[0001] Die Erfindung geht aus von einem Walzenbezug, insbesondere zur Verwendung in Glättwerken
und Kalandern, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Die Verwendung von faserverstärkten und gefüllten Epoxydharzen für Kalanderbezüge
und andere abriebsbeständige Walzenbezüge zur Anwendung in der Papierindustrie und
ähnlichen Anwendungen ist bereits seit längerem Stand der Technik.
[0003] Beispielsweise ist aus der Patentschrift
EP 1 612 392 B1 bekannt, durch die Verwendung von Nanopartikeln auch in Kombination mit größeren
Partikeln bestimmte Eigenschaften des Walzenbezuges wie die Abriebsbeständigkeit und
das Druckmodul (beispielsweise bestimmt nach EN ISO 604:2003 Pkt. 3.6) an die jeweiligen
Anforderungen in der gewählten Walzenposition anzupassen und zu modellieren.
[0004] Die verwendeten Anteile an Füllstoffen sind immer ein Kompromiss zwischen den verschiedenen
Anforderungen an den Walzenbezug. Zum Erreichen einer möglichst hohen Abriebsbeständigkeit
und des gewünschten hohen Druckmoduls ist ein möglichst hoher Füllgrad wünschenswert.
[0005] Durch die sich im Gebrauch einstellende Oberflächenrauhigkeit ist jedoch insbesondere
die Menge an harten, abriebsbeständigen Füllstoffen in einer Korngröße > 0,5 µm begrenzt,
da sonst eine zu raue Oberfläche entsteht, die die gewünschte Glättung des Papiers
negativ beeinflusst.
[0006] Dies ist insbesondere bei Anwendungen, die besonders hohe Anforderungen an Glanz
und/oder Glätte des Papiers stellen, ein limitierender Faktor.
[0007] Des Weiteren führt ein steigender Füllstoffgehalt ab gewissen Grenzen zu einer zunehmenden
Versprödung des Materials und damit steigendem Risiko massiver Beschädigungen bei
punktueller Überlastung oder bei auftretenden thermischen Spannungen.
[0008] Es ist dementsprechend Aufgabe der Erfindung, die bekannten Nachteile des Standes
der Technik zu beheben und einen Walzenbezug anzugeben, der sowohl einen hohen Druckmodul
als auch gute Abriebsbeständigkeit bei gleichzeitig sehr geringer Oberflächenrauhigkeit
im Betrieb und möglichst geringer Sprödigkeit zeigt.
[0009] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 in Verbindung
mit den gattungsbildenden Merkmalen gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass einerseits zumindest drei Füllstoffe vorhanden
sind, welche jeweils unterschiedliche mittlere Korngrößen aufweisen, und dass andererseits
der Walzenbezug nach einer Einlaufphase eine Gleichgewichts-Oberflächenrauhigkeit
kleiner als 0,25 µm Ra aufweist.
[0011] Durch die zumindest dreifache Kombination von verschiedenen mineralischen Füllstoffen
oder synthetisch hergestellten Hartstoffen mit unterschiedlichen mittleren Korngrößen
wird eine hohe Abriebsbeständigkeit bei gleichzeitig sehr geringer Oberflächenrauhigkeit
im Einsatz und hoher mechanischer und thermischer Beständigkeit erzielt. Die geforderte
Oberflächenrauhigkeit sorgt ihrerseits für ein hervorragendes Glättungsergebnis am
Endprodukt.
[0012] Weitere vorteilhafte Aspekte und Ausführungsformen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0013] Von Vorteil ist, wenn die Oberflächenrauhigkeit im Einsatz weniger als 15 µm Ra beträgt,
so dass das Glanz- und Glätteergebnis am Endprodukt verbessert werden kann.
[0014] Vorteilhafterweise kann ein erster Füllstoff eine mittlere Korngröße im Bereich von
1 bis 100 nm, bevorzugt von 10 bis 30 nm aufweisen. Hierdurch werden eine hohe Rissbeständigkeit
und eine Erhöhung des Druckmoduls erzielt.
[0015] Ein zweiter Füllstoff kann eine mittlere Korngröße im Bereich von 50 bis 2000 nm,
bevorzugt von 100 bis 300 nm aufweisen und nimmt vorteilhafterweise eine Brückenfunktion
zwischen großen und kleinen Füllstoffen wahr. Er reduziert die Erosion der Harzmatrix
an der freien Oberfläche zwischen den großen Füllstoffen.
[0016] Ein dritter Füllstoff kann eine mittlere Korngröße im Bereich von 0,5 bis 7 µm, bevorzugt
von 1 bis 4 µm aufweisen und damit eine weitere Erhöhung des Druckmoduls sowie eine
Erhöhung der Abrasionsbeständigkeit bewirken.
[0017] Gemäß vorteilhaften Aspekten der Erfindung können die Korngrößenverteilungen der
zumindest drei Füllstoffe überlappend oder nicht überlappend ausgewählt sein. Dadurch
kann das Eigenschaftsprofil des Walzenbezuges weiter beeinflusst werden.
[0018] Gemäß einem weiteren vorteilhaften Aspekt der Erfindung können zumindest zwei der
Füllstoffe, insbesondere drei der Füllstoffe chemisch ident sein.
[0019] Alternativ können die zumindest drei Füllstoffe unterschiedlich sein. Dadurch kann
aus einer breiten Auswahl geeigneter Füllstoffe, die in den jeweils benötigten Korngrößen
kommerziell verfügbar sind, gewählt werden und es können gezielt unterschiedliche
Eigenschaften (beispielsweise hohe Härte bzw. gute Matrixanbindung) und Morphologien
(beispielsweise sphärische Partikel mit hoher Abriebsbeständigkeit zur Erzielung ebendieser
bei geringer im Betrieb resultierender Oberflächenrauhigkeit oder stäbchen- bzw. faserförmige
Füllstoffe zur Strukturverstärkung) zur Optimierung des Gesamtsystems genutzt werden.
[0020] Bevorzugt kann zumindest einer der Füllstoffe ausgewählt sein aus: Oxide, Carbide,
Nitride, Aluminiumsilikate, Silikate mineralischen oder synthetischen Ursprungs. Diese
weisen eine hohe Härte und Abriebsbeständigkeit auf und sind in vielfältigen Ausprägungen
kommerziell verfügbar.
[0021] Gemäß einem vorteilhaften Aspekt der Erfindung kann der erste Füllstoff weiterhin
ausgewählt sein aus: Sulfate, Karbonate, Phosphate, Titanate, Carbonanotubes, Carbonanofibres,
Metalle oder Mischungen daraus.
[0022] Besonders bevorzugt können die Füllstoffe, insbesondere der erste Füllstoff, oberflächenmodifiziert
sein, was eine bessere Anbindung an die Harzmatrix erlaubt.
[0023] Gemäß einem vorteilhaften Aspekt der Erfindung kann der Gehalt an Füllstoffen in
dem Matrixsystem zwischen 0,5 und 30 Volumenprozent betragen. Dieser Wert stellt einen
guten Mittelweg für die maximal erreichbare Glätte bei der geforderten Elastizität
dar.
[0024] Vorteilhafterweise beträgt der Gehalt an erstem Füllstoff 2 bis 25 Volumenprozent,
bevorzugt 5 bis 20 Volumenprozent, während der Gehalt an zweitem Füllstoff 0,5 bis
5 Volumenprozent, bevorzugt 0,5 bis 3 Volumenprozent und der Gehalt an drittem Füllstoff
0,5 bis 10 Volumenprozent, bevorzugt 2 bis 7 Volumenprozent beträgt.
[0025] Bevorzugt kann das Matrixsystem ein Duroplast, insbesondere ein aminisch oder anhydridisch
vernetztes oder ein selbstvernetzendes Epoxydharz oder ein Isocyanatester oder Mischungen
daraus sein. Derartige Harzsysteme sind kommerziell in großer Bandbreite erhältlich
und können jeweils gemäß den Anforderungen gewählt werden.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend näher erläutert.
[0027] Kalander oder Glättwerke für Faserstoffbahnen wie Papier- oder Kartonbahnen haben
die Aufgabe, die Faserstoffbahn entweder direkt im Anschluss an deren Herstellung
(online) oder auch zu einem späteren Zeitpunkt (offline) zu glätten. Durch diese Aufgabe
werden an die Walzenbezüge der in einem Kalander vorhandenen Walzen höchste Anforderungen
einerseits in Bezug auf ihre Oberflächengüte und andererseits in Bezug auf ihre Beständigkeit
gegen thermische und mechanische Belastungen gestellt.
[0028] Gewöhnlich sind in einem Kalander mehrere Walzen zu einem Stack angeordnet, wobei
gemäß einer geläufigen Ausführungsform eine metallische beheizbare Walze gegen eine
nicht beheizte elastische Walze unter Bildung eines Nips läuft. Zunächst wird in mehreren
aufeinanderfolgenden Nips eine erste Seite der Faserstoffbahn durch Druck- und Wärmeeinwirkung
geglättet. Bei einem Superkalander oder Multinipkalander ist gewöhnlich etwa in der
Mitte des Stacks ein sog. Wechselnip vorgesehen, nach welchem die andere Seite der
Faserstoffbahn mit den glättenden Heizwalzen in Kontakt tritt. Aus dieser Konstellation
ergibt sich sofort die Notwendigkeit, die Walzenoberfläche der nicht beheizten elastischen
Walzen im zweiten Teil des Stacks so glatt wie möglich zu gestalten, damit das vorher
bereits erzielte Glätteergebnis der Faserstoffbahn nicht zunichte gemacht wird.
[0029] Die Walzenbezüge der nicht beheizten Walzen bestehen gewöhnlich aus zumindest einer,
oft auch aus mehreren Schichten aus diversen Materialen wie Gummi, Polyurethan oder
faserverstärkten Kunststoffen, welche auf einen Walzenkörper aufgebracht werden. Für
die Anwendung im Kalander sind gewöhnlich faserverstärkte Kunststoffe das Material
der Wahl, da sie eine hohe Temperaturbeständigkeit sowie eine hohe mechanische Festigkeit
und eine hohe Oberflächenglätte aufweisen.
[0030] Derartige Kunststoffe weisen gewöhnlich ein Matrixsystem aus einem Harz sowie eine
darin eingebettete Faserverstärkung aus Glas-, Kohle- oder Aramidfasern oder ähnlichen
anderen geeigneten Fasern als Armierung auf. Die Herstellung derartiger Walzenbezüge
ist hinlänglich bekannt, so dass hier nur eine kurze Zusammenfassung gegeben wird.
[0031] Die Herstellung kann gemäß diversen bekannten Verfahren erfolgen. Es ist einerseits
möglich, die Fasern trocken zu wickeln und die Matrix durch ein Gießverfahren aufzubringen.
Ein anderes gängiges Verfahren sieht vor, dass Faserbündel, beispielsweise sog. Rovings,
durch ein Harzbad, welches die Harzmatrix enthält, gezogen und dann nass auf den Walzenkörper
gewickelt werden. Auch Spritzgussverfahren, bei welchen das Matrixmaterial durch axial
verfahrbare Düsen auf einen rotierenden Walzenkörper aufgebracht wird, sind bekannt
und zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Walzenbezuges geeignet.
[0032] Der Aufbau kann dabei ein- oder mehrschichtig erfolgen, es können auch weitere Schichten
wie beispielsweise ein Baselayer, der der Haftvermittlung zwischen Walzenkern und
Walzenbezug dient, und zusätzliche Bindeschichten vorgesehen sein. Die erfindungsgemäßen
Maßnahmen beziehen sich auf eine Funktionsschicht des Walzenbezuges, die mit der Faserstoffbahn
in Kontakt kommt.
[0033] Als Matrixsysteme kommen aminisch, anhydridisch vernetzte aber auch selbstvernetzende
Epoxyharze, Isocyanatester oder andere Duroplaste oder Mischungen daraus in Frage.
[0034] In allen Verfahren ist es möglich und üblich, die Harzmatrix mit Füllstoffen zu füllen,
um so ihre mechanischen und thermischen Eigenschaften zu verbessern.
[0035] Der Stand der Technik kennt bereits die Kombination mit zwei Füllstoffen mit unterschiedlichen
Korngrößen in der Harzmatrix. Die Praxis beweist dabei sowohl die Machbarkeit als
auch die positiven Effekte derartiger Kombinationen, jedoch ist die Performance der
derart gestalteten Walzenbezüge noch nicht ausreichend.
[0036] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, zumindest einen weiteren Füllstoff in die Harzmatrix
einzubringen und gleichzeitig die Oberflächenrauhigkeit im Betrieb deutlich zu senken.
[0037] Durch die Kombination von mindestens drei zumindest in Bezug auf die mittlere Korngröße
verschiedenen Füllstoffen mit deutlich unterschiedlichen durchschnittlichen Korngrößen
können die Synergien zwischen den einzelnen Füllstoffen optimal genutzt werden.
[0038] Eine im folgenden als erster Füllstoff bezeichnete Komponente, welche eine Korngröße
im Bereich zwischen 1 bis 100 Nanometer aufweist, übernimmt eine Wirkung als Rissstopper
und bewirkt eine damit verbundene Erhöhung der mechanischen Festigkeit sowie eine
Erhöhung des Druckmoduls. Voraussetzung hierfür ist eine gute Einbindung an die Matrix
und eine gleichmäßige Verteilung der Partikel in der Matrix. Durch den erhöhten Druckmodul
kommt es bei dem im Wesentlichen druckinduzierten Verschleißmechanismus eines Kalanders
zu einem deutlich später einsetzenden Starkverschleiß, da die Verformung und damit
die auftretenden Spannungen reduziert werden.
[0039] Eine im folgenden als dritter Füllstoff bezeichnete Komponente, welche auch als "große"
Hartstoffe bezeichnet wird, weist eine durchschnittliche Korngröße im einstelligen
Mikrometerbereich auf, erhöht primär die Beständigkeit gegen Abrasivverschleiß und
führt zu einer weiteren Erhöhung des Druckmoduls. Für Anwendungen eines Walzenbezuges,
die auf Glanzoptimierung ausgelegt sind, ist dieser dritte Füllstoff in einem möglichst
geringen Füllgrad zu halten, da ein hoher Anteil an groben Füllstoffen die Glätte
des Walzenbezuges beeinträchtigt. Der Füllgrad ist hier so einzustellen, dass ein
R
a-Wert von weniger als 0,25 µm oder bei besonders hohen Anforderungen von weniger als
0,15 µm erzielt werden kann.
[0040] Weiterhin ist eine Komponente vorgesehen, die als zweiter Füllstoff bezeichnet ist
und mittelgroße Korngrößen der Größenordnung von 0,05 bis 2 Mikrometern aufweist.
Der zweite Füllstoff erfüllt eine Brückenfunktion zwischen den beiden anderen Füllstoffen
und reduziert unter anderem die Matrixerosion durch aus der Faserstoffbahn oder dem
Strichmedium stammende eingedrückte Partikel zwischen den "großen" Hartstoffen.
[0041] In Tabelle 1 ist eine Zusammenstellung der mittleren Korngrößen und der möglichen
Korngrößenverteilungen der Füllstoffe und des jeweiligen Füllgrades angegeben.
Tabelle 1
| |
Erster Füllstoff |
Zweiter Füllstoff |
Dritter Füllstoff |
| |
Nanoskalige Füllstoffe |
SubMikrometerskalige Füllstoffe |
Micrometerskalige Füllstoffe |
| Volumsanteile in der Epoxydmatrix |
2 - 25% |
0,5 - 5% |
0,5 - 10% |
| Bevorzugte Vol. % |
5 - 20% |
0,5 - 3% |
2-7% |
| Mittlere Korngröße |
1 - 100 nm |
50 - 2000 nm |
0,5 - 7 µm |
| Bevorzugte mittlere Korngröße |
10 - 30 nm |
100 - 300 nm |
1 - 4 µm |
[0042] Die Materialien für den dritten Füllstoff entstammen bevorzugt einer ersten Gruppe
umfassend Oxide, Carbide, Nitride, Aluminiumsilikate, Silikate mineralischen oder
synthetischen Ursprungs oder auch Glasspheren oder Mischungen daraus.
[0043] Als Materialien für den ersten Füllstoff kommen die Materialien aus der ersten Gruppe,
aber auch aus einer zweiten Gruppe umfassend Sulfate, Karbonate, Phosphate, Titanate,
Carbonanotubes, Carbonanofibres oder Metalle oder Mischungen daraus in Frage.
[0044] Die Materialwahl des zweiten Füllstoffes kann aus beiden Gruppen erfolgen. Bevorzugt
sind zweiter und dritter Füllstoff aus der gleichen Gruppe ausgewählt, besonders bevorzugt
aus der ersten Gruppe.
[0045] Der erste Füllstoff kann mit oder ohne Oberflächenmodifikation, z.B. mit poly L-lactide
gecoatetem SiO
2 zur besseren Anbindung an die Matrix verwendet werden.
[0046] Die optimale Zusammensetzung hängt sowohl von den konkret ausgewählten Füllstoffen,
deren mittleren Korngrößen und Morphologie als auch von der gewünschten Härte bzw.
dem gewünschten Druckmodul und einer möglichst geringen Oberflächenrauhigkeit im Betrieb
ab.
[0047] Für die Glanzoptimierung mit einer gleichzeitigen Erhöhung des Druckmoduls und Erreichung
sehr geringer Oberflächenrauhigkeit im Betrieb ist der Anteil an erstem Füllstoff
gegenüber den anderen beiden Füllstoffen erhöht bzw. der Anteil an drittem Füllstoff
sehr gering. Dadurch ist es möglich, die Oberflächengüte des Walzenbezuges und somit
das Glanz- und Glätteergebnis für die Faserstoffbahn zu optimieren. Allerdings ist
in diesem Fall bedingt durch die Reduktion oder die Abwesenheit des grobkörnigen harten
Füllstoffs die Abriebsbeständigkeit etwas geringer, so dass Schleifinterwalle möglicherweise
kürzer ausfallen können.
[0048] Die Oberflächenrauhigkeit sollte bevorzugt weniger als 25 µm Ra betragen, besonders
bevorzugt weniger als 0,15 µm Ra. Die Werte sind dabei auf die Oberflächenrauhigkeit
im Betrieb angegeben, also nach einer Einlaufphase der Walze in der jeweiligen Position.
Nach einem vorbereitenden Schliff nach dem Beziehen der Walze durchläuft diese nach
ihrem Einbau zunächst eine gewisse Einlaufphase, welche von wenigen Minuten bis zu
ca. 24 Stunden betragen kann. In dieser Zeit stellt sich ein Gleichgewicht in der
Oberflächenrauhigkeit ein. Wie lang die Einlaufphase dauert und wie lang die Walze
dann mit dieser ungefähr konstanten Oberflächenrauhigkeit läuft, hängt u.a. von der
Einbauposition und vom Material des Walzenbezuges ab. Die Gleichgewichtsphase kann
mehrere Monate betragen.
[0049] Die drei Füllstoffe können aus einer breiten Auswahl geeigneter in den jeweils benötigten
Korngrößen kommerziell verfügbarer Komponenten gewählt werden. Durch die Auswahl können
gezielt unterschiedliche Eigenschaften, beispielsweise eine hohe Härte bzw. eine gute
Matrixanbindung betont werden.
[0050] Hinsichtlich der Morphologien der drei Füllstoffe kann ebenfalls aus einem breiten
Spektrum gewählt werden. Beispielsweise sind sphärische Partikel wie beispielsweise
Glassphären mit hoher Abriebsbeständigkeit zur Erzielung hoher Härte bei geringer
im Betrieb resultierender Oberflächenrauhigkeit sinnvoll und möglich. Stäbchen- bzw.
faserförmige Füllstoffe wie Carbonanotubes können zur Strukturverstärkung und zur
Optimierung des Gesamtsystems genutzt werden.
[0051] Die drei Füllstoffe können in einer Schicht vorzugsweise möglichst homogen verteilt
sein. Es ist jedoch auch möglich, durch geeignete Modifikation der oben beschriebenen
Auftragsverfahren Gradienten innerhalb der Schicht oder gezielte stufenweise Änderungen
zu erzielen.
1. Walzenbezug, insbesondere zur Verwendung in einer Vorrichtung zur Herstellung oder
Veredelung einer Faserstoffbahn wie einer Papier- oder Kartonbahn, wobei der Walzenbezug
auf einem Walzenkern aus Metall oder aus einem faserverstärkten Kunststoff ausgebildet
ist und ein Matrixsystem aufweist, in welchem Füllstoffe vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest drei Füllstoffe vorgesehen sind, welche jeweils unterschiedliche mittlere
Korngrößen aufweisen, und dass der Walzenbezug nach einer Einlaufphase eine Gleichgewichts-Oberflächenrauhigkeit
kleiner als 0,25 µm Ra aufweist.
2. Walzenbezug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenbezug nach einer Einlaufphase eine Gleichgewichts-Oberflächenrauhigkeit
kleiner als 0,15µm Ra aufweist.
3. Walzenbezug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleichgewichts-Oberflächenrauhigkeit nach maximal 24 Stunden erreicht ist.
4. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Füllstoff eine mittlere Korngröße im Bereich von 1 bis 100 nm, bevorzugt
von 10 bis 30 nm aufweist.
5. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Füllstoff eine mittlere Korngröße im Bereich von 50 bis 2000 nm, bevorzugt
von 100 bis 300 nm aufweist.
6. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein dritter Füllstoff eine mittlere Korngröße im Bereich von 0,5 bis 7 µm, bevorzugt
von 1 bis 4 µm aufweist.
7. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Korngrößenverteilungen der zumindest drei Füllstoffe überlappend oder nicht überlappend
ausgewählt sind.
8. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei der Füllstoffe, insbesondere drei der Füllstoffe identisch sind.
9. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest drei Füllstoffe unterschiedlich sind.
10. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der zweite und/oder der dritte Füllstoff ausgewählt ist aus: Oxide, Carbide,
Nitride, Aluminiumsilikate, Silikate mineralischen oder synthetischen Ursprungs oder
Mischungen daraus.
11. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Füllstoff ausgewählt ist aus: Oxide, Carbide, Nitride, Aluminiumsilikate,
Silikate, Sulfate, Karbonate, Phosphate, Titanate, Carbonanotubes, Carbonanofibres,
Metalle mineralischen oder synthetischen Ursprungs oder Mischungen daraus.
12. Walzenbezug nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Füllstoff oberflächenmodifiziert ist.
13. Walzenbezug nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Füllstoffen in dem Matrixsystem zwischen 0,5 und 30 Volumenprozent
beträgt.
14. Walzenbezug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an erstem Füllstoff 2 bis 25 Volumenprozent, bevorzugt 5 bis 20 Volumenprozent
beträgt.
15. Walzenbezug nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an zweitem Füllstoff 0,5 bis 5 Volumenprozent, bevorzugt 0,5 bis 3 Volumenprozent
beträgt.
16. Walzenbezug nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an drittem Füllstoff 0,5 bis 10 Volumenprozent, bevorzugt 2 bis 7 Volumenprozent
beträgt.
17. Walzenbezug nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Matrixsystem ein Duroplast, insbesondere ein aminisch oder anhydridisch vernetztes
oder ein selbstvernetzendes Epoxydharz oder ein Isocyanatester oder Mischungen daraus
ist.