[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Passivieren einer Metalloberfläche,
vorzugsweise einer Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
einer Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, bei
dem ein Passivierungsmittel auf die Metalloberfläche, vorzugsweise auf die Metalloberfläche
eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere auf die Metalloberfläche eines
Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, aufgebracht wird.
[0002] Unter einer Passivierung einer Metalloberfläche, vorzugsweise einer Metalloberfläche
eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere einer Metalloberfläche eines
Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, wird im Rahmen dieser Beschreibung
beispielsweise das Aufbringen eines Korrosionsschutzmittels verstanden. Eine Passivierung
kann auch das Aufbringen eines Mittels zum Verringern der Reibung bei der Verarbeitung
eines Metallwerkstücks umfassen. Ebenso kann die Passivierung der Metalloberfläche,
vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, auch
das Verringern des elektrischen Widerstands bedeuten, also eine elektrische Isolation
der Metalloberfläche, vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines
Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine.
[0003] Ein Beispiel einer Passivierung einer Metalloberfläche ist die Phosphatierung, bei
der durch chemische Reaktionen von metallischen Oberflächen mit wässrigen Phosphatlösungen
eine sogenannte Konversionsschicht aus fest haftenden Metallphosphaten gebildet wird.
Die Phosphatierung wird meist bei Stahl angewandt, kann aber auch für verzinkte oder
cadmierte Stahle und Aluminium verwendet werden. Hauptanwendungsbereiche sind Korrosionsschutz,
Haftvermittlung, Reib- und Verschleißminderung sowie elektrische Isolation.
[0004] Bei der aus dem Stand der Technik bekannten Phosphatierung erfolgt die Schichtbildung
durch Ausfällung schwerlöslicher Phosphorsäuresalze, sogenannte Phosphate aus einer
wässrigen Lösung. Je nach Art der Lösung kann es sich dabei um Eisen-, Zink-, oder
Manganphosphatschichten handeln.
[0005] Bei der nichtschichtbildenden Phosphatierung stammen die an der Schichtbildung beteiligten
Metallkationen aus dem Grundwerkstoff, die Metallkationen aus der Phosphatlösung sind
nicht am Schichtaufbau beteiligt.
[0006] Bei der schichtbildenden Phosphatierung erfolgt der Schichtaufbau durch Metallkationen
aus der Phosphatlösung, zusätzlich können Metallkationen aus dem Grundwerkstoff beteiligt
sein. Die Schichtdicken reichen von einigen hundert Nanometern bei der Eisenphosphatierung
bis zu zwei Mikrometern und mehr bei Zink- und Manganphosphatierungen.
[0007] Die so hergestellte Phosphatschicht haftet sehr gut auf dem Untergrund und erlaubt
durch die mikroporöse beziehungsweise mikrokapillare Schichtstruktur eine gute Verankerung
für nachfolgend aufzubringende Beschichtungen. Zusätzlich erschwert die Phosphatschicht
die Unterrostung an schadhaften Stellen der Beschichtung. Phosphatschichten alleine
bieten einen brauchbaren temporären Korrosionsschutz, der für das Lagern vor einem
nachfolgenden Verarbeitungsschritt oft ausreicht. Ebenso sind Anwendungen bekannt,
bei denen eine Phosphatierung zu einem dauerhaften Korrosionsschutz eingesetzt wird.
[0008] Die Phosphatschichten haben darüber hinaus gute Gleiteigenschaften. Dies wirkt sich
vorteilhaft beispielsweise bei der Kaltumformung von Stahl aus. Hier werden aufgrund
der leichten Abscherbarkeit Zinkphosphatschichten bevorzugt eingesetzt. Manganphosphatschichten
werden dagegen zur Verschleißminderung von hochbelasteten Gleitpartnern verwendet.
[0009] Der hohe elektrische Widerstand von Phosphatschichten wird für eine zumindest teilweise
elektrische Isolierung eingesetzt. Beispielsweise kann bei Elektroblechen für Magnetkerne
die Phosphatschicht eingesetzt werden, um sie mit einer dünnen Trennschicht gegeneinander
zu isolieren.
[0010] Des Weiteren ist ein Verfahren zum Passivieren einer Metalloberfläche bekannt, bei
dem auf metallischen Oberflächen durch die Einwirkung von Chromsäure komplexe Chromsäuresalze
(Chromate) gebildet werden. Ein solches Verfahren wird als Chromatierung bezeichnet.
[0011] Auch bei der Chromatierung wird der Grundwerkstoff der Metalloberfläche angelöst.
Die gelösten Metallionen des Grundwerkstoffs werden dann in die Chromatschicht eingebaut.
Die so erhaltenen Chromatschichten zählen - ähnlich den Phosphatschichten - zu den
Passivierungsschichten, das heißt sie sind anorganische nichtmetallische Schutzschichten.
Die häufigste Funktion von Chromatschichten ist der Korrosionsschutz. Chromatschichten
können aber auch zur Erzeugung eines Haftgrunds für nachfolgende Schichten, als Anlaufschutz
(bei Silber), zur Verringerung der Sichtbarkeit von Fingerabdrücken oder zur Veränderung
des Aussehens (Glanz, Farbe) eingesetzt werden. Chromatierungsverfahren können auf
Aluminium, Magnesium, Silber, Cadmium und Zink angewendet werden.
[0012] All den zuvor beschriebenen Verfahren ist gemein, dass diese nur nasschemisch in
einer Mehrzahl von Arbeitsschritten mittels Tauchbaden durchgeführt werden können.
Daher ist der apparative Aufwand bei der Durchführung der Verfahren erheblich. Ebenso
ist der Materialaufwand grob, weil ein großer Anteil des verwendeten Passivierungsmittels
nicht zum Einsatz kommt.
[0013] Zudem können abgrenzbare Oberflächenbereiche eines Werkstücks nicht gesondert behandelt
werden, sondern das gesamte Werkstück muss immer nasschemisch behandelt werden.
[0014] Dieses Problem stellt sich insbesondere bei der Herstellung von Bauteilen, die aus
nichtkorrodierenden Metallblechen, beispielsweise aus Edelstahlblechen, bestehen und
deren Einzelteile mittels Verschweißen miteinander verbunden werden. Die dabei entstehenden
Schweißnähte sind nicht in gleicher Weise korrosionsbeständig wie das Metallblech
selbst. Daher ist ein gesonderter Korrosionsschutz als Passivierungsmaßnahme allein
für den Bereich der Schweißnaht erforderlich. Bei nasschemischer Passivierung, also
beispielsweise einer Phosphatierung ist es dann erforderlich, das gesamte Bauteil
nasschemisch zu behandeln.
[0015] Als Bauteile können hier exemplarisch Waschmaschinenbauteile, Geschirrspülmaschinenbauteile,
Rohrverbindungen und andere während der Benutzung mit Wasser in Berührung kommende
Bauteile genannt werden.
[0016] Des Weiteren ist gerade bei kleineren Bauteilen eine nasschemische Behandlung mit
einem säurehaltigen Passivierungsmittel aufwändig, wenn diese für eine Farb- oder
Lackbeschichtung als Grundierung eingesetzt werden soll.
[0017] Zudem tritt bei der nasschemischen Behandlung gerade bei kleineren Bauteilstrukturen
das Problem auf, dass wegen Oberflächenspannungseffekten Vertiefungen oder Hinterschneidungen
nicht vollflächig mit dem Passivierungsmittel beaufschlagt werden. Daher entstehen
hier Lücken auf der Oberfläche auf, die sich nachteilig beim späteren Einsatz des
Bauteils auswirken können.
[0018] Der vorliegenden Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, das aus dem
Stand der Technik bekannte Verfahren zum Passivieren einer Metalloberfläche, vorzugsweise
einer Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere einer
Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, zu vereinfachen
und effektiver auszugestalten.
[0019] Weiterhin soll ein Haushaltsgerät, das wenigstens ein Wandungsteil umfasst, welches
zumindest teilweise aus weitgehend korrosionsbeständigem Metall, insbesondere weitgehend
rostfreiem Stahl besteht, angegeben werden.
[0020] Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren
gelöst, bei dem ein atmosphärischer Plasmastrahl durch elektrische Entladung in einem
Arbeitsgas erzeugt wird, bei dem ein säurehaltiges Passivierungsmittel in den Plasmastrahl
eingebracht wird, bei dem der das Passivierungsmittel beinhaltende Plasmastrahl auf
die Metalloberfläche, vorzugsweise auf die Metalloberfläche des Wandungsteils des
Haushaltsgeräts, insbesondere auf die Metalloberfläche des Wandungsteils der Haushaltsgeschirrspülmaschine,
aufgebracht wird und bei dem durch die Reaktion des säurehaltigen Passivierungsmittels
mit der Metalloberfläche, vorzugsweise mit der Metalloberfläche des Wandungsteils
des Haushaltsgeräts, insbesondere mit der Metalloberfläche des Wandungsteils der Haushaltsgeschirrspülmaschine,
ein passivierendes Salz auf der Metalloberfläche, vorzugsweise auf der Metalloberfläche
des Wandungsteils des Haushaltsgeräts, insbesondere auf der Metalloberfläche des Wandungsteils
der Haushaltsgeschirrspülmaschine, abgeschieden wird.
[0021] Erfindungsgemäß ist also erkannt worden, dass das Aufbringen des Passivierungsmittels
mittels eines atmosphärischen Plasmastrahls viele Synergieeffekte ausnutzt. Bevor
diese erläutert werden, sollen zunächst Plasmaquellen und die Eigenschaften von damit
erzeugten atmosphärischen Plasmastrahlen erläutert werden.
[0022] Unter einer Plasmaquelle wird eine Quelle für einen in einen Raumbereich hinein gerichteten
Plasmastrahl verstanden, wobei die Form des Plasmastrahls rund oder flächig ausgebildet
sein kann. Die Plasmaquelle kann auch einen rotierenden Plasmastrahl erzeugen, indem
ein Gehäuseteil, vorzugsweise die Auslassöffnung drehbeweglich ausgebildet ist und
sich während der Plasmaerzeugung um eine Achse dreht. Während des Verfahrens dieser
Plasmaquelle längs einer Oberfläche wird dann ein breiter Streifen breiterer Streifen
behandelt.
[0023] Die Plasmaquelle kann eine Plasmadüse oder mehrere nebeneinander angeordnete Plasmadüsen
in Form einer Plasmadusche aufweisen. Die Plasmaquelle kann eine Halterung für eine
Positionierung an der Bewegungseinrichtung und Zuführungen für Arbeitsgas und elektrischer
Spannung aufweisen.
[0024] Die elektrische Anregung des Arbeitsgases kann mit unterschiedlichen Frequenzen,
beispielweise im Mikrowellenbereich im Bereich von oder oberhalb von 1 MHz oder im
Frequenzbereich von 1 bis 100 kHz erfolgen. Die Spannungsformen können zwischen Wechselspannungen
und gepulsten Gleichspannungen variieren oder Überlagerungen derselben sein. Die Entladungen
sind Mikrowellenentladungen oder hochfrequente Funkenentladungen, die die Form von
Entladungsbogen (Bogenentladungen) oder Büschelentladungen aufweisen können. Die Spannungsamplituden
sind, ebenso wie die Frequenz, an die jeweilige Geometrie der Plasmadüse angepasst
und liegen beispielsweise im Bereich 100 V bis 10 kV. Als Arbeitsgas wird bevorzugt
Luft eingesetzt, daneben sind auch Stickstoff, Edelgase wie Argon, auch unter Beimischung
anderer Gase wie Wasserstoff möglich.
[0025] Derartige Plasmaquellen können verhältnismäßig kalte Plasmastrahlen mit relativ hoher
chemischer Anregungsenergie erzeugen. Die Strahltemperatur fällt in Abhängigkeit vom
Abstand zur Auslassöffnung ab und liegt im Bereich unterhalb von 300 °C, vorzugsweise
unterhalb von 150 °C und bevorzugt unterhalb von 100 °C. Die hohe Anregungsenergie
des Arbeitsgases ergibt sich durch die hochfrequente Anregung in der Anregungszone
innerhalb der Plasmaquelle, bei der nur eine geringe thermische Anregung erfolgt.
Man spricht daher auch von einem nicht-thermischen Plasma. Durch die Wahl eines geeigneten
Arbeitsgases und der Parameter der elektrischen Spannung kann die Temperatur und Aktivität
des Plasmastrahls beeinflusst werden.
[0026] Das vorliegende Verfahren ist nicht auf die Verwendung von zuvor beschriebenen Plasmaquellen
beschränkt. Auch andere Plasmaquellen, beispielsweise mit anderen Anregungsmechanismen,
können zur Anwendung kommen, selbst wenn deren Plasmastrahlen andere Temperaturen
und niedrigere Plasmaleistungen aufweisen. Auch bei derartigen bekannten Plasmaquellen
kann das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden.
[0027] Ein Verfahren zur Erzeugung eines atmosphärischen Plasmastrahls, das heißt eines
Plasmastrahls mit einem Umgebungsdruck, der in der Größenordnung des Atmosphärendrucks
liegt, ist beispielsweise aus der Druckschrift
EP 1 335 641 A1 bekannt. Hier wird ein Arbeitsgas, vor allem Luft, Stickstoff, Formiergas (Mischung
aus Stickstoff und Wasserstoff) oder ein Edelgas, insbesondere Argon oder Helium,
durch einen Kanal geleitet, in dem durch eine hochfrequente Hochspannung ein Plasmastrahl
über eine elektrische Entladung, das heißt eine Koronaentladung und/oder eine Bogenentladung,
erzeugt wird.
[0028] Ein Verfahren zur Plasmapolymerisation mittels eines atmosphärischen Plasmastrahls
wird in der Druckschrift
EP 1 230 414 B1 offenbart. Bei dieser Methode wird ein Precursormaterial in den Plasmastrahl eingebracht,
dort chemisch und/oder elektronisch angeregt, so dass vor, bei oder nach der Abscheidung
des angeregten Precursors auf eine Oberfläche eine Polymerisation des Precursors einsetzt.
[0029] Erfindungsgemäß wird nun das säurehaltige Passivierungsmittel mittels eines atmosphärischen
Plasmastrahls auf die zu passivierende Metalloberfläche, vorzugsweise die zu passivierende
Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere die zu passivierende
Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, aufgebracht,
wobei durch die Reaktion des säurehaltigen Passivierungsmittels mit der Metalloberfläche,
vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, ein
passivierendes Salz auf der Metalloberfläche abgeschieden wird. Dadurch werden mehrere
Vorteile erreicht.
[0030] Zum einen wird durch die Zuführung des Passivierungsmittels in den Plasmastrahl die
im Plasmastrahl enthaltene Anregungsenergie auf das Passivierungsmittel übertragen,
ohne dabei eine große Temperaturerhöhung des Passivierungsmittels zu bewirken.
[0031] Zum anderen wird das Passivierungsmittel durch die oftmals bereits rotierende Strömung
im Plasmastrahl gleichmäßig verwirbelt und somit beim Auftreffen auf der Metalloberfläche,
vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, gleichmäßig
verteilt. Die somit entstehende Verwirbelung führt zu einer nahezu vollständigen Benetzung
der Oberfläche auch in Vertiefungen und Hinterschneidungen, auch wenn diese kleine
Abmessungen aufweisen. Die Verwirbelung des Plasmastrahls und des darin transportierten
Passivierungsmittels führt zudem dazu, dass nicht auf der Oberfläche verbleibendes
Passivierungsmittel gleich wieder abtransportiert wird und keine Nachbearbeitung oder
Reinigung notwendig ist.
[0032] Darüber hinaus bewirkt die Anwendung des Plasmastrahls auf der Oberfläche einen Reinigungseffekt,
so dass bei nicht zu stark verschmutzten Oberflächen keine Vorreinigung erfolgen muss,
bevor das Passivierungsmittel aufgebracht wird. Nur bei stärker verschmutzten Oberflächen,
die nicht ausreichend durch den Plasmastrahl gereinigt werden können, ist eine separate
Vorreinigung erforderlich. Die Anzahl der Arbeitsschritte ist also im Vergleich zum
nasschemischen Verfahren deutlich reduziert und in einer Vielzahl von Anwendung reicht
ein Verfahrensschritt für die Passivierung der Metalloberfläche, vorzugsweise der
Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche
eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, aus.
[0033] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch die Beaufschlagung der Metalloberfläche,
vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, mit
dem Plasmastrahls keine Verschmutzung der Metalloberfläche, vorzugsweise der Metalloberfläche
eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche eines
Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, auftritt, wie beispielsweise beim
aus dem Stand der Technik bekannten nasschemischen Verfahren durch vorhergehende Tauchbader
oder Ähnliches.
[0034] Im Rahmen der Erfindung hat sich also überraschender Weise gezeigt, dass das Aufbringen
eines Passivierungsmittels mittels eines atmosphärischen Plasmastrahls auf eine Metalloberfläche,
vorzugsweise auf eine Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts,
insbesondere auf eine Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine,
eine effektive Alternative zu dem bekannten nasschemischen Verfahren darstellt.
[0035] In bevorzugter Weise kann einerseits als Passivierungsmittel eine wässrige Phosphorsäure
eingesetzt und Metallphosphat auf der Metalloberfläche, vorzugsweise auf der Metalloberfläche
eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere auf der Metalloberfläche eines
Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, abgeschieden werden. Andererseits
kann als Passivierungsmittel eine Chromsäure eingesetzt und Metallchromat auf der
Metalloberfläche, vorzugsweise auf der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines
Haushaltsgeräts, insbesondere auf der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine,
abgeschieden werden. Ferner können auch Zitronensäure oder Salpetersäure als Passivierungsmittel
eingesetzt werden. In allen Fällen kommt es zu der oben beschriebenen Verbindung zwischen
Säureanionen und Metallkationen und zur Ausbildung des jeweiligen Metallsalzes, also
Phosphat, Chromat, Citrat oder Salpetersalz. Bei diesem Verfahren kommen hauptsächlich
zwei positive Effekte zusammen.
[0036] Zum einen wird das Säureanion der Phosphorsäure, der Chromsäure, der Zitronensäure
oder der Salpetersäure durch den Plasmastrahl selber angeregt und in einen reaktiven
Zustand versetzt, ohne dass dabei eine zu stark erhöhte Temperatur des Säureanteils
des Plasmastrahls zu induzieren. Zum anderen wird die Metalloberfläche, vorzugsweise
die Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere die Metalloberfläche
eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, selbst durch den Plasmastrahl
aktiviert, wodurch die Reaktivität der Metalloberfläche, vorzugsweise der Metalloberfläche
eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche eines
Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, erhöht wird und die erforderlichen
Metallkationen während der chemischen Reaktion mit den Säureanionen leichter erzeugt
werden. Somit kommt es im Auftreffbereich des Plasmastrahls auf der Metalloberfläche,
vorzugsweise auf der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
auf der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine,
zu der gewünschten Reaktion und Abscheidung des Metallsalzes.
[0037] Die Reaktivität der Säureanionen kann insbesondere auch durch eine entsprechende
Veränderung der Parameter der Plasmaerzeugung eingestellt werden. Durch eine geeignete
Wahl an Parametern kann die Behandlungszeit durch den Plasmastrahl verringert werden.
Die so erzielten Behandlungszeiten liegen deutlich unterhalb der bei nasschemischen
Verfahren erforderlichen Behandlungszeiten.
[0038] Das dem Plasmastrahl zugeführte säurehaltige Passivierungsmittel, also die wässrige
Säurelösung kann Metallionen aufweisen oder nicht. Eine Chromatierung kann man beispielsweise
mit Schwefelsäure und Natriumchromat durchführen. Die dabei entstehende Chromsäure
reagiert dann mit der Oberfläche. Bei Einsatz von Phosphorsäure als Passivierungsmittel
enthalt diese dagegen keine Metallionen. Die Reaktion der Säure mit der Oberfläche
führt dann zum Beispiel zu einem Metallchromat einem Metallphosphat.
[0039] Welche genauen chemischen und physikalischen Vorgänge bei der Beaufschlagung des
Plasmastrahls mit einem Passivierungsmittel ablaufen, ist noch nicht im Detail festgestellt
worden. Jedenfalls hat sich Überraschender Weise herausgestellt, dass die durch die
zuvor beschriebenen Verfahren beaufschlagten Metalloberflächen, vorzugsweise Metalloberflächen
eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere Metalloberflächen eines Wandungsteils
einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, eine für eine industrielle Fertigung ausreichende
Passivierung erfahren haben.
[0040] Der nachfolgend beschriebene Ansatz ist daher vorläufig. Beim erfindungsgemäßen Verfahren
wird die Säure vor dem Aufbringen im Plasma angeregt und reagiert dadurch wesentlich
schneller mit der Oberfläche. Auch die bereits beschriebene gleichzeitig stattfindende
Reinigung und Aktivierung der Oberfläche wirkt sich positiv auf die Reaktionsgeschwindigkeit
aus.
[0041] Die klassische nasschemische Chromatierung besteht gewöhnlich aus zwei wesentlichen
Schritten. Zunächst wird die Oxidschicht (Aluminiumhydroxid) mit Natronlauge vollständig
entfernt. Nach Spulen mit Wasser wird anschließend sofort chromatiert. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren unter Einsatz des Plasmas kann die Entfernung der Oxidschicht entfallen.
Die weitere Passivierung des Materials erfolgt daher direkt auf der Oxidschicht.
[0042] Wie oben bereits ausgeführt worden ist, kann die Phosphatierung insbesondere auf
Stahl und Edelstahl sowie auf verzinkten oder cadmierten Stahlen und Aluminium durchgeführt
werden. Dagegen kann die Chromatierung insbesondere auf Aluminium, Magnesium, Silber,
Cadmium und Zink angewendet werden.
[0043] Ein weiterer Vorteil des zuvor beschriebenen Verfahrens liegt darin, dass die Anwendung
der Passivierung, beispielsweise mittels Phosphatierung, gezielt auf bestimmte Oberflächenbereiche
angewendet werden kann. Ein Beispiel stellen hier Schweißnähte zwischen aneinandergefügten
Edelstahlblechen dar, die üblicherweise für Trommeln und Innenauskleidungen von Waschmaschinen
oder Geschirrspulmaschinen verwendet werden. Da die Edelstahlbleche an sich bereits
ausreichend gegen Korrosion geschützt sind, die Schweißnähte allerdings aufgrund der
Gefügeänderungen innerhalb des Metalls nicht mehr ausreichend korrosionsbeständig
sind, besteht an sich nur im Bereich der Schweißnähte die Notwendigkeit einer nachträglichen
Passivierung. Somit wird in bevorzugter Weise das zuvor beschriebene Verfahren so
durchgeführt, dass zumindest die Schweißnaht zwischen zwei Metalloberflächen, vorzugsweise
zwischen zwei Metalloberflächen eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
zwischen zwei Metalloberflächen eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine,
mit dem Plasmastrahl beaufschlagt wird.
[0044] Vorzugsweise kann die Metalloberfläche, vorzugsweise die Metalloberfläche eines Wandungsteils
eines Haushaltsgeräts, insbesondere die Metalloberfläche eines Wandungsteils einer
Haushaltsgeschirrspülmaschine, während des Schweißens oder unmittelbar nach dem Schweißen
mit dem Plasmastrahl beaufschlagt werden. In diesem Fall kann die noch in der Schweißnaht
und dem angrenzenden Metall gespeicherte thermische Energie für eine erhöhte Reaktivität
der Metalloberfläche, vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines
Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine,
und somit für eine erhöhte Effektivität der Passivierung ausgenutzt werden. Des Weiteren
ist auch eine Anwendung des beschriebenen Verfahrens bei einer Schweißnaht im abgekühlten
Zustand möglich.
[0045] Neben der räumlich begrenzten Anwendung des Plasmastrahls beispielsweise auf einer
Schweißnaht kann das beschriebene Verfahren auch so durchgeführt werden, dass die
Beaufschlagung der Metalloberfläche, vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils
eines Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer
Haushaltsgeschirrspülmaschine, mit dem Passivierungsmittel zum Erzeugen einer Grundierung
für einen anschließenden Farbauftrag oder Lackierung durchgeführt wird. In diesem
Fall wird eine flächige, insbesondere vollflächige Behandlung der Metalloberfläche,
vorzugsweise der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere
der Metalloberfläche eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, durchgeführt.
Das nachfolgende Beschichten mit einer Farbe oder einem Lack fuhrt dann zu einer guten
Haftung und langlebigen Beschichtung. Für eine derartige Anwendung sind insbesondere
die oben beschriebenen rotierenden Plasmadüsen geeignet.
[0046] Das Passivierungsmittel kann in verschiedener Weise dem Plasmastrahl zugeführt werden.
Da die Erzeugung des Plasmastrahls aus einem Ström von Arbeitsgas unterschiedliche
Raumbereiche ausgehend vom Entladungsbereich, durch den Düsenbereich und den freien
Strahl außerhalb der Plasmaquelle durchlauft, kann das Passivierungsmittel in jedem
dieser Raumbereiche dem Plasmastrahl zugeführt werden.
[0047] Somit kann in bevorzugter Weise das Passivierungsmittel im Entladungsbereich dem
entstehenden Plasmastrahl zugeführt werden. In diesem Fall wird das Arbeitsgas zusammen
mit dem Passivierungsmittel mittels der elektrischen Entladung angeregt. Die Einwirkung
der Entladung auf das Passivierungsmittel ist somit sehr stark und es hängt von der
Art des Passivierungsmittels ab, ob dieses für die direkte Einwirkung der Entladung
geeignet ist.
[0048] Des Weiteren kann das Passivierungsmittel strömungsabwärts des Entladungsbereichs
dem entstandenen Plasmastrahl zugeführt werden. Einerseits kann das Passivierungsmittel
noch innerhalb der Plasmaquelle vor dem Austritt des Plasmastrahls aus der Plasmadüse
in den Ström des Plasmastrahls eingebracht werden. Andererseits kann das Passivierungsmittel
auch außerhalb der Plasmaquelle dem Plasmastrahl zugeführt werden. Im letzteren Fall
kommt das Passivierungsmittel nicht oder nur kaum mit der Plasmaquelle selbst in Kontakt,
so dass Einflusse durch den Säureanteil auf die Teile der Plasmaquelle minimiert werden
können.
[0049] Für eine bessere Verteilung des Passivierungsmittels kann dieses in vorteilhafter
Weise mittels eines Zerstäubers, insbesondere einer Zerstäuberdüse eingebracht werden.
Damit wird bereits beim Hinzufügen des Passivierungsmittels zum Arbeitsgas beziehungsweise
zum Plasmastrahl eine feine und gleichmäßige Verteilung erreicht, die sich positiv
bis hin zur Beaufschlagung des Plasmastrahls auf der Metalloberfläche, vorzugsweise
der Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere der Metalloberfläche
eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, auswirkt. Das Passivierungsmittel
kann aber auch in anderer Art dem Plasmastrahl hinzugefügt werden.
[0050] Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird erfindungsgemäß bei einem Haushaltsgerät,
insbesondere bei einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, bei einer Haushaltswaschmaschine,
bei einem Haushaltstrockner oder dergleichen, wenigstens umfassend ein Wandungsteil,
welches zumindest teilweise aus weitgehend korrosionsbeständigem Metall, insbesondere
weitgehend rostfreiem Stahl besteht, dadurch gelöst, dass wenigstens eine Metalloberfläche
eines Wandungsteils zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere
vollständig, mit einem passivierenden Salz versehen ist, wobei das passivierende Salz
ein Produkt einer Reaktion eines mittels eines Plasmastrahls auf die Metalloberfläche
des Wandungsteils aufgebrachten und säurehaltigen Passivierungsmittels mit der Metalloberfläche
des Wandungsteils ist.
[0051] Es ergeben sich hierbei auch die zuvor genannten erfindungsgemäßen Vorteile. Insbesondere
ist also erkannt worden, dass das Aufbringen des Passivierungsmittels mittels eines
atmosphärischen Plasmastrahls viele Synergieeffekte ausnutzt.
[0052] Im Hinblick auf günstige fertigungstechnische und/oder konstruktive Eigenschaften
kann es vorteilhaft sein, wenn mindestens zwei der Wandungsteile zumindest bereichsweise,
vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, mittels einer Schweißverbindung,
insbesondere einer Schweißnaht miteinander verbunden sind und wenn die Schweißverbindung,
insbesondere die Schweißnaht, die mindestens zwei der Wandungsteile zumindest bereichsweise,
vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, miteinander verbindet, zumindest
bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, mit einem passivierenden
Salz versehen ist. Die Oberfläche der Schweißverbindung, insbesondere der Schweißnaht
wird hierbei also vereinfacht und effektiv passiviert. Die bereits erläuterte Verwirbelung
des Plasmastrahls führt zu einer nahezu vollständigen Benetzung der Oberfläche auch
in Vertiefungen und Hinterschneidungen, auch wenn diese kleine Abmessungen aufweisen.
Die Verwirbelung des Plasmastrahls und des darin transportierten Passivierungsmittels
führt überdies dazu, dass nicht auf der Oberfläche der Schweißverbindung, insbesondere
der Schweißnaht verbleibendes Passivierungsmittel gleich wieder abtransportiert wird
und keine Nachbearbeitung oder Reinigung der Schweißverbindung, insbesondere der Schweißnaht
notwendig ist.
[0053] Damit die Passivierung der Schweißverbindung, insbesondere der Schweißnaht wirksam
und effektiv gestaltet werden kann, ist sie, die mindestens zwei der Wandungsteile
zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, miteinander
verbindet, zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig,
bevorzugt auch in einem beiderseitigen Bereich mit einer jeweiligen Bereichsbreite
von mindestens 3 mm, vorzugsweise von mindestens 5 mm, insbesondere von mindestens
10 mm, mit einem passivierenden Salz versehen.
[0054] Weiterhin ist das wenigstens eine Wandungsteil, welches zumindest teilweise aus weitgehend
korrosionsbeständigem Metall, insbesondere weitgehend rostfreiem Stahl besteht, bevorzugt
ein Teil einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, die zumindest folgende Bauteile und/oder
Baugruppen umfasst: einen Spülbehälter zur Aufnahme von Spülgut, Mittel zur Beaufschlagung
des Spülguts mit Spülflüssigkeit, eine wenigstens teilweise aus weitgehend korrosionsbeständigem
Metall, insbesondere weitgehend rostfreiem Stahl bestehende Behälterhaube als oberer
Teil des Spülbehälters mit zwei Seitenwänden, einer Deckwand und einer Rückwand, eine
Spülwanne als Bodenwand des Spülbehälters, eine mit einer Tür verschließbare Einfüllöffnung
für Spülgut an dem Spülbehälter, und ein Rahmenteil mit Dichtfunktion für Spülflüssigkeit
an dem vorderseitigen Ende der Behälterhaube. Aufgrund der erfindungsgemäßen Passivierung
kann der bisherige Herstellungsprozess einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, insbesondere
der mindestens eine Schweißprozess an einer Haushaltsgeschirrspülmaschine deutlich
verbessert werden, sowohl in technologischer als auch in finanzieller Sicht, beispielsweise
aufgrund einer Erniedrigung der Investitions- und/oder Betriebskosten und einer Verkürzung
der Fertigungszeiten.
[0055] Das Passivierungsmittel kann einerseits wiederum eine gegebenenfalls verdünnte Phosphorsäure
beinhalten, so dass das auf einer Metalloberfläche abgeschiedene und passivierende
Salz Metallphosphat umfasst. Andererseits kann das Passivierungsmittel eine gegebenenfalls
verdünnte Chromsäure beinhalten, so dass das auf einer Metalloberfläche abgeschiedene
und passivierende Salz Metallchromat umfasst. In beiden Fällen kommt es zu der oben
beschriebenen Verbindung zwischen Säureanionen und Metallkationen und zur Ausbildung
des jeweiligen Metallsalzes als Phosphat beziehungsweise als Chromat.
[0056] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert,
wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird.
[0057] In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Passivierung
einer Oberfläche, bei der ein Passivierungsmittel in einem Bereich der Düsenöffnung
in den Plasmastrahl eingebracht wird;
- Fig. 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Passivierung
einer Oberfläche, bei der ein Passivierungsmittel in einem Bereich des Entladungsvolumens
in den Plasmastrahl eingebracht wird;
- Fig. 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Passivierung
einer Oberfläche, bei der ein Passivierungsmittel in einem Bereich vor der Düsenöffnung
in den Plasmastrahl eingebracht wird;
- Fig. 4
- eine schematische Perspektivdarstellung eines Spülbehälters einer frontseitig bestückbaren
und erfindungsgemäßen Haushaltsgeschirrspülmaschine bei abgenommener Rückwand; und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer passivierten Schweißverbindung, deren Oberfläche
mittels einer in Fig. 1 dargestellten und erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Passivierung
einer Oberfläche behandelt wurde.
[0058] Im Folgenden wird die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand von drei
Ausführungsbeispielen erläutert, die sich dahingehend unterscheiden, in welchem Bereich
der Plasmadüse das säurehaltige Passivierungsmittel zugeführt wird. Daher bezeichnen
gleiche Bezugszeichen gleiche Elemente bei den verschiedenen Ausführungsformen.
[0059] Die Fig. 1 zeigt eine Plasmaquelle 2 sowie eine Zuführvorrichtung 3. Die Plasmaquelle
2 weist ein Düsenrohr 4 aus Metall auf, das sich konisch zu einer Düsenöffnung 6 verjüngt.
Am der Düsenöffnung 6 entgegengesetzten Ende weist das Düsenrohr 4 eine Dralleinrichtung
8 mit einem Einlass 10 für ein Arbeitsgas auf, beispielsweise für Luft oder Stickstoffgas.
Eine Zwischenwand 12 der Dralleinrichtung 8 weist einen Kranz von schräg in Umfangsrichtung
angestellten Bohrungen 14 auf, durch die das Arbeitsgas verdrallt wird. Der stromabwärtige,
konisch verjüngte Teil des Düsenrohrs 4 wird deshalb von dem Arbeitsgas in der Form
eines Wirbels 16 durchströmt, dessen Kern auf der Längsachse des Düsenrohrs 4 verläuft.
[0060] An der Unterseite der Zwischenwand 12 ist mittig eine Elektrode 18 angeordnet, die
koaxial in Richtung des verjüngten Abschnitts in das Düsenrohr 4 hineinragt. Die Elektrode
18 ist elektrisch mit der Zwischenwand 12 und den übrigen Teilen der Dralleinrichtung
8 verbunden. Die Dralleinrichtung 8 ist durch ein Keramikrohr 20 elektrisch isoliert.
An die Elektrode 18 wird eine hochfrequente Hochspannung angelegt, die von einem Transformator
22 erzeugt wird. Der Einlass 10 ist über einen nicht gezeigten Schlauch mit einer
unter Druck stehenden Arbeitsgasquelle mit variablem Durchsatz verbunden. Das Düsenrohr
4 ist geerdet. Durch die angelegte Spannung wird eine Hochfrequenzentladung in der
Form eines Lichtbogens 24 zwischen der Elektrode 18 und dem Düsenrohr 4 erzeugt. Der
Begriff "Lichtbogen" wird hier als phanomenologische Beschreibung der Entladung verwendet,
da die Entladung in Form eines Lichtbogens auftritt. Der Begriff "Lichtbogen" wird
auch als Entladungsform bei Gleichspannungsentladungen mit im Wesentlichen konstanten
Spannungswerten verwendet.
[0061] Aufgrund der drallförmigen Strömung des Arbeitsgases wird dieser Lichtbogen 24 in
einem Wirbelkern auf der Achse des Düsenrohrs 4 kanalisiert, so dass er sich erst
im Bereich der Düsenöffnung 6 zur Wand des Düsenrohrs 4 verzweigt. Das Arbeitsgas,
das im Bereich des Wirbelkerns und damit in unmittelbarer Nähe des Lichtbogens 24
mit hoher Strömungsgeschwindigkeit rotiert, kommt mit dem Lichtbogen 24 in innige
Berührung und wird dadurch zum Teil in den Plasmazustand überführt, so dass ein atmosphärischer
Plasmastrahl 26 durch die Düsenöffnung 6 aus der Plasmaquelle 2 austritt.
[0062] Die Zuführvorrichtung 3 weist ein Mischrohr 28 auf, dessen Wand an einer Stelle eine
Öffnung 30 aufweist, in die passgenau ein Zerstäuber 32 eingelassen ist. An den Zerstäuber
32 ist eine Zufuhr 34 für das Zuführen des Passivierungsmittels 120 angeschlossen,
durch die das Passivierungsmittel 120 in den Zerstäuber 32 gelangt und dort zu einem
feinen Nebel zerstäubt wird.
[0063] Das aus dem Zerstäuber 32 austretende Passivierungsmittel 120 gelangt unmittelbar
in den Plasmastrahl 26 und wird mit diesem in Richtung einer Metalloberfläche A, vorzugsweise
einer Metalloberfläche A eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts 100, insbesondere
einer Metalloberfläche A eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine 100
(siehe auch Fig. 4 und Fig. 5), mitgerissen. Auf der Metalloberfläche A trifft dann
das Passivierungsmittel 120 in der oben beschriebenen Weise auf, so dass sich eine
Passivierungsschicht B ausbildet. Wenn als Passivierungsmittel 120 beispielsweise
Phosphorsäure verwendet wird, dann bildet sich in der Passivierungsschicht B eine
Metallphosphatschicht aus.
[0064] Die Dicke der Passivierungsschicht B kann unterschiedlich ausfallen und hängt von
den Betriebsparametern ab. Unter anderem hängt die Dicke der Passivierungsschicht
B von der Menge des in den Plasmastrahl 26 eingebrachten Passivierungsmittels 120
ab. Im Fall von verdünnter Phosphorsäure hat sich ein Wert von zirka 50 g/h als Auftragungsrate
als günstig herausgestellt.
[0065] Die Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Passivierung
einer Oberfläche. Die Vorrichtung weist eine zuvor anhand von Fig. 1 beschriebene
Plasmaquelle 2 zum Erzeugen eines Plasmastrahls 26 auf sowie eine Zuführvorrichtung
3.1 mit eines Zerstäubers 32.1 im konisch zulaufenden Bereich des Düsenrohrs 4. In
diesem Fall wird also das Passivierungsmittel 120 in den Bereich der Plasmaquelle
2 eingebracht, in dem die Bogenentladung gezündet und betrieben wird. Auch hier weist
die Wand des Düsenrohrs 4 an einer Stelle eine Öffnung 30.1 auf, in die passgenau
der Zerstäuber 32.1 eingelassen ist. An den Zerstäuber 32.1 ist eine Zufuhr 34.1 für
das Zuführen des Passivierungsmittels 120 angeschlossen, durch die das Passivierungsmittel
120 in den Zerstäuber 32.1 gelangt und dort zu einem feinen Nebel zerstäubt wird.
[0066] Das aus dem Zerstäuber 32 austretende Passivierungsmittel 120 gelangt unmittelbar
in den Plasmastrahl 26 und wird mit diesem in Richtung einer Metalloberfläche A, vorzugsweise
einer Metalloberfläche A eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts 100, insbesondere
einer Metalloberfläche A eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine 100
(siehe auch Fig. 4 und 5), mitgerissen.
[0067] Die Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Plasma-Passivierung
einer Metalloberfläche A. Die Vorrichtung weist eine zuvor anhand von Fig. 1 und 2
beschriebene Plasmaquelle 2 zum Erzeugen eines Plasmastrahls 26 auf sowie einen stromabwärts
der Düsenöffnung 6 angeordneten Zerstäuber 32.2 An den Zerstäuber 32.2 ist eine Zufuhr
34.2 angeschlossen, durch die das Passivierungsmittel 120 in den Zerstäuber 32.2 gelangt
und dort zerstäubt wird. Das aus dem Zerstäuber 32.2 austretende Passivierungsmittel
120 gelangt in den in der Plasmaquelle 2 erzeugten und aus der Düsenöffnung 6 austretenden
Plasmastrahl 26 und wird mit dem Plasmastrahl 26
in Richtung einer Metalloberfläche A, vorzugsweise einer Metalloberfläche A eines
Wandungsteils eines Haushaltsgeräts 100, insbesondere einer Metalloberfläche A eines
Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine 100 (siehe auch Fig. 4 und 5), weitertransportiert.
[0068] In den beschriebenen Fig. 1 bis 3 wird die Plasmaquelle 2 jeweils von rechts nach
links über die Metalloberfläche A bewegt, so dass in der Breite der Behandlungsbreite
des Plasmastrahls 26 eine Passivierungsspur auf der Metalloberfläche A entsteht. Die
Passivierungsspur kann dazu genutzt werden, eine Schweißverbindung 122, insbesondere
eine Schweißnaht zu passivieren (siehe Fig. 5). Die Passivierungsspur kann auch für
eine flächige Passivierung einer Metalloberfläche A eingesetzt werden, wenn die Plasmaquelle
2 gegebenenfalls systematisch über die gesamte zu passivierende Metalloberfläche A
bewegt wird.
[0069] Die Fig. 4 zeigt eine schematische Perspektivdarstellung eines Spülbehälters 102
einer frontseitig bestückbaren und erfindungsgemäßen Haushaltsgeschirrspülmaschine
100. Die gezeigte Haushaltsgeschirrspülmaschine ist lediglich ein Beispiel für ein
Haushaltsgerät 100, welches auch eine Haushaltswaschmaschine, ein Haushaltstrockner,
ein Haushaltswaschtrockner, ein Mikrowellengerät, ein Sterilizer oder dergleichen
sein könnte.
[0070] Die gezeigte Haushaltsgeschirrspülmaschine 100 umfasst den Spülbehälter 102 zur Aufnahme
von Spülgut und dem Fachmann bekannte, jedoch der Übersicht halber nicht dargestellte
Mittel zur Beaufschlagung des Spülguts mit Spülflüssigkeit, wie beispielsweise Sprüharme
und Sprühdüsen. Weiterhin umfasst sie eine wenigstens teilweise aus weitgehend korrosionsbeständigem
Metall, insbesondere weitgehend rostfreiem Stahl bestehende Behälterhaube 104 als
oberer Teil des Spülbehälters 102 mit zwei Seitenwänden 106.L, 106.R, einer Deckwand
108 und einer abgenommenen Rückwand 110. Ferner umfasst sich auch eine Spülwanne 112
als Bodenwand 114 des Spülbehälters 102, eine dem Fachmann bekannte, jedoch der Übersicht
halber nicht dargestellte mit einer Tür verschließbare Einfüllöffnung für Spülgut
an dem Spülbehälter 102 und ein dem Fachmann bekanntes, jedoch der Übersicht halber
nicht dargestelltes Rahmenteil mit Dichtfunktion für Spülflüssigkeit an dem vorderseitigen
Ende der Behälterhaube 104.
[0071] Die beiden Seitenwände 106.L, 106.R, die Deckwand 108 und die Rückwand 110 bilden
als jeweiliges Wandungsteil 116 den oberen Teil des Spülbehälters 102 und bestehen,
wie bereits erwähnt, zumindest teilweise aus weitgehend korrosionsbeständigem Metall,
insbesondere weitgehend rostfreiem Stahl.
[0072] Es ist nun eine Metalloberfläche 116.0 eines Wandungsteils 116 zumindest bereichsweise,
vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, mit einem passivierenden Salz
118 versehen, wobei das passivierende Salz 118 ein Produkt einer Reaktion eines mittels
eines Plasmastrahls 26 (siehe Fig. 1 bis 3) auf die Metalloberfläche 116.0 aufgebrachten
und säurehaltigen Passivierungsmittels 120 (siehe Fig. 1 bis 3) mit der Metalloberfläche
116.0 ist. Das passivierende Salz 118 bildet dann eine Passivierungsschicht B (siehe
Fig. 1 bis 3) aus.
[0073] Überdies sind die beiden Seitenwände 106.L, 106.R des oberen Teils des Spülbehälters
102 mit jeweils einer Schweißverbindung 122, insbesondere einer Schweißnaht versehen.
Die jeweilige Schweißverbindung 122 verläuft horizontal entlang der entsprechenden
Seitenwand 106.L, 106.R, welche sie optional zumindest bereichsweise, vorzugsweise
überwiegend, insbesondere vollständig, miteinander verbindet/miteinander verbinden
kann, und welche zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig,
mit einem passivierenden Salz 118 versehen sein kann. Die angedeuteten Schweißverbindungen
122 weisen lediglich einen exemplarischen Charakter auf; sie können im Grunde an jeder
Stelle des Spülbehälters 102, insbesondere der Behälterhaube 104 vorgesehen sein.
[0074] Und die Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung einer passivierten Schweißverbindung
122, insbesondere einer passivierten Schweißnaht, deren Oberfläche 122.0 mittels einer
in Fig. 1 dargestellten und erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Passivierung einer Metalloberfläche
A behandelt wurde (siehe Fig. 1 bis 3).
[0075] Es sind also zwei der Wandungsteile 116.1, 116.2, insbesondere der genannten Wandungsteile
einer Haushaltsgeschirrspülmaschine 100 zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend,
insbesondere vollständig, mittels einer Schweißverbindung 122 miteinander verbunden.
Die Schweißverbindung 122, die die zwei Wandungsteile 116.1, 116.2 zumindest bereichsweise,
vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig miteinander verbindet, ist dann
zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, mit einem
passivierenden Salz 118 versehen. Das passivierende Salz 118 bildet dann eine Passivierungsschicht
B aus.
[0076] Die gezeigte Schweißverbindung 122, die die beiden Wandungsteile 116.1, 116.2 zumindest
bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, miteinander verbindet,
ist zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, auch
in einem beiderseitigen Bereich 122.1, 122.2 mit einer jeweiligen Bereichsbreite 122.B1,
122.B2 von mindestens 3 mm, vorzugsweise von mindestens 5 mm, insbesondere von mindestens
10 mm, mit einem passivierenden Salz 118 versehen. Der beiderseitige Bereich 122.1,
122.2 erstreckt sich vorzugsweise spiegelbildlich zu der Schweißverbindung 122, insbesondere
zu deren Mittellinie 122.M.
[0077] Die Plasmaquelle 2 wird in Tiefenrichtung T (Pfeil) über die Metalloberfläche A bewegt,
so dass in der Tiefe des Plasmastrahls 26 eine Passivierungsspur auf der Metalloberfläche
A entsteht.
[0078] Das in den Fig. verwendete Passivierungsmittel 120 beinhaltet eine gegebenenfalls
verdünnte Phosphorsäure und das auf einer Metalloberfläche abgeschiedene und passivierende
Salz umfasst Metallphosphat. Alternativ kann das Passivierungsmittel 120 eine gegebenenfalls
verdünnte Chromsäure, Zitronensäure oder Salpetersäure beinhalten und das auf einer
Metalloberfläche abgeschiedene und passivierende Salz kann Metallchromat, Metallcitrat
oder Metallsalpetersalz umfassen.
[0079] Die vorstehend erläuterten und/oder in abhängigen Ansprüchen wiedergegebenen Aus-
und Weiterbildungen der Erfindung können, außer in Fällen eindeutiger Abhängigkeiten
oder Unvereinbarkeiten, einzeln oder auch in beliebiger Kombination miteinander zur
Anwendung kommen.
[0080] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die Erfindung ein aus dem Stand der
Technik bekanntes Verfahren zum Passivieren einer Metalloberfläche, vorzugsweise einer
Metalloberfläche eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere einer Metalloberfläche
eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, derart weitergebildet sich,
dass es eine vereinfachte und effektivere Ausgestaltung besitzt.
Bezugszeichenliste
| 2 |
Plasmaquelle |
| 3 |
Zuführvorrichtung |
| 3.1 |
Zuführvorrichtung |
| 4 |
Düsenrohr |
| 6 |
Düsenöffnung |
| 8 |
Dralleinrichtung |
| 10 |
Einlass |
| 12 |
Zwischenwand |
| 14 |
Bohrung |
| 16 |
Wirbel |
| 18 |
Elektrode |
| 20 |
Keramikrohr |
| 22 |
Transformator |
| 24 |
Lichtbogen |
| 26 |
Plasmastrahl |
| 28 |
Mischrohr |
| 30 |
Öffnung |
| 30.1 |
Öffnung |
| 32 |
Zerstäuber |
| 32.1 |
Zerstäuber |
| 32.2 |
Zerstäuber |
| 34 |
Zufuhr |
| 34.1 |
Zufuhr |
| 34.2 |
Zufuhr |
| |
|
| 100 |
Haushaltsgerät; Haushaltsgeschirrspülmaschine |
| 102 |
Spülbehälter |
| 104 |
Behälterhaube |
| 106.L |
Seitenwand |
| 106.R |
Seitenwand |
| 108 |
Deckwand |
| 110 |
Rückwand |
| 112 |
Spülwanne |
| 114 |
Bodenwand |
| 116 |
Wandungsteil |
| 116.1 |
Wandungsteil |
| 116.2 |
Wandungsteil |
| 116.0 |
Metalloberfläche |
| 118 |
Passivierendes Salz |
| 120 |
Passivierungsmittel |
| 122 |
Schweißverbindung |
| 122.1 |
Bereich |
| 122.B1 |
Bereichsbreite |
| 122.2 |
Bereich |
| 122.B2 |
Bereichsbreite |
| 122.M |
Mittellinie |
| 122.0 |
Oberfläche |
| |
|
| A |
Metalloberfläche |
| B |
Passivierungsschicht |
| T |
Tiefenrichtung (Pfeil) |
1. Verfahren zum Passivieren einer Metalloberfläche (A), vorzugsweise einer Metalloberfläche
(A) eines Wandungsteils eines Haushaltsgeräts, insbesondere einer Metalloberfläche
(A) eines Wandungsteils einer Haushaltsgeschirrspülmaschine, bei dem ein atmosphärischer
Plasmastrahl (26) durch elektrische Entladung in einem Arbeitsgas erzeugt wird, bei
dem ein säurehaltiges Passivierungsmittel (120) in den Plasmastrahl (26) eingebracht
wird, bei dem der das Passivierungsmittel (120) beinhaltende Plasmastrahl (26) auf
die Metalloberfläche (A), vorzugsweise auf die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils
(116; 116.1, 116.2) des Haushaltsgeräts (100), insbesondere auf die Metalloberfläche
(A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) der Haushaltsgeschirrspülmaschine (100),
aufgebracht wird und bei dem durch die Reaktion des säurehaltigen Passivierungsmittels
(120) mit der Metalloberfläche (A), vorzugsweise mit der Metalloberfläche (A) des
Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) des Haushaltsgeräts (100), insbesondere mit der
Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) der Haushaltsgeschirrspülmaschine
(100), ein passivierendes Salz (118) auf der Metalloberfläche (A), vorzugsweise auf
der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) des Haushaltsgeräts
(100), insbesondere auf der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2)
der Haushaltsgeschirrspülmaschine (100), abgeschieden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem als Passivierungsmittel (120) eine gegebenenfalls
verdünnte Phosphorsäure eingesetzt wird und Metallphosphat auf der Metalloberfläche
(A), vorzugsweise auf der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2)
des Haushaltsgeräts (100), insbesondere auf der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils
(116; 116.1, 116.2) der Haushaltsgeschirrspülmaschine (100), abgeschieden wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem als Passivierungsmittel (120) eine gegebenenfalls
verdünnte Chromsäure eingesetzt wird und Metallchromat auf der Metalloberfläche (A),
vorzugsweise auf der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) des
Haushaltsgeräts (100), insbesondere auf der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils
(116; 116.1, 116.2) der Haushaltsgeschirrspülmaschine (100), abgeschieden wird.
4. Verfahren nach einem der Anspruche 1 bis 3, bei dem die Metalloberfläche (A), vorzugsweise
die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) des Haushaltsgeräts
(100), insbesondere die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2)
der Haushaltsgeschirrspülmaschine (100), eine Schweißverbindung (122), insbesondere
eine Schweißnaht aufweist und zumindest die Schweißverbindung (122), insbesondere
die Schweißnaht mit dem Plasmastrahl (26) beaufschlagt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die Metalloberfläche (A), vorzugsweise die Metalloberfläche
(A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) des Haushaltsgeräts (100), insbesondere
die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) der Haushaltsgeschirrspülmaschine
(100), während des Schweißens oder unmittelbar nach dem Schweißen mit dem Plasmastrahl
(26) beaufschlagt wird.
6. Verfahren nach einem der Anspruche 1 bis 3, bei dem die Beaufschlagung der Metalloberfläche
(A), vorzugsweise die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) des
Haushaltsgeräts (100), insbesondere die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116;
116.1, 116.2) der Haushaltsgeschirrspülmaschine (100), mit dem Passivierungsmittel
(120) zum Erzeugen einer Grundierung für einen anschließenden Farbauftrag oder Lackierung
durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Anspruche 1 bis 6, bei dem das Passivierungsmittel (120)
im Entladungsbereich dem entstehenden Plasmastrahl (26) zugeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Anspruche 1 bis 6, bei dem das Passivierungsmittel (12) strömungsabwärts
des Entladungsbereiches dem entstandenen Plasmastrahl (26) zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, bei dem das Passivierungsmittel (120) mittels eines
Zerstäubers (32; 32.1; 32.2), insbesondere einer Zerstäuberdüse eingebracht wird.
10. Haushaltsgerät (100), insbesondere Haushaltsgeschirrspülmaschine, Haushaltswaschmaschine,
Haushaltstrockner oder dergleichen, umfassend wenigstens ein Wandungsteil (116; 116.1,
116.2), welches zumindest teilweise aus weitgehend korrosionsbeständigem Metall, insbesondere
weitgehend rostfreiem Stahl besteht,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Metalloberfläche (A) eines Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) zumindest
bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, mit einem passivierenden
Salz (118) versehen ist, wobei das passivierende Salz (118) ein Produkt einer Reaktion
eines mittels eines Plasmastrahls (26) auf die Metalloberfläche (A) des Wandungsteils
(116; 116.1, 116.2) aufgebrachten und säurehaltigen Passivierungsmittels (120) mit
der Metalloberfläche (A) des Wandungsteils (116; 116.1, 116.2) ist.
11. Haushaltsgerät (100) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei der Wandungsteile (116.1, 116.2) zumindest bereichsweise, vorzugsweise
überwiegend, insbesondere vollständig, mittels einer Schweißverbindung (122), insbesondere
einer Schweißnaht miteinander verbunden sind und dass die Schweißverbindung (122),
insbesondere die Schweißnaht, die mindestens zwei der Wandungsteile (116.1, 116.2)
zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, miteinander
verbindet, zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig,
mit einem passivierenden Salz (118) versehen ist.
12. Haushaltsgerät (100) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißverbindung (122), insbesondere die Schweißnaht, die mindestens zwei der
Wandungsteile (116.1, 116.2) zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere
vollständig, miteinander verbindet, zumindest bereichsweise, vorzugsweise überwiegend,
insbesondere vollständig, auch in einem beiderseitigen Bereich (122.1, 122.2) mit
einer jeweiligen Bereichsbreite (122.B1, 122.B2) von mindestens 3 mm, vorzugsweise
von mindestens 5 mm, insbesondere von mindestens 10 mm, mit einem passivierenden Salz
(118) versehen ist.
13. Haushaltsgerät (100) nach Anspruch 10, 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das wenigstens eine Wandungsteil (116; 116.1, 116.2), welches zumindest teilweise
aus weitgehend korrosionsbeständigem Metall, insbesondere weitgehend rostfreiem Stahl
besteht, ein Teil einer Haushaltsgeschirrspülmaschine (100) ist, die zumindest folgende
Bauteile und/oder Baugruppen umfasst: einen Spülbehälter (102) zur Aufnahme von Spülgut;
Mittel zur Beaufschlagung des Spülguts mit Spülflüssigkeit; eine wenigstens teilweise
aus weitgehend korrosionsbeständigem Metall, insbesondere weitgehend rostfreiem Stahl
bestehende Behälterhaube (104) als oberer Teil des Spülbehälters (102) mit zwei Seitenwänden
(106.L, 106.R), einer Deckwand (108) und einer Rückwand (110);
eine Spülwanne (112) als Bodenwand (114) des Spülbehälters (102); eine mit einer Tür
verschließbare Einfüllöffnung für Spülgut an dem Spülbehälter (102); und ein Rahmenteil
mit Dichtfunktion für Spülflüssigkeit an dem vorderseitigen Ende der Behälterhaube
(104).
14. Haushaltsgerät (100) nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Passivierungsmittel (120) eine gegebenenfalls verdünnte Phosphorsäure beinhaltet
und dass das auf einer Metalloberfläche (A) abgeschiedene und passivierende Salz Metallphosphat
umfasst.
15. Haushaltsgerät (100) nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Passivierungsmittel (120) eine gegebenenfalls verdünnte Chromsäure beinhaltet
und dass das auf einer Metalloberfläche (A) abgeschiedene und passivierende Salz Metallchromat
umfasst.