[0001] Die Erfindung betrifft eine Turbinenschaufel mit einer Plattform und einem Schaufelblatt,
welche entlang einer Längsachse der Turbinenschaufel unmittelbar aufeinander folgen.
[0002] Turbinenschaufeln und Verfahren zum Herstellen von Turbinenschaufel sind aus dem
umfangreich vorhandenen Stand der Technik in vielfältiger Art und Weise bekannt. Beispielsweise
werden Turbinenschaufeln für Gasturbinen häufig in einem Gießverfahren hergestellt.
Beim Gießen werden gleichzeitig Schaufelfuß, Plattform und Schaufelblatt aus dem Gießmaterial
geformt, so dass derartige Turbinenschaufeln einstückig sind. Anschließend werden
die dem Heißgas der Turbine ausgesetzten Flächen noch mit einer Korrosionsschutzschicht
und einer Wärmeschutzschicht versehen, um die Lebensdauer der Turbinenschaufel zu
erhöhen. Die gegossenen Turbinenschaufeln sind zumeist auch hohl ausgebildet, damit
im Inneren ein Mittel zur Kühlung des Schaufelmaterials strömen kann. Turbinenschaufeln
von Dampfmaschinen werden zumeist aus dem Vollen gefräst oder sind geschmiedet.
[0003] Die in stationären Turbomaschinen eingesetzten Turbinenschaufeln unterliegen beim
Betrieb der Turbomaschine einer Vielzahl von Belastungen, die die Turbinenschaufeln
sowohl in vorhersehbarer als auch in nicht vorhersehbarer Art und Weise altern und
abnutzen lassen.
[0004] Im Detail treten sowohl niederzyklische als auch höherzyklische Ermüdungsbelastungen
sowie auch thermo-mechanische Belastungen auf. Auch sind Turbinenschaufeln vor Oxidation
und vor Kriechen zu schützen. Die vorgenannten Belastungen betreffen insbesondere
die dem Heißgas oder Heißdampf unmittelbar ausgesetzten Oberflächen und Bestandteile
der Turbinenschaufeln. Befestigungsseitig sind Turbinenschaufeln zudem noch sogenannten
"Auflagerbelastungen" und "Reibbelastungen" ausgesetzt. Im Lichte dieser unterschiedlichen
Belastungen und Anforderungen muss das Material von einstückigen Turbinenschaufeln
so gewählt sein, dass nach Möglichkeit eine Vielzahl, wenn nicht sogar alle Belastungen
vom Material aufgenommen werden, ohne dass eine vorzeitige Alterung oder ein vorzeitiges
Lebensdauerende der Turbinenschaufel erreicht wird. Hinsichtlich der thermischen Belastung
und hinsichtlich der Korrosionsbelastung ist es beispielsweise bekannt, Turbinenschaufeln
von Gasturbinen mit einem Schichtsystem auszustatten, welches deren Material sowohl
vor Korrosion als auch vor einem überhöhten Wärmeeintrag schützt.
[0005] Dennoch können in verschiedenen Bereichen der Turbinenschaufel Verschleißerscheinungen
wie Risse auftreten, die den Betrieb der Turbomaschine gefährden. Aus diesem Grund
ist es bekannt, Turbinenschaufeln nach einer vorbestimmten Einsatzzeit auf derartige
Defekte hin zu überprüfen und bei Vorliegen eines derartigen Befundes die betroffenen
Turbinenschaufeln auszutauschen oder wieder aufzubereiten.
[0006] Des Weiteren sind aus dem Stand der Technik modulare Turbinenschaufeln bekannt, bei
denen Schaufelblatt und Plattform separat hergestellte Bauteile sind, die mit Hilfe
unterschiedlichster Konstruktionen oder Fügeverbindungen zu einer Turbinenschaufel
zusammengesetzt sind.
[0007] Deren Nachteile können beispielsweise in einer im Vergleich zu einer monolithischen
Turbinenschaufel kurzen Lebensdauer liegen, welche aufgrund von nur bedingt zuverlässigen
Konstruktionen bzw. Verbindungen der einzelnen Bestandteile auftreten. Ebenso sind
modulare Turbinenschaufeln häufig in der Konstruktion und Fertigung sehr aufwändig.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer modularen Turbinenschaufel, welche
in einer besonders einfachen und dennoch äußerst zuverlässigen Art und Weise konstruiert
und zusammengefügt ist.
[0009] Die auf die Turbinenschaufel gerichtete Aufgabe wird mit einer solchen gemäß den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß umfasst die Turbinenschaufel zumindest eine Plattform und ein Schaufelblatt,
welche entlang einer Längsachse der Turbinenschaufel - entsprechend der Radialrichtung
einer Turbomaschine - unmittelbar aufeinanderfolgen, wobei das Schaufelblatt in Längsrichtung
einen Fortsatz und die Plattform - in radialem Bezug auf die Längsachse - ein äußeres
Plattformteil und ein zumindest zweiteiliges inneres Plattformteil umfasst, wobei
das innere Plattformteil an dem Fortsatz des Schaufelblatts seitlich anliegt und das
äußere Plattformteil als ein den äußeren Rand des inneren Plattformteils umgreifender
endloser Plattformrahmen ausgebildet ist. Die Hauptbestandteile des inneren Plattformteils
sind hier jeweils als Plattformelement bezeichnet.
[0011] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass separat hergestellte Plattformelemente
einer Turbinenschaufel in besonders einfacher Art und Weise an einem separat hergestellten
Schaufelblatt befestigt werden können, wenn diese seitlich an einer endseitigen Verlängerung
des Schaufelblatts, einem sogenannten Fortsatz, angelegt werden und die beiden Plattformelemente
mit Hilfe einer Klammer an den Fortsatz des Schaufelblatts angepresst werden. Beispielsweise
kann am Fortsatz des Schaufelblatts saugseitig ein erstes Plattformelement und druckseitig
ein zweites Plattformelement angeordnet sein. Die Klammer ist als ein endlos umlaufender
Plattformrahmen ausgestaltet. Durch die ringförmige - endlose - Gestalt des Plattformrahmens
kann dieser im Schrumpfsitz die Plattformelemente umklammern, so dass eine weitere
Sicherung des Plattformrahmens gegen einen etwaigen Verlust nicht mehr zwingend erforderlich
ist.
[0012] Der Fortsatz des Schaufelblatts ist über eine Stufe gegenüber der druckseitigen und
saugseitigen Schaufelblattfläche zurückgesetzt, so dass eine in Bezug auf die Längsachse
der Turbinenschaufel parallele Verschiebung der an der Stufe anliegenden Plattformelemente
nicht möglich ist.
[0013] Der Plattformrahmen kann im Querschnitt unterschiedliche Formen aufweisen. Bevorzugt
sind jedoch derartige Formen, die einen Formschluss mit dem Rand des inneren Plattformteils
herbeiführen. Beispielweise kann die Querschnittform rautenförmig oder C-förmig ausgebildet
sein. Der Rand des inneren Plattformteils ist dabei stets korrespondierend zur Querschnittsform
ausgeführt.
[0014] Besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Turbinenschaufel ist, dass insbesondere
auch zwei unterschiedliche Materialien für die Plattformelemente, das Schaufelblatt
und für den Plattformrahmen verwendet werden können. So kann zusätzlich auf die unterschiedlichen
lokalen Belastungen Rücksicht genommen werden, was ggf. zu einer verlängerten Lebensdauer
der Turbinenschaufel führt.
[0015] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Turbinenschaufel ist die höhere Präzision
hinsichtlich der äußeren Abmaße der Plattform, da diese beim Herstellen des Plattformrahmens
sich einfacher herbeiführen lassen als beim Gießen einer rein monolithischen Turbinenschaufel.
[0016] Zum dauerhaften Verbinden des Plattformrahmens mit den Plattformelementen sind unterschiedliche
Verfahren einsetzbar. Da der Plattformrahmen als endloser Rahmen ausgestaltet ist,
bietet sich vorzugsweise das Aufschrumpfen des Plattformrahmens auf den umlaufenden
Rand des inneren Plattformteils an. Vor dem Aufschrumpfen kann der Plattformrahmen
erhitzt und/oder die Plattformelemente abgekühlt werden. Nach dem Zusammensetzen von
Plattformrahmen und Plattformelementen und einer sich anschließenden Temperaturangleichung
sitzt der Plattformrahmen dann fest an dem umlaufenden Rand des inneren Plattformteils.
Auch Löten und Schweißen - punktuell als auch entlang der Verbindungslinie vom Rand
des inneren Plattformteils und Plattformrahmen - sind möglich.
[0017] Von besonderem Vorteil ist diejenige Weiterbildung, bei der am freien Endes des Fortsatzes
des Schaufelblatts ein Kragen ausgebildet ist, durch welchen in Verbindung mit der
Stufe eine in Umfangsrichtung des Profils des Schaufelblatts endlose Nut bereitstellt
ist, in der die Plattformelemente des inneren Plattformteils formschlüssig eingesetzt
sind. Die Plattformelemente weisen dann fortsatznah eine Wanddicke auf, die im Wesentlichen
der Nutbreite entspricht.
[0018] Das Besondere an der vorgeschlagenen Turbinenschaufel ist, dass die Plattformelemente
mittels einer Bewegung senkrecht zur Längsachse an den Fortsatz angelegt werden und
deren Sicherungselement gegen eine Zurückbewegung in Form des Plattformrahmens mit
einer Bewegung quer dazu - also parallel zur Längsachse - den Plattformelementen übergestülpt
wird. Danach ist lediglich sicherzustellen, dass allein der Plattformrahmen gegen
Lösen gesichert ist. Eine Verschiebung der Plattform umfassend die Plattformelemente
und den Plattformrahmen parallel zur Längsachse ist aufgrund der Stufe zwischen dem
eigentlichen Schaufelblatt und dem Fortsatz sowie dem Kragen am Fortsatz ebenso blockiert.
[0019] Zweckmäßigerweise umfasst das innere Plattformteil zwei Plattformelemente, es können
aber auch mehr Plattformelemente vorgesehen sein.
[0020] Die erfindungsgemäße Konstruktion erlaubt die Verwendung unterschiedlicher Materialien
für die unterschiedlichen Bestandteile der Turbinenschaufel. Somit können beispielsweise
das Schaufelblatt und die Plattformelemente aus unterschiedlichen Materialien hergestellt
sein, welche auf die jeweiligen lokalen Anforderungen und Belastungen, wie sie einleitend
beschrieben worden sind, abgestimmt sind. Auch der Plattformrahmen kann aus einem
für seine Zwecke am meisten geeigneten Material gefertigt sein. Somit können unterschiedliche
Legierungen und Gussmaterialien innerhalb einer Turbinenschaufel verwendet werden.
[0021] Die Turbinenschaufel kann sowohl an ihrem ersten Schaufelblattende als auch an einem
dem ersten Ende gegenüberliegenden zweiten Ende eine voranbeschriebene Plattform mit
einem inneren Plattformteil mit mehreren Plattformelementen sowie einem äußeren Plattformteil
gebildet aus einem Plattformrahmen ausgestattet sein. In diesem Fall weist das Schaufelblatt
beidendseitig jeweils einen voranbeschriebenen Fortsatz auf.
[0022] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung können die mehreren Plattformelemente
untereinander und/oder ein Plattformelement, mehrere Plattformelemente oder alle Plattformelemente
mit dem Schaufelblatt über Bolzen miteinander gekoppelt sein. Beispielsweise, wenn
lediglich zwei Plattformelemente vorgesehen sind, die den Fortsatz des Schaufelblatts
umgreifen, können beide Plattformelemente einander gegenüberliegende, fluchtende Bohrungen
aufweisen, in denen ein Bolzen eingesetzt ist. Dies verbessert die mechanische Kopplung
zwischen den beiden Plattformelementen und erhöht die Festigkeit der aus einzelnen
Bestandteilen zusammengesetzten Turbinenschaufel.
[0023] Des Weiteren können die Plattformelemente parallel zur Längsachse erstreckende Durchgangslöcher
und/oder Sacklöcher aufweisen, in denen Bolzen eingesetzt sind, die auch in sich durch
den Kragen des Fortsatzes erstreckende Öffnungen sitzen. Eine derartige Verbolzung
von Fortsatz des Schaufelblatts mit den Plattformelementen verhindert auch ohne das
Vorhandensein des Plattformrahmens das Lösen der Plattformelemente vom Schaufelblatt.
Neben einem erleichterten Zusammenbau erhöht auch diese Maßnahme die Festigkeit der
Turbinenschaufel sowie die Betriebssicherheit der Turbinenschaufel für den unwahrscheinlichen
Fall, dass der Plattformrahmen ein- oder gar aufreißt.
[0024] Um eine Verschiebung des Plattformrahmens vom inneren Plattformteil zu verhindern,
können das innere Plattformteil und das äußere Plattformteil über eine Nut- und Federverbindung
koppelt sein.
[0025] Gemäß einer ersten vorteilhaften Weiterbildung liegt der Plattformrahmen flächig
an dem inneren Plattformteil an, wobei die Kontaktfläche zumindest teilweise mit der
Längsachse einen Winkel einschließt, welcher größer als 0° und kleiner als 90° ist.
Eine derartige Anordnung verhindert zumindest in einer Richtung eine Parallelverschiebung
des Plattformrahmens entlang der Längsachse, was insbesondere bei der Verwendung der
Erfindung an Turbinenlaufschaufeln von Vorteil ist. In diesem Fall wird die während
des Betriebs der Turbomaschine auf den Plattformrahmen einwirkende Fliehkraft auch
durch Formschluss aufgrund der in Bezug auf die Längsachse geneigten Kontaktfläche
in das innere Plattformteil übertragen. Dies verhindert zuverlässig den Verlust des
Plattformrahmens aufgrund der Fliehkraft.
[0026] Vorzugsweise beträgt der Winkel eine Größe zwischen 15° und 35°, beispielsweise liegt
der Winkel bei 20°.
[0027] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung weist der Plattformrahmen an zumindest
einer seitlich nach außen weisenden Fläche einen Schlitz zur Aufnahme eines Dichtelements
auf. Eine derartige Ausgestaltung bietet den Vorteil, dass bei Verschleiß von im Plattformrand
vorhandenen Schlitzen aufgrund der darin sitzenden blechförmigen Dichtelemente mit
der nunmehr bereitgestellten Erfindung eine einfache und zuverlässige Möglichkeit
besteht, auch derartige betriebsbeanspruchte Turbinenschaufeln wieder aufzuarbeiten.
Zudem lassen sich derartige Schlitze kostengünstiger herstellen als bei rein monolithischen
Turbinenschaufeln.
[0028] Zweckmäßigerweise kann die Turbinenschaufel sowohl als Leitschaufel oder als Laufschaufel
ausgebildet sein.
[0029] Damit die Turbinenschaufel mit dem inneren Plattformteil und dem äußeren Plattformteil
in Form des das innere Plattformteil umgreifenden endlosen Plattformrahmens auch bei
Hochtemperaturanwendungen eingesetzt werden kann, ist es von Vorteil, wenn das innere
Plattformteil und der Plattformrahmen in einem Beschichtungsvorgang beschichtet werden.
Somit kann eine nahtlose Schutzschicht auf beide Plattformteile aufgebracht werden.
[0030] Die voranbeschriebene Erfindung wird nachfolgend anhand der Figurenbeschreibung weiter
erläutert. Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich anhand des dargestellten
Ausführungsbeispiels.
[0031] Es zeigen:
- FIG 1
- eine Turbinenschaufel in einer Art Explosions-Darstellung umfassend ein Schaufelblatt
mit einem Fortsatz, ein zweiteiliges inneres Plattformteil und ein äußeres Plattformteil,
- FIG 2
- im Querschnitt die Turbinenschaufel nach FIG 1 im zusammengesetzten Zustand,
- FIG 3
- in perspektivischer Darstellung die Draufsicht auf die Turbinenschaufel aus FIG 2
und
- FIG 4
- die Turbinenschaufel aus FIG 1 mit einer kopfseitig angeordneten modularen Plattform.
[0032] In allen Figuren sind identische Merkmale mit identischen Bezugszeichen versehen.
[0033] In FIG 1 ist ein Teil einer Turbinenschaufel 10 nach Art einer Explosionszeichnung
dargestellt. Die Turbinenschaufel 10 ist modular ausgestaltet und umfasst gemäß diesem
Ausführungsbeispiel somit als separat hergestellte Bestandteile ein Schaufelblatt
12, zwei Plattformelemente 14, 16 sowie einen Plattformrahmen 18 und mehrere diese
miteinander verbindende Bolzen 20. Des Weiteren umfasst die Turbinenschaufel 10 eine
virtuelle Längsachse 11.
[0034] Das Schaufelblatt 12 ist aerodynamisch gekrümmt und weist nach bekannter Manier eine
Druckseite 22 sowie eine Saugseite 24 auf. Die Druckseite 22 und die Saugseite 24
verbinden sich an einer Vorderkante 23 und an einer Hinterkante 25. Im bestimmungsgemäßen
Einsatz innerhalb einer Turbomaschine strömt ein Arbeitsmedium von der Vorderkante
23 zur Hinterkante 25.
[0035] An dem in FIG 1 dargestellten oberen Ende des Schaufelblatts 12 ist ein Fortsatz
26 vorgesehen, welcher einstückig mit dem Profil des Schaufelblatts 12 ausgebildet
ist. Seitlich ist der Fortsatz 26 in analoger Weise zu der Druckseite 22 und der Saugseite
24 aerodynamisch gekrümmt. Jedoch ist der Fortsatz 26 von seinen Profilabmaßen wesentlich
kleiner ausgebildet als das von den Schaufelblattwänden 22, 24 vorgegebene Profil
des Schaufelblatts 12, so dass der Fortsatz sich über eine Stufe 28 an das Schaufelblatt
12 anschließt. Der Fortsatz 26 umfasst an seinem freien Ende 30 einen Kragen 32. Dieser
Kragen 32 erstreckt sich quer zur Längsachse 11 und entlang des gesamten Umlaufs des
Profils, wodurch er mit der Stufe 28 eine umlaufende Nut 34 bildet.
[0036] Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind im Kragen 32 des Fortsatzes 26 sowohl saugseitig
als auch druckseitig jeweils drei Durchgangslöcher 36 vorgesehen, die in einer der
Seitenwände der Nut 34 münden. Seitlich des Fortsatzes 26 sind zwei Plattformelemente
14, 16 angesiedelt, wobei auch eine größere Anzahl an Plattformelementen vorgesehen
sein kann.
[0037] Die Plattformelemente 14, 16 weisen eine Plattformmaterialstärke auf, die im Wesentlichen
der Breite der Nut 34 entspricht. Die Plattformelemente 14, 16 weisen stromauf der
Vorderkante 23 bzw. stromab der Hinterkante 25 jeweils ein oder mehrere Sacklöcher
38 auf, in denen teilweise Bolzen 20 eingesetzt sind. Die Orientierung der Sacklöcher
38 ist einerseits senkrecht zur Längsachse 11 und andererseits so gewählt, dass bei
eingesetzten Bolzen die beiden Plattformelemente 14, 16 aufeinander zugeschoben werden
können, bis beide Plattformelemente 14, 16 in der Nut 34 sitzend am Fortsatz 26 anliegen.
Zudem weisen die Plattformelemente 14, 16 an ihrer dem Arbeitsmedium abgewandten Seite,
nachfolgend Rückseite 40 genannt, Sacklöcher 42 auf, welche, nachdem die Plattformelemente
14, 16 in der Nut 34 sitzen, mit den betreffenden Durchgangslöchern 36 des Kragens
32 fluchten. Sonach können stiftartige Bolzen in die einander fluchtenden Löcher 36,
42 eingeschoben werden, wodurch die Plattformelemente 14, 16 erstmalig mit dem Schaufelblatt
12 fest verbunden sind.
[0038] Anschließend wird der Plattformrahmen 18 parallel zur Längsachse 11 der Turbinenschaufel
10 verschoben, bis dieser die beiden Plattformelemente 14, 16 umklammert. Ein Schrumpfsitz
des Plattformrahmens 18 ist dabei bevorzugt. Mit der Umklammerung werden die beiden
Plattformelemente 14, 16 zum einen fest aneinander gepresst und zum anderen in die
Nut 34 eingepresst, so dass sich diese aufgrund des dann entstandenen Formschlusses
nicht mehr längs der Längsachse 11 verschieben können. Die beiden Plattformelemente
14, 16 bilden dann ein inneres Plattformteil 13 der Turbinenschaufel 10 und der Plattformrahmen
18 ein äußeres Plattformteil 15 der Turbinenschaufel 10. Inneres Plattformteil 13
und äußeres Plattformteil 15 bilden die Plattform 17 (FIG 2).
[0039] Um ein Lösen des Plattformrahmens 18 von den beiden Plattformelementen 14, 16 zu
verhindern, ist an beiden Längskanten 41 des inneren Plattformteils 13 und an beiden
Längsstreben 46 des Plattformrahmens 18 jeweils eine Nut- und Federverbindung ausgebildet
sein. In FIG 1 ist an einer Innenseite der Längsstrebe 46 eine dazugehörige Feder
48 dargestellt und an der Längskante des Plattformelements 14 eine dazugehörige Nut
50. Selbst verständlich kann auch oder anstelle dessen an den Querkanten bzw. Querstreben
jeweils eine Nut- und Federverbindung vorgesehen sein.
[0040] An der Rückseite 40 der Plattformelemente 14, 16 ist sowohl anströmseitig als auch
abströmseitig eine bzw. mehrere Verhakungen 52 vorgesehen, um die Turbinenschaufel
10 in einen Turbinenleitschaufelträger einzuschieben und daran zu befestigen. Demnach
ist die in FIG 1 dargestellte Turbinenschaufel 10 als Leitschaufel ausgebildet.
[0041] Sofern die Turbinenschaufel 10 als Laufschaufel ausgebildet ist, sind die zur Befestigung
vorgesehenen Mittel der Turbinenschaufel 10 vorzugsweise monolithisch am Fortsatz
26 ausgebildet, so dass das als Schaufelfuß bezeichnete Mittel dann einstückig mit
dem Fortsatz 26 und dem Schaufelblatt 12 verbunden ist. Eine umlaufende Nut 34 für
die Plattformelemente 14, 16 ist auf jeden Fall auch bei der Laufschaufel vorgesehen.
[0042] FIG 2 zeigt schematisch eine teilperspektivische Schnittdarstellung der Turbinenschaufel
10 gemäß FIG 1 im montierten Endzustand. Jedoch sind in FIG 2 weder die im Kragen
32 angeordneten Löcher noch die darin sitzenden Bolzen dargestellt. Dagegen ist die
Aufteilung des inneren Plattformteils 13 in das druckseitige Plattformelement 14 und
das saugseitige Plattformelement 16 gemäß der perspektivischen Darstellung in FIG
3 erkennbar.
[0043] Bei den in den Figuren 1, 2 und 3 dargestellten Turbinenschaufeln ist die - in ihrer
Betriebslage innerhalb einer axialen Turbomaschine - radial außen und somit fußseitig
am Schaufelblatt 12 angesiedelte Plattform 17 erfindungsgemäß ausgestaltet. Dagegen
zeigt FIG 4 die Turbinenschaufel 10 mit ihrem kopfseitigen Ende 55, welches in analoger
Art und Weise zum fußseitigen Ende eine modulare Plattform 17 umfassend zwei Plattformelemente
14, 16 sowie den Plattformrahmen 18 aufweisen kann. Hier unterscheidet sich das kopfseitige
Ende 55 vom fußseitigen Ende lediglich hinsichtlich der dem Arbeitsmedium abgewandten
Seite der Plattform 17. Gewöhnlicher Weise sind bei Turbinenleitschaufeln 10, welche
in stationären Gasturbinen verwendet werden, am kopfseitigen Ende 55 sogenannte U-Ringe
angebracht, welche die in einem Ring angeordneten Leitschaufeln kopfseitig miteinander
koppeln und verbinden. Zusätzlich ist in FIG 4 ein Schlitz 54 an einer seitlichen
nach außen weisenden Fläche 53 des Plattformrahmens 18 gezeigt. Der Schlitz 54 dient
zur Aufnahme von blechförmigen Dichtelementen, welche zwischen einander benachbarten
Leitschaufeln zur Abdichtung des zwischen ihnen vorhandenen Spalts vorgesehen sein
kann.
[0044] Insgesamt betrifft die Erfindung eine Turbinenschaufel 10 umfassend ein Schaufelblatt
12 und eine dazu modulare Plattform 17, welche entlang einer Längsachse 11 der Turbinenschaufel
10 aufeinanderfolgen. Um dabei eine modulare Turbinenschaufel 10 anzugeben, welche
einerseits besonders einfach und simpel in der Konstruktion ist und andererseits eine
besonders zuverlässige, langlebige sowie dauerhafte Verbindung der einzelnen Bestandteile
untereinander gewährleistet, wird vorgeschlagen, dass das Schaufelblatt 12 einen Fortsatz
26 und die Plattform 17 ein äußeres Plattformteil 15 und ein zumindest zweiteiliges
- in radialem Bezug auf die Längsachse 11 - inneres Plattformteil 13 umfasst, die
an dem Fortsatz 26 des Schaufelblatts 12 seitlich anliegen und wobei das äußere Plattformteil
15 als ein den äußeren Rand des inneren Plattformteils 13 umgreifender endloser Plattformrahmen
18 ausgebildet ist.
1. Turbinenschaufel (10) mit einer Plattform (17) und einem Schaufelblatt (12), welche
entlang einer Längsachse (11) der Turbinenschaufel (10) aufeinander folgen,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schaufelblatt (12) in Längsrichtung einen Fortsatz (26) und
die Plattform (17) - in radialem Bezug auf die Längsachse (11) - ein äußeres Plattformteil
(15) und ein inneres Plattformteil (13) mit zumindest zwei Plattformelementen (14,
16) umfasst, welche Plattformelemente (14, 16) an dem Fortsatz (26) des Schaufelblatts
(12) seitlich anliegen und wobei das äußere Plattformteil (15) als ein den äußeren
Rand des inneren Plattformteils (13) umgreifender endloser Plattformrahmen (18) ausgebildet
ist.
2. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1,
bei der der Plattformrahmen (18), das innere Plattformteil (13) und das Schaufelblatt
(12) mit dem Fortsatz (26) als voneinander separat hergestellte Bestandteile ausgebildet
sind.
3. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1 oder 2,
bei der das innere Plattformteil (13) zwei, drei oder vier Plattformelemente (14,
16) umfasst.
4. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 3,
bei der die Plattformelemente (14, 16) - in Bezug auf die Längsachse (11) - formschlüssig
mit dem Schaufelblatt (12) verbunden sind.
5. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 3 oder 4,
bei der die mehreren Plattformelemente (14, 16) untereinander und/oder ein Plattformelement
(14, 16), mehrere Plattformelemente (14, 16) oder alle Plattformelemente(14, 16) mit
dem Schaufelblatt (12) über in Löchern sitzenden Bolzen (20) miteinander gekoppelt
sind.
6. Turbinenschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
welche beidendseitig am Schaufelblatt (12) eine entsprechende Plattform (17) aufweist.
7. Turbinenschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
bei der das innere Plattformteil (13) und der Plattformrahmen (18) zumindest eine
Nut- und Federverbindung aufweist.
8. Turbinenschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
bei der der Plattformrahmen (18) flächig an dem inneren Plattformteil (13) seitlich
anliegt und die Anlagefläche zumindest teilweise mit der Längsachse einen Winkel einschließt,
welcher größer als 0° und kleiner als 90° ist.
9. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 8,
bei der der Winkel eine Größe zwischen 10° und 35° aufweist.
10. Turbinenschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
bei der der Plattformrahmen (18) an zumindest einer nach außen weisenden Fläche (53)
einen Schlitz (54) zur Aufnahme eines Dichtelements aufweist.
11. Turbinenschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
bei der der Plattformrahmen (18) auf dem inneren Plattformteil (13) aufgeschrumpft
ist und/oder mit diesem verlötet und/oder verschweißt ist.
12. Turbinenschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
ausgebildet als Turbinenleitschaufel, wobei deren Befestigungsmittel an zumindest
einem der Plattformelemente (14, 16) jeweils monolithisch angeordnet ist.
13. Turbinenschaufel (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, ausgebildet als Turbinenlaufschaufel,
wobei deren Befestigungsmittel an dem Fortsatz (26) des Schaufelblatts (12) monolithisch
angeordnet ist.