[0001] Die Erfindung betrifft einen Scherenhubtisch mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiger Scherenhubtisch ist beispielsweise aus der Druckschrift
EP 1 454 873 B1 bekannt und umfasst eine Basiseinheit, die beispielsweise mit Rollen oder dergleichen
versehen sein kann, und eine Trageinheit, die im weitesten Sinne als höhenverstellbare
Tischplatte angesehen werden kann und die mittels einer Schereneinheit, die mit einer
Antriebseinrichtung versehen ist, planparallel gegenüber der Basiseinheit verstellbar
ist. Die Schereneinheit umfasst bezogen auf eine vertikale Tischlängsmittelebene beidseits
jeweils ein Scherengliederpaar mit zwei Scherengliedern, die über ein Gelenk miteinander
verbunden sind und von denen eines mit einem Ende an einem ortsfest an der Basiseinheit
angeordneten, ersten Drehlager gelagert ist und mit dem anderen Ende verfahrbar an
der Trageinheit geführt ist. Das andere Scherenglied ist mit einem Ende an einem ortsfest
an der Trageinheit angeordneten, zweiten Drehlager gelagert und mit seinem anderen
Ende verfahrbar an der Basiseinheit geführt. Zur Betätigung der Scherengliederpaare,
das heißt zum Anheben bzw. Absenken der Trageinheit gegenüber der Basiseinheit weist
deren Antriebseinrichtung eine aufwändige Hebelkonstruktion auf, an der ein Zugmittel
in Form eines Seils, einer Kette oder eines Riemens angreift.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Scherenhubtisch der einleitend genannten
Gattung mit einer hinsichtlich der Kräfteeinleitung in die Schereneinheit optimierten
Antriebseinrichtung zu schaffen.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch den Scherenhubtisch mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß wird mithin ein Scherenhubtisch vorgeschlagen, der eine Basiseinheit
und eine Trageinheit umfasst, die mittels einer Schereneinheit, die mit einer Antriebseinrichtung
versehen ist, gegenüber der Basiseinheit verstellbar ist. Die Schereneinheit umfasst
mindestens ein Scherengliederpaar mit zwei Scherengliedern, die über ein Gelenk miteinander
verbunden sind und von denen eines mit einem Ende an einem ortsfest an der Basiseinheit
angeordneten, ersten Drehlager gelagert ist und mit dem anderen Ende verfahrbar an
der Trageinheit geführt ist. Das andere Scherenglied ist mit einem Ende an einem ortsfest
an der Trageinheit angeordneten, zweiten Drehlager gelagert und mit seinem anderen
Ende verfahrbar an der Basiseinheit geführt. Die Antriebseinrichtung umfasst eine
Kniehebelanordnung, von der ein erstes Hebelelement an einem der Scherenglieder angreift
und ein zweites, mit dem ersten Hebelelement verbundenes Hebelelement, das an der
Basiseinheit schwenkbar gelagert ist, mit mindestens einem wickelbaren Zugelement
versehen ist.
[0006] Durch Einleiten von Zugkräften in das zweite Hebelelement können mithin derartige
Hubkräfte eingeleitet werden, dass die beiden Scherenglieder gegenüber der Basiseinheit
ausgeschwenkt werden und die Trageinheit somit gegenüber der Basiseinheit angehoben
wird. Bei Freigabe des Zugelements erfolgt ein schwerkraftbedingtes Absenken der Trageinheit,
da die Scherenglieder wiederum jeweils in Richtung der Basiseinheit zurückgeschwenkt
werden. Durch entsprechende Auslegung der Hebelelemente der Kniehebelanordnung ist
es möglich, hohe Lasten mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand anzuheben bzw. zu
halten.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausführungsformdes Scherenhubtisches nach der Erfindung ist
das Zugelement ein Antriebsriemen, der zur Betätigung der Trageinheit von einer Wickeleinrichtung
abwickelbar ist oder auf die Wickeleinrichtung aufwickelbar ist. Die Riemen bzw. Bänder
können aus verschleißfestem Gewebe bzw. Material hergestellt werden, so dass die Antriebseinrichtung
der Schereneinheit des Scherenhubtisches nach der Erfindung einer Vielzahl an Betätigungszyklen
standhält.
[0008] Zur Optimierung der Krafteinleitung in die Kniehebelanordnung ist das Zugelement
vorzugsweise über mindestens ein Umlenkelement, insbesondere über mindestens eine
Umlenkrolle geführt. Die Umlenkrolle kann an der Basiseinheit angeordnet sein oder
auch Bestandteil der Kniehebelanordnung sein.
[0009] Zur weiteren Optimierung der Krafteinleitung und zur Schonung des Zugelements ist
es vorteilhaft, wenn das zweite, an der Basiseinheit schwenkbar gelagerte Hebelelement
eine gekrümmte Gleitfläche hat, an der sich das wickelbare Zugelement anlegt.
[0010] Bei einer speziellen Ausführungsformdes Scherenhubtisches nach der Erfindung weist
das zweite Hebelelement zwei bezogen auf eine Tischlängsmittelebene seitliche Schalen
auf, die über eine insbesondere von einem Leitblech gebildete Leiteinrichtung miteinander
verbunden sind, die die gekrümmte Leitfläche bildet, an der sich das mindestens eine
Antriebselement anlegt.
[0011] Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, weist der Scherenhubtisch nach
der Erfindung mindestens zwei Zugelemente auf, die parallel angeordnet sind und an
der Kniehebelanordnung angreifen und die auf einer gemeinsamen Wickeleinrichtung aufwickelbar
sind. Die Wickeleinrichtung wird insbesondere mittels eines Elektromotors betätigt
und ist mit einem Getriebe desselben verbunden.
[0012] Insbesondere kann das Zugelement über eine an dem zweiten Hebelelement angeordnete
Unflenkfläche zu einer Einhängevorrichtung geführt sein, die im Bereich einer Gelenkachse
zwischen dem ersten Hebelelement und dem zweiten Hebelelement der Kniehebelanordnung
befestigt ist. Damit können die auf den Einhängepunkt des Zugelements wirkenden Kräfte
gemindert werden.
[0013] Zur Erhöhung der Hubkraft des Scherenhubtisches nach der Erfindung kann zwischen
dem Antriebsmotor und dem mindestens einen Zugelement ein flaschenzugartiges Vorgelege
zwischengeschaltet sein.
[0014] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel eines Scherenbubtisches nach der Erfindung ist in der Zeichnung
schematisch vereinfacht dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Scherenhubtisches nach der Erfindung; und
- Fig. 2
- einen vertikalen Längsschnitt durch den Scherenhubtisch.
[0016] In der Zeichnung ist ein Scherenhubtisch 10 dargestellt, der beispielsweise zum Anheben
und Absenken von hohen Lasten beispielsweise im Bereich einer Fertigungsstrasse eines
Automobilherstellers dient und auf einer nicht näher dargestellten Rollenanordnung
angeordnet oder auch ortsfest montiert sein kann.
[0017] Der Scherenhubtisch 10 umfasst eine Basiseinlzeit 12 und eine im Wesentlichen planparallel
zu der Basiseinheit 12 angeordnete, tischplattenartig ausgebildete Trageinheit 14.
Die Basiseinheit 12 dient als Träger für eine Schereneinheit 16 und eine Antriebseinheit
18 der Schereneinheit 16.
[0018] Die Schereneinheit 16 umfasst bezogen auf eine vertikale Scherentisehlängsmittelebene
beidseits jeweils ein Scherengliederpaar 20A bzw. 20B, das jeweils aus einem ersten
Scherenglied 22A bzw. 22B und einem zweiten, das jeweilige erste Scherenglied kreuzenden
Scherenglied 24A bzw. 24B gebildet ist. Die Scherenglieder 22A und 24A und die Scherenglieder
22B und 24B sind jeweils über Querstreben 26, 28 bzw. 30 und 32 miteinander verbunden.
[0019] Die ersten Scherenglieder 22A und 22B sind jeweils mit einem Ende an einem Drehlager
34 schwenkbar gelagert, das an der Basiseinheit 12 ausgebildet ist. Mit dem dem Drehlager
34 abgewandten Ende sind die ersten Scherenglieder 22A und 22B jeweils über eine Rolle
36 in einer Führungsschiene 38A bzw. 38B der Trageinheit 14 verfahrbar geführt.
[0020] Die zweiten Scherenglieder 24A und 24B sind jeweils mit einem Ende an einem Drehlager
39 schwenkbar gelagert, das an der Trageinheit 14 oberhalb des Drehlagers 34 der Basiseinheit
12 angeordnet ist. Mit dem dem Drehlager 38 abgewandten Ende sind die zweiten Scherenglieder
24A und 24B jeweils über eine Rolle 40 in einer an der Basiseinheit 12 ausgebildeten
Führungsschiene 42A bzw. 42B geführt.
[0021] Des Weiteren sind die Scherenglieder 22A und 24A und die Scherenglieder 22B und 24B
jeweils über ein Gelenk 44 schwenkbar miteinander verbunden.
[0022] Zur Betätigung der aus den beiden Scherengliederpaaren 20A und 20B bestehenden Scherenmechanik
umfasst der Scherenhubtisch 10 eine Antriebseinheit 18, die einen Antriebsmotor 46
umfasst, der eine als Wickeleinrichtung dienende Wickelwelle 48 drehbar betätigt.
An der Wickelwelle 48 sind vier parallel zueinander ausgerichtete Antriebsriemen bzw.
Bänder 50 befestigt, die je nach Drehrichtung der Wickelwelle 48 von dieser abwickelbar
oder auf diese aufwickelbar sind. Die Antriebsriemen 50 sind ausgehend von der Wickelwelle
48 über eine walzenartig ausgebildete Umlenkrolle 52 zu einer Kniehebelanordnung 54
geführt.
[0023] Die Kniehebelanordnung 54 weist bezogen auf die vertikale Scherentischlängsmittelebene
beidseits jeweils ein erstes Hebelelement 56 auf, das über eine Achse 58 mit dem zugehörigen
Scherenglied 22A bzw. 22B verbunden ist und an seinem der Achse 58 abgewandten Ende
über ein von einer Gelenkachse 60 gebildeten Gelenk mit einem zweiten Hebelelement
61 verbunden ist, das über ein an einem Lagerblock 62 ausgebildetes Gelenk 64 schwenkbar
an der Basiseinheit 12 gelagert ist. Das zweite Hebelelement 61 ist aus zwei seitlichen
Hebelschalen 66 gebildet, die jeweils über das Gelenk 64 an dem zugehörigen Lagerblock
62 schwenkbar gelagert sind und über ein eine Leitfläche bildendes Leitblech 68 miteinander
verbunden sind. Je nach Schwenkstellung des zweiten Hebelelements 61 legen sich die
Antriebsriemen 50, die jeweils ein Zugelement darstellen, an dem Leitblech 68 an.
[0024] Des Weiteren sind die Antriebsriemen 50 ausgehend von der Umlenkrolle 52 über das
Leitblech 68 und ein Rundeisen 70, die an dem zweiten Hebelelement 61 an dem der Gelenkachse
60 abgewandten Ende ausgebildet ist, zu einer Einhängevorrichtung 72 geführt, die
an der Gelenkachse 60 aufgehängt ist.
[0025] Die Betätigung des vorstehend beschriebenen Scherenhubtisches 10 erfolgt in nachfolgend
beschriebener Weise.
[0026] Ausgehend von einer abgesenkten Senkposition der Trageinheit 14 wird der Antriebsmotor
46 derartig betätigt, dass die Wickelwelle 48 gemäß Fig. 2 im Uhrzeigersinn gedreht
wird. Damit werden die Antriebsriemen 50 auf die Wickelwelle 48 aufgewickelt, so dass
eine Zugkraft auf das zweite Hebelelement 61 der Kniehebelanordnung 54 ausgeübt wird
und dieses eine Ausstellbewegung um das Gelenk 64 ausübt. Dies löst wiederum über
das erste Hebelelement 56 ein Ausschwenken der Scherenglieder 22A, 22B, 24A und 24B
aus, so dass die Trageinheit 14 gegenüber der Basiseinheit 12 angehoben wird.
[0027] Zum Absenken der Trageinheit 14 wird die Wickelwelle 48 entgegen dem Uhrzeigersinn
gedreht, so dass die Antriebsriemen 50 von der Wickelwelle 48 abgewickelt werden.
Durch die Last der Trageinheit 14 und der Scherengliederpaare 20A und 20B wird damit
das zweite Hebelelement 61 eingeschwenkt, das heißt in Richtung der Basiseinheit 12
geschwenkt, so dass die Trageinheit 14 schwerkraftbedingt abgesenkt wird.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 10
- Scherenhubtisch
- 12
- Basiseinheit
- 14
- Trageinheit
- 16
- Schereneinheit
- 18
- Antriebseinheit
- 20A, 20B
- Scherengliederpaar
- 22A, 22B
- Scherenglied
- 24A, 24B
- Scherenglied
- 26
- Querstrebe
- 28
- Querstrebe
- 30
- Querstrebe
- 32
- Querstrebe
- 34
- Drehlager
- 36
- Rolle
- 38A, 38B
- Führungsschiene
- 39
- Drehlager
- 40
- Rolle
- 42A, 40B
- Führungsschiene
- 44
- Gelenk
- 46
- Antriebsmotor
- 48
- Wickelwelle
- 50
- Antriebsriemen
- 52
- Umlenkrolle
- 54
- Kniehebelanordnung
- 56
- erstes Hebelelement
- 58
- Achse
- 60
- Gelenkachse
- 61
- zweites Hebelelement
- 62
- Lagerblock
- 64
- Gelenk
- 66
- Hebelschale
- 68
- Leitblech
- 70
- Rundeisen
- 72
- Einhängeeinrichtung
1. Scherenhubtisch mit einer Basiseinheit (12) und einer Trageinheit (14), die mittels
einer Schereneinheit (16), die mit einer Antriebseinrichtung (18) versehen ist, gegenüber
der Basiseinheit (12) verstellbar ist, wobei die Schereneinheit (16) mindestens ein
Scherengliedpaar (20A, 20B) mit zwei Scherengliedern(22A, 24A, 22B, 24B) umfasst,
die über ein Gelenk miteinander verbunden sind und von denen eines mit einem Ende
an einem ortsfest an der Basiseinheit (12) angeordneten, ersten Drehlager (34) gelagert
ist und mit dem anderen Ende verfahrbar an der Trageeinheit (14) geführt ist und das
andere mit einem Ende an einem ortsfest an der Trageinheit (40) angeordneten, zweiten
Drehlager (39) gelagert ist und mit seinem anderen Ende verfahrbar an der Basiseinheit
(12) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (18) eine Kniehebelanordnung (54) umfasst, von der ein erstes
Hebelelement (56) an einem der Scherenglieder (22A, 22B) angreift und ein zweites,
mit dem ersten Hebelelement (56) verbundenes Hebelelement (61), das an der Basiseinheit
(12) schwenkbar gelagert ist, mit einem wickelbaren Zugelement (5) versehen ist.
2. Scherenhubtisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (50) ein Antriebsriemen ist, der zur Betätigung der Trageinheit (14)
von einer Wickeleinrichtung (48) abwickelbar ist oder auf die Wickeleinrichtung (48)
aufwickelbar ist.
3. Scherenhubtisch nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (50) über mindestens ein Umlenkelement, insbesondere mindestens eine
Umlenkrolle (52, 70) geführt ist.
4. Scherenhubtisch nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (50) an einer Einhängeeinrichtung (72) des zweiten Hebelelements (61)
befestigt ist, die im Bereich einer Gelenkachse (60) zwischen dem ersten Hebelelement
(56) und dem zweiten Hebelelement (61) befestigt ist.
5. Scherenhubtisch nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hebelelement (61) eine gekrümmte Leitfläche hat, an der sich das wickelbare
Zugelement (50) anlegt.
6. Scherenhubtisch nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hebelelement (61) zwei bezogen auf eine Tischlängsmittelebene seitliche
Hebelschalen (66) aufweist, die über ein Leitelement (68) miteinander verbunden sind,
das die Leitfläche bildet, an der sich das mindestens eine Antriebselement (50) anlegt.
7. Scherenhubtisch nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch mindestens zwei Zugelemente (50), die auf einer gemeinsamen Wickeleinrichtung (48)
aufwickelbar sind.
8. Scherenhubtisch nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem Antriebsmotor (46) und dem Zugelement ein flaschenzugartiges Vorgelege
zwischengeschaltet ist.