe
Reinheit aufweisen muss und es folglich einen Eintrag von Stoffen von außen während
des Entleervorgangs zu vermeiden gilt. Umgekehrt kann das Füllgut gesundheitsgefährdend
oder gar toxisch sein, so dass auch ein Kontakt mit dem Füllgut von außen, z.B. durch
das mit dem Entleervorgang befassten Bedienpersonal, verhindert werden muss. Als Beispiele
solchen Füllgutes lassen sich unter anderem (Zwischen)produkte aus der chemischen
und pharmazeutischen Industrie oder der Lebensmittelindustrie nennen. Überdies besteht
ein Bedarf an einer Entleervorrichtung, welche nicht nur für eine möglichst kontaminationsfreie
Entleerung des Füllgutes aus einem jeweiligen nachgiebigen Gebinde ermöglicht, sondern
auch für möglichst alle Ausführungsvarianten solcher Gebinde, wie sie vorstehend beschrieben
sind, geeignet ist.
[0005] Um während des Entleervorgangs selbst für einen möglichst dichten Abschluss eines
mit einem hinreichend langen Auslaufrüssel ausgestatteten Big-Bags an dem Einfüllstutzen
bzw. an der Aufnahmeöffnung einer Entleervorrichtung zu sorgen, ist es beispielsweise
aus der
DE 100 25 595 A1 bekannt, den Auslaufrüssel des Big-Bags über den Einfüllstutzen der Entleervorrichtung
zu stülpen und hieran festzuklemmen. Von Nachteil ist insbesondere die in konstruktiver
Hinsicht relativ aufwändige Ausgestaltung der Klemmeinrichtung, welche einen in Bezug
auf die Aufnahmeöffnung verstellbaren Dichtungsflansch bzw. eine in handhabungstechnischer
Hinsicht relativ komplizierte Befestigung des Gebindematerials mittels mehreren Dichtringen
am Außenumfang des Einfüllstutzens erfordert.
[0006] Entsprechendes gilt weitgehend für die aus der
DE 10 2006 057 760 B3 bekannte Vorrichtung zum im Wesentlichen kontaminationsfreien Entleeren von Gebinden,
welche mit einem innenseitigen Folienliner ausgestattet sind, wobei ebenfalls ein
mittels eines Hebels betätigbarer Dichtflansch vorgesehen ist, um den zu entleerenden
Folienliner an der Aufnahmeöffnung festzuklemmen, welcher zuvor mittels Dichtringen
an der Außenseite des Einfüllstutzens befestigt werden muss. Der
DE 10 2004 005 961 B1 ist ein Verfahren zum im Wesentlichen kontaminationsvermeidenden Entleeren eines
flexiblen Folienliners mittels einer ähnlichen Vorrichtung entnehmbar.
[0007] Aus der
DE 299 17 419 U1 ist eine weitere Entleervorrichtung für Großgebinde, wie insbesondere Big-Bags, bekannt.
Die Entleervorrichtung umfasst eine mit "Brille" bezeichnete Halteeinrichtung für
den Auslauf des zu entleerenden Big-Bags sowie einen in einem äußeren Trichter angeordneten
Entleerstutzen, wobei sich an den Trichter nach unten ein Rohrabschnitt anschließt,
welcher das Schüttgut aufnimmt. Der Rohrabschnitt ist gegenüber einem stationären
Rohr axial verschiebbar und in letzteres hinein bzw. aus letzterem heraus teleskopierbar
angeordnet, so dass zwischen dem inneren Rohrabschnitt und dem äußeren stationären
Rohr ein Ringraum gebildet ist, welcher über einen Stutzen mit Inertgas oder druckbeaufschlagt
sein kann. Der Innenraum des Trichters ist über einen weiteren Stutzen evakuierbar
ist, um eine möglichst gute Entleerung des Big-Bags sicherzustellen. Nachteilig ist
insbesondere, dass das mit "Andocken" bezeichnete, möglichst dichte Anschließen des
Big-Bags ein vorheriges Anbringen der "Brille" an den Auslauf des Big-Bags erfordert,
wonach das Andocken der "Brille" an dem Trichter der Entleervorrichtung lediglich
durch dichte Auflage geschieht und somit die Gefahr von Kontaminationen nicht sicher
ausgeschlossen werden kann.
[0008] Die
EP 1 145 999 B1 beschreibt eine Vorrichtung zum Befüllen bzw. Entleeren von Behältern mit fließfähigen
Schüttgütern, welche einerseits einen - oberen - Zuführkanal, andererseits einen oberseitig
mit einem flanschartigen Ring versehenen - unteren - Behälter umfasst, an welchen
der Zuführkanal von oben angedockt werden kann. Im unteren Bereich des Zuführkanals
ist in dessen Innerem ein Absperrorgan in Form einer schwenkbaren Klappe vorgesehen,
welche an einen Vakuumkanal angeschlossen ist, um auf einer Seite der Klappe einen
Unterdruck anzulegen. Der Unterdruck dient zum Ansaugen eines auf die obere Öffnung
des Behälters aufsetzbaren, flexiblen Deckels, so dass dieser nach dem Andocken des
Zuführkanals an den Behälter gemeinsam mit der Klappe zwischen einer Öffnungsstellung
und einer Schließstellung hin und her bewegbar ist. Das obere Rohr ist fest an einen
stationären Vorratsbehälter angeschlossen und ist das Andocken eines flexiblen Gebindes
an das Rohr bzw. an den Behälter auf diese Weise nicht möglich.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art auf einfache und kostengünstige Weise dahingehend weiterzubilden, dass nachgiebige
Gebinde verschiedener Ausgestaltung in handhabungstechnisch einfacher und bequemer
Weise unter zumindest weitestgehender Vermeidung sowohl von Kontaminationen des Füllgutes
als auch von Kontaminationen der Umgebung durch das Füllgut an die Vorrichtung angedockt
und in diese entleert werden können.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass die Befestigungseinrichtung eine sich um den Umfang der Aufnahmeöffnung
erstreckende Unterdruckkammer aufweist, welche eine Mehrzahl an in Umfangsrichtung
hintereinander angeordnete Saugöffnungen aufweist, um das Gebinde anlässlich des Entleerens
mittels Unterdruck an der Aufnahmeöffnung festzulegen.
[0011] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung gewährleistet einen einfachen und zuverlässigen,
sowohl staub- als auch weitestgehend gasdichten Anschluss, das sogenannte "Andocken",
des nachgiebigen Gebindes an die Saugöffnungen der der Aufnahmeöffnung der Kammer
zugeordneten Unterdruckkammer, so dass das Gebinde anlässlich seiner Entleerung in
die Kammer entlang dem Umfang der Aufnahmeöffnung kontaminationsfrei mit dieser verbunden
werden kann. Der dichte Anschluss des Gebindes an die Aufnahmeöffnung der Kammer erfolgt
dabei in handhabungstechnischer Hinsicht auf äußerst einfache und bequeme Weise, indem
das oberhalb der Aufnahmeöffnung der Vorrichtung befindliche, beispielsweise mittels
eines Krans hängend dort hin verbrachte, Gebinde lediglich in Kontakt mit der Unterdruckkammer
- oder genauer: mit deren Saugöffnungen - gebracht werden muss, wodurch das nachgiebige
Gebindematerial infolge des Unterdruckes an die sich um den Umfang der Aufnahmeöffnung
erstreckende Unterdruckkammer und folglich an der Aufnahmeöffnung festgesaugt wird.
Nach erfolgtem Entleeren des Gebindes kann die Unterdruckkammer expandiert, insbesondere
mit Umgebungsdruck beaufschlagt, werden, wonach das entleerte Gebinde von der Unterdruckkammer
gelöst werden kann. Die Abdichtung des Gebindes gegenüber der Umwelt im an die Vorrichtung
"angedockten" Zustand des Gebindes geschieht folglich stets durch das Ansaugen des
nachgiebigen Gebindematerials an der Unterdruckkammer mittels deren Saugöffnungen,
wodurch auch eine mechanische Fixierung des Gebindes an der Vorrichtung sichergestellt
ist, und zwar jeweils unabhängig von der jeweils konkreten Ausgestaltung des Gebindes,
sei es beispielsweise eines Big-Bags mit oder ohne unterseitigem Entleerstutzen, mit
oder ohne langem oder kurzen Auslaufrüssel und/oder mit oder ohne einem Innenliner.
[0012] Die Unterdruckkammer erstreckt sich vorzugsweise um den Außenumfang der Aufnahmeöffnung,
so dass im Wesentlichen deren gesamter Innenquerschnitt zur Aufnahme des Füllgutes
zur Verfügung steht.
[0013] Die Unterdruckkammer ist ferner vorzugsweise am freien Ende der Aufnahmeöffnung angeordnet,
so dass ein sehr einfaches Inkontaktbringen der Saugöffnungen der Unterdruckkammer
mit dem Gebinde möglich ist, welches sich, wenn es anlässlich des Entleerens oberhalb
der Aufnahmeöffnung angeordnet wird, praktisch "selbsttätig" auf die Unterdruckkammer
aufstützt, um von dieser dicht angesaugt werden zu können.
[0014] Zu demselben Zweck kann in vorteilhafter Ausgestaltung vorgesehen sein, dass die
Saugöffnungen in einer die Oberseite der Unterdruckkammer bildenden Ringwandung angeordnet
sind, wobei eine solche, mit den Saugöffnungen versehene Ringwandung der Unterdruckkammer
insbesondere mit dem oberen Ende der Aufnahmeöffnung fluchten kann. Der Ansaugvorgang
des Gebindes wird in diesem Fall von der Gravitation des Füllgutes unterstützt, welche
das Gebinde gegen während des Entleervorgangs zusätzlich gegen die Unterdruckkammer
drückt.
[0015] Die mit den Saugöffnungen versehene Ringwandung kann sich hierbei vorzugsweise in
einer im Wesentlichen horizontalen Ebene erstrecken, wohingegen es auch möglich ist,
dass sich die mit den Saugöffnungen versehene Ringwand etwa schräg, insbesondere von
oben außen nach unten innen erstreckt, so dass sie die Aufnahmeöffnung nach oben im
Wesentlichen trichterförmig erweitert.
[0016] In Bezug auf die Saugöffnungen kann überdies vorgesehen sein, dass sie in einem ringförmigen
Lochblech, Rost oder Gitter angeordnet sind, welcher/welches auf die Unterdruckkammer
aufgebracht ist; oder die Saugöffnungen können im Falle einer mehrteiligen Ausbildung
eines solchen Lochbleches, Rostes oder Gitters in mehreren ringsegmentförmigen Rost-
oder Gittersegmenten angeordnet sein, welche auf die Unterdruckkammer aufgebracht
sind.
[0017] In jedem Fall kann es von Vorteil sein, dass die Länge der Saugöffnungen in Radialrichtung
der Aufnahmeöffnung größer ist als die Breite der Saugöffnungen in Umfangsrichtung
der Aufnahmeöffnung, wobei die Länge der Saugöffnungen in Radialrichtung der Aufnahmeöffnung
vorzugsweise wenigstens doppelt so groß, insbesondere wenigstens dreimal so groß,
sein kann wie die Breite der Saugöffnungen in Umfangsrichtung der Aufnahmeöffnung.
Derartige, im Wesentlichen schlitzförmige Saugöffnungen mit in Bezug auf die Aufnahmeöffnung
bzw. in Bezug auf die um deren Umfang angeordnete Unterdruckkammer radialen Erstreckungsrichtung
vermögen in besonders zuverlässiger Weise für eine zuverlässige und dauerhafte Abdichtung
des Gebindes gegen die Unterdruckkammer zu sorgen, indem auch bei einem lokalen teilweisen
Ablösen des Gebindes von den Saugöffnungen der Unterdruckkammer, beispielsweise infolge
mechanischen Einwirkungen, wie z.B. Erschütterungen, Vibrationen oder dergleichen,
ein gänzliches Ablösen des Gebindes über die gesamte radiale Erstreckung der Saugöffnungen
der Unterdruckkammer verhindert wird.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass an der Unterseite der Kammer
eine Entleeröffnung angeordnet ist, welche zum Überführen von in der Kammer befindlichem
Füllgut in einen weiteren Behälter oder auch in einen Einfüllstutzen oder -trichter
eines Verarbeitungs- oder Verpackungsprozesses des Füllgutes zu dienen vermag. Eine
solche Entleeröffnung sollte zweckmäßigerweise verschließbar sein, was mittels herkömmlicher
Verschlussorgane, wie Klappen, Ventilen oder dergleichen, geschehen kann. An der Entleeröffnung
kann ferner vorzugsweise eine Anschlusseinrichtung angeordnet sein, um die Kammer
anlässlich ihres Entleerens mit einer Aufnahmeöffnung einer weiteren Komponente, wie
eines weiteren Behälters oder auch eines Einfüllstutzens einer Verarbeitungs- oder
Verpackungsprozesses des Füllgutes, lösbar zu verbinden und auf diese Weise auch insoweit
für eine möglichst kontaminationsfreie Überführung des Füllgutes zu sorgen. Die Anschlusseinrichtung
kann gleichfalls von herkömmlicher Art sein und beispielsweise einen Befestigungsflansch
und/oder andere bekannte Befestigungsmittel umfassen, welche zum lösbaren Festlegen
an dem weiteren Behälter oder Einfüllstutzen ausgebildet sind.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Kammer wenigstens
eine weitere Öffnung aufweist, welche beispielsweise zum Anschluss weiterer Einrichtungen,
wie z.B. Messeinrichtungen (z.B. Thermometer, Hygrometer, Manometer etc.), Be- oder
Entgasungseinrichtungen (z.B. zum Beaufschlagen der Kammer mit Schutzgas und/oder
zumindest geringem Unter-/Überdruck etc.) an die Kammer oder beispielsweise auch nur
als Sichtfenster dienen können, um den Entleervorgang visuell zu überwachen.
[0020] Wenigstens eine weitere Öffnung der Kammer kann indes vorzugsweise mit einer an deren
Umfang - insbesondere sowohl staub- als auch im Wesentlichen gasdicht - festgelegten
Handschuh ausgestattet sein, welcher sich in das Innere der Kammer erstreckt. Auf
diese Weise ist ein manueller Eingriff in die Kammer möglich, welcher beispielsweise
dazu dienen kann, ein mittels der Unterdruckkammer an die Aufnahmeöffnung der Kammer
angesaugtes bzw. hieran angedocktes" Gebinde und/oder einen inneren Liner eines solchen
Gebindes manuell zu öffnen, beispielsweise aufzureißen oder - sofern das Gebinde und/oder
ein Liner desselben mittels Bändern verschlossen ist - aufzuknoten oder aufzuschneiden,
oder gegebenenfalls auch dazu, einen geöffneten Liner eines Gebindes nach dem Entleervorgang
wieder zu verschließen. Eine solche Ausgestaltung bietet sich demnach insbesondere
- wenn auch nicht ausschließlich - für Gebinde, wie insbesondere Big-Bags oder sogenannte
"FIBCs" an, welche einen, sich beispielsweise durch einen unteren Entleerstutzen ersteckenden,
Auslaufrüssel und/oder einen gegebenenfalls ebenfalls mit einem solchen Auslaufrüssel
ausgestatteten Innenliner, z.B. aus Folienmaterial, umfassen.
[0021] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn wenigstens zwei weitere Öffnungen
der Kammer mit je einem an deren Umfang - insbesondere sowohl staub- als auch im Wesentlichen
gasdicht - festgelegten Handschuh ausgestattet sind, welche sich in das Innere der
Kammer erstrecken, so dass eine beidhändige Manipulation im Innern der Kammer möglich
ist. In diesem Fall ist insbesondere auch eine innenseitige Beleuchtung der Kammer
zweckmäßig.
[0022] Zumindest die weitere(n), mit dem Handschuh ausgestattete(n) Öffnung(en) sollte(n)
vorzugsweise in einer Mantelfläche der Kammer angeordnet sein, um eine möglichst einfache
und bequeme Handhabung zu gewährleisten. Zu demselben Zweck sollte der Abstand der
beiden mit Handschuhen ausgestatteten Öffnungen an die menschliche Anatomie angepasst
sein und insbesondere zwischen etwa 40 cm und etwa 80 cm betragen, wobei im Falle
einer runden oder kreisrunden Kammer der Winkelabstand der beiden mit Handschuhen
ausgestatteten Öffnungen kleiner als 180° sein sollte.
[0023] Gemäß einer weiterhin vorteilhaften Ausgestaltung kann alternativ oder zusätzlich
zu den vorgenannten, mit Handschuhen ausgestatteten Öffnungen vorgesehen sein, dass
im Innern der Aufnahmeöffnung eine Schneideeinrichtung angeordnet ist, um ein an der
Aufnahmeöffnung mittels Unterdruck festgelegtes bzw. "angedocktes" Gebinde anlässlich
seines Entleerens aufzuschneiden. Eine solche Ausgestaltung bietet sich demnach insbesondere
- wenn auch nicht ausschließlich - für Gebinde, wie insbesondere Big-Bags oder sogenannte
"FIBCs" an, bei welche keine Maßnahmen zum manuellen Öffnen des Gebindes getroffen
sind (z.B. solche ohne Auslaufrüssel) und/oder für nicht mit einem Innenliner ausgestattete
Gebinde.
[0024] Eine derartige Schneideeinrichtung kann vorzugsweise wenigstens ein im Wesentlichen
vertikal verfahrbares Messer aufweisen, welches in einer Ruhestellung insbesondere
im Innern der Aufnahmeöffnung bzw. der Kammer unterhalb der Unterdruckkammer angeordnet
ist, während es in seiner Betriebsstellung demgegenüber nach oben verlagert sein kann,
insbesondere bis auf ein Niveau oberhalb der Unterdruckkammer, um ein hieran angesaugtes
Gebinde an einem demgegenüber inneren Abschnitt desselben aufzuschneiden.
[0025] Die Schneideeinrichtung kann ferner vorzugsweise eine Führung des Messers umfassen,
welche an der Innenwand der Aufnahmeöffnung und/oder der Kammer angeordnet ist und
für die etwa vertikale Verlagerung des Messers sorgt. Hierbei kann das Messer beispielsweise
an einer im Wesentlichen vertikalen Linearführung, insbesondere in Form einer Kolben-/Zy-lindereinheit
angeordnet sein, oder das Messer kann z.B. an einer passiven Führung angeordnet sein,
entlang welcher es manuell hin und her verlagerbar ist, wenn es von dem Benutzer unter
Eingriff in die mit Handschuhen ausgestattete(n) Öffnung(en) der Kammer ergriffen
worden ist.
[0026] Das Messer selbst kann vorzugsweise einen bogensegmentförmigen, insbesondere einen
kreissegmentförmigen, Querschnitt aufweisen und sich um wenigstens einen Teil des
Innenumfangs der Aufnahmeöffnung erstrecken, um das Gebindematerial in radialer Nähe
zu der Unterdruckkammer, an deren Ansaugöffnungen es während eines Entleervorgangs
festgelegt bzw. "angedockt" ist, durchtrennen zu können. Auf diese Weise wird das
nachgiebige Gebindematerial nicht nur sicher durchtrennt, sondern zugleich sichergestellt,
dass insbesondere bei einem Gebinde, wie einem Big-Bag, mit relativ kurzem Auslaufrüssel
letzterer nicht zerschnitten wird und gar abgetrennte Materialteile in das Füllgut
gelangen. Darüber hinaus verursacht eine solche Messerform einen näherungsweise teilrunden,
z.B. etwa halbrunden, Schnitt, so dass die nicht durchschnittenen Seite des flexiblen
Gebindematerials eine Art Scharnier zu bilden vermag, an dem das eingeschnittene Bodensegment
des Gebindematerials nach unten klappt, aber dort verbleibt. Indes kann das Messer
auch andere Formen aufweisen, wobei es insbesondere einen kreuzförmigen Querschnitt
oder z.B. auch einen sternförmigen Querschnitt mit nur drei oder fünf oder mehr Schenkeln
besitzen kann. Das Messer kann ferner beispielsweise wenigstens zwei oder mehrere
nach oben konvergierende, spitz zulaufende Schneiden aufweisen, um für eine zuverlässige
Durchtrennung des Gebindematerials zu sorgen.
[0027] In weiterhin vorteilhafter Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Unterdruckkammer
über wenigstens einen Rohrstutzen mit einer Unterdruckleitung in Verbindung steht,
welche an einen Unterdruckerzeuger bzw. an einen Vakuumerzeuger, wie eine Vakuumpumpe,
angeschlossen ist, wobei eine solche Unterdruckleitung vorzugsweise mit einer Filtereinrichtung,
insbesondere in Form eines Staubfilters, ausgestattet ist, um von der Unterdruckkammer
gegebenenfalls angesaugte Füllgutpartikel zurückzuhalten und gegebenenfalls zu sammeln.
[0028] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Entleervorrichtung;
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf die Entleervorrichtung gemäß Fig. 1 von oben;
- Fig. 3
- eine schematische Schnittansicht der Entleervorrichtung gemäß Fig. 1 und 2 entlang
der Schnittlinie A-A gemäß Fig. 2;
- Fig. 4
- eine der Fig. 1 entsprechende, schematische perspektivische Ansicht der Entleervorrichtung
gemäß Fig. 1 bis 3 mit einem an deren Unterdruckkammer mittels Unterdruck festgelegten
Liner eines zu entleerenden Behälters;
- Fig. 5
- eine schematische, abgebrochen dargestellte Detailansicht der Entleervorrichtung gemäß
Fig. 1 bis 4 entlang der Schnittlinie B-B gemäß Fig. 2;
- Fig. 6
- eine schematische Seitenansicht der Entleervorrichtung gemäß Fig. 1 bis 5 zur Veranschaulichung
der fluidischen Kontaktierung deren Unterdruckkammer;
- Fig. 7
- eine schematische perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Entleervorrichtung mit einer Schneideeinrichtung, deren vertikal verfahrbares Messer
sich in einer Ruhestellung befindet;
- Fig. 8
- eine der Fig. 7 entsprechende, schematische perspektivische Ansicht der Entleervorrichtung
gemäß Fig. 7 mit in eine Betriebsstellung verlagertem Messer;
- Fig. 9
- eine schematische Draufsicht auf die Entleervorrichtung gemäß Fig. 7 und 8 von oben;
- Fig. 10
- eine schematische Schnittansicht der Entleervorrichtung gemäß Fig. 7 bis 9 entlang
der Schnittlinie C-C gemäß Fig. 9, deren Messer sich in der in Fig. 7 gezeigten Ruhestellung
befindet;
- Fig. 11
- eine der Fig. 10 entsprechende, schematische Schnittansicht der Entleervorrichtung
gemäß Fig. 7 bis 10 entlang der Schnittlinie C-C gemäß Fig. 9, deren Messer sich in
der in Fig. 8 gezeigten Betriebsstellung befindet;
- Fig. 12
- eine der Fig. 8 entsprechende, schematische perspektivische Ansicht der Entleervorrichtung
gemäß Fig. 7 bis 11 mit einem an deren Unterdruckkammer mittels Unterdruck festgelegten
Liner eines zu entleerenden Behälters, deren Messer sich in der in Fig. 8 und 11 gezeigten
Betriebsstellung befindet;
- Fig. 13
- eine schematische, abgebrochen dargestellte Detailansicht der Entleervorrichtung gemäß
Fig. 7 bis 12 entlang der Schnittlinie D-D gemäß Fig. 9; und
- Fig. 14
- eine schematische Seitenansicht der Entleervorrichtung gemäß Fig. 7 bis 13 zur Veranschaulichung
der fluidischen Kontaktierung deren Unterdruckkammer.
[0029] In den Fig. 1 bis 6 bzw. Fig. 7 und 14 ist je eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum im Wesentlichen kontaminationsfreien Entleeren von nachgiebigen Gebinden
1 in Form sogenannter Big-Bags wiedergegeben, wie sie in der Regel zur Aufnahme von
fließfähigen, insbesondere pulver- oder partikelförmigem Füllgut dienen. Solche Big-Bags
können beispielsweise - wie aus Fig. 4 exemplarisch ersichtlich - einen unteren Entleerstutzen
2a und einen sich in diesem bzw. durch diesen nach unten erstreckenden - im vorliegenden
Fall verknoteten - Auslaufrüssel 2b aufweisen, oder die können z.B. - wie in Fig.
12 exemplarisch wiedergegeben - eine im Wesentlichen durchgängig aus nachgiebigem
Gebindematerial gefertigte Unterseite besitzen, welche gegebenenfalls gleichfalls
einen Entleerstutzen 2a, aber keinen Auslaufrüssel aufweist. Darüber hinaus können
prinzipiell auch zeichnerisch nicht dargestellte Innenliner vorgesehen sein.
[0030] In sämtlichen Zeichnungen sind identische und wirkungsgleiche Bauteile der im nachfolgenden
mit "Entleervorrichtung" bezeichneten erfindungsgemäßen Vorrichtung mit denselben
Bezugszeichen versehen.
[0031] Wie aus Fig. 1 bis 6 ersichtlich, umfasst eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Entleervorrichtung eine Kammer 3, in welche das Füllgut des Gebindes 1 bzw. Big-Bags
(Fig. 4) entleert werden kann und welche im vorliegenden Fall einen etwa kreisförmigen
Querschnitt aufweist, aber auch einen beliebigen anderen Querschnitt besitzen kann.
Am oberen Ende der Kammer 3 ist eine Aufnahmeöffnung 4 angeordnet, über welche das
in dem Gebinde 1 (Fig. 4) befindliche Füllgut in die Kammer 3 gelangt, wobei sich
die Aufnahmeöffnung 4 bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel im Wesentlichen über
den gesamten Querschnitt der Kammer 3 erstreckt, aber auch z.B. an einem von der Kammer
3 nach oben vorstehenden Rohrstutzen angeordnet sein könnte, welcher einen gegenüber
der Kammer geringeren Querschnitt besitzt (nicht gezeigt).
[0032] Die Aufnahmeöffnung 4 ist mit einer Befestigungsrichtung 5 zum lösbaren Festlegen
des Gebindes 1 oder Big-Bags (Fig. 4) anlässlich seiner Entleerung in die Kammer 3
versehen, welche eine sich um den Außenumfang des freien Endes der Aufnahmeöffnung
4 erstreckende Unterdruckkammer 6 umfasst und deren Oberseite mit der Aufnahmeöffnung
4 im Wesentlichen fluchtet. Wie insbesondere der Fig. 1 bis 3 sowie 5 zu entnehmen
ist, weist die Unterdruckkammer 6 ein im Wesentlichen U-förmiges Gehäuse auf, welches
am Außenumfang der Kammer 3 an deren ihrer Aufnahmeöffnung 4 zugewandtem Ende festgelegt
ist, wobei beiden U-Schenkel der Unterdruckkammer 6 an ihren freien oberen Enden mittels
einer - im vorliegenden Fall sich im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene erstreckenden
- Ringwandung 7 miteinander verbunden sind. Die obere Ringwandung 7 ist mit einer
Mehrzahl an in Umfangsrichtung hintereinander angeordneten Saugöffnungen 8 ausgestattet
(vgl. insbesondere Fig. 2), um den im Innern der Unterdruckkammer 6 herrschenden Unterdruck
an deren obere Ringwandung 7 zu übertragen und das Gebindematerial anlässlich seines
Entleerens mittels dieses Unterdruckes an der Aufnahmeöffnung 4 dicht festzulegen
bzw. "anzudocken" (vgl. insbesondere Fig. 4, in welcher das Gebinde an die Entleervorrichtung
angedockt ist und sich der Auslaufrüssel 2b im Innern der Aufnahmeöffnung 4 bzw. der
Kammer 3 befindet). Die mit den Saugöffnungen 8 versehene Ringwandung 7 kann beispielsweise
von einem ringförmigen Lochblech oder von mehreren ringsegmentförmigen Lochblechen
(nicht dargestellt) gebildet sein, welches an den U-Schenkeln der Unterdruckkammer
6 gasdicht festgelegt ist. Die Saugöffnungen 8 selbst besitzen im Wesentlichen die
Form von sich in Bezug auf die Aufnahmeöffnung 4 radial ersteckenden Schlitzen, deren
Länge in Radialrichtung der Aufnahmeöffnung 4 zumindest doppelt so groß, vorzugsweise
wenigstens dreimal so groß, ist ihre Breite in Umfangsrichtung der Aufnahmeöffnung
4, um für eine zuverlässige und dauerhafte Verbindung mit dem Gebinde 1 zu sorgen,
so lange die Unterdruckkammer mit Unterdruck bzw. Vakuum versorgt ist.
[0033] Wie am besten aus Fig. 5 ersichtlich, ist die Unterdruckkammer 6 mittels wenigstens
eines mit deren Innenraum korrespondierenden Rohrstutzens 6a mit Unterdruck bzw. Vakuum
versorgt. Wie in Fig. 6 erkennbar, kann der Rohrstutzen 6a vorzugsweise unter Zwischenanordnung
einer Filtereinrichtung 13, wie eines Staubfilters, an einen Unterdruckerzeuger 14,
z.B. in Form einer Vakuumpumpe, angeschlossen sein. Ein Ventil 15 sorgt für die bedarfsweise
Beaufschlagung der Unterdruckkammer 6 mit Unterdruck bzw. Vakuum, nämlich dann, wenn
ein Gebinde 1 bzw. der Big-Bag an die Entleervorrichtung angedockt werden soll (Fig.
4), sowie für die Expansion der Unterdruckkammer mit Umgebungsdruck, nämlich dann,
wenn das Gebinde 1 bzw. der Big-Bag von der Entleervorrichtung gelöst bzw. "abgedockt"
werden soll.
[0034] An der Unterseite der Kammer 3 ist diese ferner mit einer zeichnerisch nicht erkennbaren
Entleeröffnung versehen, welche mittels eines zeichnerisch ebenfalls nicht erkennbaren
Verschlussorgans, wie beispielsweise einer Verschlussklappe, verschließbar ist und
zum Überführen von in der Kammer 3 befindlichem Füllgut in einen weiteren Behälter
oder auch in den Einfüllstutzen eines Verarbeitungs- oder Verpackungsprozesses des
Füllgutes dient. Um auch insoweit für eine kontaminationsfreie Überführung des Füllgutes
aus der Kammer 3 zu sorgen, ist im Bereich der Entleeröffnung, d.h. am unteren Ende
der Kammer 3, überdies eine Anschlusseinrichtung 9 vorgesehen, um die Kammer 3 anlässlich
ihres Entleerens mit einer Aufnahmeöffnung einer weiteren Komponente (nicht dargestellt),
wie eines oben erwähnten weiteren Behälters oder eines Einfüllstutzen eines Verarbeitungs-
oder Verpackungsprozesses des Füllgutes, lösbar zu verbinden. Die Anschlusseinrichtung
9 umfasst beim vorliegenden Ausführungsbeispiel einen sich vom Umfang der Kammer 3
radial nach außen ersteckenden Befestigungsflansch 10, welcher mit Bohrungen (nicht
gezeigt) zur Aufnahme von Schrauben, Bolzen etc. versehen sein kann.
[0035] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, kann die Kammer 3 darüber hinaus mit einer oder mehreren
weiteren Öffnungen 11 versehen sein, welche mittels eines Deckels 12 dicht verschlossen
sind und welche beispielsweise zum Anschluss weiterer Einrichtungen, wie z.B. Messeinrichtungen
oder beispielsweise auch nur als Sichtfenster dienen können, um den Entleervorgang
visuell zu überwachen. Im letztgenannten Fall kann ferner eine Innenbeleuchtung (nicht
gezeigt) der Kammer 3 zweckmäßig sein.
[0036] Während die in Fig. 7 bis 14 wiedergegebene zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Entleervorrichtung insoweit der vorstehend unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 6 erläuterten
ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Entleervorrichtung mehr oder minder
identisch entspricht, weist die Entleervorrichtung gemäß Fig. 1 bis 6 ferner zwei
in der Umfangs- bzw. Mantelwandung der Kammer 3 angeordnete, weitere Öffnungen 16a,
16b auf, welche jeweils mit einem an deren Innenumfang gasdicht festgelegten Handschuh
17a, 17b ausgestattet sind, wobei sich der jeweilige Handschuh 17a, 17b ins Innere
der Kammer 3 hinein erstreckt. Auf diese Weise ist ein kontaminationsfreier manueller
Eingriff von außen ins Innere der Kammer 3 möglich, um beispielsweise ein an die Entleervorrichtung
angedocktes Gebinde 1 bzw. einen Big-Bag an seinem Auslaufrüssel 2b (vgl. Fig. 4)
manuell zu öffnen (z.B. durch manuelles Aufknoten oder Zerschneiden desselben) und
gegebenenfalls nach erfolgtem Entleervorgang wieder zu verschließen (z.B. durch Zusammenknoten
des Auslaufrüssels 2b).
[0037] Die in Fig. 7 bis 14 wiedergegebene zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Entleervorrichtung unterscheidet sich von der gemäß Fig. 1 bis 6 dadurch, dass anstelle
der beiden mit je einem Handschuh 17a, 17b versehenen weiteren Öffnungen 16a, 16b
eine Schneideeinrichtung 18 vorgesehen ist, welche im Innern der Aufnahmeöffnung 4
bzw. im Innern der Kammer 3 selbst angeordnet ist und zum Aufschneiden eines gegebenenfalls
mit einem Entleerstutzen 2a versehenen Gebindes 1 bzw. Big-Bags an dessen Unterseite
(vgl. Fig. 12) anlässlich des Entleervorgangs dient. Wie insbesondere aus Fig. 7,
8 und 12 bis 14 ersichtlich, weist die Schneideeinrichtung 18 ein vertikal verfahrbares
Messer 19 auf, welches sich in Fig. 7 und 10 in seiner bis etwa auf das Niveau der
Unterdruckkammer 6 oder unterhalb derselben in die Kammer 3 hinein abgesenkten Ruhestellung
befindet, während es sich in Fig. 8, 11 und 12 in seiner demgegenüber bis auf ein
Niveau oberhalb der Unterdruckkammer 6 nach oben verlagerten Betriebsstellung befindet,
um ein an der Unterdruckkammer 6 angesaugtes bzw. hieran angedocktes Gebinde 1 aufzuschneiden.
Wie insbesondere aus Fig. 9 hervorgeht, erstreckt sich das Messer beispielsweise etwa
kreissegmentförmig um einen Winkel von etwa 180° parallel zur Mantelwandung der Kammer
3 um den Innenumfang der Aufnahmeöffnung 4 und umfasst mehrere - im vorliegenden Fall
vier - spitz nach oben zulaufende Schneiden (vgl. Fig. 7, 8 und 10 bis 12). Zur Verlagerung
des Messers 19 der Schneideeinrichtung 18 dient eine an der Innenwand der Aufnahmeöffnung
4 bzw. an der inneren Mantelwandung der Kammer 3 festgelegte Linearführung 20, welche
im vorliegenden Fall in Form einer Kolben-/Zylindereinheit ausgebildet und mit einem
Druckfluid, wie beispielsweise Druckgas, betätigbar ist.
1. Vorrichtung zum im Wesentlichen kontaminationsfreien Entleeren von nachgiebigen Gebinden
(1), insbesondere in Form von Big-Bags, mit einer Kammer (3), in welche das Gebinde
(1) entleerbar ist, einer an einem oberen Ende der Kammer (3) angeordneten Aufnahmeöffnung
(4) und einer an der Aufnahmeöffnung (4) angeordneten Befestigungseinrichtung (5),
mittels welcher das Gebinde (1) lösbar an der Aufnahmeöffnung (4) festlegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (5) eine sich um den Umfang der Aufnahmeöffnung (4) erstreckende
Unterdruckkammer (6) aufweist, welche eine Mehrzahl an in Umfangsrichtung hintereinander
angeordnete Saugöffnungen (8) aufweist, um eine Unterseite des Gebindes (1) anlässlich
des Entleerens mittels Unterdruck an der Aufnahmeöffnung (4) festzulegen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Unterdruckkammer (6) um den Außenumfang der Aufnahmeöffnung (4) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdruckkammer (6) am freien Ende der Aufnahmeöffnung (4) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugöffnungen (8) in einer die Oberseite der Unterdruckkammer (6) bildenden Ringwandung
angeordnet sind, wobei sich die die mit den Saugöffnungen (8) versehene Ringwandung
insbesondere in einer im Wesentlichen horizontalen Ebene erstreckt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Saugöffnungen (8)
- in einem ringförmigen Lochblech, Rost oder Gitter angeordnet sind, welcher/welches
auf die Unterdruckkammer (6) aufgebracht ist; oder
- in mehreren ringsegmentförmigen Lochblech-, Rostoder Gittersegmenten angeordnet
sind, welche auf die Unterdruckkammer (6) aufgebracht sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Saugöffnungen (8) in Radialrichtung der Aufnahmeöffnung (4) größer
ist als die Breite der Saugöffnungen (8) in Umfangsrichtung der Aufnahmeöffnung (4),
wobei die Länge der Saugöffnungen (8) in Radialrichtung der Aufnahmeöffnung (4) insbesondere
wenigstens doppelt so groß, vorzugsweise wenigstens dreimal so groß, ist wie die Breite
der Saugöffnungen (8) in Umfangsrichtung der Aufnahmeöffnung (4).
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterseite der Kammer (3) eine, insbesondere verschließbare, Entleeröffnung
angeordnet ist, wobei an der Entleeröffnung insbesondere eine Anschlusseinrichtung
(9) angeordnet ist, um die Kammer (3) anlässlich ihres Entleerens mit einer Aufnahmeöffnung
einer weiteren Komponente lösbar zu verbinden.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (3) wenigstens eine weitere Öffnung (11, 16a, 16b) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine weitere Öffnung (16a, 16b) der Kammer (3) mit einer an deren Umfang
festgelegten Handschuh (17a, 17b) ausgestattet ist, welcher sich in das Innere der
Kammer (3) erstreckt, wobei insbesondere wenigstens zwei weitere Öffnungen (16a, 16b)
der Kammer (3) mit je einem an deren Umfang festgelegten Handschuh (17a, 17b) ausgestattet
sind, welche sich in das Innere der Kammer (3) erstrecken.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere(n), mit dem Handschuh (17a, 17b) ausgestattete(n) Öffnung(en) (16a, 16b)
in einer Mantelfläche der Kammer (3) angeordnet ist/sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Innern der Aufnahmeöffnung (4) eine Schneideeinrichtung (18) angeordnet ist, um
einen an der Aufnahmeöffnung (4) mittels Unterdruck festgelegten Liner (2) anlässlich
seines Entleerens aufzuschneiden.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideeinrichtung (18) wenigstens ein im Wesentlichen vertikal verfahrbares
Messer (19) aufweist, wobei eine Führung (20) des Messers (19) insbesondere an der
Innenwand der Aufnahmeöffnung (4) und/oder der Kammer (3) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer (19) an einer im Wesentlichen vertikalen Linearführung (20) angeordnet
ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das Messer (19)
- einen bogensegmentförmigen, insbesondere einen kreissegmentförmigen, Querschnitt
aufweist und sich um wenigstens einen Teil des Innenumfangs der Aufnahmeöffnung erstreckt;
oder
- einen kreuzförmigen Querschnitt aufweist; oder
- wenigstens zwei nach oben konvergierende, spitz zulaufende Schneiden aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdruckkammer (6) über wenigstens einen Rohrstutzen mit einer Unterdruckleitung
in Verbindung steht, welche an einen Unterdruckerzeuger (14) angeschlossen ist, wobei
die Unterdruckleitung insbesondere mit einer Filtereinrichtung (13) ausgestattet ist.